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Entspannung im fernen Osten?
Die russischen militärischen und diplomatischen Kreise
erwickeln sich hinsichtlich ihrer Auffassung von der Lage
n Ostasien in Gegensäte. Die Militärs am Amur urtei—
en nach demjenigen, was vor ihren Augen passiert, und
hre Schlüsse lauten dahin, daß Japan in Ostasien den
stussen einsach auf der Nase herumtanzt, als wenn Ruß—
and in seiner Ohmmacht sich jeden Uebergriff auf Kosten
einer Souveränität da hinten gefallen lassen müsse. Ein—
zelheiten sind bereits augegeben worden, und diese Ein—
elheiten sind es, welche den Militärs das Blut kochen
nachen, ihre entrüsteten Berichte nach St. Petersburg zur
Folge hatten, und in den Augen der Berichterstatter wie
iuch eines großen Teiles der russischen Gesellschaft den
)ptimismus Iswolsfis und seiner Leute in Presse und
diplomatie unbegreißlich erscheinen lassen.
All die japanichen Nebergrisse, wegen deren die Mi—
itärs Lärm schlagen, werden von der Dilomatie nicht
estritten; diese seßt aber eine vergnügte gehyeimnisvolle
Niene auf, die vesagen soll: „Beunruhigt euch nicht, Kin—
er, laßt die Japaner nur machen. Wenn ihr wüßtet,
vas wir wissen!“ MAlerdings seheint die russische Diplo—
natie die „dauernde Freundschafte mit Japan in Ostasien
jorzubereiten; ist das aber der Fall, so kann man aus
der leichtherzigen NRichtachtung der von den Militärs so
chwer und ernsit genommenen japanischen Vorstöße durch
oie Diplomatie nichts anderes schließen, als daß Iswoiski
die Freund schaft Japans um jeden Preis anstrebt,
damit Rußland der Sorgen um Ostasien für geraume Zeit
edig werde und sich der Aufgabe widmen könne, auf die
3 schon einmal so deutlich vom französischen Minister des
Aeußern hingewiesen worden ist.
Das war ansangs vorigen Jahres, als die neue
ussisch⸗englische Freund chaft mit dem Ablommen wegen
bersiens im Gesolge Rußlands asiatische Sorgen so sehr
rleichtert hatte. Damals erklärte Pichon in der franzö—
ischen Kammer, jeht könne Rußland sich seiner europäi—
chen Auijgabe auf dem Balkan mit ganzem Nachdruck
oidmen.
Die Dinge gestalteten sich freilich so, daß die Balkan—
risis mit einem Rückzuge Rußlands enden mußte; ein—
nal, weil Deutschland so entschieden met Oesterreich hielt,
ann auch, weil Frankreich sich teilnahmlos zeigte. Das
par peinlich sür Iswolski, dessen Streben nun darauf
ius ging, die moralische Scharte auszuwetzen. Für diese
lufgabe, deren Schwere vor der ganzen Welt in greller
Beleuchtung erschltenen war, mußte er sich an allen schwa—
hen Stellen auf jeden Fall den Rücken decken. Es ver—
teht sich ganz von selbst, daß Japan es ganz anders ma—
hen würde, ais Teurschland. Dies spielte, während Ruß—
ands Riesenheere den furchtbaren Leidensweg von Liao—
ung bis Mukden gingen, eine für Rußland unschätzbare
reundlich friedliche Rolle; stände es für Rußland in Europa
weifelhaft oder ginge es ihm gar dort schlecht, so wäre
»amit für Japan der Weg zu dem Ziele erleichtert oder
eöffnet, aus das es zwar unentwegt den Blick richtet,
essen Erreichung aber der Zeit nach unbestimmt ist und
on Rußland jedenfalls durch Zugeständnisse hinausge—
choben werden kann: zur Oberherrschaft in Ostasien.
