Full text : Dudweiler Zeitung (22.1909)

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Su Einheitspre isen von

Also probieren Sie's mal!.
Wenn ich Ihnen doch sage! Wir fühlen uns seit⸗
dem alle wohl. Er bekommt sogar unserer
Kleinsten vorzüglich ...
Aber nein! Er schmeckt ausgezeichnet, Sie müssen
nur nicht gleich nach dem ersten Versuch urteilen,
trinken Sie ihn mal acht Tage lang und dann
urteilen Sie! ...
Bewahre! Spottbillig, viel billiger als andere
Getränke! ...
Bar nicht umständlich! Einfach überbrühen wie
Bohnenkaffee. Und Sie bekommen ihn in jedem
Geschäft ...
ZBitte! KReine Ursache! Es freut mich immer, wenn
ich ihn empfehlen kann. Lassen Sie sich aber
keine Nachahmung aufdrängen! Kathreiners
Malzkaffee wird nur in geschlossenen Paketen mit
Uneipp-⸗Bild verkauft ...
Jawohl der bekannte Kneipp ..... Also guten
. Morgen! ... Danke .... Schluß ....

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Kanarien⸗Zucht
Verein.
yaut Beschluß der lehlen
Generalversammlung findet am
28. No vember 09 nachm. 4 9—
die Versammlung des Kanarien⸗
zuchtvereins nochwals im Lokale
Deutsch jetzt Kunkel statt.
Tagesordnung:
1. Verlosung der Vögel,
2. Erledigung der Futterange
legenheit,
3. Verschiedenes.
Um pünktliches und vollzählige—
Erscheinen bittet
der Vorstand
J. A.
D. Spier, Vors.
5. Curner-Bund

Dudweiler.

Schöne
Wohnung
»estehend aus 2 Zimmer zu ver
nieten.

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e. G. m. u. H.
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Sonnueug nachm. 5 Uhr
Mounatsversammlung
Tagesordnung wird in der Ver
sammlung bekannt gegeben.
Der Vorstand.
Musikverein
2
Concordia.
Sonntag nachm. 2.30 Uhr
Probe
bei Herrn F. Haller.
Der Vorstand.

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Die Christblume.
Erzählung von C. Burger.
Nachdruck verboten.
Doch von diesen Gefühlen durste Martha nichts ah—⸗
znen. Er gab gern zu, daß es ein guter Plan sei, Vally
zu heiraten, aber besser sei es noch, den Onkel zu bestim⸗
men, das Testament zu seinen Gunsten zu ändern, oder
wenigstens das gemachte zu zerstoören, welches zu Gunsten
seines Pflegekindes versaßt war.
„Du siehst, es ist so am besten,“ schloß er seine lange
Iede „Vally ist nicht mit ihm verwandt, also wenn er
Sstirbt, erbt sie nicht einen roten Heller.“
„Dann würden wir auch nicht viel bektemmen,“ klagte
5* „Du vergißt, daß wir nicht die einzigen Erben
Zsind; in Deutschland leben wenigstens noch ein halbes Dut⸗
zend, die das gleiche Anrecht erheben würden; da würde
Runser Anteil doch nur sehr gering werden.“
Als an senem Morgen Valesta mit ihrem Begleiter
von Lesters Abschied genommen und nach Waldbrunnen zu—⸗
rückheteort waren, schloß sich das junge Mädchen zuerst in
ihr Zimmer ein, um in der Stille ihre heitere, gleichmä—
ßige Ruhe wiederzusinden, die der Trennungsschmerz thr
geraubt hatte. — Weichael betrat das Wohnzimmer, wo
seine Schwester sich gewöhnlich aufhlelt.
„Es ist gut, daß Lesters endlich fort sind,“ begann sie
heiter, als der Bruder eintrat, „sie haben viel dazu beige—
tragen, Volly zu verwöhnen. Rire n die Widerspen—
stige jetzt leichter jügsam manhen
zetzt wird's noch schlimmer ααα da die beiden
jungen Leute in Saratonka wohnen,“ brummte der Bruder.
„Sei unbesorgt; Valesla interessiert sich nicht für sie.
Sie hält die beiden Herten für Abenteurer, so sagte sie mir
noch gestern.“
„Gestern hatte sie die beiden Deutschen noch nicht ge—
sehen. Heute sagte sie mir, daß Herr Saarfeld und sein
Varwalter, Herr Waldau, die einzigen, feingebildeten Her⸗
. 84 33 42l0r1hoaoæ⸗

