Full text : Dudweiler Zeitung

AAummer 35

. o9, 258, 260 uRν IS. Donnenstag den U. Februar 1909. Zeitunaeliste *
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22Jahrgang.

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Mit Veilagen: „RBellsetristische Wochenschrifte“ und
„Tustige Blätter“.

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Klgemeiner Anzeiger für den Bürgermeistereibezirh
Dudwmeiler.

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monatlich 720 Pfg. frei ins Haus gebracht; bei der Post
bestellt M. 2,25 vierteljahrlich.
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Die „Dudweiler Zeitung“ erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn⸗
und Feiertage.
S α

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kosten Jo Pfg. die spaltige Zeile; bei mehrmaligen Inserationen
entsprechender Rabatt.
Redakrion, Druck und Verlag von J. Unterkeller
in Dudweiler.

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Ein Denkrualfür die Königin Viktoria.
Der Stadtrat von Nizza faßte den Beschluß, der
verstorbenen Königin Viktoria von England ein Denkmal
zu errichten und zwar gegenüber der Villa, in der die
Königin zu wohnen pflegte. Das englische Königspaar
wurde auf der Durchreise nach Berlin in Ca—
lais von dem Beschluß des Stadtrats in Kenntnis gefetzt,
König Eduard sprach seinen herzlichen Dank für die
Ehrung seiner Mutter aus

F

König Eduard in Berlin
Die Trinksprüche.
Bei der Galatafel im Königlichen Schlosse brachte der
daiser fotgenden Trinksipruch aus:
Es bereitet der Kaiserin, mir und meinem ganzen
zause aufrichtige Freude und Genugtuung, Eure Majestät
ind Ihre Majestät die Königin in meiner Haupt- und
stesidenzstadt Berlin und in diesem alten Schlosse meiner
Loriahren aufs herzlichste willkommen zu heißen. Alte
draditionen und enge Bande der Verwandtschaft ver—
nüpfen uns miteinander, und unsere mannigfachen Be—
jegnungen sind mir stets eine Quelle besonderer Genug—
nuung gewesen. Noch vor wenig mehr als einem Jahre
var es der Kaiserin und mir vergönnt, unvergeßliche Tage
ils Eurer Majestät Gäste in dem altehrwürdigen Schlosse
„on Windsor zu verbringen. Wir hoffen, daß es Euren
MNajesiäten auch bei uns gefsallen möge, und daß der lei—
»er nur zu kurze Aufenthalt nur angenehme Erinnerun—
jen hinterlassen wird. Es gereicht der Kaiserin und mir
u ganz besonderer Freude, daß Ihre Majestät die Kö—
gin unsere geliebte Tanie, den Glanz dieser festlichen
kage durch den Zauber ihrer gewinnenden und liebens⸗
vürdigen Anwesenheit erhöht. Wir sind ihr besonders
zankliar, daß sie die Reise in dem nordischen Wintexr gar
ucht gescheut hat, um uns durch ihr Erscheinen in Berlin
»en Beweis ihrer verwandtschaftlichen Gesinnung zu geben.
Zure Majestät könuen versichert sein, daß zugleich mit mir
much meine Haupt- und Residenzstadt und das gesamte
deutsche Reich in Eurer Majestät Anwesenheit ein Zei—
hen der freundschaftlichen Gesinnung erblicken, welche Eure
Hatestät zu diesem Besuche bewogen hat. Das deutsche
Volk begrüßt den Beherrscher des mächtigen britischen
Weltreiches mit der ihm gebührenden Achtung und sieht
dem Besuch eine neue Vürgschaft für die sernere fried
iche und freundschaftliche Entwicklung der Beziehungen
wischen unseren beiden Ländern. Ich weiß wie sehr
infere Wüniche nach Erhaltung und Festigung des Frie—
ens übereinstimmen, und ich kann Eurer Majestät kein
chöneres Willkommen bieten als mit dem Ausdruck der
uversichtlichen Ueberzeugung, daß Eurer Majestät Besuch
ur Verwirklichung jener unserer Wünsche beitragen wird
Indem ich noch der Hoffnung Ausdruck verlcihe, daß das
veue Reich, über wesches Eure Majestät herrschen, auch
ernerhin gedeihen und blühen möge. weihe ich mein
Ilics Eurer Maiestät und Ihrer MWꝛ2 :
Vobl!
Auf den Trir
rwig von Er

eann daher nur wiederholen, daß unser Kommen nicht
zaAlein die engen Bande der Verwandtschast zwischen un—
eren Häusern vor der Welt in Erinnerung zu bringen
oeabsichtigt, sondern auch die Befestigung der freundschast—
ichen Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern und
zudurch die Erhaltung des allgemeinen Friedens, auf
welchen mein ganze? Streben gerichtet ist, erzielt. Mit
dem Wunsche, daß die gedeihliche Entwickelung Eurer
Pahjestät ganzen Reiches auch in Zukunft andauern möre,
erhebt ich mein Glas auf das Wohl Eurer Maiestät, Ih—
rer Naictket der Kaiserin und Ihres Hauses.
Nach dem Diner hielten die Fürsten Cercle in der
J1.. ergalerie

