Anmeldungen der Schulneulinge
beider Konfessionen.
Am nächsten Mittwoch, den 15. Dezember, nachmittags
„wischen 2 und 4 Uhr foklen im Neuen Schulhause die!
Kinder, welche nächste Ostern fchulpflichtig werden (es sind
die Kind⸗r, die zwischen dem 1. Okt. 03 und Ende Sept. 04
geboren sind), sowie die Kinder, die vorriges Jahr zurück—
gestellt wurden, angemeldet werden, und zwar
die evangl. Knaben auf Zimmer Ar. 10
—W Mädchenn, * »137
„kathol. Knabenn, „26
5 1* Mädchen — 22 — 18
zei der Meldung sind anzugeben:
1. Name und Geburtsdatum des Kindes,
2. Name, Stand und Wohnung (Straße und Haus-Nr
des Vaters oder dessen Stellvertreters,
3. falls der Vater Bergmann ist, dessen Knappschafts
nummer.
Dudweiler, den 11. Dezember 1909.
Die Rektoren.
Knorz. Hermann.
Evangellscher
A 35174 3,
—Adeier- Derein
dudweller
herrensohr· Jãgerslreude.
Am Sonntag den 12. Dezember nachm. 4 Uhr findet m Lokale
skiedschy in Dudweiler eine
Generalversammlung
der Mitglieder der Sterbekasse der evang. Arbeiter-Vereine Dud—
weiler⸗Herrensohr⸗Jägersfreude statt.
Tagesordnung:
. Mitteilung über die erfolgte Genehmigung zur
durch die Kgl. Regierung.
a) Teilung des vorhandenen Baarvermögens, Abfindung
mit Herrensohr⸗Jägersfreude.
) des Inventars.
3. Mitteilungen.
Wegen der großen Wichtigkeit der Tagesordnung wird um zahl⸗
liches und pünktliches Erscheinen dringend gebeten.
Der Vorstand
Müller, Vor
XX
Mondial
Kinematographen⸗Theater
in Dudweiler am Markt bei Ww. Maul
Hhrößtes und vornehmstes Unternehmen des Continents.
Eröffnungs-Vorstellung
Samstag den I1. Derxember 190090. V
Täglich ab 6 Uhr ununterbrochen Vorführung
lebender Riesen⸗Photographien in hochster
Vollendung.
Programm:
l. Unverfroren. Humoristisch.
2. Der Hypnotiseur Drama.
3. Elefanten als Arbeiter. Herrlich koloriert.
4. Räuberhauptmann Fra Diavolo. Drama.
. Explosion eines Luftschiffes. Herrlich koloriert.
3. Cachke Walk. Wunderbar koloriert.
J. Tragddie im Zirkus. Herrliches Erama, fesselnd schön—
3. Das schöne Paris. Herrliche Naturaufnahme.
J. Monsieur Marlkeburg. Ergreifendes Drama.
Jeden Samstag neues Programm.
sonn⸗ und gFeiertags ab 5 Uhr Vorstellung.
Preise der Pläatze:
l. Platz 30 Pfs 2. Platz 40 Pfs. 3. Platz
z0 Pfg. Kinder auf allen Plätzen die
Hãifte
mittwoehs u. Samstags von 5 Uhr ab
Kinder⸗Vorstellung
a 10 Pfennig.
Es ladet zu regem Besuche ein J
Die Direktion.
—
Die Schwarmgeister.
Historischer Roman von Gustav Lange.
7. Forlsetzung.) Machdruck verboten.
. Die übrigen Gefangenen, mit Ausnahme der kleinen
Divara, die ängstlich in einem Winkel kauerte, vollzogen
ebenfalls die Blutprobe, während der Schloßkaplan jedem
einzelnen ins Gesicht leuchtete.
4. Als letzter kam der Blinde heran, von einem Knechte
geführt. Sein ganzes Benehmen deutete darauf hin, daß
er wirklich blind war.
O, gnädiger Herr, wie kann ich unglücklicher, blinder
Mensch ein Mörder sein! Ach, laßt mich meines Weges
ziehen!“ flehte er.
vie Kraft zu einem Morde scheint Dir nicht zu feh⸗
len,“ erwiderte der Burghauptmaun. „Alo vorwärts!“
*.Der Blinde tastete auf der Leiche umher und traf mit
der Hand J die Brustwunde, welcher unter der etwas
harten Berührung Blut entquoll.
„Blut! Blut!“ rief der Schloßvoigt.
„Ich bin nicht der Mörder,“ stammelte der Blinde.
—Nach kurzer Beratung mit dem Kaplan und mit dem
Schloßooigt beschloß der Burghauptmann, das hochnot⸗
e Verfahren fortzusetzen und zu diefer Verhändlung
Kapitelherr von Winckelen, den Stadtsyndikus und
den Stadtvoigt hinzuziehen und diese Herren noch heute
für morgen früh bestellen zu lassen.
,„Joris und seine Leute wurden wieder aus der Kapelle
geführt und daun ziemlich unsanft in einen engen, feuchten
und dunklen Raum gestoßen, ungewiß, welches Schicksal
ihrer weiter harrte.
Durch den ungewöhnlichen Leym auf dem Schloßhof
angelockt, war auch Kuͤno ban schenburg seiner Mut—
ter einen Augenblick entschlüpft 120 kam gerade dazu, wie
die Gefangenen in das Schloßgefängnis gebracht wurden.
