aͤngerer Berauiug ir erune inde angenemmen
vorden. Es doll demuechst verssent icht und der Begut
ichtung der Parteisreunde unterbreitet werden. Die end
zültige Beschlußfassung über die Fusion sol den einzelnen
Besamt-Organ satlionen beziehungsweise den Parteitagen
orbehalten bleiben
Belgien.
* Während der Verhandlung der Militärfrage im Se—
iat hat der frühere Minister des Reußern de Favereau,
um für die Votierung des Geseßzes den Senat zu ge—
winnen, eine Rede gehalien, die eine gewisse Beunruhig—
ing hervorrief, weil er darin behauptele, während seiner
Ministerzeit Dolumente in der Hand gehabt zu haben, die
zeweisen, daß eine kritische Lage bestanden habe, und daß
die Verträge zwischen Völkern im gegebenen Falle miß
achtet werden würden. Nach eingegangenen Insormatio
ien hat der Minister diese Milte kungen aus den gehei—
nen Dolumenten des verstorbenen Generaldirektors des
Ministers des Aeußern Emil Banning geschöpft, die je—
doch 15 bis 20 Jaähre zurückliegen. Vergeblich fragt man
iich, warum de Favereau, der die Dokumente seines Mit—
arbeiters kannte und für Belgien fürchten mußte, niemals
porher seinem Ministerkollegen hiervon Kenntus gegeben
hat. Die Rede de Favereaus wird als deplaciert betcach⸗
et und ihre Mutellungen für überirieben erilrt
England.
*Die Birminghamer „Daily Post“ teilt mit, daß Vor—
ehrungen getroffen seien für den Bau von zwei neuen
Pangerschisfen. Diese sollen eine Wasserverdrängung
oon mehr als 27000 Tonnen besithen und 1000 Mann
Besatzung erhalten. Die Zahl der schweren Geschütze wird
war geringer sein als die der letzten Dreaduoughts, aber
hre Schießgeschwiudigkeit soll eine größere sein und auch
die Tragweite eine erheblichere. Die neuen Schiffe wer—
den die Eigenschasten der Panzerichiffe und Kreuzer in
sich vereinigen
Der Zwangsarbeitsnachweis.
Im Reichstage hat am Dienstag Staatssekretär De l—
drück die Interpe lation über den Arveitsnachweis
beantwortet. Die Veranlassung der Interpellation
var nathrach der Arbeitsnachweis des Zechenverbandes
derr Delbrück bemerkte, daß dieser Arbeitsnachweis zu
einem Gesete in Widerspruch stiehe, und für ein Vor—
zehen, das ihn ungesetzlich machte, dadurch, daß man ob—
igatorische par tätische Arbeitsnachweise einführte, ist Herr
Delbrück nicht zu haben. Was er über den Zusammen
hang eines solchen gesetzlichen Eingreifens mit ver Koa
litionssreiheit sagte, ist nicht klar. Selbstverständlich müß—
ten, wenn die Nachweise der Arbeitgeber beseitigt wür—
den, auch die Nachweise der Arbeiter verschwinden; aber
ein Eingriff in die Koalitionssfreiheit wäre das nicht, son—
dern dadurch, daß unparteiische Arbeitsnachweise an ihre
Stelle träten, würden viele von ihrer Koalitionsfreiheit
erst rechten Gebrauch machen können. Immerhin ist Herr
Delbrück kein Gegner der paritätischen Nachweise, sondern
er betonte, daß der paritätische öffentliche Arbeitsnachweis
ein erstrebenswertes Ziel sei, nur daß es nicht auf dem
Wege des Zwanges erreicht werden solle, sondern durch
Mittel, vie der Freiwilligkeit zu Hilfe kämen. Von den
30 000 Mark, die zur Unterstützung des Verbandes der
ffentlichen Arbeitsnachweise in den Etat eingesetzt sind,
zält Herr Delbrück nicht viel. Aber das Gesetz über das
Ztellenvermittlungswesen, das bevorsteht, und besonders
ie Arbeitskammern werden, so nimmt der Herr Staats
ekretär an, den paritätischen Arbeitsnachweisen Vorschub
eisten. Ob sich der Herr Staatssekretär in seinen Erwar—
ungen nicht täuscht, kann schließlich nur die Ersahrung
mischeiden. Bedauerlich ist es aber, daß bis dahin noch
echt viel Zeit vergehen wird und inzwischen die einfet,
igen Arbeitsnachweise noch recht viel Unheil angerichtet
jaben können. eweadehhtchccsaecce Wehe heeten
Deutscher Neichstag.
