ein müssen, und daß das Gouvernement einen Weg zu
inden hat, die bei ihm zusammenströmenden Barmitiel
nöglichst schnell dem allgemeinen Verkehr wieder zugäng—
lich zu machen. —*
Heer und Flotte.
—7*Der roibraune Handschuh. Aenderungen zur Of⸗
fizier-Bekleidungsvorschrift bringen der „Mil.“pol. Korre—
pondenz“ zufolge erweiterte Bestimmungen über das Tra—
zen der rotbraunen Handschube der Offiziere. Nach diefen
müssen die rotbraunen Handschuhe getragen werden im
Felde und im Frieden zum Dienstanzuge, ferner zum klei⸗—
nen Dienslanzug bei allen Uebungen im Gelaͤnde und wäh⸗
rend des Aufenthaltes außerhalb der Garnison aus An—
laß von Uehungen, Generalstabs- oder Uebungsreisen und
Uebunasritten. Weiße Handschuhe müssen getragen wer—
den zum Gala-, Parade- und Gesellschaftsanzug, sowie
zu Hojfestlichukeiten, ferner auf der Straße, soweit nicht
cotbraune Handschuhe vorgeschrieben oder gefiattet sind.
Rotbraune oder weiße Handschuhe können nach eigener
Wahl getragen werden: im Dienst, soweit nicht eine be—
timmte Handschunart ausdrücklich vorgeschrieben ist, au⸗
zer Dienst zum Melten, Radfahren und Selbstfahren. So—
mit ist — —
Sicherhet des Staates würde zweifellos gesährdet sein,
wenn einmal eine Farbenverwechselung statifinden sollte.
Gericht 33eitung.
SEin irrsinuiger Soldat. Ten verrückten Jockel
nanntien seine Kameraden den Nionier Jakob Brühl
von der 3. Kompanie des ncssauischen Pionierbataillons
Nr. 21 in Mainz-Kastel. Auch seine Vorgesetzten hielten
ihn nicht für ganz normal; aber deshualb mußte der ver—
rückte Jockel doch zwei Jahre des Konigs Rock tragen. Er
war sogar ein ganz leidlicher Soldat, der an einem wah—
ren furor exercendi litt. Ob er müde war oder nicht,
zu jeder Tages- und Nachtzeit exerzierte er auf der Stube,
wobei er den Besen als Gewehr benucte. Saß er eben
noch beim Essen, so schoß er plötzlich wie besessen auf
den geliebten Besen los und exerzierte, daß die Knochen
krachten. Dabei gab er scharse Kommandos ab und war,
wie seine Kameraden sagen, ganz für sich. Dann wieder
sang er Lieder, aus denen kein Mensch klug werden konn—
te. So ginzgen beinahe zwei Jahre herum. Da gerier
er im Juli d. J. mit einem Kameraden aneinander und
sagte dabei: „Wenn du nicht so viel geschmiert hänest,
dann wärest du auch nicht so viel kommandiert worden!“
Da die Vergünstigung der Abkommandierung vom Feld—
webel abhängt, so erblickte das Kriegsgericht der 25. Di—
vision in diesen Worten eine verleumderische Beleidigung
des Feldwebels, dem der Vorwurf gemacht werde, ec
habe sich schmieren lassen, und verurteilte Brühl, obwohl
der Feldwebel selbst für ihn eintrat durch die Bemert—
ung, er halte ihn nicht für geistig normat, zu zwei Mo—
naten Gefängnis. Vor etwa sechs Wochen wurde dann
zum erstenmal am Oberkriegsgericht verhandelt. Hier er—
gab sich, daß der Kompaniechef den geistigen Zustand des
Pioniers nicht weitergemeldet hatte, weil er ihn „sonst
loszuwerden hoffte“. Die Stabsärzte erklärten, daß Brühl
degeneriert und der Angeklagte für seine Taten nicht ver—
antwortlich zu machen sei und nach 8 51 des Reichsstraf—
gesetzes also freizusprechen sei. Es wurde beichlossen,
veitere Gutachten einzuholen. Daher kamen in der wie—
der aufgenommenen Verhandlung am Oberkriegsgericht zu
zen beiden Stabsärzten noch zwei Irrenärzte, und diese
chlossen sich nun dem Gutachten der Stabsärzte in allen
Punkten an, es stehe außer Zweifsel, daß bei Brübl eine
rankhafte Störung der Geisteskräfte vorliege, durch die
die freie Willensbestimmung ausgeschlossen werde. Dar—⸗
aufhin erfolate ohne weiteres die Freisprechuna.
