Full text : Dudweiler Zeitung

Cokales und Vermischtes
Dudwieiler, 10. Maärz.
8zUm eine rege Beteiligung seiner Mitglieder bei der
BZeerdignng von Kamecaden zu ermöglichen, wählte der Krie—
zerverein Friedrichsthal-Bildstack eine Deputation, die bei
hzerrn Pastor Föhr vorstellig werden soll, die Beerdigung von
deiegervereins-Mitgiiedern nachmittags vornehmen zu woller.
zDie Zahlkartenfo mulare im Postscheckoerkehr werden
etzt auch seitens der Postämter einzeln en das Puhlikom
aibgegeben, und zoar sind 10 Stück für 5 Pfennig erhältlich.
Somit ist wiederum eine Handelsverkehrerleichterung geschaffen,
za ein jeder sich jetzt diese Zahlkarten ohne große Mühe be—
chaffen kann und dadurch bei Einzahlungen an Postscheckin⸗
zaber Portoersparn'sse erzielt.
Im Nählörbchen zu St. Johann fand am letzteu Sonn—
ag eine Versammlung zwecks Gillnduag eines Ortsinteressen⸗
Lerbandes im Saarrevier stett. Vertreten waren: Fechingen,
Auersmacher, Buchenschachen-Guichenbach, Altenkessel, Völk—⸗
ingen, Wehrden, Geislautern, Pllitliuzen, Hülsweiler, Saar—
vellingen, Nalbach, Ensdorf, Griesborn, Dillingen, Sulzbach,
Altenwald-Hühnerfeld, Wemmetsweiler und Schiffweiler. Die
zeutige Versammlung wurde noch besonders dadurch lebhaft,
zaß aufangs der vorigen Woche ein Aufruf zur Gründung
»ines Verbandes der kommunalen Vereine auf der Bildfläche
rschien, der zum Anschluß aufforderie. Von den verschiede—
ten Rednern wurde die Gründung eines gegnerischen Ver⸗
zandes in Dudweiler als Quertreiberei bezeichnet. Hinter
er Gründung, die von Dudweiler ausgehe, ständen Arbeiter⸗
)rganifationen. Daß in letzteren Gegensätze beständen, sei
nicht verwunderlich, da bei Arbeiterorganisatisnen verschiedene
Prinzipien in Frage kämen — bei Ortsinteressenvereinen sei
zas ein Unding. Ein Redner eiklärte, der neue Verband
Dudwetler] gehe von dem Bestreben aus, alles Kommunale
su bevormundeu. Das seien ungesunde Verhältnisse, denn
nan könne sich doch nicht von den Arbeiter⸗Sekretären vor⸗
chreiben lassen, was auf kommunalem Gebiete gearbeitet
verden solle. Ortsinteressenvereine und Gewerkschaften müssen
zuseinander gehalten werden. Es wurde zum Schluß ein
rovisorisches Komitee gewähl:, das die nächsten Schritte in
ie Hand nimmt.
8 Ist ein Fahrgast der Straßenbahn vecpflichtet, das
sEndzte. seiuer Fahrt anzugeben? Ein Fahrgast, der die
Stratzenbahn benutzte und einen Fahrschein füt 10 Psfennig
um Umsteigen verlangte, weigerte sich auf die Frage des
Schaffners, das Endziel der Fahrt anzugeben, Daraufhin
jerweigerte ihm der Schaffner die Ausgabe eines Fahrscheines
ind veranlaßte den Fahrgast, den Wagen zu verlafsen. Der
Fahrgast erhielt darauf einen polizeilichen Strafbesehl von 3
Hark, weil er sich den Anordnungen eines Beamten nicht
zefügt hätte. Hiergegen wurde richterliche Eatscheidung an⸗
jserufen und das Szöffengericht Dortcaund entschied, daß
eder Fahrgast verpflichtet sei, demn Schaffner das Fahrziel
inzugeben; das Strafmandat wurde als zu Recht bestehend
rklärt.
