Cokales und Vermischtes.
Dudweiler, 7. Januar.
8 Herr Burgermeister Jost ist jetzt definitid von der
röniglichen Regiernng zum Bürgermeister von Dudweiler er⸗
aanut worden. Wir zweifeln nicht, daß unser ganzes Ge⸗
neinwesen unter seiner Amisführung weiter aufblühen wird!
Ala ein Mann von Wissen und vieler Erfahrung wird er
die Leitung der Gemeindeangelegenheiten in einer Wiife
ührer, die dem Orte und seinen Eingesessenen zu Nutz und
Frommen gereicht. Trage auch jeder Bürger hierzu sein red⸗
iches Teil bei — dann wird der Erfolg nicht mangeln!
8 Enem tragischen Geschick ist den auch hier in Dud—
veiler bekoannte Polizeisergennt Stumm Zzum Opter gesallen,
ẽt war mit der Verfolgung eines Verbrechers aeauftragt.
Dieser besand sich auf dem Schiffe, das in St. Goar auf
dem Rhein lag. Früh morgens wollle sich Stumm auf das
Schiff begeben, stürzte jedoch von dem Landungssteeg in den
Khein und verschwand in den Fluten. Seine Leiche ist bis
etzt noch nicht aufgefunden. Stumm hinterläßt Frau und
dinder.
8Der Steiger Karl Kraus des Steinkohlenbergwerks
Zeinitz ist vom 1 Januar 1909 ab zum Fahrfseiger unter
zleichzeitiger Versetzung an das Steinkohlenbergwerk Camp—
jausen brördert worden. — Der Steiger Heinrich Schmeer
»es Steinkohlenbergwer!s Geihard ift vom 1 Januar 1909
ib zum Fahrsteiger unter gleichzeitiger Versezung an das
Zteinkohlenbergwerk Camphausen befördert worden.
8 Sauerkohl⸗Brühe als Putzmittel sur Messing. Die
Sauerkohl-Brühe ist ein vortreffliches Mittel zum Pußen von
Messing. Ist dasselbe sehr schmutzig, so soll man es in die
Bruhe legen und noch etwas Asche zu Hülfe nehmen. Hart⸗
näckige Flecken in einem Messingsieb, die keinem Mittel
veichen wollen, sollen auf diese Weise ausgetilgt worden sein.
Z Begleichung der Handwerkerrechnungen. Aus Hand⸗
wverkerkreisen wird uns geschrieben: Wie das Mädchen aus
der Fremde in dem bekannten Frithlingsgedicht, so stellen sich
regelmäßig nach Neujahr die Rechnungen ein, die die Ge—
chaäftstreibenden insbesondere aber die Handwerker, ihren
dunden mit dem Jahreswechsel zu übermitteln haben. Mit
odanger Sorge mag wohl die eine oder andere Rechnung der
Post auch in früheren Jahren zur Versorgung anvertraut
worden sein, ob ihre pünktliche Bezahlung auch wohl erfol—
zen würde — in diesem Jahre, wo infoige des wirtschaft⸗
lichen Riedergangs die Lage vieler kleiner Handwerker sich
sehr ungünstig gestaltet hat, ist diese Sorge besondeis groß.
Da jollte es nun Ehrenpflicht aller Derienigen, die die Hand—
verkerrechnungen erst zum Jahresschluß zu erhalten wünschen
ein, sie nach Erhalt mögliast bald zu begleichen. Sie wollen
beden!en, daß auch der Handwerker seinerseits wieder Ver—
oflichtungen zu erfüllen, daß auch er Rechnungen zu bezahlen
zat, die er mit Rücksicht auf das Neujahrs-Inkasso so lange
jzat ftunden lassen müssen. Bekommt er die Gelder nicht
zünkllich ein und kann er infolgedessen seinen Verpflichtungen
nicht zur festgesetzten Zeit nachkommtn, so unteigräbt das
einen Kredit und bringt ihn leicht in den Ruf eines un—
ünktlichen Zahlers. Was das aber gerade fuür den kleinen
dandwerker im geschäftlichen Leben deutet, liegt so klar zu
dage, daß es nicht näher ausgeführt zu werden braucht.
