Full text : Dudweiler Zeitung (22.1909)

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Egich iit Ausnahme
der Soau⸗
— mꝛad Jelartago.

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Amnzeöügen
osten 1004 pro Gspaltie
Petitzeile,
auswãrtige 15 4

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Haus gebracht,
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vier tel ãhrl. Fernsprech⸗Anschluß Saarbrücken Nr. 60, 289 209 u. 1261.
solche Pserde gezahlt werhen, die sie garnicht halten. Ir
dieser Hinsicht wurde cine Resorm zugesagt, die aber nar
am lebten Ende siatt eine Ersparnis ene wesentliche Stei—
zerung dieser Ausgaben, jur dieses Jahr schon um rund
2 Mulibn Mict, diint. Es solblen neue Ppfferdegelder
erhoöhte Rationesabe und Stauzdtze gegeden werden, letz
ere soßsar in nieigenem Baße. Tas bedeutet indirekte
Sebalitseihehinhnzen, die bei den Generalen einige tausene
arl ausniachen. Taß die Generale besonders notlei
deud sind, war uns bisher fremd. Wir nehnien an, dei
steinsag wird diete „Nesorm“ einer sehr gründliche
arie hna Unerzjichen.
*Ein Abkommen mit England über Ge—
bietsaustausch an der Congogrenze ist zustande
zekommen; über die Einzelheiten dieser Abtretung ist abe;
icheres noch nicht betannt. Das Abkommen wird erst i
iniger Zeit veröffenteicht werden,
D J
* * Dem M7 xd nach der Rück—
Rhr des Grafen 13 —prrpeit sofort
rin Miisterret t— ecide Be—
chlüsse wegen der in getcosen werden
ollen.

Amtliches Publikgtlonsorgan
für die Vörgermeisterei Dudweiller

J 57 — 8* 2
Mit zuci Beilagen:
ßanntage git »3 Emoristishe Vlätter.

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—— — —
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Redaktion. Druch und Veateg von J. Unterkeler, Dudweiler. höchster Rabatt.
gemeinernng dieser Besetzung Rigeriens mit schwarzen
Truppen in kurzer Zeit durchgeführt werden.

Sydomn ub bee eraaa beiter.
Auf das vonr den 4erterorga—
nisationen des ünors au den Handers—
minister gerichtete Bernietluungsgesuch betressend
den vom Zechenverande in Eisen veabiichtigten zentrali—
sierten Aitiachweis hat der Handelsminister nunmehr
geantworiet. Nach Inhait dieser Antwort hat sich der
Minister mit dem Zechenverbande n Verbindung gesetzt
und bei ihm die Ausnahme einer Reihe von Beftimmun—
gen erwerkt, die den haupisächlichsten Bedenken der Arbei—
ter Rechnung zu tragen bezweden. Ins esondere ist fest—
gesettt, daß die einjelnen Ardeitznachte isstellen gehalten
sein sollen, jedem Arbeinfuchenden, der im Besitz eines
Kündigungs- oder Ablehrscheines ist, canen Nachweisschein
und zwar für dielenige Arbeitsstelle zu erterlen, auf wel
cher er beschestiat zu sein wünscht, vorausesetzt, daß auf
dieser Arbe tsstete Arbeitégelegenheit für Artbeiser der in
Frage kommenden Art vorhanden ist. Nur wenn Kon—
traltobruch vorliegt oder der Arbeitjuchende eine von ihm
angenommene Arbeit nicht angetroten hat, darf die Nach—
weis stelle voriibergehend für die Dauer von zwei Wocheyn
den Schein verweigern. Ruch soll es dem Bergarbeiter
—
herigen Arbeitsverhältnisses an den ihm zusagenden Ar—
beitsstellen nach einer anderen Stelle umzusehen und der
Betriebsführer der von ihm gewählten Zeche dem Arbei—
ter schon, bevor dieser seine alte Stelle gekündigt hat, die
Annahme zur Arbeit unter dem Vorbehalt zusagen dür—
fen, daß der Arbeiter binnen einer bestimmten Frist den
Nachweisschenn brirringt. Der Handelsminister hält auf
grund der erfolaten Aenderung der Bestimmungen die Be—
fürchtungen üher die Ziele dieses Arbeitsnachweises —
Beeinträchtisung des Koalitionsrechtes, des Rechtes der
Freizügigleit und des Rechtes der freien Versgung über
die Arheitskraft — im Wesentichen für beseitigt. Er wei
auch darauf hdin, daß der Arvetsnachweis in geroissen Be—
ziehungen den Berglenten selest vorteilhaft sei, nament⸗
lich insofern, als er die Beschaffung von Arbeitern durch
Agenten, zunächst für das Inland, gänzlich abschaffe und
dadurch ein im Sinne des Lohndruckes wirsendes Momeunt
ausschalte und als serner die Ausschließungssrist für kön—
traktbrüchige Rrbeiter von sechs Monaten auf vier—
zehn Tage berabgeseßt sei. Eine Vermittelung zum Zwecke
der Einfühemig eines paritätischen Arbeitsnachweises häit
der Minister so lange für untunlich als nicht im Ruhrbe—
zirk die Vorgussernungen für ein vertrauensvoltes Zusam
— »nwir?en von Ardeitgebern und Arbeitnebmern vorbee—
A. Oyne dies wechselseitige Vertrauen verspreche auch
ein Zwang zur Errichtung eines solchen Rachweises kei—
nen Erfolg. Rehnlich verbalte es sich mit den Tarifver—
trägen, deren zwelmäsize Rusgestaltung überdies unter
den eigenartigen Verhölnwissen des Rauhrkohlenbergbaus
noch besondere Schwier gwiten utgegenständen

