Lokales und Vermischtes.
Dudweiler, den 14. Dezen ber 1909.
Gemeinderatswahlen. In früheren Jahren war
ei den Semeinderatswahlen in Dudweiler durch Beschluß
es Kreistages die Anorduung getroffen, daß der Ditsteil
zerrensohr durch 5 Mitglieder in dem Gemeinderat Dud⸗
Feiler vertreten sein musse. Dies wurde auch lange Jahre
o gehandhabt. Gewöhnlich waren zwei Mitglieder durch
je 3. zwei durch die 2. und 1 Mitglied durch die 1. Klasse
ewählt worden. Die messten Wähler voa Herrensohr be—
inden sich in der 3. Wäler ˖Klasse, ein Teil in der 2. und
jur wenige in dec 1. Klasse. Bei der vorvorigen Wahl
har durch die 2. Klasse nur ein, durch die 2. Klasse kein
zurger von Hertensohr iu den Gemeinderat gewährt worden,
»daß, wenn die Zahl hätte eingehalten werden müssen, die
Klasse gezwungenerweise zwei Bürger von Herrensohr in
en Gemeinderat hätie wählen müssen. Dadei hätte man
zdeute aus Dudweiler, die sar die 1. Klasse aufgestellt waren,
allen lassen müssen. Die Wähler 1. Klasse sagten sich da—
nals, wenn die beiden anderen Wählerkiassen sich nicht an
e Vorschrifien kehren, sehen wir nicht ein, daß wir wählen
ollen, was die beiden anderen Klassen nicht wollen. Wenn
er Kreisstag eine Bestimmung erlassen hat, daß 6 Bürger
on Herrensohr im Gemeinderat vertreten sind. soll er auch
en Klassen, in denen die meisten Bürger von Herrensohr
vählen, vorschreiben, daß sie diese Miiglieder zu wählen ha⸗
hen und nicht die 1. Wählerklasse, in der nur wenige Bür⸗
jer von Hetrensohr wählen. Damals wurde der Beschluß
His Kreistages durch den Kreisstag wieder aufgehoben. Bei
ꝛer letzten Wahl wurde von Herrensohrern Bürgern die
Wahl angefochten. Sowohl der Kreisausschaß Saarbrücken
pie auch der Bezirksausschuß haben die Klage abgewiesen.
)ertensoht ist ein Ortsteil der Gemeiade Dudweilen. Eine
zesetzesbestimmung, wonach ein Oristeil durch so und so
el Stimmen im Gemeinderat vertreten fein muß, besteht
icht.
Eingesandti, die Vorstellung mit Bescheerung für arme
inder im Lokale Riedschy betreffend. Man kann nur sagen,
aß die Darbietungen des jungen Vereins „Gemütlichkeit und
reue“ in dem Schauspiele „Tan.“ vorzuüglich waren. Des—
leichen wirkte det Schwank „Artur Schnörkel“ sehr erhei⸗
earnd. 21 bedurftige Kinder wurden durch Gaben bedacht.
Der Schrecken des Krieges. Ueber die Verluste an
denschenleben und Geld, die der russische Krieg den kämpfen⸗
en Parteien gekostet hat, liegen jetzt auf Grund des japan⸗
chen aintlichen Materials genaue Angaben vor. Auf rus⸗
scher Seite waren 1366 000 Maan beteiligt, bei den
japanern 120 900 Manr. Hiervon haben tatsächlich an
Salachten teilgenommen: 590000 Russen und 540 000
zavaner. Die Zahl der Toten beträgt auf russischer Seite
313 000, bei den Japanern 3892 000. Die Höhe der
Friegskosten auf russischer Seite beträgt4.8 Milliarden; den
Japanern, die nicht so große Transportkosten hatten wie die
qussen, hat der Krieg bedeutend weniger, nämlich 3.6 Milliar⸗
en gekostet.
