Full text : Dudweiler Zeitung (22.1909)

Tokales und Bermißehres
Dudweiler, 4. März.
* (Polizei-Bericht). Eine Fran aus Herrensohr wurde
vegen Unterschlagung zur Anzeige gebracht. — Gefunden
vurde ein Schlüssel mit umlegbarem Messingguss. Der Ver—
ierer kann denselben auf Zimmer 13 im Rathaus in
kmpfanz nehmen.
* Eingesandt Wie aus dem Anzeig?ateil ersichtlich, findet
im nächsten Sonntag abend eine zviite Aufführung von
Jungmanns „Auf der Wildburg“ im Nassauer Hof stait.
Bekanntlich wurde dasselbe vor einigen Wochen mit großem
vcfolg vor ausverkauftem Hause aufgeführt und komm:t der
dlub Fidelia durch diese Auffuͤhrung dem Wansche vieler
Thraterfreunde entgegen. Es set an dieler Stelle noch
darauf hingewieser, daß eine nachmal'ge Auffüübrung ausge⸗
chlossen ifß
Die „Neunkirchener Zeitang“ schreibt nnterm 1. März:
Bekanntlich ist das Vertragsverhälinis zwischen der Saarpost und
grem Chefredakteur gelöst worden und Herr Meurer, der frucht—
are Agitator für die christlichen Gewerkschaften und deren Blatt,
ie Saarpost, muß sich anderweitig umsehen. Daß Herr Meurer sich
iicht so gutwillig vor die Türe setzen ließe, war vorauszusehen;
es erscheint auch nicht verwunderlich, daß er die undankbare Saar—
»ost-Gesellschaft durch Gründung eines neuen Gewerkschaftsblattes
1bzutrumpfen versuchte. So leicht, wie er sich dieses Unterfangen
vohl gedacht haben mag, ist es indeß doch nicht, das beweist fol—
zendes Zirkular, welches der Gewerkverein christli her Bergarbeiter
Reutschlands vor einigen Tagen versandt hat. Es lautet:
Essen-Ruhr, den 23. Februar 1903.
An die Zahlstellenvorsitzenden.
Herr Redakteur Meurer beabsichtigt, an der Saar eine neue
zeitung zu gründen. Obschon die Gründung eines solchen Unter—
iehmens an sich den Zentralvorstand des Gewerkoereins nichts an—
zeht, dürfen wir hier nicht länger untätig zusehen, da ein neues
zeitungsunternehmen für die Bergarbeiter an der Saar nicht nur
öllig überflüssig ist, sondern dem Gewerkverein und den christlichen
hewerkschaften überbaupt gefährlich und schädlich zu werden droht
Gründe.
1. In ganz Deutschland bis nach Schlesien hinein ist das Gerücht
erbreitet worden, der Gewerkverein und die christlichen Gewerk—
chaften hätten Herrn Meurer das Geld zur Neugründuug gegeben,
ind solle das Blatt eine Art Gewerkschaftsblatt werden.
Das Gerücht hat einen derartigen Umfang angenommen, daß
em Zentralvorstand Anfragen aus allen Kreisen Deutschlands zu—
zingen, woraus zu ersehen war, daß man den christlichen Gewerk—
haften, wie auch dem Gewerkverein, aber auch seine Mitglieder
aüßzten ja verrückt sein, wollten sie Gelder für die Neugründung
iner Zeitung zahlen, die doch minder oder mehr einen politischen
sharakter tragen und, wie das an der Saar der Fall ist, neue
zwietracht unter die bestehenden Verhältnisse schaffen würde. Noch
errückter aber müßten sie sein, wollten sie Geld hergeben für die
ßründung eines sogenannten Gewerkschaftsblattes. Sollte der Ge—
verkverein einmal in die Lage kommen, ein täglich erscheinendes
zewerkschaftsblatt haben zu müssen, so würde er nicht das Geld
sierzu einem andern geben, bezw. leihen, damit derselbe mit Ge—
oerkvereinsgeld Gewerkschafts-Politik nach seinem Muster treiben
önnte, sondern er würde selbst die Gründung vornehmen und einen
einer fähigsten älteren Beamten an die die Spitze dieses Blattes
tellen. Nie würde und könnte der Gewerkoerein ruhig zusehen,
alls ein Unberufener in einem Blatte, welches er unter unseren
Bergleuten vertreiben wollte, Gewerkschaftspolitik auf eigene Faust
reiben würde. Noch viel weniger aber an der Saar, wo unsere
dameraden oft genug zu Sonderzwecken als Versuchsobjekt gebraucht
vorden sind und anscheinend wieder gebraucht werden sollen. Herr
Meurer hat selbst keinen Pfennig Geid, un es als eigenes Vermö—
jen in den Betrieb stecken zu können. Ebensowenig ist er im Stande
ine popillarische Sicherheit den Geldleihern zu geben. Da uns
ber mitgeteilt wird, er versuche vermögende Kameraden des
zristlichen Gewerkvereins als Geldgeber für seine „Asktiengesell—
chaft“ zu gewinnen, so ist dieses der zweite Grund, aus der Re—
erve 3u treten und die Kameraden zu warnen. Es ist unsere feste
leberzeugung — und sie ist uns von vielen Fachleuten im Zei—
ungswesen (nicht an der Saar) bestätigt worden —, das Unier—
iehmen wird nicht hochkommen, sondern zusammenbrechen. Mit
O bis 50 000 Mark läßt sich heute kein Zeitungasunternehmen mit
äglicher Ausgabe mehr gründen.
