Full text : Dudweiler Zeitung

Großbritauniens erster Luftkreuzer.
Der Erfolg Veutschlands auf dem Gebiet der len?
baren Lufischifsahrt hat vielen Staaten, vor allem aber
wohl Englaud keine Ruhe gelassen. Allerdings waren
peziell alle Bemühungen Englands, einen brauchbaren
pritischen Lufischifftpp zu schafsen, bisher ohne jeden Er—
folg. Nunniehr ist ein neuer englischer Luftkreuzer der
Vollendung nahe, freilich kein britisches Erzeugnis, son—
dern eine Frucht der französisch-englischen Freundschaft.
Der betannte französische Luftschiffer Clement ist der Her—
teller, und wird sehr bald in London eintreffen, um die
endgüsticken Anordnungen für den Empfang des „Lust—
Dreadnouaghts“ zu treffen, dem die „Daily Mail“ einer
Zchuppen gestiftet hat. Die Ballonhalle steht im Nord—

I
8*

—
*
*
rt
— * 2 —
westen Londons und ist die größte ihrer Art, die bisher
in England eoder Frankreich errichtet wurde, da der Bal—
lon „Clement-Bayard“ größere Masse aufzuweisen hat als
irgend ein bis jetzt in Frankreich gebautes Luftschiff. Weit
um die Halle herum sind sämtliche Bäume gefällt wor
den, um dem Ballon einen tadellosen Landungsplatz zr
verschaffen. In dieser Woche wird die Reise von Paris
nach London erwartet, die in zehn Stunden gemacht wer«
den soll. Die Entjernung in der Luftlinie beträgt etwa
350 Kilometer. Der Ballon selbst ähnelt dem deutschen
„Parseval“Typ; weicht aber in der eigenartigen Anord—
nung der Ballonets, die beim „Clement-Bayard“ an der
hinteren Spitze angebracht sind. von allen bisher belann
ten Systemen ab

Luftschiffahrt.
*Ballonhalle. Der Bau einer Ballonhalle in
diel ist jetzt fest beschlossen. Die Halle soll 88 Meter
iang und 25 Meter hoch werden. Die Kosten belaufen
sich auf 65000 Mart. Als Standort ist das Geläande
B Süd-⸗-Sportplatzes gewählt, das von der Stadt Kiel
af zehn Jahre kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Fe—
die Militär- und Marinebedörden ist Kiel als Luftschiffe
station von großer Wichtigkeit. Der Verein für Molor—
luftschiffahrt in der Nordmark, der den Bau der Halle
aus eigenen Mitteln ausführt, leistet damit den Inieressen
der Landesverteidigung einen dankbar empfundenen Dienji

— —

PNokales.
Schein⸗Adoptierungen siud strafbar. Das Kam—
ztergericht yat eine Entjcheidung gejälet, welche für Per—
onen, die iuen BRanten durch Adoption undern, von gro—
ger Wichtigteit ist. Ein in guten Verhüältni sen lebender
Architeit Müller hatte sich, obschon er hoch Ellern besaß
von enem arnien Händwerier von der Heyden adoprierer
lassen. Abweichend vom Schössengericht verurteil e die
Straflammer den Augerlagten auf Grund der X*ao nerts⸗
order vom 15. Apru 1822 3u einer Geidstrafse, weil er
unbefugt einen amen geöndert habe. Der Adoption⸗
dertrag sei ungültig, weir der betresfsende Vertrag nur zun.
Schein geschlossen sei, um dem Angeklagten zu einem
„vornehmeren“ Namen zu verhelfen. Diese Entscheidung
ocht der Angeklagte durch Revision beim Kammergerichi
mm, welches indeisen die Revision als unbegründet zurüch
viesẽ

