Full text : Dudweiler Zeitung

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Ir geschwollen. Die Acehe ertlaren, der Ko—
chstens zwei Monate seiner Auflösung Wi—
1. Die Nachricht ist mit Vorsicht aufzu⸗
)Nonnerstag Nacht war das Befinden dves
»Id sehr unbefriedigend. Die rheumatische
an Armen und Beinen wieder stärker ge⸗
räfle sind im Schwinden; die Appeüuilosigkeil

bersonen anwesend und es vbrannte Vicht. Das Gas yat
ich an dem Licht entzündet und mit furchtbatem Druck
»urde das Dach des Gasometers in die Luft geschleudert
nd auseinandergerissen. Die in der Kantine vbefindlichen
bersonen wurden sofort getötet, andere auf den Dächern
„efindliche Leute sprangen in die Tiefe, wobei sie sich
um Teil schwere Verletzungen zuzogen. Die entsetzlich
erbrannten Leichen wurden später herausgeholt. Nach
lussagen der Aerzte sind sie durch die gewaltigen Flam—
nen sofort getötet worden.
Die Angaben über die Zahl der Toten und Schwer⸗
erletzten schwanken noch immer. Der Direktor des Gas—
verkes Dr. Leybold teilt folgendes mit: Getötet sind 13,
»arunter 6 sofort und 7 in den Krankenhäusern gestor—
»en, 16 Schwerverletzte, darunter manche so schwer, daß
in ihrem Aufkommen gezweiselt wird. Außerdem haben
sich noch 6 Verletzte gemeldet Ueber die Zahl der Leicht
erletzten herrischt Ungewißheit. Ueber die Ursache der
datastrophe äußerte sich Dr. Leybold dahin, daß sie sehr
vahrscheinlich auf einen Durchbruch des Dichtungswassers
urückzuführen ist. An einen Konstruktionssehler des Ei—
engerüstes glaubt er vorläufig nicht. Eine Kommission
er Staatsanwaltschaft begab sich an die Unglücksstelle.
Ueber die Höhe des Schadens laͤßt sich na—
ürlich noch nichts feststellen. Einen gewissen Anhalts
jaltspunkt bietet die Tatsache, daß für den Gesamt
zau des neuen Gaswerls 14 Millionen von der Bürger—
chaft bewilligt worden sind An dem Schaden sind alle
damburger und auswärtigen in Hamburg domizilierenden
Bersicherungsgesellschaften beteiligt, da der Hamburger
Staat für sein gesamtes Inventar stets bei diesen eine
aufende Polize hat Die Gebäude des Gaswerks sind
»ei der Hamburger Feuerkasse durch Versicherung gedeckt.
geliefert, von denen bereits mehrere ihren Verletzungen
rlegen sind. Die genaue Zahl der Opfer ist noch nicht
estgestellt, da sich noch mehrere Personen unter den Trüm—
nern befinden können. Eine weitere Explosionsgefahr be
teht nicht.

12264 zu

Hof und Gesellschaft.
* Der krankhafte Zustand der Zarin Alexrandra
on Rußland, der Eingeweihten schon lange bekannt
var, hat sich jetzt derartig gesteigert, daß man in Hof⸗
reisen mit dem Schlimmsien rechnet. Die Zarin leidet an
iner schweren Nervenkrankheit, die sich zeitweilig bis zum
Beriolgungswahn steigert. Ihre Aerzte hofften, daß die
nilde Luft des Strandes Livadia, wo das Zarenpaar

Vermischtes.
Zur Zyankali⸗Affäre in Verdun. Dem Gistmord—
ersuch, den der französische Korporal Faraco des achten
zusarenregiments gegen seine Kameraden unternommen
rat, hält noch immer ganz Frankreich in Aufregung. Fa—
aco hat bekanntlich Zyankali in die Suppenkessel seine:
dameraden geschüttet, um sich seiner Gläubiger (er hatt.
en meisten seiner Kameraden Geld entlockt) zu entledi
sen. Zwei Soldaten »5en nvon der Suppe und erkraänlkten

bekanntlich seinen Winteraufenthalt nimmt, würde das
Leiden mildern, doch erwies sich diese Hoffnung als trü—
jerisch. Kaiserin Alexandra, bekannilich eine geborene
Brinzessin Alix von Hessen, steht zur Zeit im 38. Le—
bensjahre und ist seit dem 27. November 1894 mit dem
Zaren vermählt, dem sie vier Töchter und einen Sohn
chenlte.

