Full text : Dudweiler Zeitung

Beckenham sprach Lord Wesar dale, der ausführte: Laßi
uns die Deutschen nicht als Feinde betrachten, son
dern als ehrenwerte Rivalen, die wir nichs(
fürchten. Lehnen wir es ab, sie als Feinde zu betrach
ten, bloß weil sie zufällig unsere Handelsrivalen sind. —
In Liverpool protestierte der Unterstaatssekretär det
Kolonsen, SeeEy, gegen den unglücklichen Versuch, am
Vorabend der Wah'en einen Streit zwischen Deuitsch—
hand und England aufzuwühlen, mit dem England
immer in Freundschaft lebe. Die britische Flotte
werde nicht herausgefordert. An Bemannung, Schiffen
ind Geschützen sei sie doppelt so stark, a's jede andere
Flotte.
— H)of und Gefellschaft.
*6Großfürst Michael, der Großoheim des Kai—
ers von Rußland, ist in Cannes gestorben.
RNerautes.
Sine freche Scheckfälschung, durch die die Banl
oon Engiand um 30 6880 RNartk geschadegt würde, ist so—
ben entocckt worden. Zwei Männer sind in Verbindung
mit dem Schwundel sestgenommien worden, und man er—
vartet noch weitere Verhafiungen. Die Geichichte des
Betruges ist bemerkenswert: Am Diensaa Xachmittag,
urz vor Schluß der Bancen, stieg ein elegant getleidetet
Herr im Blter von etwa 30 Jah,cen vor der Filiale det
Bank von Guizlaud in Burington Gardens aus einet
Automobildroschke, trat in die Bank und präsenderte ei—
nen Scheck über 1500 Psund Sterling. Der Scheck war
allem Anschein nach vsllig in Tronuing, und der RKas—
ierer frag'e, wie der Herr das Geld ausgezahlin zu ha—
ben wünsche. „Oh, geben Sie mir sechs 160 Sterling—
Noten, sehzehyn 30 Sterlieng-Roöoten und den diest in Gold'?,
aninbortete der HSerr çelaf'en. Der assierer zahlte den
Betrag aus, und der Herr suhr in der Nutodroschke da—
on. Am nächssen Worgen entdecktte man, daß der Schech
zefnfcht war, und die Vant se?te sich munder Votizei in
Verbindung. Band gesaung es den Dete oen, die Beweg
ungerm eines Bannes sestzussellen, aus den die Rersonau
eschreibung des Gauners paßte. Lils er nach längeren
Dn⸗ und Hersabrten in ener RNutodroschte nach einem sei—
ner Stannoetle tam, trat ein dort bereits wartender
Detektv an die Droschke, fragte den Chausfcur, was ey
zu bekommen habe und sagte dann: „Fahren Sie nur
gleich nach der Polizeistation. Der Herr hat dort einen
Freund, der ihn sehen möchte.“ So endese die Fahrt au
der Polizeination. Eine weitere Verhafung wurde spär
ter vorgenonimen. Bei dem Gauner wurde ein erheb—
icher Gelobetrag vorgesunden; es war ihm gelungen, eine
Anzahl der Banknoten, deren Nummern besannt gemach
vorden waren, in Hotels zu wechseln. ohne Aufmerksam—
eit auf sich zu lenken.
Die Seiratslotterie. In Amerika sowohl wie auch
n Guropa und anderswo gisdt es zahlreiche Herren der
Schöpfung, die mit ihrem Gelde allein sertin wWerden und
s daher vorziehen, sich nicht zu beweiben. Ptanche sitzenzebliebene
 Maid hat diesen Urselstand schon tief beklagt.
