Full text : Dudweiler Zeitung

renn das heißzt, mit dem Wanhnijunui, vem Vod uns Ddem
Leufel spielen. Nun pflegen die Frauen das Gegenteil zu
un, und darum ergeht es ihnen so wie es ihnen ergeht“
Eine merkwürdige Verwandlung des „Hamb
Fremdenblattes“ wird aus Ztalien berichtet. Das Blas,
andte ein mit 1.35 Mark frankiertes Kreuzband an den
Besitzer des Grand Hotels in Fasano am Gardasee. Der
dotelier hatte für seine Gäste, die den Bericht über die
Srasbroot⸗Katastrophe enthaltenden Rummern nachbestellt.
Das Kreuzband kam auch richtig an, aber aus dem', Frem
*eublatt· waren — Steinnüffe geworden, die in'ꝰ da⸗
dreuzband eingewickelt waren. Bei der Zollrevision an
der Grenze muß dieder sonderbare Güteraustausch vorge—
tommen und das „Fremdenblatt“ als willkommene Lek
türe „konfisziert“ worden sein. — Noch unangenehmer
aber wurde ein Hamburger Geflügelhändler überrascht, der
Pflastersteine statt Gaͤnse erhielt Der Händler bezog aus
Lissa (Posen) einen Korb mit Gänsen. Der Sicherheit
wegen ließ er ihn ver der Abnahme an der Bahn nach⸗
viegen. Da das Gewicht stimmte, nahm er den Korb un⸗
dedenklich ab. Doch wie erstaunte er, als er ihn zu Hause
siete Statt der Gänie lagen im Korbe Pflastersteine;
e Gänse waren unterwegs gestohlen wordeß

