Full text : Dudweiler Zeitung

Anummer—

. v9, 259. 269 unb αα. Samstag den 20. Februar 1909 Zeitun geliste 301

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23. Jahrgang.

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Mit Veilagen: „Relletristische Wochenschrifte“ und
„TEustige Blätter“.

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Allgemeiner Anzeiger für den Bürgermeistereibezirk
Dudweiler.

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lag von J. Untertkeller
Dudweiler.

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Die „Dudweiler Zeuung“ erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn⸗
und Feiertage.

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Erstes Blatt
Die enaliscehen Fiottenv rärderungen
Zum Zwist Beresford-Fishel.
eit ein paar Tagen ist wiederum weit über die
aigentlichen Flottenkreise hinaus der Name Lord Charles
Veressords, des gegenwärtigen Kommandeurs der Ka—
ialslotte, in aller Munde, und der nun schon seit ge—
aumer Zeit unter der Oberfläche ruhigen Dienstbetriebes
under Flotte herrschende Widerstreit der Personen und
nschauungen ist anss nene in voller Schärfe ausgebro—
hen. Es war schon wiederholt in den letzten Jahren von
dem Zwist Beresford Fishel die Rede, und es ist auch
nehrfach auseinandergesetzt worden, daß es sich um ein
teues System handelt, einen ansehnlichen Teil der Flotte
u den heimischen Gewässern halb in Dienst und harb in
teserve zu halten. Diese Schifse haben zumeist nur eine
ztamm- oder Skelettbeniannung, follen aber jeden Au—
jenblick bereit sein, ihre volle Stärke an Offizieren und
Mannschasten an Bord zu nehmen und zur akliven Ver—
vendung auszulausen. Es yandelt sich natürlich darum,
e größte Stärke mit verhältnismäßig geringsten Kosten
u erhalten. Der Vater dieser neuen Einrichtung ist Ad—
niral Sir John Fifher, der Erste Seelord, mit anderen
Vorten der erste unter den Fachleuten der Admiralität,
ind Admiral Lord Charles Beresford ist, wie es heißt,
»er Hauptgegner der neuen Einrichtung, natürlich aus
zienstlichen Gründen. Die neue Einrichtung bedingt eine
ieue Einteilung und neue Benennung der Seestre tkräfte
ind als vor zwei Jahren Lord Charles Beresford an
zie Spitze der Kanalflotte trat, siand man auf dem Punkre,
zieses Geschwader zum Zwecke der neuen Einteilung be—
eutend zu verringern. Die zahlreichen Gegner Sir John
zishers erhoben damals gewaliigen Lärm, und es hieß,
rord Charles Beresford habe sich geweigert, unter sol—
hen neuen Verhältnissen das Kommando zu übernehmen.
Vas damals vorgegangen ist. wird im einzelnen wahr—
ctcinlich spͤter bekannt werden. Soviel steht indes schon
est. daß die Regierung im ganzen, die Admiralität ins—
esendere, es für besser hielt, einstweilen noch im we'ent⸗
ichen bei der bisherigen Ordnung der Dinge zu bleiben.
dord Charles übernahm das Kommando, und eine ge—
aume Weile herrschte Ruhe, bis anläßlich des Kai'er—
esuches im Herbste 1907 in olge eines ziemlich schnodd—
igen Dienstsignals eines der Unterbefehlshaber des Kom—
liandeurs (Admiral Sir Percy Scott, der ein Schüßz ing
de3 Ersten Seelords sein soll) ein neuer Zwist entstand.
Auch diese Angelegenheit wurde, wenn nicht beigelegt, so
»och notdürflig unterdrücht, allein Leute, die einigerma—
zen mit den Verhältnissen bekannt sind, waren der Mei—
iung, es sei noch mehr Bitterkeit als zuwor zurückgeblie—
oen Und nun tommit die Nachricht, daß die früher schon
geptanten Neueinterlungen und Beurt ennungen dem—

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fachst durchgeruhrt werden follen, daß Vord Charles Be—
resford sein Konimando, das nach den bisherigen Regeln
des Dienstes zwei Jahre dauern sollte, und das dem und
senem seiner Vorgänger dann noch ein Jahr verlängert
wurde, nach zweijahriger Dauer aufzugeben hat, und daß
Admiral May, der Zweite Seelord, an die Spitze der
ieuzubildenden „Hartflotte“ teitt Es wird sich noch
welegenheit ergeben, auf das Wesen der neuen Ordnung
ind Benennung naäher einzugehen Soviel sei hier nur
»cmerkt, daß solche Titesveräuderungen der verschiedenen
lhreilungen nichts Neues sind, was neuerdings und bis—
yer die Kanalstotte war, hieß früher, vor 1905, die hei⸗
nische Flotte. und die alte Kanaltflotte heißt nunmehr die
Atl“antische Flotte. Sie war früher a!s Kanalflotte die
igentliche Hauptflotte Englands. Demnächst sollen nun
niter Admiral Sir Wisliam May die mächtigsten Schiffe
der heutigen Kanalflotte zu der heimischen Flotte ge—
chlagen werden. Admirai May wird also der eigentliche
IRberbefehlshaber in den heimischen Gewässern, und Lord
bharles Beresford tritt in den Ruhestand. Ob er lange
inhe halten wird, scheint bei diesem rührigen und viel—
eitigen Seemanne mehr als zweifelhaft. Er ist, seit er
nor 34 Jahren zum ersten Male ins Unterhaus gewählt
vurde, wohl ein halbes Dutzend mal Abgeordneter und
ein Dorn im Fleische der Fachleute der Admtralität ge—
vesen, und es müßte mit merkwürdigen Dingen zuge—
eit, wenn er nicht bald wieder einen erledigten Unter—⸗
aussitz erobern und sich mit den Männern der Admira⸗
tät auseinandersetzen sollte. Nichts aber wäre verkehr
er, so schreibt die „Koͤln. Ztg.“ im Anschluß hieran,
ils, wie es anscheinend leider in einem Berliner Blatte
geschehen ist, seinen Abgang, bei dem es sich lediglich um
Rreustliche, und wenn man will, um parteiliche und per—
oͤnliche Gründe handelt, als ein Ergebnis oder gar als
inen deutschen Erfolg des Besuches König Eduards in
zerlin hinstellen zu wollen. Wer solchen sträslichen Un—
inn in die Welt fetzt, darf sich nicht wundern, daß hier—
ulande Hetzer davon in ihrein Sinne sofori gründlich
Vebrauch zu machen suchen.

