Full text : Dudweiler Zeitung

ULummer 58 ⸗2. o9, 259, 209 und 1261. Mittwoch, den 10 März 1909. Zeitungeliste 501

23. Jahrgang.

Mit Veilagen: „Velletristische Wochenschrifte“ und
„Lustige Blätter“.

E

KAllgemeiner Anzeiger für den Zürgermeistereibez;
DZudweiler.
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monatlich 70 Pfs. frei ins Haus gebracht; bei der Post
bestellt N. 2, 25 vierteljährlich.
Die „Dudweiler Zeitung“ erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn—
und Feiertage.

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tosten 10 Pfg. die spaltige Zeile; bei mehrmaligen Inserationen
entsprechender Rabatt.
lag von J. Unterkeller
Dudweiler.
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einen Gesetz Entwurf einbringen, welcher die wirtschaftli—
chen und politischen Interessen im Auslande schützt.

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—⸗ * 3 I3
Priuz-⸗Regent Luithöld von Vauern.
(ZzZzum 88. Gevurtstage.)
Prinz-Regent Vuitpold von Bayern vollendet am 12.
stärz sein 88. Lebensjahr. Selten ist es einem Regenten
zeschieden, in so hohem Aller die Zügel der Reg'serung
ines Landes zu führen. Bei dem Prinzen Luitpold
sonimt dazu, daß sein Greisenaller von einer körperlichen
ind geistigen Rüstigteit verllärt wird, die geradezu an
Jugendsrische grenzt. Der hohe Herr kann die Lasten sei—
ies verantwortungsreichen Berufes tragen, als stände er
ioch im kraftigsten Mannesalter. Gewiß ist das ein gro—
zes Glück nicht nur sür den Prinz Regenten selbst und für
das gesamte baherische Volk, das von jeher den Ruhm
reuer Ansänglichtett an sein angestammtes Herrscherhaus
genossen hat. Aber mit dem baerischen Lande und Vocke
zrängen sich an diesem Freitage noch andere Scharen in
inbegrenzter Zahl zu den Stufen des bayer' schen Königs
hrones. Als ein echt deutscher Fürst, als ein treu deut—
cher Regent, als Träger eines wahrhaft deutschen Her—
zens gehört Prinz Luitpold dem ganzen Reiche an. So
vird sein Geburtstag nicht nur im engeren Bereiche sei—
ies Zepters mit hellem Jubel aefeiert. sondern überast
vo Deutiche wohnen.
Deutschlands Stümme werden nie vergessen, wie viel
jerade Prinz Luitpold dazu getan hat, daß das Deutsche
neich neu aufgerichtet und wiederhergestellt wurde, und
velche feste Säule seines Bestehens der ehrwürdige Ver—
veser des Königreichs Bayern immer noch bildet Im
Feldzuge 1870—571 hat der Prinz als Vertreter König
Ludwigs 2. im Großen Hauptquartier zur nächssen Un
ebung Kaiser Wilheims 1. gehört und ist namentlich
vährend des Aufenthalts in Versailles einer seiner be—
iebtesten Gesellschafter gewesen. Konnte die Führung
er diplomatischen Verhandlungen zwischen Bayern und
—AD auch dieses
dönigreichs in das Deutsche Reich gesführt haben, der
Zache nach nicht in der Hand des Prinzen liegen, so ist
ennoch ihr günstiges Ergebnis seinem persönlichen Ein—
lusse und Wirken mit zu danken gewesen, wenn auch we⸗
zig davon in die Oeffentlichkeit gelangt ift. Denn in al—
em war Prinz Luitpold schon damals, was er noch heute
st: still für sich, zurückhaltend, nie nach Ehre und Lob
irebend, wahrhaft freundlich, demütigen Herzens und
doch ein echt deutscher Fürst vom Scheitel bis zur Sohle.
Vas seiner Jugend Traͤume gebildet hatte, das durfte er
m Jahre 1870 miterkämpfen, sah er als festgegründet für
ule Zukunft vor seinen Augen enlstehen, das mächtige
deich deutscher Nation. Aber nie hat man ein Wort des
duhmes von ihm gehört, daß auch er daran mitgearbei⸗
et habe, daß es aͤuch als sein Wert mit zu betrachten
ei. Daher seine Volkstümlichleit, nicht nur im eigenen
Lande, sondern im ganzen Deutschen Reiche.
Als König Wilhelm 1. dem Prinzen Luitpold das
vohlverd ente Eiferne Kreuz 2. Klasse verlieh — es ging
vm wahrend einer Mittagstafel in größerer Gesellschaft
, da bedurfte es erst der Bitten seiner Umgebung,
iß er es auch sofort anlegte und die Glückwünsche der
einen entgegennahm. Ihm wäre es lieber gewesen. es