A Neujahr! Ein Ansang! Etwas Neues! Und es
st nichts Geeichgültiges. Es interessiert die Allgemeinheit
Janz außerordentlich. Alle reden davon, und jeder denit
lch sein besonder Teil dazu. Ein neues Jahr hebt an!
Pan wünscht den anderen Glück und sich selbst natürlich
rst recht. Geld und Gesundheit spielen eine Hauptrolle.
Aber noch so manches andere kommt in Betracht. Der
äine hat diesen und der andere jenen Ehrgeiz, und zu—
weilen egerbergt eine einzige Persönlichkeit gleich ein
aat onen von Sonder- oder Lleblingswünschen. Nun,
tener. A hossnungsfroh ins neue Jahr hinein! Frei—
ich, dem Wuünschen und Hoffen ist es oft ein miß—
iche⸗ ng. Man hat seine Enttäuschungen erlebt, und
rufno einer einfachen Wahrscheinlichkeitsrechnung kann
Nanan jetzt neue Hemmungen und Kümmernisse ah—
nen. noch soll am Neujahrstage die sieghafte Zu—
kunt. iung das Wort haben. Richt bloß wegen der
schönee nagenblicksempfindung. Vielmehr in der Gewiß—
heit, b ein Höheres ist, ein Goit, der alle Menschenge⸗
schicke nHänden hält. Reujahr ist ein christlicher Feier—
tag inn eihnachts⸗Lichtkreife. Neujahr trägt überdies
den Ka. bernamen Jesus. Man denke an Benjamin
Schmon chlichte Verse: „Alle Sorgen, alles Leid soll
ein e uns versüßen, so wird aleie Bitterkeit uns
zu Saae werden müssen; Jesu' Nam' sei Sonn und
Schild, er allen Kummer stillt!“ An der Schwelle
sju ein. euen Jahre rankt sich die Hoffnung am Hei—
and «. àar. Das ist ein wirklicher Trost bei aͤll der Un—
gewißh die solch Jahresan ang in sich schließt. Es
bleibt h eine hohe und herrliche Weisheit, daß an
Bottes aen alles gelegen ist; und wenn man von Weth⸗
nachten imt, dann weiß man's als Christ, daß Golt
uns m inem Sohn alles, alles schenken will. Gewagt
in Jese amen, so ist es wohl gewagt! Wir sollen und
dürfen den richtigen Lebensmut nicht verlieren. Immer
wieder gilt es, die Kräfte anzuspannen und festen, klaren
Zielen nachzujagen. Arbeiten und nich verzweifeln!
ämpfen und an den Sieg glauben! So gehöri's zu ei—
ner chrij hen Weltanschauung, und so zeigt es auch tau—
sendnia di lebendige, prakttische Wirklichkeit. Mögen die
Neu ahrsgloden viel frohen Hoffnungstrost in die Men—
chenherzen hineinl uten! Für Volk und Vaterland, für
daus und Beruf, fürs einzelne Menschenkind in allen
möglichen Verhältnissen — möge es für alles und für
ille ein reichlich gefegnetes neues Jahr sein! ...
O Eine Million Telephonauschlüsse. Fast jeder
35. Deutsche hat jetzt Telephonanschluß, denn bei der
rapiden Entweselung und Ausdehnung des Telephonver—
ehrs in Deut hland werden wir in nicht allzuferner Zeit
eine Million Fernsprechanschlüsse haben. Interessant ist
es, diese Ert idelung, sie datiert aus den letzlen Jah⸗
ren, mit den Prognostiken zu vergleichen, das General—
»ostmeister Snephan vor knapp dreißig Jahren dem Tele—
»hon gestell. Als damals Geheimrat Ratsenau, der Di—
tektor der 3 E. G., den Generalpostmeister für das Edi—
sonsche Tete on zu interessieren versuchte, meinte der
onst so w uusschauende Reformator unseres Verkehrs—
und Postwesens, das ist nichts für uns hier, in Berlin
finden sich für vielleicht 23 Teilnehmer! Und heuie?
deute kommea auf 65 Millionen Deutsche eine Million
Telephonte mer! — Und diese Entwickelung wird,
jalls ihr kerne Hindernisse in den Weg aelegt werden'
noch weitere FJortschritte machen.
* Der Tod in der Statistik. Die Gesundheitsver—
hältnisse haben sich in der zweiten Dezemberwoche vom
5. bis zum 11. in den meisten großen deutschen Städten
gegen die Vorwoche etwas gebessert. Wenigstens ist die
Sterblichkeit meist um eine Kleinigkett zurückgegangen.
Auf 1000 Einwohner und aufs Jahr berechnet betrug sfie
gon den Städten mit mindestens 70 000 Einwohnern in
Aachen 11,14, Altona 13,8, Augsburg 22,0, Barmen
3.7. Beuthen 00.0. Borlin 13.5. Bielefeld 8S.0. Boch-Die

 Schwarmgeister.
Historischer Roman nan Gustav Langge.
86. Fortsekung.) Nachdruck n⸗rhat⸗n

10. Kapitel. J
Die von den Johannttern in der Stadt verlassenen
Ordensgebäude waren von den Oberhäuptern der Wieder⸗
täufer bezogen worden. Johannes Matthys bewohnte die
Gemächer des Kommthurs — die frühere Einfachheit war
perschwunden, alle Räume waren mit außerordentlichem
Luxus ausgestattet worden, der in grellstem Widerspruch
stand mit der Forderung des ehemaligen Bäckergesellen
ind seiner Anhänger. woöngch alses EGifentum ahgoeschafft
werden sollte.
David Joris wohnte mit seiner Familie in der un—
nittelbaren Nähe Matthys und Divara standen gleich einer
Dame aus fürstlichem Geschlechte eine ganze Reihe Zim—
mer zur Verfügung, von denen sie aber nur zweie, das
eine als Schlaf—, das andere als Wohngemach benutzte.
Aber trotz aller Pracht, die sie umgab, fühlte sie sich höchst
inglücklich und sehnte sich nach den trauten Räumen der
Sparenburg zurück, wo sie so ungetrübte Stunden verlebt
atte. Wie so ganz anders hatte sie sich die Wiederver—
dinigung mit ihren Eltern nach so langer Tremmung ge—
dacht. Sie fühlte, daß die Jahre eine Kluft zwischen ihnen
geschaffen hatten. Sie erkannte schon nach den ersten Ta—
gen ihres Verweilens in Münster, daß sie von ihren El—
lern und Bruder nur dazu ausersehen war, als Gattin
Matthys den beiden Joris, Vater und Sohn dauernd ihre
einflußreiche Stellung in der neuen Gemeinde zu sichern.
Sie sah sich also zu einem Schacherobjekt herabgewürdigt,
henutzt von den leiblichen Eltern und Bruder.
Sie verabscheute die sie umgebende Prucht förmlich,
denn sie meinte hier ersticken zu müssen, wo alles zu deut⸗
lich den Stempel des Sinnlichen, Lügen- und Lasterhaften
trug. dem nur zu bald ein Sodom und Gomorra iolgen

