Full text : Dudweiler Zeitung

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ich 70 4 frei in's fur die Vürgermeisterei Dudweiler.
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vierteljahrl. Fernsprech⸗ Auschluh Saarbrcken Nr. 62, 209 2600 1. 1261.
ver Lehrer vom Rade stürzte und besinnungslos auf der
Straße liegen blieb Ueber den verhängnisvollen Brief,
der zweifellos mit dem erwähnten Erpressungsversuch zu
sammenhängt, ist noch nichts Näheres bekannt geworden
Ein weißer Neger wird in der nächsten Zeit die
neueste Sehenswürdigkeit von Paris sein. Er ist ein Ein—
geborener aus dem Innern der französfischen Kolonie Da
zjomey, und die Europäer, die ihn entdeckt haben, ver—
bürgen sich für seine reine Abstammung von Negereltern
Letzteres ist eigentlich unnötig. Denn es ist nachgewiesen.
daß Albinos, also Menschen, deren Haut und Augen
einen dunklen Farbstoff besitzen, bei Mischvölkern und bei
NRischlingen nicht vorkommen. Unter reinen Negervölkern
ind sie dagegen keine allzugroße Seltenheit. So hat man
bisher auf den Antillen, die ja ausschließlich von einer
MNischbevölkerung bewohnt sind, noch keinen einzigen Al—
zinos angetroffen, während nicht weit davon, im Innern
»on Columbia, wo infiolge der sumpfigen und fieberrei—
hen Landschaft sich Europäer nicht niederlassen und des—
halb auch keine Mischlinge entstehen, „weiße“ Eingeborene
zorhanden sind. Auch in Indien tritt der Albinismus un—
ter den Eingeborenen häufig auf, Ein Mitarbeiter von
„La Nature“ hat in einem Dorfe von 200 Einwohnern
ucht weniger als 12 Männer und Frauen angetroffen,
die in ihrer Haut, ihren Augen und Haaren keinen dunk
ien Farbstoff besaßen und daher ganz weiß aussahen.

Samstag 4. Dez. 09.

Reklam en
26 vpro 8pckuge
Petitzeile
ö·· — — —m.
Bei Jahres ⸗ Ubonnemens
— J. Unterkeller, Dudweiler. höchster Nabatu
— 222———— —
nats veränderliche Witterung in Aussicht, vom 4. Vezem⸗
ber ab soll das Wetter beständiger werden und allmäh—⸗
lich eine ziemlich empfindliche Kälte eintreten, die bis
zum 16. anhält. Dann würde man wieder mit wärme—
ren aber windigen und feuchten Tagen zu rechnen haben.
sgegen Schluß des Monats sind Niederschläge und Schnee—
gestöber in verstärktem Maße zu erwarten, auch soll es
Zzann wieder ziemlich windig werden. Den 12. Dezem—⸗
ber bezeichnet der Gelehrte als einen kritischen Tag von
hoher Bedeutung, da alsdann eine Sonneinsternis statt
findet, bei der die Erde in die größte Sonnennähe ge⸗
angt. Grubenkatastrophen und Erdbeben sind zu jener
Zeit nicht ausgeschlossen. Der zweite kritische Termin des
Plonats, der 26. Dezember, ist nach Bürgels Ansicht nur
ein solcher von mittlerer Stärke.
— —
Sprachecke.
Eieferant. Welch ein Unwort ist doch eigenilich die—
ser „Liefserant“, dem man jetr auch in den Straßen an
so manchem „besseren“ Hause guf den Türschildern begeg—
net! Dem Zeitworte „liesern“ braucht man gewiß nichts
anzuhaben, obgleich es noch gar nicht io lange deutsch ist;
vom französischen „livrer“ stammt es übrigens nicht, viel—
nmehr scheint man es aus dem mittellateinischen „liberare“
geben, darbieten) unmittelbar gebildet zu haben, vnn dem
auch das französische Wert stammt. Und nun hat man
seinerzeit dagu ein Hau twort gebilder, aber sonderbarerweise
 durchaus nicht nach dem Grundsatze: „Warum in
die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah“ —
dann hätte man auf gut Deutsch „Lieferer“ gesagt —,
sondern in dem Gedanken ans liebe Französisch bildete
man den „Lieser anten“, ohne zu bedenken, daß es
ein französisches Hauptwort „livrant“ gar nicht gibt. Man
war also französischer als die Franzosen, und das gehört
sich ja so in deutschen Landen, nicht wahr? — Wollen
wir aber nicht dem Lieferanten endlich den Laufpaß ge—
ben und uns an das gut deutsche Lieserer, Hoslieserer ꝛc.
halten? Gewiß klingt es unsern Ohren anfangs etwas
befremdlich, aber die Gewohnheit tut da alles.
J Bum Tode verurteilt. Vor dem Schwurgericht in
Leipzig wurde gegen den 1874 in Berlin geborenen Steli—
macher Otto Gustav Wilhelm Rother verhandelt, der un⸗
ser der Anklage steht, seine Frau Elise geb. Hempel aus
Eilenberg, sowie sein etwa zwei Monge alles Kind
durch 44 getötet zu haben. Seit 1898 wohnte Rother
in Lpaig; aus der im Jahr vorher geschlossenen Ehe
ind fünf Kinder entsprossen. Rother bestreitet hartnäckig
eine Schuld. Er gibt an, zuerst in glücklicher Ehe gelebit
zu hden, dann sei es zu Zwistigkeiten gekommen, weil
seine Frau zu Hause arbeiten und nicht in die Fabrik
gehen wollte, auch will er bemerkt haben, daß seine Frau
hm uintreu sei. Rother hat 1898 mit dem Dienftmädchen
Obst in einem Tanzlokal ein Liebesverhältnis angefan—
gen, ohne ihr zu sagen, daß er bereits verheiratet war,
und hat das Verhältnis auch weiter fortgesetzt, weil er
ang lich die Ueberzeugung gehabt haben will, daß seine
Frau bald sterben werde. Das ist denn auch am 12. Jun
1909 eingetreten — im vorhergehenden Monat war das
letzte Lind gestorben. Die Anklage legt ihm zur Lan, daß
er s'ahl Frau als Kind durch Beimengung von Blei—
weiß r die Getränke absichtlich getötet habe. Nach zwei—
sägiger Verhandlung haben die Geschworenen beide auf
Mord ientenden Schuldfragen bejaht, worauf der Gerichts—
hof Rother zum Tode und zum dauernden Verluft der
bürgerlichen Ehrenrechte verurteilte. Rother leugnete bis
zum Schluß.