„Spotte nur, Marthal! Du weißt, ich hatte Vallys Zu- und streng die Pilichten gegen seine Familie vorgestellt
reigüung 5.4 nicht einmal gewonnen, wie wird es jetzt und den unwidersprechlichen Befehl zur schleunigen Rüd—⸗
verden, da ich zwei Nebenbuhler habe?“ brummte Mi- ehr gegeben haben. Glüdlicherweise ahnte niemand in der
hael. dIlten Heimat die Wahrheit. Man glaubte, Kurt mache
„Sind die Herren jung?“ 3viele Reisen, lerne Länder und Leute kennen.
Vier-⸗ cder sechsundzwanzig Jahrel αα— Mittlerweile gingen die Wochen dahin. Es war er—⸗
Martha seufzte. Sie hatte gehofft, daß die Fremden siaunlich, wie leicht die beiden Freunde in Saratonka sich
ilter geiresen wären, denn sie hatte bereits ihr dreißigstes in ihre neue Tätigkeit einlebten. Saarfeld hatte scharfen
IJaze ritten, und durfte nicht mehr wählerisch sein. Verstand, starke Schultern und kräftige Hände, die keine
Aha Reser abgelegenen Gegend war sie kühl und be- Arbeit scheuten, während Kurt von Hochstein ebenso eifrig
rech. nborden und überließ die Romantik den Schwär- war, wie er. In kurzer Zeit mußte das Land so viel
mern; viehzicht war es doch möglich, das Herz eines jun. an Wert gewinnen, daß die Saarsfelds in eine gesicherte
gen Heren zu gewinnen, und Herrin auf dem Gutshofe in Zulunft schauen konnten.
Saratonka zu werden. So war der Winter gekommen, und mit ihm die viel⸗
„Iche ill mit dem Onkel sprechen,“ sagte sie überle. zachen Schattenseiten des Landlebens. Es konnte nach
gend. „Sa ich ihm vernünftig vorstelle, daß es für Vale Sonnenuniergang nicht mehr im Freien gearbeitet werden,
siys gesährlich ist, so wird er jeden Umgang mit die Abende wurden fast umerträgüch lang, und die alte
den e cen abbrechen.“ Mutter Dolores, die oft hereingerufen wurde, um von ih—⸗
Doch »de sie ihr Vorhaben ausführen konnte, kam rem früheren Leben und ihrer Tätigkeit zu erzählen, zeigie
Vally in fliegender Hast und schredensbleichem Antlitz in sich als eine schlechte, einsilbige Gesellschafterin, sodatz der
das Zimm: gesturzt und brachte nur mühsam die Worte rfolglose Versuch bald aufgegeben wurde. Sie war eine
hervor, dan ihr Vater starr und unbeweglich in ei- reue Dienerin, erfüllte gewissenhasft die übernommenen
nem Lehr.ruhl sitze und nicht mehr mit ihr sprechen Pflichten, doch weiter durste man nichts von ihr verlangen.
volle ——— Die wenigen Bücher, die Herr Lester bereitwilligst zurüd-Die
 Geschwister standen erstarrt, doch nur einen Au— gelassen hatte, waren laͤngst durchgelesen; Zeitungen dannte
zenblick, dann eilten sie nach dem Zimmer des alten Herrn. ian in Saratonka micht, auch bo der einsame Ort weder
Regungslos saß er vor seinem Schreibtisch, sein bleiches Ge⸗ Zerstreuung, noch den geringsten Stoff zur Unterhaltung.
icht war rerae«, die Hände krampfhaft geballt. Kein Wunder, daß daher die beiden Freunde oft stunden—
„Er atmet noch — das Leben ist noch nicht entflohen, ang schweigend einander gegenüber saßen, nachdenkend den
es scheint ein Schlaganfall gewesen zu sein,“ konstatierte ringelnden Rauchwölkchen ihrer Zigarren nachschauten und
d'e 3 dann besahl sie Michael, nach der nächsten, dielleicht mit stiller Wehmut der Freuden ihrer Vergangen-—
zwar 1. atlegenen Stadt zu reiten, um den Arzt zu heit gedachten.
holen.
Hätte der ahnenstolze Freiherr von Hochstein und sein
Battin eine Ahnung gehabt, wie ihr einziger Sohn un'
ẽrbe des Titels und des altehrwürdigen Namens ein«
250 in rastlaser Arbeit als schlichter Verwalter auf den
            
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