worden. Am nächsten Tage wurde fur jede aufgefischte
Leiche von den Behoͤrden eine Belohnung von einem Dol—
ar ausgesetzt, und es sind auf diese Weise drei- bis vier—
hundert Leichen aufgesischt worden, die vor dem Polizei—
gebäude aufgebahrt wurden, um von ihren Angehörigen
abgeholt zu werden. Wie viele umgekommen sind, kann
nicht festgestellt werden, da die siarke Strömung sicher
eine große Zahl weit den Fluß hinuntergetrieben haben
wird. Unter den geborgenen Leichen sind sehr viele als
die von hohen chinesischen Beamten und reichen und am
zesehenen Leuten festaestellt worden
Corales uno Bermitschre⸗
Dudwieiler, 11. Maärz.
Vor der Strafkammer in Saarbrücken hat gestern der
zroße Prozeß, betreffs Ducchstechereien auf Grube Göttelborn,
zegonnen. Angeklagt sind 11 Beamte und 19 Bergleute.
Als Zrugen sind Herr Berginspektor Hörnecke und 103 Berg—
jeute geladen. Für die Dauer des Proztsses sind 4 Tage
in Aussicht genommen.
8 Auf Grube Camphausen wurden gestern morgen bei
Sprengarbeiten ein Mann gerötet und zwel verlttzt.
F Herr Vorsteher Enak von Grubenstation Dudweiler ist
nach Sulzbach versetzt. Der Bahnhafsoerwaller Meyer aus
Daua ist an dessen Stelle nach Dudweiler Grube ernännt.
8Die Gründer des Verbandes der Ortsiuteressen Vereine,
deren Berfammlung vergangenen Sonntag im „Nähkörcochen“
u St. Johann stattfand, haben beschlossen die von Dud—
veiler aus einberusene Versawmmlung füt den 21. März im
Tannhäuser“ zu besuchen. Es soll versucht werden, eine
binigung sämtlicher Ortsintecessen-Vereine im Saargeblet zu
xzielen.
* In Sulzbach haben sich 38 Geschäfte, in Alienwald
10 und in Hühnerfeld 1 Geschäft faär Einführung des 8-Uhzr.
Ladenschlusses erklärt. Diese 49 Geschäfte bilden eine
Wberaua große Mehrheit; es wären zur Einsührunz nur 37
Zusagen erforderlich gewesen. Damit ist in der Bürgec—
neisterei Sulzbach die Einsührung des 8-Uhr-Ladenschlusses
zesicheri.
F Vor Schrecken ergraut. Ein Leser erinnert zunächst
in eine Reihe von historischen Vorkommnissen: Maria Au—
oinette in der Nacht nach Verkündigung des Todesurteils
und Jahn als 28iähriger nach der Nachricht von die Nieder⸗
lage bei Jena. Bodenstedt erzählt in seinen Lebenserinne—
cungen, Major Juagmann, der Held von Eckemförde, den
er schwarzhaarig kennen gelernt hatte, sei bei einem späteren
Besuche von ihm grau gefunden worden. Jungmann habt
zesagt, er sei während des fürchteruichen Geschützfeuers bei
kckernförde ergraut. Borelli erwähnte einen französischen
fzdelmann, der bei der unvermuteten Abführung in die Bastille
srau wurde. N'colaus Florentius erzählt dasselbe von 2
dnaben, die infolge nächtlicher Furcht ergrauten. Scaliger
zerichtet Uber das Schick'al eines jungen Verwandien des
Herzogs von Mantua, Franz Gonzaga, der, beim Herzog ver—
eumdet, in das Gefängnis sür todeswücdige Verbrecher ab
zeführt wurde und am nächsten Morgen einen eisgrauen
rdopf zeigte. Er wurde infolgedessen begnadigt. Albert Kranz
at einen einigermaßen komischen Fall aufbewahrt. Danach
atte das Ratzeburger Domkapitel Wilpetioh, einen blutjun—
en Kleriker, zum Bischofe gewählt. Um seiner Beflätigung
icher zu seln, reiste er selber nach Rom. Wegen seiner gro—
en Jugend bestätigte ihn der Papft nicht, und nun ergraut⸗
Lilverius vor Kummer darüber. Nun zwei besser besätigte
zeispiele: Der 1860 verstorbene Regierungs- und Medizinalat
Dr. Merrem in Köln ergraute mit 17 Jahren in der
dacht aus Schmerz über den Tod seiner Mutter. Er hat
3 selber erzählt. Und am 18. Februar 1858 wurde nach
inem von vielen Zeitungea wiedergegebenen Bericht des eng⸗
ichen Stabsarztes Dr. Parry das Ergrauen eines Menschen
aner halb einer halben Stunde beobachtet. Eiglische Truppen
nter General Franke hatten indische Rebellen zefangen ge—
ommen, darunter einen Sipoy von der Bengol-Armee.
