Cokales und Vermisechtes
Dudweiler, 17. Februar.
Eingesandt. Anmeldungen zu dem Kurjschrifl⸗Kurlus
zach Syssem Stolze⸗Schrey werden möglichst baldigst erbeten,
amit d'e Bestellung des Lehrmaterials rechtzeitig erfolgen
ann. Anmeldungen werden entgegengenommen bei sämtlichen
Mitgliedern, im Lokale Riedschh und beim Vorsitzenden Herrn
Artiur Unterkeller.
Z Wie man das Geld an den Mann bringen kann, hat
in Bäckergeselle seinem Meifter in Kleinrosseln gezeigt. Ende
‚anuar ftahl der Geselle dem Melster einen 1000 Markschein.
zdachdem er nach der Tat noch 15 Tage gearbeitet hatte,
inglker in die Saarstädte, ließ sich den Schein von einem
geschäftafreund des Meisters wechseln und begann ein lustiges
eben. Durch Zufall erfuhr der Meister durch den Mehl⸗
Jändler von dem fidelen Gesellen, revidierte sein Gehetmfach
ind stellte den Verlust des 1000 Markscheines kest. Als
zestern der Bursche seine Kleider abholte, wurde er festge⸗
sommen. In jseinen Taschen hatte er nur noch 220 Mark
ind eiuen goldenen Ring in Werte von 70 Mark. 780
Nark hatte der Bursche in einigen Tagen in fröhlicher Ge—⸗
ellschaft verbraucht. Er wurde ins Forbacker Kautonsgeängnis
gebrachtt.
8 Die Vexelendung der Massen. Durc die Novelle
ther die Verpflichtung der Arbeitgeber, das Einkommen oder
en Verdienst ihrer Angestellten und Arbeiter der Steuerbe⸗
örde genau anzugeben, sind die Behörden veranlaßt worden,
„as Einkommen der Arbeiter usw. genau zu ermitteln. Die
ztadt Berlin hat dazu ein besonderes Bureau eingerichtet.
Die Ectgebnisse dieser Ermitttungen sind ganz überraschend
ewesen. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß eine ganze
Yenge Personen, die entweder gar keine oder nur geringe
Zteuern entrichtet hatten, ein Einkommen von über 3000 M
aben und sich nun selbst einschätzen müssen. Durch diese
Zteuerhinterziehungen ist der Staat jährlich um viele Milli⸗
zen gekommen. Für Berlin ist der Ausfal ganz beträcht⸗
ich gewesen. Die Einkommen z. B. von Chauffeuren, Mon⸗
eunren, Putzern, Maurern, besonders Akkordmaurern, Siein⸗
zern, Zuschneidern, Bildhauern usw. sind bedeutend höher
ls bisher angenommen wurden. Bei Bierfahrern sind Ein⸗
ommen von 5000 bis herauf zu 9000 Mark ermittelt wor⸗
en. Den „ausgepowerten“ Arbeitern scheinen die Arbeits⸗
edingungen im Gegenwarisstaat troß aller sozialdemokra⸗
schen Jeremiaben recht gut zu bekommen.
z Der Tunnel unter der Elbe. Ausz, Hamburg wird
eschtieben: Unsere Stadt wird bekanntlich in Deuischland
en ersten Tunnel unter einem großen Strome erhalten.
