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Freitag 10..
Srshetat
Alch xrtt Ræacuahmo
der Souu⸗
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utin ei saltetat.
Lrotzzdem dis ertben nungen der „Nordd Allg.
Itg.“ über den atwurf des Neichzsnansyaltzetats imn
910 schon reichtich Ren WBochen augehblofsen voctiesen,
jat sich doch nur etn verdülienisniähig tleiner Teil der
beutschen Prese nut dieter Raterie en heftiert. Es üegt
as woh! in der Hauptache daran, daß ein Vergleich des
F5tats für 1910 mit demenren von 1909 zuzüglich des
sachtragsecats aucrarsen lich dwiereg ist, da in zenen
2851 Mil ionen) eine Reihe rein technertscher Turch—
gang-posten aufgenommen ist, während vei dem Hauft
ind den Leiden Rachtragsctats ür 1909 (3410 Millid—
ien) die auerordentchen Auswendungen eine moölle spie—
en, die durch die Behalsanbeierung der Beamten, die
achzjahlung der Velo dungserhöhnnten vom Jahre 1998,
owie durch alte Achulben und Rüctstände verantaht wur—
den. So beagmegte man sich in der Haupt'ache damit, fest—
ustellen, daß der Reinustaucne teetat für 1910 gegenüber
»en Erforderrissen des Jathres 909 eire wesentliche Er—
parnis bedeutet, ind daß er, abgesehen von dem in ven
MNatritkularbeitrögen versteckten Defizit (228 Millionen) im
Irdingriunm, iun Ectracrd tgrium nur eine Anseiße vpon
irka 152 Mi ionen nig macht
Es ist dab, wenigstens wein man die dauernden
rdentkichen aszaren des Etats für 1910 mit denen von
909 vorg eicat, mieierit ut ganz richtig, as im Etat
ür 19410 13αnt 410 900 46) iar? mehr angefordert
verden als 14399, aber — und darin häaben die bisheri—
zen Kriten zechr — deses Biehr wird wieder in ein
„Weniger“ Uir ben galhzen Neichsszaustaitsetat dadurch
erwandelt, dan die einmgen orventechen Ausgasen ge—
genüber 1900 uUm ür 69 00 Mari zurückgegangen sind
ind der auseoteeeteche Eltat für 1910 43 000 000 we—
unger sorsert ais berrenine von 1909. So schließtt der
sesamtent nuch un aiter Turchgangsposten um etwa
33 700 06) Siart gantiger ah, als der Etat und Nach—
ragscetat far 18638. Aber es bleißt dabei zu berücksichti—
gen, daß einnral noch gar nicht erwiesen ist, ob von den
228 Niltiouen acikularte trägen, von denen sa die
Bundesstaaten zira „4s Mirnttonen übernehmen, die übri—
jen 180 Millionen tatsüchlich aus Ueberweisungen Gene
Branntwernsteuer, gedeckt werden können und nicht wie—
)er in Form ungedecker Ratritularheiträge einen so
»ösen Rosten bilden, daß ihn das diesch schließlich aus
igener Tasche bezahlen muß, und ob nicht bei den Aus—
jaben das Sparjamteitsprinzip übertrieben oder am un—
rechten Orte ungewandt wurde.
Aber wetter! TDie Einnahmen des Reiches an 351—
en, Steuern und Verbrauchsabgaben sind im Etat für
1910 auf 1441 620 000 Mark angenonmimen, von denen
aAlleen aus dem Er rage der neuen Branntweinsteuer 180
Milionen den Bundesstanten zur Teckung der Matriru—
larbeitträge zuftießen sollen. Das sind sast 60 Millionen
mehr, als die alle Branntweinsteuer, so daß es sehr zwei—
selhaft erschainen muß, ob die Neatrikularbeiträge tatsäch—
lich ihre Teckung curch Ueberweisungen finden. Darüber
hinaus gber blebt die sehr verechtigte Befürchtung stehen,
daß auch die alten Steuern, Zölle und Verbrauchsabga—
ben hinter ihren Anzätzen — trotz alser Vorsicht bei ihrer
Aufstelaung — zurückbleiben. Die wirtschaftliche Konzunk—
ur hat sich zwar neuerdings gehoben, aber immerhin
doch nicht so, daß nicht leichte Zweifel hinsichtlich der Er—
reichtna der Etatsansätze erlaubt wären.
