Full text : Dudweiler Zeitung

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Amtliches Puhlikatlonsorgan
flir dle Värgermeilterei Dudweilor

Dienstag 30. Rov. 09.

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A— ⸗ — — — — — — — —e— ——
tanzler statt, zu dem außerdem noch die Gesandten dieser s enthatien, mit denen die Schonzarbeit erheblich schneller
Bundesstaaten, einge preuß iche Minister und Staatsfette, ponstatten gebt als mit den tleineren tragbaren, Auch an
täre geladen waren. detes schweres Arbeitsgerät, wie Aerte und Hacken beir
*Steuerertraͤge. Die Börsensieuer erbrachte im Ot- det sich auf, dem Schanzzeugwagen, so daß —
ober an Sch ubicheinftempet 22147754 M. (1 100 139 M.), 7x zuxf Stel!e ist. auch Ichwierige eb ten ausgeführ
an Werspapierstempel 1995 134 M. I 665 4783 MN., in erden koönnen, zu denen das kleine Schanzzeua nicht aus
der Zeit vom 1. April bis Ende Ottober 1909 an Schluß— reicht.
cheinstempel 12 444282 M. (- 65087 252 M.), sowie
in Wertpapicrstempel 22 785 6936 M. ( 8036 129 M.).
ithin ergibt sich set dem 1. April eine Gesamteinnahme
zon 35 269 978 M. und eine Gesamtatehreinnahme von
4123 380 M. Von den neuen Steuern erbrachten die
dalsusteuer 456 993 M., die Scheckteuer 131 126 M., der
vrundstüctstempel 5923 691 M. und die Zündwarenfteuer
583 916 Mark. Die Wechselstempelsteuer erbrachte im
Attober 1762 769 Wi. (mehr 268 173 M.) und vom 1.
April bis Ende Oltober 11134060 M.
* Wie verlautet, wird die Kohonialverwalt—
ung in der Begründung der Vorlage üher den Ankauf
der Otavibahn ihr nächstes Bahnprogramm entwickeln.
Die geplante Nord-Süd-Linie soll von Windhuk über Re—
zoboth und Gihenn nach Keeimanshoop gehen
Oesterreich-Ungarn.
* Die Entwirrungsattlon in der ungarischen Krise ist
noch nicht weiter gediehen. Die Audienz des Grafen Ste—
fan Tisza beim Koͤnig brachte vorläufig keine Klärr—
untg. Tisza übernahm die Aufgabe, sich darüber zu in
ormieren, wie eine Kabinettsbisdung möglich sei, welche
Männer sich hierzu am meisten eignen und wie man eine
Pehrheit organisieren könne. — Die politischen Kreise in
Budapest sind über die weitere Entwickelung der poli⸗—
ischen Lage gänzlich unorientiert. Graf Tisza wird
n den nächsten Tagen im Interesse der Klärung der
zage mit den politischen Führern konserieren und dann
em Monarchen über seine Eindrücke wieder Bericht er—
tatten. Die Erledigung eines Budgetprovisoriums hält
nan in dielem Zabre für agünzlich ausdeichtvisen
7rech.
*Der Deputicrte 8 Borichterstatter für das
driegsbudget, ertlarlse in eenn ant den vom „Temps
dercentlichten Brief des Lusischners Fapazza bezügli—
hen Interview, daß die 5900 6000 Frants, welche für die
Lenkballons vorgesehen wären, dem Studium des
Lenkballon-Typen dienen sollen. Wenn man einen end
zültigen Typ, der eine große Schnelligkeit entwickeln und
ich hoch erheben koune, ohne zu umfangreich zu sein, ge—
unden haben werde, solle dem Parlament ein Programm
‚orgelegt werden, und dieses werde ohne Zögern die not
vendigen Mittel bewilligen, um eine genuͤgende Anzah
olcher Luftschiffe bauen zu können. Das Paärlament wisse,
zaß Frankreich auf dem Gebieie der Luftschiffahrt hinter
Ddeutschland zurückgeblieben sei, aber es werde das
Bersäumte nachholen, sobald man dies tun könne, ohne
große Irrtümer zu bhegehen. Noch mehr Geduld erfor—
ere die MNPiadtif

