2u8g nn 1261. Nontag. den 4. Jannugr 190368.
J
5
emetner Knzeiger fur den Bürgermeistereibe
Dudwoeiser.
vbacht; b d.
»ierteljahrlich.
ð* wiit Ausnahme der Sonn⸗
—XX
Die „Dudweiler Zeit.“
44
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VV —
git Zeilagen: „Welsetristische Wochensczrifte. und
Tustige RBlatter“.
h zeigen
ze Zelle; bei mehrmaligen Inserationen
hender Rabatt.
ARAnterkeller
Dd 5.“
3*
Das Ausland im Jahre 1908
aJuhr 1908 nach Christi Geburt war ein recht
iioceit igsvpolles für das Ausland. Oesterreich⸗
Ingarn hete manchen Sturm zu überstehen. In Lai—
uch lam es zu Ausschreitungen der Slowenen gegen die
eutischen, bis das Bilitär eingriff und mit Pulver und
zlei Ruhe schaftte, in Galigzien wurde der polnische Statt⸗
vrter Potocte von einenm sanatischen Ruthenen ermordet,
ind neuerbings het es die vielbesprochenen Ruhestörun—
zer in Prag gegeben, bei denen sich die Wut der Tsche⸗
hen in erster Linie gegen die farbentragenden stuüdend⸗
chen Rorporationen richtete, bis das Standrecht verkün—
»et wurde. In Ungarn hat die Regierung nun einen
*s3ntwurf zur Bahlreform vorgelegt, aber dieser ift durch
uin Pluralwahlrecht derart verunstaltet, daß eine starke
Protestbewegung dagegen einsetzte Rußland hat in
seiner drinen Tuma nun endlich erne „Volksvertretung“
nach dem Herzen der russischen Regierung erhalten, nach⸗
dem das Wahrrecht zum drittenmal beschnitten worden
var
Der Sieg Muley Hasftods über seinen Bruder
Abdul Aziz, der von den Franzosen unterstützt wurde,
am für Frankreich unerwartet. Inzwischen ist in Mas
okko Ruhe und Frieden eingekehrt und die Franzosen⸗
derrschaft scheint dort ein für allemal überflüssig zu sein.
Die marokkanische Frage wird nun bald erledigt sein,
da der neue Sultan die Verträge seines Vorgängers an—
rkennen will.
Die Republikaner in Amertka haben ihren Kan—
»idaten Taft bei der Präsidentenwahl zum Siege ver—
jolfen, aber auch die demokratische Stimmenzahl ist be—
eutend angewachsen, sodaß der Ausgang der nächsten
Vahl noch sehr fraglich erscheint. BVenezuela hat
noch kurz vor Jahresschluß mit der Tyrannenherrschaft
»es Präsidenten Caftro gebrochen und an seiner Sielle
en früheren Bizepräsident Gomez eingesetzt. Der Kon—
lnkt mit Holland wird wohl durch diesen Regierunsvechsel
friedlich beigelegt werden.
Ein Ende mit Schrecken nahm in Portugar die
diktatur des Ministerpräsidenten Franco. Er wurde in
Ingnaden entlassen, nachdem der König und der Kron—
prinz einem Attentat zum Opfer gefallen. Der jetzige
tönig Manuel stellte darauf die Verfassung wieder her.
Im himmlischen Reiche, China, ist durch den Tod
des Kaisers Kuangsu und der Kaiserin-Witwe ein Re—
rierungswechsel eingetreten, und zwar hat China jeig el⸗
ien zweiiährigen Kaiser namens Tugi, während sein Vo—⸗
er, der bekannte Sühneprinz Chun, die Regenischafi
ibernommen hat. China wird jetzi ebenfalls ein moder
ter Staat werden, ein Entwurf zur Verfafsung ist be—
ceits veröffentlicht worden.
Das Jahr 1908 ist also nicht arm an wichtlgen Er—
eignnsen. und es hat auch viele Fragen ungelöst gelafsen,
die im neuen Jahre der Erledigung harren. Hoffen wir,
»aß der Friede dabei gewahrt bleibe.
— ö
242 —2
Politische Rundschau
VDentiches »ce. berperkg
*Bei dem Nenmfahrs⸗Empfauge der Botschafter
zat der Karsfer nicht über Politik gesprochen. Er und
»ie Kaiserin unter niesten sich längere Zeit lebhaft nut
»em italienischen Botschafter Panssa uüber die Erd⸗
eben⸗Katastropheriut Südtialien.