Der Plan Frankreichs ist danach klar. Von einer
Berwendung schrwarzer Truppen in Europa will man ab—
eyen. Dafur sol. die Besaßung Algeriens und Tunesiens
im Kriegsjall ganz allein diesen Negern anvertraut wer—
den, wahrend man die algerischen Truppen in ihrer vol—
len Stärte auf den europäischen Kriegsschauplatz werfen
vpill. Die Zahl dieser Truppen ist nicht gering. Die Soll—
iedensüärke beträgt fur 19099 an Zuaven 13 000. an
Aichter atrikanischer Inauterie und an Fremdenregimen—
r je 89390, an algeriscien und Saharattrailteure 21 600
in gansen an Inanteie: 45285409 WMann und 1233 Offi
iere, an Kabatlerie J000 Mann mit 4416 Oflizteten, ar
riullerie 3019 Weann mit 654 Dhizieren, das sind im
unzen zirra 60 ienn oder er 11 Prozent do
amtitarte des franzjeftuen Heere
—XXEXX

* * 133 — *
Hof und Gesellschaft.
Herzeg Aart Thebsdor von Bußren 7.
eis Ban zXreuth wird gentidet, daß Lerzög Kar
hooor von ayern in der viacht zum Diens.
Ag unn 2 Uhr nach längerem Xrantenlaägzer in 74 Le—
Asluhre gestorven ist. Er hatte einen sanften Tod, Am
Steraclager war die ganze herzogliche Familte versammeit.
An qasen zlaijer und den Prinz-Regenten, sowie an die
Aetder des Kontzlichen KRauses und die vesreundecen
t nhruser wurve die Trauernachticht telegraphisch ge—
unet. BRuj dem erzogtichen Puülais der Residenz wurd—
e lagee auf Halomast gehißt.
Hrrzo4 srarl Thesdor war in erster Ehe mit der
inzeieen Sophre von Sachen vermählt, die 1865 start
ud en zweter Sse mit der Hnfauten aria Josepyad von
,,t er nnenicen verstotrvene Sergzog hat sich als
elehrter und NAugekaeuzt hervorrafende Berbitenste eror
ben und durch sine unigennütige Taüt gkeit imn Deerite
der leibenden Menschheit ein leuchtendes Beispiel gegegen
—A

* Der Minister des Veusen, Tittoni, kündigt an, daß
⸗r am Montag die Juterpeltation »her den Artikel des
Wiener Fremdenblaties“ beantworten werde.
Aus dem Vatikan.
* Der Papft eituing die Marcosen des englischen
Kriegsschisses „Denran“, welches au ideich in Neope
oor Anker liegt. Ter Sa,st einnerte in seiner An prache
an die hochherzige Botziligung der englischen Matroesen
an dem diettungswert gelegentlich der Erdzeben-Nata—
rovhe in Eud-Italen

