Veilage zur Nr. 27 der Indweiler Zeitung
Weihuachten!
Heilige Nacht voll sel'ger Wonne,
Ddreimal heilige Wundernacht!
Lebenskräftiger wie die Sonne
Strahlt das Licht, das Du gebracht.
den die Welten nicht umfassen,
Licht vom Licht, des Ewigen Sohn,
Will bei uns sich niederlassen;
Fine Krippe wird Sein Thron.
genwart und Zukunst miteimander vervindet, wie es gleich
der immergrünen Tanne uns zum Symbol der Ewigkeit
wird. Niemals, solange noch Menschen auf Erden wan—
deln, wird es aufhören, zu heißen: „Alle Jahre wieder .“
Die dunkle, schweigende Nacht war ausersehen, um
das Licht der Wellt ins Leben treten zu lassen. So ist
schon die Geburtsstunde symbolisch für seine Mission: ir
die kalte, dunkle Nacht des Heidennums sollte das warme
helle Licht der chrisilichen Welt- und Lebensanschauung mi
ihrer Liebe und ihrem Frieden bringen. Dieser Gedanke
gibt uns an jedem neuen Weihnachtsabend wieder die
rohe Gewißheit, daß Winter, Dunkelheit, Sünde und
zweifel einmal überwunden werden, daß es unfehlbar
vieder Frühling werden muß, um uns und in uns. Die
Finsternis ist besiegt durch das Licht. die Sonne steigt
vieder.
Es ist manchmal so, als ob wir den Himmel zu er—
reichen suchten, der am Horizont scheinbar die Erde be—
rührt, sich aber beim Näherkommen immer weiter von
uns entsernt Das „Ehre sei Gott in der Höhe, Friede
auf Erden und den Menschen ein Wohlgefalien“ ist noch
lauge nicht Wirklichkeit geworden. Mögen wir noch s—o
tolz sein auf unsere wissenschast ichen und wirtschaftlichen
rfolge: zu wahrem Menschenglück haben wir es trotz
iller Kulturfortschritte nicht gebracht. Härter als je tobt
zeute der Kampf um die Weltanschauungen, und daes
Ehre sei Gott in der Höhe“ verhallt nur zu ost im Lärm
»es Tages und der widerstreitenden Ansichten. Das „Fried
uf Erden“ will noch immer nicht zur Wahrheit werden
ind das „den Menschen ein Wohlgefallen“ sieht nach wie
lor in krafedenn Widerspruch zu der unerbitklichen Schärfe,
de der Kanipy uns Dasein heutzutage angenommen hat.
ind Toch alben sich gerwisse Ansätze sür eine neue bessere
zeit nicht verlennen, namentlich auf dem Gebiet des Völ—
erfriedens und dem des sozialen Lebens. Schon die
ratsache, daß der Gedanke eines schiedsrichterlichen Ausð⸗
leichs zwischen den Völkern und einer sozialen Geset—
jebung in unserer Zeit überhaupt auftauchen und fesle
Formen annehmen konnte, mag als ein Beweis dafür
jelten, daß die Meuschheit aufrichtig bestrebt ist, die sitt
ichen Forderungen der Welhnachtsbot'chaft zu erfüllen
ven von Irkutstk nach der Vandschuret abdgehen —
Diese alarmierende Nachricht hat in den betreffeuden
en eine lebhafte Diskussion da kritischen Lage in
hervorgerufen. Weiter zirkulieren Gerüchte, daß du
andlungen mit Japan abgebrochen 43
wei russische Armee-Korps nach der mandschum
Brenze abgehen werden.
* Stolypin und der Marineminister Wöwodéstt
in den leßten Tagen Besprechungen mit den führe
Ptitgliedern der Mehrheitsparteien in der Duma über
reuen Marine-Etat gebabt. Iswolski schilderte ir
Besprechung mit Stolypin ngch einmal die Lage in
asien in beruhbigendem Sinne. Der Marineministet
lonte die Notwendigkeit der Neuordming des Mlarin
ies, namentlich die Einführung einer straffseren 3
ordnung der einzelnen Zweige der Marine-Werwä
unter einem verantwortlichen Leiter.
Türkei.