Der „berühmte“ Cookk.
Mister Cook ist doch ein bedeutender Mann. Es ist
richtig, daß er bedeutender wäre, wenn er den Nordpol
virtlich erreicht hätte, was nach dem Berichte der Kopen—
zagener Universität für ausgeschlossen gelten kann, aber
s ist doch schon eine Leistung, zu behaupten, am Nord—
ol gewesen zu sein. Man darf zunächst nicht übersehen,
daß schon dies mit großen Unbequemlichkeiten verbunden
ist. Auf dem Monde gewesen zu sein, das kann jeder
behaupten, weil es ihm niemand glaubt. Aber der Nord—
pol liegt nahe genug, daß man wenigstens eine Art von
Versuch machen muß, ihn zu erreichen, um dann seine
Eroberung verkünden zu können, und schon ein solcher
Versuch ist immerhin keine Landpartie, zumal, da es
dort wenig Land gibt. In der Tat, es muß scheußlich
unangenehm sein, monatelang oder gar Jahre hindurch
auf dem Eise herumzurutschen. Dann liegt aber auch in
dem Vorgehen Cooks, oder richtiger darin, daß er nich—
bis zum Nordpol vorging, ganz offenbar eine gewisse Ge
nialität. Mister Cook saß eines Tages oder einer Nacht
was ja dort zu Zeiten dasselbe ist auf der kühlen Un
terlage, bei der einem schließlich der wärmste Enthusiasmus
—frioron nn und sagte sicht AIFis is Gis Moöne
— 5555— —55—— —. α J—
Die 806Warmgeister
Sistorischer Noman von Gusftab Lange.
go gForsfchung⸗ Nachdruck verboten.
IIhr scheint uns tmicht. mit freundlichen Blicken zu be⸗
Lachten,“ sagte Jan Joris.
iunß nicht, wie ich dazu käme, da ich Euch gar
nicht kenne, entgegneie der Bauer.
„Gut, dann werden wir uns um so leichter verständi—
gen. Wir haben uns verirrt und so bitte ich Euch uns
ziin Stück gen Münster zu fahren, bis wir auf der rechten
Straße wieder sind.“
mng —
en.“ 1
. iut ghr nicht einen tüchtigen Batzen Geld nebenher
berdienen?
Wieder musterte der Bauer die beiden Geschwister miß—
trauisch, besonders Jan Joris in seiner arg mitgenommenen
kleidung.
Mit allem Respekt es gesagt, aber Ihr seht mir
nücht aus, als wenn Ihr die Taschen voll blanker Gul—⸗
den trüget.“
Ich werde Euch nicht in Gulden, sondern in Gold⸗
5 bezahlen,“ lachte Jan Joris und holte aus einem
inen, abgegriffenen Lederbeutelchen zwei neue, funkelnde
Goldstücke.
Die Augen des Banern erweiterten sich förmlich, als
er die —28 Goldstücke sah und sein bisheriges Miß—
trauen war geschwunden.
⸗Rum denn in Gottez Namen. Aber Ihr müßt schon
nit einrrem ganz gewöhnlichen Dager verlieb nehmen.“
der Bauer hoͤlle seine beiden Tere vom Waldessaume
hersüber und vehbeutele daun den beiden Geschwistern, ihm
A folgen, wo sie den Wagen holen
würden, der Weg seulte kein weiter sein und die Abfahr
sogkich von siaticu gehen.
ch noch so und so viel Grade höher gehe, sfinde ich au
nichts anderes, als Eis. Warum soll ich also gehen?
Bibt es eine einfachere Lösung des Problems? Es komm
inzu, daß Mister Cook ganz recht hat: Eis ist wirklick
ẽis, und die gescheitesten Geographen stimmen darin
iberein, daß im Grunde herzlich wenig darauf ankommt,
»b man nun an der Erdachse eine Fahne befestige oder
nicht, und indem sich Coot d'e'ser Ansicht anschloß, rückte
er mit einem Schlage in die Reihe der bedeutendsten Geo—
araphen vor. Aber damit sind seine Verdienste noch nicht
erschöpst. Mister Cook hat auch wie ein wahrer Men—
schenfreund gehandelt, denn er meditierte weiter: „Wenn
ich nach Hause komme und sage, daß ich nicht am Nord,
pol war, werden andere berkommen und sich in dieser
alten Gegend den Schnupfen holen. Warum foll ich also
nicht sagen, daß ich am Nordpol war?“ Damit machte
er sich auf den Rückweg, und man muß sagen, daß es
schön gewesen wäre, wenn die Summe von Energie, die
der langweslige Nordpol uoch kosten wird, durch Eoots
Talent in eine andere Nichtung gelenkst worden wäre.
