Aummer 37
A. 8, 259, 209 unb 1261. Samstag den 13. Februar 1909. Zeitun geliste 501
25. Jahrgansg .
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KUgemeiner Anzeiger für den Rürgermeistereibezirk
Dudweiler.
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Mit Beilagen: „Welletristische Wochenschrifte“ und
FAustige Blätter“
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Redaktion, Druck und Verlag von J. Interkeltler
in Dudweiler
Die „Dudweiler Zeirung“ erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn
und Feiertage.
138
Zweites Blaͤtt.
Rückgantg des deutschen Marokkohandels im Jahre
18608.
Wie in der „Deuischen Marokko-Korrespondenz“ mit
eicur wurde, bezisfferte sich der Wert der Warenein—
u her aus Marotko nach Hamoburg, das eiwa sieben
ichtel des deutsch⸗marotlanischen Handels vermi elt, im
zahre 1907 auf M. 12 313 000. Die Haupte«portartitkel
Maroklos, die m Jahre 1907 nach Hamburg gingen,
vaoren Gerste (MRi. 6 Mill.), Wolle (M. 1,5 Mill.), Man—
eln (Mi. 1,4 Milt.), Bienenwachs (M. 0 6 Milll), Zie—
jenfelle (M. 0,6 Mill.), Schasselle M. 0,5 Mill.).' Für
908 zeigen diese Ziffern einen bemerkenswerlen Rüsck—
zang. Obwohl noch nicht alle Abschlußziffern vorlle—
zen, stellen sich nach zuverlässigen Berechnungen die Ein—
uhrmengen in den angesührten Artileln nach Hauiburg
iuf rund: Gersie M. 4,5 Millionen (Abnahme 1,5 Mill.),
Volle 0,1 Mill. (Abnahme 1,4 Mill.), Mandeln 1,25
Nill. (Abnahme 0,15 Mill.), Bienenwachs 0,8 Mill.
Ahnahme 0,1 Mill.)' Ziegenselle 0,2 Mill. (Abnahme
4 Mill.), Schafselle 0,2 Mill. (Abnahme 0,3 Mill).
Lie in diesen Artileln, so ist fast in allen Erportariikeln
Narolkos ein Rückgang eingetreten. Die Hamourger Ein
uhr an Kanariensaat z. B. fiel von M. 380 000 i. J.
407 auf 40 000 i. J. 1908, Kumin von M. 200 000 i.
F, 1907 auf M. 17 000 i. J. 1908. In anderen Arti—
eln ist zwar eine Zunahme zu verzeichnen. so bei Wei—
en (1908: M. 530 000, 1807: M. 100 000) Bohnen
1808: M. 420 000, 1807: M. 250 000;, Gummi arabi⸗
uni und Sandarak (1908: M. 228 000, 1907: M.
205 000). Aber insgesamt hat die Wareneinsuhr aus
MNarckko nach Hamburg i. J. 1908 einen Rückgang um
innähernd 27 Prozent erfahren. Die Ge'amteinsuhr aus
Marokko nach Hamburg betrug im Jahre 1908 nur eine
dleinizkeit über M. 9 Mill. gegen M. 12313 000 im
dabre 1907. Wenn der „Temps in einem Artikel vom
1. Januar dieses Jahres bestritt, daß die französche
zntervention den deu, se. Handel in Marokko geschaͤ—
»igt habe, so dürste durch die cugeführten Zahlen der
Kegenbeweis erbracht sein. Nicht ein Stillstand des deut
chen Handes⸗ — *
Cokales uno Bermischtes
Dudweiler, 13. Februar.
F Die deutschen Veteranen- und Kriegerbünde von Nord—
merika werden im Frühjahr 1910 eine Deutschlandfahrt an—
reten. Die Vorbereirngen für diese Fahrt sind bereits in
vollem Gange. Gegen värtig weilt der Präsident des Zen—
ralverbandes, Richard Muller, in Deutschland, um hier die
rforderlichen Einleitungen zu treffen. Zum letzten Hofball
jatte Herr Richard Müller eine Einladung erhalten; der
daiser unterhielt sich äzängere Zeit mit dem ihm bereits be—
annten Führer der deutschen Kriegervereine in Nordamerike
ind sprach sein lebhastes Interesse füt die obenerwähnt
Deutschlandfahrt im Jahre 1810 aus. Die Kriegerverein
rerden die Reise in der eisten Hälfte des Mai antreten uud
in der Frühjahrsparade des Gardekorps teilnehmen. Außer
zamburg und Berlin sollen Dresden, Karlsruhe, Stuttgart
München, Köln, Frankfurt q. M. Strabburg, sowie das Kyff⸗
‚jäuser und das Niederwald-Denkmal besucht werden. Die
Zeteiligung an der Deutschlandfahrt wird eine sehr starke
ein. Präsident Richard Müller hat für die Fahrt Überall
as größte und bereitwilligste Entgegenkommen gefunden.
