Full text : Dudweiler Zeitung

Lokales. —
Fahrgeldreklamationen. Ueber die Bestimmungen,
beireffend Nichtausnutzung von Fahrkarten und Erstattung
pon Fahrgeld, herrschen im großen Publilum noch immer
eine Menge Unilarheicen. Wir bringen dader die betrej
ide Bestimmung, die für alle deutschen Babnen gitlt,
um AModruck: Reiscuiden, die an der Ausnutung von
Fabrkarten verhindeet sind und ipäter Ersrarmug von
Fahrgeld beanttaßzen wonen, wird empforren, die Nicht
ausnutzung der a ratten durch den dititeazenbven Sta—
tionsbeamten beschenianneeu lalen. Tie Ersettung is
an die Etienbabnvertce, an und, wWeinne es siich um
Fahriarten nach dein Rnslande handelt, an die Euenvayn
direstion der n niton zu ricnten. Nadgere Austfun«
über die Zustant it ertenlt der Siationsvorstand.
Bezahlt echuungen der Handwerter! Er
reulicherweise 1ĩ Weihnachtszeit diejenige Zeit, in der
Kanfleute wie nolverier alle Hände vollzu tiin haben
Alle? ARun, doch die meisten! Aber so erfreulich diese
Tat'ache ist, so verbindet sich mit ihr doch ein Uebel—
stand, der sich um so härter bemerkbar macht, je mehr es
den Lieferanten an Geld uus Kredit fehlt. Man möchte
sich kein Geschäft ente iahen — und doch: woher das
Material beziehen, 5. sn leben, womit selbst ein Fesr—
vorbereiten, wenn kein Geld da ist? Mit anderen Worten,
wenn die Kuntdschaft alles schuldig bleibt? Rechnungen
schicken? Mahnen gehen? Das ist auch so eine Sache
Geschieht es vor dem Feste, so wird es leicht übel ge—
nommen. Und wer möchte sich bei den teuren Zeiten das
bischen Kundschaft verscherzen? Ja, wenn die Vent
selbst das nötige Einsehen hättens Hier aber sehlts oft
Jedem wird ein Weihnachten bereitet, aber der Lieseran
Zvor allem der Handwerker — muß warten. Darum;
„„ahlt bar, was ihr begehrt! Dann seid ihr doppel:
schätzbare Kunden!“
unsere Depeschentafeln. Wir haben drei Depeschentaf ln
zuf denen die neuesten Depeschen ausgehangt werden. Be—
dauerlich ist es jedoch, daß die Vepeschen gewöhnlich abge—
rissen verden. Das ist aber noch das geringste: meistens
sind die Tafeln auch nohh von oben bis unten bespuckt
Man jollte wirklich nicht glauben, daß es in unseim Zeit
alter solche Elemente in unserem Orte gäbe. Auch in den
rohesten Gegenden, unter ganz wilden Menschen würde es
nicht vorkommen, daß Einrichtungen, die im Allgemeininteress⸗
und für das Publikum ge'schaffen sind, zerstört werden. Hier
in Dudweiler ist es jedoch anners! Roze Buhben können
nichtzs sehen, stehen oder liegen lasser, es muß ehen alles
zerstört werden. Wir bitten in eister Linie die Lehrye sonen
dann aber auch die Elters, ihre Kindern von sosch' wohem
Beginnen abhalten zu wollen. Die Depeschen kesten uns
vieles Geld, die gesteige von der Reichstagsecöffaumg eiwa
12 Maik — der Zwec ist aber gänzlch verfehlt, wenn
unsere Depeschentafeln richt in Schutz genommen werden!
Er ist da. Necht etwa der erke Hese nach unserer
mehr wie 20jährigen Tätigkeit als Redakteur — rein, bei—
leibe nicht, aber der alljäürlich mit torsicherer Restiemtheit
eintreffende Redakcions-Maikickee. Er hatte sich in etnem
Garten auf der Hült: einen Baum als Zufluchtsstätte erkieset
und wurde glücklich von dem Schüler Johann Schmelzrr vor
allzu frühem Tode gerettet. Mit altgewohnter Gewissen
haftigkeit si dies biermit verzeichnet und unsern Vesern kund
Jetan!