8S Ein neues technisches Nebengewerbe für d'e Landwirt⸗
chaft. Die mit Unterstützung des Reichtamtes des Janern
ingestellten Versuche für ein Verfahren zur Teocknaung von
dartoffeln haben, wie wir hören, so günfige Erfolge ergeben
zaß daraus ein neues bedeutendes iechnisches Nebengewerbe
sür die deutsche Landwerischast entsteheu Lürfte. Die durch
crocknung auf ein Viertel ihres Gewichtes reduzierten Kar⸗
offeln werden dabei in feste Formen von unbegrenzler
daltbarkeit gepreßt. Die Mititärverwaltung hat bereits aus⸗
ziebige Futterversuche bei Pferder mit den Produkten des
jeuen Verfahrens und zwar bei eiuer Schwadron in Bonn
ind einer Batterie in Insterburg veranstaltet. Sie ergaben,
)»aß der Nährwert dem des Mais völlig glei hkommi. Es
önnte daher ein Drittel der Haferration durch getrocknete Kar⸗
offeln ersezt werden. Durch die auf ein Viertel herabge⸗
etzten Frachtkosten würde ein erheblich erweiterter Anbau
jon Kartoffeln ermöglicht werden, ohne daß dabei ein Nück—
jang im Getreidebau einzultreten brauchte“ Die bigsherigen
Zersuche, an denen Geheimrat Köllner⸗Mockern ein hervor—
agendes Verdienst hat, um eine noch weitere Verbilligung
es Verfahrens zu erzielen. fortgesetzt werden.
Z Fur Eltern nerböser und schwer erziedbarer junger
Rädchen. Bisher hatte man nur Verständnis und Interesse
lir die geistig Schwachen, für welche mancherlei Anstalten
ns Leben gerufen worden sind. Aber es gibt auch eine
dasse von jungen Men'schen, die zu den geinig Schwachen
niicht gerechnet werden können, die im Gegenteil oft eine außer⸗
rdentliche intellektuelle Begabung verraten und doch aller
krziehung die größtmöglichßen Schwierig'elten bereiten. In
zer Familie wird man nicht mit ihnen fertig, in ein Pen—⸗
iona passen sie auch nicht, weil ihnen dort die unbedingi
iotwendige iadividuelle Etziehnng nicht gegeben werder dann
Katlos verfallen Eltern und Erzieher von einem mißlungeren
Bersuch in den andern, bis das Schmerzenskind schließlich
uur Gesellschaft und Familie verloren geht. Dieser Not
erade in den besser situierten Gesellschaftskreisen will der Eo.
Diakonieverein in Berlin⸗Zehlendorf sich annehmen durch die
Begründung eines Pensionais in Zehlendorf für nervöse und
schmer erzichbare junge Mädchen in nachschulpflichtigem Alter
aus gebildeten Kreisen, in welchem dieselben neben individueller
Erziehung wissenschaflliche Foribildung und hauswirtschaltliche
Ausbildung ethalten.
»S8 Emes schmetzlichen Todes staib in Sulzbach das fünf⸗
gbaige Söhnchen des Bergmannes Ferdinand Abel, indem
o in ein Gefäß kochenden Wassers fiel und sich fast den gan⸗
jen Leib verbruͤhte.
zDie Herbstmansver des 8. LAemeekorpe sollen in diesem
dadre in der Gegend zwischen Koblen,j und Trier in der
ifel stattfinden.
8Friedrichsthal, s. März. In der Gemeinde⸗
ratssizunz vom 6 d. M. wurde beschiossen: 1. Die Fest⸗
etzung des Gemeinde-Haushaltsplaues für 1000 in Einnahme
zuf 401 807,20 Mark, in Ausgaben auf 401 807 90 Ntr
Ablu, 6. Marz. (Straßenraub.) Wegen Strae,
 wurde der Verpuber Halberd ) * e
zuchthaus verurteilt, weil er Auf offener Straße in el
nem Arbeiter die Uhr und 10 M.“geraubt hante einan
der Sache Beteiligter maste nangele Bepele ei
eer —3 —
) Tüsselvorf, O. März. eirats i
die Kriminalpolizei ed hier
Znarbeiter Heinrich Kringe, der als angebücher Garten⸗
frchitett seit langem einen umfangreichen Heitatsscha nde
etrieb. Cine umfangreiche storrespondenz wurde in sei
ner Wohnung veschlagnahmt. Krings hai durch sein Tici.
n große Summen erschwindelt, so von einer Dame etwa
2 000 M., von einer anderen Dame über voho an“
6) Dinuslaken, v. März. Verle gung.) Ver —
es Landsratsamtes des Kreises Ruhrort,im diegier
Agsbezirk Dasseldorf, ist von diuhrort nach Dinslalen ver,
at und dem Kreise ist der Aame irtie ine e3

jelegt worden Als Zeitpuntt fur die Verlegung ist der
. April 1909 bejtinimt worden.
