Cokales und Vermischtes
Dudweiler, 89. Februar.
ʒEingefandt. Die am vergangenen Sonntag vom Club
zidelia veranstaltete Aufführung von Jungmann „Auf der
Fildburg“ fand vor vollständig ausverkauftem Hause statt,
odatz viele Besucher an der Saaltüre umkehren mußten.
zinem allgemeinen Wunsche Rechnung tragend beabsichtigt der
Tiub Fidelia nach Fastnacht eine Zweitaufführung zu veran—
dalten. Es sei noch darauf hingewiesen, daß die 1. Platz⸗
gillete vom vergangenen Sonntag am nächtten Sonntag den
4. zum freien Eintritt zur theatralischen-carnevalistischen
Abendunterhaltung im Nassauer Hof berechtigen.
*Eingesandt. Vor einiger Zeit eischien ein Eingesandt
in hiesiger Zeitung üUber die neue Untecführungsströße nach
Fischbach am Schlafhaus vorbei. Gerade die Arbeiter, die
äglich den Weg mehrmals machen müssen empfinden kitter,
daß keine Abhilfe geschaffen wird, bei dem Wasserdurchlaß
rerhalb der Eisenbahn. Während der Schnee abging, mußte
das Wasser über die Straße laufen, da von einer Rinne
ind einem Durchlaß nichts zu sehen war, und bekanntlich
zaben diejenigen, welche die Straße so oft pasfieren müssen
eine Gummischuhe an Anch auf die schlechte Beleuchtung
machte das Eingesandt aufmerksam. Dem Uebel ist jetzt
bgeholfen, denn es brennt jetzt nur mehr eine Lampe,
wahrend früher zwei brannten. Die zwei Petroleumslampen
dus dem vorigen Jahrhundert, die daselbst stehen, gehören
als Sehenswürdigkeit ins Saar-Museum. Vibelleicht genügt
dieser Hinweis, sodaß dieBebörde sich die Mängel einmal ansieht
Vetter Matz.
*Gefährlichen Besuch erhielt das Verbande-Krankenhanus
in Malsiatt-Burbach. Es läutete nachts heftig und als man
nachsah, stand ein Mensch draußen, Einlaß begehrend, der
mit einem großen Messer um sich fuchteste und dabei un—
interbrochen betete. Auf Etsuchen mit dem Fern'precher er⸗
schienen zwei Polizisten und nahmenden Mann in ihre Obhut.
*(Eingesandt) Eme hübsche Sammlung selbstgefertigter
Etzeugnisse der Conditorkunst hat Herr Artur Kahm nach
einer Rückteise von der 1. internationalen Delorschule in
gasel jttzt im Hause seiner Eltern aufgeftellt. Wir finden
a die „üßesten“ Sächelchen, u. a täuschend imilietrte Mar⸗
chall, Stiel⸗Rosen, Fuchsien, Edelwelß, heubsche Trompeteriguren,
Tirenachbildungen etc. bis zum imposanten Tell⸗
Denkmal, ja selbst zwii volltommene Gemäldenagchbildungen
n hupschem Rathmen sind vorhanden. Zu diesem Eisolg
einer Kunst begiückwünschen wir Herrn Kabm und können
die Besichtigung der würlich hüpschen Zusammenstellung,
velche in dieser Woche Interessenten gerne arfstattet wird.
nur bestens empfehlen.
8 Die erste Schneidermelsterin. Als eiste Dame im Reg—
Bez. Wiesbaden hat in voriger Woche Fräulein Hedwig
prescher, Tochter des Herrn Gustav Prescher, Glauburgsir.
z8, die Meisterprüfung im Schneiderhandweri bestanden.
F Der Rückgang des deutschen Kohlene und Koks-Ver⸗
'audes verallgemeinert sich jetzt und nimmt gleichzeitig zu.
Von den Zechen, Kokereien und Brikettwerlen des Ruhrbezirks
ind im Monat Januar 61322 455 Wogen zu 10 To. mit
Kohlen, Koks und Briketis beladen und auf der Eisenbahn
verfandt worden gegen 569 659 im demselben Zeitraum des
Vorjahres. Es wurdeu in diesem Jahre auf den Arbeitstag
1014 und im ganzen 47 094 Wagen zu 10 To. oder 83
»Ct weniger gesördert und zum Versand gebracht als in
emselben Zeitraum des Vorjahres. Die Zufuhr von Kohlen
iach den Rheinhäfen Ruhrort, Duisburg uad Duisburg⸗
dochfeld⸗Süd betrug gleichzeitig 60467 Wagen zu 10 To.
