Full text : Dudweiler Zeitung

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—

Redantian, Druct und Veclag von J. Unterkeller, Dudweiler.

Vonm Welttheater.
Der Ariikel des in Muünchen wohnenden russischen
Fürsten Stwintopols-Wirsti, der ockanntlich in der „St.
petersburg nia Wiedoriosu“, die Vernichtiung und Auif—
—
den dzutschen Blarttern doch eintges Aufsehen erregt. Die
„Kreuzzeitung“ antwortere in schatfer Weise. Da in der
russischen Presse sear ditte anideunche Arutel erscheinen,
die mindestens ebenso graafsig sind, so war die Aufregung
speziell über diesen naißen Artttel nidt »oiht verständüich,
aber die „Rrenzzeitang“ moupierte 1 Aton damit,
daß die „Wiedontostit cin oiftziöses der dregier
ung fubventioniertes BSlart sei. Im ist der Artilel
der „Wicdomosti“ von maßgebender Her Sielle gründ—
lich desavoniert und damit der „neident“ geschlossen.
Nur die „Rowoje Wremja“ schreibt noch einen Epilog, in
welchem sie behauptet, der ganze Vorstoß der „SAreuz—
zeitung“ richte sich gar nicht gegen die „Wiedomosti“ und
ihren kritisierten Artikel, ondern gegen Iswolsti, den die
Deutschen von seinem Platze bringen mäöchten. Da?
Blatt bezeichnet die deuische Annahme, daß die „Peters—
burgsiia Wijedomosti“ offiziös seien, als eine offenkundig
höswitlige. Es sei zu arg, das gegenstandsloke Geschwanß
des Battes für die wahren Pläne der russischen Diplo
matie auszugeben und für dasselbe den Minister verant
wortlich zu machen. Mit der Regierungzpolitit hätten die
„St. Petersburgikija Wedomosti“ ebensoviel zu tun, wie
etwa die Asffichen der Kaiserlichen Theater. Der „Nowoje
Wremja“Artikel schließt mit den Worten: „In Rußland
wie überall haben die Minister nicht das Privileg der
Unabsetzbar eit. Seinerzeit wird auch die Reihe an W.
P. Iswolslis lommen. Jedoch Rußland wird sich nie—
mals so weit erniedrigen, um seine Minister nach Direk—
iiven aus den Nachbarresidenzen zu wechseln oder zu er—
nennen. Alle Finten der deutschen offiziösen und inspi—
rierten Presse sind in dieser Richtung zu einent vollen
Fiasko verurteilt. Die Geschichte mit Delcassee wird sich
nicht mehr wiederholen.“
Was die „Kreuzzeitung“ mit ihrer Attacke bezweckt hat,
können wir natürlich nicht wissen. Wenn aber die russi—
sche Preisse sortwaäͤhrend besauptet, Herrn Iswolski jei
seine Niederlage in der österreichisch- ungarischen Krise von
Berlin aus beigebracht worden, so möchten wir hier un—
terstresichen, daß das nicht wahr ist. Nicht Berlin trug
die Schuld an der Blamage Iswolskis, sondern Londoi—.
gein Mensch würde von einem Fias!o der russischen Pro—
litik reden, wenn nicht Iswolskis Dardanellenproselt von
den Staatsünnern der Londoner „Downing Srreer“ zer—
vflüft und zerrissen wäre. Denn anderenfalls würde man
gesagt haben, Rußland habe es verstanden, sich für seine
Zustimmung zu der doch unvermeidlichen Annerion Bos—
niens, die ihm seiber nichts koste, mit der Oeffnung der
dardanellen ein größeres Trinkgeld herauszuschlagen. Gref
dehrenthal hatte seinem russischen Kollegen in Buchlan
eine Unrerstütuung für dieses Projelt versprochen, aben
England wollte nicht, und Iswolski ließ sich in Lenden
örichterweise von dem klügeren Sir Edward Grey üder
teden, jeßzt gegen die Annexion Bosniens zu protesßiere
zie er vorher gutgeheißen hatte.
Schon während des russisch-japanischen Krieges zeigt.
Eengl!aud sich in dieser Beziehung höchst „ungemuüttich“. Es
nahm Stellung gegen das Passseren der Kreuzer der ru—
ischen Freiwilligenflotte, und fsür Rußland wurde es ae—
adezu zum Verhängnis, daß es seine größeren Schisse
aicht aus der Sackgasse des Schwarzen Weeres heraus be—
am. Damels war freilich die „Eutenter mirn Ruslaund
ioch nicht zusiande gekonmen. Als aber der englisch—
ussische Vertrag abgeschlossen war und in Reval die En
tevue der Monarchen beider Länder stattgesunden hatte
a hätte man erwarten sollen, daß die englische Polin
ch gegen den neuen Freund fortan liebenswürdiger ver—
alten werde. Aber die Oessnung der Dardanellen woillie
Ingland nicht zugeben und ließ sich dafer am Goldenen
dorn als wahrer „Türkenfreund“ feiern, während man
nderseits in St. Petersburg die Deuischen ass die treue—
en Alliterten der Großtürken und des Islams zu de
unzieren suchte.
Es sind in der letzten Zeit manche „Blütenträumte“,
eiche die Flinerwochen engulisch-russischer Liebe verschön—
unreif abgefallen. Von dem Tage in Reval an, wo
as Erbe des „kranken Mannes“ zwischen dem Waoliis—