12,65, Bonn 10,1, Braunschweig 13,2, Bremen 13,, Chat—
ottenburg 11,9, Chemnitz 16,7, Danzig 21,5, Darmstad:
6G.6, Dortmund 11,6, Dresden 14,2, Duisburg 14,5
düsseldorf 15,5. Elberfeld 00,0, Erfurt 13,0, Essen 15,4
Frankfurt a. M. 13,3, Freiburg i. B. 19,2, Fürth 00,0
sgelsenkirchen 15,9, M.⸗Gladbach 00,0, Gleiwiv 00,0, Ha
Jen 12,2, Halle a. S. 15,6, Hamborn 15,8, Hamburg
12,2, Karlsruhe 18,5, Kassel 10,6, Kiel 13,6, Koͤln 15,9
Krefeld 11,4, Leipzig 14,8, Ludwigshafen 21,5, Magde
burg 15,2, Mainz 14,3, Mannheim 11,0, Metz 12,3
Mülhausen i. E. 11,5, Mülheim a. d. Rh. 16,2, Mün—
hen 18,3. Münfler 11,6, Nuürnberg 12,9, Offenbach 136,
Saarbrücken 13,6, Spandau 11,9, Stettin 19,5, Straß—
burg i. E. 13,8, Stuttgart 13,9, Wiesbaden 15,8, Würz—
burg 18,8, Zabrze 16,9, 3wickau 13.1

tzum Bomvenattentat in Petersburg
Wir bringen heute unsern Lesern das Porträt des
mnglücklichen Opfers der russischen Revolutionaäre, den Pe—
ersburger Polizeichef Oberst Charpow, der vor einigen
dagen durch den Revolutionäre Alexander Woskressenet,
er eigentlich Petrow heißt, getötet wurde. Der Mördeir
tand auch einige Zeit scheinbar im Dienste der Geheim—⸗
»olizei als Spitzel, er scheint sich aber nicht recht wohl
zefühlt zu baben. und nützte diefe Verbindung nur aus

Dder ermordete Petersburger Polizeichef Oberst Charpow
und sein Mörder Alexander Petrow
um seinem Opfer näher zu treten, ohne daß derselbe Ver—
rat witterte. Auf diese Weise gelang es ihm, den Poli
eiobersten in seine Wohnung zu locken und durch ein
raffiniert angelegte Höllenmaschine samt seiner Begleitet
nn die Lust zu sprengen. Petrow wurde gleich verhafle
uind wird wohl bereits gehängt worden sein

