reit sind, diese Interessen zu schußen und zu versönynen.
Man sollte aber auch endlich, wenn man nicht schwere
znttäuschungen erleben will, beherzigen, daß Marokko mich
zur für Deutschland und Frankreich ein furchtbares Be⸗
Atigungsgebiet abgeben kann, sondern, daß die übrkgen
Rauonen das nämliche Recht auf Mitarbeit bei der Er—
— des Sultanats besitzen. Das gilt besondert für
gland. das immer eine hervorragende Stellung ir
Aidelsverkehr mit Marokko eingenommen hat und desse
Interessenten sich gewiß nicht ohne Widerspruch aus chal⸗
en slaffen würden dDer Presse aller beteiligten Dinder
ͤllt die Aufgabe zu, die guten Absichten der Regrun—
py zu unterftützen und zu verhindern, daß immer wie⸗
er aͤus privatem Egoismus eine politische Polemit her—
ruswächst. welche schueßlich den allgemeinen Frieder doch
wieder gefährden kann.
2 4 —
Arbeiterbewegung.
— Arbeitstarif abgelehnt. Die Verbandsversamm—
iung der Maler und Lackierer in Hamburg
hat mit 862 gegen 54 Stimmen das vom Arbeitgeberver—
band Berlin aufgestellte Reichsstarifmuster und mit 773
gegen 101 Stimmen alle weiteren Verhandlungen über
fing einheitlichen Lohn⸗ und einen Arbeitstarif abge—
ehnt
Landwirtschaftliches.
— Württembergischer Saatenstand. Ueber den Stand
ber Saaten in Württemberg im Monat Novembe
wird mitgeteilt, daß die Bestellung der Wintersaaten über
all gut zu Ende gefsührt werden konnte. Fast durchwe—
wird hervorgehoben, daß die früheren Saaten einen sehi
befriedigenden, zum Teil üppigen Stand zeigen, und daß
guch die späten Saaten schon aufgegangen, wenn auch zum
Teil noch etwas schwach bestockt sind. Dank der günstigen
Spätherbstwitterung konnte auch die Leerung der Brach—
* insbesondere der Kraut⸗ und Rübenäcker, die heuer
szinen überaus reichen Erirag gaben, vollends gut bewerk
stelligt und weiterhin die dem Heustock zu gute kommende
Gewinnung von Frühfutter bis spät in den Novembe
hinein fortgesetzt werden. Als Durchschnittsnoten werder
angegeben: Winterweizen 2,4, Winterspelz 2,3, Winter
roggen 2,2.
— ——. —
Wermd tes.
9 Der Papierverbrauch der Tageszeitungen. Ir
welcher Weise die Presse, die „siebente Großmacht“ neber
unserem politischen auch unfer wirtschaftliches Leben be—
rinflußt, dürfte allgeinein bekannt sein. Demnach vermag
der Laie sich von dem riesigen Umfange des Papierver
brauches der täglich erscheinenden Zeitungen selten die
rechte Vorstellung zu machen. Unsere heutige Statisti
Austriert die diesbezüglichen, von einem namhaften fran—
zösischen Statistiker aufgestellten Berechnungen. Hiernach
zerbrauchen die 30 000 Tageszeitungen der Welt, die in
Nillionen von Nummern gedruckt werden, alltäglich etwq
*
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000 Torenen Holzteig, und da außerdem im Durchschnit
300 Bücher taglich erscheinen, so betrügt der Jahresver
zrauch für Druckpapier etwa 375 000 Tonnen Papierbreit
dabei isr cber das Schreibpapier, das Packpapier ꝛc. nich
jerechnet Um nun diese ungeheure Menge Holzteig 3
zroduzieren, müssen ganze Wälder niedergeschlagen wer
zen. In jedem Jahre verschwinden so 1250 Millione
dubienneer Holz, die der geistigen Nahrung des Men
chen Seren. Amerita hat dabei einen noch stärkeren Be
ar“ ct“ Furopa; es braucht für sich allein 900 Millis
ten Saeeteneter Holz, während Europa nur die übrig ge
liebenen 250 Millionen verwendet. So verschwinden un
* der eimce ittlichen Aftt ganze Wälder, um sich in M
ie zu verwarndelu.