æhätte
 sich der Auszeichnung im sllen freuen können, ohne
daß andere erst ein Rühnen davon machten. Und doch
Jat er nie gesäͤunt, zu zeigen, wie sehr er sich freue, dies
khrenzeichen mit vielen braven deutschen Männern jeden
stanges und Standes zusammen tragen zu können, dies
zerrliche Denkzeichen echter Rameradschaft und Volkstreue
Es hat nie ein würdigeres, braveres, und treueres Herz
gedeckt. Möge ein gütiges Geschick den Prinz-Regeuͤten
Luitpold dem deutschen Volte noch lange erhalten, als
Vorb'ild seines Strebens in siiller Herzensgüte, treuem
Edelsinne und vornehmem Vlichtgefüßlf

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Italien.
* Bis jetzt eroberten bei den Kammerwahlen die So
zialisten, die bisher 26 Mandate besaßen, 30 Sitze.
In 27 Wahlkreisen stehen sie in Stichwahl mit der Aus
sicht. etwa weitere Zehn Mandate zu erhalten

England.
** In einem Bericht teilt der Vorsitzende der Glasgo
wer Handeliskammer mit, daß 50 englische Handelskam.
mern Gruspruch erhoben haben gegen den geplanten
neuen franzssischen Zolltarif, welcher gewis'—
Industriezweige Enalands ernsitlich bedroht

Volitische Ruudschau. —
Deutsches Reich.
* Anläßlich des Todestages Kaiser Wilhelms 1. begab
ich am Dienstag das Kaiserpaar zur Niederlegung ei—
ies Kranzes in das Mausoleum nach Charlottenburg.
* Generalstaatsanwalt Dr. Isenbiel, betkannt in der
Leitung der Eulenburg- und Harden⸗Prozesse, ist infolge
einer Arterienverkallung erkrantkt, so daß ⸗r seine
Amtstätigkeit vorläusig einstellen mußto
*Bei der Stichwahl im 6. hannoverschen Reichstags—
vahlkreise wurden für den Welfen von Dannenberg 13 556
und für den Nationalliberalen Dr. Heiligenstadt 10 108
Stimmen abgegeben. von Dannenberg ist somit gewählt.
* Die Kieler Wahlrechtsfrage ist in ein neues Sta⸗
dium getreten. An Stelle der Vorlage des Magistrats
iber die Abänderung der kommungalen Wahlversassung ist
om Kieler Oberbürgermeister Tr. Fuß den städtischen
Kollegien eine neue eingehende Vorlage zugegangen, in
der nach wie vor das Dreiklassen-Wahlrecht für Kiel ge⸗
ordert wird. Dagegen sind die sogenannten Rirdorfer
dlauseln und die Pflicht der Magisitrats-Kandidaten, sich
or ihrer Wahl zu präsentieren, in Wegfall gekommen.
*Die sozialdemokratische Fraktion in Hessen hat einen
Autrag eingebracht, die Regierung zu erfuchen, mit Preu⸗
zen alsbald darüber in Unterhandlunzen zu treten, ob
ind unter welchen Bedengungen eine Reßii sion des
ẽisenbahngemeinschafts-Vertraaeß in die Wede aeleitet
verden fönt—