Enunlaud.
* Das Schicksal des Sudgzets ist noch immer nicht ent—
chieden. Im Coechaus dauert das Redednell zwischen
den orupostonclsen Lords und den Liberatlen sort. Die
Posttrion der RPeers hat sich alen Auichein nach etwas
gelockert, edoch ist es oone Zueel, daß die Budgetvor—
age dennoch abgelehnt wird, voransgesetzt, daß sich in
etzter Stunde nicht noch ein Umschwung geltend macht.
Inzwischen ist die Presse beider Parleien eisrrig an der
irbeit, den Wahrkampf, der nach der Ablehnung des Büd—
3z2ts sofort einsetzen wird, da die etwaigen Renwahlen
chon an'sang des nächsten Jarres zu erwaäarten sind, durch
Leitartitsel in die Wege zu lesten. Die Konservativen ver
assen sich auf das Volk, während die Liberalen hossen,
zen Loros eine erhebliche Schlappe beizubringen. Der
stedeschwall im Oberhaus wird noch einige Tage dauern.
zevor die Aßstimmuma erfolat.

SRolonales.
Die Kongoresormen. Der „Times“Korrespondent
in Britssel hatte Unterredungen mit Kongofachteuten, vor
allem mit dem Kolonialminister Renkin selbst und dann
den belgischen Führern der Agitation gegen das alte
dongosystem, so nanentlich mit dem früheren Minister
Beernagert, dem Prosessor Cattier und mit dem Soziali—
ten Vandervelde. Im Anschluß an den Bericht über diese
Befprechungen mit Männern, deren Ehrlichkeit niemand
bezweiseln könne, spricht das Cityblatt die Ueberzeugung
aus, daß das Leopoldinische System im Kongo wirtklich
tot, daß die belgische Regierung entschlossen sei, wirllich
Reformen einzuführen, daß es dem belgischen Volke ernsi
mit dieser Sache, und daß bereits eine ungeheuere Besse
rung im Geist der gesamten Senen erwaltung eingetreten
sei. Der Artikel ist mit aufaltener Sympathie für die
belgische Regierung geschrieben und klingt in dem Gedam
ken aus: Das Mißssttrauen gegen Belgien ist in England
erloschen, und es bedarf nur einiger praktischer Beweise
des guten Willens, um England zu bestimmen, die Au—
nexion des RKonago anzuerkennen

Rontische undschan.
Deutsches Reich.
* Der Preußiscehe Landtag wird, wie von gutunter—
cichteter Seile verlautet, am 11. Januar zujumutentreien.
* Nach einer Meldung der „Kom. Volksztg.“ wird die
Zentrums raklion des Reichstages wegen der von den Ze
hen⸗ und Gruvenbesitzern veschlossenen Einsuhrung »*des
Arbeitsnachweises und des dadurch gesahrdeten freien
oalitionsrechts der Arbeiter sofort nach Eroffnung des
Reichsstages eine Interpelltation einodringen.
*Der Ausschuß der Immediatkommisston zur Vorbe—
ceilung der Verwaltungsresorm tritt ain 13 Dezenber
zum ersten Mate zusammen, um Uoer die VBereinfachung
des Rechtsmittelweges vezuglich des Beschwerde— und des
Verwaltungsstreiwersahrens zu verhandeln. Der Ausschuß
setzt sich zusaninien aus dem Präsidenten des COpbersen
VBerwaltungagerichtshoses von Better, dem Geh. Justizecn
Cassel, Kammergerichtsrat Schifier und Gehelnirae
Schmedding.
* Die Neuregelung der Pferderationen, wie sie sich
im neuen Weiletaretat darstellt, ist eine etwas mertwür.
dige Erfütllung, der vom Reichstage geforderten Sparsam.
leit. Der dieichstag hatte sich nämlich dagegen gewandt,
daß Vierderationen vielen höberen Ofiæzieren auch i