Das Beschlagen der Aussengläser. Wer Augen⸗
zläͤser (Brille oder Kneifer) tiagen muß, wird bäufig durch
das Beschlagen der Gläser beim Eutritt aus einem lühlen
Raum in einen wärmeen urangenehm helästigt. Es ist
daher höchst interessant zu erfahren, daß man dieses Besch'a⸗
gen der Gläser durch Abreiben mit Schmierseise verbindern
kann. Es jst nur nötig, j den Morgen ser vor den Rus—
gehen eine winzige Kleinigkeit fogenannte grüße Seife,
Waschieife, Schmierseis-, Kaliseife aus der garzen Fäche des
Glases zu verreiben und dann das Glas zu putzen, dis es
wieder blank ist.
Ein Kleptomane. Großes Aufsehen erregte am 20.
o. M. die in einem bekannten Rastanrant in der Krauserstr.
etfolgte Verhaftung eines Berliner Weingroßhändlers. In
dem Lokale waren seit mehreren Monaten fortgesetzt die
silbernen Salzfäßchen aus den Menagen gestohlen worder.
Tretz sorgfältigster Ecmittelungen, seitens des Perlonals
konnte der Dieb nicht ermittett werdes und auch die Krimi.
nalpolizes vermochte kein Licht in die Magelegenzeit zu brinzen,
Natürlich wurde auch an dem Stammtisch des Resteurante
viel über die Diebstähle gesprochen und ein fändiger Besucher
des Lokals, ein bekannter Weingroßhändier, setze sogar eine
Belohnung auf die Ergreifuug des Spitzbuben gus. Um sc
größer war daher das Estaunen des Oberkellners des beiref⸗
senden Restaurants, als er gestera die Beobach‘ung machie,
daß der Weingroßhändler in der Toiletꝛe das Handtuch mi
dem Taschenmisser abschnitt und es unter dir Kleidung ver
darg. Dec Augestellte teilte seine Wagrnehmung dem Ge—
chaäftsinhaber mit, der seinen lang jährigen Gast zur Rede
dellte. Cieser leugnete zwar axfangs, gab darnn aber die
jortgesezten Dieostäule zu. Bei einer ia der Wohnung des
Weinhändlers vorgenommenen Haussuchung warden ctwa
500 silberne Salznäpfchen, die aus dem erwähnten Birrlotal
dammen, sowie 10 —12 Dutzend Handtücher vorgrfunden.
Zweifellos hat man es in diesem Falle mit einem Klep omanen
zu tun. Auf ärztliche Anordnung is der Weinhändler in
ein Sanatorium ülergesiedelt.
Der Tiermagen als Kochtopf Professor S. Tor⸗
anowitsch weist auf eine interessante Sitte gewisser Balkan⸗
dewohner hin, die schon bei den Sky hen geübt wurde und
dis heute in Uebung geblieben ist, namlich auf die Verwen⸗
dung von Tiermagen als Kochtsvie. Die Speten, die zube—
ceitet werden sollen werden mit Gewütz und Wasser in kinem
gut gereinigten Hammel- oder Ziegeumagen getan, der daun
mit einem Bindsaden geschlossen wird. Unter diesem eigen—
tümlichen Geschirv wird dann das Feuer entzündet und so
lange unterhalten, bis das Essen gar ist. Uus dem Magen
sickert nichts durch und er verbrenne auch nicht, solange sich
im Innern noch Fluͤssigkeit befindet. Serben, Montenegriner
und Mazedonier kochen im Felde noch heutzuiage auf diese
Weise und können zuleßt noch obendrein ihr Geschirr auch
uftssen.

—— — t— — — —
Aus Nabß und Sern.
