Nummer 64
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i. ð9, 259, 269 uno 1261.
Mittwoeh, den 17. März 1909. Zeitungeliste coꝛ 23. Jahrgang.
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Algemeiner Anzeiger für den Bürgermeistereil
Dudmeiler
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in Dudweiler
Die „Dudweiler Keitung“ erscheint täglich mit Ausnabme der
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Hur Balfkan-Qrife.
Ein hervorragender Tiplomat des er Auswär
tigen Amtes äußerte sich daynn, daß in den nachtten Ta
gen noch eine leßte Note an die serbische gierung ge
richtet werden wird, in weicher in einer sehe erasten und
unzweideutigen Form über ihre Beziehungen zur Donau
Monarchie Rufstlärung gefordert wird. Der serbischen
Regierung wird zur Beantworiung dieser Note eine Frifs
von höchstens einer Woche gestellt werden. Fällt auch di
Beaniwortung dieser Note unbefriedigend aus, dann gib
es keine andere Möglichteit mehr, den Frieden zu erhal
ten. Serbien scheint sich eben einzubilden. daß es au
Rußlands Beistiand rechnen könne.
Ueber die weitere Entwiclelung der Sinmation wirit
aus Wiener diplomatischen Kreisen mitgeteilt: Freiherr v
Aehrenthal wird in dem geneinsamen Minister
rat über die serbische Note berichten und Aeußer—
ungen der Ministerpräsidenten von Bicnerth und Wekerle
⸗»inholen, dann erst wird ein desinitiver Beschluß über
ore Beantwortung der serbischen Note gesaßt werden. Die
Antwort wird voraussichtlich dahin gehen, daß Oesterreick
seine Zufriedenheit erklärt mit dem Entschlusse Serbiens
über wirtschaftliche Fragen zu verhandeln, aber darau—
hinweisen, daß politische Fragen namentiich die Fragté
wegen der Rüstungen nicht beantwortet sind. Sollte die
serbische Anlwort auf diese Note abermals unbefricdigend
zusfallen, so wird eine neuerliche tlare Frage an Serbien
über seine weiteren Absichten gerichtet werden die einem
Uctimatum gleich kommt.
Wie das „Prager Tageblatt“ aus gut informierte'
Quieelle erfährt, befseht in maßgebenden Kreifen die Auf
fassung, daß es vielleicht in dieser Woche zur Mobili
serung kommen wird. Es wird an miaßgebender
Stelle mit demn Ausbruch eines Krieges jeden
falls wie mit einer als bevorstehend zu erachtenden Tat
lsache gerechnet. Die Hoffnung auf eine Abwendung des
Krieges ist im allgemeinen sehr siark gesunken. Es se
nötig, sich mit dem Ernst der Lage durchaus vertrau—
zu machen.
„Echo de Paris“ meldet aus Belgrad: Der Kriegs
minisst er erklärte in der geheimen Skupischina-⸗Sitzung
daß alle kriegsfähigen Männer von 20 bis 48 Jaähren
bereits mit Wasfen und Munition versehen seien. NAußer
dem seien 50 000 Gewehre und Munition für Freiwillid
norhanden.
Aus Cetinje wird berichtet: Fürst Nikita em.
ofing den russischen Gesandien Stean und den serbischer
Beschäftstrüger Jowanowitsch, mit denen er längere Zei
beriet. Sodann wurde im Konak ein Thronfat abgedal
ten, nach dessen Beendigung sowohl Stean als Iwano
witsch neuerdings zum Fürsien berufen wurden. Der Fürf
erklärte den beiden Diplomaten, sie mögen ihren Regier
ungen mitteilen, daß die Kriegslust in Montenegro se
groß ist, daß sie nur durch Befriedigung der montenegrn
nischen Wünsche gelöscht werden könne
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Euglands Flotten-Werstärkuug.
Bei dem Bekanntwerden der Marinesorderungen für
zas Jahr 1808 -09 ertzoben sich seinerzeit, wie bekannt,
m englischen Parrament, in der Fach- und Tagespresse
Stimmen, die ein größeres Bauprogramm, besonders an
Zchlachtschissen, sir das jeßt zu Ende gehende Budgetjahr
zerlangten; hatte man in dasselbe doch nur ein Linien—
chisft und einen Panzerkreuzer mit ersten Raten einge—
tellt. Für das ueue Rechnungsjaht wird man sich in
ziesen Kreisen nicht bellagen köͤnnen. Ist doch der Bau
»on vier Treadnoughtschissen vorgesehen, während üser—
zies noch die Retlegung von vier weiteren vinienschiffs—
reuzern derart vorbereitet werden soll, daß diese Schiffe
am 1. April 1910 den Werften bereits in Auftrag gege—
ben werden können. Es handelt sich also um eine eng—
lische Flottenverutehrung von acht großen Schlachtschiffen
für die Front. Hierodei ist obendrein zu berücksichtigen, daß
erst in diesem Jahre eine größere Reihe von den dreizehn
dampischiffen, die zu Veginn des Etatsjahres noch im
Bau waren, zur Ablieserung gelangt ist. Die Versch'eb—
ung des Baues der vier großen Schlachtschiffe bis zum
Beginn des Etatsiahres 1910 ist zum Teil nur auf den
Umstand zurückzufuhren, daß die Werjten reichlich mit
Bauauiträgen zurzeit versehen sind, andererseits will man
unicht gleichzeitig acht Schisse in Auftrag geben, die in der
Haupisache jeht nach denselben Konstruktionsbedingungen
gebaut werden müßten. Arbeitet man gegenwärtig doch
gerade erst wicder neue Pläne für den verbesserten Dread—
nought-Typ aus, die auch die Frage der abermals ver—
stärlien artillerisüschen Armierungen lösen sollen.