—⸗ * —V—
Die Bewegung der französischen
*
DBenauten.
Man darf die Gründung einer Nationalen Födera—
ion der ofijeutlchen Bediensteien in Frankreich in ihrer
zedeutung nicht überschützen, aber der Vorgang verdiens
zeachtung, da er ein weiteres Zeichen ist, daß die Be—
vegung im Sitlen weiterglüht, wenn sie auch nicht im—
ner in Explosionen wie der Postsereik an die Oberfläche
ritt. Die Regserung hat sich im Laufe des Jahres be—
nüht, mit den bestehenden Beamtenvereinen ein autes
erhältnis zu bewahren, und nicht ohne Erfolg. Im Te—
egraphen und Posidienst nameuntlich hat Minister Mille—
and durch die Wiederausnqghme der entlassenen Streiker
ine versöhnliche Stimmung hervorgebracht. Außerdem be—
teht eine Art Wassenstiltstand, da man die Erledigung des
neuen Beamtengesetzes erwartet. Nur läßt dieses viel—
eicht länger auf sich warten als nötig ist. Um beim Zu—
tandekommen des Gesetzes einen legitimen Einfluß aus—
ihen zu können, hatten die Vereinigungen der verschie—
zenen Gruppen von Bediensteten schon vor längerer Zeit
einen Studienausschuß gebildet. Es waren 36 Vereinig—
ingen darin vertreten. Der Ausschuß hat ein Gegenpro—
ekt zum Regierungsentwurf des Beamtengesetzes ausge—
arbeitet, der von der Regierung und im Parlamente
ernsthaft in Betracht gezogen wird. Nun entstand die
Frage, ob der Ausschuß weiterbestehen solle. RNach lan—
gen Erörterungen beschloß man nun, nicht nur ihn wei—
serbestehen zu lassen, sondern in eine straffere Organisa—
fon zu verwandeln, die eine ständige Interessenvertret
ing der öffentlichen Bediensteten bilden soll. Die Ab—
timmung erfolgte mit 15 Stimmen gegen 10 und eine
ẽnthaltung. Diese Mehrheit erscheint um so schwächer,
venn man die Abwesenheit von 10 Stimmberechtgten in
Rechnung zieht. Aber dafür repräsentiert diese schwache
Mehrheit gerade die Vereinigungen, welche die stärksten
hitgliedermassen aufweisen, wie die Verbände der Schul—
ehrer, der niederen Postbediensteten, der Gemeindeange—
—DD
bereinigungen des Ministerialpersonals, der Präfekturbe—
iensteten usw. Die Scheidung der Geister ist damit so
iemlich deutlich markiert. Auf der einen Seite die Mas—
en, die sich gerne das Beamtenproletariat nennen, auj
»er andern die etwas höher stehenden Klassen. Allerdings
vehren sich auch die Vertreter der ersteren gegen den
Verdacht, revolnäonäre Gesinnungen zu hegen. Sie wol
en nur mit gesetzlichen Mitteln wirken und loyale Re—
publikaner bleiben. Es besteht kein Grund, ihre guten
Absichten nicht anzuertennen, aber wenn es ihnen gelingt,
eine solide Organisation zu Stande zu bringen, so könn—
en sie doch eines Tages zum vollen Bewußtsein ihrer
draft gelangen und dann ihre Kraft auch fühlen lassen.
Zie haben jedenfails noch lange zu arbeiten, um einen
illen Aufgaben gewachsenen Verband zu schaffen, wenn
nan auch den Austritt der Führer der Minderheit nicht
u überschätzen brauckt. Die wichtigste Frage für sie wird
s sein, ob sie sich dem „Syndicalisme“ der Arbeiter fern—
jalten wolen, oder ob sie, wie es einzelne der zur Fö—
zeration gehörigen Verbände tun, verlangen, auf der
Basis des Gewerkschaftsgeseßes von 1884 konstituiert zu
verden. Wenn Regicrung und Parlament dem Obersten
Arbeitsrat folgen, dann erweitern sie das allgemeine Ver—
insgesetz von 1901 derartig, daß es auch d'e Vertrening
eruflich-wirtichastlicher Interessen gestattet. In seiner eben
Abgeschlossenen Tagung hat sich der Arbeitsrat, der dar—
iber konsuliert worden war, in diesem Sinne ausgespro—
hen. Mit dieser Erweiterung des Vereinsgesetzes würde
besonders für die Beamten überflüfssia, sich des Ge—
verkichafsitsacsfehes zu bedienen