Wie schade, daß dieses Talent nicht ganz ausreichte. Mi—
ter Cook war siark, aber nicht stark genug — als Bla—
Jueur
Erne Lehre für Oesterreich.
Der Prozeß Friedjung hat so geendet, wie
es in den letzien Tagen immer wahrscheinlicher gewor
den ist: mi einem Vergleich der streitenden Parteien und
mit der éFreisprechung der Angeklagten. Die Vergleich—
erand ungen sind zwar einige Male gescheitert, aber
chlie Llich haven sie doch zum Ziele geführt. Das mußte
auch gescheyen, nachdem den Angetlagten Dr. Friedjung
und Redalteur Ambros, der Wascheitsbewens, den sie an—
treten wollen, unter der Hand zerschmolzen war. Die
von ihnen vorgelegten Schriftsuicke sind als gefälscht nach—
Jewlesen worden, aber man konnte den Angeklagten zu—
rtigen, daß sie in gutem Glauben und in löblicher Ab—
icht handeliten, als sie dießleen verössentlichten. Aber die
Bßehörde am Ballplaß, aus deren Archiv die Schriststücke
amnmiten, hätte etwas kritischer sein sollen, und darum
sällt ein Teil der Blamage des Prozesses auf sie. Sie
kaun sich freilich daraus berufen, daß auch andere Behör—
den und sogar Souveräne durch raffinierte Fälschungen
rregesführt worden sind; sie darf nur an die Affäre Drey
us und an die Briefe exinnern, durch die der Zar Ae—
ander 3,. gegen Bismarck aufgehetzt worden ist. Aber ge⸗
cade solche Erfahrungen hätten das Auswärtige Amt um
so vorsichtiger machen sollen, zumal da es wissen mußte,
zaß es sich um ein Gebiet handelte, auf dem die polit⸗
hen und nationalen Leidenschaften ohnehin nicht sehe ge
ieigt waren, die Grenzen sirengster Rechtlichkeit immer
wisenhafst zu beobachten. Man kann nur wünschen, daß
die heilsame Lehre des Prozesses nicht verloren isi: Man
oll mit dem Vorwurf des Hochverrats äußerst sparsam
ein, man soll dem politischen und nationalen Geguer
uncht gleich das Schlimmste zutrauen und man soll alle
Schriftstaicke, auch die amtlichen, mit der größten Vorsicht
mid Sorgfalt prüufen. Tut man dies, vann wird das Ver—
zälinis der Volterschaften Oesterreich-Ungarns zu einander
ind auch das Verhältnis der Monarchie zum Königreich
Zerbien ein besseres werden. Diese Lehre ist freilich so
chön, daß man getrost annehmen kann, sie werde nicht
efolat werden
— —————
— — —
J Luftichiffahrt.
*Ein deutscherwiisenschaftläüGer wpira—
iker. Die Avbiatik, dieses lange Zeit sehr untee ntzte
Stiefkind der Luftichiffahrt, gewinnt trotz der in ven letz—
en Wochen vorgekommenen Unglücksfällen auf seinem
Hebiete immer mehr an Bedeutung. Um dieser Bedeut—⸗
ing Rechnung zu tragen, wird man sich auch in Deutsch—
and mit der Löfung der Meropsan-Konstruktion but wis—
34543 brof. fans Resssnei —
enschaftlichen Standpunkte befassen. Professor Hanus dieß—
ner. Tozent an der Technischen Hochschule zu Aachen, des—
16. Kapite.
Kuno von Rauschenburg war glücklich auf dem Johan⸗
niterstift bei Münster angekommen und von seinem Oheim,
em Kommthur Burchard von Münnich, freimdlich aufae⸗
ommen worden.
