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Zit Veilagen: „Relletristische Wochenschrift““ und
Rxustige Bluͤtter“.
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Klgemeiner Anzeiger für den Rürgermeistereibezirl
Zudweiler.
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bestellt M. 2,25 vierteliahrlich.
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entsprechender Rabatt.
n Verlag von J. nter
Rdnzei
Die „Dudweiler Zeuung“ erscheint iäglich mit Ausnahme der Sonn⸗
und Feiertage.
einziges Zeuermeer waren, entluden sich die Winen Wit
urchtrarem Krachen stürzten die Türme ein, der Karls
urm barst in zwei Teile, wovon der eine in die gäh—
iende Tiefe stürzte. Tas Schloß wurde in wenigen Stun—
»en ein wüster Trümmerhaufen. Sodann ward die ganz
Stade angesteckt. Das Feuer wütete, die entsetzten Bür
zer flohen. Selbst französische Offiziere schämten sich die—
er Tat ihres Führers, und der Kurfürst Philipp Wil—
zelm schrieb an Kaiser Leopold, diese Tat rühre von
zem „leidigen Satan“ her.
Nach Heidelberg kamen die Städte und Dörfer an
»er Bergstraße an die Reihe. Die Bewohner, welche den
Lersuch machten, etwas von ihrem Eigentum zu retten,
vuaden erschlagen. Hunderte von Leichen erschlagener
der erfrorener Menschen bedeckten die Wege. Die Mann
eime Bürger mußten erst die Festungswerke abtragen,
zann ward die Stadt zerstört. Hungernd und nackt trieb
Nelac die Leute in die Winterkaͤlte hinaus. Aehnlich er—
zinas Frankenthal, Ladenburg, Kreuznach und anderen
Drten. Speyer und Wornis, die ruhmreichen Städte, san—
en in Asche; die rohen Horden erbrachen die Kaisergrä—
»er und streuten die Asche vieler Kaiser in den Wind.
Ju anderen Gegenden mußten die Landleute ihre
nmit Getreide bestellten Felder wieder umvflügen. An ei—
ieut Tage ließ der en menschte Melat 799 Häuser anftek—
en, und er sagte lachend, er wolle wiht, „daß die Leute
rieren!“ Das Deutschland von datials war jämmerlich
errissen, darum konnten solche Greuel ungestraft gesche—
jen. Wie anders doch jetzt nach 220 Jahren, da wir
w ꝛ auf ein geeintes und mächtiges Deutsches Reich
chauen
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wie die Frauen für den schuldigen Teil erklärt, bei Ehe—
bruch nur ein Fünftel bis ein Achtel mehr.
Oesterreich⸗Uugarn.
* Nachrichten aus Abgeordnetenkreisen zusolge wollen
sich sämtliche tschechischen Parteien mit den Sudsiawen
zur Opposition gegen das neue Kabinett Bienerirh
zusammenschließen, weil dies neben neun deutschen nur
drei sawische Mitglieder habe.
*In Jung-⸗Bunzlan wurde eine Orgamsation der
Karenal⸗Sozialisten aufgelöst. Den Anlaß zu dieser
Maßregel gaben antimilitaristische Bestrebungen und die
un m chen Demonstrationen anlaäßlich der Einwagaonier—
ung des nach Bosnien abgegangenen 36. Infäanterie-Re—
ꝛiiments.
*Selanze Ministerpräsident Bienerth überzeugt ist,
daß die Obstruktion der Tschechen fortdauert und die Ta—
zeserdnungen mit Dringlichkeitsanträgen belegt werden,
vird er es unterlassen, die verschiedenen Staatsnotwen⸗
diakciten selbst im Wege der Dringlichkeitsanträge durchzusetzen,
sondern zur Auflösung des Hauses
chreiten. Dies dürfte etwa Mitte März geschehen. Sollte
indessen bis dahin ein Vorgehen Oesterreichs gegen Ser—⸗
hien notwendig werden, so wird die Auflösung unter—
zleiben, da die Regierung der Absicht ist, daß ein even—
uelles Ultimatum an Serbien den Reichsrat sofort ar—
beits fähig machen würde.
Bolland.
*Das offiziöse Korrespondenz-Bureau dementiert die
Hachricht über die Einseßgung einer Regenitschaft.
Deuigegenüber kann festgestellt werden, daß jene Mespung
derrnuch zutrifft. Die Vorbereitung zur Regentschaft war
gezebssen und es verlautet, daß Prinz Heinrich die
RNegerntschaft führen wird.
Fraukreich.
* Ter augenblicklich in Berlin weilende Spezial⸗Korre—
pondent des „Matin“, Hedmann, erfährt, daß in politi—
schin Kreisen Deurschlands die Möglichkeit eines Abschlus—
ses eines Handelsvertrages mit Franktreich er—
örtert werde. Weiter teilt der Korrespondent mit, daß
die deutsche Regierung nicht wünsche, eine neue Konfe—
renz ähnlich derjenigen von Algeciras einzuberufen.