Im Stoate New-Jersey will man den Junggesellen nun
an den Kragen. Wenigstens hat ecin Parlkamentaärier ei—
nen Gesetzentwurf eingebracht, der die zwangweise Ver—
zeiraumz aller Junggesellen von über 30 Jahren und von
Jungfrauen über 25 Jahrren vorsieht. Die Art, wie die
unfreiwill gen Ehemänner eine Lebensgefäbrtin inden song
len⸗ wird einfach durch eine Lotterée geregelt. In dem
Besetzentwurf heißt es: „Jede unverheiratete Frau von
über 25 Jahren, jeder Junggeselle von über 30, erichei—
nen alljährlich vor dem Bürgermeister ihres Wohnortes
zu einem von der Saadtbehörde festgeletzten Tag.“ Sind
die Erschienenen gesund und lebenskräftig, so werden sie
auf der Stelle verheiratet; das geschieht in solgender Weise:
Die Namen aller Damen und Junggesellen werden auf
Zettel geschrieben, die Zettel kommen in verschiedene Ki—
ten, und zwar einen Kasten für Männer- und einen für
Frauennamen. Der Beamte zieht dann aus dem Manner⸗
kasten den Namen eines Junggesellen, dieser wird vorge⸗
rusen und zieht nun aus dem Kasten für Frauennamen
einen Zettel. Dio Paare, die sich auf diese Weise durch
den Willen des Schicksals „gefunden“ haben, werden so—
fort getraut. Der Parlamentarier, der diesen Gesetzent
vurf eingebracht, begründet denselbes nn der mαι
Verpflichtung des Mannes, eine Frau zu ernähren. Nun,
ihr deutschen Jungfrauen jüngeren und älteren Datums,
die ihr alle gern unter das Ehejoch möchtet, was sagl
ihr zu diesem Vorschlag der praktischen Amerikaner? Aus-—
gezeichnet, nicht wahr! Wie wäre es, wenn ihr euch an
einen deutschen Parlamentarierer wenden würdet, damit
auch er dem hohen Reichstag einen Gesetzentwurf vor—
lege, der das gleiche bezweckt? Es laufen bei uns noch
so viele heiratsfähige Junggesellen, alte und junge, her—
um, die ganz gut eine Frau ernähren könnten. Wenn
man diesen „kraft Gesetzes“ auf den Pelz rücken könnte?
Eine Stadt in Händen von Räuberbanden. Die
chöne, große russische Stadt Wladikawkas, befindet sich
rugenblicklich. wie aus Netershurag geichriehen wird,
—
06 is aber ist der Sieg unser; Münster ist in unserem Besitz
— Die warmgei ler. uind unser Vater, der arme, verachtete landflüchtige Wie
Vistorischer Roman von Gujtav Lange. ertäufer, sitzt im Rate der Stadt. Diefes Mal habe
22. Fortietzuna.) Nachdruck verbolen. ruch ich mein Ziel erreicht und ich schwöre Dir, daß ict
12. Kapitel. nich durch Deinen Eigensinn nicht um den Preis meinei
Divara war fast sprachlos vor einem mit Grauen ge- Hühen bringen lassen werde. Glaubst Du wirklich an die
mischten Erstaunen. riebe der Edelwittwe zu Dir?“
„Du verlangst Unmögliches von mir,“ antwortete sie „Sie liebt mich, als wäre ich ihre wahre Tochter.“
endlich, indeß ihre schmerzlich bewegten Züge einen ent— „Und der Junker, in dessen Gesellschaft ich Dich er
schiedenen Ausdruck annahmen. „Nie ist die Erinnerung blickte, Kuno von Räuschenburg, scheint er Dich auch als
an meine ersten Kinderjahre, an unsere Eltern völlig in ein wahrer Bruder zu lieben? Die Sprache, welche er ge—
meiner Seele erloschen, obgleich sie oft so undeutlich war, gen mich führte, deutete vielmehr auf einen sehr glühenwie
 ein Traum, auf dessen Inhalt man sich vergebhens zu den Liebhaber hin.“
besinnen bestrebt. Und jetzt durch Deine Erzaͤhlung ist Divara schlug die Augen nieder.