Spiel und Sport.
Z3 Berliner Sechstage-Rennen. Der Schluß des er—
ten Tages und der Beginn der zweiten Nacht bracht⸗
m Sechstage-Rennen keinerlei Aufregung. Nach der 24
ztunde hatte die aus den 8 Maunncchaften bestehend
Zpitzengruppe 741,5 Km. zurückgelegt. In der 25. Slund«
jab Meyer auf und bald darauf schied auch Rettich aue
em Rennen. Ihre Partner, Bertinger und Schipke b1
deten eine neue Mannschaft, die mit vier Runden Ver—
ust weiter am Rennen teilnahm. Es wurden 26,4 Km
n der Stunde zurückgelegt, in der 26. Stunde 29,1, so
dDaß um Dienstag-Mitternacht die Gesamtleistung 797
em. betrug. — Eliegard hat seinen Partner Bader, Ru
del seinen Partner Newke verloren. Die beiden Weiter.
ahrenden bindelen zusammen eine neue Mannschaft, ka
nen aber um eine Runde zurück. In der 35. Stund—
varen noch sieben Mannschatten in der Spitzengruppe. Zu
ück waren Ellegaard-Rudel 1 Runde, Demke-Hall 2 Run
en, Ryser-Carapezzi und Bettinger-Schipke je 7 Runden
Nedela-Krupnikoff 20 Runden und Conrad-Althoff 2*
stunden. Die 37. Stunde verlief ebenso einförmig wie
Ne letzten beiden. Die Reihenfolge ist die gleiche geblie
sen. JIu der 37. Stunde wurden 24,2 Kilometer zurück
jelegt, insgesamt nach Schluß der 37 Stunden 1107,4
dilometer. Bis um 12 Uhr mittags war im Verlauf des
kKennens keine Aenderung eingetreten.

Humoristische Erke.
tküVariante. Chef: „Haben Sie Mayer gemahnt?“
— Buchhalter: „Mehrfach sogar; aber es waren alles
Briefe, die ihn nicht erweichten.“
*Der verwässerte Wein. Wirt: „Es ist wohl
ticht wahr, Herr Meier, daß Sie Anti-Alkoholiker wer—
den wollen, da Sie in letzter Zeit doch so oft ein Fläsch—
hen Wein bei mir trinken?“ — Herr: „Doch, doch, ich
verde Temperenzler, trinte aber einstmeilen Fhren Wein
als Uebergangsgetränk.“
*Einwand Lehrer: „Dein Vater hat doch nicht
an dem Aufsatz mitgearbeitet?“ — Schüler: „J wo —
der ist doch Rentder und arneitet überhaupt nicttæa“

mußzte. In den eh
gls sie sahß

.re, ruge eine voll⸗
„„c Schau und begegnete jeder
HeAannes Matthys mit verletzender Zurück
. So glanbte sie 9* ferneres Verhalten einzu⸗
chten, bis gestern Abend im Knipperdollingschen Hause
ie Erwähnung des jungen Johanniters sie wieder ihre
eabsichtigte Gleichgiltigkeit vergessen ließ.
Divara hatte diese Nacht kaum eine Stunde Schlaf
efunden. Ihrem Bruder hatte sie gestern Abend noch
as Versprechen abgenommen, sofort nach dem gefangenen
Johanniter zu forschen und ihr Nachricht über denselber
u bringen. Sie wartete mit fieberhafter Ungeduld au
zjan und als sie jetzt Schritte draußen vernahm, hoffte
e auf sein Erscheinen. Es war aber ihre Dienerin, die
hr meldete, daß Johannes Matthys sie zu sprechen wünsche
ber Angemeldete wartete aber gar nicht erst auf einen
Bescheid, über dessen Ausfall er nicht im Iiret war.
'ondern folgte der Dienerin unmittelbar auf dem Fuße
Matthys war in reicher Festkleidung wie ein Edelmann.
Fr hatte sein prächtiges Schwert an der Seite und hielt
»en Federhut in der Hand. Ohne Zweifel war er ein
tattlicher Mann, der sogar Anspruch auf männliche Schön—
jeit erheben durfte. Aber auch jetzt lag deutlich etwas
Abstoßendes in seinem ganzen Wesen, das Divara mit
iefem Schrecken erfüllte. Seine ——— seine Blicke
und Stimme verrieten den niederen Bildungsgrad. und
die gemeine Gesinnung trotz des äußeren Aufputzes.
Er winkte und die Dienerin beeilte sich, das Zimmer
zu verlassen.
Erstaunt sah Divara das Oberhaupt der Wiedertäufer
an, der sich den Anstrich vornehmen Anstandes zu geben
uchte und sich daher tief verneigte.
„Welche wichtige Angelegenheit führt Ench fast noch
„or Tagesanbruch zu mir?“ fragte sie unmutig. „Es
Heint. aAfs ob die Türe meines Rimmers nicht mehr ge—

Er weiß sidh zu helfen. Erster Ko.
Kzarum haft Du gestern im Wirtshaus ein Hoch au
»en Chef ausgebracht? — Zweiter Kommis: Weile
neinem Hut gesessen hat.