Zeit nunmehr zwei Jahren wird an dem Tunnel unter der
Abe gearbeitet, der von Si. Paull nach Steinwärder hin⸗
berführt, um den auf Steinwärder beschäftigten Ardeitern
as Erreichen ihrer Arbeitsstätte zu erleichtenm. Der Tunnel
ill im Februar 1911 fertiggestellt seix und es ift anzunehm en
aß, wenn nicht unerwartete Schwierigkeiten eintreten, dieser
Lermin eingehalten werden wird. Denn bigher sind die
rbeiten programmgemäß verlaufen. Die erste Bauperliode
st jetzt beendet. Diese umfaßte die Abteufung des 22m
neiten und 58 mtiefen Fahrschachtes auf Steinwärder und
den Einbau einer 4Aeinviertel m starken Betonsohle. Dies,
Urbeiten wurden bei stark komprimierter Luft vorgenommen
im das Wasser aus dem nach unten in der Art einer Tau⸗
herglocke geöffneten, sonst aber überall geschlossenen Arbeits⸗
aum zu verdrängen. Trotz der genauesten Befolg ung aller
rdenklichen und bekannten Vorsichtsmaßregeln erfolgten doch
ahlreiche Erkrankungen der Ingenieure sowie des Aufsichts⸗
ersonals an den Wirkungen der Preßluft an der sogenannten
salssdn⸗Krankheit; auch ein Todesfall erfolgte. Nunmehr
eginnt der zweite und schwierigste Bauabschnitt, nämlich der
igentliche Tunagelvortrieb, d, h. die Unterminietung der Elbe
ind gleichzeitige Einführung der beiden einen äußeren Ducch⸗
aesser von 6 mm aufweisenden und mit gebogenen Profiletsen
mkleideten Tunnelrohte. Zu diesem Zweck sind besonders
onstruierte Bohrschirde angefertigt worden, in deren Schutz
er Vortrieb erfolgt. Diese Schilde wiezen je 120 000 kg
nd sind mit großen Schwierigkeiten an Ort und Stelle ge⸗
racht worden. Auf jeder Seite der Elbe wird ein Schild
ernutergelassen. Der Vortrieb, bei dem 260 Arbeiter be⸗
häftigt werden, erfolgte durch 16 hydrauliche Pressen, die
im letzten Eisenring des Tunnelrohres ihr Biderlager findeu,
nit 450 Atmosphären oder etwa 2300 000 kg Druck. Die
gauleitung hofft, mit dem Vortrieb an jedem Taae etwa
O m vorwärts zu kommen.
8 Auf Grube König ist am Samstag durch aus dem
angenden niedergehendes Gestein der verheiratete Bergmann
indreas Neurohr aus Welles wetler schwer verunglückt.
* Völtlingen, 15. Febr. In der Nacht von Frei⸗
ag auf Samstag hatte ein hiesiger Einwohner einen schweren
dampf mit Einbtechern zu bestehen. Dieselben, einer zunächst,
varen in seiner Wohnung eingebrochen, worüber der Mann
xwachte. Indem er sich auf den Eindringling warf und ihn
überwältigte, kamen zwei andere Sttolche noch hinzu und
vefteiten ihren „Kollegen“ aus der für ihn üblen Lage da⸗
urch. daß, sie die Hände des ersteren schrecklich mit Messern
urichteten sodaß er den Einbrecher loslassen mußte. Die
kinbrecher enkkamen unerkannt, wahrend der andere sich in
irztliche Behandlung begeben mußte.
zBerlin, 16. Febr. Ein 15jähriges Mädchen hatte
ich gestern wegen Anklage des versuchten Totschlags vor der
Strafkammer zu verantworten. In Stellung bei einem Gast⸗
virt in Rexdorf, machte es einen Selbstmordversuch, indem
s, unbekümmert um seine Kammergenossin, die Gashähne
wufdrehte. Der Tod trat nicht ein: dagegen wachte die
dammergenossin auf und wurde von schweren Erbrechen heim⸗
zesucht. Obgleich das Mädchen seine Kammergenossin in
chwere Lebensgefahr gebracht hatte, erkannte der Staatsanwali
ind das Gericht dahin, es sei der Angeklagten gar nicht zum
hewußtsein gekommen, daß sie das Leben ihrer Zimmerge⸗
nossin gefährdet habe, und daß cine Verurteilung wegen
ahrläsfiger Körperverletzung nicht möglich sei. Sie wurde
reigesprochen.
(E) Rempen, 16. —* (Todlicher Unfall.) Der
Iusamann eines Milchfuhrwerls 7 unter sein eigenes
Sefährt. An den erlittenen Verletzungen starb er nach
urzer Zeit.