Auf dem Wege solcher Zugeständnisse zu solchem
zwecke befindet sich augenscheinlich Iswolski, unbeküm—
nert um die bloßen „Aeußerlichkeiten der Lage“ in Ost—
isien, welche die russischen Blatter mit Besorgnis ver—
zeichnen. Von Wien aus wurde dazu gemeldet, es zeige
ich, daß, während die ungünstigen Nachrichten umliefen,
die russische und die japanische Diplomatie an der Schaff.
ing eines Verzrages aroeiteten, der schon in allernächstet
zeit zustande kommen sell und der jeden Anlaß zu Reib—
ingen zwischen den beiven Reichen beseitigen würde. Eine
zt. Petersburger Meldung bemerkt dazu, daß Rußland
madurch freie Hand im nahen Osten bekäme, richtiger
sieße es wohl sfresen Rüchen, denn die eine Hand
tußlands durfte dort in Ostasien möglichst gebunden wer—
en müssen, wenn die andere ungestört in Eurova arbe—
en soll.
Wie wir schon sagten, bestreitet die russische Diplo—
natie die japanischen Vorstöße gar nicht. Für ihren Op—
imismus wie für die russisch-japanischen Beziehungen
iberhaupt von Wichtigkeit sind die Erklärungen, die ein
Lertreter der — —
—
firahterte. Ver verressenoe, russische Viplomat erklärte,
apan entfalte allerdings in Kwantung und Korea eine
eberhafte Tätigkeit, bezwecke aber hiermit nur die Be—
hützung dessen, was es eroberte. Zwischen Rußland und
zapan finden augenolicklich außerordenttich wichüge poli⸗
ziche Unterhandlungen statt, die strengstes Geheimnis bil—
eten. Diese Unterhandlungen, die einen völig freund—
haftlichen Charafter trügen, würden zweisellos zu einem
ichtigen internationalen Akte führen. Iswolski wotlle
le Fragen erledigen, die zu irgendwelchen Reibungen
vischen Rußland und Japan führen könnten. Auf Ini—
ative des Grafen Oki habe die japanische Regierung der
ssischen Regierung den Abschluß eines russisch-javpaniichen
andelsbündnisses vorgeschlagen, was ebenfalls beweise,
iß Japan nicht an Krieg denke. Und weiter wurde
18 St. Petersburg nach Berlin berichtet, Rußland und
apan würden in allernächster Zeit einen Vertrag unter—
ichnen, in dem die Interessensphären beider Länder im
rnen Osten festgelegt würden.
Berlinisch offizisöss wurde der letzten Meldung hinzu—
fügt, man erwarte in Borlin eine neue herzliche Ge—
altung der russisch-zapanischen Beziehungen. Das ist ja
icht hübsch vom Standpunkte der allgemeinen Menschen—
ebe, die gerne sieht, wenn zwei Gegner sich versöhnen,
ber in der Politik fragt man doch auch nach den Zielen
nd Zwecken, und da lautet in diesem Falle die Ant—
»ort: „Balkan“, eine Antwort, au' die neuerdings Rac—
onigi mit aller Deutlichkeit hinwies
Desterreich⸗ Ungarn.
* Ministerpräsident Wekerle wird sich nach Wier
begeben, um dem Kaiser einen Vorschlag dahin zu un
terbreiten, den Grafen Zisch y mit der Bildung des neuer
Kabinetts zu betrauen. Graf Zichy ist heute der einzige
in Betracht kommende Staatsmann, den aille Parteien
mit er gewissen Beruhigung an der Spitbe der Regie
rung ehen möchten.
*Die Entwirrungsaktion in der ungari—
schen Krise ist noch immer nicht weiter gediehen. Neue—
stens finden Beratungen zwischen Wekerle, Audr a s⸗
siy und dem bekannsen Vertrauensmann des Erzherzogs
Franz Ferdinand, Grasen Johann Zisch y, statt, um die—
sen zur Bildung eines Uebergangsministeriums zu veran—
assen, was Graf Zichy jedoch ganz entschieden abgelehm
haben soll. Nun heißt es, die derzeitige Regierung werde
unter Berufung auf den Zwang der Verhältnisse die Ge
chäfse auch über Reujahr weiterführen und im lexten
Uugenblick das Budgetprovisorium einbringen
Vom Balkan.
* Die Antwort der Schutzmächte an die Pforte über
die Kretafrage wird voraussichtlich erst am Freitag er—
folgen. An diesem Tage werden in London, RParis, Pe—
tersburg und Rom die Schreiben der Regierungen den
türlischen Botschaftern übergeben werden
England.