Nieser wurde verhört, und da er wohl wußte, welches furchtare
Schicksal seiner harre, so war r gerade starr vor
archt. Während des Verhörs — innerhalb einer halben
tunde — ergraute sein kohl'chwarzes Haar vollstängig. In
r Greifswaler Klinik wurde 1866 das E grauen der
opfe und Barthaare innerhalb einer Nacht beieinen an Säu—
rwahnsinn behandelten 34jährigen Manne deobachtet. Die
eisten Haare waren in ihrer ganzen Ausdehnung weiß ge⸗
order, einzelne nur in ih er Wuͤrzelhälfte andere waren
aten blond und hatten eine graue Spitze. Manche waren
scheckt. Auch hier fand man an den weißen Stellen
ne Ablagerung kleiner Lustbärchen. Ueber die Ablagerung
iußert sich auch Virchows Archiv Bdo. 35. — Dr. M. P.
Berlin) — Einen besonders interessanten Fall teilt uns ein
Leser aus seiner eigenen Familie mit: Im Jahre 1888
var mein Vater in einem kleinen Orle des Westerwaldes
Berwalter in einer der vielen Pulvermuhlen der Vereinigten
Zsln-Rottweiler Pulversabriken. Wir binder wunden an
inem Samstag Nachmittag gerade von unferer Munter ge—
adet, als eine gewaltige Detonaiton die Lust erschütterte
and die Fenster zersaringen ließ. — Das einige 100 Meter
entfernte Trockengebäude war mit seinem riesigen Pulder—
vorrat in die Luft Jaeflogen! Der furchtbare Schreck —
mein Vater befand sich in der Fabril! — bewirkte bei meiner
Mutter ein ougenblickliches Ergrauen je eines fingerbreiten
8 ibres tieischwarzen Kopfhaares an beiden Schläfen.
en.
Die chinesischen Zeitungen unseres Schutzgebietes ver⸗
venden viel Aufmerksamkeitauf die Koblenbergwerke und
hre Forderung. Jede Tonne Kohlen, die ans Tageslicht
elangt, wird gezählt und berechnet, wie viel daran verdient
vird meinen die „Tsingtauet Nachrichten. Versäumt wird aber
nuf die Ausgaben hinzuweisen, auf den Arbeitslohn, der in
ie Taschen von Tausenden von Chinesen fließt. Talsächlch
Faber die chinesische Bivölkerung bei den Kohlenbergwercken
aAer Sorge ums lägliche Brot enthoben, und in der Nahe
von Fanglise macht fich ein Wohlstand geltend, wie er in
andern Teilen Schantungs nicht angetroffen wird. Nach—
denlende Chinesen sehen das auch ein und geben zu, daß der
Bergbau ihlem Lande und ihrem Volke zum Segen gereicht.
Z., Wie aus Hamburg telegraphisch gemelde! wird, hat
der Auffichtsrat der Hamburg AmerilaLinie heu e beschlosfen
—AV— Verreilung
ner Dividende ür das abgelaufen⸗ Geschäftsjahr abzusehen.
hür das Jahr 1907 wurden noch 6 b H. und für 1906
Sgar noch 10 v. H. Dividende verteilt. In diesen Vergleichs⸗
ahlen offenbart sih in krasser Weise die Ruckwirkung der
Angunsi der allgemeiuen Wirtschafislage im verflossenen Jahre,
die das Erträgnis des größten deutschen Schiffahrts⸗-Unterhmens
umso schärfer beeintcächtigte, als die Verschlechterung
æer Konjunklur internationalen Charakler hat, und besoader⸗
d Amerka sehr scharf aufgetre en ift, so daß der deutsch
merikanische Guter, und Versonenverkehr außerordentlich ge
ilten hat.