Jegen 32712 in derselben Zeit des Vorjahres. — In Ober—
sHiesien betrug der Versandt 204 648 Wagen nud in Nieder⸗
chlesien 84 014 Wagen, im Saarbezirk 66917 Wagen und
in den 4 Bezirken zusammen 828 054 Wagen zu 10 To.
jegen 888 740, er war in Oberschlesien 10 296 Wagen oder
1,8 pCt. niedriger, in Niederschlesien 484 Wagen ode 1.24
IEt. niedriger, im Saarbezetk 2702 Wagen oder 3,9 pPCt.
niedriger und in den vier Bezirken zusammen 69 686 Wagen
oder 6,8 pCt. niedriger als in demselhen Zeitraum des
Voriahres.
„Wie ein Berliner Korrespondent mitteilt, sind in der
Sitzung des Deutschen Kriegerbundes am 21. Januar schär⸗
jere Maßregeln gegen die Sozialdemokratie beschlossen wor⸗
den, die der diesjährigen Abgeordnetentagung zur definitiven
veschlußfassung unterbreitet werden sollen. Es soll den Mit—
zliedern der Kriegervereine nicht gestattet sein, gleichzeitig den
reien Gewerkschasten anzugehören, sosern diese sozialdemo—
—
Restimmung hat die Ausweisung aus dem Bunde zur Folge.
8 Von der Bergschule. Im Uuterricht an den Kal.
Bergvorschulen ist sofern eine Vederung eingetreten, daß nicht
mehr, wie bisher, ein Bergassessor theoretischet Unterricht in
Bergbaukunde erteilt, sondern die Schüler unternehmen alle
14 Tage unter Führung eines Obersteigers eine Grubenfahrt
und erhalten in dei Grube die nötigen Erklärungen. Erst
auf der Hauptbergschule in St. Johann beginnte der theoretische
Unterricht in Bergbaukunde. St. Joh.-Sbr. Volkeztg
z Von der Ansiedelungskommission. In den Kieisen
Posen D., Obornik und Moͤgilno hat die Ansiedelungslkom-⸗
nission bis jetzt einige 60 groͤßere und kleinere Ansiedelungs⸗
oörfer geschaffen, in denen gegen 1600 Assiedlerfamilien,
und eine Anzahl deutscher verhelrateter und lediger Arbeiter
angesezt worben sind, so daß einschließlich einlger 40- 50
auf Einzelhafen angesegten Ansiedeler die Zahl der neu an⸗
gesiedelten Perfonen sich auf eiwt. 10000 beläuft.
8 Die verstärlie Gemeindekommssion des Abgeordneten—-haufea
hat die zweite Lefung des Gesitzentwurfes peir. die
Aufhebung des Steuerprivilegs der Beamten vorgenommen.
Entgegen der Fassung des Entwurfes in erster Lesung bean⸗
iragte das Zentrum, das Steuerprivileg für die Geistlichen.
Elementariehrer und unteren Kirchendiener beizubehalten
Der Antrag wurde abgelehnt.
8 St. Arnual, 7. Febr. Der 30 Jahre alte Tage—
söhner K. von hier hatee sich vorgestern abend auf dem Hö⸗
jenpfad ir der Nähe von Simdbach verirrt und war dabei
den dortigen steilen Abhang heruntergestürzt. Der Arme
jatte bei deu Sturze beide Beine gebrochen. Seine Hilfe—
tuse verhallten ungehört und so mußte er in der Kälte und
im Dunkel der Nacht dort liegen bleiben. Eist gestein mor—
jen 8 Uhr hörte ein vorbeifahrender Fuhrmann die Raufe
des Unglücklichen. Et verständigte alebald die Polizet, die
den Vernngluͤckten in das Krankenbaus auf dem Reyperserge
bringen ließ.
