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Allgemeiner Anzeiger für den Bürgermeisltereibezirh
Dudweiler.
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Mit Reilagen: „Welletristische Wochenschrifte“ und
„Tustige Blätter“.
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Die „Dudweiler Zeutung“ erscheint täglich mit Ausnahme der Son
und Feiertage.
Die letzte koloniale Denkschrist,
die unlängst erschienen ist, behandelt die wirtschaftlichen
Verhältnisse unseres gesaniten Kolonialbesitzes im allge—
neinen und beweist, welche große Bedeutung unsere Ko—
onien bereits jetzt für das Mutterland haben, und welche
roßze Zukunftshoffnung man nach den wirtschaftlichen Er⸗
jebnissen der wenigen Jahre, in denen wirklich an ihrer
zẽrschließung gearbeitet worden ist, für die Zukunft hegen
zarf, Die weiße Bevölkerang im gesamten Schuszgebiete
»Anef sich am 1. Januar 1908 auf 13 858 Personen ge⸗—
seas 12305 im Vorjahre, ist also in einem Jahre um
iohs Personen gewachsen. Erfreulich ist auch die Zu⸗
iahme der weiblichen Bevöllerung, deren Zahl sich im
Berichtsjahre von 2688 auf 3438 gehoben hat. Die Zahl
der eigentlichen landwirtschaftlichen Produzenten, der An—
jedler, Pflanzer, Farmer und Gärtner, ist von 1047 auf
612 gestiegen. Diese Vermehrung der weißen Bevölker—
nad ist, wie eine der Denkschrift beigegebene Statistik er⸗
ibt, ein seit Jahren sich vollziehender stetizer Vorgang,
er gerade wegen seiner Stetigkeit zu guten Hoffnungen
ür die Zukunft berechtigt. Seit dem Jahre 1901 hat sich
zie weiße Bevölkerung in unseren Kolonien mehr als ver—
doppelt, indem sie von 5571 auf 12 454 gestiegen ist, und
odie Zahl der Reichsangehörigen sich sasit verdreifacht, in—
oem sie von 3760 auf 9439 gestiegen ist.
Große Hoffnungen setzt die Dentschrift auf die wei—
ere Erschließung der Kolonien durch Eisenbahnen, und
war besonders nach der Seite, daß durch die Eisenbah—
en der Uebergang von der bloßen Sammeltätigkeit von
Aturerzeugnissen zum Anbau von Wirtschaftserzeugnissen
ch vollziehen wird. Ueberall in Aftika hat sich gezeigt,
aß die Möglichkeit des Absatzes und die Erlangung ei—
es guten Preises in hohem Maße anregend auf die wirt
iaftliche Betät gung der Eingeborenen wirken. Die Rich
gleit dieser Satze beweist besonders die steigende Aus—
aihr der wichtigsten in den Kolonien gewonnenen Roh—
offe. So ist der Wert der Kautschukerzeugnisse in den Jah⸗
en 1903 bis 18907 von 4,88 Mtitlionen auf 10,79 Mil—
ionen Mark, der der Baumwollausfuhr von 44 000 auf
56 000, der Sisal- (Faserstofs) Aussuhr von 324 000 auf
16 Miltionen Mart und der Kakaoausfuhr von 935 000
uuif 2,88 Mitlionen Mart gestiegen. Geringer ist die
Zteigerung der Palmkern- und Palmölausfuhr, nämlich
on 4,57 Millionen auf 5,58 Millionen Mark, da die
zRfianzunaen langere Zeit bis zur Tragfähigkeit gebrau—
den Zu den bisherigen Erzeugnissen ist im Verichtstahr
uüßerdem noch eine Aussusyrr von Phosphaten (Düng-—
ossen) i der Höhe von 710 000 Mark, von Kupfer in
er Höh »on 1,28 Miliionen Mark getreten.
Der eesanithandel hat im Berichtsjahre infolge der
erisen, Rein großer Teil unseres Kolonialbesitzes zu
—XG hatte, sich nur wenig gesteigert, nämlich von
20 N ren Mark auf 123 BRiillionen Mark Die Gin—
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entsprechender Rabatt.
Redaktion, Druck und Verlag ver 3. An erkeller
in Dudwei
uter in i diesem zayre sogar um 755 Wiilltonen zurück⸗
geganaz« die Ausfuhr dagegen um rund 10 Millionen
Dark genigen. Der Anteil Teutichlands am Gesamthan—
»el betrag im Jahre 1907 62,46 v. H., an der Einfuhr
0 O8, an der Aussuhr 67,56 v. H. Er ist gestiegen von
28 Milleanen Mark im Jahre 1903 auf 67 Mil ionen M,
m Jahre 1903 auf 67 Millionen Mark im Jahre 1907
Der Eisenbahnbau ist im Berichtsjahre eben'alls um
ein großes Stück vorwärts ekommen. Es besanden sich
im 1. Januar 1998 1752 Kilometer im Betriebe, Ende
Ms8 1938 Kilometer; im Bau waren begriffen zu An—
ang 1808 348 Kliilometer, Ende 1908 1552 Kilometer.
der Zuwachs an Betriebslänge in dem einen Jahre be—
rug also 236 Kilometer oder 136 v. H., an Bau— und
Beiriebslaänge 1440 Kilometer oder 68 v. H. Erfreulich
st. daß deese Bahnen, trotzdem sie noch lange nicht die
Bebhiete erschlossen haben, sür die sie bestimmt sind, be—
leits Nutzen bringen, und zwar warf die Usambarabahn
U⸗ v. H., die Bahn von Lome bis Paline 3 und ein
Drittel v. H. ab, während bei der Otabibahn der Ueber—
huß sogar 14 v. H. betrug.