( Uerdingen, 16. Febr. (Das Spielen mit
Feuer.) Im nahen Latuni spielten mehrere Kinder
nit Feuer, hierbei erlitt ein sechsjähriges Mädchen der—
stige Brandwunden, daß es bald darauf starb. A
(E Meiderich, 16. Febr. (SJu Todegeschleift.)
lus der Victtoriastraße brach an einem Holzfuhrwerk der
berbindungs baum zwischen Vorder⸗ und Hinderräder. Der
uf dem Fuhrwerk sitzende Fuhrmann stuͤrzte herab und
vurde, weil er sich in die Zügel verwickelt hatte, — zu
kdode pet ααααα
c) Bruckhausen (bei Hamborn), 16. Febr. (3 Kin—
Brertrunken) Auf der schwachen Eisdede des
Brucdhauser Baches brachen an der Srünstraße vier
er ein. Drei davon ertranlen, während das vierte ge—
Ere: werden konnte.
() Borbeck, 16. Febr. (Un terschleife.) Der Rech⸗
znuge führer der Zeche „Prosper“ wurde wegen des Ver—
dachtes, bedeutende Unterschlagungen begangen zu haben,
verhaftet. —
() Bottrop, 16. Febr. (Fum Hochwasser.) D
dochwasser im Emschergebiel ist in den letzten Tagen d
deutend gefallen. Das überschwemmte Gebiet bildet eine
Sisfiache, die von Schlittschuhläufern zahlreich besuch
vird. Die Prosperstraße und Marttstraße sind noch nicht
vieder passierbar. Die Feuerwerkerei der Firma Krupp
iit vollständig von Eis umaeben. ——
—Vas Arveitstofenheer in Berlin stellt nach der
Arbeitslosenzählunz, welche von den Gewerkschaften am
Uontag in Groß-Berlin auf dem Wege der Hauszählung
orgenommen wurde, für Berlin allein etwa 67 000, und
ür die Vororte 34000 Arbeitslose dar. Am Dienstag
vurde die von der Stadt Verlin veranstaltete, nach dem
Neldesystem sich vollziehende Zäühlung vorgenommen. Auf
icse Weise wurden am 17. November in Groß-Berlin
10 000 Arbeitslose ermittelt.
* Der frivole Messerstecher macht Berlin immer noch
insechert. Am Montag wurden in Rirxdorf zwei Ueber—
älle auf Frauen verübt. Zu der Kirchgasse stieß ein
nittelgroßer Mann einer Frau mit einem Messer gegen
»en Leib. Der Stich durchbohrte beide Seiten der Ein
aufsiasche und verursachte eine 116 3tm. tiefe Wunde im
Anterleib. Als die Frau aufschrie, wurde sie von dem
Manne an der Kehle gewürgt und erst losgelassen, als
Bessanten näher kLamen. Abends 66 Uhr wurde ein
krou. die von einem Ausgange zurückkam, in die recht
Züfte gestochen. Der Stich prallte jedoch am Korsett ab,
odaß die Frau unverletzt blieb. Auch in Lichtenrade ifi
in Mädchen von einem Manne angefallen und in die
echte Hüfte gestochen worden. Der Täter konnte bisher
mmer noch nicht ermittelt werden. — Weitere neue At
entate hat der Messerstecher Dienstag vormittag verübt
ßzissher sind 23 Attentate verübt worden. Am frühen Mor—
jsen wurde eine Schneiderin am rechten Oberschenkel ge—
tochen, vormittags ein Mädchen in den linken Oberarm
tnd kuürz vor 12 Uhr wurde wieder eine Frau von ehn
tem fremden Manne angegriffen. Eine der gestochenen
Frauen vernahm noch die Worte des Unbekannten: „Die
jzat genug!“ Eine Beschreibung des Mannes vermochte
sie nicht zu geben.
* Folgenschwere Explosion. Dienstag vormittag fiel
n Stuttgart von einem Wagen eine Kohlensäureflascne
ind explodierte unter kanonenähnlichem Knall. Das ei—
erne Verschlußstück der Flasche traf einen etwa 20 Me—
er entfsernt stehenden jungen Mann, dem es den Unter—⸗
eib aufriß. Der Getroffene starb alsbald.
* Großzfeuer. Die Zementfabrik Herchna in Harzburg
tehi in Flammen.
* Erdstöße. Ju den Ortschaften Keeskemet, Czegled,
dagheKörös und Felegyhaza (Ungarn) ist in der Nacht
in von unterirdischem Getöse begleitetes Erdbeben von
ehn Sekunden Dauer verspürt worden. Die Bevöltkerung
üchtete ins Freie. Einige Mauern weisen Risse auf,
oeeiterer Schaden wurde aber nicht angerichtet.