Schwer verletzt aufgesunden warde in der Nähe des
derrensohrer Dohleus am Dienstag der eitwa 20 Jahre
alte P. W. von hier. Nachts 2 Uhr fand ihn ein Bergumaan
von Herrensohr. Er stieß laute Schreie aus und hatte vor
Schmerz das Gesicht in die Erde eingewühl‘. Um ihn
herum war der Boden durch feine Hände ganz zerkcatzt. Mit
dulfe eines anderen nahm ihn der Bergmann auf und sttzte
ihn an die Mauer des Gaswerkes nieder. Dort wurde er
morgens 5 Uhr von anderen Bergleuten aufgefanden. und in
das Gaswerk hineingeschafft. Herr Direkior Pankow ließ
soforl einen Arzt benachrichtigen. W. hatte eine Schußver.
letzung im Kopfe, die kaum wahrnehmbar war. Der Tod
des W. trat noch am selben Tage ein. An der Stelie,
wo man den jungen Mann zuerst gefunden, wurde ein
kleiger Tascheurevolver aufzefunden. — W. war am
Montag in Herrensohr zewesen, wo er in einer Famille
diel verkehrte. Die Frau machte am Freitag den Veisuch
sich und ihre drei Kinder zu töten. Sie gab den Kindern
kssig⸗Efenz ein und offne'e dana den Gashahn in der
Wohunng. Ihr Mann kam hinzu, worauf die Frau die
Flucht ergtiff, Im Bücheler Walde wurde sie ergriffen und
aach dem Verwahrlokal verbracht. Dortselbst brachte sie sich
durch Aufschlagen des Kopfes gegen die Wände Verletzungen
dei, die ihre Ueberführung nach dem Krankenhaus nöt'g mach—
en. Die Frau machte den Eindruck einer Irrsinnigen. Die
Rinder konnten getettet werden, sodaß Gesahr fülr iht Leben
aicht desteht.

Srundftücsa Ankaäufe. Wie wir hören, hat die Ge⸗
neinde Dudweiler die alie Scheune der Wwe. Th. Barithel,
owie das kleine Birringersche Häuschen augekauft. Die
Frage eines Verbindungeweges von der Sudftraße nach der
Provinzialstraße ik wieder in weite Ferne gerückt, da die
Baukommission sich den Ankaufspreisen der Wiesen in dem
Belände zwischen Sudktraße nud Provinzialstraße gegenüber
ablehnend verhalt. Wir wollen ung ülber diesen Sliandpankl
kein Urteil erlaulen, bezweifeln aber sehr, daß dies Verhallen
im Interesse der Fortentwicklung anseres Gemeinwesens
ltegen dann.
Laute Hilferufe vernahmen die Anworner der Provin⸗
ialstrage in der Nahe des neuen Weges eines abends veir—
zangener Woche. Deu Leuten, die infolgedessen auf die
Straße eilten, bot sich ein sonderbarer Aublick: eine Frau
zatte ihr Ehegesponst beim Schopse und verprügelte ihn
tegelrecht. Der Mann rief laut um Hilfe mit der Wo ten:
„Ihr Veut, helft mir doch!“ In Gesculschaft des litbevollen
Paärchens befanden fich deren diei Kinder.
Ein Roheitsaakt, der gan; exeumplarische Strafe ver⸗
dient, wurde geftern abend von kinem Mensichen aus Altenwald
 verbf. JIn der Gaftwirtschaft „Zur Poft“ (früher
Muller) war Streit ausgebrochen. Cie Poltzei war jur
Schlichtung des Stretes herbesgeeilt. Vor der Thhe ccaa