Vormittag 11 Uhr. Berlin, 15. Dez.
(12. Sitzung.)
Auf der Tagesordnung steht die Lex-Pachnicke betr.
secklenburgische Verfassungsfragez 3.
Lesung des Nachtragsetat s und Weiterberatung
der Interpellanon über den Zwangsarbeitsnach—
veis im Ruhrrevier.
Zunächst erfolgt die drite Lesung des Nachtragsetats
som Etat von 1909 und vom Schutzgebiets-Etat von
1909.
Abg. Molkenbuhr Goz.) beschwert sich über
Ausführungsbestimmungen des Bundesrats zum Tabak—
teuergese tz. J
Direktor des Reichsschatzamts Kühm erklärt, daß es
ich nur um Auslegungen des Gesetzes handle, nicht um
gesetzgeberische Maßnahmen.
Der Nachtrags-Etat wird darauf nach den Kommis—
ionsbeschlüssen angenommen. U. a. wird der Fond zur
Anterstützung der Tabakarbeiter von 2 auf 2 Millionen
Mark erhöht.
Es solat die Fortsetzuna der Beratuna der Inter—
m·
CS— —— —
D ije 8hwarmgeister.
. gBvistorischer Roman von Gustav Lange.
18. Jortsetzung.) Machdruck verboten.
„AIch gehe mit, doch antworte mir auf meine Frage,
mein tenerster Kuno. Bin ich die Tochter von Missetä—
tern? Starben meine Eltern hier auf dem Platze?“
Der Junker von Rauschenburg schlang seine Arme um
Divara und zog sie mit sich fort.
„Es ist mir unmöglich, Deine Frage ganz zu beant—
Wyrten, denn ich war selbst noch ein Knabe und erinnere
mich der damaligen Ereignisse nur dunkel. Ich habe Dei—
nen Vater gesehen, mit ihm gesprochen und glaube nicht,
daß er Böses getan hat. So lange ich mich entsinnen
Jann, ist hier auf diesem Platze Niemand gerichtet worden,
ülso hat auch Deine Eltern dieses Schicksal nicht getrof—
fsen, die angeblichen Worte des Kaplans entspringen wahr⸗
scheintich nur Deiner erregten Phantasie. Was vergangen
ist sei dahin und begraben! Uns gehört die Zukunft! Nur
rin Unheil ist es, was mir, wie es mir scheint, droht, nur
ein einziger böser Dämon hat die Macht, mein Glück an—
zufechten: Der Geist der Untreue! Bereits nahet er sich
Dir ... Bin ich noch wie früher das einzige Endziel
Deiner Gedanken? Nein, Divara! Deine schauerlichen Ein—
bildrugen sind es, die beginnen, Dich zu umstricken. Dein
Lächein ist nicht mehr so holdselig und unbefangen wie
rüher: Du simust und grübelst und machst Dir nur das
erz schwer.“
Divaro war tief erschttert. in ihren “—en glänzten
Tränen.
„Erst durch die Offenbarung unserer Liebe ist gleich—
zeitig auch die Vergangenheit in mir lebendig ge-örden.
Sine geheime Angst wärnt mich, das zauberische Gllick
meines Herzens als für etwas Beständigeres, als ein
Trugbild zu halten ... Die Liebe hat nur zu scharf ge—
sehen! Ich, die Heimatlose, die aus Barmherzigkeit Auf
pellatton des Zentrums und der Soztaidemokratie
zetr. Zwangsarbeits-Nachweis im Ruhrrevier.
