Jeneral Vernd im Siote. antinen« jn ußg eingetrof
jen und vom Attentäter nicht bdemerkt worden.
Straßenbahnunglück. Rus Brest wird gemeldet:
Ein aus der Vorstadt St. Pierre-Quilbignon zurückkeh—
render, mit 20 Personen beseßter Straßenbahnwagen ent—
gleiste, als er einen starlen Abhang heruntersuhr, in ei—
ier Kurve, weil die Bremie plötzlich nicht mehr funktio—
nierte. Der Wagen lief noch einige Meter neben dem Ge—
eis und überschlug sich dann. Sämttiche Insassen wur—⸗
den mehr oder weniger schwer verletzt, zwei Frauen le—
ꝛensgefährlich.
Russiscehe Anwälte. Der Rechtsanwalt Bazunoff und
oer Präsesgehilse des Anwaltsrats Aronsohn, Verte diger
der berüchtigten Olga Stein, der russischen Humbert, die
vährend der Dauer ihres Prozesses nach Amerika entflo—
zen war und später ausge iefert wurde, sollen we gen
Beihilfe zur Flucht vor Gericht gestellt werden. Der aus
der Reichsduma bekannte Abgeordnete Pergament beging
aus gleichem Grunde im Früh ühr Selbstmord.
Feuersbrunst. Eine Feuersbrunst hat in einem Mai—
ander Vorort ein großes Aroeiterwohnhaus eingeäschert.
Fin Feuerwehrmann siürzte von einem Balkon und war
ofort tot. 45 Familien sind obdachlos, der Schaden ist
edeutend.
Schwerer Sturm. Die Azoreninseln sind von einem
chweren Orkan heimgesucht worden. Ein Kriegsschiff ist
het dem Hafen Pico gestrandet. 20 Mann der Besatzung
ertranken, man befürchtet weitere Schiffsunglücke.
Vom Vesuv. Wie aus Teneriffa amtlich ge—
meldet wird, ist nur noch ein Krater in Tätigkeit. Die
Lava ist zum Stehen gekommen. Der vulkanische Aus—
zruch scheint demnach beendet.
Luftschiffahrt.
*zAufstiege Grades. Die Aufstiege Grades in
Nagdeburg gelangen vorzüglich. Der Höhenflug ging
30 bis 80 Meter hoch. Die Flugdauer war jedesmal bis
sechs Minuten. Ein nach Tausenden zählendes Publikum
ubelte Grade stürmisch zu.
*)Der österreichische Militärlenkbal—
on „Parseval“ hat am Sonntag die erste längere
Fahrt unternommen. Nach 12 Uhr stieg der Ballon in
Fischamend mit Hauptmann Berlhepsch als Führer und
»xei Ingenieuren auf und flog in 250 Meter Höhe gegen
Wien. Um 1 Uhr schwebie das Luftschiff über der Spitze
des Stefansturmes, dann über der Hofsburg, wo der Kai—
er zusah. Der Ballon kreuzte eine halbe Stunde über
der inneren Stadt, vollführte mehrere Schleifen und Kur—
ven und flog dann nach Schönbrunn, wo er mehrere ge—
lungene Evolutionen ausführte. Die Rückfahrt nahm er
über den Laaer Berg und landete um 4 Uhr glätt in
Fischamend. Viele Tausende Menschen verfolgtien den
Flug.
— —— ⸗ —
Rermiscttes.
Die audere Borussia“. In Bonn ist bekanntlich
das Korps „Borntia“ vom Senate der Universitau wegen
verschiedener Ausschreitungen suspendiert worden. Nun
zibt es in Bonn ein Reinigungsinstitut gleichen Namens,
veshalb es der Zuhaber desselben für angebracht hielt,
sein Unternehmen durch fo!gende Bekanntmachung in beste
Frinnerung zu bringen.
Bekanntmachung.
Teile meiner werten Kundschaft mit, daß mein Ge—
schäft nach wie vor besteht und nicht suspendiert wor—⸗
den ist
„Borussia“
Bonner Glas—- und Gebäude-Reinigungs-Instimt.