—A
JDie Verunreinigung der Personenwagenabteile.
bei einem Teile des Publikums scheint, wie man öfters
veobachten lann, die Ansicht zu herrschen, daß man be—
zechtigt sei, im Eisenbahnabteil Papier, Obstreste u. dgl.
ohne weiteres wegzuwerfen, resp. unter die Sitzbänke zu
vefördern. Wiederum andere Reisende pflegen ihre Füße
ui die Sitzbänke zu legen, unbekümmert um eine etwaige
Beschmutzung. Bei Reisenden mit Kindern wird häusfig
nie Sitzbank als Standort und Tummelplatz trotz des
chmutzigen Schuhwerks der Kinder betrachtet. Gegen diese
üblen Gewohnheten wird nun seitens der Eisenbahwwer⸗
waltungen energisch mit vollem Recht Front gemacht. Die
badische und württembergische Eisenbahnverwalung haben
vererts vor einiger Zeit das Personal angewiesen, gegen
das Auflegen der Füße auf die Sitzbänke, ohne vor Be—
schmutzung schützender Unterlage, einzuschreiten und nun—
mehr hat auch die sächsische Eisenbahnverwaltung sich die—
sem Vorgehen angeschlossen, indem sie ebenfalls das Per—
sonal angewiesen hat, gegen derartige Verunreinigungen
cinzuschreiten, gegebenenfalls unter Androhung der im
deutschen Eisenbahn-Personen- und Gepäcktarif vorgesehe—
nen Erhebung von 1 Mark Reinigungsgebühr. Dieses
Vorgehen kann im eigenen Interesse des reisenden Pu—
hlilums nur begrüßt werden.
O Photographische Gratisvergrößerungen. Gewisse
tunstanstalten bieten insbesondere vor Weihnachten durch
marktichreierische Reklame und Reisende sogenannte „Gra—
tis⸗Vergrößerungen“ von Porträts und anderen Photogra—
phien an. Mit den absolut unbrauchbaren Rohvergroöße—
rungen erhalten Auftcaggeber regelmäßig eine Druclsache,
nach welcher das Kunstprodult erst noch zu einem wirk—
lichen Bilde ausgearbeitet werden muß. Dabei werden
die Auftraggeber durch allerlei betrügerische Manipulatio
nen zum Unterschreiben eines Reverses bewogen, au
grund dessen sie dann später gehalten sein sollen, die aus—
gearbeiteten Bilder (meist Kreidezeichnungen) mit Rahmen
abzunehmen und zu bezahlen. Wenn der Einsender der
Photographie aber geglaubt hat, daß er für sein Geid
eine Vergrößerimg bekommen werde, wie man solche in
den Auslagen der Photographen sieht, so erlebt er eine
arge Enttäuschung; denn das Machwerl, welches er erhält
ist nicht wert, in der allerbescheidensten Umgebung aufge.
hangt zu werden. Da diese Vorgänge in vedenklicher
Weise sich gehäͤuft haben, nahmen Staatsanwaltschaft und
Verwaltungsbehörden wiederholt Gelegenheit, sich mit
dieser das Publikum schädigenden Angelegenheit zu be
jchaftigen. Wiederholt sind schon Bestrafungen wegen un
lauteren Wettbewerbes in diesem Zusammenhange erfolgt.
Neuerdings hat sich auch der deuische Handwerks- und
Gewerbekammertag die Aufgabe gestellt, jene Auswüchse
unseres gewerblichen Lebens nach Möglichkeit zu bekämpfen.
Geschädigte Interessenten werden daher gebeten, sachdien—
liches Material der für ihren Wohnort zuständigen Hand—
mertskammer zu überlassen.
Hartnäckige Erpresser. Gegen den Baron Albert
oon Rothschild in Wien, der im oberschlesischen Kreise
Ratibor die Herrschaften Schillersdorf und Beneschau be—
itzt, wurde ein ganz ungewöhnlicher und auch nicht fol—
genloser Erpressungsversuch verübt. Dem Baron sowobhl
als auch seiner Güterdirektion in Beneschau gingen vor
urzem Briefe mit der Aufforderung zu, einem bekannten
Sozialdemokraten in Rybnik 25 000 Mark zu übersenden
— andernfalls sei der Baron dem Tode verfallen. De
alsbald benachrichtigten Staatsanwaltschaft in Ratibo
gelang es nicht, den Absender der Erpresserbriese zu er—
mitteln. Als kürzlich der Lehrer Strachotta in Ludgers
thal zu Rade nach Schillersdorf fahren wollte, um dort
den Rothschildschen Jaaden zuzusehen, übergab ihm ein
Unbekannter einen Brief mit der Bitte, er möge diesen
dem Baron in Schillersdorf persönlich übergeben. In de
doffnung, dadurch näher an die Zaad heranzukommen.
übernahm auch der Lehrer die Ausführung dieses Auf
trages. Unterwegs geschah aber etwas ganz Eigentüm—
liches? der Brief explodierte mit einem solchenKnaäll, da