Alles, was sich mit den Nebeln der Vergangenheit um— „Willst Du diese Liebe, welche Du, wie ich sehe, er
hüllt hatte, in lebendiger Frische wieder in mir aufge- widerst, zum Prüfstein der Liebe der Edelwittwe gegen
gangen. Aber die Vergangenheit ist eben vergangen und Dich machen?“ fragte Jan Joris. „Die Dame wird nie
hat neben der Gegenwart wenig Recht.“ und nimmer zugeben, daß ihr Sohn Dich zur Gattin
„Du bist auf dem Irxrwege, liebe Schwester. Das rnimmt. Glaubst Du, daß Du in den Augen dieser Dame
Recht Deiner Eltern an Dich 'ist nie erloschen.“ je etwas anderes sein wirst, als die Tochter der Wieder
„Ich habe hier eine neue Heimat, eine Mutter gefun- käufer, die sie nur aus Gnade und Barmherzigkeit aufge—
den, die mich mit der aufopferndsten Liebe gepflegt, erzo- lommien hat, wie elwa ein hilflofes Rehkälbchen, welches
gen und unterrichtet hat, während ich weder Dich, noch ie im Walde findet. Unsere Eltiern gelten ihr sicher als
Vater und Mutter seid einer Reibe von Jabren jie er⸗ dem Henker verfallen und Du als eine Geächtete, während
blickte.“ Du in unserem neuen Reich als Königin herrschen wirst!
„Lag es an uns,“ bemerkte Jan Joris finster. „Wir Bleibst Du nun bei Deiner Weigerund“
wurden nach unserer Flucht aus der Sparenburg arg ver⸗ Divara rang die Hände.
folgt und hatten schwere Kämpfe durchzumachen, von de— „Ich weiß nicht zu antworten,“ sagke sie schluchzend
Rnen nichts zu Deinen Ohren gedrungen ist. Ich war schon „Wärest Du nicht mein Bruder, so wurde ich glauben
drei. Mal hier in dieser Gegend. Das erste Mal verfiel du seiest gekommen, um mich zu martern und u ver
ich in Paderborn in eine tödliche Krankheit. Als ich nach derben.“
zwei Jahren wiederkam, brachte man mich in Rintelen „Bleibe hier und Du bist verloren, während Dich Deine
als einen Schwärmergeist ins Gefängnis und ich entging virklichen Ellern, Deine leibliche Mutter, mit Sehnsucht
kaum dem Tode. Abermals hatte ich fast die Sparenburg rwarten und die Minuten zählen, die Dich noch von
rreich“ und befand mich in Hamm, als unser Vater von ynen trennen. Wo Johannes Matthys, das Haupt un⸗—
Wen Seiten verfolat, nach dem Elfaß fliehen mußte. Nun rer neuen Gemeinde, der zu Münfter residiert und deffen

en Händen von Räuberbeunden, die die Bürger brand—
chaten. Merkwürdig war es allen erschienen, daß die
zehörden gar nichts ausrichten konnten. Die Zeitungen
ieldeten von einem einzigen Tage folgende Blüteulesen:
der Holzgroßhändler Krollek ist beraubt und getötet. 15
is 20 Räuder drangen in seine Wohnung, schossen ihn
sieder, raubten alles und gingen unbehindert fort. 2. Der
raufmann Rosakow ist beraubt und getötet. 16 Räuber
rangen in seine Wohmuing, töteten ihn und verschwanden.
. Eine Bande von 30 Räubern drang in die Neben—
lühle von Prochorow, raubten und plründerten und gin—
en unbehindert fort. 4. Beritieue Räuber kamen am
ellen Tage über den Markt geritten, plünderten das Uh—
enmagazin aus, sehten sich zu Pferde und ritten rudig
us der Stadt usw. Diese „Stimmungsbilder“ erhaiten
loch einen humoristischen Beigeschmack durch folgendes
eine Aneldötchen, das die Tadellosigkeit des rufsischen
zeamten offenbart: Der reiche Kausmann Masim wurde
führt und zahlte 20 000 Rubel in 500-Rubelnoten, de—
eꝛn Rummern er notiert hatte. Eine hal⸗e Stunde spä—
rrerschien der Gehilse des Gouverneurs in einer Bank
on Wiadikawtas und bat, ihm einen 500-Rubelschein zu
echseln. Der Beamie der Bank sah vorsichtshalber die
zummer dieses Scheines nach und verglich sie mit den
90-⸗Rubelseheinen des entführten Großkausmannes. Der
zaukbeamte wollte daraushin den Schein zurückehalten.
ber er wurde, wie es sich gehört, für diese Verdächtig«
ng (6E!) eines Beamten sosort verhaitet und teunte in
en Marern des Gefängnisses uber Reolichseis und Treue
achdonken. Diese Frechbeit der Polizei slng aber vem
zah deu Boden aus. Die Bürgerschaft ielegraphiert an
Ztolypin den Vorsall, der sofart relegraphiich Denn Gou—
Arnenr gefangen nehmen ligse, dazu galie seine Sosetge
Alen. Der Bankbeamte, der die Entlarvung dieser edten
zelellichaft herbeiführte, warde aus der Hait encdasjen.