Aus aller Welt.
Unterschlagungen. Der bei der Berliner jüdischen
Venieinde angestelite Kassenbote Wagner, der die sälligen
Steuerbeiträge einzog, hat sich Unterschläagungen in Höhe
don 5000 Mark zuschulden ommen lassen, die er durch
Fälschungen verdeckte. Ein Teil der unterschlagenen Sum—
me ist durch die von Waaner ageitellte Saution von 266060
Mark gedeckt.
Juwelendiebe. In Berlin erbeuteten Juwelendiebe
vei einem Schausenstereinbruch in einem Uhrmacherladen
im Ofien Berüns Schmucksachen im Werte von 10000
MPark; die Täter sind entkommen.
Die Wiener Giftmordaffäre. Oberleutnant Adoll
Hofrichter traf unter militärischer Eskorte in Wien
ein. Er wurde in das Gebäude des Garnisonsgerichtes
gebrachht und in Untersfuchungshast gesetzt. — Trotzdem
das Beweismateérial bezüglich der Aehnlichleit der Hand—
schrist des Begleitschteibens und bezüglich der Schächtel—
cien der Oblalen und des Ausenthaltes Hofrichters in
Niten immer mehr den Schulddeweis verdichtet hat, ver
e Ho richter nach übereinsimmenden Meldungen bis—
ur beim hartnäckigen Leugnen. Es ist immer
noch nicht vottjtändig ausgeschlossen, daß es sich um eine
unselige Verkettung von Umstaänden handelt. Hofrichter,
der die Kadettenschule mit ausgezeichnetem Erfolge absol—
hierte, gant als ein überaus ehrgeiziger Oflizier, und in
einer Charatteristit begegnet man vielfach dem Vorwurfi
des Srreberrums. Wahrend einerseits das Sympathische
wegen der alligemeinen Beliebtheit Hofrichters hervorge—
hoden wird, wird er andererseits als verschlossen, wenig
kameradschasftlich und bei der Mannschaft ars nicht sehr
beliebt geschildert. Während seiner letzten Studienzeit in
der Kriegsschule sol. Hofrichter ein auigeregtes Wesen
und Nervosität gezeigt haben. — Im weiteren Verlaufte
der Untersuchung wurde ermittelt, daß Hofrichter in der
erssen Woche des Monats November in Linz eine Scha—
pirographenplatte gekauft hat von denm gleichen Format
wie dem dem Giftpulper beigelegten Prospekte. Die Platte
vurde aber nicht vorgefunden, Hofrichter gibt an, sie ver
brannt zu haben, da er sie nicht habe verwenden können
Sypüte Spur eines Betrugers. Nach den Angaben
einer Frauensperson, die bei der Wiener Polizei vor
prach, wäre nunmehr endlich eine Spur des Betrügers
ecslemethy, einem ehemaligen Kommunalbeamten, der
yor etwa acht Jahren mit 700 000 Kronen flüchtig wurde,
zjefunden. Die Frau gab an, sie habe in Amerika in
der Fabrik eines gewissen W. Hergesell gearbeitet, in dem
sie jetzt nach einer Photographie den verfolgten Betrüger
rkenne. Die Budapester Bebörde bat die geeianeten
Schritte unternommen.
Frau Sieinheil. Frau Steinheil traf in Begleitung
hres Arztes in London ein. Sie war an Bord de—
Dampfers, auf dem sich nur wenige weibliche Passagier⸗
zefandent erkannt worden. Im ersten Hotel, in dem sie
absteigen wollte, wurde sie von dem Besitzer, nachdem er
hren Namen erfahren hatte,abgewiefen. Frau Stein
jeil beabsichtigt, London wieder zu verlassen, um sich nach
Liverpool zu begeben. Vor ihrer Abreise aus Paris hat
ie einem Journalisten ihre Erlebnisse ditttert und hierfür
15 000 Franks erhalten. Auch die „Dailh Mail“ hat fin
hre Memoiren die Summe von 25000 Franks bezahlt.
Revolverattentat. General Berand vom Parise
Militärgouvecnement, der sich Sonntag Nachmittag zum
Bankett der Pariser Turnvereine begeben wollte, wurde
im Eingang des Hotels Continental der Gegenstand ei
ies Attentats. Ein Individuum von 32 Jahren, der in
ßuelma in Algerien geborene Robin Endelsi, feuerte meh⸗
rere Revolverschüsse auf den General, der an Schläse und
Nacken verwundet wurde. Nur die Wunde des Nacken—
hat einen ernsteren Charakter, ist aber nicht gefährlich
Dder Attentäter ist ein an Versolgungswahn leidende
Querulant, der es auf den Kriegsminister, Geueral Brum
abgesehen hatte, weil das Ministerium seine Bitischriften
micht mehr heantmärtete. Generaßs Brun war * —*