die Opfer der Tuberkulose in den französischen
chulen. Die große Zahl von Erkrankungen, die die Tuber⸗
ilose in der Schule hervorruft, wird besonders in Frank—⸗
ich mit großer Besorgnis betrachtet. So fordert die
Revue“ zu einer energischen Belämpfung der Schwindsucht
uf, da die Schulzimmer einen Ansteckungsherd für Schüler
nd Lehrer darfstellen. Ju Frankreich fordert die Tuberkulose
wa doppelt so viel Opfer als in Deutschland, in Italien
ad England. Nach der Staiistik von 1905 betrug die
terblichkeitsziffer bei 10000 Personen in Frankreich 31,80,
Irland 26.99, in Schottland 20,33, in Deutschland 17,93,
a Italien 16,94 und in England 16,30. Die stiengen
MNaßregeln, die in Norwegen geiroffen worden sind, zeigeon,
aß ein methodischer Kampf gegen die Tuberkulose in de—
cchule von großem Erfolg begleitet ist. Frankreich muß, bei
er statifindenden Abnahme seiner Geburisz ffer, vor allem
arauf bedacht sein, die Gesundheit ihrer Kinder zu erhalten,
in wichtiger Faktor für die Verb reituna der Tuberkulose ist
such der Alkohotismus, der in Franlreich großen Schaden
nrichtet. Es gibt über eine halbe ina Wiittshäuser,
daß auf 80 Franzosen einen Ausschank kommt; ja in
anchen Städten des Nordens kommt schon auf 53 Köpfe,
„. auf 14 Wähler, ein Wirtshaus.
Beschäftigung von jugendlichen Arbeitern und
irbeiterinnen. Die neuen Bestimmungen der Gewerbe⸗
dnung über die Beschäftigung von jug ndlichen Arbeitern
d Arbeiterinnen treten zum Neujahr in Kraft. Der Hanu⸗
lsminister hat jetzt dazu neue Ausführungsbestimmungen
weinem Erlaß an die Regierungspräsidenten und den Poli⸗
ipräsidenten verfügt. Die Vorschriften gelten jetzt nicht
nehr bloß für cine Fabrik, sondern für alle Betriebe mit
aindestens 10 Aibeitern auch wein diese Betriebe bisher
icht als Fabriken anzusehen waren. Sie finden auch An⸗
endung auf Konditoreien und Bäckereen, die in regel⸗
rähigen Taz⸗ und Nachtschichten arbtiten, und auf solche
onditoreien, die nicht nur Backwaren herstellen. Ohne Rück⸗
chi auf die Zahl der beschäfligten Arbeiter unterstehen ihnen
üttenwerke, Zimmeiplätze, andere Bauhöfe, Werften, Werk—
itten der Tabakindustrie, Beraͤwerke, Salinen, Aufbereitungs⸗
astalten und unterirdisch bttriebene Brüche und Gruben.
ach den neuen Vorschriften ist den jugendlichen Arbeitern
id den Arb.iterinnen nach Biendigung der täglichen Ar—
itszeit eine ununterbrochene Rubezeit von mindestens 11
tunden zu gewähren. Die zulassige Arbeitsdauer ist för
ibelterinnen auf 10 Stunden an den Vorabenden der Sonn⸗
id Festtage auf 8 Stunden beschränkt. Die Beschäftigung
gendlicher Arbeiter und Arbeiterinnen darf abends nicht
»er 8 Uhr dauern und morgens nicht vor 6 Uhr beginnen.
berarbeit darf 12 Stunden täglich nicht Uberschreiten und
chl über 9 Uhr abends dauern, ebenso Sonntaas nicht
er 8 Uhr abends.
Trier. 11. Dez. Die Meineidsbauern. Am hiesigen
chwurgericht wurden an drei Tegen gegen mehrere Per—⸗
nen aus dem Dösfchen Jisch bei Taer verhandelt, die in
nem Alimentattonsprozeß die He ligkeit des Eides mit
uen getreten und gewissenlos unwahre Angzaben beschworen
uten. Das Urteil lautet gegen den Angeklagten Kirchen
ifss Jahre Zuchthaus und zehn Jahre Ehroerlust, gegen
üllet auf fünf Jahre Zuchthaus und zehn Jahre Ehrver⸗
it, gegen Britten auf drei Jahre Zuchtjhaue und 8 Jahre
srverlust usd gegen Philippi auf 2 Jehre Zuchthaus und
it Jahre Ehrveriust, außerdem auf dauernde Aberkennung
Fäbhigkeit, als Zerge oder Sachverftändiger eidlich ver⸗
nmen zu werden.