8 Ein Landrat über anonyme Anzeigen. Im amtlichen
dreisblait von Allenstein finden wir solgende bemerkenewirte
zekanntmachung des Landratae, der sich in scharfen Worten
egen die anonymen Denurzianten wendet: „Da mir n
ttzrer Zeit mehrfach Anschuldigu gen zugehen, die nicht un—
erschrieben sind, so bringe ich hiermit zur öffentlichen Kennt⸗
zis, daß solche Mitteilungen sür mich nur die Bedeutung
jaben, daß ich den Verfasser für feige und hinterhallig halte
ie zur Anzeige gebrachte Sache aber nicht weiter verfoige.
Blaubt j mand mir eine Mitteilung machen zu müssen, die
ex einem Schreiben nicht anvertrauen will, so bin ich jeder—⸗
zeit bereit, sie mundlich entgegenzunehmen.
8Trier, 6. Febr. Volksschulen zählt nniere Stadt
zurzen 94; sie sind in 12 Squlsysteme gegliedert und wer—⸗
den besucht von insgesamt von 4870 Kindern, 2663 Knaben
nd 2217 Mädchen. Auf die einzelne Schul⸗
bassekommen vrund 52 Kinder. Die meisten
7244 S Mauli es folet daun mit 1042
also 88 Volksschulklossen. Die meisten Klassen weist mit 91
St Paulin auf. Die stärkste der normalen Schulklassen dal
73 und die schwächste 31 Schüler. In den drei Klassen be—
Hilfsschule sitzen 16, 26 und 25 Kinder.
8 Was seit langer Zeit nicht mehr vorgekommen ist, hat
der diesjährige Winter zu Wege gebracht. Die pommersche
Ostseeküste ist völlig durch Eis blockiert. Mehrere Seemeilen
weit bedeckt eine Eiswüste die See, das Eis durfte bei den
ietzt vorherrschenden Winden auch längere Zeit fsestsehen, zu
nal es durch einen leichten Nordwind zusammengepreßt und
jeschoben worden st. Die Schifiahrt ruht vollig, weil all
däfen durch das Eis gesperrt worden find. Am 8. —X
gelang es noch einem Kohlendampfer aus England nach
zroßen Anstrengungen ohne Lotsen die Blockade zu durch⸗
hrechen und den Kolberger Hafen zu erreichen.
Tolstolanekdote. Vom Grafen Tobsto i, dem be—
lannten russischen Schriftsteller, er ählt man sich manche
Anekdote. Der Graf kleidet sich —3 durchweg wie en
Bauersmann und dadurch hat der greise Dichter man—⸗
ches Mißverständnis verursacht. Von einem der vielen
Mißverständnisse, wird im ‚Golos Prawdy“ erzählt. Eines
Abends betritt das Redakuonslokal eines Modtkeuer Blat
tes ein schlichte Bauersmann.
„Was willst du?“ fragt ihn der in der Redaktion at—
lein anwesende Leiter der Geschäftsstelle, ein Pole und
Verwandter des Herausgebers
Ich bringe eine Erzählung“, sagt das Bäuerlein.
„Jetzt haben wir keine Zeit. Es ist auch niemand
a 2
Dann wendet sich der Pole herablassend zu dem al
ten Bäuetlein und meint, es werde wohl irgend ein um⸗
gereimtes Zeug“ sein, das ihm da gebracht werde.
„Ist das deine Erzählung?“
Mein aber ich kann die Erzählung empfehlen.*
Der Herr lacht amüsiert über diefe Anlwort des Bau⸗
ern und meint ironisch, er werde die Sache dem Redak⸗
teur schon empfehlen.
„Nun, dann fügen Sie hinzu, daß Graf Tolstofr
die Erzählung gebrächt hat.“
Der Pole prallt zurück: „Graf Tolstoi? Das tann
nicht sein. Sie — ein Grafi⸗
„Ja“, erklärt Graf Tolstoi.
Meerch ein Unsinn! Graf Tolstoi wird doch nicht in
Vetattae etnhergehen! Geh' nur, Alter“ es—
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