Full text : Dudweiler Zeitung

Die Alpen als Depeschenfänger.
*S Den Londoner Blättern wird aus Genf berichtet
daß die Schweizer Militärbehörden durch Experimente die
Tatsache festgestellt haben, daß die Alpen danz außeror
dentlich die elektrischen Ströme anziehen, die zur vdrahbt—
losen Telegraphte verwandt werden. Der „Daily Chro⸗
nicle“ erfährt hierüber, daß in Bern und Ebikon in ver
Nähe von Luzern Versuche mit drahtlosen Stauonen an—
gestellt worden wären, die gezeigt hätien, daß, obgleich
es den beiden Plätzen unmoöͤglich war, miteinander in
Verbindung zu treten, sie dennoch englische Telegramme
aus Poldhu in Cornwall und deutsche Telegramme aus
Berlin unablässig empfingen. Vor einigen Tagen wurde
die Berner Station nach Aigle verlegt und die Verbind—
ung mit Ebikon war undeutlich und unbefriedigend, wäh—
rend die permanenten militärischen Stationen auf vdem
St. Gotthard, dem Rigi und des Foris St. Maurice die
Depeschen klar und unverstümmelt erhielten. Alle drei
letzten Stationen werden täglich von den hauptsächlichsten
europäischen Zentren aus mit Telegrammen überschwemm
— wohl verssanden ohne Absicht und Willen — und die
Soldaten sollen sich damit amüsieren, indem sie die draht
losen Depeschen, die für andere Personen bestimmt waren
übersetzen. Auf der Station des St. Gotthard lief kürz
lich sogar eine Depesche ein, die für London via Poldhu
bestimmt und von Bord eines Dampfers mitten im At
lantischen Ozean aufgegeben worden war. Im Falle
eines Krieges wäre die Schweizer Militärbehbörde somi
imstande, durch diese eigenartige Anziehungskraft ihrer
Berge alle Depeschen aufzufangen, die in einem Radius
von etwa 3000 Kilometer abgesandt würden

Verkehrsnachrichten.
] Weihnachtssendungen. Die Reichs-Postverwalt
ung richtet auch in diesem Jahr an das Pubtikum das
Ersuchen, mit den Weihnachtssendungen bauld zu be—
ginnen, damit die Paketmassen sich nicht in den letz—
ten Tagen vor dem Feste zu sehr zusammendrängen. Bet
dem außerordenllichen Anschwellen des Verkehrs ist es
nicht tunlich, die gewöhnlichen Beförderungsfriften einzu—⸗
halten und namentlich auf weite Entfernungen eine Ge—
währ für rechtzeitige Zustellung vor dem Weihnachtsfest
zu übernehmen, wenn die Palete erst am 22. Dezember
oder noch später einzeliefert werden. Die Paktete find sehr
dauerhaft zu verpacken. Etwaige auf dem Verpackungs
stoffe vorhandene ältere Aufschriften und Beklebezetiel müs
sen beseitigt oder unkenntlich gemacht werden. Die Be
nutzung von dünnen Pappkasten, schwachen Schachteln Zi⸗
garrenkisten usw. ist im eigenen Interesse der Absender zu
vermeiden. Die Aufschrift der Pakete muß deutlich, voll
ständig und haltbar hergestellt sein. Der Name dee Be—
stimmungsortes muß stets recht groß und kräftig gedruckt
oder geschrieben sein. Die Pakelausschrift muß saͤmtliche
Angaben der Postpaketadresse enthalien. Auf Paketen nach
großen Orten ist die Wohnung des Empfängers, auf Pa
keten nach den Hauptstädien, besonders nach Berlin auch
der Postbezirk (K,. W, SO usw.) anzugeben. Zur Be—
schleunigung des Betriebs trägt es wesentlich bei, wenn
die Patete sranliert aufgeliefert, d. h. die zur Frankier—
ung erforderlichen Marken schon vom Absender auf die
Posipaketadresse aufgeklebt werden. Die Versendung meh—
rerer Pakete mittels einer Postpaketadresse ist fur die
Zeit vom 10. bis 25. Dezember weder im inneren deut
schen Verkehr noch im Verkehr mit dem Ausland — aus—
genommen Argentinien — gestattet. Nach Argentinen
können auch in dieser Zeit mehrere, jedoch höchstens drei
Pakete, mit einer Postpaketadresse versandt werden.