Abg. Fuhrmann (natl.) sagt, daß das Ziel sein
nüsse, den paritätischen Arbeits-Nachweis einzurichten.
Abg. Manz UErs. Vp.) ist der Meinung, daß die
wangsweise Einführung des Arbeits-Nachweises in die—
er Zeit ein gefährliches Erperiment sei.
Abg. Dirksen (Rechsp.) ist mit den Ausführunger
des preußischen Handelsministers und des Staatssekretärs
inverstanden und hält das Vorgehen des Zechenverban
dels für berechtigt. Meine Freunde stehen den Anregun
sen der Interpellanten und insbesondere einer Konzen
rierung der Arbeitsnachweise ablehnend gegenüber.
Abg. Kulerski GPo'se) meint, man brauche dod
virklich nicht mit so starken Sinnen ausgestattet zu sein
im zu sehen, daß die Unternehmer bestrebt sind, die Ar—
eiter in ein Abhängig'citsversältnis zu bringen. Es is
noch zweifellos, daß seisens der Regierung nur eine För—
erung des Uneernehmertums stattfindet.
Abg. Behrens cchrifttzsoz.): Die Erregung im
Ruhrrevier ist sehr groß. Die Groß-Industrie will die
lrbeiter in die Hünde belommen und die Bestimmungen
»es Arbeitsnachweises sind keinesfalls harmlos, wenn die
ztatuten auch harmlos scheinen. Ueber kurz oder lanç
vird jedenfalls der Arbeitsnachweis paritätisch geregel
verden müssen.
Abg. Naumann (srs. Vgas) betont in länieren
lusführungen. daß die staatsrechtliche Entwickelung zun
lufhebung der Gewerbefreiheit für die Arbeiter führen
vird. Redner kommt dann auf das Wahlrecht in Preu—
zen zu sprechen. Wenn die preufische Regierung wirklich
ine paritätische sein wolle, so dürfe auch ihre Verwalt
ing diesen Grundsatz nicht verleugnen.
Als der Staatssekretär das Wort ergreifen wiill, er—
ebt sich auf der Zuschauertribüne eine schwarzgekleideie
Frau und ruft: Meine Hinder bekommen bhi'er nichts. Ich
sabe 7 Kinder, und mein Mann ist in der Grube ver—
nalückt.
Staatssekretär Delbrück beantwortet in längeren
lusführungen eine Reihe längerer Fragen und prich
en Wunsch aus. daß der perfönliche Schutz weiter an—
alten werde. Man werde dann von selbst zu einer pa—
täteschen Regeluna kommen.
Aba. Schirmer (IZtre) betont, daß für die Koa—
ition keine Rechte beständen.
Abg. Vogel (natlh.) sagt, mit seinem Vorgehen
volle der Zechenverband durchaus nicht das Koalit ons—
echt beschränken, sondern, es solle nur der häufige Ber
egschaftswechsel vermieden werden.
Abg. Sachse (Soz.) kommt auf den Mansfelden
zergarbeiterstreikt zu sprechen, wo man gar Maschinenge
vehre gegen die Arbeiter habe auffahren lassen. Reduer
rklärt dann weiter, daß der Streik kommen würde, wenn
zie Regierung nicht eingreife, um das Stlavensystem zu
rechen.
Nach einer Erwiderung des Staatssekretärs Delbrück,
der die Vorwürfe des Abg. Naumann zurückweist, und
iner Bemerkung des Abg. Naumann ist die Beratung
der Interpellation zu Ende.
Das Haus vertagt sich auf Dienstag, dent11.
Januar, 2 Uhr nachmittags.