An der Saar aber kaun einer das fünffache Geld anlegen, so
vird er nicht hochkommen, da Zeitungen genug vorhanden sind,
ind durchaus keinen Boden für Neugründung geblieben ist, weder
‚olitisch für irgend eine Partei, noch als farbioser Generalanzeiger,
und vor allem nicht als Arbeiterblatt mit vielleicht etwas radikalem
Lharakter. Gewerkschafts- und reine Arbeiterpolitik lassen die Ge—
verkschaften sich nicht von irgend jemanden machen, der aus irgend
velchen privaten Ursachen, die den Gewerkoerein nichts angehen,
eine bisherige Stellung verläßt, sondern die macht der Gewerk—
derein, bezw. die christlichen Gewerkschaften sich selbst. Dafür wer—
den seine Führer gewählt und auch bezahlt, tragen aber auch vor
iller Welt die Verantwortung für ihre Handlungen, und nicht zu
etzt den Mitgliedern gegenüber. Der Zentralvorstand des Gewerk—
ereins warnt daher seine Mitglieder sehr ernst, kein Geld in ein
aussichtsloses Unternehmen zu stecken, damit fie später nicht uns
»en Vorwurf machen können, es sei Pflicht gewesen die Kameraden
u warnen. Diese Pflicht ist hiermit erfüllt. Wir warnen aber
iuch aus dem Grund, daß wir für uns das Blatt nicht nur für
berflüssig halten, sondern weil unsere Gegner schon jetzt auf der
dauer stehen, um die Neugründung als ein Mittel zur Bekämpfung
zes Gewerkvereins zu gebrauchen. Heute steht der Gewerkoerein
inig uno stark da, er besitzt großen Einfluß in ganz Deutschland
uf die öffentliche Meinung. Im Saarrebier haben unsere Kame—
aden durch ihr großartiges Besspiel von gewerkschaftlicher Schulung
ind Disziplin sich zu einem Machtfaktor gegen dalle Anstürme der
Fachabteiler und Sozialdemokraten entwickelt, die Arbeitervertreter—
osten besetzt. Soll nun um eines einzigen Mannes willen, der in
iner solchen Gründung sein Fortkommen suchen will, wieder die
aarbergarbeiterschaft und vor allem die Kameraden des Gewerk.
ereins das Versuchsobjekt darstellen? Nimmermehr darf dieses
eschehen und wird dieses nicht geduldet werden.
Es sei hier noch festgestellt, daß die Saar-Post hier keine
zchwenkung vornehmen wird, es ja auch nicht kKann, da der Ge—
perkverein ganz andere Geldmittel zur Verfügung hat, um eine
zeitung im Falle der Schwenkung zu gründen, als Herr Meurer
Nochmals, wir ersuchen alle Kameraden, ihre Finger und ihbr
Beld aus dem Spiele zu laffen.
m Mit freundlichem Glück auf!
Dder Zentralvorstand des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter.
Koͤster. Kühme Effert Behrens Tipp. Obel. Gadamaku
Irthen.
8Sulzb,ach, 2. März. Der Gemeindehaushalteplan
ato 1909 urde festgesetzt auf die Gesamt-Finnahme von
332 030 Mk, Gefamt⸗Ausgabe von 582 030 Me.