Er hatte keine Ahnuna von den Vorgälsgen am Tage,
Dudweiler
Carneval⸗
Gesellschaft.
Am Sonntag, den 12. d. Ms
findet in unserm Vereinslokale
Fritz Reiter nachmittags 4 Uhr
eine außerordentliche
Generalversammlung
statt.
Ps jgt Inp Voptéi
Tagesordnung:
1. Wahl des Vorstandes
2. Besprechung bezw. Lieferung.
3. Musik⸗Angelegenheiten
Verschiedenes.
Um zahlreiche Erscheinung wird
—— Der Vorstand,
Unterhaltungs-BVerein
2*
„Zur Quelle“.
Sonntag den 12. Dez. abend⸗
8 Uhr hält der Unterhaltungs
Verein „Zur Quelle im Vereins
e Wwe. Pitz seiinen dies
jährigen
ab, wozu sämtliche Mitglieoer mi—
ihren Angehörigtn freundl. einge
laden sind.
Neue Mitglieder können aufge—
nommen werden.
Der Vorstand.
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denn nach seiner Rückkehr aus dem Walde hatte er die
Wohngemächer seiner Mutter nicht wieder verlassen dür—
en. Bei dem Scheine der Laterne sah er ein kleines
Mädchen, welches weinte und ängstlich hin- und herlie
und in dem Gedränge immer wieder zurückgestoßen wurde.
Zzu seinem nicht geringen Erstaunen erkannte er Divara
ind war nun mit einem Soprunae bei ihr. ihre Hand er—
greifend.
„Was suchst Du hier und wo hast Du Deinen Wa—
ver?“ fragte Kuno von Rauschenburg mitleidig, erhielt
iber keine Antwort, sondern das Mädchen weinte nur
ioch heftiger und wollte den Gefangenen nach.
Inzwischen hatte sich die Türe des Kerkers hinter den
ahrenden Leute geschlossen, Divara war somit von ihren
Eltern einstweilen getreunt.
Kuno von Rauschenburg besaß einen über sein Alter
hinausgehenden scharfen Verstand. Er begriff sofort, daß
ie Leute, denen er heute im Walde begegnet war, sich in
iner peinlichen Lage befanden und Divara, die ihm vom
xIsten Augenblick an, als er sie gesehen, ein so großes
Interesse eingeflößt hatte, sich in Not befand.
Er wandte sich fragend an den alten Stahlhut, der
hm kurz alles erzählte.
„Divara, nein, sie soll nicht mit dorthinein und ihr
Vater soll ein Mörder sein, das glaube ich nicht. Ick
werde sie zu meiner Mutter bringen, die wird gewiß lieb
mit ihr sein und den Purabauptmänn hitten, daß er ihren
Pater freiläßt.“
Stahlhut, dem das Kind selbst leid tat, war gerne
mit dem Vorschlag des Edelknaben einverstanden. Dwara
ubu sich zwar anfangs, als sie Kuno von Rauschen—
uirg mit sich fortziehen wollte. Schließlich aber mochte
iie doch einsehen. daß der Knabe es nur gut mit ihr
neinte und folgte. Wie konnte sie in ihrer kindlichen Umn
chuld wissen, welches Unheil über ihren Eltern und derxer
venossen schwehte. — —
Als am nächsten Morgen Wachtmeister Stahlhut dem
Burghauptmann Mitteilung von dem Verbleib des Mäd—
chens machte blickte er eine Weile unschlüssig ins Weite,
und erklärte, in dieser Sache der Witwe selbst einen Be—
such abzustatten. Er gab dann dem Wachtmeister noch
Anweisung, alles für den in einer Stunde beginnenden
Prozeß vorzubereiten und insbesondere dafür zu sorgen,
daß die Delinauenten unter genügender Bedeckung zur
Stelle seien. — J—
Danach schritt der Burghaznntmann nach dem Ritter—
haus, wo Sibylla von Rauschenꝛ. wohnte. Er trodie
schöne Frau am Stickrahmen. ». ihr staund io,.
»inen Papagei auf der Hand haltend. Das fremde ⸗
hen war sauber gewaschen und gekämmt, mit einer cen
kdrause und einem neuen bunten Röckchen versehen. Es
pielte ganz sorglos mit Kunos Plnto.
„Gnädige Frau. es tut mir leid, Euch stören zu müs—
sen. Ich komme in betreff des kleinen Mädchens ...“
„Ich weiß alles, Herr Birghauptmann.“ *
„Und Ihr gedenkt dasselbe einstweilen zu behalten?“
„Ich habe meinem Sohne zu Liebe auf dessen in tän—
dige Bitten bis auf weiteres die Sorge für das arme
Wesen übernommen, bis das Schicksal seiner Eltern »ur—
schieden ist. Um des armen Kindes willen veragret
glimpflich mit den armen Leuten.“
Der Burghauptmaun zuckte die Achseln. *
„Die Blutprobe hat bereits entschieden, gnädige Frau.i
der Mordverdacht ist ein stark begründeter.“
„Gott sei ihren armen Seelen gnädig. So werde icht
wenigstens das Kind aus diesem Stndeüpfuhl erretten.“4
„Gott lohne es Euch, gnädige Frau, ich werde wegen,
des Rindes zu einer anderen Stunde wieder vorsprechetu.“
In ritterlicher Weise verabschiedete sich nach diesen
Worten der Burghauptinann oon Sibylla von Rauschenyurg
und ihrem Sohne und verkieß das einsame Ritter-13411*