Präsident Graf Stolbera schließt die Sitzung
nit einem Weihnachtswunich für die Abgeordneten.
oloniales. 75
Landwirischantliche Versuchsstation. Die „Nord
deutsche Allgenteine Zeitung“ schreibt: Die Fortschritte in
er Erschließung der Vesiedelung des Kilimandscha
o⸗Merugebietes lassen es der Kolonialverwaltüng
rforderlich erscheinen, in nächster Zeit in jenem Gebie
ine landwirtichaftliche Versuchsstat'on einzurichten, welch
en Ansiedlern bei der Ausubung der fundamentalen Auf
aben des Ackerbaues und der Viehzucht zur Seite stehe
oll. Die geplante Station soll allein auf der Grund
ige der landwirtschafrichen Pratis tätig sein, einem er
ahrenen Berufslandwirt unterstellt werden und lediglic
raktischen Zwecken dienen. Sie soll alle diejenigen Fra
en bearbeiten, deren Lösung zur Schaffung von Klein
etrieben und zur Erhöhung der Rentabilität solcher Be
riebe führen kaun. Zu den Aufgaben der Station wür
en in erster Linie der vergleichende Anbau der wichtig
ten Feldfrüchte, z. B. der Getreidesorten, zum Zweck
»er Ermittlung ihrer Eignung für die betressende Gegent
nd ihrer Ertragfähigkeit, serner die Förderung de
zaumwollkultur, exakte Untersuchungen über die Methodi
er Bodenbearbeitunz, die Verwendung und Behandluncç
es Düngers und die Anwendung der künstlichen Bewäs
erung für gewisse Kulturen gehören. Unter anderem sind
uch breit, angelegte Versuche mit dem Anbau von Ziga
ettentabak in Aussicht genommen. Besonders wichtig
lufgaben werden fernerhin auf dem Gebiete der Vieh—
ind Geflügelzucht zu lösen sein. Es wird u. a. festzu
ellen sein, welche Rassen von Großvieh und Kleinvieh
sch für die Hochländer jenes Gebiets am besten eigner
nd vorteilhaft zur Aufkreuzung der einheimischen Rasser
erwendet werden können. Nachdem der Verwaltungsra
er „Wohlfahrtslocerie zu Zwecken der deutschen Schutz
—A——
denommene war blind gegen den weiten Raum, der mich
bdon Dir, einem Edelmanne, dem Sprößlinge edler Dyna—
ten trennt! Jetzt begreife ich die Kluft, sehe ich den Ab—
rund, welcher zwischen Dir und mir gähnt.“
„Für mich und meine Liebe existiert dieser Abgrund
richt!“ rief Kuno von Rauschenburg leidenschaftlich. Ich
—D
aß meine Kraft hinreicht, um die Münsche meines Her—
—D
„Ich habe jetzt nur einen Wunsch,“ entgegnete Divara
n wehmütigem Tone. „Es möge mir das föichicksal mei—
ier Angehörigen enthüllt werden, wie grausam dasselbe
ruch gewesen sein möge, dann mögen sich mir die geweih—
en Räume des Klosters öffnen, damit ich für die Seeler
der Meinigen, für Deine aute Mutter und für Dich, Kuno
jeten kann.“
Das Paar war an dem Fußwege angekotpmen, welcher
iber dem Anger nach dem Walde führte.
Ein Mann mit langent, schwarzein Haar, einen zotti—
gen Martel über einen Krämerkasten auf seinem Rücker
gehängt, ging langsam des Weges nach der Sparenburg
IIs die beiden jungen Leute ihn erreichten, wandte er sich
salb um und zeigte ein blasses, schönes Gesicht, mit dun
elglühenden Augen. Der halb scheue, halb finstere Blick
owie der breite Dolch am Gürtel des übrigens nock
ungen Hausierers, war nicht aeeianet. besonderes Zutrauen
u erwecken.
Divara hatte in einer Anwandlung von Angstlichkei!
es Junkers Arm genommen, als sie dem zerlumpten
Wanderer näher kamen. Jetzt, da sie ins Gesicht
lickte, begaun ihr Arm heftig zu zittern.
„Was ist Dir, Divara?“ fragte Kuno von Rauschen—
urg besorgt über die tiefe Blässe seiner Bealeiterin.
