Lokales und Vermischtes.
Dudweiler, den 27. Dezember 1809.
daßs Triukgeld bleibt. Der Reicheverbaud der
ruischen Gaftwirtevereine hat deschlossen, den von dem
dellnerverein gestellten Anttag auf Einführnng von Minimal⸗
ohnen vorderhaud nicht naäher zu freten. In der gegen⸗
zärtigen Zeit, so wurde betont, fei keine Möglichkeit vor—⸗
sjanden, mit solchen Experimenten bei den augeschlossenen
Bereinen durchzudringen. Die Ecsetzuug des Trinkgeldet
urch feste Loöhne würde zurzeit so köreud aus bie Betrieb⸗⸗
uud Gewerbsverhältnisse des Gastwirtestandes einwirken, daß
in eine Durchfuͤhrung nicht gedacht werden lonxe. Damit ist die
ideruns der Kellaer, Lohn statt Trinkgeld, vorläufiz er⸗
edigt.
Ein treffliches Rittel, Warzen zu beseitigen ist das
Agende: Man nehme einen guten Teil Eichenrinde, wenn
aöglich von frisch geschälten Eichenbäumen, die man am
eichtesten bei jedem Holzhäudler erhalten kaun, zerhaue die⸗
elbe in kleive Stucke und koche sie mit Wasser recht lange
ib. Ju die heiße Biuhe halte man die Hände längere Zeit
inein und wasche dann jeden Tag ein paarmal die Warzen
alt damit. In acht Tagen sind die Warzen verschwunden,
hne daß man sieht, wo die Warzen gesessen haben. Die
Varzen dürfen aber nicht wund sein.
Paris, 27. Dez. Im Musenm der hiefigen Bergbau⸗
chule wurden in der vergangenen Nacht ans einem Schranke
in großer, außerordentlich seltener Platiaklumpen, sowie
delsteine im Werte von 26 000 Fr. gestohlen.
Einkauf der Zreimarken für Neujahrabriefe.
geim Herannahen des Jahreawechsels ist wiederum darauf
wufmerlsam zu machen, daß es sich dringend empfiehlt, den
xinkanf der Freimarken für Reujahrsbriese vicht bis zum 31.
Dezember zu verschieben, sondern schon früher zu bewirken,
amit der Schalterverkehr ax dem genanuten Tage sich ord⸗
mingsmaäßig abwickeln kann.
Polizeibericht. Vergangene nacht mußte eine betrun⸗
ene Person zu ihrer eigenen Sicherheit in Polizeigewahrsam
erbracht werden.
Saarbrücken, 27. Dez. Ginen schweren Einbtuchst ieb⸗
ahl wurde am Heiligenabend in der Buchdruckerel Spieß
u Malkatt⸗Burbach verübt. Diebe drangen in das Bureau
in und öffnelen mittelst Nachtschlussels den eisetrnen Kassen⸗
chrank. Sie entnahmen einer Kassette den Betrag von 405
Rark. Eine größere Geldsumme, die im selben Schrank
jerborgen lag, haben die Diebe Übersehen, denn sie blieb
mberüͤhrt. GEs erweckt den Anschein, als ob ortskundige
zetsonen an diesem Einbruch beteiligt waren. Sor. Ztg.
Echwerin, 27. Dez. In Daszow in Mecklenburg find
ie 3, 7, 11 und 13 Jahre alten Kinder des Steiuschlägere
dankwardt in der elterlichen Wohnung im Kohlendunft erstickt.
das Elternpaar weilte bei Verwandten auf Weihnachtsbesuch.