* Trier, 8. Febr. Ei Bergarbeiter namens Stumm im
lothrigischeu Otte Montois la Montagne bei Rombach sand,
nach Beendigunz seiner Nachtschicht nach Hause zurückgekehrt
eire 2jährige Ehefrau in einer Biutlache legend als Leiche.
un der Ungluͤcklichen war ein gräßlicher Lustmond begangen
vorden. Der mutmaßliche Täter, ein dortigert Familien—
beging Seltstmord, indem er sich in den Grubenschacht
rute
Bom Weltter.
Die Meldungen über die durch Wasserschäden und
leberschweimungen angerichteten Verheerungen, lauten
mmer furchtbarer. Zahtreiche Menschenleben sind den
vütenden Elementen zum Opfer gefallen. Wir lassen
zie eingzegangenen Meldungen über die angerichteten
Zchoöden im einzelnen folgen:
Frankfurt a. M., 8. Febr. Wie das Königl.
öosserbauamt meldet, fällt das Hochwasser bei Aschaffen—
»urg. Von Hanau, wo seit gestern das Wasser rapid
zestiegen ist, wird jeßt ein Stillstand gemeldet. In Frank—
urt zeigte der Pegel um 7 Uhr 5 Meter 53. um 8 Ubr
NMteter 56.
Hananu, 8. Febr. Durch das Hochwasser war eine
Nenge Floßsolz ins Treiben gekommen, weshalb zum
Schutze der Eisenbahnbrücke Mainzer Pioniere hier ein—
trafen. Die Gefahr ist nunmehr beseitigt.
Weißenfels, 8. Febr. Das ganze Saaletal ist
neterhoch überschwemmt. Mehrere Ortschaften an der
zraße von Weißenfels sind bis auf einen Meter unter
Lasser gesetzt. Keller und Erdgeschosse sind mit Wasser
cfüllt. 590 Personen wurden im Badhotel während ei—
ties Vergnügens im Laufe der Nacht vom Hochwasser
iberrascht und abgeschnitten. Sie wurden mit Fischer—
ähnen gefahrvoll gerettet. Der Schaden an Gebäuden
ind auf den Feldern ist ungeheuer. Das Wasser steigt
angsom.
Wanfried, 8. Febr. Das Werra⸗Hochwasser hat
hier die Flutbrücke fortgerissen. Drei Knaben sind
rtrunken.
Gelsenkirchen, 8. Tebr. Bei den Rettungsar—⸗
‚eiten, die durch das Hochwasser nötig wurden, sind 8
bdänner ertrunken.
München, 8. Febr. Beim Hochwasser in Wog—
endori (Oberfranken) sind vier Personen er—
runken.
Wien, 8. Febr. Die Hoch wasserMeldun—
wenn aus den Provinzen lauten fortdauernd trostlos. Na—
tentlich in Mähren, Böhmen und den Sudeten sind viele
Atschaften überschwemmt und teilweise von jedem Ver—
»ar abgeschnitten. In Prag ist die Piotenbrücke dem
kinsturz nahe. In Litteu in Mähren wurde ein Wagen,
ui dem sich 6 Personen befanden, von den Fluten weg⸗
esch:wemmt. Alle sechs Personen ertranken.
*Die Schreckenstat eines Geisteskranrken in
Jerlin rief in der zum Teil noch unbebauten Ofnaustraße
roße Erregung hervor. Der 31 Jahre alte Steinbild
nauer Hermann Hoffmann feuerte auf seinen sieben Jahre
lteren Bruder Max Hoffmann und auf dessen 28jährige
Frau drei Schüsse ab. Max Hoffmann wurde durch zwei
dugeln, die das Herz durchbohrten, auf der Stelle getö—
et, die Frau lebensgesaährlich verlett. Der Mörder ist
inch der Tat gesflüchtet. Er leidet an religiösem Wahn—
inn. Er kehrte erst am Sonntag von Hamburg, wohin
er vor einem halben Jahr verzogen war, zurück
*Zu der Totschlags-Affäre in Oranienburg wird
io gemeldet: Dem Haftentlassungsgesuch des Referen—
dars von Igel ist noch nicht statigegeben worden. Die
ciche des erschossenen Steinsetzmeissers Marschner ist am
zmstag geöffnet, und nachdem der Schuß-Kanal genau
sigestellt worden ist, von der Staatsanwalischaft sofort
ur Beerdigung freigegeben worden die am Montaa
attfand.