Berlin, 10. Febr. Die Rappen, die den Gala—
wagen der Kaiserin und der Königin von England zo—
gen, wurden bei dem Einzug infolge der schmetternden
Fanfaren unruhig. Als sie die Schloßbrücke passierten,
cheute das Sattelpferd infolge des lauten Kanonendon—
iers und sprang beiseite. Das Handpferd wurde dadurch
um Stürzen gebracht und riß das Sattelpferd mit. Ein
ercitgehaltenen Ersatzwagen nahm die fürstlichen Damen
auf. Als die Tiere wieder aufsprangen, wurden sie von
emem neuen Schuß erschreckt, rissen sich los und stürmten
zavon. Bei dem Bemühen, sie aufzuhalten, wurde ein
Befreiter vom Regiment der Garde-du⸗-Corps aus dem
Zottel gehoben und stürzte mit dem Kinn so heftig gegen
»inen Laternenpfahl, daß er sich eine stark blutende
VWunde zuzog.

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König Eduard unternahm in Begleitung des
Penerals von Löwenfeld und eines Adjutanten eine Spa—
icrsahrt in einem der neuen kaiserlichen Automobile, das
ie englische Königs-Standarte führte. Die Fahrt führte
inter den Linden eutlang nach dem Reichskanzlerpalais
ind zurück zum Schloß über Schloß Charlottenburg. Das
Lublikum bereitete dem Könige allenthalben lebhafte Ova—
ienen. Gegen 6 Uhr kehrte der König nach dem Schloß
urück. Der Kaiser hatte bereits zwischen 3Z und 4 Uhr
tachmittags eine Spazierfahrt unternommen.
An das Gesolge des englischen Königspaares verlieh
daiser Wilhelm Auszeichnungen, das Großkreuz
dzes Roten Adlerordens an den Lord Kammerherrn All—
orp, Unterstaatssekretär Hardinge und Botschafter Sir
ẽ*duard Goschen

Pretzstim men.
Söm'liche Blätter bringen spaltenlange Schilde—
ungen über den Empfang des Königspaares in Berlin
und registrieren sorgfälig alle Einzelheiten der Kundgeb—
ingen der Behörden und Bevölkerung. Mit besonderer
Henugtuung wird die warme Begrüßung zwischen dem
daiser und seinem Onkel hervorgehoben. Auch die An—
prache des Oberbürgermeisters erregt die beifällige Be—
ichtung und wird als bewundernswert bezeichnet. Die
Londoner Preßstimmen über den Epipfang sind durchweg
reundschaftlich aehalten. besonders die der Liberalen
Blaͤtter.
„Dailhy Graphic“ hebt in seiner letzten Aus—
zabe noch besonders hervor, daß der Besuch des Königs
ein neues Unterpfand des Friedens für Deutschland und
der goͤnzen Welt sei. Der Kaisen ba
erlauchten Oheim vorherr
tigkeit widerse

König Eduard im Berliner Rathause.
Um 412 Uhr traf der Reichskanzler Fürst Bü—
ow im Rathause ein. Bald darauf Staatssekretär Frei—
serr von Schön und der englische Botschafter Lord
ßeschen. Um 3412 Uhr erschien König Eduard
n preußischer Generalsuniform mit den Abzeichen eines
ßeneralfeldmarschalls. Er begrüßte den Reichskanzler und
interhielt sich kurze Zeit mit ihm. An der Seite des
IRberbürgermeisters Dr. Kirschner schritt der König
e Treppe hinauf, gefolgt von den Stadträten und ehr—
urchtsvoll begrüßt von der Versammlung betrat der Kö—
uig den Festsaal. Oberbürgermeister Dr. Kirschner
egrüßte den König mit einigen Worten. Er sagte: Er
zanke dem König für die Ehre, die er der Stadt Berlin
rwiesen habe, indem er im Rathaujse erscheine, und hieß
hn herzlich willkommen. Der König erwiderte: Er i
            
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