derr Wachtmeifler zu Herrn Polizeisergennt Drumm, einen
Mann bezeichnend: „Halten Sie diesen im Auge, das ist
einer der Anfänger!“ Kaum waren diese Worite gesagt, da
lrachte ein Schuß. Die Beamten sprangen auf den Menschen
ju und faßten ihn, konnten aber nichts bei ihm finden. Nach
urzem Suchen wurde der Revolver auf dem Boden aufge—
unden. Der Rowdie hatte die Schußwaffe fortgeworfen.
Venn man bedenkt, wie leicht einer der Beamten oder auch
in unbetiligter dritter durch diesen Schuß zu schwerem
Schaden, wenn nicht sogat um sein Leben hätte kommen
önnen, so ist immer wieder bedauerlich, daß diese Rowdie
Ziel zu gering bestraft werden!
Die ftaatlichen Saargruben zog Pliofessor Dr.
stindermann aus Hohenheim in den Kreis seiner Betrochtungen
zelegenttlich eines Vortrages über das Thema: „Wanderungen
durch die deutsche Großindustrie“, den er kürzlich im kauf—
männischen Verein zu Ludwigshafen hielt. Er machte dabe'
folgende Angaben: 1816 wurden hier gefördert 105 650 T.
bei einer Bekegschaft von 827 Mann; 1908: 11,1 Mill. T
mit 50 307 Mann. Der Knappschaftsoerein gab 1908 6,5
Mild. Mark Unterfilttzung. Bis 1908 wurden 7953 Beig
mannshäaser mit staatlicher Unterstützung gebaut; ferner 33
Schlafhäuser. 39 Prozent der Belegschaft waren Hauseigen⸗
tümer, von den Verheirateten sogar 66 Prozent. Der Vor⸗
trazende schildert auch kurz einen Gang durch das Stummsche
Werk in Neunkirchen. Er nannte dabei folgende Zahlen:
1909: 4722 Arbeiter. Dampsmaschinen mit zusammen
13000 Pferdiktäften, 10 Hochöfen, 1908: 342000 Tonnen
Rohstahlerz, 1,7 Millionen Mtk. Stiftungen, Keankenhäuser
Schulen, Alterseversorgungshaus. 1900: 161 Arbeltecwoh⸗
nungen, Zwangsleiftungen 1908: 943 000 Mark.
Die Veteranenbeihilse. Nach 8 9 der Ausführungs
bestimmangen vom 24. April 1905 soll die Enitscheidung
über die Erwerbsunfähegkeit ehemaliger Kriegsteilnehmen,
welche die Bewilligung der Veteranenbelhilfe beantragt haben,
möglichst nur auf Grund der Bescheinigung eines beamteten
Atztes erfolgen, falls überhaupt das Gutachtea eines Arztes
erforderlich in. Bisher wurden von neun Krelsärzten für die
zu diesem Zweck von ihnen durch die zuständigers Behörden
ingezogenen schrifilichen Gutachten Gebühren erhoben. Nach
Ziffer B 15 des Tarifes vom 14. Juli 1909 können ron
zen Kreisärzten seit dem Inktaftireten dieses Tarifs flr
)erartige Gutachten indes Gebühren nicht mehr gefordert
verden.
Neue amtliche Postkarten. Die Postrerwaltung wird
etzt auf Anregung der Berliner Handelskammer die Vorden
eiten der Postkarten, von denen die linke Hälfte fur schrift.
iche Mitteilungen freigegeben ist ähnlich wie die in der
Privatindustrie hergestelten Postkarten bereits besitzen, mit
inem senkrechten Strich versehen, der die Adresse von der
Nitteiluung treunt.
Ein „kostbares“ Leben. Welche Bedentung die L
bensversicherung im moderaen Geschäfisleben errungen hat
eigt die soeben obaeschlossene Lebensbdersicherung des ameri⸗
—R
Tety: zu Gunsten der beiden Gesellschaften, die er leitet
zat er jetzt sein Leben mit 6 Rillionen Mark veirsichert. Do
Nicholsos schon voraer vier Polizen von je 1300 000 Mt
esaß, würde sein Tod heute die Auszahlung von 11200 000
Mk. bedeuten. Die neue Poltize kokest jährlich 280 000 Mk
Prämie und läuft auf 5 Jahte. Die hohen Lebexnsversicher⸗
ingen sind bei amerikanischen Geschäftsleuten immer mehr
n Aufnahme gekommen. Als der höchst versicherte Mann
Ameritas gilt Rodzian Wanamaker aus Philadelphia, der
rein Leben auf 16 Rillionen Mack taxiert hat, aber es gibt
eine ganze Rethe von Multimillionären, die sich nicht viel
geringer eingeschätzt haben. Das Leben Narconis ist kürzlich
nit 2 Millionen Mark verfichert worden.
AKus Naß und Jern.
Sacarbrücken, 27. Nop. An Alkoholverziftung gestorben.
Bestern Racht wurde ein Mann aus Burbach in betrunkenem
Zustand der Polizeiwache des 2. Polizeireviers zugeführt
deute fiüh fand man den Inhaftierten tot auf. Eine Alko—
holvergiftung hatte seinem Leben ein Ende gemacht.
Em merich, 26. Rov. Eis bei einem Laudwirt zwischen
hier und der Landengrenze in Dieust stehender holländischer
Kaecht hatte aus feinen Heimatsdorf jenseits der Greuze
rin Paketchen Zaudhözler mitgebracht. Uaterwegs wurde er
von einem Zolaufieher angehalten, der den vierfachen Betrag
der hinterzogenen Steuer mit 60 Pfg. urd sofortige Zihlung
einer Seldstrafe von 30 Mi. sorderte. Der Dienstherr seh
äch genötigt, das Geld für seinen mittellosen Knecht vorzu⸗
trecken, um dessen Berhaftung zu vermeiden, die ihm als
Nusländer drohle.
* Brühl, 27. Nov. (Das Bruhler Schloß.
Wie aus zuverlassiger Quelle verlautet, ist von der könig
ichen Verwastung der Plan, das Brühler Schloß in Pri
»atbesiß übergehen zu lassen, ganzlich aufgegeben worden
leber die Benußzung des Hauses nach se ner volligen In—
tandsetzung sind vorläufig noch keine Vestimmungen e—
rossen Es ist vor der Hand nicht daran zu denten daß
ein Ritgzlied der kaiserlichen Familie darin Wohnung nehz⸗
men wird, weil die innere Ausstattung fur diesen Zwecök
einen sehr groben Kostenaufwand ersordern würde.
* Bochnm, 27. Novbr. Keune Wiederauf,
nahme des RMernerudsprozesses.) Der vom
Rechtsanwalt Dr. Niemeyer eingereichte Antrag auf Wie—
derauinahme des Essener Meineids-Prozesses aus dem
Jahre 1895, der bekauntlich mi der Verurteilung des Kai—
erdelegierten Schroder und anderer in der Organi ations
dewegung stehender Bergarvbeitersührer und Bergleute zu
nehrjähriger Zuchthausstrafe endete, ist jetzt vonn Land
gericht Essen abgelehnt worden.
* Frantsurt, 27. Noo. Todesstur 3.) Gestern
abend gegen 11 Uhr siel der 655ahrige Invalide Veth,
in der Wannzerzandstraße wohznhast, die Treppe hinunzet
und blieb mit zerfchmellertem Schadel ieblos liegen.
* Stuttgart, 27. Nov. GBierpreuserhöohung.)
Fine Versammltung des jozialdemotrasischen Vereius uns
der vereinigten Gewertschaften erklärte sich mit der Er—
sohung des Bierpreises um2 PBig pro viter einverstan—
dein, vorausgesert, daß das Bier zum Mindesten mit 106
Prozent Gehalt eingebraur wird und Arbeiterentlassungen
uicht stiattfinden.
*Friedrichshafen, 27. Nov. Die Neichsbal—
onhalle.) Tie an eine Privatfirma vertaufie Reichszallonhalle
 in Manzetl ist heute früh 324 Ilhr von zwei
vürttenibergischen Tampiern in der Richeung auf den Un—
tersee nach Ludwigshafen argeschleppt worden.
Auto—-Karambolage. Das Automobil des Direktors
der Deutichen Bank von Gwrinmer tollidierte Sanistag
»u Tiergarten in Berlin mu einem anderen Rutomob:
errb. Gwinner warde leicht am Kopfe verietzt und verla
zuf kurze Zeit das Bewußtsein, konnte jedoch vald nach
eiher Wohnunaa zurüctkebren