Gefaulenzt wird noch nicht. Infolge seiner über—
hand nehmenden Korpulenz war im Jahre 1759 der
Stettiner Kanzleirat Heinzenberg amtsmüde geworden, so—
daß er an Friedrich den Zweiten ein Gesuch um Pensio—
nierung richtete mit der Motivterung, seine Leibesfülle
lasse ein Weiterdienen nicht länger zu. Da kam er Frie—
drich dem Zweiten, der nicht gern geneigt war, Beamte
vor der Zeit zu pensionieren, gerade recht. Er erwiderte
dem Kanzleirat: „Mache Er keine Flausen. Ein Kollege
vom Ihm in der Kanzlei zu Magdeburg will nichts mehr
tun, weil er jeden Tag magerer wird, und Er will sich
auf die Bärenhaut legen, weil Er zu dick wird. Dem
Magdeburger habe ich geraten, ordentlich Mehlsuppen zu
essen und Er mag sich meinethalben täglsich sein Brenn—
solz selber sppalten oder Er mag es auch mit Seiltanzen
versuchen. Gefaulenzt wird noch nicht!“
Der Kampf auf der Lokomotive. Ueber einen
ichredlichen Kampf auf Leben und Tod auf einer Loko—
motive, der in votler Fahrt zwischen dem Lokomotipfüh—
rer und dem plötzlich irrsinnig gewordenen Heizer, einem
Mulatten, stattgefunden hat und mit dem Tode des Wahn—
sinnigen endete, wird von Neu-Orleans im Saate Missis—
sippi berichte“ Der Zug war eben abgefahren, als der
hünenhafte Mulatte, der Kohlen aufgeworsen hatte, plötz—
lich die Schaufel sinken ließ und den Führer, der, nichts
Böses ahnend. mit der Hand am Regqulatorhebel dastand
und nach vorn Aus'ichau hielt, mit der Drohung ansiel,
er wolle ihn ins Fener wersen. Es war dem Führer
nicht möglich. die Masshine zum Stehen zu bringen, und
zei dem nun fsolgenden Rinakampfe wurde er zweimal
Die Christhlume.
Frzählung von C. Burger.
Nachdruck verboten.
Wutter Dolores spielte ihr dabei ausgezeichnet tin die
dände. Sie bat, Anordnungen in betreff des Abendessens
u treffen, ließ leise Bemertungen fallen, daß sie zur Füh—
ung des Haushaltes zu alt geworden sei, — der Gutshof
ntbehre der Herrin, und das Haus sei schließlich viel zu
roß für zwei Junggesellen. Auch Saarfeld erfüllte voll—
ommien die lastige Rolle und zollte seinen Gästen alle er—
entlichen Aufmertsamteiten. Doch im heiteren Geplauder
nicht Lauras flehender Blick, ihr angsterfülltes blei—
Anten von seiner Seele weichen und vorwurfsvoll
LUangen ihn die noch unausgesprochenen Worte ins
Ohr: „Warr'uij ür meine arme Schwester nicht besser
gesorgt?
Mitternacht wat längsu vorüber. Leise hatte Saarfeld
den treuen Hektor gesattel und führte ihn jetzt in den Hof,
wo Kurt, in einen langen Mantel gehüllt seiner harrte.
„Glaube mit, wenn ich am jselgenden Tage nicht bald
aach Sonnenaufgang wieder hier vbin, so ist es dort drü—
bden nicht richtig, und Du mußt selbsuntommen und nach—
orschen,“ sagte Kurn tnesj bewegt, seinem Freunde zum
Aoschied die Hand reichend.
„Das wolle Gott oerhüten,“ versetzte Saarfeld jeierlich;
ich weißs, wie geschidi Du in solchen Ausführungen bist;
— sei vorsichtig — um Vauras willen.“
„Ich werde sie querher b ugen oder — mit ihr ster—
ben.“ versicherte Kurt und verschwand in der Dunkelheit.
— —
VDas derrenhaus in Waldbrunnen war ein stattliches,
tolzes Gebaude, das von den Büutschaftsgebäuden eine
eträchtliche Strede entfernt lag und von einem großen
Sarten urageden wurde. Ein großes, eisernes Gittertor
ührte nach dem Haupteingaug, jsedoch war derselbe selten
eöfinet denn der Dottcer und die wentaen Besucher Be—
ion denn nennnen geneon veie seneteh cennten. dom —
ang es ihm endlich mit vlötzlicher Aufbietung aller Krakt
den Neger von der Moschene zu schleudern worauf e
»aun den Hehbet ziehen und die Maichine anhalten fonnte
au fand den abgestüreten Seizer mit zerbrochenem Ge—
nick tot auf der Strecke liegen.