„Es ist nichts, Kuno.“
„Ein Schauder durchläuft Deine Glieder?“
Laß uns eilen. Die Gestalten meiner Träume wer—
zetrag seir die Vorarbetten zur Begrundung der gepiat
en Stasion zur Verfügung gestellt hat, wird mit diese
mkürzefter Frist begonnen werden können. Ein geeignt
orgebildeter Landwirt, der als Leiter der künftigen Sta
son in Aussicht genommen ist, besindet sich bereits ar
em Wege nach Osiafrita
——— —— —— —
322 ⸗ v
Vom Sterbebett König Leopolds.
Brüssel, 18. Tez. Ter König, der ohne ð
»er ist, hat das Gesetz beir. die Militärreform mit se
ier Unterschrist versesen und seine Genugtuung über da
zustandekommen des Geseßes ausgedrückt. Trotz der Bes
zrung, die im Zustande des Königs eingetreten, ist di
Z3timmung in den AMerzten des Königs nahestehender
dreisen sehr pessimistisch; man betrachet den König kei
neswegs als gerettet.
Brüsgel, 15. Dez. Wie aus zuverläsfigster Quell.
derlautet, ist die am Köning vorgenommene Opera
ion nur zum Teil ausgeführt worden, da der Schwä
hezustand des Königs es nicht erlauble, die Operation
jollständig durchzuführen. Eine zweite Operaluuon foll i—
jsen nächsten Tagen ersolgen
—
Leopold und Luise.
Ver zrkorrespondent des „Matin“ in Budapest hatt
ine Unterredung mit der Prinzessim Luise. Diese erx
lärte, sie habe vor drei Tagen ein Telegramm an der
ßaron Goffinett gesandt, worin sie diesen um Ver
nittelung bei ihrem Vater gebeten habe, um von diesen
mpfangen zu werden und ihm mitzuteilen, daß sie glück
ich wäre, ihn sehen zu dürsen. Ich erwaitete, so er
lärte die Prinzessin, beklommenen Herzens die Antwop—
vährend, 240 Stunden, erhielt aber keine. Darauf kamen
wei Telegramme mit den lakonischen Worten: Operatiop
evorstehend. Das zweite lautete: Operation gelungen
Auf me'ne Anfrage habe ich keine Antwort erhalten. In
veiteren Verlauf der Uitterredung bemerlte die Prinzef
n: Ich werde alle Abeschniste meiner traurigen Geschicht
hreiben. Es ist notwendig, daß man alles erfaͤhrte
en europäischen Höfen besteht kein noch so gut gewahr
es Geheimnis, auf welches ich nicht ein klares Licht wer
en werde. Schließlich richtete die Prinzessin an Baron
voff neit solgendes Telegramm: Da jede Gefahr vorüber,
voruber ich glücklich bin, so bin ich überzeugt, daß Si
em König meinen Wunsch übermitteln werden, ohne ein
Aufregung befürchten zu müssen. Ich wünsche eine klam
ind endgültige Antwort. Mehr als je wünsche ich, mi
neinem Vater wieder nähern zu können. Die Prinzessin
emerlte noch, sie wolle eine Antwort und werde auch
rtine volche erhalten
Ein dernescher Luftschiffer verunglückt. Kaplttär
Fugeihardt, der seit einigen Tagen auf dem Flugplatz ir
Johannistal mit Wrightschen Fliegern deutschen Fabrikat?
zlugversuche unternahm, die bisher ausgezeichnet verlie
en, ist am Samstag das Opfer eines Unsalles gewor
den. Kurz nach der Auffahrt versagte der Motor und
»er Apparat stürzte aus beträchtlicher Höhe herab. En
zethardt wurde bewußtlos unter den Trümmern hervor
zezogen. Er hat schwere innere und äußere Verletzunger
»xlitten. Er wurde bewußt os nach dem Krankenhaus ge
7d
iι
Humoristifchhe Ecke.