Aus aller Welt.
Bestohlener Ausländer. Ein kühner Diebstahl
an einem ausländischen Arzt in Berlin verübt worden.
Der aus Brasilien stammende Dr. med. Koppold befin
det sich gegenwärtig auf einer Reise nach Italien umd
raf dieser Tage in Berlin ein, wo er in einem erstklas
igen Hotel Wohnung nahm. Dort wurde ihm auf bis—
her unaufgetlürte Weise ein Kreditbrief über 150 000
gestohlen.
Affäre Hofrichter. Der Vater des durch die Wie—
ner Gistmord-Affäre bekannten Oberleutnants Ho srichter
st im vorigen Jahre in Warmbrunn, wo er zur Kur
weilte, plötzlich gestorben. Jetzt sinden Nachforschungen
statt, um womöglich die Todesursache des Versiorbenen
zu ermitteln.
Zur Eisenbahn-Katastrophe in Uhersko. De
Bahnhofs-Assistent Zeis, der wegen der Eisenbahn-Kate
strophe bei Uhersko verhaftet wurde, ist aus der Hait ent
lassen worden, nachdem er ehrenwörtlich versprochen haute
daß er sich von der Station nicht entsernen werde. Zeis
kehrte darauf zu seiner Familie zurück. Er leidet seit den
Früh,ahr an ciner schweren Nerven-Krankheit. Ein Bahn
arzt hatte damals konstatiert, daß ihn die Folgen der
Krankheit zur Ausübung des Verkehrsdienstes unfaͤhig
machten. Zeis suchte darauf seine Enthebung vom Ver
lehrsdienste nach, dem Gesuch wurde jedoch nicht stattge⸗
zeben. In Uhersto, wohin er vor kurzem veretzt wurde,
hatte er schweren Dienst zu leisten. Durch diese Station
gehen täglich 57 Züge. Es kam vor, daß Zeis sich unm
unterbrochen 18 Stunden im Dienst besand. Iu Prae
und Greifenberg hat unter großer Beteiligung der Be
voldterung die Bestattung der Opfer der Katafirophe stattß
gefunden. Ter Verlehr auf dem betreffenden Gleise 1
wieder aufgenommen worden.
Der Spion. Aus Epinal meldet der „Matin“, daj
der unter Spionageverdacht verhaftete Deutsche sich du
verschiedensten Namen beilegt. Bald behauptet er, Hirsch
wetter zu heihen und aus Belgien zu stammen,. dam
nennt er sich wieder Müller.
Verhafteter Mörder. Die Verhaftung des Mör.
ders Gilewitsch in Paris ersolgte, als er ian Begeiff war
Beld auf den Namen Podlutzki zu erheben. Wie festge—
stellt ist, war Podlutzki Student am Technischen Instilu
und wurde das Opfer Gilewitschs. Dieser engagierte ihn
angeblich als Gehilfen für technische und persönuche Un
ernehmungen, tatsächlich aber, um die sehr hohe Lebens
ersicherungssumme des Podlutzki zu erhalten. Gilewitjch
rug bei seiner Verhaftung eine Perücke und beteuern
seine Unschuld in dieser Mord'ache.
Der Strafe entzogen. Ein Russe namens Gilo—
witsch, der wegen Ermordung eines Landsmannes in
Paris verhaftet worden war, beging auf dem Polizei-Bu—
reau Selbstmord, indem er eine Hosis Zyankali ver—
schlucite.
Vom Schwindler Cook. Obwohl die Zurückweij—
ung der Ansprüche Cooks durch das Universitäts-Komitee
endgültig feststeht, derlautet dennoch, daß das Komite«
beschlossen hat, den Originalbericht des Kapitäns Loo
über die Fälschungen der Cookschen Observationen, der
in Kopenhagen Ende der Woche ankommt, einer kritischer
Revision zu unterwerfen und mit dem Bericht Cooks zu
oergleichen. Das Ergebnis diesßer Untersuchung soll ai⸗
Srgänzung zu den Festuellungen des Komitees veröt
entlicht werden