F Neunkirchen, s. Mätz. Der Plan zur Umge—
altunz unseres Bahnhofs, die gegen 11 Millionen Marl
rfordeit, liegt j zzt beim Bürgermeisterimt offen. Die
anze Anlage wird so um zebaut um mönlichtst viel Raum
ür Ranglerzweck? zu gevinnen. Die Scheffveiler Linte
vird deshalb vor Schiffweiler an Sinnercchal vorbei nach
der Redener Linie geiühtt. Bei der Abzwe gung nech Heinttz
vird eine Maschinenhalle kür gegen 30 Maschinen erbaut.
Neue Bahnsteige und Unterführungen sült den Personenverkeht
werden geschaffen Ueberhaupt wird der Babuhof ein
ganz anderes ARAugsehen erholten
6), Fola, 10. Wärz. (Han deuskammer.) dDie
ergische Handelslammer in Lennep ift wegen des frart—
ösischen Zolttarifs beim Reichsamt des Innern
orstellig geworden. Sie hat auch den Deutschen Han⸗
elstag und den Zentralverband Deutscher Industeiellen
rufzgesordert, gegen die schutzzö lernischen Absichten Frank—⸗
eichs bei der Reichsregierung Widerspruch zu erheben.
6) Hamn i. W., 10 März. (Bon der „Raßbbod⸗⸗
Zeche), Auf Zeche Radbod fand heule Morgen eine Be—
— Untersuchungsrichter
ind Vertreter der Staatsanwaltschaft Münster, der Ober—
nergbehörbe und der lokalen Polzeibehörde sitatt. In Ge—
Jenwart dieser Herren erfolgte sodann die Einsarg⸗
ung der ersten Leichen, die ziria 30 Meler vom Schacht
entfernt auf der Vervindungsftrecke zum Schacht 2 unter
zen Steinplatten gefunden wurden. Die Leichen sind,
vie der Kreisarzt festslellte, mumifiziert und völlig ge—
uchlos. Ein Gendarmeriekommando von 14 Rand
eit heute Morgen auf der Zeche stationiert. In der Unmi—
sebung der Zeche und auf dem Zechenpab herrscht voll⸗
ommene Ruhe.
G) Gelsenkirchen, 10. März. (Arbeiter fürsor⸗
ge.) Die Verwa tung der fiskalischen Gruben hat beim
Amte Buer die Genehmigung zum Vau einer Arbeiterko⸗
lonie von 400 Häusern beantragt. In der Kolonie wer—
den 1100 Familien Unterkunst finden.
6) Koblenz, 10. März. (Moch in Haft. — Das
orpsbetteidungsamt. Der Lorkomotivsührer
Löltgen ist, entgegen anderer Meldung, nischt aus der
daft entlassen worden. Seine Beschwerde gegen die län—
jere Dauer der Haft wurde abgewiefen. — Das hier neu—
rbaute Korpsbetleidungsamt wird voraussichtlich nicht sei⸗
ier ursprünglichen Bestimmung zugeführt. Der Militär—
iskus hat mit der Vergebung der Ansertieng der Mon—
urstucke an Werlgenossenschaften so gute Erfahrungen ge
nacht, daß er von der Selbstanfertigung glaubt abfehen
u müssen. Die Neubauten sollen anderen militärischen
Zwecken, wahrscheinlich der Unterbringung technischer Trup
den dienen und entsprechend umgebaut werden.
G) Bingen, 10. Barz (Ausch ein ‚Berrie b“.) In
einem hiesigen großen Kurz⸗ und Wollwarengeschäft iss
man beträchtlichen Diebstählen auf die Spur gekommen,
die seitens dort angestellter Verkäuferinnen verübt wur—
en. Haussuchungen bei Verwandten haben bereits ein
tattliches Quantum gestohlener Waren zutage gefördert;
die Untersuchung wird ergeben, wie lange schon und in
velchem Um sange der „Betrieb“ dauerte.
() Rüdesheim, 10. März. (Kheunbrückenpla n.)