Hier loͤnnen die Herrschaften durch baidige Honodierung der
Rechnungen sich ein großes soziales Verdienst etwerben. Man
asse sich nicht beirren, durch Ausspruche wie z. B.Mif der
Bezahlung eil“s noch nicht“ oder „Das hat noch Zeit!“
usw. Derartige Redewendungen enispringen meistens der
Furcht, einen zuten Kunden durch das Draͤngen auf baldige
Bezahlung zu verlieren; in Wirklichketi ist die letztere immer
erwünscht und auch ganz in der Ocdnung. — Hoffentlich
lragen diese Zeilen dazu bei, die möglichst baldige Begleich
ing der Neujahrsrechnungen der Handwerker u. kleinen Ge⸗
chäststreibenden sicher zu stellen.
8 Neunkirchen, 5. Jan. In der Neujahrsnacht
vollte der 30 Jahre alte Bergmann Bach in Huͤtiigweiler
einer Frau das Neujahr anschießen. Dodh platzte die Pistole
und ein Stück des Laufes drang dem Mann⸗ in die Bruft.
sodaß er starb.
Resden, 5. Jan. Der Schloner Peter Blies aus
Schiffweiler, der bei der Dudweiler Eisenbauanstalt beschäftigt
st, fiel gestern Mittag beim Ausschlagen eiges großen Ge—
üstes an der Bahnstrecke aus einer Höhe von 9 Meter so
inglücktich auf einen Haufen Steine, daß er wie keblos lie—
jen blieb. Der Schwerverletzte wurde nach Neunkirchen ins
drankenhaus verbracht. Obrohl B. mehrere schwere innere
uind äußere Verletzungen davontrug, hofft man doc, ihn am
Leben zu erhalten.
*TDrier, 4. Jan. Wegen Bigamie verhaftet wurde
heute der Fuhrmann Heitel von hier. Hertel, der früher in
der Gegend von Monnheim wohnte, verließ heimlich seine
Frau und siedelte nach Teier Uber. In Trier ging er eine
weite Ehe ein. Vor einigen Tagen wurde die hiesige Po⸗
izelbehörde von Mannheim aus ersucht, den Hertel aufzu⸗
ordern, für seine unterstützungsbedürstige Ehesrau zu sorgen.
Dadurch kam das Verbrechen an den Tag.
8 Aus Elsaß⸗-Lothringen. Leutnant Hielscher vom Feld—
irtillerie⸗Kegiment Nr 15 in Straßburg wurde durch den
dusschlag eines Pferdes so unglücklich vor die Brust getroffen
daß der Tod sosfort eintrat.
8Hamm, 8. Jan. Von der Zeche Radbod hat wiedet
eine Zahl von 150 Arbeitern ihre Abkehr nehmen müssen
so daß die Belegschaft jetzt noch eiwa 150 Mann start inñ.
Von diesen entlassenen Arbeitern werden einige auf deu be—
zachbarten Zechen Arbeit erhalten viele sind jedoch noch ohne
eglichen Verdienst. Die Hinterbllebenen der Verunglückten
sind im Grunde genommen besser daran, wie die Arbeits⸗
losen. Dede und leer fieht es an verfchiedenen Stellen i
)e: Kolonie der Zeche Radbod aus, da durch die Abkehr des
letzten Teiles weit übec die Halfte der Wohnungen leer steht.
An vielen Wohnungeu sind fast fämtlicke Fensterscheiben zer⸗
zrümmert. Die Entsumpfnngsarbeiten der Radbods hächte
ind soweit gedlehen, daß morgen die erste Sohle frei wer—⸗
den wird; am Donneirstag betrug der Abstand noch 7 Meler.