Ein Eisenbahndieb verhaftet. In Stuhlweißen
burg verhaftete die Polizei den gefäahrlichen internationg
ien Eisenbahndieb Alexander Legrady.
Fette Beute. Dem Pfarrer Voisin in Battice sind
nach einer Meldung aus Verviers, durch Einbruch ein
größerer Betrag in Bargeld und 53 000 Franks belgisch⸗
Rente und Sparkassenbücher gestohlen worden.
Madame Steinheil. Frau Steinheil wendet sich
durch Vermittlung eines Pariser Blattes, das demnächsi
ihre Artikel bringen wird, an die Oeffentlichkeit, um die
Entdedung der wirklichen Mörder ihres Mannes und ih—
rer Mutter zu betreiben. Sie behauptet, daß sie genü—
gendes Material dazu besitze. Sie wollite vor dem Schwur—
zericht nicht gegen die Akten der Untersuchung ankämpfen,
weil sie auf ihre Freisprechung rechnete. Nur wenn sie
verurteilt worden wäre, hätte sie dieses Material dem
Kassationshof unterbreitet. Sie legt es jetzt dem Publi—
lum vor. Frau Steinheil bestreitet in ihren Memoiren
auch, daß Felir Faure in ihren Armen gestorben sei.
Einbruchsdiebstahl. Aus Madrid wird berichtet:
Diebe drangen in den königlichen Palast in Aranjuez ein
ind entwendeten zahlreiche Kostbarkeiten