*In der Jahressitzung des aAlsch-englischen Freund—
chaf s⸗-Komitees wurde u. a. ein Schreiben des Schatz—
ekretärs Lloyd George verlesen, in dem dieser sein
Bedauern ausdrüctt, an der Sitzung nicht teilnehmen zu
sönnen. Der Minister spricht in diesem Briese weiter die
Hoffnung aus, daß den Bestrebungen zur Herbeiführung
eines guten Einvernehmens zwischen Deutschland
aund England, deren bestes JInteresse in der Wahrung
des Friedens liege, voller Ersolg beschieden sei.
* Ueber die Sitzung des deutich-englischen Freundschafts—
domitees wird noch gemelder: Lord Avebury hielt eine
Ansprache, in der er erklärte, daß die Annäherung zwi—
chen Deutschlands und England seit vier Jahren große
Fortschritte gemacht habe, und daß die Haupuinieressen bei—
»er Länder die gleichen seien. Er schloß mit einer An—
pielung auf die Zunahme der Marine-Rüstungen, indem
er dabei das Recht Deutschlands anerkannte, seine Rüstungen
fortzusetzen, aber der Ansicht Ausdruck gab, daf
die hierdurch entstandenen Ausgaben in nützlicherer Weise
zur Lösung sozialer Fragen verwendet werden könnten.
England reiche Deutschland einen Oelzweig und hoffe,
Deutschland werde denselben entgegennehmen. Hieraus
zelangte eine Resolution zur Annahme, in welcher das
Komitee seiner Genugtuung über die Besserung der
deutschrenglischen Beziehungen Ausdruck gibt und die
Hoffnung ausspricht, daß der Besserung der Beziehungen
bald eine Einschränkung der Rüstungen zur See solgen
werde. Das RKomiitee versichert das deutsche Volk seines
guten Willens und seines aufrichtigen Wunsches für das
Wohleragehen Deutschlande
Petersburg, 8. Dez. Nach Privatmeldungen
»us Wladiwostok beginnen die Japaner die Stadt zu ver—
assen und die Kaufleute die Kredite kürzer zu befristen.
JFapan wirbt überall Handwerker sür Herstellung von
driegsausrüstungen an.
Volitieche Rundschau.
ODeutsches Reich.
*Die Freifinnigen haben im Reichstage den
merledigt gebliebenen Initiativgesetzentwurf betreffend die
Berantwortlichkeit des Reichskauzlers wieder einge
racht, der aus pricht, daß der Reichskanzler oder sein
tellvertreter dem Reichstage für ihre Amtsführung ver—
ntwortlich sind, und daß diese Verantwortlichkeit sich auch
uf alle Handlungen des Kaisers erstreckt, die die innere
der äußere Potitik des Reichs zu beeinflussen geeignet
ind. Die weiteren Paragraphen regeln die Errichtung
es Staatsgerichtshofs, vor dem die Antlage wegen
zerletzung der Reichsverfassung oder der Reichsgesetze, so—
bie wezen schwerer Gefährdung der Sicherheit oder der
Vohlfahrt des Reiches durch pflichtwidrige Handlungen
der Unterlassungen erfolgt.
* Das Zentrum hat einen Antrag eingebracht, wo⸗
iach der Reichskanzler ersucht werden soll, durch Ver—
andlungen mit den Bundesstaaten dahin zu wirken, daß
Reschränkungen der religiösen Freiheit, soweit
olche bestehen, auf dem Wege der Gesebgebunag hefei
igt werden.
* Die Budget-Kommission des Reich ssta ge s wird
intgegen der sonstigen Gewohnheit noch vor den Weih—
iachtsferien zusammentreten und zwar zur Beratung des
weiten Nachtrags-Etats, der dem Reichstage zugegangen
st. Die Beratung des Etats für 1910 wird die Kom—
mission dagegen erst nach den Weihnachtsferien beginnen
* Dem Reichspostamte ist ein Plan vorgelegt worden,
iach welchem dem Automobil im gesamten Postverkehr
ein weitaus größerer Platz eingeräumt werden soll ale
hisher. Es wird beabsichtigt, den Postkastendienst, der
zegenwärtig von Postboten besorgt wird, die auf Sreirä
dern fahren durch Motorrad-Fahrer ausführen zu lassen
Ebenso sollen Telegraphenboten mit Motorrädern ausge⸗
tattet werden. Diese Maßregel würde nicht allein au
Berlin, sondern wenn sie sich bewährt, auch in anderen
eut'chen Städten, und, wo es die Straßenverhältnisse er
auben, auf dem Lande einzuführen. Es wird ferner vor—
eschlagen, die Zusielung von Paketen an einzelne Adrefaten
zunächst in Berlin ausschließlich durch Automobis—-rains
besorgen zu lassen.