— —
——
Spiel nud Sport.
JPrinz Feinrich-Fahrt. Die Ausschreibung der
Bin; Heinrich-Fahrt 1910 gelangt soeben durch den stal
er chen Automobil Klub zur Ausgabe. Die dies;ährigen
zestimmungen weichen nur in wenigen Punkten o de
ieni des Vorzahres ab. Die Faqgrt ist offen für Wägen
nit vier und sechs Zylindern, Viertakt-Motoren von 8 vis
25 PS. Die LWagen müssen mindesiens viersitzig sei
ind den über die Zulassung an össentlichen Straßen geb
enden beherdlichen Vorschriften genägen. Die diesbezüg
ichen Tetlailbesämmungen haben gleichfalls einige Btt
charlungen gegen das Voriahr ersahren. Neu sind aud
e Vorschristen bezüglich der Karosseriemasse und des Mimn
est⸗Gesamtzerihis der Wagen. Die Nenunungen erfolgen
eim Generalsetretariat des Kaiserlichen Automobilklubeg
inter Beifügung des Nennungsgeldes von 500 Mark pit
Zagen. Beunuungsschluß ist am 1. April, 6 Uhr abends,
tachnennungen mie doppeltem Einsatz werden bis zum
Aai, 6 Uhr abends, angenommen. Die Abnahme de—
Vagen erfolgt am 1. JInuni in Berlin. Hiecbei haben dee
RNeldenden die schriftliche Versicherug abzugeben, daß sie
en Wagen bereits seit dem 1. Aprilnin VBejttz und Ge
rauch haben. Die Fahrt findet statt vout 2. bis 8. Zun
910, die Strecke ist solgende: Donnerstag, den 2. Zun.
zerlin —Brauujchweig (Erste Schnelligletesprütung;, Srei—
ag. den 3. Juni: Brauuschweig — Rassel, Sengobend, 2en
.ZJuni: Kaffel--Nürnberz, Sonntag, den 5. Huzi: Ruhe
ag, Montag, den 6. Inni: Nürnberg —Straßburg, Tiegs
ag, den 75 Juni: Straßburg-Metz. (Zweite Schneiligeitsprüsung),
 Mittwoch, den 8. Juni: Metz-Homburg v.
». Höhe. Die Bestimmungen über die Urparteischen, die
Führuuüg des Wagens und die Bewertung der veistung
ind etwa d'ie gleichen wie im Vorjahre, Desgleichen die
bestimmungen für die Bewertung der Schuelligkeitsprüf—
ingen, nur daß diesmal unnitelvar nach dem Flachren
ien die Fahrzeuge gewogen werden. Wie im Vor, ahre
vird Sieger der Prinz Heinrich-Fahrt der Eigentümer des
VWagens, der die beste Punltzahl ausspeist. Für die Preis—
erteilung in der Gesamtbewerturig kommen nur diejeni—
gzen Wagen in Betracht, die in gebrauchsfähiger Verfassing
 ihr Endziel erreichen. Aun Preisen sind ausgesetzt
vorden: der Wanderpreis des Prinzen Heinrich, der den
Bestimmungen gemäß in das Eigentum desjenigen über—
zeht, der zweimal gesiegt hat. Tritt dieser Fall nicht ein,
o entscheidet unter den drei Siegern das Los. Außer—
»em werden mindestens fünf Preise für die fünf besten
Vagen und mindestens zwei Wreise für die beiden Schnel—
ialeitsprüfungen ausgesetzt —
— — — F
e *242 *
ta Humoristische Ecke.