*t —
Unwetter und Hochwasser.
Bocholt, 29. Dez. Das Hochwassfer der Ac
hat außerhalb der Stadt Gärten, Felder und Wiesen au
veite Flaͤchen überschwemmt und erheblichen Schaden an
gerichtet. In der Nähe der Königsmühle sind die Wi
enflächen in Seen verwandelt. Bei der Schwanenmühle«
vurde ein Damm auf eine fünf Meter weite Strecke durch
»rochen. Das Wasser ergoß sich auf die dort belegenen
Felder und führt diesen große Mengen Sand zu.
Essen, 29. Dez. Auch die Ruhr führt jetzt Hoch
wasser. Vom Oberlauf wird weiteres Steigen gemeldet.
New-York, 29. Dez. Der durch den Schneesturm
der letzten Tage in New-York und Umgegend angerich—
ete Schaden soll sich auf über fünf Mislionen belau—
sen. Vor allen Dingen hat die Schiffahrt sehr gelitien.
Zahlreiche kleine Schiffe sind auf den Strand geworfen
worden. Der reguläre Telegraphen- und Televhondieni
tst unterbrochen

F5

p A llh Vor areit Zudriuglichkeiten zu schützen.“
Divara, welche Sprache — womit habe ich diese
ten Worte verdient?“ floͤtete Matthys, in seinem
wuͤrfigen Wesen noch widerwärtiger. „Sieh um Din
eine Königin kann es sich nicht herrlicher wünschen —
Du solltest mir dankbar dafür sein. anstatt mich so —
handel.“
„Ich verabscheue all diesen Flitter und Tand, wi
Fuch verabscheue. Kommt daher ohne viele Umschweife
Zache, was Euch zu mir führt. Kommt Ihr aber
im mich wieder mit Euren gewöhnlichen Anträgen
suälen, so will ich kein Wort weiter hören!“ J
„Divara, würdest Du nur einen Augenblick fuhlen.
wie Deine Worte mich schmerzen, Du würdest wentgan:
Mitleid mit mir haben. Freilich, ich kann nur wieser
holen, daß mein ganzes Denken und Fühlen auf Dich ae
ichtet ist, daß ich nur noch ⸗ein Ziel kenne, wonach
trehe —
„Schweigt, ich will davon nichts hören!“ unterbra
Divära die beabsichtigte Liebeserklärung. „Wenn no
ein Fünkchen Achtung vor dem Frauengeschlecht in Eud
ebt, dann entfernt Euch, oder ich stürze mich 0
kuren Augen aus dem Fenster, denn ich ziebe den e
Furer Gegenwart vor!“
Matthys schien wie erstarrt.
„Ich kann ohne Dich nicht leben, Divara, die Glut
neiner Liebe zu Dir verzehrt mich. Jeden Wunsch will
ich Dir erfüllen, ganz Münster und darüber hinaus sollen
sie Dir wie einer Fürstin huldigen und die Deinigen sollen
sich in Deinem Glanze mit sonnen. Meine Liehe xzu Dir
soll alles überwinden.“
„Sprecht nicht von Liebe, entweihet nicht dieses gehei—
heiligte Wort. Nur der Ausfluß von Bosheit kann es
sein, der es zuläßt, daß Ihr mich so verfolgt und nich
bollständig um meine Ruhe bringt, mich noch bis zuw
Wahnsinn treibt.“
            
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