SHöhr (cbei Koblenz,, 27. Dez. (Auch ein Rei—
cerlebunis!) Welchen polizeilichen und pseudopolizeili—
hen Belästigungen ein Reisender ausgesetzt sein kann, das hat
ein Herr aus Frankfurt in Höhr erfahren. In der Nacht
zom 20. auf 21. Dezember übernachtete er in dem Gast—
jof Vogel'ang. Um 1 Uhr nachts wurde an seine Türe
jellopft, und er wurde in barscher Weise aufgefordert,
ofort aufzumachen, „die Polizei sei da“. Er erklärte dem
kufenden, daß er erst aufmachen werde, wenn der Wiri
nit erscheine. Nach einigen Minuten kam dann der Wiri
ind der angebliche Polizeibeamte wieder, worauf der Rei—
ende auf Ersuchen des Wirtes dann die Türe öffnete. Er
nemerkie zu seinem Erstaunen, daß es nicht ein Polizei⸗
eamter war, sondern ein „Nachtwächter der Wach- und
Ichließgesellschaft,, welcher sich vorher als Polizist aus
segeben hatte. Ohne irgendwelchen Anhalt hatte dieser
charfsinnige Nachtwächter ihn im Verdacht, er habe die
sicht, hier einzubrechen. Er forderte ihn auf, sich zu
egitimieren, worauf der Reisende aber dem Waͤchier, der
zanz widerrechtlich eingedrungen war, die Tür wies. Der
ann behauptete immer wieder, der Gast sei ein Einbre—
her, und erst als dieser, um Ruhe zu haben, dem Wirt
gzegenüber durch seine Legitimatisnskfarte sich legitimierte,
mntfernte sich der Wächter. Nach einer Stunde, als der
keisende eben wieder eingeschlasen war, klopfte es aber—
nals an seiner Tür, und wieder wurde er aufgefordert,
ie Tür aufzumachen, die „Ortspolizeis sei da. Hierau
ffnete er nochmals die Tür und erblickte den Herrn Orts
'olizisten mit einem großen Polizeihund, den Wirt und
wei Nachtwächter der Wach- und Schließgesellschaft, die
ich in sein Zimmer begaben. Trotz seines Verlangens,
aß die zwei Wächter sich sofort aus seinem Zimmer ent—
ernen sollten, blieben diese auch noch weiter darin. Der
teisende legitimierte sich auf Aufforderung nochmals der
Irtspolizisten, worauf sich dieser entfernte. Als der Rei—
ende früh dann beim Frühstück saß, wurde er auch noch
on dem Besuch des Herrn Gendarmen erfreut, bei dem
r sich nochmals legitimieren mußte. Die Handlungs—
veiso der Nachtwächter der Wach- und Schließgelellschaft,
ie ein Zweiggeschäft des Koblenzer Hauptgeschutes ist,
ollte vermutlich eine Reklame sein, um Abonenten zu
erhalten. Gegen sie hat der so ungebührlich belästigte
steisende bei det Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet, auch
vegen der schweren Beleidigungen Strafantrag gestellt. Auch
das Verhalten des Wirtes ist höchst eigentümlich. Zu wel—⸗
hen Zuständen kommen wir, wenn oh einen verdächti—
gen Grund ein Reisender belästigt weroen darf, bloß weil
ein Einfältiger mutmaßt, er könnte möalicherweise einen
Einbruch beabsichtigen!
* Friedrichshafen, 27. Dez (Keichsregierung
nd Luftflotte.) Die Reichsregierung hat mitge—
teilt, daß sie das Lustschiff „Z. 3“, das ihr zum Preise
don 560 000 Mark angeboten worden war, nicht kaufen
vill. Graf Zevpelin hatte an dem Schiff, das auf der
Fahrt nach Berlin mehrjach Havarie erlitt, verschieden
Neuerungen angebracht, die sich offenbar nicht bewährt *
n. Die Regierung gibt der Luftschiffbau-Gesellschaft
ien anderen Luftkreuzer in Auftrag. Man will den Bau
ner Luftslotte osftenbar nicht überstürzen.
O Hat sich das Wetter gegen früher geändert?