Eiverseid,8. Marz. Qualvoller Tod.) Eine
3 Jahre alte Witwe, die im Erbschloestift wohnte, wollt
ich am Ofen erwärmen. Ihre Kleider fingen Feuer und
Jetieten in Brand. Obwohl sosort Hilse zur Stelle war,
rittt die Frau doch so schwere Brandwunden, daß ihre
Ueberführung ins städtische Ktaankenhaus nötia war Dort
it sie ihren Verletzungen erlegen.
) Mülheim Gluhr), 3. Wiärz. Gergmanns-9
 8.) Auf der Zeche Humboldt bei Heissen ereignete sieh
in schwerer Unglüdsfall. Beim Beladen eines Brems
Jestells mit Steinen hatten sich vier Bergleute hinter das
zere Gestell begeben, als das Seil riß und die vier Per—
onen mit dem schweren Wagen den Brensberg hinabausten.
 Zwei Personen waren sofort vot, die zwei an—
deren wurden ins Krankenhaus in Essen geschaffi. Von
diesen ist die dritte Person bald nach der Einlieferung ge
lorben, während die letzte hoffnungslos darnieder liegt.
7 Koblenz, 8. März. (gum Eisenbahnun
asck) Das Eisenbahnungluͤck ereignete sich bei der Ein—
Ahrt des um solns ühr an Kobleng Lüten falligen ver
onenzuges. Gegenüber der Guterabferngung von Kob—
enz⸗ Lü bel stand eine leere Rangiermaschine. Sei es nun,
die Weiche nicht richtig stand, oder die Maschine zu
ei gefahren war, der Zug stieß auf die Mafchine uuͤd
nurchtbarem Krachen vrang die uamichin—48

eichte Rangiermaschine, wayrend die nachfolgenden Wa
en zersplitterten und sich zusammenschoben. Von dem
ostwagen und dem Güterwagen ist fast nichts mehr zu
ehen. Die folgenden Personenwagen bäumten sich in
ie Höhe und wurden zerdrück. Gräßliches Jammerge
hrei erscholl. Hilfe war sosort zur Hand. Die unver—
etzten Insassen des nur schwach besetzten Zuges verließen
n wilder Panik den Unglücksort; die Verletzien wurden
n kurzer Zeit geborgen; die meisten Verletzte sind Bahn
edienstete. Da mehlere Geleise gesperrt waͤren, erlitt ver
zugverlehr eine Stochung, die indes bald durch Umleitung
iber die anderen Geleise behoben war. Aerzte und Reti—
ingswagen waren alsbald zur Stelle. Von der Feste
Franz tam das Militär zu Hilse. Die Verletzten kamen
neist ins städtische Hospital. Die Ramen der verunglück⸗
en Personen sind folgende: Tot sind Schwemmsteinfa—
rilant Ollig und Frau aus Weißenthurm und der 20jäh⸗
ige Schüler Rintz aus Kettig bei Weißenthurm: leich
nerletzt sind der Zugsuhrer Lenrahn, Packmeister Wisktit
hen und Wagenmeiiter Winkens, sämtlich aus Bonn; er—
eblicher vertetzt sind die Eisenbahnschaffner Mils und
dauertz aus Koblenz-Neuendorf. Außerdem sind noch —
ßersonen unerhedlich verletzt worden. Der Lokomolivfüh
rer des Personenzuges ist verhastet worden. Dieser er—
lärte jedoch, unschuldiz zu sein. Das Unaglück sei auf
das Versagen der Bremse zurückzuführen.
) Braubach (Rheinn, 3. Wärz. (Unglücks fäll e)
Fine 70jährige Haushälterin wurde als verkohlte Leiche
in ihrem Schlafzimmer ausgesfunden. Im Nebenzimmer
ag halberstickt ihre 74jährige kranke Herrin. Auch sie ist
urz darauf gestorben. Aus dem Osen gefallene g ü⸗
jende Kohlen, die den Teppich und Fußboden in Brand
etzten, sind anscheinend die Ursache des Unglücksfalles. —
Im nahegelegenen Fachbach stürzte ein Landmonnaeus
der Bodenluke und war sosort tot.
) Bingen, 3. März. Hafenvergrößerun g.)
Im Laufe dieses Jahtes wird der hiesige Winterhafen
zurch Anlage einer 90 Meter langen, steilen Kaimauer
ergrößert. Man erwartet von dieser Vergrößerung der
daianlagen eine erhebliche Zunahme des Hafewerkehrs.