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Koloniales.
Gerüchte von einem drohenden Aufstande in
Rauanda waren von der „Deutsch-Ostafrikan. Ztg.“ ver
zeichnet worden. Ein Zeugnis sür die Unrichtigtkeit die—
ser Meldungen bringen jetzt die „Nachr. aus d. ostafrit.
Mission“. In dem neuesten Hefte für Dezember 1909
heißt es: „An Ruanda haben wir in letzter Zeit manch
mal mit Sorge gedacht. In den Zeitungen erschienen Ge—
rüchte, als drohe ein Aufstand; es hieß auch, die Schiffe
auf dem Vittoria-Nyansa verkehrten nicht aus irgend
welchen politischen Gründen. Zu unserer Freude hat Herr
Dr. Kandt, der für einige Zelit in Berlin weilte, ausge—
sprochen, daß es sich nur um leere Gerüchte handle. Ein
Aufstand sei in den nächsten zehn Jahren in Ruanda nicht
zu befürchten. Auch daß die Schiffe auf dem Viltoria—
Nyansa nicht verkehren, sei nur ein Gerücht. Die Missio—
tare in Ruanda selbst hatten auch wohl von Gerüchten
gehört. aber keinerlei Anzeichen eines Aufstandes bemerit.“

ver [ faraco.
Zur ZyYaKAII. Alftãre on Verdun.
ehr schwer, die ibrigen 70 Pann wurden rechtzeinig
ourch den Gefreiten Rouanet gewarnt, der im letten
Noment den Soldaten zurief: „Halt, Hände hoch!“ Fa—
aco wäre bald von den Soldalen gelyncht worden. Der
herbrecherische Soldat ist napolitanischen Ursprungs, ein
zübscher Bursche, früher Friseur, und hatte die Gewohn⸗
heit, sein blauschwarzes Haar zu pomadisieren. Er war
ein tüchtiger Soldat und bei seinen Vorgesetzten sehr be—
jebt

Folgenschwere Explosion.
Aus Hamburg'wird über Line folgenschwere Er—
plosion zweier Gasometer berichtet, die zahlreiche Opfer
sorderte. Im Freihafen, auf dem Grasbroot, explodierte
Dienstag nachmittag ein Gasometer. Die Flammen er—
zriffen das Dach eines zweiten Gasometers Das Dach
türzte ein und in den Gasometer hinab, wodurch auch
ieser zur Explosion gebracht wurde. Sechs bis zur Un—
enntlichkeit verbrannte Leichen sind bisher geborgen wor—
den; ungefähr 40 Personen wurden ins Krankenhaus ein—
Eine weitere Meldung besagt: Bis jetzt sind 6 Lei—
hen geborgen worden. Zu den Toten wird ein Ingenieur
gezählt, der mit 16 Arbeitern im Gasometer schäfügt
war. Von diesen 17 Mann ist noch keiner aufgefunden
worden und gelten ebenfalls als getötet. 44 Personen
wurden schwer verletzt in das Krankenhaus geschafft, von
denen vier bereits gestorben sind. Für das Leben von
sieben weiteren fürchtet man. Die Explosion ist dadurch
entstanden, daß in dem Gasometer, in dem sich 10000
ubikmeter Gas besanden, ein Riß entstand und das Gas
tach unten in die an in urrchichsuag Hier waren seckhe