In nächster Zeit wird eine Besprechung zwischen den in—
eressierten Verlretern der Kommune, des Handels und
ßewerbes von veiden Rheinufern über das Rheinbrücken⸗
rojekt Rüdesheim-Bingen stattfinden. Es soll Material
Jesammelt werden, um die Eisenbahnverwaltung von der
Lotwendigkeit dieses Brückenbaues zu überzeugen. Die
Ztraßenbrücke soll aus Mitteln erbaͤut werden, die Ge—
neinden und wirtschaftliche Vereinigungen aufbringen.“
() Manuheim, 10. März. (EEin Wo lfim Nek—
arauer Wald.) Seit einigen Tagen machte ein
Volf den Reckarauer Wald unsicher, der einem Hunde—
üchter in Neckarau entl'ef und bereits gänzlich verwil—⸗
ert war. Er tötete einen wertvollen Pinscherhund, dann
bersiel er das Pferd eines berittenen Gendacmen und
iß es derart in das Bein, daß das Pferd zusammen⸗
ürzte. Der Gendarm gab nmehrere Schüsse auf das Tier
b, jedoch ohne es zu tressen. Eine Streife auf den Wolf,
ie durch ein starkes Schutzmannsaufsgebot unternommen
ourde, war von Erfolg begleitet gewesen. Das Tier ist
ufgefaäͤhrdet und erlegt worden. Der Wolf, der 70 Pfd.
viegt, ist ein Prachteremplar. Bei der Streife wurde ein
crendetes Reh gesunden, das zweifellos von dem Wolf
ingefallen und zerrissen worden ist. Auch ein zerrissener
hase wurde aufgefunden. Das Tier hätte also dem Wild—
and noch sehr gesahrlich werden können, ganz abgesehen
avon, daß sich kein unbewassneter Spakicraänger mehr
n den Waldpark gewagt hätie.
() Wies baden, 10. März Fahrläfsige Tsöt—
n g7), ZBu dem Rodelunglüd am Chausseehause
dird mitgeteilt, daß nach dem Befunde der Untersuchung
urch die Biebricher Kriminalpolizei gegen die Ueberle—
enden ein Versahren wegen sahrlässiger Tötung eingelei—
ꝛt werden dürste, weil sie das tödlich verunglückte Fräu—
iin Neeb unter Verschweigung des Umstandes, daß die
zremsvorrichtung des Bobsleighs defein war. zur Mit—
ahrt bewogen haͤtten.
*Bu der neuerlichen Vergiftung im Virchow⸗Kran⸗
nhause wird mitgelteilt, daß die Uniersuchung über die
irsache der Erlrantungen noch nicht abgeschlossen ist. Bis
uf drei Schwestern sind sämtliche Erstantte vollständig
zieder hergestellt. aber auch dies⸗ drei verrichten ibreu
dienst.
* Zu den Unterschlaguugen des Postassistenten Küh—
zemund in Stetin isi feftgesellt worden, daß die amt—
ichen Gelder innerhaͤlb 6 Tagen unterschlagen worden
ind. Der Beamie kounte die Unterschlagungen dadurch
egehen, daß er die zur Eintragung der Bareingänge und
lusgänge bestimmten Listen fälschie. Die Gesamtsumme
er Veruntreuungen beträgt, wie jebttt sesigesiellt ist, etwa
50 000 Mark. Da es aber gelungen ift, einige Band—
uthaben Kühnemunds zu sperren. so ermäkigu sich ve—
Betrag auf 140 000 Mark.
* Zur Steinheil-Affäre. Die Witwe Steinheil rich—
ete an den Untersuchungsrichter Andree einen längeren
zrief, worin sie ihn auf Grund des letzten Verhörs er—
ucht, ste in Freiheit zu setzen. Sie stüßt hr Gesuch auf
ine ganze Anzahl Argumente, worin sie die Unhaltbarleit
er gegen sie erhobenen Beschuldigungen darlegt.
* Gerettet. Die Mannschast des bei Brest gesunkenen
Ddampfers „Mouro“ ist von einem englischen Dampfer ge—
ettet und nach Bordeaur gebracht worden.
*GEin netter Leutnani. Der belgische Leutnant Ar—
iold, der früher Distriktschef in Jagal'a im Kongostaate
var, wurde vom Kriegsgericht in Moleku im Kongo zu
12 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Es wurden ihm nicht
weniger als 22 Mordtaten, außerdem Plünderungen,
Jrandst.fungen und ondere Gramamteiten zur Last'ge—
egt.