H Gesellschaftsspiele. Was würde sich in den Fa—
niliensuuben und Kinderzimmern für eine Langeweile breit
nachen, wenn es keine Geselischaftsspiele gäbel Gewiß
würde es in solchem Falle irgend etwas anderes geben,
das die Zeit totschlägt, wie man im Volksmunde zu
agen pflegt. Aber es wäre dann vielleicht auch ein trau—
iges Zeit-Totschlagen! Denn was kann unsere so gut
interhaltenden Gesellschaftsspiele ersetzen? Ueber einen
zanzen langen Abend wissen sie Klein und Groß hin—
vegzuhelsfen. Vom Schwarzen Peter an bis zum Auto—
nobilrennen, Reise um die Welt, Zeppelinspiel, Dame
Puff, Halma, Timo und Punta sorgen sie für Unterhalt—
ing. Wieviel Glocke und Hammer, Bilderlottos, Heiter—
eits⸗ und Geduldsspiele aller Art haben schon über die
zähnendsten Abgründe der Langeweile hinweggeholfen!
Und nicht zuletzt ift der gute Zweck, den sie erfüllen, der,
zaß sie geduldig und zielbewußt. überlegend und auf
nerksam machen und die Jugend von allen möglichen
chädigenden Einflüssen fern halten. Darum lassen wir
»ie Kinder spielen und denken wir unserer eigenen glück
ichen Jugendzeit, da auch wir während der Abendstun
den all unser Sinnen und Denken auf die Spiele kon
zentrieren konnten. Jetzt ist alles anders worden..