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Gerichtszeitung.
J, Ein politischer Preßprozeß. Vor dem Schwur
jerichte in Wisen beginnt heute Donnerstag) ein au
nehrere Tage anberaumter Preßprozeß, den 50 troatisch
ind serbische Abgeordnete des krogtischen Landtages ge
jen den bekannten Historiker Dr. Heinrich Friedjung und
en verantwortlichen Redakteur der christlich⸗ sozialen
Reichspost“, Heinrich Ambros, wegen einiger Zeitungs⸗
rtikel angestrengt haben. In der „Neuen Freien Presse“
rschien nämlich am 24. Marz 1909 ein von Ir. Fried⸗
ung gezeichneter Artikel, der im Wesen darlegte, dat
Wgeordnete der serbisch-kroatischen Koalition des kroae
hen Landtages mit Belgrad und der serbischen Regier⸗
ing hochverräterische Beziehungen unterhalten und Be—
techungsgelder eingesteckt haben. Die Koalition wirke ar
em Plane mit, auf den Trümmern der österreichisch-un
arischen Monarchie durch Losreißung von Kroatien um
zereinigung mit dem Konigreiche Serbien ein großserbi.
ches Reich z2u aründon Nonniiche Bebauptungen wurden

zi ß 7 Was geht mich die Leiche an,“ entgegnete der Burg
2
Die —AI ungnädig, „was soll die Störung heute ar
Huftorischer Roman von Gusĩtav Lange. neinem Hochzeitstage. Ich habe die Leiche mht aufheben
4. Fortsetzung.) Nachdrud verboten afsen. Hat denn der Vorfall nicht Zeit bis morgen. Man
ege den Leichnam einstweilen in der Johanniskapelle nie
der und lasse eine Todenwache bei ihm zurück.“
Die Schildwache gab diesen Bescheid den draußen
ZStehenden kund, meldete aber sogleich zurück, daß dies
aicht angängig sei und auch allsogleich nach dem Mörden
geforscht werden müsse.
„Auf mit dem Fallgitter!“ befahl nun der Burghaupt
nann.
Die Zugbrücke wurde niedergelassen, das Tor öffnete
sich und dem Hochzeitszug, welcher vor kurzem das Tor
Hassiert hatte, folgle jeßt ein Leichenzug. Voran marschier
en vier gewaffnete Stadtknechte mit blinkenden Schwertern
Dann kam eine schwarz verhangene Todenbahre, von zwöl
Mönchen getragen, welche braune Kapuzen tief ins Antlit
jereingezogen hatten. Jeder der Franziskaner hielt ein
roße, brennende Wachskerze in der Hand. Der Bahrt
olgte der Pater Guardian der braunen Brüder, der Buͤr
ermeister, der Kanonifus von Winckelen, der Stadtvoigt
Hroschke und der Syndikus van Wyk. Die Träger setzten
die Bahre mitten auf dem Schloßhof nieder.
„Zu unseren: größten Bedauern müssen wir das heitere
Fest stören,“ wandte sich der Bürgermeister an den finster
arein schauenden Burghauptmann. „Aber unsere Anwe
enheit wird nur von kurzer Dauer sein.“
„Was wünscht Ihr, Herr Bürgermeister?“ fragte Hern
on Ascheberg schroff.
„Pater Bertholdus, in der ganzen Gegend nur unter
eiy Namen Griesbertel bekannt, der bei mildtätigen Leu—
er fromme Spenden sammelte, ist durch Mörderhand ge—
allen. Der verrucht: Mörder scheint es auf die geringe
abe abgesehen zu haben, die er bei sich trug —“
Ich weiß aber immer noch nicht, was ich mit dem