*Erdstößze. Mehrere leichte Erdstöße wurden in der
—R verspürt. F
*Wirbelsturm. Im Saate Arlansas (Nord-Amerika)
at ein Wirbelsturm einen Sachschaden von einer Million
bollar angerichtet. Dreißig Menschen wurden g etötet,
iergig verletzt. Die Stadt Brlnasley liegt in Trümmer
* —
*
n I
Gehzsrig hineingelegt wurde der bekannke Lufw
schiffer Wilbur Wright, als er Flüge auf dem Versuchs—
seid von Le Mans unternahm. Der Vertreter einer Ki—
nematographenfabrik hatte mit seinem Apparat auf dem
Lersuchsfelde Posten gefaßt, und während Wilbur Wrigh
log, ließ er die Films abrollen, so jede Bewegung des
kühnen Vuftschiffers photographierend. Als Wilbe Wrighi
aus den höheren Regionen wieder zur Erde hinabstieg,
ging er auf den Kinematographenkünftler zu, und ersuchte
ihn ebenso höflich wie energisch, ihm die Films auszu—
händigen. Der andere proteflierie verzweifelt, aber sein
Protestieren nützte ihm nichts und schließlich übergab er
mit traurigem Gesicht dem Flugkünstler die Rolle. Zu
friedengestellt entfernte sich dieser, während der Photo⸗
graph seinen Apparat einpackte. Wilbut Wright war aber
noch nicht außer Hörweite, als hinter ihm der Ruf er—
scho.l: „Hallo, Mr. Wright, sehen Sie sich doch einmal
die Rolle etwas genauer an.“ — Der Luftschiffer folgte
dieser Aufforderung und bemerkte zu seinem nicht gerin—
gen Schrecken, daß er von dem Photographen hine mge⸗
legt worden war, denn er hielt eine noch unbenutzte Rolle
in der Hand, währeud noch am selben Abend das Pu—
blikum in einem der größten Pariser Kinematographen—
heater daß Rroriiaen — Misbnur Mriaßkt fli ger zu sehen
Humristische Ecke.
Bissige Abfertigung. Arzt: „Im August
vorigen Jahres starben in unserer Stadt die wenigsten
Leute.“ — Bekannter: „Ach ja, in dem Monat da mach⸗
ten Sie gerade Ihre Sommerreise.“
Modernes Eheleben! „Was sehe ich, Sie
vertreten Ihre Frau beim Kochen?“ „Was soll ich
denn tun? Meine Frau hült heute im Hausfrauen-Ver
ein einen Vortrag uͤber die Pflichten des Weibes“
Boshaft. „Hören Sie, Herr Doltor, ich habe ge—
stern in Ihren Gedichten e was sehr Pikanles gefunden!“
— „Das freut mich, mein Lieber. Darf ich mir die Frage
erlauben, was es warz“ MWin ausgezeichnetes Stügf
chen Limburger Kase“
—Danziger Tro st. Ein Bekannter schrieb an ei—
nen Studenten: Ihr Leiden ist sortwährender Durst, und
alles andre ist Ihnen Wurst; im Kolleg sieht man Si—⸗
aar so selten, von Ihnen mag das Liedchen gelten:
Dös is halt mein Alten
Sein vanziger Trost,
Daß ihni, so lang i leb
Sein Geid nit verrost.
Ineinem ländlichen Gasthauo⸗. Gast—
„Ich möchte eiwas essen, dann ich einen Rindsbraten be—
vuumen?“ — Kellner: „Den hammer leider nicht mehr.“
— Gast: „Also einen Schweins⸗ oder einen Kalbsbraten?“
— Kellner: „Den hammet auch nicht mehr.“ — Gast: „Ja
was haben Sie denn überhaäupie Kelluer: „Eigentli
hammer nur noch Knödeln. aber da ts auch ĩchon d'letzte
Bortion we⸗—
Sehrgut! Vater: „Werle mal auf, Hänschen! Ein
Haus hat vier Treppen, jebe Treppe 36 Stufen, wieviel
Stufen mußt Du also steigen, um in die vierte Etage zu
kommen?“ — Hänschen: „Alle!“
Vielversprechenud! Frau: „Als Du mich
Jeirateteft, versprachst Du, alle meine Bedürfnisse zu be—
treiten.“ — Mann: „Gewiß mein Schatz, das versprach
ich.“ — Frau: „Und nun brauche ich zwei neue Hüte.“
— Mann: „Das bestreinte ich eben auch.“
Ein SprachenGenie. Kaufmann (zur neuen
Korrespondentin): „Und welches sind die fünf Sprachen
die Sie beherrschen?“ — DTanie: „Die deutsche, die Au
gen⸗, die Fächer-, die Blumen- und die Briefmarkensprache.