Essen, l4. Dez. Im Rubroct wurde gestern eine aus
en Persunen bestehende Diebesbande verhaftet, die Rasb⸗
e durch das ganze Industgegebiet verübt hat. In ihren
uptlagen in Duisburg-Laar iand wan Maron eder Art
Ue· A224000 Me
x*Bonn, 13. Tez. (Der Biervoykott der Stu—
enten.) Die Vertreterversammlungen der nichtkonfes—
onellen und der katholischen Studentenverbindungen ha—
en den unter Mitwirkung des Reltors der Universität
rzie ten Einigungsvorschlag angenommen und den Bier—
oykott bis auf das Dortmunder Bier aufgehoben. Für
ieses Bier soll ein anderes helles Bier zu 20 Pig. das
albe Liter eingesührt werden. Für das Münchener Bier
verden tünitg 27 Pig. pro halbes Liter bezahlt. Die
Wirte hatten den Preis insolge der neuen Biersteuer von
?s auf 30 Pig. erhöht.
* Osthofen. 13. Dez. EEine Bluttat.) Gestern
sacht wuürde der 31jährige Handelsmann Josef Leopold
nder Hauptstraße nach kurzem Wortwechsel von der le—
augen 28 Jahre alten Anna Ziegler aus Mainz erschos—
n. Leopold hatte seit Jahren ein Verhältnis mit der
ziegler, die ihm verschiedene größere Geldbeträge gelie—
en hatte. Die Ziegler versuchte in der letzten Zeit, den
deopold zu bewegen, sie zu heiraten, doch dieser wei—
erte sich Gestern kam sie hierher und gab in der Haupt—
traße vier Schüsse auf Leopold ab. Sämtliche Schüssie
rafen die Lunge. Die Ziegler schoß sich darauf in die
zrust, ist aber nicht erheblich verletzt. Leopold starb in
er Nacht in der Wohnung seiner Mutter. Die Ziegler
it hier in Haft
A Aluminũin⸗Münzen. In der franzssischen Kammer
vurden sämtlichen Deputierten in einem elegant ausge—
tatteiten Etui je ein Füns⸗- und ZehnCentimesstück, aus
Aluminium hergestellt, überreicht. Dies geschah zu dem
zwecke, um den Deputierten Gelegenheit zu geben, sich
iber die Absichten der Regierung, an Stelle des Kupfer—
zeldes Aluminiummünzen treten zu lassen, selbst ein Ur—
eil zu bilden. Indessen fanden die Münzen sehr wenig
Znade vor den Augen der Deputierten, die ertlärten, sie
jätten eine auffallende Aehnlichteit mit — Hosenknoöpfen.
Verschwörung gegen den Zaren. Bei den neuer—⸗
ings in Petersburg von der Polizei in großer Zahl vor—
senommenen Verhastungen wurde eine umfangreiche Ver⸗
chwörung gegen das Leben des Zaren entdeckt. Unter
zen Verhafieten befinden sich ein Universitätsprofessor, ein
Thefredasteur, zwei Advokaten, zwei Frauen und 20 Uni—
ersitätshörer des Professors.
Ausschlagsepidemie. Auf den Schiffen der russi—
chen Flotte in Livadia soll eine Ausschlagepidemie aus—
gebrochen sein. Umfangreiche Maßnahmen zur Belkämpf
ing der Krankheit sind getroffen.