F Bei der Berufswahl unserer Söhne wird es
neist viel zu wenig beachtet, welche gesetzliche Bestimmun—
jen das hetreffende Lehrverhältnis regeln. Besonders sehr
vichtig ift diese Kenntnis sfür den angehenden Kauf⸗
nann. Hier kommen für das Lehrverhältnis die Pa—
agraphen 70 bis 83 des Handelsgesetzbuches in Betracht.
Weiter muß der Abschluß eines schriftlichen Lehrvertrages
urchaus empfohlen werden. Voraussetzeung dafür ist aber,
aß der Vertrag von sachkundiger Hano ausgearbeitet ist.
Der Verband deutscher Handlungsgehülsen zu Leipzig
jat einen solchen Lehrvertrag herausgegeben, der nichit
rur den gesetzlichen Anforderungen nach jeder Richtung
hin entspricht, sondern auch einen vollständigen Abdrud
der in Betracht kommenden Gesetzesstellen enthält. Zu be
iehen ist der Vertrag vom Verband Deutscher Handlungszetnl'en
 zu Leipzig, Harkortstraße 3, sowie von seinen
zeschästsstelsen, die sich in fast allen Großstädten des Rei.
beinden
*Tas Wetter im Dezember soll sich dem 109268
un zralender zufolge, der, wie die Wissenschaft eegede
»at, cuf Zuverl ssiigteit ellerdeugs keinen Anspruch ma
hen darf, im Grozen GBanzen sehr verander ich ge
tarten. Für den 5. —Hneefall in Aussicht, für den
3. Niederslige. * bis 13 ist wechsfelnde Witier—
ing wahrschenlich, jt die Zeit vom 14. bis 18. aber
darften träbe, jneerciche Tage zu gewärtigen sein. Das
setze Dristel des Monats sol dann Kälte und Nebel brie
zen. Der Meteorologe Bruno Bürgel, der Nachfolger Ru—
dolf Falbs. steilt für die ersten Tage des Weihnachtäsmo—

Humoristische Ecke.
*Ein Dulder. Sie: „Aber Eduard, mußt Du
denn jeden Abend so spät aus dem Wirtshause heim—
kommen? Um s8 Uhr bist Du gegangen, und jetzt ist wie—
der Mitternacht vorüber. Kein Auge habe ich während
der It zutun können.“ — Er: Ja, glaubst Du vielleicht
— ich?!“
*Neues von der Florabüste. Folgender
neueste Kalauer macht zurzeit in Berliner Künsilerkreisen
die Runde: Frage: Wenn eine Büste für 2000 M. ge—
kauft und für 180 000 M. verkauft wird, was ift das
für eine Büste? Antwort: Eine Wertzuwachs—
bünste.

— —

Dlie Chris blume. 1
—— Ehrblumt! rilef er tief bewegt, wenn wu
im nächsien Winter in Deutschland sind, sollft Du die blü—
henden Christblumen sehen. Weine —2 wlegt sie im
den und sie blühen immen am Weihnachtsfest·
HOqh habe sie dier noch nie gesdhen! Doch jebt lah umnd
n die Heimtehr denken, ken ich bin wirllich hungrig und
jet haben, denn ich kenne die Gegend jetzt ganz genau. Himler
 jenen Hügeln liegs Saratonta, wir müssen in zwei
Stunden dort sein.“
So war es. Saorfeld erlannte den bekannten Schritt
des Pferdes,er eilte in den Hofraum, doch schien Feurt
seinen Augen nicht trauen zu dürfen, als er an der Selle
seines Freumdes das wohlbetannte freundliche Gesicht des
Herrn Lester sah.
Gott sei gedankt!“ rief Herr Lester, als er Vallh vom
Inhe half, ‚ich fürchtete schon, zu spät gekommen zu
e
Das junge Mädchen hatte bis jetzt tapfer und standhaft
ausgehalten; als Kurt in der dunklen Nacht jast verzwei—
jelle, war sie mutig geblieben, jeht. nachdem die Reitung
gelungen, siel sie besimungslos in die Arme des alten
Herrn. Kurt erschrat, das geisterbleiche Antlig em—
setzte ihn.
Ich habe sie getötet!“ stöhnte Kurt. Tor, der ich
war, warum habe ich nicht besser für sie gesorgis“
Aber Lester tröstete ihn.
Es ist nur die Reattion der überstandenen Leiden,“
decuhigte er, dann trug er sie wie ein Kind in das Haus
ind Übergab fie Dolores' Pflege.
Die dret Herren hatten viel zu berichten. Herrn Lesters
Erscheinen, so unerwattet es auch war, war keineswegs zu—⸗
sällig. So schlau die Geschwister in ihren schändlichen Ve—
rechnungen auch gewesen waren, so hatten lie eine Vor⸗
icht aus dem Nußae nelasfsen