*Er hat's nichenötig. In der Literaturstund
der Krima wird Goethe durchgenommen und der Lehre
nacht die Schüler mit der Tatsache bekannt, daß Goethe
»erhältnesmäßig spät geheiratet hatte. „Und welches war
der Grund dafür?“ fragt er den Primus. Worauf der
Jüngling überzeugungsvoll die Antwort gibt: „Nun, er
var doch schon von Hause aus vermögendt“
*Gem ütt. „Wenn ich meinen Mann ärgern will
ede ich immer von meinem Seligen.“ — „Wenn ich men
ien Mann ärgern will, rede ich immer von meinem Zu—
ünftigen.“
*Einguter Mensch. Förster: „ßZum Donnerwet
er noch amal, hab' ich dir nicht verboten, auf einen
dirsch zu sch eßen? ... Da könnt' man doch gleich ....!“
- Bauernhilfssäger: „Verzeihen S', Herr Förster, in hab
jalt g'seg'n, daß Ihna gar so friert, und da hab' i' hal—
muf den Sechser geschossen, damit 57 4 wena in die Hitz
omma!“
*Logik. Ein Bauernbursche prügelt den vor seiner
darren gespannten Hund ganz uübarmherzig durch. Komm
»er Lehrer seines Dorfes des Wegs gegangen und stell—
ihn wegen dieser Roheit zur Rede. Trotzig antwortet de—
Bursche: „Der Hund gehört mir; mit feinem Eigentum
aber kann man machen, was man will!“ — „Sieh, sieh
wie klug Du bist“, sagte der Lehrer, ein sehr haudfester
Mann, und läßt seinen Stock eine Weile auf dem Rücer
es Burschen tanzen, „dieses spanische Robr' hier ist mei
rigentum!“
*Unvorsichtig. Er „Sollte ich geschäftlich abge
alten werden, so schicke ich Dir eine Karte.“Sie:
darte habe ich schon in Deiner Rocktasche gefunden!“
den lebendig. Ich weiß, daß dem nicht so ist; aber ich
wollte einen Eid darauf schwören, daß ich jenen Hausierer
bereits früher gesehen habe. Er ist eine Gestalt aus mei⸗
ner fernsten Erinnerung.“
„Du phantasierst, liebe Divara!“
Divarga schüttelte mit dem Kopf und sah sich ängstlich
nach dem Krämer um.
Der hatte sich an eine Erhöhung neben dem Wege ge—
setzt und eine kleine etwa anderthalb Spanne ————
hervorgezogen. Die scharfen, dünnen Tösne des Instru⸗
mentes schwebten bis zum Ohre der beiden jungen Leute.
Was der Krämer sana, konnten sie nur keilweise ver⸗
stehen:
„O Tannenbaum, o Tannenbaum.
Du bist ein grüner Zweig;
Wie Du an Nadelspitzen,
Bin ich an Schmerzen reich!“ e
Divara machte sich von dem Arm des Junkers los
und ging eilig auf den Krämer zu, der sich anfcheinend
nur mit seinem Instrumente beschäftigte.
Kuno von Ranschenburg eilte ihr nach bis er sie ein—
geholt hatte.
„Was beginnst Du, Divara!“ rief er und ergrif sie
bei der Hand, um ihren Weg fortzusetzen.
„Es ist eine Stimme, die mir so wohlbekannt vor
ommt und sie singt das Lied meiner Mutter. Nie habe
ch mich weder der Worte, noch der Melodie jenes Liedes
zu entsinnen vermocht ... Jetzt ist's, als ob ich meine
Mutter, selbst singen hörte . .. Laß mich .. Ich wilk
en Krämer fragen, wo er sein Lied gelernt hat.“
Frage mich, wo ich dasselbe erlernte, ich kann es auch,“
atgegnete Kuno von Rauschenburg.
Vu kennst dieses wehmütige Lied auch?“
„Gewiß; dafselbe ist wohlbekannt und lautet weiter:
„Die grünen Spitzen stechen
Dich wahrlich nimmermehr—