Wenn diese Sohle frei ist, soll fie erst befahren und besichtigt
verden. Hierauf werden die Entsumpfungsarbeiten urver⸗
indeit fortgesetzt, bis die zweite Sohle erreicht ifn auf dem
iledann durch ein Pumpwerk die Hebung des übtsaeun Waf—
ermöoßen erfsolsf
E) Röoln, 6. Jan. (3000 Mark gestohlen.) Ge—
ndern wurde einem Geldbriefträger, der 3000 M. angewie⸗
ener Gelder in einem Hotel auszahlen wollte, dort aber
den Adressaten nicht antraf, und sich alsdann zur Reichs
ank begab, das Geld gestohlen. Die Reichsbank ließ so—
ort ihre Lokalitäten sperren und durch die Kriminalpo⸗
zei eine Untersuchung vornehmen, die indessen ergebnis—
las verlief. Bis heute Vormillag bat man über den Ver—
eih des Geldes voch keine Undaltsvunti—
⸗Roöoln, 5. Jan. (Zum Deutzer Bankkrach.
vach der vor kurzem verhandelten Klage der Gläubiger
»er Deutz-Kalker Vollsbank gegen deren Vorstand und
lufsichtsrat wurde die Klage einer Anzahl von Genossen
er Bank auf Schadenersatz am hiesigen Landgericht ver⸗
undelt. Die Beklagte vertraten sechs Rechtsanwälte. Viel
icues Material ergab die Verhandlung nicht. Das Urteil
vird am 2. März verkündet.
(c). Düfsseldorf, 6. Jan. Verurteilter Un—
erschlager.) Die hiesige Straffkammer verurleilte
»en früheren Kassierer Rudolf Stelt vom sozialdemokrati—
chen Fabrikarbeiterverbande wegen Veruntreuung von
1280 M. Verbandsgeldern zu sechs Monaten Gefüängnis.
) Elberseld, 6. Jan. (ueberfahre n.) Von ei⸗
iem Zuge überiahren und getötet wurde ein 25 Jahre
lter Arbeiter von hier. Derselbe war in Gevelsberg be⸗
häftigt und wollte zur Fahrt nach dort den fälligen Per⸗
znenzug benutzen. Er hat, um den Weg abzukürzen, das
Zahngeleise überschritten und ifst in dem Tunnel zwischen
em Mirler und Ottenbrucher Bahnhof von einen Zuge
Lerfahren worden.
E) Effen, 6. Jan. Erplodierte Patronen.)
zn der Ortschaft Günnigfeld fanden mehrere Kna—
en Dynamitpatronen und brachten sie zu Hause zur Ex⸗
losion. Drei Knaben und eine Frau wurden dabei hoff⸗
ungslos verletzt.
) Oberhausen, 6. Jan. (Unglücksfälle.) Ein
under Brikettfabrik der Zeche „Deutscher Kaiser“ mit Aus—
esserungsarbeiten beschäftigter Arbeiter kam durch einen
aglücklichen Zujall der Starkstromleitung zu nahe und
rhielt einen so starken elettrischen Schlag, daß er sofort
ot zu Boden stürzte. — Im benachbarten Osterfelde ift
in Bergmann am Sonntag im angetrunkenen Zustande
interrücks die Treppe heruntergestürzt, brach hierbei das
Inick und war sofort tot.
() Nus der Pfalz, 6. Jan. (UUeberfahrene
chafherde.) Vor der Station Hochspeyer nach Kai—
rslautern zu geriet eine Schafherde, die nebenan ge⸗
eidet hatte, unter einen Personenzug, 35 der Tiere fid
etötet worden. Der KZug mußte halten
*Gattenmord. Im Hause Mariannenstraße 30 im
Zzüdosten Berlins wurde die Portiersfrau Rachut mit
ioch blutender Wunde tot aufgefunden. Anfangés glaubte
nan, daß ihr Tod infoige eines Blutsturzes eingetreten
ei, aber als man die Leiche aufhob, zeigte sich eine
loffende Wunde an der rechten Wange. Ihr Tod ist
enrnach offenhar auf einen Mord zurückzuführen. Der
dat dringend verdächtig ist der Ehemann. der spurlos
erfchwunden isi.
*Die Jagd auf Siernickel ist wieder ergebnislos
erlaufen. Der nach Zerbst gereiste Kriminaltommissar
Vehn hat dort bei der Gegenüberstellung mit dem ver—
afteten angeblichen Unterschweizer Kaufiann diesen nicht
ls den geluchten und steckbrieflich versolgten Raubmörder
zternickel erlannt. Auch das mit dem Verhafteten vor—
tnommene Verhör ist völlig ergebnislos verlaufen. Da
er Festgenommene aber doch etwas auf dem Kerbholze
u haben scheint, bleibt er bis zur unzweiselhaften Fest⸗
ellung seiner Persönlichleit vorläufig in Haft.