Ueberschwemmungen. Ein mit Regenstürmen ver—
zundener gewaltiger Wetterumschlag in ganz Südnorwe—
gen, der 13 Grad Kälte in 7 Grad Wärme wandelte,
rachte Schneeschmelze mit großen Ueberschwemm—
ingen. Fredrikshall und Jaedern stehen unter Wasser,
»benfso Teile von Stavanger. Viele Fabrikanlagen ini
Landesinnern sind vom Hochwasser fortgerissen.
Luftschiffahrt.
*Ein Unfall Bleriots. Enorme Menschen⸗
nassen waren bei dem Aufstieg Bleriots in Konstantino—
pel anwesend. Der scharse Nordwind schleuderte dven
Nonoplangegenein Haus. Bleriot stürzte aus
echs Meter Höhe herunter. Er trug mehrere Verletzun—
gen davon und wurde ins französische Hospital verbracht.
Mehrere wesentliche Teile des Monoplans, wie Flügel
und Lenkapparat, gingen in Stücke. Das Migßgeschich
Bleriot's wird allgemein bedauert. Bleriot wollte wegen
es ungünstigen Windes den Aufstieg verschieben. Die Zu—
chauermenge akklamierten aber Bleriot bei seinem Er—
cheinen so frenetisch, daß er sich zum Aufstieg verleiten
ieß. Auch das Gestell des Monoplans ist zerstört. Der
Luft'chifser ist außer Gesahr
— —
Kunst nund Wissenschaft
I Deutsche Nobelpreisempfänger. Bei der diesjäh—
igen Verteilung der Preise aus der Stistung des ver—⸗
torbenen Millionärs Alfred Nobel erhielten bekanntlich
u. a. Professor Ost wald-Leipzig den Chemiepreis;
vährend der Physikpreis unter die Professoren Briaun—
ZStraßburg und Marcon iBologna verteilt wurde. Im
eistehenden Bindern zeigen wir unseren Lesern die Preis—
räger deuticher Nationalität, und bemerken dazu kurz
olgendes: Prof. Wilh. Ostwald ist ein geborener Deutsch—
russe; er wurde am 2. Sept. 1853 in Riga geboren, stu—
dierte in Dorpat in Riga und kam 1887 als Dozent nach
Leipzig. Seine Unterrichtstätigkeit war überaus erfolg—
reich; viele scrner Schüler haben jekt Lohrsfühse inne
g — ẽe. 7* — /
bProt. fero Eraun *. lof. 6st va E
deit etwa drei Jahren arbeitet der Gersehrte nur noch in
einem Privatlaboratorium. Ostwald hat mehrere Lehr—
ücher veröfsentlicht, die heute als Meisterwerke der Chemie
elien. Der Physiter Prof. Ferdinand Braun ist gegen—
värtig Leiter des physikalischen Instituts an der Universi—
ät Straßburg. Er ist am 5. Juni 1850 in Fulda gebo—
en und studierte in Marburg und Berlin. Tät'g war er
in Würzburg, Leipzig, Marburg, Straßhurg und Tü—
»ingen; set 1895 wirkt er wieder in Straßburg. Weite—
zen Kreisen ist er durch seine erfolgreichen Untersuchungen
iber Wellentelegraphie bekannt geworden.
9 Karl Krumbacher 7. Dr. Karl Krumbacher, ord
Zrofessor der mittel- und neugriechischen Phirologie an dern
niversität München, ist Sonntag irüh im 54. Lebensjahre
gestarden. (GKrof. Krumbacher studierte in Munchen und
Leipztg, wurde 1879 Gymnasiallehrer in München, 1892
rußerord. und 1897 ord. Professor an der Universität von
München. Von seinen Arbeiten seien genanut: Beiträge
u ener Geschichte der griechischen Sprache, griechisch.
seise, Geschichte der byzantinischen Literatur, Mittelgrie
hische Sprichwörter. Das Problem der nergriechischer
Schrifsprache u. a. m. Der Verstorbene war u. a. o.
Mitglied der körizlich bayerischen Akademie der Wis—
enschaften, sowie korrespondierendes Mitglied der Aade
mien Petersburg, Wien. Budaveit. Rar's. Vondon. Brüi—
el. D. Red.)