Felssturz. Bei den Ranautsattionsarbeiten an der
Staats-Chaussee bei Berka Thuringen) kamen mehrere
große Felsblöcke ins Rollen und begruben zwei Arbeiter
unter sich. Einer wurde getötet, der andere schwer ver—
letzt.
Duell. Zwischen den Advokaten Dr. Havas und Dr.
Meißner fand nach eines Meldung aus Oldenburg aus
poltischen Gründen ein Säbelduell statt, wobei De. Ha⸗
nas eine schwere Wunde am Unterleib erhielt.
Die Giftbries⸗-Affäre. Aus Wien wird berichtet:
Auf die Spur des Urhebers der Gistbriefe hat eine Ver—
gleichung der Schrift auf den Briefen mit den kartogra⸗
phischen Arbeiten eines Kriegsschul-Absolventen des Jah⸗
res 1905 geführt. Die Sachverständigen konnten mit Be—
stimmtheit charakteristische Aehnlichkeiten in der Verwend—
ung bestimmter Buchstabenformen konstattieren, so des gro⸗
ben A, sowie bei mehreren kleinen Buchsstaben. — Der
Absender der Giftbriese ist in den Händen der Mililar
behörden. Es ist Oberleutnant Adolf Hoflichter, zuseteil
dem Generaistab in Linz. Er war in der Krieg, Hul⸗
als strebsam und ehrgeizig bekanni. Er ist nicht undemit
telt und lebt in geordneten Verhälmissen. Ein Gesiänd.
nis hat er bisher nicht abgelegt. Dem Kaiser ist ühe
die Verhaftung Bericht erstattet worden.

Kiel, 29. Nov. Bezüglich angeblicher Unregel—
mäßigkeiten bei Kriegsschifflieferungen ergab“ die
Untersuchung, daß die eingekeichte Denunziation auf Ver—
leumdung beruhte.
Konstantinopel, 29. Nov. Die Kommission zur
Prüfung der für die Einrichtung des Telephonbetriebes in
Konstantinopel gemachten Offerten hat das Angebot des
englicch- amerikanisch-sfranzösischen Konsortiums ange—
nommen.
Saloncki, 29. Nop. Abdul Hamid ist ernstlich
erkrankt. Die streng durchgeführte Absperrung von
der Außenwelt hat ihn gemütskrank gemacht.
—GñGÒIÛÛùXÇXIα