Doktor, der schon früher dessen Frau An deren Krankheit
besucht und ungefähr zur selben Zeit sich vergeblich bemühl
hatte, Harn Lesters aͤltessen Knaben das Leben zu erhal
en. — Ein Fremder hätte wahrscheinluh nichts Aufsal—
endes in Waldbrunnen entdedt, aber der Arzi war ktn
Fremder, deshalb benachrichtigte er Herrn Lester, daß in
Baldbrimnen nicht alles in Ordnung, und daß Valestkas
Wohlsahrt, vielleicht ihr Leben in Gesahr sei, wenn sie nach
»em nahen Tode ihres Pflegebdaters der Obhut der Ge—
chwister anvertraut sei.
Frau Lester bat ihren Gatten, unverzüglich abzureisen,
am 5 zu holen, und Lauras flehende Blicke cinnerten
hat so deutlich an das Versprechen, welches er vor zwöls
Jahren der Sterbenden gegeben hatte, daß er sich zur
chnellen Abreise entschloß
Er langte gerade eine Stunde nach der Abreise der
Beschwister in Satatonka an und rieb sich in stuller Freude
die Hände, als er von Saarfeld hörte, daß Kurt den diet,
unqsversuch schon unternommen habe.
Er wird doch nicht die Geschwister getroffen haben?“
nernte Saarfeld.
Nun, und wenn es wäre, was schadet es? Michael
jt natürlich unbewaffnet, Ihr Freund aber ist se start
wie ein Herkules. Beruhigen Sie sich über das lange Aus—
bleiben. Wäre ihm auf dem Wege ein Unglück zugestoßen,
so würde Helktor längst hier sein, denn er kennt Weg und
Steg so gut wie ich.“
Kaum hatte Herrt Lester diese beruhigenden Worte ge—
prochen, als Kurt mit seinem Schützling glüdlich an⸗
angte, der jetzt Vallys Leiden und die bevorstehende Ge⸗
'ahr schilderte, die ihr drohte, falls sie standhaft Michadels
dand verweigerte.
Sie würden das Mädchen nie gebeugt haben,“ wandte
Herr Lester ein, ‚beide Kinder haben einen festen Charatk—
er, vermutlich ein Erbteil des Vaters, denn die Muttel
var demütig genug. Also in einem Irrenhaus sollte Vall
* — —4

stalt zu finden. Aber, Gott sei gedanktl jetzt ist sie in Et—
herheit; ich nehme sie mit nach Kalifornien und freue mich
schon auf Lauras Empfang.“ —
Vally ist meine Braut,“ erwiderte Kurt. Wenn Sie
ihr einige Wochen Obdach in Ihrem Hause gewähren wos
len, so bin ich Ihnen von Herzen dankbar; ich hole ar
ie dann von ihnen und reise mit meiner Gattin nach
Deutschland.“ *
‚Wie oft haben Sie sie gesehen, junger Nann?“ fragte
Lester erstaunt.
Nicht oft, aber legen Sie mir kein Hindernis in den
Weg, Herr Lester; ich muß sie erringen, selbsi wenn ich um
ie arbeiten müßte wie Jatob um Rahel.“
HKurt — Kutt — was wird Deine Mutter sagen?“
mahnte Saarfeld im höchsten Grade erstaunt. „Bedente,
wie sehr es thr am Herzen liegt, eine standesgemäße Gat—
tin für Dich zu wählen.“
„Sie wird mir sagen, daß ich nicht dem Vorbild mei⸗
ner Ahnen solge,“ entgegnete Kurt. „Aber ich bringe int
ein⸗ Christblume, und sie wird dieselbe lieb gewinnen
„Ahl stellen Sie sich die Sachen nicht zu —X —
aahm Lester ernst das Wort. Denten Sie an di⸗ trau⸗
ige Geschichte ven Vallhs Mutter und lafssen Sie das
elende Geschic sich nicht wiederholen. Herr Nobel vernach—⸗
lässigte seine arme Frau, weil sie nicht mit ihm auf der⸗
selben gesellschaftlichen Stufe stand, — vernachlässtgen Si
sein Kind nicht.“
Niemals!“ beteuerte Kurt felerlich. Ich habe war
noch keine bedeutenden Leistungen im Leben nachzuweisen,
aber ich bin kein Schurle. Ich liebe Vally und bleibe il
treu.“

8. Kapitel.
„Es ist empörend! Niemals werde ich mein Haupt
wieder erheben dürfen! Die Schande erdrückt mich!“
Freifrau von Hochstein hatte in größter Aufregung
niese Worte hervorgestohen und zertnittone non Rrief vess
            
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