Von der Durch ührung einer wirilichen Sparsamkeits—
volitik kann im ordentlichen Etat nur wenig die Rede
sein. Verlangt doch hier z. B. der Militäretat rund 13,8
Millionen und der Marineetat rund 14 Nirlionen Mart
mehr als im Borzahre, und trin doch bei den einmaligen
ordentuichen Ausgaben die Marineverwaltung abermals
mit einem Mehr von 13,8 Millionen an den diteichstag
heran. Ein Teil! dieser Ausgaben ist ja nun 3war durch
Auinquennat und Flotiengesetz festgelegt, aber im übri—
zen darf man sich doch wohl fragen, ob nicht gewisse Lu—
susausgaben, wie z. B. Reise- und Umzugsgebühren der
Ofi,ziere, Pfserderaiionen und Taselgelder, eine Herabietzing
erlaubt hätten. Ein gewisser Sparsamteitsfanatismus
dagegen macht sich auf dem Gebiet der einmaligen Aus—
zaben — abgesehen von der Marine — und im außer—
arde,—s GEftat deltend. Hier heziffern sich die Minder—
dusgaben der 2. Utarverwaltung auf 42 vezw. 19 Wirl⸗
HHhnen, die der eichspost auf 35 bezw. 209 Nillionen und
wie der Reschseisenbahnen auf 13 Millionen Mark. Aber
diese Minderausgaven beruhen bei der Militärverwalmng
eigentav nur unf der augenblicklichen Vertagung schließ—
lich dach patwendiger Aufwendungen. Vei der Post aber
ind den Reichseisenbahnen, wo man sich gewisse Bauten,
hetriebserweiterunsen und Telecphonanlagen für den Au—
jenblick versagt, wirken sie nicht mur lähmend auf Han—
lund Werkelr, sondern schäd gen überdies auch diret
ie Sliinnahmen des Reiches. So kann man einen großen
deil von dem, was sich im nenuen Reichshaushautsetart
Erspornis“ nennt, nur mit sehr gemichten Empfindun—
sen begieiten. Die Ausgaben, die eigentlich schon jest
totwendig waren — wie man hört, etwa 150 Millionen
werden sich schon im Jahre 1911 nicht mehr vermei—
den lassen:
Italien.
* Im neuen Ministerium sollte Finochtiaro das Ju—
stizministerium und Marzina das Portefenile des Unter—
richts übernehmen. Jener stellte jedoch die Aunahme ei—
nes Gesetzes, nach dem die Hivil-Trauung der lirchlichen
vorausgehen soll, dieser die Durchführung der Laienschule
zur Bedingung. Auf beide Forderungen glaubte Sonnino
sucht eingehen zu können. Da das Kabinett Sonnino so—
mit der Stütze der demokrateichen Linken beraubt wird,
so ist der erste Verfuch Sonninos zur Bildung eines Ka—
binetts vönlg gescheitert. Zur Audienz beim König if
der Admiral Sachi bestellt worden.
* Das Kabiuett Sonino sollt tacsächlich gescheiter
sein. Sonino begab sich zum König, um ihm Berich
iber seine Vemuhungen zu machen. Es heißt, er soi,
den König gebeten daben, ihn von der Mission zu ent
binden und der König beabsichtige, Sachi mit der Neu—
hisdung eines radikalen Kabinetts zu betrauen.
Nußland.
* In den Wandelgängen der Duma war Mittwoch das
Serücht verbreitet, auf der Zaren-Jacht „Staun—
dar d“ sesen zuei Bomben gefunden worden. In
Jalta und Keew sollen deshalb zahlreiche Verhafiungen
norgenommen worden sein.
England.