Fast drei Wochen befand er sich mu schon hier, als
hn eines Morgens der Kommthur' in den Rittersaal rufen
ieß. Etwas befangen erschien gleich darauf der Junker
duno und sich zunächst erfurchlsvoll in der Halle um⸗
ah, die mit blinkenden Waffen und kreuzgezierten Stand⸗
xten geschmückt war, zwischen denen ein lebensgroßes
Thristusbild am Marterstamme herabblickte.
Der Kommthur schritt mit auf dem Rücken verschränkten
Armen in der Halle auf und ab. Burchard von Münnich
var eine stolze Achtung gebietende Erscheinung, mit stren⸗
en gige Er kannte kei anderes Interesse, als für
einen Orden zu wirken. Der Orden ersetzte hm Ales
ind sein Wunsch war es auch, Kuno von Ranschenburq
janz für denselben zu gewinnen.
„Ich habe einen Auftrag für Dich,“ begann nach kur⸗
em Schweigen der Fu „Ich will keinen anderen
ditter einweihen und wenn er Dir gelingt, wird urnser
Irden Dir zu großem Danke verpflichtet sein.“
„Euer Vertranen ehrt mich, Kommthur; ich werde vor
keiner Gefahr ve und meine ganze Kraft an
Re mir gestellte Aufgabe setzen.“ J
„Davon bin ich ——— es fließt mir ver⸗
dandtes Blut in Deinen Adern und wie oft habe ich im
dienste des Ordens dem Tod ins Ain geschaut. Ruu
zerntmm, um was es sich handelt. Als wir vorige Woche
msere Kommende drinnen in der Stadt verlafssen mußien,
veil unser Hänflein zu schwach ist gegenüber den intmer
nehr 3 Rotten der Wiedertäͤufer und wir hier
n dieses Hans übersiedelten, da ließ i den Ordensschat
urũck. weil ich ihn in den unterischen i drinner
*
en Bild wir, vesstebend bringen, j der erste ve
Wissenschast er, der sich mit der Lösung dieser Frag.
chäft'gt. Er hat bereits mehrere ersolgreiche Flüge
einem in den Ateliers von Prosessor Juncker herg«
ten Apparat auf dem Flugselde von Aachen ausgei
*JInternationales Lufstschiffrecht.
Paris hat sich jüngst ein Comite international de 18
tion gebildet, das sowohl die aviatischen Interessen
Berichten und sonsigen Behörden vertreten, als aud
der Ausgefstaltung des Luitichiffrechts mitwirken soll.
ter deni Vorsitze eines Delegue national soll in 1
Lande ein Zweigkomitee gegründet werden. Ein ECor—
directeur, das sich aus al'en Nationaßdelegierten zu
mersett, wird von Paris aus die algemeine Le
uͤhren
5 292 * *
Zum Kwiliecki-⸗Prozeß.
Der leidenschaftliche Kampf, den die Bahnwärters
Cäcilie Meyer gegen die Gräsin Kwiliecka um ihren
geblichen Sohn fuͤhrte, ist bekanntlich vom Posener C
landgericht zu Gunsten der Ersteren entschieden wor
Damit hat der bekanntlich seit dem Jahre 1903 spiel—
Prozeß sein vorläufiges Ende gefunden. Das letzten8
in dieser Sache wird das Reichsgericht sprechen, dod
Die Bahnvartersfrau Cecilie Meyer
ktaum daran zu zweifeln, daß der Spruͤch dieser hoe
Instanz von der jetzigen Entscheidung abweichen w
Unser Bild zeigt die nunmehr anerkannte Multer
Hnaben, über dessen weiteres Schickial noch nichts
siimmtes verlautet, die zum Teil eine eigenartigen
in dem Prozeß spielte.
—
Wermifstes.