* Der österreichische Minister des Auswartigen, Baron
Lehrenthal, brachte in einem Telegramm an den
Fürsten Bülo w dem Kaiserpaar seine Glück
vünsche dar und dankte zugleich dem Reuhslanzher für
ie bundesfreundliche Unterstütung.
s* Wie Staatssekretcär Sydow der Zalleschen Sertumg
elegraphiert, ist die Meldung eines Gerliner Korrespon⸗
enten, daß die Stellung des Staatssetretars Sy d o w
xschüttert sei, weill ihm die Durchführung der Reichs
Finanzreform unmöglich sel. vollständig gus dee
8ßuft gegriffen
* Das Reichsdefizit scheint auch im lausenden Etats⸗
sahre ein recht bedenkliches werden zu sollen. Wenigstens
ind die Einnahmen des Reiches in den ersten zwei Drit
eln des laufenden Etatsjahres um 142,1 Mill. M. hin
der dem Etatsvoranschlage zurückgeblieben. Für die Ma—
rikularbeiträge ergibt das trübe Aussichten, wenn nicht
»och noch die Reichsfinanzrejorm hier einen Wandel schaf—
en sollti,
*Die Zentrumsfraktion des hessischen Landtages hat
zei der Zweiten Kammer einen von sfämtlichen Fraktions⸗
zenossen unterzeichneten Antrag, betreffend die Witw enind
Waisenversorgung der Volksschullehrer
eingebracht, der folgenden Wortlaut hat: „Die Kammer
volle beschließen, Großh. Regierung zu ersuchen, alsbalv
dem Landtage eine Vorlage zukommen ꝛu lassen. wodurch
2 „Soll ich die Arbeit mit mir nehmen?“ fragte Lydia
Auf der Spur. eise. J n kaate Syet
e au ghene von B. 6. —8 e ich werde noch hier bleiben, bis
Schon nauc rzer Zeit ließ Frau von Som —
— —— tze Iqe 3 Un a ,— Lydia nahm den Sticrahmen und die viels Wolls
lote Lydig dem Befehie. und Alie lee den e Korridors war, schaute si
er Krone S ie in der WMeitte de orridors war, schaute sie
— 8* 55 — ——— pi ich um und sah etwas rote Wolle, die sie in dx offenen
— haste n seinc Set o stoteen Tür des Salons verloren haben mochte. Schnell ging sie
daupt, als die junge Dame eintrat, doch finster runzelte prd n e hepre dꝛ ihr Blie auß Frau pon
e die Stirn, denn Alfred stredte der Eintrelenden —* ʒ¶m merfe „die, den Rüden zur Tür gewandt, an dem
haezehrte Hand zum Eruß gegen Tischchen stand, auf das der Diener die Limonade gestell
I 4322 atte. Lydia sah durch den gegenüberhängenden Spiegel,
ee geht. Ihnen heute erträglich, beganm h die Vodehin in Schaͤchtel in der Hande Hieu
e ad a ihre Hand einen Augenblig in seiner an etbe weißes Pulber in die Limonade schut
s erna en chen ruhen. üp⸗⸗ete. Dabei schaute sie auf ihren schlafenden Suefsohn e
zt gehtngicht. ich fühle mich matt und müden, erfttund seindselig, daß Lydid kaum einen Anan
Nebte der Krante seufzend. Gern möchte ich diese Hrei unterdruüdeee,
Dwade von ir abschütteln und wieder srisch und ge⸗ Wie von Furien gejagt, eilte sie zu den Kindern in
d aeen ie —— as Schulzimmer, und sie wußte selbst nicht, weshalb ihr
och setn o S reien. 3 Iu 5*
3 ** g 4 * e 9 — —55 stürmisch pochte und sie es nicht beschwichtigen
Fald wird es Frühling — —— Was sind das für Pulver?“ rief es laut in ihrem
Xydiad wollte ihm gern ein Trostwort sagen, d — — — x
e von Soammertfeld imterbrach Jeeswpg gß ef 8* — „und warum der feindselige Blick auf den Stief
— — Sie konnte sich nicht beruhigen, und ohne es selb
, Fangen Sie lieber an zu lesen, Fräulein Fielden. vollen, faßte ————— lieinzt z ihrem e
ʒje haben nur eine halbe Stunde Zeit, dann müssen aß Frau von Sommerfeld ihrem Sohne nach dem Leben
ne wieder zu den Kindern. Hier ist das Buch.“ rachte, um durch seinen Tod sich und ihre igenez Kinder
Sie reichte ihr mit finster drohendem Blig das Buch, bereichern.