5 *
Vermischtes.
Die Diebe und der Bauchredner. Wie man auf
eine originelle Art Diebe sicher fangen kann, ohne den
Polizeiapparat in Bewegung zu setzen, das lohrte eine
Verhandlung vor dem Stetltiner Schöffengericht, über die
der „Deutschen Ztg.“ wie folgt berichtet wird Dem Haus⸗
besitzer Fr. in Podejuch war im September wiederholt
Obst aus seinem Garten gestohlen worden. Als er eines
nachts nach Hause kam, hörte er, wie die Wipfel der
Bäume in seinem Garten raschelten, obwohl es windstils
war. Er ahnte sofort Obstdiebe und ging deshalb um
das Haus herum nach seinem Garten. Wirklich bemerkte
er auch drei Gestalten, die eifrig bemüht waren, große
Säcke mit dem feinsten Obst zu füllen. Der Bestohlene
in seiner Nachbrschaft als Bauchredner bekannt, und di.
Kunst kam ihm jebzt zustatten. Er schrie den Dieben kräf⸗
tig zu: „Halt! Keiner rührt sich von der Stelle!⸗ und
dann mit veränderter Stimme, als sei es eine andere
Person: „Karrel, hol man de Dogge achter rup!“ Da—
zwischen markierte er das Knurren eines Hundes. Da
bekamen es die Diebe, drei Personen, mit ver Angst zu
hun, ließen ihre Säcke fallen und versprachen, nicht aus⸗
zureißen. Der Bauchredner ging nun auf sie zu, drehte

Die Christblume.
—* Erzählung von C. Burger.
3 Nochdrud verboten.
Dann ist sie wirklich krank!“ rief Kurt entsetzt. Die
Elenden! Sie reiten mit dem Doltor davon, vergnügen
sich oielleicht, und vernachlässigen dabei die Krankel!“
.Ser itiln, ich sage Dir noch mehr. Schnell war ich
urt Piect. und näherte mich dem Fenster. Das Jammer—⸗
rb wa. verschwunden, doch bald wurde das kleine Fen⸗
geöffne: und ein Stücdchen Papier flog heraus. Mit
einer Nader war en einziges Wort eingekratzt: „Hilfel!“
Kurt, als ich dieses Wort las, sah ich im Geiste Lauras
flehende Augen, and ich wußte, daß tirre Furcht nicht un⸗
begrumdet war. Ich sprengte im voll⸗ opp nach Hause,
aber Mutter Dolores hielt sich hier in immer auf, da—
rum konnte ich Dir nicht gleich von meiner Entdeckung
agen.“
p „Die Geschwister können sie doch unmöglich so lange
zefangen halten, bis sie, an Geift und Körper gebrochen,
einwilligt, Michaels Gattin zu werden?“
KHKurt! Du bist hundertmal scharffichtiger als ich. Ja,
so wird's sein! Dieser Gedante ist mir noch gar nicht ge⸗
tommen!“
..Kurt erbleichte.
So ist es,“ behauptete er düster. Der alte Richter
kann seinen Liebling nicht mehr schützen, und da er ihm
weifellos sein Erbe vermacht, soll sie gezwungen werden,
* zu heiraten, damit dieser, als ihr Gatte, das
rbe antritt.“
*Du sagtest doch soeben, Michael sei nicht so schlecht,
nur ungebildet.“
Ich redete es mir selbst ein und versuchte um Vallys
willen eine gute Meinung von ihm zu gewinnen. Was soll
aber jetzt weiter geschehen? Wahrlich, wir dürfen doch nicht
mit müßigen Händen zusehen, wie diese Elenden sie scho—
nungslos zu Tode martern. ohne einen Versuch zu ihrer
Airezung 2u mochen

ich vorher aber noch einmal um, rief nach der Straß—
jin: „Herr Sergeant, Lleiben Sie an der Ecke stehen!“ un
ieß diesen auch anworten, sodaß es den Anschein gad,
als ob das ganze Haus umstellt sei. Auf diese Weise ge
ang es dem schlauen Bauchredner, die Diebe mit nach
der Straße zu nehmen und sie dann mit Hilfe zweier
zufällig daherkommender Soldaten auf die Polizeiwach—
zu führen.
Vom Vesuv. Aus Teneriffa wird gemeldet,
daß die Lavamassen noch immer unausgesetzt sich auf die
um den Krater liegenden Dörfer ergießen. Die Tätigkei
des Kraters hat an Intensität noch nichts eingebüßt, so—
daß man viele Orte, besonders Santiago, Jood del Vi—
nes und Tamara, die von den Bewohnern zum größten
Teile verlassen sind, für verloren hält. Der Pic de Teyde
ist ein 3170 Meter hoher Vulkan, der seit mehreren Jahr
hunderten als erloschen galt