*Wie der „Petit Parisien“ mittcilt, habe der Marine—⸗
minister bei verschiedenen großen Werken anfragen lassen,
ob sie in der Lage seien, sofort große Artillerie-Bestell
ungen auszufuühren. Diese Enquete soll befjriedigend
aus gesallen sein. Das Marineamt will demnächst Be—
itellungen machen auf 5 Geschütze von 3085 Millimeter, 29
Keschütze von 240 Mitlimeter und 75 Geschütze von 75
Mellimeter, sowie weitere 25 Geschütze leichteren Kali—
bers, die zu Ergänzungszwecken dienen sollen. Ferner sol
en Lieferungen auf Munition und Panzerplatten ausge
ichrieben werden.
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Erstes Blatt
Die Verwüstung der Pfalz ini Jahre
1689.
Winter und Frühjahr 1689 werden in der deutschen
eschichte für immer als eine Zeit der tiessten Ohnmacht
ind Zerrissenheit verzeichnet stehen. Ludwig 14., Frant—⸗
eichs unersältlicher König, hatte im Jahre 1688 den
weiten Raubkrieg gegen deutsches Land begonnen. Im
zersailler Prunkschloß faßte sein Ratgeher Louvois den
bscheulichen Plan, die Pfalz, eine der blühendsten Ge—
enden Deutschlands, von Grund aus zu verwüsten, und
zudwig 14. hieß diesen Plan „vorzüglich“. So zogen denn
lanzösische Morobrennerscharen in das gesegnete Länd—
hen. Den schlime “en aene hatie man zum Führer
»er Truppen gemacht, den Brigadegeneral Melac. Wegen
einer Häßlichkteit von allen Frauen verschmäht, beschloß
Reloe, an dem Menschengeschlecht sich zu rächen. Er um—
ab sich mit einer Meute bissigster Doggen, und wenn ihn
ie Leute mit diesen Bestien ankommen sahen, flohen sie
wisetzt. Aber grimstig lachend hetzte er die Doggen hin—
erdrein; ergriffen sie jemand und zerfleischten ihn, dann
var Melacs Freude vollständig. Teuflisch klang sein La—
hen, als er einige Männer zwang, die Kaiserglocke des
domes in Speyer zu läuten, als er eine seiner verende—
en Bestien begraben ließ. Seine Mordlust war riesen—
zroß; er selbst sagte, daß er „am liebsten alle Länder in
Zlut ertränken“ möchte und er „auf seines Königs Be—
ehl den Himmel in Brand stecken würde“. wenn es mög—
ich gewesen wäre.
dieser halb wahnsinnige dann begann in der Plalz
ind den angrenzenden Landstrichen sein Zerstörungswerk.
den Anfang machte er mit der schönen Stadt Heidel—
»era Zwar hatte er der Stadt bei der Kapitulation ver—
urochen und sich schriftlich verpflichtet, „nichts darinnen zu
erderben und zu verändern“, besonders aber das präch—
ige Schloß zu schonen, jedoch schon nach wenigen Wo—
hen ward der Vertrag gebrochen. Am 2. März 1688
Azte er der Zerstörungswut durch die Vernichtung des
ichlesses die Krone auf. Die Zimmer des Schlosses wur—
en geplündert, aus dem Zeughause Waffen und Muni—
ion geraubt, die Weine aus dem Keller und die kost—
»aren Möbel an die Soldaten verteilt. Dann legten die
zionliere Pulverminen unter den stolzen Türmen. Mor—
ens um 6 Uhr ertönten Kanonenschüsse, und auf das
eralredete Zeichen ssogen von allen Seiten Hunderte von
rennenden Pechkränzen ins Schloß. Die Flammen schlu—
en schaurig auf, die Dachstühle stürzten bald ein, die
ziehel wankten, und als alle Teile des Schlosses ein
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Politische Rundschau
Deutsches Reich.
2. Ein jetzt ratisizierter badisch⸗vᷣsterreichischer Sut a a t 8
wertrag über Beseitigung der Doppelbesteuerung
esti unrt, daß badische bezw. österreichische Staatsangehö—
ige zur die en Staatssteuer nur in dem Staat heran—
zezegen wennn, in dem sie ihren Wohnsitz haben, zur
bestenerung von Grundbesitz oder gewerblichem Betrieb
iur in dem Staate, in dem der Grundbesitz oder dje
Betriebsstätte liegt.
In Preren wurden nach einer Zusammenstellung
der „Statisean Korrespondenz“ im Jahre 1907 7852
Fhen recht» räftig geschieden gegen 7539. im Jahre
906, davon 6307 in den Städten und 1645 auf dem
latten Lande. Die Scheidungsursache war fast in der
zalfte der Fälle Ehebruch, in einem Drittel der Fälle
chwere Verletzunz der durch die Ehe begründeten Pflich—
en oder ehrloses oder unsittliches Verhalten, in einem
ichtel bis zu einem Neuntel der Fälle bössswillige Ver—
uüne Die Mämnner wurden ungefäkr dopvelt so oft
Jossetf Levy Uwe. Dudweiler Marßkt.
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