Nan hört häusig in der Gegenwart die Befürchtung aus—
prechen, daß das Klima sich gegen früher geändert habe,
umal dann werden solche Stimmen laut, wenn beson⸗
ders regelwidrige Witterungsverhältnisse auftreten, wie
varme Winter, kalte Frühlinge, nasse Sommer und sehr
chwüle Herbste. Solche Er, einungen machen auf, den
Durchschnuͤtts beobachter den Eindruck von meteorologischen
Abweichungen, aber das Ged tnis des Durchschnittsbeob⸗
achters ist kurz, deshalb wendet man sich am besten an
den Beobachter der Durchschnitte, um Antwort auf die
dorliegende Frage zu erhalten. Kürzlich veröffentlichte ei—
ner dieser, Sir John Moore, in einer englischen medizi⸗
nischen Zeitschrift eine Arbeit, in welcher auf Grund sorg—
zältig zusammengestelltet Wetterberichte alle ängstlichen
Zorgen über drohende klimatische Katastrophen in der näch—
ten Zukunft niedergeschlagen werden. Mit einem Wort,
inser Klima ändert sich nicht. Es besteht gegenwärtig die⸗
elbe Durchschnittswetterlage, wie in den leßten 600 Jah—
sen und nichis berechtigt dazu, eine Aenderung hierin für
»ie nächste Zeit zu prophezeien. Gestützt auf Angaben
— Asueisse Taneucktk welchez dc aäron Fois degæ— 17
zahthunderts detrist, rann man sagen, daß das Wetter
amals ebenso veränderlich war, wie heute. Moore zeigt
neseiner Abhandlung, daß die exrtravaganten Schrullen
es einen Jahres kompensiert werden durch außergewöhn
iche Gleichmäßigkeit im anderen, und daß die Durch
chnitte von fünf Jahren nur ganz geringe Abweichunger
on denen eines anderen Jabrfünftes zeigen.
Bienserstecherei. Eine Schlägerei zwischen Unteroffi
ieren des 1. Garde-Feld-Artillerie-Regimenis und einen
Sruppe von Zivilperfonen hat in Berlin ein Menschen
pfer gefordert Der Unteroffizier Hermann Specht vorn
»er 5. Batterie des 1. Garde⸗Feld⸗Artillerie⸗Regiments
vurde durch einen Sttch in die Herzgegend tödlich verletzt
Als Täter ist der 19jährige Schiffer Karl Eisler verhaf
et worden.
Ertrunken. Beim Schlittschuhlaufen auf dem Fabrik—
eiche in Gutschdorf (Schlesien) ertranken die sechzehnjäh⸗
ige Tochter des Tischlers Piedemann und der ihr zu
dilfe eilende Lehrer Englich.
Guter Faug Der Dresdener Kriminalpolizei ist es
jelungen, einen verwegenen internatcionalen Museums—
dieb jestzunehmen. Es handelt sich um einen russischen
runstmaler namens Georg Paulus Nodrow, der in Dres
»en eine Wohnung an der Bürgerwiese hatte. Dort ist
in zanzes vager von kostbaren Bildern und hervorra—
enden Kunstgegenständen gefunden, die Nodrow in allen
zändern zufammen gestohlen hatie. Unter den aufgefun⸗
»enen Gegenstanden be,and sich ein Originalgemälde des
iederlaändischen Ralers van Dyck im Werte von 100 000
rrouen, das am 24. August 1908 aus dem fürfstlich
arrac'schen Vuseum in Wien gestohlen worden ist, ferner
in kostbares Elsenbein-Resief aus dem fürstlich Liechten
tein schen Museum in Wien, ein Bild aus der Arnhold
chen Gemälde-Galerie in Dresden und ferner zahdlreiche
'ostbare Wertgegenstände. Die in den letzten Jahren vor—
zekommenen Museums-Diebstähle des In- und Auslandes
sallen ihm zur Last. Nodrow ist geständig. Er trug ei⸗
nen zalschen Paß bei sich, mit dem er während der Feier—
lage nach Rußland flüchten wollte.
Schiffsunfälle. Der „Temps“ meldet aus Lissabon,
daß in der Umgegend von Oporto gegen 700 Schifse unp
Boote beim letzten Sturm vernichtet oder beschädigt wor
den sind. Der Schaden wird auf über 100 Millionen
Frants veranschlagt Der König und die Minister haben
ich nach Oporto begeben.