Die Leibwache des Milliardärs. Daß eine
dienz bei dRoceseller nicht viel leichter ist, wie ein un—
zemeldeter Besuch beim Zaren, hat jetzt in Cleveland
Holländer ersahren können, der den Miil iardär für
Projekt größeren Stils interessieren wollte. Er wur
Abgewiesen. Doch der Besucher erklärte, nicht eher zu
hen, ehe er nicht Rockefeller wenigstens gesprochen ha
und versuchte gewaltsam zu dem Petroleumtönig vor,
»ringen. Aber die Wachen die für Rockefellers Let
bürgen, waren auf ihren Posten; man seuerte kurzwe
auf den zähen Besucher. Der Schuß lockte dann Angeh!
ige des Hau'es herbei, die schließlich nach längerem R
zgen den hartnäckigen Holländer aus dem Bereiche v
Rockefellers Heim entfernten. Die Schnell'gkeit, mit
der Wächter zum Revolver griff, ist charakteristisch für
Vorsichtsmaßregeln, mit denen man das Leben ves 9
liardärs zu schützen sucht
7 —
Humoristiscsse Ecke. —
*zDer Schlaumeier. Der Schneider Zipper!
hat erfahren, daß der Student Süffel bei Kasse ist, a
will die Gelegenheit benützen, um die Schulden, die H
Züffel bei ihm schon seit langer Zeit hat, einzuziehen.
klopft an Herrn Süffels Tür. Von innen: „Wer ist da
— „Der Geldbriefträger.“ — Herr Süffel hat seines Schn
ders Stimme erlannt und ruft hinaus: „Wieviel ist
denn?“ — „Fünfzig Mark.“ — „So“, sagt Süssel,
bringen Sie doch. bitte, Herrn Zipperlein, der bekon
noch fünszig Mark von mir!“
*Kasernenhofblüte. Unteroffizier (zum
kruten, der die Halsbinde vergessen hat)r „Na, diée
Meter! Tritt der hier an, dekolletiert wie 'ne Balletter
*Im Mietskontor. Dame: Sie scheinen —
als Dienstmädchen doch zu wenig Erfahrung zu haben
„Zu wenig Ersahrung? Aber gnädige Frau! Im letz
Monat allein hab' ich viermal meine Stelle gewechse
*,„Großmama.“ Vater: Von wem hast Du de
diebe gekriegt, Frißerl?“ — Fritzerl: Von Deiner Schrm
Jermutter!
*Toll. „Ihr Fränulein Schwester hat den Wun
ausgesprochen, meine Gedichte zu lesen.““ — „Ja. me
Schwester hat öfter so tolle Ideen“ —
iu der Stadi aher ufbewahrt hielt. Ich zweifle auch
nich dat an, bat gen, sobald erst das bifchöfliche und her—
zogliche Besoge Aung; heer heranrückt, wir bald wieder Hers«
ren der nd. Den genauen Ort der Aufbewahrung
————
den ich in eIm Ritterhaus in Münster zurückgelassen
habe. Ich tanmn mir selbst keine Rechenschaft darüber ge⸗
ben, aber es kommt mir manchmal der Gedanke, Rochus
dnnte sein Geusnde brechen und unseren Schatz verraten
Außerdem liekß wth gestern der Goldschmied Schwering im
Münster bitten, stine Gold- und Silbersachen und kost⸗
baren Stetne in sere Verwahrung zu nehmen, da er
eine Plünderung seines Hauses durch die Holländer befürcha
tet. Schwering verspricht dem Orden eine große Summe
dafür und ich kann ihm die Bitte nicht abschlagen.“
Der Kommthur hatte während seiner Erzaͤhlung die
Wanderung durch den Saal nicht unterbrochen und un
von enee, mußte an seiner Seite schreiten Jes
nachte er eine kleine Pause.
„Deine Aufgabe ist,“ fuhr der Kommthur fort, „unbenerkt
nach Münster zu gelangen; da Du noch nicht als
Ordensritter bekunnt bist, wird man nicht gleich anf Dich
aufmerksam werden. Dort suchft Du zunächst den Gold
schmied Schwering auf und läßt Dir seine aetunen
aushändigen. Dann eilst Du nach uxserem Ritterhaus
und erforschst ob Rochus unseren Schatz treu gehütet hat
Wenn dies der Fall ist, denn hebt ihr ihn — Rochus ist
oolsstaͤndig eingeweiht — und bringt ihn hierher. Rochus
Anwesenheit in der Stadt ist dann nicht mehr von Nöten.
Hat er uns aber selbst bestohlen, so strafe den Eidbrüchi⸗
gigen wie Du kannst. Das ist allez, was ich Dir sagen
kann, Du wirst selbst zu handeln wiffen, wie die Umstände
es erforden. Uebereile nichts und bedenke, daß Du Dich,
in das VSager eines fanatischen und verschlagenen Feindes,
begibst und daß es gilt einen kolbaren Schatz in Sicher⸗
hei zu bringen.“