*Verbrechen? Aus dem um 6 Uhr früh aus Frank—
urt abgegangenen Schnellzuge stürzte der Oberleumant
dern ann Müller vom 69. Jufanterie-Regiment bei Nie
ermüllstadt aus dem Coupe und wurde tot aufgefunden.
rFin Bein war ihm abgefahren. Ob ein Unfall oder ein
Verbrechen vorliegt, muß die eingeleitete Untersuchung
erßeben, da die Leiche am Kopf Verletzungen aufwies‘
ind ihre Kleider zerrissen waren. 3
*Im Inge überfallen. In einem Eisenbahnzug au
zer Strecke Eger-Nüruberg hat ein Deserteur des 21
ayerischen Infanterie-Pegiments namens Schubert den
Rönteur Vogt in einem Abteil 3. Klasse rücklings über—
allen und durch 2 Schüsse verletzt. Vogt zog die Not
eine, und als der Zug zum Stehen gebracht war, be—
iubte der Räuber die Gelegenheit und entsloh. Er wurde
edoch nach kurzer Zeit von einer Vatrouille festge—
iommen.
* Verunglückter Skifahrer. In Mürzzuschlag verun—
lückte der Sohn des russischen Botschafters am Wiener
dofe, Fürst Urussow beim Skisahren und erlitt eine Ge—
irnerschütterung.
*GCin Ballon im Meere. Einige tausend Meter
»von der Tamolgi (Italien) entfernt, siel ein Ballon
us Meer. Die Insassen, drei Luftschiffer aus Turin,
varen um Mitternacht von dort abgefahren, hatten eine
dahe von 4000 Meter erreicht und wurden nur mit Mühe
ind Not gerettet.
* Vier Exrplosionen. Nus Briey wird berichtet,
af das Pulver-Magazin der Grube Tuzquegnieux in die
uft geslogen ist. Sechs Arbeiter wurden ge
ötet. Die Urfzache der Erplosion ist noch nicht be—
ainnt — Aus Angouleme wird gemeldet daß drei
zxplsionen im dortigen Prlverturm stattgefunden haben.
die beiden ersten veranlaßten nur Materialschaden, wäh—
end bei der dritten zwei Mrbeiter ichwmer ver—
e tzt worden sind.
m GEyklon. Ans New-Nork wird telegraphiert, daß
ie Stgaten Georg'a, Mißissippi und Texras von einem
Fyklon heimgesneht wurden. Nach den bisherigen Mel—
ungen wurden 23 Personen getötet und viele
erletzt Zahlreiche Häuser wurden zerstört. Genane Be—
ichte über den Unfalt des Unbeils fehlen noch. . Der
Schneesturm, wescher kürzlich Cansas, Nebraska, Jova
ind Oklabama verheerte, kostet den Versicherunas-Gesell—
chaftein 12 Millionen Ddollar.“
— *Bryan verunglückt. Der frühere Präsidenchafts—
daudidat Bryan ist von einem schweren Automobilunfall
etrrünen worden. Er unternahm in der Nähe von Pam—
»a eine Automobilsahrt. Der Wagen schleuderte und ist
zegen rin Brückengeländer geworfen, worden. Brvan fies
ugs den Wangen und erlitt erhebliche Quetschungen und
»inen Beinbruch.“
Ein neues Arbeitsfels für Frauc:. Das preu⸗
ehe Voltsschulunterhaltungsgesetz hat bekanntlich auch
»af. gesorgt, daß mehr als früher die weibliche. Für—
orge in den Dienst der Sehnke gestellt werden kaun. Thar—
ottenburg hat jetzt in diesce? Richtung einen beachtens—
verten und segensreichen Schritt durch die Anstellung ei—
ier Schulschwester zur Fürsorge der — vernachlässigten
Zzchultinder getau, zunächst für den Bereich vosr vier Ge⸗
neindeschulen. Der Schulichwester, die unt ihrer ganzen
raft, zur Verfügung der Schuldeputation leht, fallen
ns besondere solgende Pflichten zu: „Besuche vbei den El—
ern um Befolenng ärztlicher Ratschläge zu veroanlassen:
ei Verhinderung der Eltern Bezleitung der Sinoder au'
eun Gange zum Adzte; Einholung der elterlichen Ein—
villigung zur Wexrnahme kleiner Operationen: Bochaßtnig
erforderlicher Brillen, Bandagen, Bruchbänder — —