*z Warnung. Wirt (zum Piccolo): „Wenn Du an
»er Table d'hote zwei junge Leute eine fremde Sprache
prechen hörst, gelegentlich mit ein paar deutschen Brocken
intermischt, halte sie nicht gleich für Ausländer. Es kön—
ien nämlich auch Deutsche sein, die sich uber das Rad—
ahren unterhalten.“
Im Redaktionsbureau. Redalteur: „Un—
er der heutigen Korrespondenz ist hier diese Schneider—
technung für Sie eingetroffen. der Mann bittot drindend

um Begleichung.“ — Chefredalteur: „Schreiben Sie den
Mann: Bedauern, von Ihrem Manustript keinen Georaug
machen zu könuen, solgt deshalb einliegend zurück.“
*Nicht hinauszubringen. Wirt: „etzt ha
der Kerl 's letzte Bier aus dem Fasse 'triegt — b
Würste hab' ich ihm halb talt geben — 's Grammophor
jab' ich schon vier Stück spiclen lasen — und noch geb
x mir net!“
SLuitschisfahrt.
*—Ein neues Militär-Buftschiff. Das nen
Militar-Luftzchisff 3 soll vont Tegeler Schießplatze bei Ber
len aus die ersse Prove-Aufstiege unternehmen. Daszjelb
überragt in Bezug auf Größe alle seine Vorgänger un
ein Veträchtlices. TDas Vuit chisfi „P. 3*“, das vom Reiec
abgenommen werden soll, wird von Bittersendd aus i—
Berlin eintrefsen und im Lause der Woche seine Abnahme
PBrauͤjangsfahrten absolvieren.

Gerichtszeitung.
sUrteil im Swileckicrezetßß. Tas Urteil im Pro
zeß sewisedi ist vom Posechner Loerandesgericht vertunde
worden und lautet: Es wird festgestellt, daß der jung
Graf Josef nicht der Sohn des Grasen Jancteus Kwi
lecki und dessen versorbener Egeirau der Gräfin Kwileck
ist, sondern der Sohn der Bahnwärterssrau Wicher. Gra
Ignatius wird zu der Hergusgabe des Knaben verurteilt
Zie Kosten des Prozesses werden dem Verurt en auser
nd0*

Kunst und Wissenschaft.
V Klara Ziegler 7. Die ehemalige Hoschauspieleri
Klara Ziegler ist in München gestorben. —
(Klara Ziegler, die berühmte Tragödin, war am 227
April 1844 in München geboren. Ihren ersten Versucd
auf der Bühne machte sie in Bamberg. Von 1868 bis
1874 gehörte sie dem Münchener Hostheater an, seitden
war sie mit Ausnahme eines Gasispiel-Engagements vor
1888 bis 1890 am Berliner Theater keiner Bühne meh
sür längere Zeit verpflichtet, sondern gastierte nur in de
riten Staädten Deutichlands, und feierte auch in Rußland?
dotland und der Schibeiz die größten Triumphe. De
Rolle der „Medea“, durch die sie zuerst berühmt wurdé«
hat sie mehr als 300 Mal gespiett. Am 11. August 187
hatte sie sich mit ihrem ehemaligen Lehrer, dem bekann
en Schauspieler Adolf Christen, vermählt, der aber scho—
1883 starb. Am 27. April 1904 verließ Clara Ziegle
für immer die Bühne. Auch schriftstellerisch hat sich di
Zünstlerin vielfach betätigt.)

Verkehrsnachrichten.
Internationaler Giroverkehr. Gelegentlich de
weiten Tagung der mitteleuropäischen Wirtschaftsverein
m Maind. J. wurde der vom TDirektor der ungarischer
Post, parkasse Ministerialrat Alexander von Halasz im Jahr
906 angeregte Antrag auf Schaffung der staatliche—
zcheck- und Giroinstitute, welche auf dem Gebiete de—
zahlungsverlehres einer neuen internationalen Unior
leichkommen, zum Beschlusse erhoben. In Konsequen
itser Beschlüsse hat die ungarische Postsparkasse mit der
dationalbank für Deutschland ein Ueberernkommen getrof
en, laut dessen die gegenseitigen Zahlungen zwi
chen Scheckkonti-Inhabern und deuischen Firmen im Weg
»er Postsparkasse abgewickelt werden können un
either besorgt das Berliner Instetut Ein- und Auszahl
ingen für Rechnung ungarischer Postsparkasse-Scheckkonti
zuhaber und vermittelt für Girokontic«Inhaber der Deut
hen Reichsbank Giroüberweisungen. Dieser international.