) Essen, 3. Maͤrz. Gerurteilte Straßen.
äuber.) Das Schwurgericht verurteille den Bergmann
deinrich Wesierheide und den Arbeiter Heinrich Kleinc
kdampmann von hier wegen Straßenraubes, ersteren zu 6
zahren Zuchthaus, leßleren zu 2 Jahren Gefängnis.
Zie hatten am Abend des 7. September v. J. auf der
Zteeler Chaussee in Essen einen Bergmann üversallen und
hmueinen tleinen Geldbetrag, sowie Ubr und Kette ge—
aubt.
E Sagen. 8. März. GBiersteuer.) In der letzten
Stadtverordneltensizung wurde die kommundie Bier-—
ste uer mit 24 gegen 21 Stimmen an genommen.
6) Rheine i. W., 9. März. (Den Brandwun“
denerlegen. (Das dreisahrige Pädchen eines Wir.
ies siel in eine mit heißen Wasser gesütllte Badewanne
als die Rutter sich fur einen Augenösick entfernt hatte
Das Rind erlitt schreckeiche Brandwunden, denen es erlag.
() Schwelm, 9. März. Beim Baden erstisckt.)
die 17jährige Tochter des Maurermeislers August Mülle
rstickte bem Baden durch ausströmendes Gas
E) Koblenz-Rützel, 9. Marz. (Der Schuldige
um Unglück.) Die Untersuchung gegen den Heizer
röllgen, der den am 2. März mit einer Lokomotive auf
der hiesigen Station zusammengesioßenen Personenzug ge
ührt hat, ergab, daß er das aduf Haut gestellte Vorsigna
nicht beabchtet und ebenso das auf' Halt ssehende Haupt
zeichen überfahren hat.
E) Nassau (Lahn), 9. März. (Getötet.) In Nie—
derbachheim wurde nach ernem voraufgegangenem Wirissausstreit
 ein 20jähriger Bursche aus Geisig durch einen
Nesserstich ins Herz getötet.
E) Kreuznach, 9. März. Tra uriges Ele und.)
In Schauren vergiftete sich das Ehepaar Schuhmacher H.
inscheinend aus Nahrungssorgen. Sieben klenere Kin—
der beweinen die Eltern.
() Mainz, 9. Febr. (Berlof ung.) Der Bürger—
neisterei der Stadt Mainz im Großherzogtum Hessen ist
ie Erlaubnis erteilt worden, bei der öffentlichen Ver
osung von Pferden, Wagen, Pferdegeschirren und sonsti
jen Gegenständen, die mit Genehmigung der Großherzog—
ich Hessischen Landesregierung gelegentlich der am 1. Apuͤl
und 28. Oktober 1809 in Mainz sialtfindenden Pferde⸗
und Fohlenmärkte veranstaltet werden soll, auch in den
dreisen Wiesbaden Stadt und Land unß Hööost a. M.
Lose zu vertreiben.
() Frankfurt (Main), 9. März. (SeinenFreund
uesschosssen.) Im Grasfenbruch schoß der 24 jährige
Bßärtner Ulrxich Köhler aus dem Hinterhalt auf seinen
ojährigen Freund, einen Kaufmann, in der Absicht, ihn
u ermorden und zu berauben. Der Kaufniann wurde
urch zwei Schüsse in die Schulter und einen Schuß ins
Ohr schwer verletzt. Köhler wurde verhaäfiet.
*Große Unterschlagungen. Der Postaffistent Kühne—
nund in Seebach-Ahlbeck, der seit 14 Tagen flüchtig ist,
sat, wie die angestellte Untersuchung ergeben hat, seit
Jahren Unterschlagungen begangen, die eine Gesamtöhe
von 145 000 Mart erreichen.
* Seinen Major erschossen. Die Rekruten in Na—
nur sollten mit blinder Munition schießen. Einer von
hnen lud eine scharfe Patrone und schoß dem Maior
durch den Kopf, der nach wenigen Minuten starb.
* Wirbelsturm. In Arkansas sind bei einem Tornado
zahlreiche Menschen ums Leben gelommen.
* Mord. In Sunderland in der Nähe von London
vurde der Geldverlecher Hermann Cohn von Unbekann—
en in seiner Wohnung überfallen und anscheinend durch
Beilhiebe getötet. Da nichts in der Wohnung des Er
mordeten gestohlen ist, nimmtt man an, daß die Täter es
nicht auf einen Raub abgesehen haben, sondern daß an
dere Beweggründe die Mörder leiteten.