Der Frage der Vermehrung der geschützten Kreuzer
wendet man nach wie vor in England die vollste Auf⸗
merksamkeit zu. Erst für 1908 —509 wurden sechs Spaäh—
treuzer gefordert; und diese Forderung wiederholt sich im
neuen Budget, so daß in zwei Zahren eine Vermehrung
yon zwölf Schifsen für den Aufklärungsdienst erfolgen
wird, selbst wenn man die Limienichitiskreuzer außer An—⸗
iatz läßt.
Von Wichtigkeit ist es serner, daß die englische Ad—
niralität anstrebt, das Bautempo der Neubauten derart
u beschleunigen, daß die jett angeforderten Schiffe be—
reits im März 1912 ablieferungsbereit sein werden; auch
die vier Panzer, deren Bau noch vorbereitet wird.
Während man neuerdings noch den Ausbau der Tor—⸗
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auf 20 für 1909 -10), hat man die neuen Forderungen
iür die Unterseeboote etwas verringert; immerhin beira—
gzen sie noch 10 Millionen Mark, obgleich die englische
Unterseebootsslotte an Zahl der Fahrzeuge jede Auslandsmarine
um ein Gewaltiges übertriit.
Volitifche Ruudschanu
Deutsiches Neich.
*Die Novelle zum Strafgesetzbuch, die nunmehr dem
seichstage zugegangen ist, brinugt neue Bestimmungen über
daus friedensbruch, Arrestbruch, Siegelbruch, Vereitelung
er Zwanzsvollstreckung, Tierquälerei, Beleidigung, Kin—
er⸗Mißhandlung, geringfügige Diebstähle und Unter—
hlagungen, sowie Erpressungen. Die Begründung stellt
est, daß die Novelle nur provisorischen Charakter hat und
ine Anzahl dringender Uebelstände für die Zeit bis zum
zustandekommen einer umfassenden Reform befeitigen wis.
* Prosessor Adohf Wagner sprach am Montag im
Augusta⸗Viktoria-Saal in Berlin über die Reichsfinanz—
eform. Da der Saal üderfüllt war, behandelte Profes⸗
or Delbrück gleichzeitig dasselbe Tyema in den Spichern—
daien. Die letztere Versammlung wurde später durch en
nen Polizeileutnant aufgelöst.
* Die kaiserliche Jacht „Hohenzollern“ hat die Werft
erlassen, um Probefahrten und die letztin Arbeiten zur
Instandsetzung vorzunehmen.
* Krupp errichtet eine Fabrik für Schießbaumwolle in
Dexiko. Die Armierung der mexikanischen Häfen mit
nodernen Geschützen wird ebenalls von deutscher Seite
»ingeleitet werden.
Frankreich.
* Wegen der jüngsten Zwischenfälle in Toulon traf
nuf telegraphische Anordnung des Krieasminifters Divi—
ions⸗General Ferer on ir Reie
Italien.
*Wie verlautet, wird in der ersten Sitzung der Kam⸗—⸗
ner, Kabinettschef Giolitti den Rücktritt des Mi—
usteriums belannt geben, um die Bildung eines neuen
dabinetts zu ermöglichen. Diesem sollen Fortis und
Marcora angehören, während Tittoni sein Wortefeville
nicht wieder übernimumt.
* Unter besonderen schwierigen Umständen geht die
Wahl des belannten Deputiersen Tirmeni vor sich.
die radikalen Parteien bekämpfen sich mit Dolchen und
stevohvern. Ein Journalist wurde bei den Wahlde—
nnnitrationen mit einem Rasiermesser schwer verwundet.
Wersien.
s Die andauernde Gärung im Reiche veranlaßte den
Zch ah, Vorkehrungen zur Beruhigung des Landes zu
trefsen. Ein zu diesem Zweck unter dem Vorsitz des Prin—
en Saib es Saltaneh abgehaltener Ministerrat sprach
ich dagin aus, Stadtbürger verschiedener Klassen mit der
lusarbeitung vvon Grundlagen einer Konstitu—
i onm zu betrauen. Der Schah genehmigte darauf den
borschlag des Ministers des Aeußern, einen Bürger—
rat von 60 bis 70 Personen zu ernennen, welcher mit
seinen Arbeiten in den nächisten Tagen beginnen ioll.
Josene
»nu Wwe., [9 Dudwesler am Mart.
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