Opfer des VMeeres. Aus Kopenhagen wird berich
et: Als am Weihnachtsabend die Besatzung des Damo—
ers „Erik“ aus Gotland um den brennenden Weihnach »
»aum versammelt ar, zerschellte der Dampfer bei dem
zerrschenden Nebel an den Klippen von Bornholm. Ein
Boot mit vier Mann kenterte. Die Mannschaft ill er
runlen.
Walter Rütt, der Sieger im letzten New-Horker 6
Tage-ytennen, hat sich in Deutschland der Militäroehörde
gestellt zur Ableistung seiner militärischen Die'isipflicht, der
rx sich bisher entzogen hatte. Er hat an zustuindiger Stelle
»en Antrag gestellt, zuvor noch an dem Berliner Sechs—
Tage-Rennen teilnehmen zu dürsen. Wenn er die Erlaub—
nis erhält, wird er mit seinem New-Yortker Partner, den
Australier Clart an dem Rennen teilnehmen.
Familiendrama. Ein fürchterliches Familiendrama
hat sich in der Nacht im Südosten Berlins aogespielt. Die
Frau eines Hilfsmonteurs, Frau Scholz, hat in Aowesen
jeit ihres Rannes ihre dret Kinder im Alter von 1-1
Jahren aufgehängt und sich dann zu vergiften versucht.
Die bei der Frau angestell:en Wiederbelebungsversuche wa—
ten von Erfolg, die Kinder sind tot. Die Frau hat die
Tat wegen Untreue ihres Rannes begangen.
Vom Luftschiffee Latham. Der Lustschifser La—
tham erklärt in einer intcrtredung, man habe ihm zu sei—
ner Teilnahme an oer Berliner Flugwoche 10 000 Mari
angeboten. Er habe dieses Angebot jedoch zurückgewie
sen und gedenke nunmehr gerichtlich vorzugehen.
Eutdeckte Verschwörnng. Wie einem Londoner
Blatte aus Ponpest gemeldet wird, verhastete die Polizel
15 Personen, welche mit der Ermordung des Beamten
Jacsson in Rasit in Verbindung stehen, und beschlagnahmte
eine große Menge von Revolvern, Munition und Schriftstücken,
woßurch eine regelrechte Verichwörung auigedeckt
wurde.
Ein Greuz-eZ3wischenfall. An der montenegrinisch—
ürlischen Grenze kam es zu einem hefügen Zusammenstof
zwischen montenegrinischen und üürkischen Grenzsoldaten.
Sin montenegrinischer Hauptmann wurde durch einen
Schuß schwer verletzt. Die montenegrinische Regierung hat
durch ihren Konstantinopeler Vertreter wegen dieses Zu—
ammenstoßes Beschwerde erhoben.
Selbftmord. In Greenwich im Staate Kentuckhy ist
einer der bekannutesten und reichsten der Versicherungsmag—
iaten der Vereinigten Staaten, Mr. Sheldon plötzlich
zestorben angeblich durch den Genuß verdorbener Eßwa—
ren. Er war Direktor der Phönix-Feuerversicherungs-Ge—
selischaft und wurde plötzlich ines Amtes entlassen, nach—
dem in der Kasse Fehlbeträge von aitka 675 000 Dollar
entdeckt worden waren.
Erst reich, dann arm. Aus New-York wird be—
richtet: Dr. Patten, der bekannte reiche Getreide-König,
der im Anfang dieses Jahres in Getreide-Spekulationen
ein großes Vermögen erworben hatte, ist auf dem besten
Wege, seinen Gewinn wieder vollständig zu verlieren und
war infolge einer falischen Mais-Spekulation. Nachdem
r anfangs wüste Hausse-Spelulationen getrieben hatte, sah
r sich im Auguft plötzlich gezwungen, zu verkaufen. Die
zarmbesitzer hielten nun ihre Mais-Vorräte zurück und
ie Maispreise stiegen infolgedessen rapide. Mr. Patten
st ein großer Schweiger, der bisher noch kein Wort ver⸗
auten ließ über seine ungeheuren Gewinne oder seine ost
»benso großen Verluste. Informierte Kreise glauben je⸗
doch annehmen zu können, daß er allein an Mais für
dezember-Lieferungen 350 000 Dollar verloren hat.