* Beim Rodeln verunglückt. Der 26jährige General—
ekretär des Vereins deurscher Zellstoff-Fabrikanlsen in
dresden, Dr. Walter Tietze, der sich zur Erholung in
völfelsgrund im Riesengebirge aufhielt, erlitt dort einen
ödlichen Unfall. Er raunte beim Rodeln gegen ein Tor
iner Scheune und zog sich erhebliche Verletzungen zu,
ie eine Operation nötig machten. Er sarbe nach dei
Peration.
* Großzfener. Das Spinuereigebäude der Firma Baer—
oinkel u. Rosenberg in Verviers ist mit sämtlichen Ma—
hinen durch Feuer zerstört worden.
* Erdstoßß. 6 Uhr 20 Min abends wurde nach einer
Neldung aus Bern im Kanton Wallis ein kurzer aber
räftiger Erdstoß verspürt.
*Erdbeben. Aus Philadelphia wird berichtet, daß die
Stadt und das umliegende Land von zwei Erdstößen
seimgesucht wurden. Obwohl diese nur leicht waren und
iur kurze Zeit dauerten, kann man ihre Wirkung an vie—
en Häufern erkennen, die Risse erhielten und einzustürzen
W—rrhen
Die Kosten der chinefsischen Kleidung. Trotz der
uropäischen Kultur kennen die Chinesen noch nicht den
Lurus unserer Modedamen, und zu ihrem Glücke hat im
deiche der Mitte die Königin Mode noch immer nicht ih
Thron aufschlagen lönnen. Wenn auch die Chinesiw
ien oft für zehn- bis zwanzigtausend Mark Schmuck ar
ich tragen und stets in Seide gelleidet einherschreiten, ft
zeben sie doch nur ein einziges Mal in ihrem Leber
ind zwar an ihrem Hochzeitstage viel Geld für ihre Toi
etten aus. Da kosiet ein Kleid besonders in den Krei—
en der oberen Zehntausend oft mehrere Tausend Nark.
dann aber sinken die Toilettenausgaben schnell auf zwei—
is dreihundert Mark jährlich herab. Ein gewöhnliches
liltagskleid kostet in China 26 bis 35 Wark, waährend
in Kleid zu festlichen Anlässen höchstens das drei⸗— bis
ierfache beträgt. Der Sommeranzug eines Arbeiters ist
chon für 2,50 Mark zu erstehen, der im Jahre überhaupt
iur zwei Anzüge gebraucht. Wattierte Winteranzüge ko—
ten 527 Mark und halten zwei bis drei Winter. Die
tiederen Volksklassen gehen meistens barfüßig, und doch
ind gewöhnliche Schuhe mit sehr starken Sohlen schon
ür 1.50 Mark zu haben.
Klapperschlangen als Nationalgericht. Sylvanite,
as neueste Goldlager von Neu-Mexiko, steht in Bezug
uuf das beliebteste Gericht seiner Kolonisten wohl einzig
»a. Die zahlreichen Hotels der Goldsucherstadt führen
ils besondere Spezialität auf der Speisekarte Klapperchlangenbraten.
Eines Tages war im Hotel „Zum Gold—⸗
lumpfen“ das frisch! Fleisch ausgegangen und der Wirt,
iin findiger Kopf, schickte seine Leuse in den Wald, um
dlapperschlangen zu suchen, da er gehört hatte, daß das
zleisch schon zu wiederholten Malen in Amerika gegessen
ind gut befunden wurde. 87 RNlapperschlangen mußten
hr Leben lassen, für jede zahlte der Wirt 250 M. Am
lbend fanden seine Gäste das Fleisch besonders schmack
aft und als ihnen der Wirt erzähl,e, was für eine
delikatesse sie eben verzehrt hatten, verlangten sie die
sufnahme dieses Gerichtes in die tägliche Speisenkarte.
zon dem Tage an ist Klapperschlangenbraten die Naups—
ialspeise von Sylvanite.