Das Schnadahüpflt als Doktordissertation. Wer
die älperischen Lebes ieder erklingen hört, der denkt wohl
aum daran, daß man das Schnadahüpf. auch zum Ge—
genstande einer wigenschast ichen Untersuchung machen
ann. Tas Wiaterzal hat der Versafser, Heir Kurt Rot
er, zum großen Teit auf Studienahrten im Salzburger
fABerland und in Karnten gesammelt. Er untersucht den
bers⸗ und Periodenbau des Schnadahüpfl-Rhythmus. In
esen Tanzliedern hat sich die alte Ursorm der Beweg—
mnigeztunste, die Dreienigkeit von Tanz und gesungenem
Vort bis in unsere Tage lebendig erhalten. Die Gesünge
eizen die Entweicklung von alten lyrischen Einstrophen bis
um kuünzlerischen yr schen Lied imm Schnadahüpfl-Rhyth
nus. Auf dieser Linie arbeitet das Werk NRolters die
Brundzüge des formaten Fortichrettens heraus.
Ein Millioneitprezetsz. Königin Natalie, die Ge—
mahlin Milans und Butter des ermordeien Königs Ale
rander von Serbien, hat eine Klage gegen die Erben des
vBenerals Lazar Petrowitsch, der Generaladjutant ihres
Zohres war, auf Herausgabe von fünf Miillionen Dina—
en angestrengt. Ter General erhob diese Summe im
April 1903 auf Konto der königlichen Zivilliste, hat jedoch
yie Summe nie zur Abrechnung gebracht. Er benutzte
aie Verwirrung, die durch die Ermordung des Königs
Aexander entitanden war, um die Summe für sich zu ver—
»rauchen. Der Prozeß hat bereits begonnen, und es sind
nußergewöhnliche Vorsichtsmaßregeln getroffen, die das
zrößte Erstaunen erregen. Truppen bewachen den Ein—
zang zum Sißungssaal, während Gendarmen mit aufge—
lanztem Bazonett hinter dem Vorsitzenden und dem
Staatsanwalt Posto gefaßt haben.
Coofk war nicht am Nordpol, so behauptet Kon—
teradmiral Chester. In dem Kampfe für und gegen
Coot liegt nunmehr zum ersten Mal eine offizielle Aeuße—
cung vor. Diee große „Nationale geographische Gesellschaft
in Washington“ hat durch ihr hervorragendftes Miiglied
zegen Coot Stellung genommen und ihn kurzweg als
Schwindler bezeichnet. Konteradmiral C. M. Chester, der
dem KKonutee angehörte, das das von ommandeur Peary
interbreitete Beweismaterial fur die Entdeckung des Rord—
pols prüfte, hielt im Universitz Club zu Walhengton ei—
nen Vortrag, in dem er behauptete, daß Dr. Cook den
Pol nicht erreicht haben könne und sich durch den von
ihm verössentlichten Bericht über seine Reise selbst als
Betrüger brandmarkte. Den sensationellsten Teil des Vor—
rags des Admirals bildete seine Behauptung, daß Dr.
Look ihm gestanden habe, daß die angeblich auf dem Gip—
el des Mount Mac Kinley aufgenommenen Photographien
in einem Atelier hergesteltt, d. h. gefälicht wurden.
Fischnahrung im Deutschen Reich. Während in
früheren Jahren der Genuß von Seefischen fast ausschließ—
lich auf gesalzene und geräucherte Heringe, hier und da
auch auf getrocdnete Fische sich beschränkte, ist es in neue—
rer Zeit durch die Vervollkommnung unserer Verkehrsmit—
tel ermöglicht worden, auch frische Seefische auf weite
Entfernungen zu verschicken. Hierdurch und durch der
Umstand, daß das Fleisch der Fische nicht nur eine an
genehme Abwechselung in unserer Nahrung bildet, sonderr
auch hinsichtlich des Nährwertes einen volligen Ersatz für
Rindfleisch oder das Fleisch sonstiger Landtieren bietet,
ist der Seefisch zu einem Volksnahrungsmittel geworden.
die Nachfrage ist so groß geworden, daß unsere eigene
Zeefischerei die Nachfsrage nach Seefischen bei weitem
nicht befriedigen kann. Dabei muß man die Ergebnisse
er deutschen Seefischerei als recht erhe-Aiche bezeichnen.
Bon deutschen Fischern und Mannschafien deutscher Schiffe
vurden im Jahre 1907 aus dem Nordseegebiet 6 653 900
dg. und 476572 Fische im Werte von über 14 Millio—
ien Mark und dem Ostseegebiet 18 492 000 Klg. und
20 741 009 Stück Fische von über 6 Mi sionen M. Wert
ins Land gebracht. Hierzu kommt der Ertrag des Fan—
zes von Schaltieren und von Erzeugnissen von Seetieren,
odaß sich für 1907 ein Gesamtwert des Fanges aus der
dordsee von 21 Millionen und aus der Ostsee von über
„Millionen Mark, mithin zusammen für 27 900 000 M.