Diazerbrochene Zigarrenspitze. Der Erzherea
zerz5 war im Manöver bei einer Bürgerfamilie i—
zen; ein märkischen Städtchen L. einquartiert. Gegen
Abens vrercließ er sein Quartier, ließ aber fseine Meer
—
Stube liegen. Nicht lange darauf kam der kleine Sohr
Franz or Familie trumphierend mit der entdeckten Zi
Jarreit' in der Hand ins Zimmer. Aber wehe! Die
felbe is der Mitte auseinandergebrochen. Dies ist den
Vater »mnst unangenehm und der Franz bekommt ein
Trackt el richtig zugemessen. Aber davon wird di
Zigarrenspitze nicht wieder ganz. Der Vater macht sic
daher daran, sie zu flicken, was ihm auch so vortrefflic
gelingt, Saß die Bruchstelle kaum noch zu bemerken ist
In der Hos'naig, daß der in der Frühße des nmüchste
Tages fortziengende Erzherzog den Schaden nicht bemer
ken werde, egte er sie vorsichz an ihre frühere Stell
auf dem Fensterbrett. Gleich darauf tritt der Erzherzo—
ein id reitt zum größten Schreck der ganzen Famili
sofort triner Zigarrenspitze. Er öffnet das Etui
nimnmir Zicarrenspitze heraus, betrachtet sie ven aller
Seiten derwundert und saat dann: „Das geht aber gan
zewißz nichkt mit rechten Dingen zu. Gestern babe ie
vährend des Marsches die Zigarrenspitze zerbrochen un
eritte ist fiec mie—der goans
Lofkcaules.
D Weihnachtsarbeiten. Mit wenig Mühe und ge
ingen Kosten fertigt man eine allerliebste Puppen-Bett
telle. Die Zigarrentiste wird zunächst vom Deckel befreit
dann schneidet man die Seitenteile der Form einer Bet
telle entfprechend nach der Mitte zu mit einer Laubsäg
twas aus, während Kopf- und Fußende gerade bleiber
önnen. Für die Füße dienen vier gleich kleine Garn
tollen. In der Mitte des Kopfendes befestigt man einen
ziemlich starken Messingdraht, der in einer Höhe von etwe
3—27 Z3tm. nach vorn herübergebogen wird und alg
Träger einer weißen Tüllgardine mit rosa oder himmel
blauer Atlasunterlage dient. Gleichfarbige Atlasschleifer
dienen zum Ausputz. Vor dem Befestigen der Gardin
wird die Bettstelle mit brauner Farbe angestrichen, mi
Boldbronce umrändert und mittels Brennstiftes oder Gold—
bronce mit Eckverzierungen und Mittelstern am Kopf- und
Fußende versehen. Die Füße vergoldet man.
— Versammlung. Die Bersammlung, sin welcher der
dand tagsabgeordnete Imbusch sprechen wird, findet heute
abend 6 Uhr im Gasthaus Dillhöfer statt.
Eingesandi. Wir verweisen an dieser Stelle auf die
am nächsten Sonntag stattfindende Versammlung der ehem.
6Oer im Sasthause Hornberger Sudstraße.
Achtung! Kleben! Wie wir höcen, wird in Kürze
ein Revisor der Düsseldorfer Verficherungsanstalt die Alters⸗
and Invaliden-Versicherunzs⸗Qutttungskarten revidieren.
Sorge jeder deshalb dafür, daß die richtigen Marken geklebt
sind, damit Sirafen vermieden werden.