() Kreuznach, 3. März. (Besuch Frau Tso sel—
s.) Frau Toselli, die ehemalige Krouprinzessin von
Sachsen, wird in diesem Sommer in einem nahen Sool
zad Aufenthalt nehmen.
Berlin, 3. März. Jufolge des andauernden und
heftigen Schneesalles hatten im Laufe des Nachmittags
die Verkehrs-Schwierigkeiten ganz erheblich zugenommen
In fast allen Stadtteilen stockte der Bahn- und Fuhr
verksverkehr und in den Hauptstraßen wurde der Betrieb
»er Straßenbahn durch Fuhrwerte, die nicht von der
Ztelle kamen, teilweise lahmgelegt. Die Zahl der Um
älle infolge der Glätte ist sehr groß. Fast alle Unfall
tellen wurden von Personen in Anfpruch genommen, die
urch Sturz Verletzungen davon geträgen hatten. Im
yanzen mußten etwa 560 Personen wegen eruttener Fio—
henbrüche, Verrenkungen ꝛc. vom Platze getragen werden
Berhin, 3. März. Aus dem Rheinland wird ge
neldet: Ein Tischlermeister aus Lüdenscheidt, der sich im
Schneegestöber verirrt hatte, wurde erfroren aufgefunden
— Ein Arbeiter aus Weidenau hatte sich zum Schutz ge—
jen die Kälte auf einen Hausen von heißen Schlacken
aus dem Sieghütter Eisenwerk niedergelegt und wurde
öllig verkohlt aufgefunden.
luigz res au, ige März. Die Eisenbahndirektion teilt
mit, die Ziedertalbahn hat den gesamten Betrieb auf der
zanzen Strecke Landeshut-Albendorf wegen Schneeverweh
ing auf unbestimmte Zeit eingestellt.
Dresden, 3. März. Bei heftigem Schneegestöber
wurden in der Richtung Freiberg-Dresden mehrere hei
ige Erdslöße verspürt.
Göttingen, 3. Marz. Riesige Schneemassen sind
in Südhannover niedergegangen und verursachen erheb
iche Störungen des Eisenbahnverkehrs.
Kafsel, 3. März. Insolge des außerordentlichen
Zchneegestöbers, zu dem Tauwelier eingetreten ist, be—
ürchtet man neue Ueberschwemmungen. Der Neuschneé
liegt in den umliegenden Bergen teilmeise bis zu einem
Meter Höhe.
Bamberg, 3. März. Unsere Stadt hatte schon
eit Jahrzehnten keinen so siarken Schneesall mehr wie in
den letzten Tagen. Seit Sonntag bis heute Mittag hat
3 ununterbrochen geschneit. Jedwede Bautätigkeit ruht.
Auch die wenigen Notstandsarbeiten, die vorgenommen
verden konnten, mußten unterbrochen werden Die Ar
heitslosigkeit ist seyr groß. Man befürchtet allgemein eir
voch viel schlimmeres Hochwasjser als das jüngste
das doch unermeßlichen Schaden angerichtet hat. Es wer
den schon allseits die nötigen Vorkehrungen getroffen.
Mailand, 3. März. Die Eisenbahnunie Boloo9
na⸗Florenz ist wegen Schnee-Verwehungen unterbrochen
hier sind alle römischen Züge dieser Caupttinie aus ge
olieben.
*WMtord und Selbstmord. In der Krämerstraße il
Zannover hat sich ein blutiges Drama abgespielt. Der
dortige Inhaber eines Fischgeschäftes, der aus Ludwigs
zafen in der Pfalz stammende 30jährige Bautechniker O
Feinder, tötete seine Geliebte, die als Verkäuferin bei ihn
zätig war und fich selbst durch Revolverschüsse.
*Geflüchtet. Der Bisouterienfabrikant Wilh. Crece
ius ist von Pforzheim in weiblicher Begleitung unten
Mitnahme einer großen Partie Brillanten und Goldwa
en, die er sich durch falsche Vorspiegelung verschafft hat
owie von etwa 453 000 M. Bargeld, das er ur vd
Firma erhoben hat, geflüchtet.
*Gerettet Die von einer Lawine in Jnnsbruck ver—
chütteten 8 Offiziere und 20 Mann von den Kaiserjägerr
iind durch eine militärische Hilis-Exved'tion gereitve“
worden.
* Automobilunfall. Aus Bayonne (England) wird
zemeldet, daß dort Alexander Goschen, der Entel des eng
lischen Botschafters in Berlin, nebsi Familienangehöriger
das Opfer eines schweren Automobil-Unfalles geworder
ist. Das Automobil fuhr gegen einen Baum und zer
schellte. Alle Insassen wurden sehr schwer verletzt.