Für die Entwicklung der Kolonien spricht auch ihr
eldbedarf UAn Münzen wurden im Berich-sjahre 53
MNiilivnen Mark dorthin abgesandt, wobei das Reich ei—
ien Prägearwinn von 830 000 Mark gemacht hat. Ins—
zesamt dürfe das Dentiche Reich bei der Münzenpräg—
uing 518 Wültionen Mark verdient haben.
Politische Rundschau
Deutsches Reich.
*Das preußische Staatsministerium hat den Entwurf
ete. die Erhebung von Schiffahrtsabgaben genehmigit
ind er ist uunmehr dem Bundesrat zugegangen.
*Die Nanonalliberalen beantragen im preußischen Ab
eordnetenhaus, zur Hebung der jüngsten Hochwasser
chaden, sosoeit sie nach der wirtschaftlichen Lage der
zetroffenen von diesen nicht getragen werden können,
ztaatsmittel durch Gewährung nicht rückzahlbarer Unter
lützungen oder zinsfreier Darlehne bereitzustellen.
*Im Interesse eines gleichmäßigen Versahrens hat der
Rinister des Innern bestimmt, daß bei Zulassung der
dinderversiezerung die vom Kai erlichen Aufsichisamt
ür Privatver icherung ausgestellten Grundsätze zur Richt—
chnur zu nehmen sind. Insbesondere ist davon aus zu—
zehen, daß 1., beim Todesfalle innerhalb der ersten drei
?ebensjahre nur eine Rückgewähr der gezahlten Prämien
tatifinden darf, und daß 2., die Versicherungssumme 1000
Hark nicht übersteigen und bei Todesfällen von Begenn
des vierten Lebensjahres bis zum vollendeten zehnen
Lebensjahre innerhalb der Grenze von 1000 M. nicht
iber den Betrag der gewöhnlichen Beerdigungskosten hin—
msgehen darf. Für die Fälle gemeinschafllicher Versiche—
»ing non Eltern und Kindern in denen eine Berech
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nung des auf das Kind entfallenden Prämienanteils uicht
möglich ift, soll beim Todesfalle des Kindes innerhalb
der ersten drei Lebensjahre anstatt der Rückgewähr der
Prämien ein Beitrag zu den Beerdigungskosten von nicht
iber 10 Mart gewährt werden.
* Die gemischte Deputation zur Vorberatung des An—⸗
rtages in Berlhin eine Arbeitslosen⸗Versicherung
einzurichten, trat wieder unter dem Vorsitz des Oberbür⸗
germeissers Kirschner zusammen. Nach eingehender Be—
ratung wurde ein Antrag angenommen, der dabin debt.
zdie Gemeindebehörden zu ersuchen, für die Unterftützung
der Obdachlosen in Berlin einen Betrag von 300 000 M.
zur Verfügung zu siellen, den Arbeitslosen, die keine an⸗
derweitige Unterstützung von den Behörden oder Ge—
en erhalten, täglich eine Mark zu zahlen und
mit der Kontrolle das städiische Bureau zu beaustragen.
»Wie der „Lokal-Anzeiger“ hört, hat das preußische
Staatsministerium den Entwurf betrefsend die Auslegung
des Arnkels 534 der Reichsverfassung genehmigt. Diese
Austegung soll die verfassungsrechtlichen Bedenken aus
dem Wege räumen, die gegen die von Preußen angeregte
und gesetzlich festzulegende Einführung von Schiffahrts⸗
abgaben erhoben werden. Die Abänderung ist dem Bun⸗
desrat zugegangen.
* Man spricht in Berliner Hofkreisen davon, daß der
deutsche Botschafter in London Graf Wolf—⸗
Metternich, zurücktrete, und in dem Oberstallmeister,
Freiherrn v. Re'ischach einen Nachfolger erhalten
berde. Die Kandidatur des Herrn von Reischach soll,
vie in eingeweihten Kreisen behauptet wird, namentlich
on dem, trotz seines hohen Alters noch sehr rührigen
Fürsten Guido Henkel von Donnersmark unterstützt wer⸗
den, der mit dem Oberstallmeister eng befreundet ist.
* Ueber die Erkrankung des sächsisschen Staats—
ministerst Grafen pv. Hohenthal, sind Nachrichten
zon einer wesenilichen Verschlechterung verbreitet worden.
Diese Meldung entspricht nicht ganz den Tatsachen. Im
Kefinden des Patienten ist neuerdings eine Veränderung
nicht eingetreten, doch ist der Krankheitszustand des Mi—
nisters andauernd ernst. Der Antritt der beabsichtigten
Reise nach dem Süden ist für die nächste Zeit vollständig
ausgeschlossen
Oesterreich⸗ Uugarn.
* Gegen die Abgeordneten Klosae und Choe ist beim
Prager Strafgericht eine Untersuchung eingeleitet, gegen
Alosat wegen Majestätsbeleidigung, gegen
Thoe wegen feindseligen Ausreizungen gegen eine
Roetrionalität. begangen in einer Versammlung vor 4wei
Jabren
Frankreich.
*Dem „Petit Parisien“ zufolge habe der Minister des
Aeusrn, Pisch on, mit dem spantschen Botschafter in
Poris Noten ausgetauscht, worin festgestellt wird, daß
heide Regierungen beabiichtigen, den Schiedsgerichts—
osef Levp UVwe., Dudweiler Markt
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