*,Paris Journal“ meldet agus London: Asquith se.
entschlossen, im Falle seiner Wiederwahl die Kabinetts
bhildung solange Abzulehnen, bis er vom König die
SFrmächt'gung erhalten habe, eine hinreichende Zahl Lords
zu ernennen, um die konservative Rehrheit des Ober—
hauses zu beseitigen. Die Frage des Vetorechts der Kam—
mer betreffend die Gesetzgebung werde an dem Tage zur
Prüfung gelangen, wo das Unterhaus die liberalen Re—
sormen der raditalen Partei durchgeführt habe. Er werde
alsdann im Kabinett ein neues Wahlreformgesetz, sowie
ein Gesetz über die Zu'ammensetzung des Oberhauses ein—
bringen. Dieser letztere Geseßentwurf werde im Unter.
hause zur eingehenden Besprechung getangen
—A
* Das Besinden des greisen Königs Leopold, des
gekrgeten anfmannes“ hat sich den neuesten Nachrichten
ufolge bedenklich verschlechtert. Der König, der seit lan—
jem an schweren rheumatischen Anfätlen leidet, ist sehr
rgemagert und etzt so schwach, daß er nicht einmal seine
Feder in der Hand zu halten vermag. König Leopold
verbringt seine Tage auf einem Sofa liegend, in dem
kleinen Landhause von Stuylenberg in der Nähe von
Laaken. Der greise Fürst steht bekanntlich schon im 75.
Lebens ahre, er ist am 9. April 18353 als Soln Könic
— αι
Rolitische Rundschan.
Deutsches Reich.
* Ueber den S.aud des Postscheckwesens wird mitge—
eilt, daß am 1. Zezember Berilin 6760 und vLeipzis
3405 Ronten tatte. Ein einziges Anit briugt es qauber
em noch über 3000 oönten, nämlich Frantsurt a. M.
na 3435. Eine zweite Gruppe von 2-53000 Xonten bal⸗
»en Hamburg mit 2885, Breslau mit 2847, Rartsruhe
it 206 und Hannover mit 2381. Verecinzelt steyt das
einste Scheckamt Danzig mit nur 1251 Ronten. Die Ge—
amtzahl der Konten berrägt jest 35 139 oder 1055 mear
ils am 1. Novembert. Vom 1. Januar bis Ende Novem-—
er sind insgezanit 4313 Wlillionen Mark gutzeschrieben
nd 4247 Ballionen Mart zur Last geschrieben worden,
odaß sich ein Gesamtguchaben. der Konten nhaber am 1
dejeinber von fast 71 Miltionen Mark ergiot. Der Zu—
sang im Noveuber beträgt fast 9 Witlionen. Im Ver—
ehr überwiegt immer noch die Barzahlung. Gegen 138
hüllinen Einzahlungen mit 243334 Miltionen Mark ian
»en nur 1,8 Miltlionen Ueertenneen mit 183724 Mil-—
tionen Mark hei der Gt hyrift statt. Bar ausgezahlt sind
3405 Millionen worden, übertragen zur Lastschrit dage—
zen nur 18834 Milionen. Die Zahl der Ruszahlungen
errug hier 2,7, die der Uebertraaungen nicht ganz 158
illionen.
* Zur Besetzung des Erzbischoffitzes RPosen-Gnesen
erscheint es dem sonst gut unterrschteten „Kkuryer Wars—
zawski“ nicht unwährscheinftich, daß eine Kandidatur des
Pfarrers Fapita erwogen werde. Einmal erhalte sich das
zerücht davon ziemlich hartnäcktig, und dann sei aus Krei—
en, welche dem Pfarrer Kapitza nahestehen, die preußi—
che Regierung aufgefordert worden, von deni Posen-Gne—
ener Domkapitel eine neue Kandidatenliste zu sordern,
ann werde sich darin ein Kandidat finden welcher der
tegierung genehm sei.