* Saarbrucken, 30. Nov. Spürsinniger Po—
izeihundoye Eine bemerkenswerte Leistung hat hier
R Polizeihund ausgesührt. Bei einem Landwirt wn
Geflügeidiebftahl verubt worden, ohne daß man ein—
Spur von dem Diebe hatte. Als ein Schußmann mit ei—
em Polizeihund zur Stelle kam, hetzte man den Hund
bui Geflugelstalle auf die Fänrte, die der Hund sosfo—
mahm. Die Spur führte zunachst nach der Stelle, d
Dieb das Geflügel abgeschachtet hatee. Tann ie
er Hund einen ziemlich laugen Weg und bäeb dan
Plieslich vor einem Hause stehen. Um ganz sicher 3
ehen, wurde der Hund zum zwerten Male auf die Tpe.
ehetzt, auch diesmal uefser ohne jedes Zögern bis '3
em vespponßren HSauie venn nahn man hler sine nn—

uchung vor und dabrer sand man in dem Schlafztmmer
eines jungen Burchen die Ueberreste des gestohlenen Ge—
tü jels. Der Dies war angesichts dieses Beweises sosort
reständig.
* Mainz-⸗Kaftel, 30. Nov. (Lebensmüder) Sei—
inigen Tagen wird die Ehefrau des Taglöbners EOti
Zustenberger sanittinrein vier Jahre alten Töchterchen ver.
mißt. Alle Verjuche, deren Aufenthalt zu ermittern, sind
bis jest erfolatos gewesen. Umstände deuten darauf hin,
daß die Frau nmiet inrem Kinde in den Tod gegangen iji!
*) Varmen, 30. VBiov. (Das Spielen mit dem
Feuer. In vem Slur eines Hauses fanden staͤdtische
Straßenreiniger ein vier Jahre alles ino etnes iich
händlers, das lichier.oß brennte. Es haite in Abwesen—
heit der Eitern met Streidhoörzern gespielt und daäbel
eine Kleider angez udet. b schweren Brandwunden iñ
s ins städtische Krankendaus gebracht worden, wo es
iach wenigen Stunden starb
* Essen, 30. ico. (esserheld.) In Bottrop
rstach nach einem BSranntweingelage der Bergmann To—
iath einen anderen und verleute drei lebensgefaͤhrlich. Der
däter ist slüchtig.
*Recklinghansen, 33. NRow. Bauunfall.) In
Zdangenbochum vei Negtinghanfen stürzte an einem Neu
zau ein Geriist ein Ein Bauarbeiter wurde schwer ver
etzt, so daß er ins Aransengaus eingeliesert werden muß⸗
e. An seihem Bnstonttiuen wmird gezweisert. Außerdem
rlitten serhs Azbeiter erpentich: Verletzungen.
Automobil im L2Vafser. Am Tempethoser Ufser in
Berlin fuhr eine Auiomobisbroschie, nachdem der Fahr⸗
zast sie eben vorlassen Zatte, beim Umlentien, anscheinend
nfolge Versagens der Steuerung, in den Landwerkanal.
ẽ8 gelang, den Chaufseur herauszuziehen, während die
zenerweyr den Krastwagen heraus haffte.
Schwerer Einbruchsdiebstahl. Ein schwerer Ein—
hruch ist in München in dem Krause'schen Juwelierladen
intdecft worden. Der Rassenschrank war aufgesprengt und
ein Inhalit an Schmucnsachen und Juwelen im Werte
»on 12000 Wiark gestohlen. Die Einbrecher sind eni—
ommen.
Feuersbrunst. In Scheer bei Sautgau wurden drei
Wohnhauser, darunter der „Hohe Biel“, ein alter präch⸗
rniger Fachwerkbau, vom Feuer zerstört. Elf Familien sind
obdachlos.
Hochwasser. Infolge rapider Schneeschmelze führen
die Flüsse im Unterharz, Eichsfeld und Nordthüringen
ständig steigendes Hochwasser.
Ein achtfacher Mörder verhaftet? Aus Posen
wir gemeldet: Bei Strelnow wurde ein Russe verhafiet,
auf den das Signalement des Deserteurs paßt, der den
achtfachen Mord in Boguslaw verübt haben soll.