* Gefährliche Verhaftung. Der Anarchist Seilinger,
ven man mit dem Bombensunde in Brüssel in Verbind—
ing bringt, wurde in Genf verhaftet, wo er unter dem
Ramen eines russischen Studenten lebte. Als er verhaf—
et werden sollte, gab er Revolverschüsse auf den Polizei—
dommissar de Smet und einen Detektiv ab. Beide wur
»en lebensgeführlich verletzt ins Krankenhaus gebracht
der Mörder verweigert jiede weitere Auskunft. Ein Flucht
ersuch wurde durch zwei Polizisten verdindert. Das Aus,
ehen Seilingers entspricht der von der Berliner Polizeit
gegebenen Beschreibung.
*? Lustmord. In Marseille wurde die verstümmelte
eiche eines Shrigen Mädchens aufgefunden. Die Un—
eꝛrsuchung ergab, daß es sich um einen Lustmord han—
elte Die Leiche ist grauenhaft verstümmelt. Ein Ita—
iener namens Matteo, welcher unter dem Verdacht sieht,
die Tat begangen zu haben, ist verhaftet worden.
*Neues Erdbeben. In Reggio und Messina sind
m Sonntag und Montag Erderschütterungen erfolgt, die
war keinen Schaden verursachten, aber furchtbaren
zchrecken erregtenk Die beiden Seismologen Alfani und
zatellt, welche in Reggio Vermessungen vornahmen, sind
urch die Erschütterung zu Boden geschleudert worden
die Instrumente zerbrachen.
* Säbelduell. Infolge eines Rencontres in Messina
ind ein Säbelduell zwischen dem Redakteur Aroca vom
äpstlichen „Osservatore Romane“ und dem Schiffsleutnant
teppetto statt. Dem Letzteren wurde die Nase glatt ab—
echlagen.
*vErdbeben in RKonstantinopel. Im Regierungsbeirk
Siwas wurde ein Erdstoß wahrgenommen. In Gü—
nisch Hane wurde das Regierungsgebäude stark beschä—
igt. in Siwas slürzten mehrere Häuser ein. Einige
Personen wurden getötet.
*Ein schwereres Erdbeben wird auch aus Sofia
gemeldet, wo seit Montag Nacht ein ziemlich lebhaftes
ẽrdbeben die Ostseite der Balkan-Halbinsel in der Richt—
ing von Bulkarest nach Adrianopel zu durchzieht. Die
ẽrdstöße waren in vulgarien besonders lebhast in der
Imgegend der Städie Jamboly und Sliven. In beiden
Sstädten wurden mehrere Gebäude beschädigt. In Jam—⸗
»oly wurde eine Person schwer, mehrere leicht verwundet.
* Theaterbrand. In Acapulco (Mexiko) sind bei dem
HBrande des Theaters „Flores“ 300 Personen um—
pehommen Auch das Telegraphenamt wurde von
sem Brande zerstört und dadurch die telegraphische Ver—⸗
indung mit der Stadt unterbrochen. — Weiter wird
lerzu berichtet: Bei dem Theaterbrand kamen viele An⸗
ehdrige der bekanntesten Familien um, da die Vorstell⸗
ng ein gesellschaftliches Ereignis war. Auch mehrere
jürger der Vereinigten Staaten fanden daben den Tob.
ie Stadtbehörden lassen Massengräber herrichten, denn
ie Toten, von denen bis jetzt 283 gefunden sind, sind
urchweg unerkennbar. Das Theater war übermäßig ge—
ullt; tausend Personen waren zusammengedrängt, wo nur
ͤlah für achtyundert war. Die Ausgänge waren sehr
ng. Nach den letzten Berichten sind weit über draihun—
dert Menschen umgekommen. —
—us Eisenbahnunglück. Der Pennsylvania- Spezialzug
tieß in voller Fahrt gegen einen Felsblock. Die Loko—
nefivre stürzte den Bahndamm hinunter, alle Wagen ent⸗
leisten. Niemand wurde ernstlich verletzt.