Jesenramme.
Foin, 28. Dez. Die „Fslnische Zeitung“ meldet aus
Schanghai: Ein Revolution us Südchina hat einen
MNordanschlag auf den Prinz⸗egenten verübt, in dem Au⸗
senblick, wo dieser vor dem Palast seinen Wagen verließ
durch einen Dolchstotß wurde Prinz Tschun leicht am Un⸗
terleib verletzt, doch war der Blutverlust gering und der
Berletzte befindet sich verhältnismäßig wohl. Der Atten
äter ist verhaftet. Peking ist volltommen ruhig.
Wilhelmshaven, 28. Dez. Der Chef des Kreuzer—
geschwaders, Kontreadmiral v. Ingenohl, wird im Früh⸗
ahr nach seiner Heimkehr durch Kontreadmiral Guehler,
isher zweiter Admtral des zweiten Geschwaders, erfetzt.
Ferner wird Fregattenkapitän Lange, Marineattachee in
Totio abberufen und ersetzt durch Korvettenlapitän Fischer.
ersten Offizier des Schulschiffes „Hansa“.
Konscantinopel, 28. Dez. Der deutsche Kai—
er übersandte mit einer Widmung dem Generati fimus
Zcheflet Pascha seine Photographie zur Erinnerung an die
zieszährigen Kaisermanöver. *
New⸗Vork, 28. Dez. Madriz ließ Zelayas Schwie—
lersohn Passos und den Finanzminister Martinez wegen
interichseife verhaoften
Saariburng i. L, 25. Dez. Uls Mörder dee Leh rern
Feller von Haselburg wurden der 28fährige Christoph von
Kothebühl bei Dagsburg und der 19jähr:ge Erb von Hellert
wei berũdhtigte Wilderer und Tagediebe verhaftet uind nach
Pfalzburg ins Gefängnis verbracht. Dem Etschlagenen hatten
ie Uhr und Geld geraubt. Am gleichen Tage, an dem die
zeiden dies Verbrechen begangen, hatten sie auch einem Mann
gzamens Freiermuth, der auf dem Heimweg nach dem Hellert
hegriffen war, aufgelauert, ihn niedergeschlagen und seiner
etwa 180, Mark betragenden Barschaft beraubt Die Mord—
buben hielten Freiermuth fuͤr tot; er erholte sich aber wieder
und kounte sich tiot schwerer Verletzung nach Hause schlep⸗
pen. Freiermuth hatte die Raäͤuber erkaunt.
Rathenow, 28. Dez. Der bei seinem Onkel in Niebe—
del (Kreis Westwellaud) zu Besuch weilende Schlosser Hermann
Beserich wurde von dem Krechte Laiewe auf der Chaufsee
vor RNiebedel ohne jede Veranlassung überfalen und erstochen.
Paris, 27. Dez. Der Malin Seröffentlicht ein Interview
seines Berliner Korrespondenten all dem Abgeordneten Erz⸗
berger üuber das Werk der Katholiken in Frankreich. Erz
»erger erkiärte, die Bildung eines französischen Zent rums
Aürfte Royalisten und Mitglieder der hohen kalholischen
Aristotratie nicht ausschließen. Die Partei mußte sich nich!
nur mit religiösen, sondern auch mit wirtschaftlichen Fraeen
beschäftigen.
Paris, 27. Dez. Der Temps meldet aus Lissabon, daß
in der Umgegend von Dporto gegen 700 Schiffe und Boeti
beim legten Sturm verunichtet oder beschädigt worden sind.
Der Schaden wird auf über 100 Millionen Francs veran⸗
schlagt. Der König und die Minifter haben fich nach Oporto
begeben.
Sissaben, 28. Dez. Der Gesamischaden, den Portu⸗
zal durch die jetzige Ueberschwemmung erleidet, wird von der.