Verhaftete Juwelendiebe. Die Pariser Polizei
verhaftete eine Bande internauionaler Diebe, welche bei
verschiedenen Juwelieren in Europa bedeutende Diebstähle
ausgeführt haben. In ihrer Wohnung wurden Schmuck
sachen im Werte von 75 000 Franks aufgefunden.
Schwerer Diebstahl. In einem Speditionswager
der Nordbahngesellschaft in Paris wurde von bisher un
bekannten Dieben ein Kofser mit Wertpapieren und wert—
»ollen Schmuckgegenständen im Werte von 300 000 Franis
gestohlen.
Björnsons Befinden. Das lebhtte Bulletin üvber
Drrnsons Befinden ist günstig, Die Zunahme der Kör—
verlräsfte hält au.

TVelerrunime.
Recklingh aufen, 1. Dez. Der große Einbruchsdieb
fahl in Gladbeck scheint durc die Ermittlungen des Berliner
serminalkommissars v. Treskow 2. doch der Aufklärnng
weientlich näher gerückt zu sein. Sosort nach dem Diebstahl
wurde bekanntlich der Nachtwächter Lauf verhaftet, der in der
Dicbesnacht zwei Stunden lang die Kontrolluhr nicht ge—
dochen halte. Außer ibm wunden noch die vier Schichtmeister
verhaftet, die zu den Lohntagen regeimäßig die Lohngelder
in großen Ledertaschen von der Berg nspektlon nach den beiden
tastlichen Zechen zu schaffen hatten. Man war dann aber
auf eine falsche Fährte nach Dortmund geraten, während ver—
ichiedene Umßände darauf hinwiesen. daß für die Tat Ein—
zeimische in Feage kamen. Durch die Aussage einer Frauens
person wurde der Verdacht auf elnen gewissen „Heinrich“
aus Glabbeck geleakt, det in Düsseldorf auffälig mit dem
Gelde um sich geworfen, große Trinkgelder zegeben und sehr
loit als „Hierr Direktor“ gelebt batte. Der „Herr Direktor“
var der Beshreibung nach der Maschinensteiger Neuß. Eine
dzussuchung bei ihm förderce, wie bereits gemeldet, aas
einem Versteck eine Summe von 2400 Mark zutage Das
Beld bestand aus 50-Markscheinen, die bikanntlich auch den
Daupiteit des gestohlenen Geldes ausmachten. Neuß wurde
nerdafte:, leuanete zwar jede Betei igunz an dem Diebstahl
ab, gistand eber, das gefundene Geld duich Unteirschlagung
peruntreut zu haben. Inzwischen wurde die Ugtersuchung so
weit gesörderd, daß zwei von den vier Schichtmeisteen als
unschuldig entlassen werden konnten. Am Samstag wurde
auch ein dritter, der Schichtmeister Junk, aus der Unter⸗
suchungs haft entlassen. Gegen den vietten, den Schichtmeister
 Opel, dagegen häuften sich die Verdachtsmomente.
hrtute morgen fand Kriminalkommissar v. Tres?ow im Garten
Zes Orel vergraben ein Sparkassenbuch und bares Geld im
Besamtbetrahe von mehr als 10 000 Mark. Vorläaufig steht
allerdings noch nicht fest, ob das Geld von Uneischlagungen
allein oder auch ron dem Diebftahl herrührt, doch glaubt
man an eine Beteiligung Opels an dem Diebstahl. Opel
hat ein Gesändnis dahin abgelegt, daß die gefundenen
10000 Mark von Lohngeldern herröhrten, die er gemein⸗
schafilich mir dem Maschinensteiger Neuß unterschlagen habe.
Die Veruntrenungen schäzt Opel auf äber 20000 Mink.
Berlin, 30. Noo. Während der Fahrt vnrde der
Schaffner des Zuges in einem Abteil mit einer Kugel im
Kopfe tot aufzejsunden. Der Beante soll eine Stations kasse
nuch Kaderborn mitzua-ͤhmen gedabt bahen. Man vermulet
einen Raubmord.