— —— ——
Unser Bild zeigt den Pio, auf welchen dekanntlich
m verflossenen Sommer ein mit materieller Unterstützung
des deutschen Kaisers errichtetes meteorologisches Obser—
vatorium eröffnet wurde. Der schon in ruhigem Zustande
sehr schwer besteigbare Berg weist einen eigenaruͤgen aus
Bimsstein und Lava zusammengesetzten Kegel auf, der
im Winter stark mit Schnee bedeckt ist.
Armut und Erholung. Von den seltsamen Som—
mererholungen, in denen die dollarbelasteten amerikani—
schen Millionäre Schutz und Rettung vor der Last ihres
Beldüberflusses suchen, werden bemerkenswerte Dinge er—
zäühlt. Es ist in den letzten Jahren unter den amerikani—
chen Finanzgrößen Mode geworden, in den Sommer
erien die Rolle des armen Mannes zu spielen, in abge—
egene Gegenden der Rocky Mountains, an die Küste von
ßBrönland ziehen die Millionäre und suchen in einem ein
achen, ärmlichen Leben Erholung von dem Komfort, der
sie das ganze Jahr über umgibt. In den schwarzen Ber—
zen lebt man in dürstigen Hütten, ein Strohlager dient
als Bettstatt kein Bediensteter leistet Handreichungen, kein
xriseur kräuselt den Bart; mit vollen Zügen genießt man
»en — Reiz der Armut! Aber nicht alle können sich die
en Luxus der Armut leisten; weniger das Geld als die
Zeit machen manchem reichen Amerikaner diese Sommer
erholung zur Unmöglichkeit. Sie können der Geschäfte
vegen nicht lange abwesend sein. Um auch ihnen den
„Genuß“ der Besitzlosigkeit zu verschaffen, hat man neue
Auswege ersonnen: nächtliche Sommerfrischen. An jedem
Zommerabend fährt von Brooklyn ein besonderes Schif
1ib; die Plätze sind zwar sehr teuer, aber man hat die
Benugtnung allerschlechtester Verpflegung und führt das
Leben eines gewöhnlichen Matrosen. Die Nacht durch
reuzt das Schiff auf dem Meere und am Morgen wer—
den dann die Gäste wieder ans Land gebracht und kön
ten ihrem täglichen Beruf nachgehen.
— — —
Handel und Gewerbe.
O Eierverkauf nach dem Gewicht. In Geflügel
züchterkreisen macht sich neuerdengs eine starke Bewegung
fsür die Einführung des Eierverkauss nach dem Gewicht
zeltend. Der Eilerverkauf nach Stück und Stückmengen
vird als für die Geflügelzüchter nachteilig bezeichnet. Ob—
zleich jede Jahreszeit ihre Preissätze hat, so bietet doch
die Sortlierung der Eier nach der Größe und die richtige
Preisfestsetzung für jede Größengattung weder für den
züchter und Händler, noch für das Publikum eine Bürg—
chaft für eine gerechte Verteilung des Wertes. Es solt
eshalb auf dem Ende November tagenden ersten bran
denburgischen Geflugelzüchtertag beschlossen werden, den
Verkauf der Eier nach Gewicht herbeizuführen, wobei die
uuf der Eierbörse im Börsengebäude zu Berlin ermittel⸗
en Preise maßgebend sein sollen. Um allen Bedürsnis—
en Rechnung zu tragen, sollen die Eter in mehrere
Battungen eingeteilt werden. Dabei soll auf die Preise
der vom Auslande eingeführten Eier Rücksicht genommen
verden.