Frankreichs Negertruppen im Kriegssfall.
Krriegsminister General Brun fuhrt in seiner Ant—
vort auf cine Ansrage des „Pariss-Journal“ aus, daß die
Verwendung der schwarzen Truppen ausschließlich auf Al—
gerien beschränkt werden soll. Diese Zurückhaltung sei
nur darauf zurückzusühren, daß die Senegalesen auf kei—
nen Fall das europäische Kima selbst in den Uebergangs
ahreszeiten, geschweige denn im Winter, auszuhalten ver—
möchten, also füur einen eurypäischen Feldzug, der doct
nur in östlichen und nördlichen, also rauheren Gegenden
uszusechten wäre, völlig unbrauchsar sein würden. Hin—
Jegen koönnten sie wegen ihrer guten Manneszucht, Tap
erkeit und Treue Frankreich gegenüber in einem Kriegs
alle in Rordafsrika außerordentliche Dienste erweisen. Sehr
Nergisch verwahrt sich ferner der Kriegsminister gegen
eine Eingarnisonierung der algerischen Truppen. Turkos
und Spah's, in Frankreich. Tie Lebensart dieser und
zewisse nicht naäher zu bezeichnende Gewohnheiten ließen
28 unmögelich erscheinen, sie mitten unter einer französi—
schen Bevölterung leben zu lassen. Nur für den Feldzug
würden algerische Truppen nach Europa geöracht werden
und zwar in noch bedeutend größerem Wapstabe als 1870
da Frantreich durch seine Geburtenschwäche numerisch ge—
gen seinen mächtigen Nachbarn zu weit zurückbleibe. Vor—
aufig sollen dem Kriegsminister zufolge zwei oder drei
Regimenter schwarze Truppen versuchsweise nach Süd
aran verleagt werden; gelingt das, so könnte eine Vero

— — —
*
Heer nuud Flotte.
— * Ein größerer Aerztemangel in Heer und Flott
macht sich immer mehr bemerkbar. Von 560 Assiftenz
arztsteilen in Heer und Flotte sind zurzeit etwa 440 Stel
len unbesetzt, sodaß der Revierdienfst setzt meist von den
Stabsärzten geleistet werden riuß. Dieser Nerztemange—
hat seinen Grund zum größten Teil wohl daren, daß un
sere Sanitätsoffliziere noch nicht die Stellung der Trup
venoffiziere erreicht haben.
—œAͤůNEEE
Luftschiffahrt. —— ⸗
*Der erste öerreichischemonoplan. Am
Zteinfeld bei Wiener⸗Reustadt machte der erste österreichi—
sche Monoplan „Ettrich 1“ vom Fabrikanten Igo Ettrich
aus Trautenau drei Flüge bis fünf Kilometer, die sehr
gut gelangen. Hauptmann Emanuel Quoika unternahm
auf der Simmerinager Heide Fluaversuche mit einem Ble—

3— 7 ——
Die CEhristhlume.
Erzählung von C. Burger.
Nachdrud verboten.
„Wissen Sie, daß ich wahnsinnig bin?“ stieß sie un—
heimlich hervor. Martha sagt's mir täglich, — ich soll
diesen Ausenthalt nur mit einem Irrenhause veriauschen
oder — — ihren Bruder hetraten.“
.Martha irrt sich,“ beruhigte Kurt. „Und nun, Va—
esta, vertrauen Sie sich meiner Obhut an; jetzt halten
wir uns ncch verborgen, aber sobald die Dunkelheit ein—
bricht, reiten wit davon und sind in wenigen Stunden in
-Zaratonta. Sie sind fruher so oft dort gewesen, und Mut—
en Dolotes wird für Sie sorgen.“
Widerstandslos lteß sie sich aus dem elenden Raum
ginausgeleiten; er mußte sie fast tragen, denn ihre Kräfie
waren erschopft, ihre Füße erlahmt. In der Halle fand
et einen warmen Pelzmantel, Marthas Eigentum, er nahm
hn und umhullte sorglich damtt die fröstelnde, zitlernde
Bestalt. Glücklich erreichte er mit seiner Burde das Vor—
wert und hiel sich dort bis zur früh eintretenden Däm—
merung verborgen.
Hettor wieherte freudig, als sein Gebieter ihm den
glänzenden Hals streichelte, und schien die doppelle vVahst
gar nicht zu spuren. Es war jetzt rabenschwarze Nacht.
Kurt hatte leider nicht den scharfen Ortssinn, der den Ein—
geborenen der Urwalder eigen ist und da er, aus Furcht,
die Geschwister auf dem Ritte anzutreffen, den ihm be—
kannten Weg nicht einzuschlagen wagte, ritt er getadezu in
den Urwald, der sich weit zwischen Waldbrunnen und Sa—
ratonka erjtredte.
Er fühlte das Haupt seines Schützlings schwer auf
jeine Schulter sallen; Valesta mußte entweder vor Ermat⸗
tung eingeschlasen, oder vor Erschöpsung ohnmächtig ge—
worden sein. Er wagte nicht, das Pferd anzuyalten, —
aur weiter, immer weiter, — bis er sein Ziel erreichte