und dem Baren eteilt werden sollte, bis zur Absetzting
odur Hamiods und der FZrrund aft der regierenden zuug—
türtischen Parci sar das beiben Ententemächten went
sumpatbische Tenuchland. Die Sofftnungen, welche voer
deuishjemdliter SZrite anuf den negierungsantrett NRoham
med 5. geseßtt wurden, hasen geirogen. Der Hauptipaß
aber, dan etade eine türische Frage — das Dardaeeit
enproteltt — sich als Erisapfel unter den Mächten der
Sr plεnte Lbeort. Stanmreich ist freilich unbeteiligt
darau, ger SZir Adoard Srey hat dem russischen Bini
iter u die „Zuppe g.suctt
Wenn 5οα ieht ein so eingefteischter Englaus
RNartr wäre, jo wuürde oc dem Rabinett von St. James
heimzahlen, daß es ihn in der Tinte sitzen ließ. Zeden
alls könnte Iswos fi mit Helte der beiden mitieleuropäi
chen sraisersiaaten mauches erreichen, wenn er sich nich
s eigensinnig gebardele wie ein bestrafter Schüler. Is
wolski hat sich geärgert, daß die Oeifnung der Dardanel
en, welche er als russische Kompensation sür die Annexio,
Bosniens „im Auge“ halte, ihm „aus der Nase“ gegan
zen ist — und diese Enttänschung vildet den Schlüjsse
einer ganzen jetigen Rotliti. Das Auffällige ist dabei
daß er sich nicht an dem rächen will, deam er diese Nie.
derlage verdantt, weil er ihn im Stiche ließ, nämich an
Zir Edward Grey, sondern an Deutschland und Oester
reich.

* Der Besuch König Ferdinands von Bulgarien be
vdcnien Peler von Seroen mird in Wien rutg auige
aßt: die Anniherung beider Valtaniigaaten brauche kein—
Zoine gegen einen Dritten zu haben.
Serbien.
*In der Skupschting vestätigte der Kriegsminister, da
gegenwärtig Verhandlungen über Lieferung von Kriegs
ewäal im WBert von 59 Millionen Franken stattfinden
Zie Lie erung sei deshals nicht ofsiziell ausgeschriebe—
Borden, weil es sich um die Heeresausrisfiung handle.

Evpanien.
* Die Massenbewegung der spanischen Truppen zum
wechn nennr Operalionen war von langer Hand unauf—
Aln vorbereitci worden. Der Hauptzweck gilt der Eien—
„srrahsung des Uixanberges, wo das Haupt
ager der Minenschäte der Benibnifrurzone sich befindet
Tie Rorhuut der Streitkräfte beserte die Hügelkett
des Hochplatenus Atlaken, weltche sich, in der Nähe
des reher ottupierten Marltfleckes Ethad zwischen den
ud urusern der Guruguberge und den nordlichen Ab—
hanpgen der Uirant;zohen erstreest. Die Operation vollzo—
ich ohne Verluste; die Rifteute blieben umichtbar.