* Eine Reichsstagsersatzwahl wird im Wablkreife
Schwie tz stattfinden. Der Pole von Saf-Jaworsü wiil
der Ungistigkeitserklärung seines Mandats zuvortkommen
ind sein Mandat niederlegen, wahrscheinlich noch vor
Weilmachten. Er ist 1908 mit 8416 (gegen 7953 dentsche
ztimmen, die auf den Freitonservativen Holtz fielen) ge—
vählt worden. Außerdem wurden 75 sozialdemokratische
ztimmen abgegeben. Auch der polnische Reichssstagsabge—
erdnete von Chrztnowski hat hefanntlich sein Mandat
ür VPosen niedernelegt.
DesterreichUngarn.
* Nachdem Graf Johann Zichy es abgeklehnt
jat, die Kabinettsbildung zu übernehnien, ist die Lage
n Ungarn wieder verworrener geworben. Wererle wird
ich wiederum nach Wien begeben, um dem Kaiser die
zildung eines sarblosen Verhandlungs-Ministeriums mi
em kurzsristliaen Budoetvrovisfnrium vorzuschlaoen
Serbieun.
* Der Kriegsminister hat einen Gesetzentwurf zur Reor—
janisatisyn des Heeres ausgearbeitet und dem Mitni—
terrat zur Begutachtang vorgelegt. Der Entwurf siehr
ine Vermehrung des stehenden Heeres und Schaffung vor
ci neuen Divpisionen zu den bereits bestehenden 5 Di
i odnen vor
Zonto Ceonotd Beæo —2 *
deopolds 1. zu Brüssel geboren. 1853 vermahlke er sich
nit der hsterreichischen Erzherzogin Viarie Hentlette, du
hn am 19. September 1002 in Sos drh den38
Die 8owarmgeister.
Hiftorischer Roman von Gusjtav Lange.
5. Fortse ßzung.) — Machdruck verboten
„Schr wohl, Euer Edlen!“
Aoch eines! Kommen Guch die Stadt- und Stiftsde
in den Weg, so helßt fie in des Teufels Namen
nach Hause packen.“
„nd wenn bei der Gelegenhetkt die Wämmser der
qmæean:te hier oder da von unseren Klingen einen Schlitz
Taurten sollten?“ fragte der Wachtmeister blinzelnd.
Alles schade, was nicht trifft!“
Ein vergnügtes Brummen war die Antwort.
AAls Hert von Ascheburg wieder über den Schloßhof
chriet, sprengte die Reiterschaar schon gewappuet zum
Schloßtore hinaus. —— — — — — —
Im dem Lager der fahrenden Leute, auf das wentge
Stunden vorher Kuno von Rauschenburg so unvermutet
geseaßen war und wo man den Cdelknaben wohl schon
Dicder vergessen hatte, hockten jetzt Männer und Frauen
in einem Halbkreis auf der Erde, in der Mitte Divara
mit ihrem Wawer und ein einige Jahre älterer Knabe.
Dieser Knabe hatte große Ähnlichkeit mtt dem Mädchen,
aber während deren Schönheit, der treuherzige Blick der
Augen, der sanfte Ausdruck ihres Gesichts Jedermann an—
zog und fesselte, fühlte man sich von dem Knaben abge—
stoßen. Das schwacze, struppige Haar hing ihm wirr um
die Schläfe, die funkelnden Augen schossen zuweilen haß—
erfüllte Blicke und über das fahle Antlitz flog ein so haͤ—
mischer Zug, daß es den Anschein hatte, als durchtobten
wilde Leidenschaften die Bruft dieses Knaben. Nur wenn
er sich zu dem Mädchen beugte und mit ihr sprach, spielte
ein Lächeln um seine Lippen, dann ließ die Ähnlichkeit
der Kinder auf ein Geschwisterpaar schließen. Offenbar
hine der Knabe mit großer Liebe an feinem Schwefterchen.
Ner schwarzhärtise Mann. der sich mit Kunuog vyon
Nauschenburg unterhalten und ihn aus dem Walde geführt
hatte, saß etwas abseits und während die anderen Mit—
zlieder dieser Gesellschaft sich an Speisen und Getränken
lahten und fich halblaut unterhielten, saß der Schwarz
härtige, anscheinend das Oberhaupt dieser Leute. ichweig—
sam da und las in einem Buche.