rgibt. Wenn man die leichter verdaulichen, fettarmen und
ür die Vollsnahrung besonders in Vectracht kommenden
Fdischarten, als Schestsisch, Kabeljau, Rochen, Seehecht,
zcholle und Knurrhahn be'onders herauszreift, so betrug
ie Ausbeute an diesen Fischen in beiden Seegebieten ei—
ien Gesamt vert von über 10 Millionen Mark. Die Ein—
uhrwerte der vom Ausland zu eigenem Verbrauch im
eutschen Reich bezogenen Fische bezifferten sich 1906 auf
24 Millionen Mark. Hiervon entsiel auf tote und lebende
Züßwasserfische der Betrag von 6 Mill. Mark.
An die jungen Mädchen richtet sich ein Flugblatt
»es Vereins für Verbesserung der Frauenkleidung in Stutt
zart mit folgender eindringlichen Mahnung: „Bald zähdlst
u nun zu den Erwachsenen und bekommst lange Kleider
oflichten treten an dich heran, denen die kindlichen Spiel«
veichen müssen. Aber fürchte nicht, daß nun Frohmu
und heiterer Sinn auch ein Ende haben. Veides kannm
XXI!—— —— ——— — üä⏑—
diesen Aufenthalt nur mit einem Irrenhause vertauschen
autzten ein kleines Seitenpförtchen, welches direkt nach der
Besindestube führte.
Kurt hatte seinen ermüdeten Hektor im Vorwerk unter
der Obhut des Verwalters Horn gelassen.
Zu Fuß begab er sich nach dem Gutshof, einen Plan
nach dem andern ersinnend und verwerfend, und stand plötz⸗
lich gerade der schwarzen Dienerin gegenüber.
Zu seiner nicht geringen Ueberraschung eilte sie auf
ihn zu und erzählte ihm in fliegender Hast, daß der Zu⸗—
tand des alten Herrn sich verschlimmert und sie schon ei—
nen Boten nach Saratonka abgesandt habe, um die Ge
ichwister holen zu lassen.
Kurt erschrat. Wenn Martha und der Bruder zurüd⸗
ehrten, ehe Valeska in Sicherhett war, wagte er nicht an
die Folgen zu denken.
„Ich muß sofort Fräulein Nobel sprechen,“ begann er
ernst, „ihre Schwester hat mir einen Auftrag für sie ge—
geben.“
Die Dienerin war sichtlich bestürzt.
„Ah,.“ jagte sie zttternd, weiß Fräulein Laura denn
icch nicht, was sich hier zugetragen hat? O, es ist zu
raurig!“
„Valeska ist doch nicht tot?“
Die Schwarze bedeckte ihr Antlitz mit den Händen und
chluchzend erzählte sie, daß das arme Fräulein schon seit
ängerer Zeit wahnsinnig sei, daß sie sich fürchte, zu thr
zu gehen, und daß Fräulein Richter dächte, es sei besser
ie wäre tot. —
«unsinn! sie ist nicht wahnsinnig!“ erklärte Kurt ent—
schieden „Ich glaube es nicht.“
„Es ist aber wahr, es ist die volie Wahrheit,“ beharrte
das Mädchea. Sett mehreren Tagen wage ich nicht, mich
hrer Tur zu nähern, sie schreit und tobt ganz fürchterlich.
D, es ist entsetzlich, mit einet Wahnsinnigen in einem
Zause zu setal“
Kurt werlor den Mut nicht.
Ich fürchte mich nicht“ sagte er ganz entschieden, un
du dir in jeder Lebenslage vewahren und in seden
Alter. Eine Haupt'ache dabei ist aber ein gesunder Kör—
per und zu seiner Kräftigung mußt du in erster Linie
eine vernünstige Kle dung wählen. Trage also niemals
ein Korsett. denn das bringt Bleichsicht, Magenleider
und alle möglichen Krankheiten, die dir das Leben ver
bittern und dich untauglich zu deinem Berufse machen
hre auch darin den Willen deines Schöpfers, daß di
die Biegsamteit und Kraft, die er deinem Körper verlie
»en hat, nicht mit harien Korsettstüben, mit festem Rock
»und und engem Gürtel unterbindest. Lungen, Mager
und die Organe des Unterleibes darist du damit nich,
gewaltsam zusammenpressen. Auch das lose angelegie
Korsett ist schädlich. Jeder gesunde Körper ist stark ge—
nug, sich ohne Korsett aufrecht zu halten. Nur durch das
Korsetiragen veriiert er die dazu nötige Muskelkraft. 831
alledem ist die Korse tfigur häßlich, weil sie naturwidric
ist. Aerzte, Kimstler und erfahrene Mütter haben dat
klar bewiesen und raten dir zu einer Kleidung, die zu
aAleich gesund und schön ist, und die nicht teurer ist als
ine andere“
Zur Ballonkatastrophe bei Fiume. Die am Mon
tag begonnene Fahrt des Berliner Ballons „Kolmar—
hat, wie schon kurz gemeldet, einen furchtbaren Abschluß
gefunden. Der Ballon war mit den Herrn Dr. Brink
mann und Architekt Francke an Bord am Abend des ge
nannten Tages in Schmargendors bei Berltin aufgeiegen
Beide Lufstsehiser hatten die Absicht, eine Rekordsahrt zr
unternehmen; sie glaubten nach ihren Angaben, sogar
den süd ichen Teil des Balkans zu erreichen. Der ziem
lich starke Wind trieb den 2200 Kubikmeter Gas fassender
Ballon nach Süden; er überslog die Ostalpen und der
nördlichen Teil der oberitalienischen Tiefebene. Er flod
ö— i t ⸗ ö— —
7.