*Neuer Ozean-Rekord. Der englische „Ozean-Wind
und“, die „Maurentia“, hat abermals einen Rekord auf—
gestetlt. Sie erreichte die Höhe des Leuchtturms bei
üreensstown um 9 Uhr 47 WPin. Das war vier Tage, 20
Ztunden und zwei Minuten nach der Nhiqghet von New
hork.
*Wilbur Wright geht nach Italien. Wilbur XV
vird gegen Ende April in Rom erwartet, wo er wäh—
tend eines Monats Aufstiege unternehmen soll. Der Papsi
oll aus diesem Anlaß den Wunsch ausgedrückt haben,
en Amerikaner in den vatikanischen Gärten fliegen zu
ehen. Wright erhielt allerdings bisher leine offizielle
kinladung, äußerte aber, daß besondere technische Schwie⸗
igkeiten der Erfüllung des päpsilichen Wunsches nicht in
Vege stünden.
*Erdbenen. In Peholkeo (Türkei) hat ein Erdbeben
attgefunden, durch das das Dorf Marsan in der Nach—
arschaft von Jerusalem zerstört worden ist. Ueber 150
bersonen haben unter den Truͤmmern des Dorfes ihren
dod gefunden.
* Erplosion. In einer Kohlengrube bei Port Grif
ith in Pennsylvanien erfolgte eine Explosion schlagender
Wetter. Von der überraschien Tagesschicht wurden 70
zeraleute gerettet BRisher wurden 2 Tosse vebergen.

Nenueste Nachricehten und Telegramme
Depeschen Vureau Herold.
* Pforzheim, 3. März. Der Bijouterienfabrikant Wilh
Crecelius ist von hier in weiblichetr Begleitung u ter Mii—
nahme einer großen Partie Brillanten und Goldwaren, dee
er sich durch falsche Voispiegelung verschafft hat, sowi? von
etwa 453 000 Mark Bargeld, das er sür die Firma ethoben
hat, geflaͤchtet.
*Friedrichshafen, 2. März. Gestern ist mit der Fullung
des Zeppelin 1 begonnen worden. Bei gunstiger Wuterung
findet nun, Tie das „Seeblatt“ berichtet am Mittwoch oder
Donnersiag ein Aufftieg mit Zeppelin 1 ssiat, und zwar
wird diesmal die Führung des Ballsns in den Händen vor
Offizieren liegen. Mit der Bediennag der Möoiore werden
die Maschinisten des Großschen Ballons betraut weiden. Das
neue Laftschiff Zeppelin 2 gehl seiner Vollendung entgegen
*Berliu, 3. März. Gegenüder der Blättermeldung, daß
die Wittwen der Oofer von Radbod einen Dortmunder
Rechtsanwalt beauftragt haben, gegen den Kronptinzen und
den Oberpräsidenten von Westfalen die Klage wegen Heraus—
gabe der gesammeltien Unterfützungsgelder zu etheben, erklärte
im Auftraze des Kronprinzen dessen Hofmarschall Graf von
Bismarck einem Vertreter des Berliner Tageblattes Folgendes
Der Kronprinz übergab dem gesetzlichen NAusschusse da: Ver—
fügungsrecht der bei dem Schaffhausener Bankoerein deponier—
ten Summe, die dann von der Bank an die Sparkasse der
Stadt zur Verfügung des Ausschusses überwiesen wurde.
Mit der Uebergabe der Summe an den gesetzlichen Arbeiter—
Ausschuß war jegliches weiteres Verfüguugstecht seitens dee
Kronprinzea erloschen. Der Kronprinz war niemals Pra—-sektor
 oder Ehrenpräsident des Zentral Komitees für die
Hinterbliebenen der auf der Zeche Radbod verunglückten
Beigleute.
* Berlin, 4. Mätz. Nach jahrelanger Voruntersuchung
ist jetzt der Termin in dem Pcozeß gegen den Bankier Fried—
berg und seinen Geschaftsführer Bohn auf den 26. März
vor der Strafkammer des hitsigen Lundgerichts 1 anberaumt
worden.
* Altona, 3. März. Beim Rodeln stürzte ein 18jähriger
Primaner einen Abhang hinab und war sofort tot.