entete nach einem Stuhl und ergriff wieder ihre Arbeil. „Was soll ich tun?“ grübelte sie weiter in Angit und
Rydia nahm das Buch, doch fiel ihr Blia zunächtt danger Sorge; „aber vieleicht käusche ch wid selbjt
zuf den Kranten und heiß errdtend senlie sie die Lidetr. das Pulver in der Limonade in wahrscheinlich vom Arzi
enn Allreds Blicke ruhten, unberwandt auf ihr Sie erordnet und, ich darf auch in meinemm Derzen ooue trij⸗
ind las, bis endlich der alte Diener leise eintrat und hir igen Grund keine falsche Anklage erheben.“
en Kranlen frische Limonade brochte. Am Abend ging fie wieder in den Salom um qu
Alired lag regurgslos auf dem Sota, seine Augen Lejehl threr Gebleiein zu spielen
aten geschlsssen. er atmete rubio nd regelmanna: a Alfred schien wohler zu sein, doch brannen seme Mat⸗
Ie. hiasen. J zen, und seine dunklen Augen glänzten flebetda
taꝛi pou omrrerfeld flüstente Lodig leise zu. das er vor heiter und aubergenohalich espras.
maner gririe eu verlessen und zu den Kacern gu— Ich muß um Verreihung bithn ν
agulehren. Taun sie ich ralttb uad lete der des Lesens einschttef,“ begannꝰ er als die ler
αεαν Lα Wir sariten Roenen nor ——A —— *
Besonderes Interesse kann die Türkei für sich in
Auspruch nehmen. Das jungtürtische Komitee hat es
durchgesetzt, daß der Sultan der Palastkamarilla den Lauf—⸗
paß gab und seinem Volke ein Parlament eingerichtet
wurde. Eine unblutige Rosolution, inszeniert von den
Jungtürken, gab diesen das Heft in die Hand und der
despotische Sultan degradierte zur reinen Repräsentations—
ꝛersönlichkeit. Damit ist die neue Türkei der juüngste der
mnodernen Staaten. Der Jubel im türkischen Volke über
die Wendung der Dinge wollte kein Ende nehmen, der
er zuguterleßt durch einige bittere Wermutstropfen et⸗
was getrübt wurde. Oesierreich-Ungarn hielt die Zeijt
ve gekonunen, um Bosssnien und die Herze go⸗
vnna förmlich zu anneltieren. Obschon man in der Tür⸗
eci die beiden Provinzen schon längst als österreichisches
iqgentunt botrachtete, rief diese Maßnahme doch einen
Sturm der Entrüstung hervor. Ein Komitee organisierte
uen vollständgen Boykott der österreichischen Waren, der
rotz des euergischen Einspruches des ösierreichischen Bot
chafters bei der Pforte nicht aufgehoben wurde. Gemein⸗
am mit der österreichischen Aktion ersolgte die der Buns—
zaren, die ihren Fürst Ferdinand zum König von Bul—⸗
zarien und Ostrumelien proklamierten. Der durch Ostru⸗
nellen führende Teil der Orientbahn wurde annektiert
ind die Tributzahlung für Ostrumelien wurde seitens der
ulgarischen Regierung verweigert. Das waren natuür—
ich zwei harte Schläge für die junge Türkei, und es
erlautete, daß dadurch dem jungtürkischen Regime der
Todesstoß versetzt worden sei. Aber die Jungtuürten hiel⸗
en nach wie vor das Ruder in der Hand und schienen
ruch wenig Lust zu haben, dem Despotismus den Platz
u räumen. Durch die Balkanfrage schien ein Volker,
ingen zu entstehen, woran nicht nur die betetligten Staa⸗
en teilnehmen würden, sondern die ganze zivilisierte
Velt. Dieser Weltkrieg mußte unter allen Umständen ver⸗
nieden werden, und so hat man sich schließlich für eine
konferenz der Signatarmächte des Berliner Vertrages ent⸗
hhieden, der die Entscheidung über diese so schwicrigen
bunkte überlassen bleiben foll.
In Persien setzte ebensalls ein Verfassungsklampf
in. bei dem es aber ohne Blutvergießen nicht abging.
der Schah setzte ein Scheinparlament ein, um aber bald
zarunf die gewählten Volksvertreter ins Gefängnis wer⸗
en zu lassen. Inzwischen wühlt der Verfafsungskampf
veiter. Eine blutige Revolution hat eingesetzt, die auch
m neuen Jahre fortgesetzt wird. Der Schah hat Eng
and gegenuüber erllärt, daß er gewillt sei, eine parla⸗
nentarische Regierung wieder einzusetzen, aber man weiß
aA wie der Schah in Schah Wort zu halten pileg—
dic Witwen⸗ und Waisenversorgung der Voltsschunen
in einer den gegenwärtigen Verhältnissen entsprechen
Weile neu geregelt werde.“
— Oesterreich⸗ Ungarn.