3. Kapitel.
Der Burghauptmann war nach der Trauung mit seiner
Bemahlin auf der Sparenburg wieder angekommen und
hatte das neuvermählte Paar unter dem Donner der Ge—
schütze seinen Einzug gehalten. Nachdem die verschiedenen
Glückwünsche entgegengenommen waren wurde in dem
prächtig geschmückten Rittersaale zum Tanze angetreten
und bald erklang lustige Musik. An den Fenstern sah
man die tanzenden Paare mit den Federn auf den Ba—
retts vorüberschweben und kein Mensch mochte daran den⸗
ken, daß diese fröhliche Hochzeitsfeier balb einen iähen
Abschluß finden würde.
. Unten in der Siedt ward in einzelnes außerordentlich
Zläglich Lingendes Slöcklein ununterbrochen geläutet. Der
Ton dieser Glen« schien Kraft genug zu haben, die Musik
im Rittersae!« verstummen zu machen. Sie hatte noch
nicht lange »äutet, als Fiedel und Flöten daselbst plötz⸗
ochzeitsgäste traten auf den Schloßhof, da rief
der Wehrmann auf dem Trutzer am Tore den Wachtha
benden der Fußknechte an.
8s ltommt ein Leichenzug den Berg horauf, mit einer
egeoßen Menschenmenge hinterdrein.“
J Wer sind sie, die Einlaß begehren?“ fragte der Burg
naulmnn die Schildwache, welche nun die vor dem Burg
tore angelangten Menschen anrief.
4 „Draußen stehen der Bürgermeister von Bielefeld und
der Stadthndikus, der Kapitelherr von Winckelen und der
J Gohgräfe. Sie begleiten die Leiche des armen Pater Gries⸗
bertel, den man vor einer Stunde ermordet aufgefunden
hat.“ gab die Schildwache zurück.

in jechs Attikeln der „AReichsposte aufgestellt. Sowohl Vr
Friedjung als auch der verantworiliche Redakteur, Hein
ich Ambros, haben einen umfangrcechen Wahrheitsbeweis
ingeboten. Das Verfahren gegen den verantwortlich⸗
edalteur der „N. Fr. Pr.“, Karl Felix Kohler, ist vo⸗
aufig ausgeschieden worden, weil Herr ohler tirank und
uiicht vernehmungsfähig ist. Für den Prozeß gibt sich in
olitischen Kreisen großes Interesse kund. Dden Vorfit
n der Schwurgerichtsverhandlung wird Oberlandesgerichis
rat Dr. Wach führen, als Vertreter der Privatklage Hof—
und Gerichtsadvokat Dr Harpner, als Verteidiger für
Dr. Friedjung Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Ed. Bene
dikt, für Ambros Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Grube—s
ungieren.

Kunst und Wissensrhaft.
Madame Granier. Die berühmie französische
Schauspielerin Madame Granier, die noch niemals in
Deutschland aufgetreten ist, folgte einer Einladung des
Fürsten von Donnersmark nach Schloß Neudeck, um dorr
hor seinem Jagdgast dem Kaiser, zu spielen. Hier ha⸗—