ci Unsauberkeit, mangelhafter Betlciding srchsechter Er—
läürrung, Eriund uintzen nider die wirischaftliche Lage der
Aern und Eintraaung ihrer Ergebnifse in besonder;
defte: Massminge“ an die Eltern bezüglich der Wichn
eit des Wibens. Binen- reiner Luft n Wohn-⸗ und
clafräumen u. m Nach einem Berichn de3 Echul
iTz168 DVI. VNocetehau in der Zeitschrint vur Szuigestind
zcitspflege hat sich die Einrichtung so bewährt, daß sie
Zcheulpolikliniken durchaus vorzuziehen ist. Der Schul—
arzt empfiehlt ihre Ausdehnung auch auf die übrigen 22
Bemeindeschulen. Die Schulschwester hat 740 Besuche bei
214 Kindern gemacht; hunderte von Kindern, die sonsi
inbehandelt bleiben würden, können so der ärztlichen Be—
jandlung zugeführt werden, was zweliellos durch die
Steigerung ihrer Arbeitsfähigkeit in Schule und Leben
oon der arößten Bedeutung für das allgemeine Wohl ist
NJeueste Nachrrezten und Telegramme
* Köln, 9. Febr. Das englische Königspaar Raf auf dem
ziesigen Bahnhof gestern abend halbl1 Uhr ein. Der eng
liche Konsul hatte sich zum Empsang empfangen. Schon
nach einem Aufenthalt von 5 Minuten suhr der Extrazug
nach Berlin weiter.
*Verlin, 9. Febr. Der frühere Reichstagsabgeordnete
Hofprediger a. D. Dr. Stoecker, ist in Bozen ge—
torben.
* München, 9. Febr. Es besteht Grund zur An
uahme, daß das Gesamtministerium mit dem Vorgehen
des Kultusministers gegen den Senat der hiesigen Uni—
versitä. doch nicht so unbedingt einverstanden ist, wie
odielsach bisher angenommen wurde. Auch geht man kaum
fehl in der Annahme, daß die Audienz des Ministerprä—
sidentet und der Vortrag des Kultusministers bei dem
Prinzregenten mit dem durch den letzten Ukas des Mini—
sters nun verschärsten Konflikt zwischen Wehner und dem
Zenaot der Universität in Verbindung steden.
* Oldenbhurg, 9. Febr. Im Landtag obstruierdern
die Agrarier und das Zentrum. Sie ver—
zunderten durch Verlassen des Sttzungssaales den sicheren
Fali des Pluralwahlantrages Mülle—rr
Die Sitzung wurde vertagt.
* London, 9. Febr. Das Königspaar ist Mon—
tag Formihna 10 Uhr 45 Minuten nach Berlin abge
ei sit.
*New-York, 9. Febr. Roosevelt greift den ka—
lisern schen Bundessenator Perkins an, weil dieser
die antijapanische Bewegung schüre, aber seit sieben Jan
ren konsequent gegen den Ausbau der Marine gewirk
habe. —-Die kalifornischen Gesetzaeber erklären, sie wür—
den die Japanerbills fallen lassen, sofern dokumentarisd
bewiesen würde, daß im Fall der Annahme der Gesetz
ntwürfe Verwickelungen mit Japan zu erwarten seien.
Stambul 9. Febr. Am Sonntag fand eine große
dundgebung statt, um Einspruch zu erheben gegen das
ieue Preßgesetz, welches für die Freiheit der Presse als
zefahrlich betrachtet wird. Die Kundgeber zogen vor die
dammer, wo Achmed Riza Pascha ihnen mitteilte, daß
zie Kammer dieses bewilligen werde. Die Abgeordneten
zrachten in der Kammer einen Antrag ein betreffend die
Revision des Prozesses Midhat Vaischa. —
*Paris, 8. Febt. Der bekannte Pariser Bühnendichter
und Theoter⸗Krilket Catulle Mendes ist heute früh im
Tunnel zwischen Paris und St Gerwaln tot aufgefunden
word:r. Da rin Selbstmord als ausgeschlossen gelten kann,
jo wird angenommen, daß der faft 70jahrige, als er nachts
von Paris nach seinem Wohnort St. Germain fuhr, in der
Schlaftrunkenheit eine falsche Tur öffnete und aus dem Zuge⸗
türzte.