—RRDEkRäE —
VPolitischhe 3undscha u.
Deutsches Reich. 5
* Der Reichskanzler will, wie die „Tägl. Rundsch.“
zu wissen glaubt, im Laufe dieser Woche Gelegenheit nehz—
nen, mit den Führern der einzelnen Parteien
iber einzelne politische Fragen zu sprechen
Das wird wohl sicher sein, denn es versteht sich, sobatd
der Reichsstag wieder versammeit ist, eigentlich von selbsi
ind ergibt sich auch in dem dann beginnenden gesellchaft
ichen Verkehr von selbst.
* Ueber die auswärtige Politik, welche der nenue
Reichetanzlber einzuichlagen gedenke, hält man sich
zesu in englischen Kreisen auf. Nach einem Londo
ner Siau foll ein durchgreifender Umschwung der deut
schen Politik zugunsten Englands bestimmt bevorstehen
Die ersten Symptome dieser Wandlung dätten sich in de—
üngsiten Zeit bereits bemerkbar gemacht. Die aufsehener
regende Rede, die der deutsche Botschafter Graf Bernstorf
vor einigen Wochen in Washington hielt, und in der ern
ür eine deutsch-englische Annaͤherung plädierte, sei nich
eigener Initiative entsprungen, sondern zabe die Mein
ung des Reichssskanzlers Bethmann-He zum Ausdruchk
Jgebracht. Bülow hättke mit den Rxchen, über die
Hraf Bernstorff sich, wie erinnerlich, ar scharf ausgespro
hen habe, kokettiertt, der Kaiser und Bethmann-Hollwe—
eten jedoch den Alldeutschen feindlich zesinnt und fest ent
chlossen, ohne Rucksicht auf ihr Geschrei die denkbar besten
Veziehzungen zu pfiegen.
* In Berlin verlautet, es sei noch nicht sicher, ob das
Arbeitskammergesetz dem Reichstag von neuen vorge
iegt werden wird, jedenfalls nicht vor Ostern, ebens⸗
wie die Reichsversicherungsordnung. Ta
der Reichsetag dann beide Gesetze vor der Sommerpau
erledigen wird, glaubt man nicht, da der Reichsstag nuß
his Pfingsten dauern dürfte. Es wird von den Arbeiten
der entsprechenden Kommissionen für die Versicherungs
oronieng abhängen, ob der Reichstag vertagt und im
Zerbst 1910 früher einberufen wird.
* Der Reichstagsabgeordnete Schock für den Wahlkres
Eisenach hat in einem beim Reichstagsbureau einzegan—
genen Schreiben sein Mandat niedergelegt.
*Der Viererausschuß der freisinnigen Fralftionsgemein
schaft, der die linksliberale Einigung vorbereiten soll
nimmt seine Beratungen anm 30. November wieder au
und hofft vor Weihnachten den Parteien ein fest umrisie
nes Ginidgunqgsprogramm vortegen zu können
Oesterreich? Ungarn.
*.Die Sütuation des Reichsrats ist nach der in
Regierungskreisen herrschenden Ansicht nur scheinbar ge—
»essert. Die Deutschen wollen Parlament und sachliche
Verständigung, die Slawen Systemwechsel und Ersolg de
OAbstruktlon. Bestenialls werde die erste Lesung des Bud
Jetrropieorruams aelinden

Foloniales.
2 Die erste Diamantfelderbahn in Deutsche-Süd
westafrita wird vorberettet, und zwar beginnt die Ko—
orniale Bergbaugesellschaft, von der Station Kolmanstop
der Südbahn aus eine Felsenbahn nach Südwesten ir
der Richtung auf die Elisabety-Bucht hin zu erbauen. D*
ahn solt etwa 30 Kilometer sang werden. 12 Kilon
ler sind vereits sertiggestellt. Die Anlage soll dazu die
nen, den Abbau der Diamantfelder der genannten Ge
sellschait, die sich von Kolmanstkop bis Elisabeth-Buch
erstrecken, zu erleichtern.