Bjoörnsons Besinden. Die Meldung Berliner
Blätter, daß Bör son für einige Zeit das Bett veriassen
onne und bald nach Italien reisen solte, wird vor
zerwandten des Tichters als Uunwahr bezeichnet. Sein
zustand ist iroz der Kräftezunahme im ganzen weni—
ereöndert und earu Görrer nach noasftäendia bewe mnas
43346—fu4
Tesezramme.
Von der Heydt, 13. Dez. Auf der lhiesigen Grube
'and am Samslag eine Schlagwetterexplofion statt, dutch die
orei Bergleute Brandwunden erlitten.
Trier, 13. Dez. Vor dem Sdwurgericht sellte heu
jum drittenmale die Verhandlung gegen den des Mordes
angeklagten früheren Renufahrer Breuer beginnen. Wegev
Ausbleibens eines wichtigen Zeugen mußte die Verhandlung
vertagt werden, doch dürste morgen angefangen werden.
Paderborn, 14. Dez. Gestern Nachmitt
Neubau des Warenkauses Steinberg in, Giür baum zusammen⸗
geftürzt. Das Warenhaus war in Esen und Belton aus geführt,
zerade im Rohtau fertig gestellt. Das gapze Gebäude bil—
»et jetzt einen Trümmerhaufen. Mehrere Acbeiter sind schwer
zetletzi worden, eine grobe Zahl hat leichte Queischungen
davongetragen. Ein Arbeiter konnte bis jetzt nicht aufge⸗
unden werden, man darf wohl an nehmen, daß er tot unler
den T ümmern licg'.
Altona, 14. Dez. Der Schleswig-holsteinische Volks—
schullearer Claußen, gegen den vor einiger Zeit wegen
seines freimüngen Verhaltens ein Versahren eingelelct
wurde ist seines Amtes entsezzt worden.
Vien, 14. Dez. Das Herrenhausmitglied Graf Jo—
hann Harrach, einer der hervorragendsten Feudalari—
toktaten Oesterreichs, ist im 82. Lebens ahre gestorben.
Sarajewo, 14. Dez. Das Milttärgericht in Mostar
verurteilte 41 Serben, die zur Zeit der Annexionkrise
nach Montenegro flüchteten, um gegen Oesterreich zu
lämpfen. wegen Hochverrats zu NKerkerftrafen von
54 bis 7 Jahren.
Blew⸗PYork, 14. Dez. Dem „New⸗-York Herald“ zu—
'olge haben die Revolutionäre bei Bluefields eine
chwere Miederlage davongetragen.
New-York, 14. Dez. Beim New-Yorlker Sechs⸗
raae-⸗Rennen sieate die Mannschaft RüttClark.
Nizza, 13. Dez. In der Nähe der Stadt wurde die
derstümmelte Leiche des österreichischen Leatnants Wilhelm
Zedelbacher, 24 Jahte alt, auf den Schienen gefunden. Es
cheint Selbstmord vorzuliegen
Paris, 12. Dez. Ofizielle Meldungen von derElfenbein⸗
Zuste berichten von Operationen der Poltizeitruppen, in deren
Verlauf auf französischer Seite ein Leutnant und 9 Schutzen
ielen und 49 Schützen verwundet wurden. Die aufruhrer⸗
schen Stämme unterwarfen sich und lieferten 11000 Ge—
vehre aus. Wie der Gouverneur von Senegal'telegraphiert,
zaben die Truppen bei Acherat Plünderer nach heftigem
kampfe zerstreuꝛ‘. Ein Hanptmann und 10 Schuützen fielen
26 Schützen sind verwuadet.
London, 18. Dez. Großes Aufsehen erregt das Ver—
chwinden der 24jührigen wegen ihrer Schönhrit bikannten
Lady Churchtli, einer der ersten Damen der englischen Gesell⸗
chaft. Dem Vernehmen nach soll Lady Churchill völlto
uinter wiecistischem Enfluß gestanden baber
SHaarentfernungs mine Sitaunend stand eins die Nens
heit vor der Tatsache, daß es möglich war, ohne Drah!