I0CAPThE e—

sie einen Vortrag uber die „Liebe“ gehalten, der nach den
Bericht eines französischen Journalissen die Grenze des
Schicklichen überschritten haben sollte. Wie vorauszusehen
»eruht dieses Gerücht nach der Berichtigung des fürst—
lichen Sekretariats in dieser Form auf Entstellung und
lebertreibung.
3 „Deutsches Festspielhaus am Rhein“ — untern
dieser Uebersckrift veröffentlicht Baron zu Putlitz, der Ge
ieralintendant in Stuttgart, in dem Bühnenvereinsorgar
„Die deutsche Bühne?“ einen sehr scharf gehaltenen Artitel,
der sich gegen den Schöpfer des Projektes, in Binzen an
Rhein ein Deutsches Fest'pielhaus zu errichten, Herrn A
Delmar, wendet. Baron von Putlitz ist der Ansicht, daf
derartige Gründungen nur stattfinden sollten, wenn ihr⸗
inanzielle Existenzfähigkeit absolut garantiert ist, unt
war in so weitgehendem Maße garantiert ist, daß di
lufführungen unter Aufwendung nicht nur ausreichender
ondern reichlicher Mittel stattfinden können. Daß dies
ei dem „Festspielhaus am Rhein“ nicht der Fall ist, das
ucht Baron von Putlitz an der Hand des ihm mit der
zleichzeitigen Bitte, in den Ehrenvorstand einzutreten.
ibersandten Prospektes in ausführlichen Darlegungen nach—
uweisen: Zunächst soll ein Kapital von einer Million
Mart zum Bau des Festspielhauses aufgebracht werden
Dieses verschafft sich der Verfasser des Prospekts dadurch
»aß er sagt, wenn von den in TDeutschlaud ansäfsigen
12 000 Millionären jeder einen dreimaligen Beitrag von
10 M. leistet, so ist das große vaterländische Unterneh
men für alle Zeiten gesichert. Dann fährt er sort: „In der
nachstehenden Berechnung ist vorläufig nur auf ein zins⸗
reies Gründerkapital von Mark 500 000 Bezug genom—
men.“ Wenn die 12000 Mitllionäre alle dem Ruf des
derrn Arel Delmar folgen, so ergbt das erst die Summe
on 360 000 Martk, er siellt aber, wie Herr von Putlitz
ausführt, getrost 500 000 WMart als zinsfreies Gründer
kapital ein und begennt bei der Auszählnng seiner Aus
zaben damit, nur für die weiter erforderlichen 500 000
HMark fünf Prozent Zinsen einzusitheen. Das sei eine
instatthaste Manipulation. Ehe ein zins reies Kapital
tatsächlich beschafft sei, müßten in dem Prospelt die Zin⸗
sen für das volle Kapital eingestellt werden. Exrzellenz
von Putlitz bemängeilt dann weiterhin die Berechnung für
Dekorationskosten, sechnisches Personal und für den Ela—
des Kunstpersonals, den Atel Delmar bei 120 Personen
mit nur 36 600 Mart ausstelten will. von Putlitz komm
zu dem Schluß, daß selbst unter den günstigsten Ver—
hältnissen kein Ueberschuß mit diesem Festspieihause zu er⸗
zielen sein wird, sondern daß es jährlich eine schöne und
hedeutende Summe Geldes kosten würde“

Fal zu tun habe,“ unterbrach Herr von Ascheberg den
Bürgermeister. „So sehr ich den Tod des frommen Man—
nes bedaare, so ist mir die Störung gerade jetzt um diese
Stunde recht unlieb.“
„Herr Burghauptmann, die Leiche wurde auf srlichem
Gebiete unweit der Stadtgrenze gefunden und die Stadtvoigtei
 hat somit kein Recht, id in diesen Kriminalfall
inzumischen. Ihr, als der oberste Patron der gräflichen
Gerichte, möget nun befinden, was mit dem armen tolen
Briesbertel geschehen soll. Die Stifts- und Stadtknechte
siind schon aufgeboten, um, so weit das Weichbild von
hielefeld reicht, jeden Busch und jede Jurge zu durchsu⸗
hen, ob man des Täters habhaft werde, denn die Tat!
kann erst vor wenigen Stunden geschehen sein.“
„Zu einem solchen Unternehmen, wie das Ausgebot
der bewaffneten Knechte, bedurfte es meiner Zustimmung.⸗
entgegnete der Burghauptmann mit gerunzelter Stirne.
„Mag's aber heute darum sein.“
Der Bürgermeister und die drei anderen Amtspersonen
yerabschiedeten sich von dem. Burghauptmann, uͤm das
Schloß zu verlassen und die Übrigen, die mit ihnen ge⸗
kommen waren, schlossen sich wieder an.
Der Burghauptmann wartete, bis alle den Schloßhof
herlassen hatlen, dann befahl er, den toten Pater einst⸗
petlen in die Schloßkapelle zu tragen, und ging raschen
Schrittes nach dem Reithause, vor welchem eine Schild
vache auf⸗ und abmarschierte.
„Wo ist der Wachtmeister Stablhut? fragte der Burg⸗
jauptmann.
„Hier, Euer Edlen!“ antwortete ein baumlanger hage⸗
rer Hämpe, welcher in das Tor des Reithauses trat.
„Laßt zehn Pferde, die besten Läufer, satteln!“ befahl
der Burghäuptmann. „Ihr habt ja gehört, was vorges,
fallen ist und es gilt nun, dieses nlederträchtigen Hallune
en habhaftig zu werden — tot oder lebendig — habt
Ihr herstanden?“
            
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