Blüucher und Klopftock. Wian schreibt der „Frkf.
ztg.“: Daß der alte Blücher, der rauhe Kriegsmann, der
llem anderen eher gehuldigt hat als den schönen ün
ten, ein Verehrer Klopstocks war, ist mir bis heute nicht
Akannt gewesen. Das mag für die meisten so gelten
vie für mich. Nun finde ich im „Teutschen Tugend⸗
—D— ‚Als der preu—
zische Feldmarschall Fürst von Blücher im September 1816
iach Hamburg kam, besuchte er die Witwe Klopftocks
ind sprach mit ihr von dewm Edeln mit inniger Rührung
ind Ehrfürcht. Klopstock hatte einst von einem Freunde
ine Flasche des been Tokayer Weines zum Geschenk er⸗
sallen und sie zurückgesetzt bis zu einer recht feierlichen
helegenheit. Sie ward, noch unerbrochen, dem Befreier
deutschlands vorgeseht und tief gerührt trank er daraus
SGilpbisofns hsliacz Andenken. Ass Blücher mit fei
sein Reffen, dem Brafidenten Blücher von Altona, seinem
Adjutanten Graf von Nostiz und seinem Leibarzt das
ufte Mal an Ottenses Kirchhof vorbeifuhr und die be—
chattende Grablinde von ferne erblickte so zog er den
dut ab mit den Worten: Enbblößen wir das Haupt,
neine Herren. dort ist Klopstocks Grab“.
ααααιαιαιν
Humoristisehe Ecke
Hanschens Staunudpunkt. „Wegen Kohlen—⸗
mangels könnte eventaell die Schule geschlossen werden,
ore 9 Und da gibts Leute, die über die Kohlenno
agen!“
Ueneste Nachrichten und Celegram me
Depeschen Bureau Herold.
* Machen, 17. Febr. Der 46 Jahre alte Arbeiter Biüll
wurde hier unter dem Verdachte in Haft geuommen, seine
im Wochenbette liegende Frau er chlagen zu haben Oie
Frau hatte Zwillinge geboren, welches Ereignis der Mann
mit e nigen Freunden seierte. Als er betrunken ins Haus
zurückkehrte, geriet er in Streit mit seiner Frau und ver⸗
drügelte sie derart, daß sie an den Folgen starb.
* stassel, 16. Febr. Der Händler Sixtus Hahn wurde
auf dem Kreuzberge unmittelbar in der Nähe stiner Wohnung
erfroren aufgefunden.
*Breslau, 16. Febr. Nach der Schlesischen Ztg. ist
om Sonntag Graf Karl Anna von Oppersdorff auf Alwal⸗
lers dorf in Breslau zur evangelischen Kirche übergetreten.
* Braunschweig, 16. Febr. In Ofterwick brachen beim
Schlittschuhlaufen zwel Kraben ein. Zwei andere Knaben,
wvelche die Eingebrochenen retten wollten, ereilte das gleiche
Schicksal Alle vier ertranken.
* Stutigart. 16. Febr. Heute Vormittag fiel von
einem Fuhrwerk, dessen Pferd gestürzt war, eine Flasche Koh—
lensäure auf das Pflaster, wodurch diese explodierte. Das
Verschlußstück der Flasche wucde mit solcher Gewali forige—
chleudert, daß ein in einer Entfernung von 20 Metern ste⸗
hender junger Mann, dem das Eisenstück an den Unterleb
flog, auf der Stelle geiötet wurde. Der Leib wurde dem
Aermsten völlig anfgerissen.
*Stolp (Pommern), 17. Febr. In dem Dorse «Cose
erstickten durch das zu frühe Schließen der DOfenklappe die
Tochter und das Dienstmädchen des Lehrers durch die aus⸗
zrömenden Gase eines mit Torf geheizten Ofens,
* Berlin, 17. Febr. Vertreter der preußischen Bergbau—
»ereine haben in einer Versammlung einstimmig eine Resolu⸗
don geiaßt, worin die Schaffung vou Ärbeiterkontroueuren
tadikal verrorfen und das Parlament ersugßnt wird, diese
Forderung rundweg abzulehnen.