———— —
Megoebu.
—AXX
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heczogtümer
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Brinkmann
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— —— 23 —
Zur bistschiffkatastrophe efiume.
dann über die Adria, erreichte in Isterien wieder das sesn
Land und wandie sich schließlich nach Kroatien. Ei
scheint, daß die Aeronauten nunmehr den großen Kapel
lerberg überfliegen worlten, und hierbei vom Winde ab
getrieben, von einem Borasturm überrascht und gegen der
Berg Osserniga beim Dore Krasica (20 Kilometer hinter
Fiume) geschleudert wurden. Hierbei wurde der Ballor
zerrissen und stürzte aus beträchtiicher Höhe hinab, wo—
bei die Insassen tödlich verunglückten. Von den, auf ijce
tragische Weise ums Leben gekommenen Lufiftschiffern, wan
der im 34. Lebensjahre stehende Dr. Brinkmann, eir
früherer Offizier, einer der bekanntesten Berliner Aero
nauten, während Architelt Francke, der aus Kolmar i. P
stammt, in der Luftschiffahrt bisher nur weng hervorge
reten waor
—— — *
bin fest entschlossen, dieses Haus nicht eher zu verlassen,
als bis ich sie gesehen habe. Wollen Sie mir iht Zimmer
zeigen, oder muß ich es mir selbst suchen?“
„Ich will Ihnen die Tür zeigen, aber — hineingehen
lann ich nicht; Fräulein Richter hat es mir auch strenç
verboten,“ gestand das Mädchen.
Er ließ ein Geldstück in ihre Hand gleiten.
„Sie können Fräulein Richter ruhig sagen, daß Si
das Zimmer weder betreten, noch mit der Kranken gespro
chen haben!“ beruhigte er jeden Zweifel, „und Sie brau
chen gar nicht zu sagen, daß ich hier gewesen bin.“
Das wirkte. Die Dienerin führte ihren Begleiter durd
mehrere Gänge und deutete endlich auf eine kleine Tür —
aber achl sie war fest verriegelt; trotz übermenschlicher An
strengung gelang es nicht, das Schloß zu sprengen. End
lich, nachdem er länger als eine Stunde mit aufgefundenen
Werkzeugen gearbeitet hatte, erreichte er sein Ziel, die Tü
sprang auf.
Kurt prallte entsetzt zurüd; er war nicht vorbereitet au
den Anblick, der sich seinen Blicken bot. Der enge Raum
in den nur durch ein kleines Fenster Luft und Licht drin
gen konnte, enthielt außer einem hölzernen Stuhl nur ein
Bund Stroh, auf dem in einem dünnen, zerrissenen Kleide
die Unglückliche hockte, die er vor drei Monaten in vollen
Besundheit und Lebensfrische in Saratonta gesehen hatte
Bei seinem Anblide stieß sie einen herzzerteißender
Schrei aus, dann siarrte sie ihn mit ihren duntlen Auge
verzweiflungsvoll an. Endlich schien sie ihn zu ertennen
uind eine flammende Röte färbte momentan ihre bleichen
aAbgehärmten Wangen.
„Ah,“ murmelte sie endlich unverständlich, sind Si.
gekommen, um mich zu retten? Hat sich der Herr im Him
mel meines Elendes erbarmt und meine Gebete erhörte
Sie sollen mit mit nach Saratonka gehen, danm be
nachrichtigen wir Ihre Schwester, und wir geleiten Si—
icher nach Kalifornien,“ tröstete er sanft
Die Unglückliche erschauerte
Fortsezung fese