Da schmetterte hell und laut ein Trompetensignal durch
»en Wald und das Schnauben und Wiehern von Roffen
törte den Waldesfrieden. Die Leute unterbrachen ihre
Anterhaltuug und fuhren entsetzt auf, der Schwarzbärtige
erbarg das Buch, in welches er eben noch vertieft gewe—
en, in seinem Wamms und Wawer stieß ein kurzes hei—
eces Wutgeheul aus. Che noch Jemand recht begriff, was
ie Störung zu bedeuten hatte, da brachen die Panzer⸗
eiter des Burghauptmannes schon in die Lichtung ein.
„Donnerschlag!“ rief der Wachtmeister Stahlhut. „Wir
ollen nur einen Malefizkerl fangen und finden hier“ eine
janze Gesellschaft bei einander. Sicher steht die Sippschaf,
mit dem Morde in Verbindung!“
Die Frauen fielen in ein Zetergeschrei ein, während
zie MNänuer, in ihrer Mitte das Oberhaupt, mit finsteren
Besichtern erwartungsvoll dastanden, als sie von den Rei—
ern in einen immer engeren Kreis eingeschlossen wurden.
„Laßt Niemanden durch und bindet sie fest!“ bhefahl
Stahlhut.
Die Reiter sprangen von ihren Pferden und warfen
fich auf die Leute, die in ihrer Wehrlosigkeit gegenüber
den Kriegsleuten keinen Widerstand wagten. Schoön war
die Hälfte gefangen genommen uind aebunden, da rief der
Wachtmeister:
„Halt! Da hinten läuft noch einer!“
Einer der Reiter schwang sich wieder auf sein Roß
und sprengte in der angedeuteten Richtung davon. Er
jatte den Flüchtling bald eingeholt und brachte den sich
eftig Sträubenden gewaltsam zurückgeschleppt, es war ein
rTottesk gekleideter Méann mif einem aroßen Dudelsock guf
sdem Rücken. Er geberdete sich wie ein Wahnsinniger, riß
und zerrte an den festen Stricken.
„Der hätte fast ein Kunststück vollbracht und wäre ent
n obaleich er angiht, aunz blind zu seinm“ sagte der
Reiter.
„O, der stellt sich blind, damit wir ihm nicht zu sehr
auf die Finger sehen!“ lachte der Wachtmeister Stahlhut.
„Koppelt sie paarweise an die Pferde. Bei den Zelten
bleiben vier Mann Wache. Wehe Euch, wenn Ihr Cuch
von den Stadtknechten verdrängen laßt. Sagt, der Wacht—
meister Stahlhut hat Euch im Namen des Herrn von
Ascheburg hierherpostiert, bis es entschieden ist, was mit
dem Kram der Malefizbande geschehen soll.
Jetzt wandte sich das Oberhaubt der Gefangenen an
den Wachtmeister.“
„Wessen beschuldigt man uns, daß wir hier, wo wir
uns zu kurzer Rast niedergelassen haben, überfallen und
gleich Dieben und Mördern gefesselt und sortaeschleppt
werden von unserem Eigentum?“
„Ja, Diebe und Mörder, das ist der richtige Name,“
gab Stahlhut zur Antwort. „Auf der Sparenburg wer⸗
det Ihr das Weitere erfahren, und Eure Zungen schon ge⸗
läufig werden, wenn man Euch erst die Daumenschrauben
ansetzt.“
Ein wieherndes Gelächter der übrigen Reiter folgte
diesen Worten.
„Fort!“ befahl Stahlhut und die an die Pferde ge—
bundenen Gefangenen mußten in schnellster Gangart den
Reitern folgen. Die beiden Kinder, die man in der rich⸗
tigen Annahme, daß sie schon nachfolgen würden, ungefeffeit
gelassen hatte, liefen hinter drein. Divara weinte laut,
denn ihr Wawer war von einem der Reiter mit einem
scharfen Schwerthieb niedergehauen worden. Der Knabe,
der ab und zu sein Schwesterchen zu trösten suchte, blickte
noch finsterer und trotziger darein. als zupor. sodaß
Jagfre 4d7222 00 255*