Paris, 7. Febr. Aus Nancy wird gemeldet, daß in
dem Sprengstoffmagazin der Bergwerke von Tucquegnleur
bei Brity 1700 Kilogramm Pulver und Dynamit, sowie
10 000 Zunder explodierten. 6 Arbeiter wurden getkötet.
Das Gebäude wurde vollständig zerstört. Die Feusterscheiben
ämtlicher Baulichkeiten der Umgebung wurden zertrümmert.
* Dover, 8. Febr. Der König und die Königin von
England sind an Bord der Yccht Alexandra um 12 Uhr
15 Min bei herrlichsten Wetter in See gegangen⸗
* Nolterdam, 9. Febr. Aus Niederländisch⸗Indieun wird
zemeldet, daß ein Erdrutsch bei Cheribbbo auf Java das
zanze Dorf Tzibnsuhan verschüttet hat. Von 458 Einwoh—
zein kounten sich nur 40 retten, die übrigen sind umgekom—
men.
* London, 9 Febr. In Manchester geriet ein dre istöcki.
zes Gasthaus in Brand, in dem 300 Gäste logierten. Das
Feuer griff durch den herrschenden Sturm so schnell um sich
Jaß ein großer Teil der Logisgäste aus den Fenstern sprin—
zen mußten um sich zu retten. Hierbei haben viele Ver
etzungetn erlitten. Als die Feuerwehr eintraf, war das
zanze Haus schon in Flammen gehüllt. Die Feuerwehr
zrachte noch 15 Personen in Sicherheit, die aber berelts
chwere Brandwunden erlitten haben. 5 Personen sind ver—
hrannt, ihre Leichen wurden schon geborgen.
Bekanntmachung.
detreffend Neuverlegung der Gebäudesteuer für die Rechnunas—
jahre von 1910 ab.
Die Gebäudebeschreibungen zur Nuveranlagung der Ge—
häudesteuer, welche vom 1, Januar 1910 in Wirksamkeit
ritt, liegen vom 10. ds. Mis. ab, während 14 Tagen
m Rathause, Z mmer Nr. 9 ESteuerbüro) zur öffentlichen
Fenniniß aus. Die Auszüge über die Veranlagungsver—
handlungen werden den Gebäudebesitzein in den nächster
Tagen zugehen.
Ferner mache ich zur genauesten Beachtung darauf auf—
merksam, daß
1 Reklamationen gegen die geschehene Veranlagunt
biunen einer Ausschlußsrist von 4 Wochen
vom Empfangtage des Auszuges an gerechnet,
bei dem Herrn Landrat in Saarbrüceen schrift⸗
lich unier Beifügung des behändigten Aus—
zuges an ebracht.
Rellamallonen, die nach Ablauf dieser Frist eingehen
ohne weiteres zucückzewiesen wecden müssen, endlich
im Falle einer Reklimation von den zuständigen Be—
hötden endgültig ais unbegründet erkannt wedde, der
Reklamant zu gewörtigen habe, daß ihm die durch die
oͤrtliche Untersuchung entst hende Kosten zur Last geleg!
und von ihm im Verwalltungswege eingezogen werden
dudweiler, den 5. Febtuar 1909.
Der Bürgermeister J o si.
Bekanntmachung.
Geyeenden: Em Sack Zwiebelin. Eigentümer kann sich
behufs Empfungnahme auf dem Bürgermeisteramt — Zimme'
Nr. 8 — melden.
Dudweiler, den 8. Februar 19009.
vVer Irgermeister Joo st
— 4 »2127 J 57.
Hrei Motse nenn' ici Euch nhallsswer.
Erkeiltur g, Krankheit — und Sodener! Etrkältung, vor der
kein Mensch sicher ist; Krankheit, die sich aus seder unbe
achtete Ezkältung ergeben kKann; und Sodener — natürlich
Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen, die jeder Erkältung
des Halses, jedem Katarrh der Lustwege schnell ein End
machen. Wer also EFrkältungen fürchtet und nicht krank
werden will, der soll regelmähig Fays ächte Sodener ge—
brauchen. Man kauft sie überall für 85 Pfaq. die Schachtel
1