Lefegraͤmme.
Saarbrücken, 29. Nop. In dem großen Saale der
Tonhalle feierte gestern der nativnalliberale Wahlverein und
die nat. lib. Jugendvereine din 60jährigen Gedächtnistag
jur Grundung des Nationalvereins. Als Redner traten auf
Professor Herwig, Proftssor Moldenhauer Koln, Ab,. Direktot
Maurer und Abg. Laudgerichtsdirektor Rochling.
Trier, 27. Nov. Drei Einbrecher versuchten heute
Nacht einen Embruch in das K.eoster der Barmherzigen
Bruͤder, wurden aber nach heftigem Kampf mit der Polizei
'estzenommen. Auf den flüchtigen Rädelsführer wurden meh—
gere Schüsse abgegeben, die ihn schwer verwundeten; man
vurde seiner ebexnfalls habhaft.
Mülheim, 27. Nov. Heute morzen stürzte in Mäl—⸗
heim⸗Styrun das Innere eines Neubaues zusammen. Sämt⸗
iche in dem Bau beschäftigten Arbeiter wurden verschüttet.
Ein Arbeiter blieb tot, ein anderet wurde schwer und ein
dritter leicht verlezt. Die übrigen konnten gerettet werden
Der Bau war schon bis zur Dachhöhe fertiggestellt.
Darmftadt, 27. Nop. Der 1jährige Schuler Walter
Joost hat sich gestern Abend erschossen, wie die Augehörigen
zlauben, aus gelränktem Ehrgefühl. Der junge Mannu hatte
zisher mit gutem Eifolg die Schule besucht nad hatte mit
inem zuten Zeugnis die Berechtigung zum einjährtig-frei—⸗
willigen Dienst eꝛworben. Das letzte Herbstzeuanis war
jedoch erheblich schlechter und es scheint, daß die Leistungen
frard nachgelassen hatten.
Kitzingen, 27. Nov. Gestern nachmittag ist hier bie
Scheune des verwitweten Dekonomen M. Ern abgebtannt
Der Besitzer hat das Feuer selbst angelegt und seinen Tod
in den Flammen gesuchl. Vergangene Nächt fand man in
den Trummern die Refte seiner Lei ve.
Madrid, 29. Nov. Gestern wurde der Frieden mit
den Rifflabhlen abgeschlossen. Der Kriegsminister erklärte,
daß er in kurzer Zeit ein Rotbuch vorzulegen gedenke. Die
Blätter bringen die Nachricht der Beendigung dis Riffkrieges
in Speirdruck.
Konstantinopei, 27. Neowo. Wie die Blat er melden,
sand zwischen den turkischen Truppen und aufftändigen
Stämmen von Muntesik wieder ein blukiger Zusammenstoß
datt. Die Aufftändigen sollen über 200, die türtischen Trup—
ven 60 Mann verloren haben.
London, 29. Nov. Frau Steinheil icd gestern in Be—
gleluung eines Arztes in London eingetroffen. Sie haite
zur Reise einen Dempfer gerählt, auf dem sich nur wenige
weibliche Pafssagiere befanden. Bereits auf dem Schiff
wurde sie eitannt und von vielen photographirt. Im ersten
Hotel, in dem sie Wohnung nehmen wollte, wurde sie vom
Besitzer sofort eekannt und abgewiesen. Wie verlauiet, will
se Lodon wieder verlassen, um nach Liperpool ju reisen.
Von einem Journalisten, dem sie ihre Memoiren diktirte
erhielt sie ein Honoat von 16000 Fis. Des weiteren hat
sie »25Dai n erhalten.
ama Franz Braun
842 eiunfala)

re —
8
Dubonts Sargenbrecher
oin Qeæs Under, vorzüꝗqlioher Rauchtabex
Srobschnitt in Slau- feinschnitt in Braundruck
das Vertelpfundpaket 30 Pf
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.