* Die „Polit'sche Korre pondenz“ erfährt über Se—
welche der deutsche Botschafker Freihert v. Marshe
in der Angelegenheit der Telephon-Anlage in K
stantinopel unternommen hat, folgendes: Fr
von Barschall habe dem Großwesir erklärt, es hätte
der Entsicheidung über die Offertausschreibven Unkorre
ten siattgefunden, denen ein Ende gemacht werdenn
Bei der Zusprechung der Konzession für die Herste
der Telephonansage in Konstantinopel an eine eng
ranzssisch-amerikanische Gruppe sei zu Ungunsten
scher Bewerber vorgegangen, ebenso in Angelegenheit
wronantinopeler Stadtanleihe von einer Million Pf
einer Operation, welche mit der türkischen National
de in Wirklichkeit ein englisches Institut ist, abgeschl
wurd⸗
Griechenland.
*Der Kriegsminister hat, um Blutvergießen zu
meiden, seine Entlassung eingereicht und bv
auf dieser, trotz des Widerspruches des Offiziers⸗Ver
des, der den Präzedenzfall fürchtet und keine Nachgi
teit gegenüber den Forderungen der Theotokisten 43
will
Der als Schopfer sprach: „Es werd
— Und die Welt enistieg dem Nichts
Lächelt uns voll Huldgeberde
indlich milden Angesichts;
Der vom Berg mit Donnerworten
Zprach: „Du sollst!“ zu Israel,
Ist ein schwaches Kindlein worden:
Weinen ist Sein Machtbefehl.
Engelscharen schweben nieder,
Neigen sich dem Krippenthron,
Singen Lob- und Friedenslieder,
Weithin klingt ihr Jubelton,
slingt durch Erd- und Himmelsräume
Dringt in jede Menschenbrust,
Weckt beseligende Träume,
Kindlich süße Weihnachtslust.
Balsam träuft in wunde Herzen;
Augen, die voll Tränen steh'n,
Flammen hell wie Weihnachtskerzen,
Wenn sie hin zur Krippe seh'n.
Liebeswunder, unermessen:
Bott ein Kind, voll Mind und Huld!
Alles Leid machst Du vergessen,
Das uns traf durch unsere Schuld.
Von den Weihnachtsbäumen flimmert
Holdige Kinderseligkeit,
Und es duftet und es schimmert
les festlich und geweiht.
Horch, wie hehr die Glocken klingen:
Weihnachtsglocken sind es ja!
Sieh, wie froh die Kindlein springen;
denn das Christkindlein ist da!
MNolitische Rundschau.
Denutiches Reich.
* Auch die hessische Regierung, über deren Haltung
nan im Un'laren war, hat sich nunniehr offiziell ge⸗—
ren die Schiffahrtsabgaben erklärt. Wie der
Darmst! dier Zeitung“ mitgeteitt wird, war die hessische
stegierung von vornherein der Ansicht, daß der dem Bunu⸗
nesrat vorgeleg:'e Entwurf eines Gesetzes über die Er—
hebung von Schiffahrtsabgaben nicht annehmbar jei. Di
hon Preufen in Ausicht gestellte, unlängst veröfsentlichte
Denkschrift hat die gegen den Entwurf bestehenden Beden
en nicht bessirttf, wohl aber sind sie durch die sote
»cröfsent ichte sächsisch badische Denltichrisft verstärtt wor
den. Bei dieser Sachlage hat sich die hessische Regierun—
dahn schlüssig gemacht, dem Antrag Vreufen—
duf Eclaß eines Gesetzes betr. die Erhebung von Schisi
ahr sSabgaben die Zustimmung zu versagen.
* Von den „roten“ Schweinen. Die „Nordd. Allgen
tg.“ shreilt: Seit einigen Tagen laufen durch die Prese Aufstand des Mahdi zertrümmerte in den oberen
ittet ungen, wonach die Färbung der zum Zollsatze vor en mittleren Nilgegenden die englisch-ägyptische
,„30 M. abgelassenen Gersie mit Cosin Uebelstände er chaft. 1802 94 aber gelang es einer Expedition den
euge und deren Verwendung als Viehfutter schädige zoftaates, von Westen her in die früher aͤghyptische d
ilie Angaben werden sorgfält'g geprüst werden. Um se orialprovinz an den Nil bis Lado vorzudringen, u
neyr muß ernstlich gewarnt werden, unnötig Mißtrauen dort festzusetzen. Daraufhin „verpachtete“ Endland
u erregen, und namentlich die Viehzüchter im ganze— rongostaat die ganze Provinz Bar el Gazal, d.