Paris, 30. Nov. Der Berichterstatter fur das Marine—
Budget weift in seinem Vericht darauf hin, daß das Budaget
ich auf 371 Millionen beziffert, was eine Zunahme von 37
Vlilliogen dedeutet. Ferner bemeilte er, daß Frankreich hin⸗
ichtlich der Untereebaote seinen Vorsprung gegenüber dem
huélande eingebütß ba', nachem es den Bau von Unter—
eboten eingestellt at. Er schlug vor, Privatw-iften m'
»em Bag e niger Schiff zu beauftrazen und sotrderte, daß
e alten Schifse, welche ohne Gefechtewert sint, austangi
ANrdon

Berlin, 1. Dez. Der dritte Parteitang der preu—
zischen Sozialdemokratie indet am 3. Jannar im Ber—
tiner Gewerkschaftshause statt.
Paderborn, 1. Dez. Zum Bischof von Pader
born wurde Professor Dr. Josef Schulte gewählt.
Wien, 1. Dez. Sämtliche Assistenten und Sekundär⸗
ärzte der Wiener Kranfkenanstalten beschlossen, wegen der
Nichtbewillieung ihrer vberechtigten Forderungen ihre Stel
en zu kründigen.
New-York, 1. Dez. Zelaya ersuchte Meriko ver—
gebens um Vermittennn bei den Vereinigten Staaten.
Er such in Teypcichen anu hiesige Zeinungen die Exetucion
der beiden Amerilcner zu rechtsertigen.
Sanfsißar, 1. Dez. In Mombossa wurde die Hetio—
rabhenabteileng der Schultruppe ausgeschifft. Sie wird
miit der Usandabohn nach Bnloba weiter befördert und
eine haliegraphescke Kerbindung mit den bedrohten Ge
ianetisen in der Röhe des Kiwa berstellen.
Paris, 1. Tez. Als gestern eine Schwadron des in
Verdun garnisonierenden 8. Husaren-⸗Regiments zum Früh—
flück versammelt war und sich anschickte, die Suppe ein zu⸗
nehmen. machte sih von der Suppe ein so u nangenehmer
Geruch bemerkhbar, daß sich die gefamte Mannschaft weigerte
die Suppe zu essen. Sie blieb unberührt. Eine Untrr—
suchung wurde sofort peranaßt, wobei sich herausstellte, daß
die Suppe durch Zyanka i vergiftet mar. Der Verdacht
lenkte sich auf den Korporal, der sich am Morgen in der
Mannschaftsküche aufgeha lten hatte, angeblich, sum nachzu⸗
sehen, ob ales ordnor gemaßig zubereitet werde. Der Korpotal
wurde inhaftirt und zunächst seine Kleidung genau durchlucht.
Hierbei stellꝛe sich heraus, daß man in seinen Hosentaschen
Spuren von Zyankalt vocfand. Der Festgenommene leugnete
bis jetzt noch die Tat, man erwartet aber schon in einem
zweiten Verbör wegen der sich fortwährend häufenden Ver—
dachtsmomente ein volles Gestäudnig. Der Ruf des Unter—
offiziers ist schlecht, die hisherige Untersuchu?z bessätigte be—
reius seinen üblen Charelter. So sand man in seinen Effekten
ein sehr wertoolles Zigsrettenetuie, daa er einem Oifizier
des Regiments gestohlen hatte. Ferner stellte sich heraus,
daß der Beschuldigte bei seinen Kameraden und Unter—
gebenen viel Schulden gemacht hatte. Einem Husaren
schuldete er allein 160 Francs. Das Zyankall hat der
Mann wahischeinlich seinem Vater entwendet, er hatte ge⸗
chäftlich mit Giften zu tun. Es darf als ficher gelten, daß
der Kerporal bei der uffaire Hofrichter auf den Gedanken
am, sich seiner zahlreichen Gläubiger durch Vergiftung zu
enledigen. Die Aerzte gaben die Etklärung, daß die ganze
Schwadron unrettbar verloren gewesen wäre, wenn sie die
Suppe gegessen hätte, und sagen, re wäre keine Aussicht
gewesen, auch nur einen Mann am Leben zu erhalten, der
Paris, 1. Dez. Bei einem Soldaten der Schwadron
des 8. Husarer-Regiments fand man in einer Tasche sermer
Beinkleider ebensalls Sparen von Zyankali. Der Husar er—
kiärte, daß er seine Hosen dem verhafteten Korpotal mehrere
Tage geliehen und erst gestern früh zurückerhalten habe.
von dem Frühstück auch nur etwas genossen hätte.