leberweisungsverkehr soll nun am 1. Febrnar 1910 durc
in Giroübereinkommen mit den Postsparkassen-Scheckäm
ern des Deutschen Reiches, Bayernuns, Wür:
emberges und der Schweiz erweitert werden,
aß die Scheckkonti-Inhaber der ungarischen und der Poft
parkassen der erwähnten Länder ihre Zahlungen im Weg
egenseitiger Ueberweisungen werden ausgleichen können
die Vereinbarungen wurden im Oktober d. J. in Berlin
zetroffen und bedürfen nur noch der Bestätigung dure
ie hierbei interessierten Regierungen. Die Bemühunge
»er ungarischen Posisparkasse, auch noch andere Länder i—
iese Zahlungsunion einzubezielsen. werden narürlich for⸗
teseßt

Lokales und Bermischtes.
Dudweiler, den 17. Dezeaber 1909.
O Dreimark⸗ und Viertelmarkstücke. Wie verlautet
hält man es in Regierungskretsen nicht für möglich, di
neuen 25-Pfennigstücke ohne ausdrückliche Genehmigum
des Reichsstages aus dem Verkehr zurückzuziehen, wen
man auch die Kritiken an der Ausführung der neuer
Münze nicht für unberechtigt hält. Wir glauben kaum
daß sich gegen eine Zurückziehung zum Zwecke einer glück
licheren Umpräaung Widerspruch erheben würd⸗

—ÉXVX—

werster Berater unser Vater ist, Dich zu seinem Weibe be⸗
gehrt. Wo Du die erste unter allen Frauen in dem neuen
Reich sein wirst und durch Deine Vermittelung sich der
Segen über unsere Familie ergießen soll. Ich dulde nicht
länger, daß Deine Schönheit hinter diesem altersarauen
Gemäuer verblüht.“
„Ich werde nie einwilligen, die Gattin jenes Mannes
zu werden, von dem Du redest und den ich nicht kenne.
O, dieses Wiederfinden eines Bruders hat viel mehr
Schmerz als Freude für mich.“
„Sprich nicht solche Worte; es ist nur Dein Bestes
was wir wollen. Du gehörst zu uns, durch die Banden'
des Blutes verknüpft und bist Deinen Eltern zu Gehop
sam verpflichtet.“
„Du vergissest eines, Jan; zunächst schulde ich wohß
der edlen Frau Dank, die mich ——— aufnahm, als
ich schutzlos dastand. Wie kann ich sie in dem Augenblick
verlassen, wo ihr einziger Sohn durch einen grausamen
Irrtum schon von hier vertrieben worden ist.“
„Wer trug die Schuld, daß wir Dich hilflos zurück
lassen mußten?“ fuhr Jan Joris heftig auf. „Wessen
Schuld ist es, daß der Junker fliehen mußte? Du wirst
einsehen, Divara, daß Du keineswegs in so großer Dan—
kesschuld bei der Frau von Rauschenburg stehst. Wir
erkennen aber an, was die Wittwe an Dir getan hat und
wollen deshalb vergessen, was uns damals Uebles auf
der Sparenburg widerfahren ist, denn ohne die Hilfe eines
treuen Freundes, weilten unsere Eltern nicht mehr unter
den Lebenden.“
„Ach, laß die grausigen Bilder der Vergangenheit
ruhen, Jan. Mein Herz erbebt darunter, denn ich wußte
bisher nichts davon, wußte nicht einmal, daß meine Eltern
noch lebten und mein Bruder so vergebliche Anstrengungen
machte, um zu mir zu gelangen. O, warum nahmt ihc
mich damals nicht mit, warum soll ich jetzt aus dem mir
ieh und teuer aewordenen Boden entwurzelt werden 25
            
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