Serbien.
* In Offizierskreisen, die dem Prinzen Georg naheste
hen, zirluliert die Kopie eines Briefes des Prinzen
Beorg, den dieser vor wenigen Tagen an König Ferdi—
nand von Bulgarien gerichtet haben soll. Der Brief lau—
tet: Zweifellos dürste Ihnen Jhr hiesiger Militär-Attachee
verschwiegen haben, daß er ebenso wie zwei Adjutanien
Augenzeuge einer Szene war, die sich während Ihrer An—
wesenheit im Konat in Ihrer unmittelbaren Nahe abge—
pielt hat. Ich hatte diese Szene als offene Demonstra—
ion gegen Ihren Besuch in Serbien arrangiert. Es wird
nir ewig leid tun, daß ich mit Gewalt daran gehindert
wurde, diesen Plan auszuführen. Deshalb sollen Sie es
aus diesem Briefe erfahren: Sie sind ein Wiener Spion,
in maskierter Vermittler der Annexion Bosniens, ein
Fdeind der Serben. Ich hoffe zuversichtlich, daß der Tag
kommen wird osis die entrissenen Provinzen zu
zück erobern werden.
Belgien.
* Der in Hof⸗Angelegenheiten gewöhnlich gut unterrich
tete Patriot“ will aus zuverlässiger Quelle erfahren ha
ben. daß der Zustand König Leopolds sehr b'e
denkrich sei. Seit eintgen Tagen sei er —aranint, di
—— AAZZZ2 —BRöM ——ZBZD'e—&OQO—
Komm!t“ unlerbrach Dibaras Vater kurz bie Szene
„Ich werde Dir den Weg zurück zeigen, damit Du nicht
eine falsche Richtung einschlägst. Der Wald ist sehr groß
und ein Unkundiger kann sich leicht verirren.“
Der große, starke Mann mit dem mächtigen Bart und
dem wirren aat schritt rasch voran, sodaß der Knabe
Mühe hatte ihm zu folgen. Er achtete auch nicht darauf,
wie ihm die herabhängenden Zweige in das Gesicht schlu—
gen. Ihn schien einzig das Bestreben vorwärts zu trei⸗
hen, den kleinen Eindringling so schnell wie möglich von
hier fortzubringen. —* einer kurzen Wanderung hatten
sie denn auch den Waldessaum erreicht, breitete sich vor
ihnen die Wiese aus und ragte in einiger Entfernung der
Sparenberg empor. Kein Wort war auf dem ganzen
Wege zwischen den beiden so ungleichen Personen gewech⸗
selt worden. Erst als sie jetzt am Wals⸗oend Halt mach⸗
ten, unterbrach der Edelknabe das ...vem er
mit der Hand nach dem Sparenberge zeigte?
Dort wohne ich!“ —
So danke es Deinem Schöpfer, der Dich in einem
so siolzen Schloß das Lit der Welt nlidetluß
gegnete Divaras Vater ernst. „Nun aber eile, ehe man
Dich daheim vermißt und nach einmal, denke nie wieder
an Divara und ihren Wawer!“
Nach diesen Worten war der Mann wieder im Walde
verschwunden, nicht ahnend, daß das Schicksal das kleine
Mädchen, welches er aus dem Gedächtnis des Edelknaben
öschen wollte, schon wenige Stunden später in jenes stolze
Schloß führen würde. Nicht ahnend, wie hier der Stern bes
unschuldigen Kindes glänzend am Lebenshimmel emporstei⸗
gen sollte, um e um so rascher in Nacht und
Dunkel zu versinken.
Als Kuno von Rauschenburg sich alleine sah, kam ihm
doch der Gedanke an seine Mutter, die sich um ihn schon
angsttgen würde und er eilte daher mit größen Sprüngen
ahon
bie 8hwarmgeister
v ONtorischer Roman von Gustav Lange.