London, 2. Dez. Mit größter Spannung erwartete
man die Abstemmung des Oderhauses Uüber das Budget.
Um Mitternacht wurde das Budget mit 350 gegen 65 Stim
men abgelehnt, womit die große Krisis im politischen Leben
Eaglands akut geworden ist. Die Blätter hatten eine Ver—⸗
abredung geiroffen, das Rejultat unverzüglich vercinbart be—
kannt zu geben und überall rote Raketen abzufeueirn für den
Fall, daß das Budget abgelehut werde. Auf diesem Wegt
war London in wenigen Minuten vollständig verständigt.
Berüchtweise verlautet, der Kabinettschef besürworte, daß in
Zukunft eine einzige Kammer dasg Ober- und Unterhaus ver⸗
neten soll. Gesterr trat das Kabinett zusammen. Zu dieser
Beratung waren alle Minister mit Auenahme Sir Edrnard
Greys, erschienen. Man vereinbarte Maßnahmen, die ins
deben irtten sollten bei der Ablehnung des Budgets. Mi—
nister Agquiih wird heute zum Koͤnige gehesn, um sich die
Zustimmung zur Thronrede zu holen, die gestern verfaßt
wocden ist. Das Parlament wird morgen vertagt werden
Die Steuererhebung wird wie üblich erfolgen. Eine große
Volkeverjammlung wind veranstaltet, welche Einspruch gegen
dae Ohberhaus erheben wird, um dessen Abschaffung herbei—
zuführen.
London, 30. Vov. Die deutsche Bak „Selene“ von
Tucopella nach Hamburg unterwegs, traf in Falmouth ein,
um dori die Leiche des Kapitäne zu landen. Die „Selene“
haite eine sehr ungünftige Fahrt. Auf der Höhe der Kusste
hon Ecuador starben der Kapttän und elf Seeleute am
Fieber. Es wurde ein enuer Kapiän und eine neue Mann—⸗
schaft aufgenommen. Auf der Heimreise erkrankte auch der
neue Kapifän und starb.
Petersburg, 30. Nov. Der in militstrischen Fragen
gut unt⸗rrichtete Syjet bringt einen bemerkenswerten ürtikel,
worin erklärt wird, daß die beunruhigenden Grrüchte über
kriegerische Pläne Jadans in Ostasien eine immer beistimmtere
Form annehmen. Der Generalgouverneur des Küstengedietes
Unterberger, berichtet über energische Rustungen ber Japaner.
Japanische Staatsangehörigen liquiditen ihre Geschäfte und
Lehren in Massen nach Japan zuruck In Petersburg sei
die Laßge in Ostasien Gegenstand von Beratungen hoher
Pardenirx-zer ermiesern
ααααιαιασ Uα —A——20 )//—————e— — eê!ê—22 —
herr Kehmann, kommen Sie sehnell
nach Hause!!
VIJ Der kleine Hans ist bös erkältet und die gnädige Frau
ist in großer Angst — Ra, gehen Sie nur ich komme gleich
nach. Aber warten Sie — nehmen Sie doch in der Apo—
theke oder Drogerie zwei Schachteln Sodener Mineral-⸗
Pastillen mit, aber nur Fays ächte, hören Sie? Wenn's
nur eine Erkältung ist, dann bringen wir sie mit den
Pastillen bis morgen weg, und ist's mehr, dann können die
Sodener auch nur gut tun, bis der Doktor kKommt. Di-Schachtel
 kostet nur 88 Pfennig
Heute abend 5 Uhr
*5 26
Adbentgottesdienst
Adventgottesdien
Mfarrer Schmidft
            
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