Ein heiteres Vorkommnuis. Zu den mancherlei
rusten und heiteren Folgen der Ganserbriefe liefert ein
zeser des „Berl. Tabla“ diesem aus Verlin solgenden lu—
tigen Beitrag: Mit großer Bestürzung eilt ein hiesiger
erheirateter ‚Lebemann“ zu seinem juristischen Beraier,
inem bekannten Rechtsanwalt, und zeigt ihm die soeben
mpfangene Gantersche anonyme „Zuschrift“. Nach reif—
icher Ueberlegung gibt der Rechtsanwalt seinem besorg⸗
en Klienten den Rat. der getreuen Gattin alles zu beich—
en, in der sicheren Voraussicht, daß nach kurzem Sturm
sie Verzeihung nicht ausbleiben dürfte. Kaum ist der
nglückliche Ehemann von dannen geeilt, als der Rechts—
nwalt den Besuch zweier anderen Klienten empfängt, die
hm ebenfalls die Ganterschen „blauen Karten“ vorzeigen.
ierdurch auf den Schwindel aufmerksam gemacht, fele—
honiert der Anwalt schleunigst seinem ersten Klienten:
Richt beichten, alles Schwindel!“ und erhält hierau
ꝛNAntianrt Noider 2u syüt horeita dehroidtotte
UNenste Nachrichten und Telegramme.
Depeschen Bureau Herold.
*Berlin, 6. Jan. Die gegenwäͤrtige wirischaftliche Lage
jat der preußische Minister für öffentliche Arbeiten, Breiten—
ach, einem Mitarbeiter des „Tag“ gegenüber folgendermaßen
zeurteilt: Die augenblickliche wirtschaftliche Lage kennzeichne
sich als eine Periode des Stillstandes, zutreffender des Aus
uhens nach langdauernder, scharfer Anspannung der materi
Allen und geistigen Kräfte, über die wir in unserem Vater—
ande in so reichem Maße versügen. Das Ergebnis diese
Anspannung war eine ungewöhnliche Zunahme des nationalen
Wohlftandes zum Nutzen aller Volkskreise. Ein gesunder
dörper bedarf der Ruhe, um auf der Höhe seiner Leistungs
fähigkeit, seines Könnens zu verbleiben. Das kommende Jahr
vird, so hoffe ich zuversichtlich den Beweis liesern dasür
daß wir zu neuer wirtschaftlicher Kräfteentfaltung erstart
ind, um im friedlichen Wettstreit der Volker unsern Plaß
ju bewahren und den wachsenden Kuliuranfgaben des
modernen Staates gerecht zn werden. Möge das neue Jah
ziese, manchen wohl etwas optimistisch erscheinende Zuversich
rechtfertigen!
* Hamburg, 7. Jan. In Dahlenburg an der Oberelbe
vurde der Bürgervorsteher Kapf verhaftet? Ec steht in den
Lerdachte, der Urheber der in letzter Feit in Dahlenbur
nehrfach vorgelommenen Beände zu sein.
*Berlin, 6. Jan. Die Reichsstagsgemälde von Angelb
Jank, die nach ihrer provisorischen Anbringung zu viel—
achen Erörterungen Anlaß gaben, sind heute wieder ahb—
znommen worden.
*Berkin, 6. Jan. Das Befinden Castros ist heute
Kormittag verhältnismäßig befriedigend. Trotzdem ist
zei dem Patienten, wie Projessor Israel mitteilt, die Le—
hensgefahr noch immer nicht ausgeschlossen.
* Straßzburg, 6. Jan. Nach hier eingegangenen Mel—
dungen dürste die Wahlprüfungs-Kommission des Reichs
tages im Plenum beantragen, die angefochtene Wahl de—s
sozialdemokratischen Abgeordneten Böhle für Straß
burg⸗Stadt im Reichstage für ungültig zu erklären.
*Wien, 6. Jan. Ter Gefandte in Belgrad hat neu⸗
Instrukrionen erhalten, daß die serbischen Erklärunger
der österreichischen Regierung nicht genügen. Der Boi
chafter solle auf sofortige Beantwortung der österreich
chen Forderungen bestehen.