Regierung auf 30 Millionen geschätzt. Am meisten hat die
Hafenstant Oporto gelitten. Die ganze Unterstadt ist ein
Meter doch überschwemmt. Stoß in die Zahl der Häuser,
deren Grundveften durch die Flut unterwaschen worden sind,
odaß die Gebaude eingestürzt sind, zum Teil noch e inzustür
zen drehen. Die kleineren Schiffe im Hafen, wie Leichter
Sote usw. find sämtlich verloren. Si⸗e wurden entweder
duich die Gewalt der Wogen zertiümmert oder in die offene
See hinausgetrieben. Da die Gasanstalt meltrhoch unter
Wasser steht, blieb gestern abend die Sladt ohne Licht. Auch
aus den anderen Provinzen Poctugals laufen nur Hiobs⸗
posten ein. 61 Opfer hat die Mebeischmemmung gefordert.
Zürich. 28. Dez. Die Folzen des Slurmes im Jura
in der Nocht zum 23. Dezember fiellen sich als schwer
jeraue. Das Jxrxtal hat fan seinen gauzen Wald bestand
ingebüßt.
Madrid, 24. Dez. Soweit die Unterbrechung des
Drahtes und der Eisenbahnen Meldnngrn hierher gelangen
assen, hat eine Wasserhose die Mitte swon Nordwestspanien
verwüstet; Kastilien, Leon, Galizien, sind überschwemmt
huertas, Dalomanca, Vallasolid und Kamoras sind versandet
und verschlammt. In Ciudad Rodrigo ist ein ganzer Stadt⸗
leil zerstört. Hundert Häuser find weggeschwemmt, 11 Per.
onen und zahlloses Vieh ertrunker. Ecrfs nach Wiederher
dellung der Verkehrsmittel wird sich der ganze Umfang de—
Unglücks übersehen lassen.
I8 ———— — — —
Bief kasten.
Herrn —un hier. Den Ausdruck „bohnern“ kennt kein Sprachen⸗
ind kein Wörterbuch. Es. heißt „bohnen“.
Zum Beweise diene:
Mindekilde, deutsches Wörterbuch : bohnen, mit Wachs blank
reiben, niederländischen Ursprungs.
Vogel, deutsches grammatisch⸗orthographisches Nachschlage⸗
buch: bohnen, gebohnt, zu bohnen.
Duden, orthographisches Woͤrterbuch der deutschen Sprache
bohnen, Arbeit zum Blankmachen von Böden.
Meyer's Konversations⸗Lexikon: bohnen (Wichsen), das Po—
lieren von Fußböden, wird mit Polier- oder Bohnwachs
(Bodenwichse) ausgeführi.
Benũgt Redaktion
Bekanntmachung.
Sämiliche in der Burgermeiserei Dubwetlet wohnenden, im
Jahre
1890
und früher geborenen männlichen Personen, letztere inso weit
eine endgültige Eatscheidung Uber ihr Militärverhältnis noch
nicht ergangen ist, werden auf Grund der deutschen A
aung hiermit aufgefordert sich iv der Zeit
vom 16. Januar bis 1. Februar 1910
nuf dem Bürgermetfteramt, Zimmer Nr. 10 nnd zwar erstere
venn sie nicht im hiesigen Standesamtsbezirk geboten sind
unter Vorlezung des Geburtsscheines und letztere unter Vor—
zeichung ihres Losungsscheines, im Verhinderungsfalle durch
hre Eltern, Vormunder, Lehrherrn nw zur Rektutierungs⸗
Stammrolle anzumelden, bezw. anmelden zu lassen.
Wer die vorgeschriebenen Meldungen zur Stammrolle oder
zur Berichtigung derselben unterläßt, versällt in eine Geld—
trafe bis zu 30 Mark oder Hafistiake bis zu 3 Tagen.
Außerdem können solche Mulitärpflichtige als unfichere
beereapflichtige vorzugsweise eingestelli werden.
Im eigenen Interesse der Mili ärpflichtigen ersuche ich
die Seburis⸗ und eventl. Duplikal-Lolungsschelne sofort zu
deschaffen und die Anmeldung zut Stammtolle altich nach
dem 16. Janucr zu bewirken.
Dudmeiler den 27. Dezember 1909.
Der Burgermeister J o st.
Mahrunq füdr:
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schwãchliche.
in der kntwicklung
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vie fuür jede Familie!
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