—

— —

ꝙ *
„Das nicht. Aber mein alter Junge, um ihretwillen
nüssen wir sehr versichtig zu Werke gehen.“
„Warum?“
„Jeder unbedachte Plan könnte ihr Schichsal leicht ver
chlimmern. Die Geschwister dürfen nichts entdeden, bis
»ie Befreiung ausgeführt ist, sonst könnte unser Plan nu
chreckliche Folgen haben. Jetzt haben die Elenden sich
ucht gescheut, sie einzukerkern und das Gerücht von ihrer
drankheit auszustreuen, da fehlt nur noch ein einziger
Zchritt, und die Leiden der armen Dulderin sind zu Ende
Zage mir doch selbst, Kurt, daß, wenn ich das bleicht
Zchredbild nicht heute mit meinen eigenen Augen gesehen
ind wir nach einigen Wochen ihre Todesnachricht erhalter
jätten, würdest Du dann Argwohn geschöpft haben?“
„Aber während wir hier zaudern, kann die Lage der
Anglücklichen verschlimmert werdenl“
Saarfeld schüttelte das Haupt.
Nein, so weit sind wir noch nicht; sie haben dech noch
eine Ahnung, daß ihr schmachvoller Plan entdeckt ist. Sie
verden nur ihren Widerstand brechen, ihren Mut beugen
vollen, damit sie unterwürfig und gefügig wird. So lange
der alte Mann noch atmet, ist ihr Leben nicht direkt
in Gefahr.“
„Warum vernichtet man nicht das Tesiament, und läßt
die Arme in Frieden, — das würde doch weniger enthsetz⸗
lich sein,“ rief Kurt empört.
„Das Testament ist in den sicheren Händen eines An⸗
valtes in Vancouver. Jedoch Kurt, wenn irgend jemand
zer armen Valeska helfen kann, so müssen wir es tun. Ich
veiß, Du bist treu und ehrlich wie Gold; würdest Du
ber — um Valeskas willen — Deine Gefühle beherrtschen
können, daß Du liebenswürdig und zuvorkommend gegen
ihre Feinde sein kannst?“
„Ich möchte sie am liebsten mit meinen kräftigen Fäu⸗
sten an ihre Pflicht erinnern.“
„Damit würde dem armen Kinde nicht geholfen sein.
„Was rätst Du mir alsc? Der einfachste Weg würde
di⸗ Schmestor »vm mon aiin sassoen; si⸗- dürfon ihr vo

Kunst und Wissenschaft.
Neues Verfahren zur StahizErzeugung. Nach
zinem Londoner Telegranim des „Matin“ machte dei
Franzose Reyer vor engischen und amerikanischen Sach—⸗
verständigen einen interessanten Versuch zur Erzeug—
ung von Stahl durch ein neues von ihm erfun—
denes Verfahren. Er erzeugte dabei eine erstklassige Qua—
lität, welche dem besten schwedischen Stahl an die Seite
gestellt werden kann. dieyer ist aufgefordert worden, sei
sen Versuch vor englischen Ingenieuren zu wiederholen
IJ Die Entwickelung des Schädels. Aus London
wird gemeldet: Ein heißer Streit hat sich jetzt hier um
den Kopf des Schatztanzlers Lloyd George entsponnen
In einer Sitzung der britischen Phrenologischen Gefell
schaft hat nämlich ein Betannter von Lloyd George er—
lärt, der Schädelumfang desselben habe in den letzten
paar Jahren um einen viertel Zoll zugenommen. Gegen
diese Annahme hat sich nun sofort der Leiter eines gro—
ßen Londoner Krankenhauses gewandt mit der Behauptung,
 daß die Entwickelung des Schädels mit dem 21.
Lebenssjahr, nur in ganz seltenen Fällen mit dem 25
Jahre ein Ende nehme. Um diese Zeit hätten alle Rän—
der der Schadeldeckenknochen die Fähigkteit verloren, nod
zu wachsen und seien zu unveränderlichem Knochen ge
worden. Ein ehemaliger Präsident derselben Gesellschaf
vertritt aber die entgegengesetzte Ansicht. Er sagt, daf
sedes Organ im Körper von der Geburt an bis zu dem
Tode größer oder kleiner würde, je nachdem es gebrauch;
würde. Wenn also ein Mann einen Teil seines Gehirns
mer in Tätigleit halte, so müsse das Gehirn eben wach.
5527. Die Decke des Schädels aber wüchse zugleich mit dem
Gehirn, denn der Schädel sei ebenso eine lebendige Masse
wie das Gehirn. Vor einigen Jahrer de cinmal ein
Mitglied der Gesellschaft den Vorsitz uhrt, das ge⸗
schäftlich an einer großen Hutfabrik breinigt gewesen fei
Eine Reihe von berühmten Leuten, Botschaftern, Politi
kern und dergleichen habe von dieser Jirma die Hüle be
zogen. Um immer die passende Größe herzustellen, habe
man Formen gemacht, die ganz genau dem Schädel ent—
Pprachen und deren Maße oft verglichen wurden. Bei den
Formen, die der damalige Vorsitzende bei jener Gelegen
heit gezeigt habe, habe man gesehen, daß einzelne Siel—
len des Schädels durch aufgeklebtes Papier erhöht wor
den waren, ein Zeichen, daß sich der Schädel unter de—
Denkarbeit ausgedehnt hatte