Englaud.
*,„Daily Telegraph“ berichtet, daß die Auflösung des
Parlaments wahrscheinlich am 8. Januar erfolgen
verde. Die Meu wablen dürften dann am 15. Fe—
irrrar stattfinvenß

Spantien.
* Der Kriegsminister kundigte an, daß er beabsichtige,
ein Rotbuch über den Verlauf der Operat onen bei Me—
ila zu veröfsentlichen. — Der Ministerrat verzeichnete
nit großer Genugtuung das Ende des Riffkrieges. Die
Piinister haben dem sranzösischen Minister des Aeußern,
Pichon, wegen seiner Hartunag gegenüber Spvanien ihren
Dank ausgesprochen

Volitische diundschau.
Deutsches Reich.
*æDer Ausschuß des Bundesrats für die aus—
värtigen Angelegenheiten hat Mitteilungen
des Reichskanzlers über einige Fragen der auswärtigen
zolitik entgegengenommen. Dem Ausschuß gehören zur
zeit außer den Bevollmächtigten der drei Konigreiche die
on Baden und Mecklenburg-Schwerin an, und diese fünf
ztaaten waren durch ihre leitenden Minister vertreten.
Fhnon zu Ehren saud abends ein Fesftinaunl bheint Moich

— — — —
Heer und Flotte.
xF Schanzzengwagen für die Jafanterie. Eine
Lermehrung des bei den Fuhhtcuppen vorhandenen Schanz—
„euges ist dadurch vargesehen, daß künstig jedem Jufan—
erie-Regiment ein besonderer Schanzzeugwagen zugewie—
sen wird. Solche Schanzzengwagen waren bisher“ nur
dei den Divisionsssoruckcutrains vorhanden und mußten
von diesen erst imnter bei eintretendem Bedar abgezweigt
verden. Küusftig versigen die Regimenter ohne weitere?
iber ihre Wagen, die freilich nach der Felddienst-Ord—
tung für gewöhnlich der großen Bagage zugeieilt sind.
dun Bodentung ist nach, daß diese Sngen aroße Enaten

Die Christblume.
Fraähluma von C. Burger.
Nachdrud verboten.
Sind unsere werten Gäste einmal hier, so muß einer
zon uns unwohl sein. Mutter Dolores muß mit der
pflege des Patienten so sehr in Anspruch genommen sein,
aß sie weder den Weihnachtskuchen baden, noch das Fest⸗
nahl herrichten tann. — Ich glaube Martha Richter zu
vurchschauen. Es wird ihren Stolz befriedigen, sich eifrig
unserer Häuslichteit anzunehmen, ohne daran zu denken,
»atz Damen in unseren Augen alle Anziehung verlieren,
wenn sie uns so unverkennbar entgegenlommen. Michael
—öA
rete Hand haben.“
Soll ich denn den Pattenten spielen?“ fragte Kurt.
„Du würdest gewiß besser den Kranken, als den lie⸗
enswürdigen Wirt spielen,“ überlegte Saarfeld; außerdem
ühlst Du Dich infolge des anhaltenden Schnupfens 2ud n
er Tat nicht wohl. Du müßtesu alsdann gegen
acht, oder später noch, wenn wir alle im tiefen Schlaf
jegen, Dich nach Waldbrunnen aufmachen, wo Du am fol⸗
enden Morgen ankommst. Wie es Dir gelingt, in das
daus einzudringen, überlasse ich DTir. Wenn die Schwarze
dir den Eingang verweigert, mußt Du durch List oder
sewalt die Hindernisse bekämpfen, und den Zutritt erzwin⸗
jen. Bei dem Rückritt nimmst Du Volesta min auf Dein
djerd, denn wenn wir Dianag aus dem Stell neinnen, so
xrden wir vielleicht noch des iebstahls bezichtigt.“
„Das Pferd wird zu mude sein; es kann aweimal den
charfen Riit nicht aushalten.“
„Du mußt bis zur anbrechenden Dumtelhett in Wald⸗
runnen bleiben, bis dahin hat Hekttoer sich ausgeruht.
utter Dolores muß bei Deiner Rückktehr Valestka unter
re Schutz nehmen; Lauras Aimwer wird ir sie herge—
imd ver fie üch w5B1 cdh