eiche zu beunruhigen. Ein Beweis für die schädl'ch— zanze äquatoriale Gebiet westlich des dberen RNu
wVirkeng gefärbter Gerste ist bisher nicht erbracht, dage belgische Herrschaft über die Provinz wurde durch e.
en sind die erhovenen Beschwerden schon jetzt als minde 'ommen mit Frankreich eingeschränli, das ebenfalls
ens stark übertrieben festgestellt worden. Die Firnma Westen her damals in Faschoda am Nil festen Fr
derck (Darmstadt, hat die Nachricht dementiert, daß ein fassen suchte. Die sranzösischen Ansprüche führten z
srzeiter bei der Herstellung von Eosin eine Gesundhe'ts bekannten englisch-iranzösischen Krise in der Faschoda
hadi ung erlitten habe. Die Höchster Farbwerke haber die mit einer völligen diplomatischen Niederlage
esund heilsschädsiche Wirkungen des Eosins niemals wahn teichs endete, sodaß das ganze Gebiet der Bar eh“
enommen. Das drutsche Reschsgesetz verbietet die Ver— Provinz bis auf den kleinen Rest am oberen Vil
»endeng von Eosin nicht, und im franösischen Gesetz i Belgien sich vorbehalten hatte, englisch wurde. —*
z5n bei der Liför- und Syrupfadrikation ausdrückte biet, um das es sich handelt, ist insofsern strategisch
uelassen. Vor der Einführung des Fäürbungspertatr tig, als nur hier —* nichtenglische Gebietsteile a
vurde die Wirkung gefärbter Gorste an dreikig Ver'ne— RNil heranreichen und somit die direlte Wasserstrad
tteren drei Mongte lang sorg'ältig geprüft Die Präsn bindung von den großen Seen herab nach Aegypter
rgab, daß das Eosin am die Bechassenheit des Fleische— litärisch bedrohen, eventuell sperren kbönnen. Der VBe
ind des Fntters teinen Einttuß ansgeübt hat. die Pacht einfach als erloschen zu erklären, bedeutet
Rußland. einen weiteren, sehr bedeutenden Schritt auf dem
* Tie „Nowo'e Wreni uteldet. daf, man in vitet der von England länast erstrebten Nordsüdverlu
—— ee n durch Alrifa
Aien Wet »bura bestt ine, das 50 00 Nia 4
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»RaufeGoldfische gratis!
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Rumänien.
* In Bukarest gab ein Arbeiter drei Schüfse auf
Ministerpräsidenten Brutianu ab, als dieser se
Vagen verließ und sein Haus betreten wollte. Der
unisterpräsident wurde von zwei Kugeln im Nacken
im Arm getroffen. Das Befinden des letzteren ift j
zuftiedensitellend. Der Täter soll ein Eisenbahnark
ein, der wegen Teilnahme an einem soaialistischen
zrreß entlassen worden ist.
Trotz seines ehrwürdigen Alters ist das Welhnachtsest
vom Zauber unvergänglicher Jugend umiflössen. Nicht
nir, weil der Geburtstag Jesu von Nazareth gleichzeitig
er Geburtstag einer für unsere heutige Kultur grund—
egenden Epoche der Weltgeschichte ist, sondern auch, weit
das Weihnachtsfest gemäß seiner ganzen Entwicllung zu
inem Familienfest, zu einem Fest des Hauses im edelsten
Sinne des Wortes geworden ist. Und das wird es blei—
en. Ist es doch vorzugsweise das Fest der hsanwach—
enden Generation, das Fest der Kinder; Kindheitserinne—
rungen aber pflegen stets die dauerhaftesten zu sein, das
beweist gerade bei den Weihnach ssitten und Gebräuchen
der altgermanische Einschlag aus der Kindheitszeit unse—
zes Volkes, und das läßt sich auch in Leben des Ein—
elinen immer wieder beobachten. Wenn aber am Welh—
iachtsabend die Fami ieng ieder sich um den lichter—
geschmückten Weihnachtsbaum scharen, wenn die Erwach—
enen wehmütig zurückdenlen an jene längstvergangene
Zeit, da ihnen selbst liebende Elternhände den Baum an—
ündeten und die Gaben bereiteten, und wenn die Kin—
der, die Zukunst unseres Volkes, voll jubelnnder Glück—
seligkeit sich der Fesifreude hingeben, dann zeigt sich so
recht deu lich. wie das Weihnachtsfest Nergangenheit, Ge—
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