Landwirtschaftliches.
— Saatenstand in Baden. Insolge der günstigen
Witterung in der zweiten Ottoberhälfte konnte die Be
stellung der Winterfrucht fast überall beendigt wer
den. Die Saaten sind allenthalben gut aufgegangen und
zeigen allerorts einen schönen Stand. Im Landesdurch—
schnitt ist die Note für Weizen-, Spelz⸗ und Roggensag—-ten,
 rein und im Gemenze, als durchgehend gut bis ziem—
lich gut zu bezeichnen. Vereinzelt wird das Auftreten von
Feldmäusen und Schneckenfraß, namentlich bei der jun—
gen Roggensaat, gemeldet. Aus einigen Bezirken der
nördlichen Landesgegend, Mannheim, Weinheim, wird
über große Rabenplage geklagt. In einigen Bezirken des
hohen Schwarzwaldes, Bonndorf und Triberg, haben
Frühforst und Schneefälle der jungen Saat fiellenweis—
Jeschadet.

Humoristische Ecke.
Der Pump.
Schaurig schleicht mit Schreclkensschritt
Scheel und scheun das Defizit.
Grübelnd groll' ich gramzerrissen,
Dak wir Pinke pumpen müsien.

Unser Staat hat, er soli leben,
Zwei Milliarden ausgegeben.
Aus dem uferlosen Sumpf
Rettet uns allein der Pumpf

Wenig sputen sich die guten
Bundesstaaten, um zu bluten.
Doch die Schuld hat sich verdreifacht,
Wißt ihr, wer das Geld herbeischafft

Dunkle Schreie donnern dumpf:
Deutschlands Rettung ist der Pumpf.
Ob in Mark, und ob in Gulden:
Uebel größtes sind die Schulden.

Aechze, stöhne, deutsche Eiche.
Kanzler wird in deinem Reiche
Bald (wer weiß, wie das geschah)
Pumpus von Verusia.

Gottlieb im „Tag“

öͤ; c—2

Zutritt zu der erkrankten Vally nicht wehren.“
„Daran dachte ich auch, doch den Plan habe ich so⸗
zleich gleich wieder verworfen.“
„Warum denn?“
„Herr Lester ist ein edler, guter Charalter, aber er
önnte keine Stunde ein Geheimnis bewahren. Um ihn
zu veranlassen, seine Gattin und seine Kinder zu verlassen,
im Laura auf der gefahrvollen und kostspieligen Reise von
alifornien hierher zu begleiten, müßten wir ihm notge⸗
zrungen unsere Besorgnisse mitteilen. Er würde unverzüg⸗
ich den Geschwistern einen Brief schreiben, der unsere Hoff⸗
rungen zerstörte.“
Ich glaube, Du hast wieder Rechtl Aber was kannst
Du raten? Hast Du einen andern Plan gefaßt?“
‚Wir wollen die Geschwister zum Weihnachtsfest einla⸗
den. Als Herr Lester nech hier war, haben die Freunde
zas Fest immer gemeinsam verlebt und blieben gewöhnlich
zwei bis drei Tage zusammen. Aus einzelnen Bemertun—⸗—
zjen glaube ich auch annehmen zu dürsen, daß Mutter Do—
lores eine unwiderstehliche Abneigung gegen Martha Rich⸗
ter fühlt, die müssen wir ins Vertrauen gziehen, — sie wird
uns helfen.“
„Höre, Freund, das ist starkl Ich kann mit der alten
Herxe nicht an einem Tisch beim Weihnachtsfest sitzen; jeder
Bissen würde mich ersticken.“
„Das dacht' ich mir! Kannst Du um Vallys willen
Deine Gefühle nicht beherrschen?“
Was geschieht weiter?“ fragte Kurt ungeduldig.
            
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