— — wWachdruck verhoten.
Nunmehr wurde vem Knaben doch etwas bange, als
e sich dem wildfremden Mamne gegenübersah, der einen
—2 terregenden Eindruck machte. Exst als er einen Blick
dem kleinen Mädchen hin warf, welches ihn neugie—
tig betrachtete und dabet so schelmisch lachte. schwand iedes
efühl.
O, ——— entgegnete Kuno von Rauschenburg, „ich
bin unr dort dem kleinen Mädchen nachgegangen, die so
— mit einem boͤsen Wolf ist, wie ich mit meinem Pluto.
aßt mich denselben doch auch einmal mit der Hand be—
ühren, wenn es ein wirklicher Wolf ist.“
Ein kanm merkliches Laͤchelu slog über das düstere
EAnttitz des fremden Mannes bei diesen harmlofen Worten.
Dannu jragte er weiter:
Divara, mein Kitd und Wawer, wo hast Du ihre
Erur um ihnen zu soigenẽ⸗
NDrüben, jenfeits des Waldes, wo der Weg nach der
DJohanniskapelle führt, kamen sie gelaufen gerade als der
———— neuen Burghauptmannes vorüberging,“
gentgegnete Edelknabe jetzt ganz unbefangen.
Der Schwarzbärtige winkte das Mädchen herbet und
Indem er Kebedoll die Hand auf das Haupt feines Kindes
JLegte, sagte er in vorwurfsvollem Tone:
„Aber wie oft habe ich Dir schon gesagt, Divara, Du
Sün Dich nicht us meinem Gefichtskreis umd aus den
Augen Deiner Mutter entfernen!“
—— Väterchen, ich war nur ein ganz erig in den
*— mein —— um Beeren zu pflücken, da hörte
sjo schöne sik und so bin ich noch ein Siück weiter
— Wenn Wawer bei mir ist, brauche ich mich
doch nicht 33 fürchten.“
mmeeeeee
Weem' Kind es ist nicht alleln wegen Deiner Sicher⸗
heit, aber Du siehst, wie Du unnötiger Weise die Aufmerk—
amkeit auf Dich lenkst und — unsere Andacht ge—
tört wird.“
„Vergib mir, Väterchen, ich will es nicht wieder tun.“
hat das Mädchen.
AIch hoffe es; und Du mein kleiner Freund,“ mit die—
sen Worten wandte sich Dibaras Vater an Kuno von
Kauschenburg, „kehrest wieder nach Hause zurück, Deine
Angehörigen möchten sonst in Sorge um VSich geraten.
Dein Wunsch Wawer zu streicheln, sei Dir gewährt. Wa—
wver hat nichts mehr von der Bösartigkeit und Gefährlich
eit setnes Geschlechtes an sich. Wir fanden ihn als hilf
oses kleines Geschoͤpf im Walde und haben ihn mit vie
er Mühe großgezogen. Er ist sicher Divara ebenso zuge
an wie Dir Dein Pluto.“
„Lebt Divara immer im Walde?“ fragte der Edelknabe
erwundert.
UÜber das Antlitz des Mannes flog ein leichter Schat
ten bei dieser unvermuteten Frage und er fand offenbar
nicht gleich die rechte Antwort.
„Neein kleiner Freund, Frage nicht weiter nach Di—
ara, denke nicht weiter u die Begegnung mit ihr, denn
ine weite Kluft gähnt zwischen euch heiden, wovoñ ihr in
nurem kindlichem Unverstand beide keinen Begriff habt.“
Der Edelknabe hörte nur halb auf diese Worte. Er
jatte sich dem Wolf genähert, der den Knaben zwar etwas
nißtrauisch betrachtete, sich aber doch von ihm streicheln
ließ. Kuno von Rauschenburg richtete auch einige Fragen
in das Mädchen, welche diese offenbar nichi verständ, denn
ie schüttelte nur das Lockenköpfchen und die kirschroten
Lippen verzogen sich zu einem Lächeln, daß zwei Reihen
lendend weißer Zähnchen fichtbar wurden. Es war wirk
ich ein allerliebstes Mädchen, dem die kindkiche Unschuld
mverhohlen aus den Augen leuchtete und den günstigen
kFindruck noch erböhte