*Guter Faug. Die Polizei in Paris verhaftete ei—
nen gewissen Laura, der Mitglied der internalionalen Bande
st, die falsche Postanweisungen verfertigte und bereits
zroße Summen auf diese Weise von der Post erschwin
»elt hatte. Laura isl bereits vorbestrast und hielt sich in
Paris unter falschem Namen auf.
*Gesunken. Der Dampfer „Mouro“ aus Bilbao ist
zwei Meilen von Ziegen-Kap gesunken. Man befürchtet,
daß die gesamte Mannschaft ertrunken ist.
* Fabrikbrand. In Calmbach ist die Zigarrenfabrik
z0n Boger mit sämilichen Vorräten niedergebrannf.

Schneefälle. — Lawinenstürze.
Gunesen, 9. März. Auf der Strecke Gnesen⸗Nakel
ft infolge der riesigen Schneeverwehungen ein Perso—
tenzug entgleist. Die Lotomotive und zwei Wa—
zjen stür zten den Damm shinunter und sind
m Schnee begrabben. Die Aufräumungsarbeiten sind durch
zen Schneesturm sehr erschwert. Verletzt wurde memand
Graz, 9. März. In Lugau in Lesachtal (Kärnten)
zerftörte eine Lawine zwei Häusfer, drei Mühlen und
drei Scheunen. Acht Personen wurden qdes
btet.
Bozen, 9. März. Große Schneefälle in Cadere
erstörten die Straßen und drückten die Dächer einiger
en ein. In Prossenice wurden sieben Perso-—
gen getötet. Eine Militärabteilung wurde abge
chnitten. Aller Possiverlehr ift unterbrochen.
Rom, 9. März. Auf der Hochebene von Lizenta
iegt der Schnee drei Meter hoch. Die Ortsvorsteher ord⸗
ieten die Befreiung der Dächer von den Schneemassen an.
Trotzdem stürzten mehrere Häufer ein. In dem einen
vurden 30 Sirten verschüttet, von denen zwei
ils Seich een geborgen wurden. In' Sahoven begrun
ine Lawine elf Leute
Sine Gaftenmörderin vor dem Schwurgericht.
F SH. Beuthen (O.S.), 9. März.
Ein geradezu entsetzliches Verhältnis zwischen zwei
kheleuten und einen kaum glaublichen Grad von besuali—
cher Roheit eines Weibes entrollte die Verhandlung des
Schwurgerichts gegen die Bergarbeiterfrau Martha Mu⸗
kol, die unter der Anklage steht, ihren Ehemann mit Pe—
troleum begossen und dann angezündet zu haben. Das
Shepaar wohnte in einem kleinen Häuschen in Lipine.
Fhr eheliches Leben weist nur wenige friediche Tage
zuf, da der Schnapsteufel in der Familie herrschte. Seil
5 Jahren gab es in der Wohnung täglich Zank und
Streit. Mann und Frau brachten sich gegenseitig die
chwersten Mißhandlungen bei. Wie die Beweisaufnahme
rgab, war die Frau eine robuste Person, die Haupt—
chuldige. Unter dem Einflusse des Schnapsfes beging sie
Koheiten gegen ihren Mann, die in ihren Einzelheiten
richt wiederzugeben sind. Der viel schwächere Ehemann
var immer der unterliegende Teil. Eine Zeugin bekundete,
xaß die Angeklagte einmal mit Bezug auf ihren Mann
zeäußert habe: der Kerl ist nur wert, angezündet und
serbrannt zu werden. Diese Drohung brachte die Frau
27. September v. J. zur Ausführung. Mittags hatie
ich der Mann mii der Schnapsflasche im Arm aufs Bett
elegt. um zu schlafen. Gegen 2 Uhr erschien bei den
kheleuten eine Nachbarin, eine Frau Plonka. Diese wurde
»on der Frau Musiol jortgeschickt, um Schnaps zu holen.