Die Sterblichkeit im deutschen und französischen
Heere. Eine sehr bemerkenswerte statistische Aufstelluug, die
die Sterblichkeit im deutschen und französischen Heere mit⸗
einander vergleicht, gibt Dr. Löwenthal in einem Aufsatz der
Revue. Nachdem er das Mufrreten der schwersten and hbäu⸗
igsten Kraukheiten in beiden Heeren ak der Haad zahlen⸗
mäßiger Belege verfolgt hat, kommt er zu dem Resultate,
daß in den Jahren von 1902 bis 1906 in der deutschen
Armee 118 365 Krankheitssäle und 1283 Todesfälle, in der
französischen 330 005 Krankheits- und 4973 Todesfaälle zu
perzeichnen waren. In 5 Jahren haben also die achtzehn
von ihm aufgezählten Hauptkrankheiten in der franzöfichen
Armee 221640 Erkrunkungen und 3690 Todesfälle mehr
hervorgerufen, als in der deutschen. Die algemeine Sterb⸗
lichkeit beirug im deutschen Heere 2 pro Tausend, im franzö⸗
sischen 3,68 pro Tausend. Die Sterbuchkeit durch Sebstmord
hetrug bei den Franzosen O, 18 pro 1000, bei den Deutschen
,42, war also in Frankreichum 135 Proz. niedriger als in
Deutschlaud. Die Sterblichkeit durch Unglücksfälle belief sich
bei den Franzosen auf 0,32, bei den Deutschen auf 0,28
var also bei den letzteren 16 Proz. niedriger. Die Sterb—
lichkeit durch Krankheites belief sich bei den Franzosen auf
3,08, bei den Deutschen auf 1,30, war also bei den Iftzteren
200 Proz. viedriger Die gesamte Sterblichkeitsziffer ist im
euischen Heere um 75 Proz. niedriger als im französischen
In funf Jahren hatte die deutsche Atmee 1177 Selbstmorde,
743 Todesfaälle durch Unfälle und 3400 Todesfälle durch
crankheit, im ganzen 5250 Todesfälle zu verzeichnen, die
französische 446 Gelbstmorde, 790 Todeställr durch Unfall
nd927878 Todesjälle durch Krankheit, so ergibt sich, daf
anter den französischen Fahnen 4178 Tote mehr sind ale
anter den deutschen, also ein sehr schlechter Gesundheitszustand.
Zur Abhilfe empfießzlt der Verfasser bessere Wohnungsbe⸗
dingungen, bessere militärische Erziehuag, schärfere sanitärt
Maßregeln und eine Verminderung der Rekrutterungsquote.
Ein neues Mittel gesen die Tuberkulofe will ein
französischer Tierarzt euldeckt haben. Professor Ballee an
der Tierarzutischule von Alfort bei Paris will, so entneh mer
wir den „L.⸗As, eine neue Behandlungsmethode bei Tuber⸗
kulose mitiels eines Serums entdeckt haben, die er vor der
Hand vpur einem beschränkten Kreise von Gelehrten unter—
hreitet. Die Methode besteht darin, daß Pferde mit Ein—
——
kelbazillen mehc als zwei Jahre vslig immunifiert werden.
Das den Pfeiden abgezapfte Serum soll bis zu einem ge—
wissen Grade ein Heilmittel gegen die Tuberkulose darstellen
Rach ersolzter künstlicher Infekiion bei jungen Tieren zu
Anwendung gebecacht, hat es eine deutlich erkennbare, wenn
auch nur geringe Wirkang. Vor der Infektion in vier bie
fünf starken Tosen eingespritzt, wirlt es absolut immunisierend
Die Tierversuche sind bisher nur im aeringen Umfange aus
gesührt worden, so daß Professor Vallee wit seinem Urteil
noch zurückhält. Dr. Roux, der Leiter des Instituts Pasteur
rjet auch zu Versuchen an Menschen, au die sich Ballee nicht
wagte. Ecr forderte vielmehr alle Spozialisten zut Mitarbeit
auf, um erst eine sichere Grundlage für die Spitalbehand⸗
lung zu gewinner
Kus Naß und Jern.