** Das „Reichsgesetzblatt“ veröffentlicht eine Berordunm
des Gesamt-Ministeriums, wonach die Hande s- un
Berkehrsbeziehungen mit Serbien bis zun
31 Marz 1909 provisorisch geregelt werden.
*Der türtische Botschafter Reschid Pascha übern—
reichte dem Kaiser in besonderer Audienz sein Began
bigungsschreiben. — Wie das „Reutersche Ba.
reau“ von amtlicher Seite erfährt, notisizierten Eng
sLend und Rußland Oesterreich- Ungarn ihre Nn
tiahme der Vorschläge, die OesterreichUngarn nezügluig
der mutmaßlichen Beratungen der der europäischen Kn
kerenz vorzulegenden Fragen machte.
F Rußland.
* Im Kommunikations-Ministerium ist man bei d—
dohlenlieferungs-Abschlüssen bedeutenden Untersehleifen
zuf die Spur gekommen. Diese sollen die Höhe von ei
ier Million Rubel erreichen. Der Reichskontrolleur Eha—
wotonow will ohne Schonung des Ministers vorgenen —
Infolge Regierungs-Beschlusses ist das Staatssetretori
ür England aufgelöst und durch eine Kommisston, hri.
hend aus lauter Russen, ersetzt worden.
d Frankreich.
* Im Hofe des Ministeriums des Innern wurde e.
MNann verhaftet, der mehrere Revolverschüsse in bien
Richtung auf das Dienstzimmer des Ministerpräßdenter
Tlemenceau abgegeben hatte. Der Mang tiet int
ohne Widerstaud verhaften und erklärte, daß er nur hatu
protestieren wollen, weil ein von ihm an den Mimsten
zräsidenten Clemenceau gerichtetes Gesuch abgelehnt mor
sei. Der Mann heikt Benedetti und statumz
torfifa.
Großbritannien.
„Daily Mail“ erklürt zu der Feststellung auforitte
‚u sein, daß der König und die Könige?n Ber
in im Frühjahr nicht besuchen werden. Jede Ans
ei aufgegeben. Der Kaiser werde England fuhesten.
Ende 1909 besuchen, was jedoch auch noch unficher sei, —
ach einem Telegramm des Privatfekretärs des Hönide
Lord Knollys an die Presse, ist die von der „Daug Pran
ebrachte Meldung über eine Verschiebnnge bezn
lufgeben der Reise des Königs und der Könainnn
berlin unbearündet. ——
Persien.
* Wie das „Reutersche Bureau? erfährt, sind mir Küe—
icht auf die unbefriedigende Lage in Persien die engtisch
ind russische Regierung wegen eines künftigen politmche—
Zusammengehens in Persien in Verbindung getreten
Venezuela.
*Castros Finanzminister Morales wurde unter de
Beschuldigung verhaftet, das Mordkomplon gegt
ßomez angezettelt zu haben. Der Herausgebene*
Constitucional“ ist geflohen.
J Die Krise auf dem Balkan
Aus Saloniki wird gemeldet: Agenten des bu
garischen Komitees bereisen die Ortschaften des Freise
Serres, schreiben die Namen der waffenfähigen Männe
auf und versprechen die baldige Befreiung des Volles
Jen Gazetta“ erfährt aus Konstantinopeler auther
tischer Quelle, daß zufolge der verletzenden Haltung, d
Sßriechenlanud bezüguch zterreas in letzt Be—
einnimmt, alle Ottomanen auch gearen die Grieen Kktigen
Bopkott machen wollsen
— — — —
Ihre Stimme wirkt so beruhigend auf meine Nerper
mir wider Willan die Augen zufielen“
„Es freut mich, daß Sie etwas Ruhe fanden
ete die leise gegebene ÄAntwort, und hoffentlich dn
das Beruhigungsmittel wieder cwenden, sobalb e
tuhe bedürfen.“
„Hm, das wäre doch zu viel verlangt, ich 2
äglich der Ruhe.“ Dann setzte er lout binzu, so don er
Stiefmutter ihn hören konnte: 2
————————
Ich hahe rüher viel gefurgen.“
Bilte, NMeersreuen Sie n dehe. wei
zar tz wie sehr ich die r e
ydia sang. Zuerst w eir Bellt
ied und ihre Stimme klang n lech, 328
tillen Lauscher unwillkürlich ιι, 7
—B—— VHee
dien, bis Alfred enthusiastijch ei.
Sie singen ja wie eine volne ele
ein Folden das war heute ei
ntbehren mußte.“
Lydia fühlte den finsteren
uhen und hörte wie aus weiter
ehl, jetzt das Gemach zu verlant
uug musiziert.
„Warum haßt Sie mich?“ grür w
als es mit Tränen in den Augen juz ——
zimmer aufsuchte „und welr 41
chlecht zu behandekn? Meine acune 2
nur wenige Wochen hier geblieben, aber 32
—A
en retten. Er soll nicht sterben. wenn eruicke
retten kann; ich will meine Bgen otian lten n. .
b Frau von Sommerfeld hm wirhiuhh paicch denr
rachtet“
,earneta