Xla sie nach 10 Minuten wiederkaui, stand Frau Musion
»or dem Bett und schlug mit einer Bierflasche auf ihren
Rann ein, der jämmerlich schrie und sich mit dem Bett
eug zu schützen suchte. Musiol blutete slart am Korfe
u2 die Frau Blanfa das RWeih han ihren Opfae 5146

ziehen woltte, schlug diese mit der Bierflasche noch ein
al ihrem Manne so auf den Kopf, daß die Bierflasche
in Stücke ging. Mit großer Anstrengung gelang es end
ich Frau Plonta, die Frau von dem Boette zu entfernen
Als sie den Mann betrachtete, fiel ihr ein fitarker Petro⸗
eumgeruch auf, der aus dem Bette kam. Tas Gesich
war bis zur Unkenntlichkeit zerschlagen. Musion, der vor
her einen starken Bart gehabt hatte, war ʒetzt ohne die
sen und hatte auch keine Haare mehr. Die Frau hatt
während der Abwesenheit der Ponka dem Manne Petro
leum in das Gesicht geschüttet und dieses angezündet, bie
es dem Unglücklichen gelang, die Flammen mit dem Beti
zeug zu ersticken. — In der Verhandlung benahm sich di
Angeklagte mit großem Cynismus. Sie erklärte: „Ja, ich
habe es getan, hackt mir ruhig den Kopf ab. Es ist nu
gut, daß der Lump tot ist.“ — dDie Sachverständigen er—
klaäͤrten, daß ein strafausschließendes Moment nicht vor.
liege. Darauf pladierte der Staatsanwalt auf schwere
Mißhandlung mit Todesersolg. Nachdem die Geschwore
nen ihren Wahrspruch in diesem Sinne abgegeben hatten
verurteilte der Gerichtshof die Angekllagte zu JebnJab
ren Zuchthanus

Ueneite Navraceten uno Celegramme
Hepeschen Bureau Herold.
Münster i. Westf. 9. März. Der Sohn eines Land
wirtes wurde vor den Auagen seines Vaters von einem Zucht«
ochsen totgetreten.
*Berlin, 10 März. Für die Zwecke der Luqus-Be—
lämphung sind dem Deutschen Zeutral⸗-⸗Komitee zur Betämpsung
der Tuberkulose in den letzten Tazen namhafte Schenkunger
gemach: votden. Fürst Henckel von Donnersmarck hal
30 000 Mart, Ftau Speyer in Frankfurt a M. 15 000 M
uud Professor Dr. Darmstagedter in Berlin 3000 Mark ae
spendet.
* Brüssel, 10. März. Der frühere Leutnant Arnoid, der
Distriktchef in Insolo im Korgoftaate, wurde vom Gerichte
in Molaru im Kongostaate zu 12 Jahren Zwangsarbeit
derurtelll. Durch einwandfrete Zeugen wurde demselben nich
weniger als 22 Morde nachgewiesen. Auch sonst hat der
Leutnant, um reich zu werden, Raubereien begangen.
* Gle'witz, O. März. In dem benachbarten Pilchowitz
wurde die Leiche der 20jährigen unverheirateten Maria Jas
kulla aufgefunden, die seit Sonntag mit ihrem Liebhaber
dem Bergmann Paprotry verschrunden war. Die Leiche
wies unzähliße Messerstiche auf. Paprotny ist flüchtig. Er
hat das Mädchen anscheinend deshalb getötet, weil das Ver—
hältniß richt ohne Folgen geblieben war.
* Paris, 9. März. Das Echo de Paris bringt eint
tender ziösse Meldung aus London, wonach in dortigen amt
lichen Kreisen seit dem Rücktritt Kiamil Paschas lebhafte
Beunruhigupg herrscht, Eme österreichisch-deutsche Pariei ir
Konftantinopel setzt energisch ihre Bemuhungen fort, England
dem jungtürkischen Komitee zu entfremden. Zu diesem
Zwecke würden alle Mittel angewendet. Unter anderem
seit der Levaute-He ald, ein in englischet Sprache erscheinendes
Blatt gewonnen worden. Es stehe außer Zweifel, daß in
den leßten Wo shen der Stern des deutschen Boischaftes in
neuem Glanze eistrahle. Auch wegen der Bagdad-Bahn
chöpft man neue Hoffnung auf eine neue tuͤrkisch öderreichischt
Annäherung. Augenblicklich verfolgt man das Ziel von der
Türkei das Verspiechen zu erhalten, den eventuellen russisch
2nalischen Forderungen Miderftand zä bleisten.

As Wien, 10. Marz. Verlaßlichen, in der Oesfsentuchret!
noch unsichtbaren Anzeichen zusolge dürste ein Kabinett
Kossuth auf Basis der Fusion und der Wahlreform
die Zustimmung der Krone fiuden.