in dieser Stunde lerne ich die verborgensten Winkel mei—
nes Herzens kennen. Heute ist Weihnachtstag; da hole ich
nir meine Christblume inmitten der Dunkelheit. — Son—
derbar,“ fuhr er in seinem Selbstgespräch fort, „gerade
)eute vor zwölf Jahren wurden die beiden Kinder in die—
em Walde gefunden — vielleicht an dieser selben Stelle. —
Vallis Leben schien nur Glüd und Sonnenschein, sie war
der verwöhnte Liebling und wuchs in Glanz und Reich
tum auf, und ach! welches traurige Schicksal hat sie er—
eiltt Laura hingegen übernahm gern die Sorge für die
Kleinen, pflegte in Krantheit und jstand bei jeder Arbeit
Frau Lester zur Seite. Ha! die bosen Ahnungen haben
lich doch verwirklicht!“
Langsamer und unsicherer wurden die Schritte des
sonst so sicheren Rappen, der sich nur nut außerster Mühe
seinen Weg in der Finsternis durch den umdurchdringlichen
Wald baente. Noch immer ruhte das müde 'Haupt auf
urts jiarter Schulter, der jetzt nur noch den einen Wunsch
hatte. seine mühsam errungene Christblume in seinen
icheren Armen gegen alle weiteren Stürme des Vebens zu
chutzen.
Er kannte jetzt das Geheimnis seines Herzens und
wußte, weshalb er früher von einer vermeintlichen Verbin—
zung zwischen Vally und Michael nicht zu seinem Freund
zesprochen hatte.
Seit dem Augenblich, da er an jenem frühen Herbstmorgen
 die stolze Amazone gesehen hatte, war ihr Bild
nicht aus seinem Herzen gewichen.
Er kannte die Pläne seiner Mutter genau. — und jetzt
varen mit einem Schlage ihre Hoffnungen vernichtet. Mit
eder Fiber seines Herzens liebte er das Kind, dessen un—
zlüccliche Mutter — verlassen von ihrem Gatten — ein
rauriges Ende im einsamen Walde fand, und von dessen
inbekanntem Vater noch ketne Spur entdedt war, von dem
nan nichts wußhte.

Raber. mit Ergebting die lange Abwesenheit ihres Sohnes
und führten auf ihrem alten Familienschlosse mit der ein—
zig ihnen gebliebenen Tochter Helene ein verhältnismäßig
ruhiges Leben, Helene war die Lieblingsschwester des Bru—
ders, der ihr vor seiner Abreise scherzend das Versprechen
abgenommen hatte sich nicht ohne seine Zustimmung zu ver⸗
loben, oder gar vor seiner Rücklehr zu heiraten.
Ich werde nie heiraten,“ hatte Helene errötend erwi⸗
dert, Mama hat hoffentlich jeden weiteren Plan aufgege⸗
ben und denkt gewiß nicht mehr daran, wie früher. Gatten
tür ihre Töchter aufzusuchen.“
Jedoch Freiin von Hochstein schmiedete nach wie vor
neue Pläne. Schon vor sechs Jahren hatte sie die ihr so
peinliche Entdeckung gemacht, daß ihre Tochter warme Ge⸗
fühle für einen jungen, allgemein beliebten intelligenten
Arzt, Dr. Ecart, hegte. — Sie konnte gegen die Persönlichkeit
 des Arztes nichts einwenden, aber — er war vermö⸗
genslos und nun auf seine Praris angewiesen. Die Mutter
reranlaßte nach dieser Entdecung ihre Tochter zu einem
nehrmonatlichen Aufenthalt bei einer verheirateten Schwe—
ter und gab, während der Abwesenheit dem jungen Manne
deutlich zu verstehen, daß er als Schwiegersohn nicht will⸗
ommen sei; auch ließ lie durchbliden, daß eine baldige
Lerlobung mit einem der so vielen adeligen Verehrer nicht
ausgeschlossen sei. D
Doktor Ecart verließ schon in wenigen Tagen seine
Heimat und reiste nach Asien, um in China, wo eine hef—
tige Cholera-Epidemte ausgebrochen war, die Not der ar—⸗
men Leidenden zu lindern. Als dieses Hindernis glüdlich
zeseitigt war, durfte Helene zurüdkehren.
Sechs Jahre waren seit jenem Ereignis verflossen, und
die Mutter erkannte vielleicht jetzt erst das Vertehrte ihrer
dandlungsweie

Forisetzung iclat.
            
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