* Paris, 6. Jan. Gegenüber der von deutichen Blar
ern gebrachten Nachricht aus Rabat, daß französisch.
Truppen an die Nordgrenze des Schaujagebietes abmar
schiert seien, und die Kasbah von Chraal beseht hat
ten, erklärt eine anscheinend halbamtliche Note, daß di—
ranzösische Regierung von einem solchen Vormarsche nicht
visse, der übrigens in vollkommenem Widerspruche mi
den dem General d'Amade erteilten Weisungen stehe
vürde.
* London, 6, Jan. Die Neujahrs Aeußerungen de—
daisers zu den kommandierenden Generalen erregen
jier großes Aufsehen und werden von den heutigen Mor
senblättern in ausführlichen Berichten wieder gegeben
Am meisten Eindruck macht hier die Erklärung des Gra
en Schlieffen, daß England ein unversöhnlicher Fein*
deutschlands sei. Die Zussimmung des Kaisers zu diese
Ansicht, meint ein englisches Blatt, wird einen veinlich
kindruck in England hervorrufen.
* London, 6. Jan. Meldungen aus Teheran besagen
daß Ispahan in vollem Aufruhr ist. Die Lage ist sehr
ernst. Es herrscht voltsiändige Anarchie. Soldaten habe
die Haupt-Karawanen und Staatswagen geplündert.
* London, 6. Jan. Die englische Regierung wird
wahrscheinlich ihren Vertreter in Peking beauftragen, be
der chinesischen Regierung gegen die Absetzung Mau—⸗sshai
Kais Einspruch zu erheben.
* Wafhington, 6. Jan. Columbia, Panama und die
Vereinigten Staaten haben die zwischen Columbia und
Panama schwebenden Streitfragen durch Verhandlungen
zütlich beigelegt. — —
*Paris, 7. Jan. Der Marine⸗Minister hat an die
dafenbehörde vertrauliche Noten eingesandt, in denen er An⸗
veisung gibt, möglichst schnell üUber den Umsang der Arsenal—
vorräte Bericht zu erstatten.
* Nom, In Palmi, das von dem Erdbeben schwer heim⸗
zesucht worden ist sind jetzt unter der überlebenden Bevoͤlker⸗
ung die schwarzen Pocken mil Igroßer Heftigkeit nusgebrochen
Von Rom und Maitand sind sofort die noͤtigen Maßregel⸗
zetroffeu worden, um der Epidemie Einhalt zu tun.
Messina, 7. Jan. Ja Laufe der vergangenen Nacht
wurden wirderum zahlreiche Erdstöße verspuürt, wodurch ver—
schiedentlich Feuer ausbrach.
Egiierbei ein Prospekt des Bankhauses Rud. Lau
in Hamburg.
Hallenarbeiter
für den Schtachthof der Gemeinde Dudweiler zum 1, Feb
dieses Jahres gesucht
Monatlicher Lohn 75 Mark und freie Wohnung auf den
Schlachthof.
Meldungen bis 14. dieses Monats an den Unterzeichnete;
Dudweiler, den 4. Januar 1909.
Der c. Burgermeister Jo st.
Vergebung.
Die Gemeinde Dadweiler ha. die Abfuhr der Schlae
hofabgänge zu verge en.
Wöchentlich durchschnittlich 2 Wagen.
Gefällige Meldungen erbittet Untetzeichneter bis zum
dieses Monats.
Dudweiler, den 4. Januar 1909.
Der c. Bürgermeister Jo fsi
Die Gemeinde Dudweiler sucht an Stelle des ausgesch
denen Feldhuters Wilhelm einen
feldhäher
Mona.licher Lohn 40 Mark.
Meldunarn bis 20. dieses Monats an den Unterze
aeten.
Dudweiler, den 4. Januar 1909.
Der c. Buͤtgermeister Jost
t jen ˖ Club
Stenographen u
„Stolze⸗Schrey
—
Vereinslokal Ww. Riedschr
Samstag abend
Gem. Zusammenkunft.