*Berlin, 4. März. Gegen die Berusung Mahlings
zum ordentlichen Prosessor der praktischen Theologie an
der Universität Berlin beabsichtigt die Fakultät beim Kul
tusministerium zu protestieren.
* Budapest, 4. März. Die Biätter kommentieren die
Vorgänge im Bankausschuß dahin, daß sich ein 3Zwie—
spalt zwischen den Parteien der Koalition ofsenbart
habe. Ein großer Teil der 48er unter Führung des
Präsidenten Fusth und des Abgeordneten Hallo bekämp
die Kompromißverfuche der Regierung in der Bankfrage
die von den auf der 67er Basis stehenden Mitgliedern der
Koalition unterstützt werden. Die Gerüchte über den Aus—
bruch einer Ministerkrisis bestätigen sich nicht.
*Paris, 4. März. Aus Oran wird berichtet: In Dou
nasle wurde eine aufrührerische Bewegung entdeckt, »die
von Eingeborenen ins Werk gesetzt wurde. Der Gemein—
devorsteher Barret überraschte gegen 11 Uhr abends in ei
nem Nebengebäude der Bürgermeisterei drei Eingeborene,
welche im Begriff standen, Wafsen und Munition, welche
dort aufgespeichert waren, zu siehlen. Einer der Einge
borenen seuerte einen Schuß auf den Bürgermeister ab
vodurch dieser schwer verletzt wurde. Eine Anzahl be
rittener Truppen verfolgte die Diebe.
*Madrid, 4. März, König Alfonso wird bei
seinem bevorsitehenden Besuch der Küste Marokto und
Besichtigung der spanischen Festung Ceuta von den um—
wohnenden Stämmen festlich begrüßt werden.
* Graz, 4. Marz. Aus dem ganzen Alpengebiet treffen
'ortgesetzt Unglücksbotschaften ein. Die niedergegangenen
gewaltigen Schneemassen haben enormen Waldschaden veir⸗
ursacht und Verkehrsstörungen hervorgerufen. Auch zahlreiche
Personen haben ihr Leben eingebüßt. Bei Villach hat ein⸗
Lawine 8 Männer verschüttet und unter sich begraben.
* Rom,3 März. Von den Höhen des Vlcentin bei
Belluno stuezte eine Lawine herab und verschütete 8 Bauern⸗
häuser, in denen sich 13 Personer, nämlich 4 Greise, drel
jüngere Münner und 6 Kinder befanden. Von Bellunn iñ
ine αα«

— ——— —,t r — —
Mag igt eben eile böse Deit, Fran Mültller —
2AIietzt nicht mehr Winter und doch auch nicht Sommer. Wer
da nicht fest ist, holt sich leicht einen tüchtigen Knachs. Dem
Himmel aber sei Dank — bei mir ist alles gesund. Ich
habe stets Fays ächte Sodener Mineral-⸗Pastillen im Haus
„und, bei mir hören sie nie einen Husten und so recht erkäl
tet sind, wir nie Fays, ãchte Sodener siud ben winug
kleine Wunderdinger.“ Und billig: nunr 88 Pfg. die Schach
tel, die man überall kaufen kKann. Lassen Sie sich“ aber
unter keinen Umständen irgend eine Nachahmung aufhängen,
—9 —
Tan

V— — —
Cokalverein Dudweiler
v. Roten Kreuz.
ab Morgen Freitag abend um halb 9 Uhr findet die als

Generalversammlung
im Restaurant Brenner statt, wozu die verehrs. Mitaliedo
naanz erdebensft einladet.

der Vorftand.
A. T. V. D.

Heute Donnerstag, den 4. d
8 Mts., nach dem
7 Turnen
findet im Vereinslokale Riedschr
eine
Turnrals-hihung
Fafft

— —
J —
* Daukbarkeit
deranlatzt 150
33 Lungen- und Asthmaleidenden,
berhaupt alle, die an Husten, Lungen⸗ und kehlkopf⸗Katarrh, Lnngenspitzenaffektionen
Atemnot, Heiserkeit, Lufsröhren⸗ und Bronchialtatarrheꝛc. ꝛc. leiden, sou exsuchen, mir in
hrem eigenen Inlereffe ihre Adresse mitzutelen Ich teile seden gern lediglich gegen
aaatin des Portos, mit, auf welche einfache und billige Weise mir bei meinem
chweren Lungenleiden geholfen wurde. XB. Es handelt fich nicht um ein Gebtinpie
ibermen loipieliden et ee wse
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.