Seineschwache Seite. Hausfrau (bei Tisad
zum Gast): „Ach, am Ende essen Sie kein Hirn?“ —
—— „Im Gegenteil. Gnädigaste. das ist meine schwach⸗
Scite!“
Ae ne ste Nachrichten aß Celegramme
Depeschen Bureau Herold.
*Karlstuhe, 11. März Großes Aufsehen erregte hie
die Vechastung des hier seit 4 Jahren anfäsfigen Arztes Dr—
Blos, der eine umfangreiche Praxis ausübt. Er soll an ver
chiedenen Patientinnen, die sich in Narkose befanden, Sitt
lichkelts verbrechen veruübt haben. Dr. Nlos ist verheirate!
und Vater von 4 Kindern.
*Zürich, 11. Mätz. Im Einvernehmen mit dem Gra—
fen Zeppelin und unter der Teilnahme mehrere bekannter
Aeronauten Europas will der Herauszgeber der „Illinois
Magtz-Zesrung“, Josef Brucker, am 27. Juli eine Ballon—⸗
fahrt von Cadix nach Spanisch-Westindien uuteruthmen Die
oute werd jene sein, die Kolumbus einst bet der Entdeckung
Amerikas verfolgte. Zeppelin und auch andere hervorragende
Neronauten haben das Unternehmen für durchführbar erklärt.
Van rechnet die Dauer der Fahrt im ungün tigen Falle ⸗
Tage, bei g ter Waetterlage 6 Tage.
*Bukarest, 10. März. Selt zwei Tagen wiltet elr
suichtbarer Schneesturm in ganz Ramänien. Der Verkehr
in ver'chiedentlich völlig unserbrochen. Das Geschäftsteben
stockt. Zahlreiche Unfälle sind zu verzeichnen. In der Moldau
sind große Ueberschmwemmungen eingetreten. Zahlreiche Eisen⸗
babalinien nd unterbrochen. Die Stadt Ritad steht unter
Waffer.
*Wien, 9. Maärz. Wie die „N. Fr. Pr.“ meldet, fand
in der Nähe der Gemeinde Gioß⸗Berskernk gestern bei der
Bestattung ines wohlhabenden Bauern ein Leichenschmaus
statt, an dem 50 Trauergäste teilnahmen. Insolge des
Alkoholgenusses waren 40 Teilnehmer schwer betrunken. 18
Personen, darunter die Witwe starben nach wenigen Stunden.
Der Zustand von etwa 20 Personen ist sehr einst. Es
ist nicht ausgeschlossen, daß der Branntwein vergiftet wa—
Die Untersuchuug ist eingeleitet.
Ausstieg des „Zeppelin 1.“
Friedrichshafen, 10. März. Das Reichs—
Luftschiff „3. 1.2 machte heute Vormitlag wieder einen
Aufstieg. Es nahm zunächfi Richtung über das Schloß
zuf die Stadt. An der Fahrt nahmen nur Militärper⸗
onen teiß. Durch den hestigen Wind werden heute grö—⸗
here Ansprüche an die Stabinität geflelli. Um 1154 Uhbr
reuzte das Luftschiff über Friedrichshafen.
— Friedrichshafen, 10. März. Das Reichs⸗
luftschiff „Z. 1* ist nͤach 13 stündiger Fahrt um 1 Uhr
unmittelbar vor der schwimmenden Halle gelandet. Um
12 Uhr war auf der Höhe von Fr'edrtchshafen mitten im
See ein Passagierwechsel vorgenonimen worden. Heute
Nachmittag ersolgte ein weiterer Aufftieg
*
—e
Schneefälle. — Lawinenstürze
Graz, 10. März. Zwischen Tarwis in Küärnken und
Pontebba in Oberitalien fuhr eine Hilfsmaschine in eine
Gruppe von Schneeschaufler n, von denen drel
zermalmt wurden.
—, BSahrein, 10. Wörz. Bis jetzt sind aus den
Schneemassen der am roirtag niedergegangenen Lawine
17 Verschuttete ausgekraben worden. Ain winroden gerettet,
werden noch vermißt. Die Retimnasarbeiten werden
inuntarrochen reeet