* London, 10. Maärz. Die „Times“ erfährt aus pri—
vater Quelle, daß die Meldung, die Eisenbahn und der
Haen von Laurenco Marquez sollen in britische Verwal—
tung übergehen, ungenau sei; Anlaß zu dieser Annahmé
habe vielleicht der bestehende Plan gegeben, die portu—
giesische Kolonie in den füdafrikanischen Kollbund aufzu—
nehmen.
* New⸗York, 10. März. Das kubanische Unterhaus
lehnte die Bill betreffs des Grundbesißzes der Auslän
der ab.
oà
—

*
Ausstieg des „Zeppelin 1*
Friedrichshafen, 9. März.
—Das Reichsluftschiff 8. 1“ ist am Dienstag
 aufgestiegen. Das Wetier war sehr guͤnstig. Es isi
fast gänzliche Windstille. Das Luftschiff fuhr zuerst von
Manzell über die Stadt hinweg nach Friedrichshafen und
wieder zurück. In den Gondeln befanden sich Major Sper—
ling und einige Offiziere des Luftschiffer-Bataillons. Von
den Angestellten des Grafen Zeppelin nahmen an der
Fahrt teil: Kapitän Hacker und Oberingenieur Dürr. Gra
Zeppelin seibst ist nicht mit aufgestiegen. Später unter
nahm es einen zweiten erfolgreichen Aufstiea unter Leit
ung des Grafen Zeppelin.
Eine später eingegangene Meldung besagt über den
dreimaligen Aufstieg des Reichsluinichsises im einzelner
noch folgendes:
Heute Vormittag er'solgte ein Aufstieg des Reichsluft
schiffes. Das gestrige Unwetter hatte einem prächtigen
Frühlingstage Platz gemacht; ein schwwacher Nordostwind
wehte uüber dem See. Kurz nach 9 Uhr verließ „3. 1
die Reichsballonhalle und arbeitele sich mit gewohnter Si
cherheit in die Vüfte; er nahm in zirla 100 Meter Höh
die Richtung nach dem Koͤniglichen Schlosse in Friedrichs
hafen, machte dort eine Wendung und suhr in leichtem
Nebel das Schweizer Ufer enttlang bis auf die Höhe von
Immenstadt. Nach verschiedenen, wohlgelungenen Ma—
sövern landete „3. 1* kurz vor 10 Uhr w'ieder bei der
Halle und war alsbald woh behalien geborgen. Die kurze
Fahrt war ein wohlgelungenes Mandver, dem zwischen
11 und 1 Uhr weitere folgten. Unt 1154 Uhr fuhr „3. 1*
zum zweiten Male über die Stadt weg. An der ersten
Fahrt nahmen teil: Graf Zeppelin, sein Neffe, Sag Zep⸗
elin junior, Oberingen.eur Dürr, Ingenieur Stahl, die
Luftschifflapitäne Hacker und Vau, Major Sperling, Haupt⸗
mann von J- Maurterre VDabeirho unß G44

*2*

Es ist Tatsache, daß durch die Selbstbereituug von Kognak.
Rum, Likören, Punschextrakten usw. ganz ungeahnt große Erspar—
nisse erzielt werden, und giebt es daher heute noch wenige, die sich
die bedeutenden Vorteile noch nicht zunutze machen. Wer noch keinen
Bersuch gemacht hat, säume daher nicht länger, sich die berühmten
MOriginal⸗Reichei⸗Efsenzen“ zu kaufen, denn diese sind nach
veislich die besten in Deutschland verbreitetsten und propulärsten
Man macht sich vorher keinen Begriff und wird erstaunt sein über
die Feinheit des Geschmacks und das volle Aroma der eigens her
jestellten Liköre usw., die sich von den feinsten Spezialmarken de—
Welt in nichts unterscheiden als durch den billigen Preis. Nähert
Aufklärung gibt der der heutigen Nummer beiliegende Prospekt
den wir besonders zu beachten bitten. Reichel-Essenzen sind in den
bekannten, durch Niederlagsschilder kenntlichen Drogerien, woselbß
auch die wertvolle Broschüre mit hunderten erprobten Rezepten
„Die Destillierung im Haushalt“ kostenfrei abgegeben wird und wa
nicht erhältlich, von der Fabrik Etto Reichel, Berlin 80
Eisenbahnstr. 4, zu beziehen ist. Man lasse sich jedoch nicht durch
Nachahmungen täuschen und nehme nur „Reichel-Essenzen“, die einzie
acht mit Marke „Lichthera“ sind
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.