* Berlin, 17. Fedr. Die Rei s3banrk vat ven
Wechselbiskont von 4 auf 34 Prozent und den
Lombardzinsfuß von 53 auf 44 Progzent hee r⸗
abgesetzt.
* Amsterdam, 17. Febr. Aus Curacao wird gemel⸗
det, daß nach der Beilegung des stonfilts mit
Benezuela die holländische Industrie, namentlich die
Hutindustrie in Curacao rasch wieder aufblüht, und auch
die Schiffahrt im venezolanischen Hafen Maracaibo ift
wieder in vollem Gang. Den Hollaͤndern werden in Ve⸗
nezuela Ovationen dargebracht, da man sie als die Be⸗
freier von der strengen Regierung Castros ansieht. Das
holländische Schiff Prinz Moritz“, das die venezolani⸗
en Häfen anlief. wurde überall mit Enhusiasmus em⸗
pfangen.
Weshington, 17. Febr. Das Reprusentantenhaus
nahm einen Gesetzentwurf an, demzufolge die Territorien
Arizona und Neumexiko zu Staaten erklärt werden.
*Montevideo, 17. Febr. Bei der Wiedereröffnung
der Kammer wurde eine Botschaft des Präsidenten ver—
lesen, in der erklärt wird, daß die Regierung sich nie—⸗
nals in günstigerer Lage besunden habe wie jetzt, um
das Autoritätsprinzip zur Anerkennung zu bringen und
ine Garantie für eine geordnete Finanzwirtschaft zu
chaffen. Trotz der Erhöhung der Ausgaben wurde das
Finanzjahr mit einem neuen Ueberschuß von etwa 7
vVeilltonen Franks abichließen. 8
* Algier, 14. Febr. Während Artilleristen an der Los
drehung eines Granatgeschosses für Schnellfeuergeschütze be⸗
schästigt waren, explodierte das Geschoß, wobei ein Offizier
ind 12 Artilleristen, darunter einer tödlich verletzt warden
Die Ursache der Explosion id nicht bekannt. Eine genaut
Antersuchung ist eingeleitet.
* Algier, 15, Febt. Der belgische Dampfer „Australia“
sst am vergangenen Freitag in der Nähe von Gibraltar von
einem unbekannt gebliebenen Segelschiff angerannt worden
und gtsunken. Das unbekannte Segelschiff in ebenfalls ge⸗
unken. Bei dem Zusammendoß sollen ungefähr 30 Personen
trunken sein. 10 Mann der „Australia“ sind an Bord
»es deuischen Dampfera „Liberia“ angekommen, die sie aui
See treibend gefunden haite.
* Paris, 17. Febr. Wright hat gestern mit seinem
Apparat eine sehr günstige Fahrt gemacht, trotzdem in dem⸗
elben eine zweite Person Platz genommen hatte. Der Aero.
olan blieb 20 Minulen in der Luft.
* London, 17. Febr. Wie die hiesigen Blätter melden,
vird das deutsche Kaiserpaar im Sommer an den Regatten
in Cowes teilnehmen und später Gast des Königspaares auf
Schloß Osborne sein. Dort wird Kaiser Wilhelm mit dewm
zönige Alfons von Spauien zusammentreffen.
* London, 17. Febr. In der Grube Whist-Stanley in
der Grafschast Durheim erfolgte eine Explosion schlagender
Wetter. Es sind 200 Arbeiter in der Grube eingeschlossen.
Die Flammen, welche aus dem Schachte hervorschlagen, be—
ainträchtigen die Rettuugsarbeiten. Man glaubt jedoch, daß
die Rettungsmannschaften in die Nähe der Eingeschlossenen
zelangen werden und Hilfe bringen könven.
Newyork, 16. Febt Heftige Schnee- und Hagelfstürmt
demmen zwischen Newyork und Chicago Handel und Verkehr.
Die Telegraphen⸗ und Telephonlinien sind vtelfack unterbro⸗
hen.
Krause's Caféè kasind Bal
— 8St. lehann, 5 Passagestrasse. — —E
Neueste Hecoralion: Im Jasire MOO. e
Tägl. Concert der ersten deutsch. *
Luftschiffer⸗Kapelle.
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