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rem Verrkeyr fur angemessen und wird sich zur Geltend—
machung dieses Standpunttes mit dem Deutschen Han—
delstage in Verbindung setzen.
Oesterreich⸗Ungarn.
*In der Konferenz des deutschen Vollzugsausschus⸗
ses beim Ministerpräsidenten Brenerrth erklärten die
deutschen Führer, daß sie auf der bedingungslosen Wie—
dereinberufung des Reichsrate«s bestehen. Für
die Jlottmachung des böhmischen Landtages fei der Zeit—
punkt nicht geeignet. Auf die Frage, welche Pläne die
Regierung beziurglich der Einberufung und des Arbeits⸗
rogrammes des Reichsrats habe, erklärte Bienerth, die
Angelegenheit gehöre nicht in den Rahmen dieser Besprech—
ing und werde den Gegaenstand einer hefonderen KVonfe—
enz bilden.
*Aus Wien wird verichtet: Koönig Ferdinand
on Bulgarien hat sich in Wien in sitrengftem
Inkognito aufgehalten. Er war mit keinerlei offtziellen
Wiener Persönlichkeiten in Verlehr getreten. Wie ver—
autet, war ein Verkehr mit dem offiziellen Wien auch
ticht geplant. König Ferdinand ist am Freitag nach
Sofia abgereist. Die Nachrichten von dort besagen, daß
ich in Bulgarien die Unzufriedenheit und die Ungeduld
nit dem schleppenden Gang der bulgarisch-türkischen Ver—
sandlungen andauernd sieigern.
Fraukreich.
*Am Freitag Abend verbreitete sich ein aus Berlin
lammendes Ger üscht, daß der Rücktrett des deutschen
Botschafters Fürsten Radolin bevorstehe. Es hieß, die
Demission sei auf einen Konslikt zwischen dem Fürsten
Vülow und Radolin zurückzusühren. Die Nachricht rief
gzroßes Aufsehen hervor und wurde überall in den Bu—
reaus der Zeitungen angeschlagen.
Rußlaud.
* Großfürst Peter Nikolajewitsch ist krank—
jcitshalber auf sein Gesuch von dem Posten eines Gene—
ralinspelteurs des Geniekorps enthoben worden. In ei—
zen allerhöchsten Resktript wird dem Großfürsten Peter
Nikolgiewisch de Dank des Kaisers für geleistete
Dienste ausgedrückt. Das Restript ist unterzeichnet: „Ihr
iverzlich dankbarer. Sie aufrichtig liebender Rifolai
Italien.
*Der Minister des Aeußern, Tittoni, ist, wie offiziös
demeldet wird, an einem schweren Influenza-Anfall er
rankt. In der Kammer glaubt man vielfach, diese
Frkrankung sei der Vorbote seines Rücktrittes
England.
*Wie jetzt mit Bestimmiheit verlautet, wird unmitiel—
var nach dem zweiten Empfange bei Hofe am 3. März
der König England verlassen, um seine gewohnte Früh—
jahrsreise nach Biarritz anzutreten. Alle Meldungen über
eine Kreuzfahrt im Mittelländischen Meere und einen Be
tuen in Mesfünag sind gegenwäriiqg verfrüß

Politinsce Aundschau
Dentsches Reich.
* Im Berliner Schloß fand unter dem Vorsitze des
daisers ein Kronral sialt. Die Beratung betraf, wie
erlautet, die Reorganisatton der Verwaltung.
* Die Kölner Hande!slammer sprach sich gezen den
eẽntwurf einer Fernsprechgebührenordunug mit ihrer
nußerordentlichen Erhoͤhung der Gebührensätze aus, so—
yre dagegen, daß die Gebühren ausschließlich als Grund—
und Gesprächsgebühren ethoben werden sollen, was sür
die Teilnehmer große Betästigung und Erschwerung her⸗—
beiführen würde. Die Kammer hält statt dessen mäßige
Erböhung der Rauschgebühren firr Aussüffe uz

dpezialttät für Lopopuibaltten IUnd

* Mitlangen Hosen.
Mit Westen.
Einreihig, Zweireihig.

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Lonfirmandtn
Anzügt

Koudfürpallceél.

4

Zu bekannt billigen

4

Af⸗

Original⸗ e
Cisste n·⸗
preisen M It
Joseyh Lepy Mwye.
Dudwaler, Narkt.

4

Herren-Facçon

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nach
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