„Ausgezeichnet! Aber ich beneide Dich nicht als Wirt.
Es wäre mir nicht möglich, den elenden Geschwistern ein
reundliches Gesicht zu zeigen,“ versicherte Kurt.
Mutter Dolores rechtfertigte vollklommen das Vertrauen,
velches die beiden Freunde in sie gesetzt hatten. Sie war
zine gutmütige alte Frau, die unter ihrer äußeren rauhen
Schale ein edles Herz barg. Tränen traten in ihre Augen,
ils Saarfeld die Gefahr der jungen Dame schilderte.
„Ich habe nie Fräulein Richter leiden koönnen,“ rief sie
empört, „und habe immer gefürchtet, daß sie Unheil über
Waldbrunnen bringen würde. — Sie haben aber einen gu—
en Plan ersonnen, Herr Saarfeld, und ich will wohl die
arme Vally pflegen, wenn sie hier ist.
Saarfeld übernahm die unangenehme Pflicht, den Ge—
chwistern die freundliche Einladung zum bevorstebenden
Weihnachtsfesie zu schreiben. Er schilderte ihnen, daß es
in Akt der Barmherzigkeit wäre, wenn sie eintge Tage
iach Saratonfa tämen, um ein prachtiges Reh oerzehren
zu helfen, welches er erlegt habe Jeden Sktrupel, bei dem
ilten Herrn bleiben zu üssern, beseitigte er in der Vor—
uussicht, daß JFaucc cobel gewiß gern die Pflichten am
deutlich zu vetehea, daß das einsame Leben in Sara—
ronta unerträglich und auf die Dauer nicht auszuhalten
Krankenbette ibernene werdot und schließnlich gab er
ei. —
Ein reitender Bote wurde mit diesem Briefe sofort
rach Waldbrunnen abgesandt.
Martha ANichner uderlegte. — Sie liebte ihren Bruder,
aber sie traute ihin nicht. Glüchte ihr Plan, war Valesta
eine Gattin, so war seine Zutunst gesichert, die ihrige aber
zurchaus nicht. Es war nmicht unmoglich, daß die neut
herrin spater einen gewissen Einfluß aus den Gatten aus
iben konnte, und Marthas Diensse auj dem Gutsyose ni
nehr verlangt wurden. — Gelalng es ihn aber, Hertin
Arrnta 3 v onn o r

nügend für zwel Tage mit Brot und Wasser versah, so
lonnte sie ruhig das Weihnachtsfest im Kreise der „Freun—
de“ seiern, vielleicht wurde sogar der hartnädige, starke
Wille des jungen Mädchens endlich dirch die lange Haf—
zebrochen.
Um Herrn Richter war sie nicht besorgt. Er lag be—
wußtlos, ohne seine Umgebung zu kennen; sie konnte ihn
der Pflege der Dienerin überlassen. Leichten Herzens
machte sie sich daher mit dem Bruder auf den Weg nauh
Zar. icnft⸗

4. Kapitel.
Saarfeld hatte seine Gäste am Rachmittag des Wein—
iachtsfestes empfjangen, nachdem die drei Bewohner des
dauses am Morgen eine Hausandacht gejfeiert hatten. Auf
den Besuch einer Kirche mußten sie verzichten, da nur alle
bdier Wochen ein Missionar für die zersreut wohnenden Far⸗
ner Gottesdienst zu halten vermochte. Das Haus war zr
Eyhrten der Gäsie festlich geschmückt, sogat ein Weimnachts
baum nach alter deutscher Sitte verbrettete einen heller
vichtglanz und strahlte den Anlommenden entgegen. Je
doch mit sorgenvoller Vtiene berichtete der freum liche Haus
wirt, daß sein guter Freund unwohl sei, und daß VWeutter
Dolbores ihm einen starken Tee gebtaut und maecrrdne“
habe, das Bett zu hüten.“
Dieser Umstand schien Fräulein Richter ganz erwünscht
Im besten Falle tonnte sie doch nur einen Gatten heiraten,
und sie war vernünftig genug, Herrn Saarfeld dor seinen
armeren Freund, dem Verwalter Waldau, den Vorzug zu
geben; aber bemühte sie sich, ihre Vorteile im besten Licht—
—

Fortisetzung

—X

*24215
            
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