Griechenland.
* Während die Deputiertenkammer das Fi
tanzprogramm beriet und dabei die Opposition den Rück—
tritt des Finanzministers forderte, hielt auf dem Platze
vor dem Parlament eine nach Tausenden zaäͤhlende Mengt
ein ProtestMeeting ab. Einer der Demonstran—
ten ließ eine Rakete durch ein offenstesendes Galeriefen
ster in den Saal fliegen, die in einer Loge explodierte
Es entstand eine große Panil. Zahlreiche Deputiert
ergriffen die Flucht. Die Menge zertrümmerte zahlreich—
Fenster des Parlamentsgebäudes durch Steinwürse um
Jab, als das Miilitär requiriert wurde, auf dasselbe zahl
reiche Revolverschüsse ab. Das Militär erwi
derte mit fünf Salven, worauf die Menge zurück
wich. Mehrere Soldaten wurden verwundet, zwei Jou—
ralisten durch Säbelhiebe der Kapalleristen schwer verletß

— —
Unlauterer Wettbewerb.
Die dem Reichstag vorliegende Novelle zum Geset
gegen den unlauteren Wettbewerb hat in 8 18 eine Er
veiterung des Schutzes anvertrauter Interessfen und Rechts
züter gegen unlautere Ausnutzung im Erwerbsleben für
angezeigt erachtet, indem künftighin derjenige bestraft wer
den soll, der die ihm zur Ausführung gewerblicher Auf
träge anvertrauten Vorlagen, insbesondere Zeichnungen
Modelle, Schablonen, Schnitie zum Zwecke des Wetibe
werbs, undefugt verwertet oder an andere mitteilt. Di—
Bedürfnisse weiter Industrietreise machen es jedoch not
wendig, den Kreis der so geschützten Gegenstände umfang⸗
reicher zu gestalten. Die dem 8 15 der Novelle beige⸗
fügte Begründung erkennt an, daß ähnliche Mißbräuch
wie in der Stickerei- und Spitzenbranche, die den Ansto
zu der Vorschrift des 8 15 der Novelle gegeben haben
auch auf anderen Industriegebieten vorkommen, ohne je
doch die Konsequenz zu ziehen, allgemein für die Indu
trie eine schützende Bestimmung zu fressen. Es sei in die
ser Hinsicht nur darauf hingewiefen, daß eine große Zah—
von Industrien auf der Herstellung und Verwendung von
Produlten, die auf Grund geheim gehaltenen Vorschriften
fabriziert werden, beruhen. Ddiese industriellen Rezepte und
Beheimvorschriften sind das Ergebnis sorgfältigen Pro
zierens, genießen aber, gerade so wie die Modeile und
Schablonen der Stickerei- und Spitzenbranche, keinen ur
heherrechtlichen Schuk. Insbesondere seien hier die soß

Rußland.
*Die Duma bewilligte 10 Niltionen Rubel zur Ver
vilständigung der Kriegsvorräte und Munitionen.
* Wie der „Petit Parisien“ erfaährt, schweben augenblick—
ich ernste Verhandlungen zwischen den Eigentümern des
enkbaren Luftschiffes, Ba pard und der russi—
chen Regierung. Am Dienstag machte das Luft
chiff drei Aufstiege mit russischen Offizieren an Bord,
velche in der Lenlkung unterwiesen werden. Heute,
Mittwoch, sollen wieder Veriuchsaujftiege unternommen
verden

Frankreich.
*Wie verschiedene Pariser Blaͤtter melden, werden
lehrere Abgeordnete anläßlich der Beratung des neuen
zolltarifs einen Antrag in der Kammer einbringen des
znhalts, die Regierung mge die Debante p7
            
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