Full text : Dudweiler Zeitung

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Bel Jahres⸗Abonnememn
Aedalttien, Druct und Veueag von J. Unterkeller, Dudweller. höchler Rabait.
leit etstlden und verderben maßte. Und auch ein heitere
Tag ist der ette Tag des Jahres. Wenigsiens der Boits
brauch hat ihn dazu gemacht. Froh und ausgerassen piteg
es an igm herzuhenen. Gewöhnlich wird wahrend seiner
ebten Stünden ver Beginn des neuen Jahres jseyhnlick
erwariet, als daß des alben, Dahingehenden mit Ehr
sjurcht und Andacht gedacht werde. Doch darüber braucher
wir an dieser Sitelle nicht zu reden, denn wir alle ken
nen Sette und Gegrauch am sehten Tage des scheidender
FJahres zur Genuge! NRur Standen noch und die Sylve—
erglocken lauten uber Stadt und Land. Meit frohlocken
dem Juvel werden sie vieler Herzen füllen, vieler abe,
ruch Leid und Gram und Kümmernis. Dem scheidenden
Jahre werden sie das Grabgelaut dröhnen, dem nahen
den werden sie den Willkommensgruß jauchzen.
Mitten in die geweihten Zworfnächte, in denen nach
dem Glauben der aiten Germanen die Goteer auf Erder
weilen und den Menschen men chlich näher ireten, fäll
die Jahreswende. Noch heutigen Tages ist es vieilsach
Sitte, am Sylvesterabend eine Frage an die Zukunft 312
tellen. Die meisten Oralel veschäftigen sich natürlich mi
»er Liebe d. h. der Frage nach dem ersehnten Bräutigan
oder Braut. Die ledigen Madchen weren z. B. am Syl
vesterabend Hans und VLein vor ihr Bett und jprecher
vor dem Schlafengehen: „Ich säe Hanf und Lein, um
wünsch, daß mein Bräutigam erschenn.“ Wer in der Nach
ein männliches Traumbiid erblickt, mußz unbedingt al—
alte Jungfer sterven! Weit verbreitet ist das Bleigießer
durch den Ring eines Erbschlüssels, wobei die krause Ge
stalt des ins Wasser getropften und erstarrten Bleies der
Beruf des Ersegnten — Tischler, Schlosser, Matrose ung
— verkundet. Auch das Schuhwersen ist al bekannt. Wer
die Spitze des rückwärts über die Schulter geworfene
Schuhes nach der Tür, so wird die Betrefsende das Hau—
verlassen, d. h. heiraten. Auch setzt die ledige Tamen
welt wohl ausgehöhlte Nußschalhälften mit kleinen Wachs
kerzen in ein mit Wasser gefülltes Gefäß und wartet an
zächtig, mit welchen anderen Schiffchen, die ledigen Bur
chen zugedacht sind, sie zusammentreffen und sie auzün
den: der ist dann der erwählte Heiratskandidat. Ander
Oralel veziehen sich uf Hab und Gut. In Brandenbur;
u. a gedenken die zern reich zu werden, weunn sie an
31. Dezember Reis, Sftaumen, Schokolade, Gries, Grau
pen unv. genießen. Wenn man Weißkraut ißt, so ha
man das ganze Jahr hindurch Geld, vor allem weißes
— Silber, — ißt man gelbe Rüben, so bekommt ma—
Vold. Hering und Hirsebrei oder letzterer allein verhei
ßen im neuen Jahre das Geld nie ausgeht. Daher so!
nan einige im Portemonnaie aufbewahren. Noch unzät
ige andere Gebräuche gibt es, doch die angegebenen mie
gen genügen. Allen unseren werten Leserinnen und
ern wünschen wir einen recht
röhlichen Sylvesterabendl!“
Wochen-⸗Mundschau.
Das Weismachtsfest ist eben vorüber und schon stehze
neue age dor der Tier: Reujazrr! Das alte Jas
mit seinen areubden, jeinen Leiden ist in wenigen Zuu
den ver Suscht ZBit irten der zwglf Glatenschlae von
zuirchtiirn, 1un dus neite Jahr zu begrühen und dan—
oArd es zwrieder l heen barch die Straken steten
rait eu curie, in Rantiet, das inuand
Averman, Lert das netue Fahr vor uns WBiad —
enl oder nteen iten;: 7—55 ist die Fratte, die a
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visriei ahrl Ferniprech⸗ Anchlug Scarbriichhen Nr. au, 260 260 u. 1261.
neg, welch ein unermeßlicher Fort'chrurt! Und von dem
Dampffchiff, das auf den Wellen des Meeres dahinglei—
et, bis zum Luftschiff, das ebenso sicher und mit Win—
esschnelle das Luftmeer durchfurcht — abermals ein Kul—
urfieg, der uns mit Staunen und Bewunderung erjüll—
»or dem, was menschlicher Geist und menschliche Schöp—
erkraft zu bilden und zu leisten imstande wenen.
Die Wissenschaft ist um die Entdefung des Nordpols
zereichert worden, wenigstens müssen wir es glouben, daß
»er Amerikaner Peary ihn entdeckt hat, nachdem bedeu
ende Männer der Wissenschaft, das Material des For—
chers als einwandfrei vezeichnet haben. Die Entscheidung
arüber, wer zuerst in jener Eisgegend war, wo der
sordpoi sein soll, bleibt uns nach der Entlervung des
zchwindlers Cook erspart. Für die Allgemeinheit sind
Lorteile aus der Entdeckung des Nordvoles wohl kaum
u erwarten, nur die Wissenschaft jjt um einen Schat
eicher, vorausgesetzt, daß Veary auch wirklich am Pol
ewesen ist.
Im politischen Leben sehen wir nuus vor einer Zer—
plitterung der Kräfte gestellt wie nie zuvor. Es ist we—
rig Hoffnung vorhanden, das oas neue Jahr in diesen
Zeziehung eine Aenderung vbringen wird.
Enttaͤuschungen und bittere Lehren, Höhenstimmung
ind Niedergedrücktheit — keinem Volle bleiben sie erspart,
vie ihr Wellenschlag auch das Einzelleben mit seinen
stythmus durchdringt Nicht immer können die Wege auf
vaͤrts führen. Im Abstieg neue Kräfte sammeln zun
ünfrigen Aufstieg — das ist das Geheimnis des Erfolges
m Einzelleben sowohl, wie im Leben der Völker—
„Wer immer strebend sich bemüht
Den werden wir erlösen“
o lautet der Gesang der Engel in Goethes „Faust“. Dal
st die Zauberformel des siegreichen geschichtlichen Werde
janges der Menschheit. Das strebende Bemühen, die rast
ose Arbeit, die entschlossene Tat, das sind die mächtiger
Zulturbringer und Kulturschöpfer. In dieser Erkenntnis
vollen wir die Schwelle des neuen Jahres überichreiten,
ukunftsfroh und erfüllt
„von jenem Glauben, der sich stets erhöhter
bald kühn hervordrängt, bald geduldig schmiegt
damit das Gute wirke, wachse, fromme,
damit der Tag dem Edlen endlich komme.“
Mit gutem Mut erheben wir, da der Zeiger der Wel—
enuhr um einen Strich vorrückt, auf 1910, den Gruß.
Heildemneunuen Jahr!f