Heer und Flotte.
— *Die neue Schießvorschrift vom 21. Ottober 1900
st. soeben ausgegeben worden. Es ist die erste größere
Dienstvorschrift, deren Einsührungsorder vom neuen
Kriegsminister von Heeringen gegengezeichnet ist. In
dieser Order spricht der Kaiser die Erwartung aus, daß
der sür die kriegsmäßege Ausbitdung der Infanterie so
wichtige Schiehblenst in allen seinen Teuen wie —D
mit der gröͤßten Sorgsfalt betrieben wird und namentlich
die Leistungen im gefechtsmäßigen Schießen auch weiter
hin sictig fortschreiten. Mit Rücksicht auf dieses Schießen
ist eine Erhöhuug der Anforderungen beim Schulschießen,
die von einigen Seiten angeregt worden war, nicht be—
virkt worden, weit mit Recht das gefechtsmäßige Schie—
zßen als der wichtigste Teil der gesamten Schießausbild
aAng bezeichnet wird; für die triegsmäßige Ausbildung im
Zcharsschießen muß die Jufanterie die erforderliche Zeit
rhalten, um alle Uebungen sachgemäß und belehrend ab—
jalten zu können. Hierfür erhält die neue Vorschrift wich⸗
tige Angaben über Schießtechnit, Beobachtung der Wirt—
ung, besonders in bezug auf den Wert der Geschoßgarbe
Eutsernungsermittlung durch Schätzen und Messen, name—
y mit dem neuen Entfernungsmesser Hahn. Für
Arschriftsinäßige Ausbildung der Kompaänie im Schießen
st, wie bisher, der Kompaniechef verantwortlich, und die
Vorgesetzten sollen unter Wahrung der Selbständigkeit des
Fompaniechefs nur bei bemertten Mißgriffen eingreifen.
Eine vermehrte Betonung der Selbständigteit des Kom—
——— nicht eingetreten. Günstig
ist die Vereinfachung des Scheibenmaterials, da die gro
hen Figurenscheiden ganz fortgefallen sind. Es gibt nur
noch drei Arten von EScheiben, die bisherige Ringscheibe
mit zwölf Ringen, bei der aber der senkrechte schwarze
Mittelstrich nicht mehr angebracht ist. Die Kopfringscheibe
und die 400-Meter-Scheibe, auf der drei Brustscheiben auf⸗
geklebt sind. Die neue Schießvorschrist zeichnet sich durch
eine erhebliche Vereinfachung des gesamten Schiekdienstes
2118

— — 325 3237 — 7
Die Chrisbiume.
Erzählung von C. Burger—,
Nachdrud verboten.
Jetzt stand das Weihnachtsfest vor der Tür; es war
Abend des dreiundzwanzigsten Dezember. Saarfeld
ermüdet von einem weiten Ritt heimgekehrt, sein Ant⸗
„war ungewöhnlich ernst, er schien zerstreut und beant—
ortete nur einsilbig alle Fragen seines Freundes. Erst
8 Mutter Dolores das Äbendbrot hergerichtet und das
immer verlassen hatte, sagte er plötzlich:
Rate einmal, wen ich heute gesehen habe?“
Ich habe keine Ahnung, denn so viel ich erfahren
be, gehört „Leute zu sehen“ zum europäischen Luxus,
en wir hier längst aufgegeben haben.“
Sagrield rüctte seinen Stuhl näher an die Seite des
umdes und flüsterte ihm zu:
„Ich sah heute Valesta Nobel!“
‚Wirtich?“ gab Kurt überrascht zurück.
„Erinnerst Ou Dich der düsteren Ahnung ihrer Schwe—
Weißt Du noch, wie flehentlich sie uns bat in
end einer ihr drohenden Getahr uns ihrer anzu—⸗
ehymen?“
Kurt nickte.
„Ism es nun nicht sonderbar,“ fuhr der Sprecher im
lüstertone fort, „daß wir in der ganzen Zeit nech nicht
amial Valeska geseben haben, ausgenommen an jenem
orgen, wo sie von der Schwester Abschied nahm? Als
alte Richter vor drei Monaten den Schlaganfall be—
in, sind wir beide doch vier bis fünfmal hinübergeritten,
Nuns nach seinem Befinden zu erkundigen, aber Valeshaben
 wir nie gesehen, und so oft auch Michael mit
mer Schwester zu uns kommt, so hatten sie immer Aus—
den, die Pflegeschwester daheim zu lassen.“
„Ich finde es auch befremdlich,“ gestand Kurt, „kanr
aber auch denlen, daß es schmerzlich sein muß, dieses
welches sie so gut wie ihr eigenes angesehen hat.