telegrahieren zu können. Heute weiß dies schon jedes
Kind, und die Erfindung des Italieners Marconi gilt längst schon
nicht mehr als ein Wunder. Dagegen kommt jetzt aus Berlin die
Nachricht, daß es der „Rasillit-Coinpany Berlin s. W. 48 gelungen
ei, ein chemisches Präparat herzustellen, welches jeden in den Stand
setzt, si ch fselbst zu rasseren und zwar ohne Messer,
ohne' Seife und shne Apparat. So unglaublich es auck
klingen mag, so wahr ist es doch, denn nach vielseitig erprobter
Anwendung des Mittels, welches absolut unschädlich ist, haben
Männer mit klingendem Namen dies bestätigt.
Soweit uns unser Gewährsmann mitteilt, hat man nur nötig,
das chemische Präparat „Rasillit“ nach Art des Einseifens aufzu—
tragen, um es nach etwa 3 Minuten wieder abzuwaschen, und —
der Bart ist verschwunden, ohne daß die Haut ouch nur im Ge—
ringsten angegriffen ist. Wir werden in einigen Tagen auf diese
ganz unbedingt hervorragende Erfindung zurückkommen. Sollten
in unserem Leserkreise jedoch Interessenten sein, welche eine aus—
führlichere Mitteilung über „Rasillit“ schon jetzt wünschen, so dürfte
es sich empfehlen, sich direkt an die
„Rasillit-Company, Berlin 8. W. 48*
zu wenden, da sie dort sicherlich genaueste Auskunft über das Prä⸗—
parat erhalten dürften.
Der bekannte Chemiker Herr Dr. Paul Jesserisch, welcher bei
den Kgl. Land- und Amts-Gerichten, den Kgl. Haupt-Steuer-Aem—
tern, sowie der Handelskammer zu Berlin vereidi tt und als Sach—
verständiger akkreditiert ist, schreibt über „Rajillit“ wie folgt:
Das mir gefl. übersandte Rasier-Mittel „Rasillit“ wurde einer
eingehenden qualitativen sowie quantitativen Analyse unterzogen.
Hierbei konnten schädliche oder gegen das Gesetz vom 5. Juli 1875
betr. die Verwendung von Nahrungsmitteln, Genußmitteln und
Bebrauchsgegenständen verstoßzendestoffe nicht nachgewiesen werden
Das Praparat stellt ein geruchloses Pulver dar
Physiologische Versuche an, Mensch und Tier haben ergeben,
daß Kasitit“ in der vorgeschriebenen Stärke und Zeit angewandt,
die Haare vourständig entferut, ohne eine schädliche oder angreise ide
Wirkung auf Haut uünd Haarwurzeln auszuüben. Sollten dennoch
Reizerscheinungen hervorgerufen werden, so sind dieselben auf ganz
besondere Empfindlichkeit (Idiosynkrasie) der betreffenden Person
degen das vorliegende Präparat zurückzuführen.
Hochachtungsvoll
qea. Dr. Paul Jesserich.
v
zwangeversteigerung.
Im Wege der Zwangeéeverffeigerung soll das in der Gr—
neinde Dudweiler delezene, im Grundbuche von Dudweller
Blatt 1013 zur Zeit der Entragung Les Veisteigerungever—
menkes auf den Namen deir Witwme des Beramanns Czrstian
Peuüller 5, Katharina geborene Raul zu Dudwiler, tinge—
zragene Grundstuck, wämlich:
Ar. 1, Flur 17, Parzelle Ur. 41, am Wacken
berg, Acker, groß 13,79 Ar mit 0.27
Toler Reinertrag
am 22 Dezember 1909,
vormittags 10 Uhr
zusch das unt rzeichnete Gucht — an der Gerichisstelle
Zimmer N. 12 versteißeit weiden.
Saarbrücken. den 23. O't. 1909.
13nio Amfenericbeer