Wir siehen an der Schwelle eines neuen Jahres.
58 giet Abrschied zu nehmen von einem gewesenen
nd es gilt den Willtommgruß für ein neues
ahr Wiedet ist ein Jahr vollendet und versinki
n das Vweieer der Geschichte Es warl! Im Rollen der
Fdohrhunderte eine Episode nur, ꝛin weiterecr verschwin—
end kieiner Ring am dRiesenbaume der Wienschheitsge—
chichte Und doch, wie tiefeinschneidend kanmeine solche
bpanne geit sein für das Schicksal der Einzelnen, wie für
ie Geschichte eines Volkes und die Geschichte der Menich
eit im Ganzen!
An der Psforte eines Jahres steht der Janunar. Eir
sat seinen Namen von der römischen Gottheit Janus, die
ꝛen Ansang, den Eingang bedeutete. In der Gevurts—
unde des neuen Jahres richtet sich der Blick hostend und
zunschend dem Kommenden entgegen, wie auch die Tren—
ungestunde des alten Jahres unwillkürlich dazu anregt,
ücksczauend die Geschehnisse dieses Jahres vor dem gei—
gen Auge vorüberziehen zu lassen.
Auf külturellem Gebiete bedeutet das Inhr 1900 eine
Poche der Reife und der Erslung, den Sieg —ez
ciagaten schapferischen Gedantens, amlich die Srrt
er LReft, die Erschteßung des Lustmeeres fur veen 8eα
tieltet der Wenschen. Ein urgewaltiger Erfolg, der
ur bnnniee seiner ganzen umfahenden Bedeumngerg
 merden kann, wenn man ich verneniet e,
eich primitiben Anfangen heraus die ittel des
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18 r—ypr mifelnander voreenee —V

5 *
Zur Jahreswende.
Der lettte Tag des Jahres 1909 ist unun gekommen.
Wenn einn Jahr zu Ende geyt, vann überscheicht die
Herzen der Menschen ein cigenartiges Gesal: Behntat,
jald und halb honende Freubdiskeert. Die Bergangenheit
st aogeschloössen und eine nene Huruntt erhebt wiederum
r sarleiides Hüupt. Ji Grande genonnten in der
H. Vestertag ein eruster Sag. Er ist ver Schsterh un
er eine Zecteponge, vie Voendet buor uns iegt. —E
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Foh mœuche stiermit meine geerte
 Mamugehast von Pudaeiser
und LIlmoegend darauf quhners
sSam, dass ie NuSgaubsung des
NHNobact dom I. bis 16. Monuor n.
ᷣohres eolot.
            
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