„Gewiß, das war auch meine Ueberzeugung, Kurt.
doch heute denke ich anders.“
„Du scheinst ja die Sache sehr ernst zu nehmen,“ scherzte
der Freund; „Du fürchtest doch nicht, daß Lauras Schwe—
ster Gefahr groht?“
„Ich weiß kaum, was ich denken soll — — aber ich
fürchte es!“
„Mensch!“ rief Kurt ungeduldig und sprang von seinem
Sitze auf, „prich endlich deutlich und sage offen, was Dir
e wer auf dem Herzen liegt, — oder vertraust Du mir
nicht?“
Saarfeld blickte warnend nach der Tür; die Wände wa⸗
ren nur dünn, und Mutter Dolores mußte jedes laut ge—
prochene Wort hoören, wenn sie nicht, wie gewöhnlich um
diese Zeit, eingeschlafen war. Dann versetzte er ernst, aber
eise:
„Es geht in Waldbrunnen nicht alles richtig zul“
Kurt erschrat. —
„Weiter!“ vefahl er.
„Es ist nicht so leicht gesagt,“ seufzte Saarfeld, —
‚aber schon seit langer Zeit habe ich bemerkt, daß Michael
und seine Sawester nicht offen gegen uns waren, wenn
wir nach Valeska fragten.“
„Martha ijt ein erdärmliches Weib, ich habe sie längst
durchewaut.“ brausise Kurt auf. „Wichael erscheint mir eh—
dennetrer, nur ist er zu unmanierlich und ungebildet wie
in Bauer.“
„Wann hast Du ihn zuletzt gesehen?“
Ich weißz es nicht genau — ungefähr vor drei Wo—
hen. Er enischuldigte sich, daß er uns zum Weihnachts—
sest nicht nach Baldbrunnen einladen könne, da in dem Zu—
tande des Onkels noch keine Veränderung eingetreten und
r noch immer besinnungslos sei. Aber er hoffe, wir wür—
den bald zu einem Borziiee koinmen, denn er gedächte
Valeska Nobel zZu uen
„Warum haͤt Du nicht eher gesagt, Kurt?“
Ich konnte es nicht übers Herz bringen,“ gestand den
id Imnsg fzl nir innio Mitteid mit dem orm

—
— —

Mädchen, das für sein ganzes Leben an einen Mann ge—
fesselt werden sollte, der so tief unter ihr stand. Es kam
mir wie eine Entweihung ihrer heiligsten Gefühle vor.“
Saarfeld runzelte die Stirn.
„Etwas muß getan werden,“ versetzte er gedankenvoll.
„Du hast mir noch nicht gesagt, wie es Dir gelungen
ist, sie zu sehen, und weshalb Du vermutest, daß ihr Ge—
fahr droht?“
„Nun, die Sache ist einfach genug. Ich war im Walde,
um zu sehen, wie weit die Holzhauer mit ihrer Arbeit
seien, und da wollte ich, als „nächster Nachbar“, nach dem
Befinden des Herrn Richter fragen. Michgel und seine
Schwester waren mit dem Dottor sortgeritten, und so hoffte
cch, Valesta allein zu sehen, die mir Nachrichten über
desters geben solltel“
„Weiter! Was sagte sie Dir?“
Die schwarze Dienerin sagte mir, daß der alte Herr
noch immer in demselben Zustande regungslas daläge, aber
nach den Aussagen des Arzies sei keine Hoffnung auf
Genesung vorhanden, und das Ende siehe nahe bevor.
Dann bat ich, mich bei Fräulein Nobel zu melden.“
„Halt Du sie gesehen? Was sagte sie Dir?“ fragte
Qurt.
„Geduld, alter Freund. Hanna, die Schwarze, sagte
mir, daß ich Fräulein Robel nicht seben könnte, da sie
trank sei. Ob Sie es wirklich glaubte, oder ob sie nur
aussprach, was Martha ihr befohlen hatte, konnte ich nicht
erfahren. Sie ertlärte mir bestimmt, daß Valeska das
Bett hüte, und nur von Fräulein Martha gepflegt würde.
Ich ließ ein Geldstück in ihre Hand gleiten, doch sie schmun—
zelte nur und kehrte an ihre Arvbeit zurück; da blieb mir
nichts anderes übrig, als meinen Hettor wieder zu bestei—
jgen und davon zu reiten. — Znsallig wandte ich mich
um. Mein Auge siel auf ein kleines, kaum handbreit gro—
zes Fensterchen, das noch dazu mit einer dicken Eisenstange
»ersehen war, und hinter diesem war ein bleiches, abge—
ehrtes Gesicht — — es war Valeskal“

Fortietzung falqe
            
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