Soarbrücken, 27. Noo. Der Polizeihund „Lotte“ hat
gestern eine schöne Probe seiner Drefsur zegeber. In St.
Arnugl harte man uber das Veischwinden von Geflügel zu
klazen. Dort war auch ein vom Deuischmühlenweiher ent
wichener Schwan geschossen worden. Der Polize:hund wurde
inf die Fährte gebrach! and eilte sofott durch den ganzen
mtadtteil zu dem 18 Jahre alten Büch, der dann durch
daussuchung überführt, sich als den wilden Jager bekennen
nußte.
Essen, 27. Nov. Die Vertreter der vier großen Berg⸗
arbeiterverbände wurden gestern wiederum zu einer dringen⸗
den Siuung berusen. Beschlossen wurde nach einet einzehen⸗
den Beratung, mit einem Aufruf an die Ruhrbergleute
zeranzutreten. Darin soll erklärt werden, daß der Zechen⸗
derband die Absicht habe, den Zwangsarbeitsnachweis, der
arsprünglich erft am 1. Januarek. J. zur Einführung ge
augen sollte, schon mit dem ersten Dezember in Taͤtigkeil
reten zu lassen. Den Zechenherren sei es mit dieser Tal
ffenbar darum zu tun, durch eine Ueberrumpelung die Er
regung unter den Bergleuten zu steigern und sie zu unüber—
egten Schtitten fortzurcißen. Die Kameraden sollten daher
zuf das Dringlichste anfgefordert werden, sich, falss aml
Dezember der Arbeitsnachweis des Zechenverbandes in Kraft
rete, durch nichts zu einer Rechtswidrigkeit oder gar zu einer
etzt aussichtslosen Streilbewegung hinreißen au lassen, strena⸗
Diesciplin zu halten.
Bochum, 26. Nop. Die heute hier stattgehabte Kon
fererz der vien gioßzen Bergarbeiterorganisationen hat ein—
mütig deschlossen, die bevorstehenden Verhandlungen des
Reichstags Uber einen Zwengsarbeitsnachweis des Zechen
berband:es abzuwarten und entsprechend dem Verlauf de
Reichstagsverhandlungen in einer abermaligen Zusammen⸗—
kunfe Beschlüsse zu fassen.
Berlin, 26. Rovr. Wie ven der Motor-Lastschiff⸗
Studien⸗Gestluüchaft mitgereilt wird, it Majer Dr. von
Perseval jetzt von der Jia die oifizlelle Nachricht zugegangen.
doeß ihm der Kalserpreis zugesprochen worden iñ
*Noin. 40. oD. Aner die Rauber ger;
en.) Ein Chaufsfenr aus Erfurt, der diese Nacht zwe
unge Leute kennen gelernt und mit ihnen mehrere Wirt
haften besucht hatte, wurde von ihnen auf dem Nach—
zauseweg niedergeschlagen und seiner Barschasft im Be—
rage von 4000 Mark beraubt.
* Düsseldorf, 26. Nov. Kaiserlicher Schlo p⸗
»erkauf.) Die bisher noch ausstehende Genehmigung
»es Kaisers zum Verkauf des Schlosses Jägerhof an die
Stadt Düsseldorf ist jetzt erfolgt.
* Elberfeld, 26. Nopv. GGerhängnisvoller
Abstur z.) Ein mit Bierfässern beladenes Lastautomobil
der Wicküler⸗Küpper-Brauerei kam, als es die Rensdor—
ferstraße hinauf wollte, infolge des Glatteises ins Rut—
schen und stürzte eine steile Böschung hinab. Der Chau—
eur siel vom Wagen und wurde schwer verletzt in das
Barmer Krankenhaus gebracht. Das Automobil wurde
zertrümmert.
* Kobleuz, 26. Nop. (Gom Autogetötet.) Von
einem Automobil überfahren und getötet wurde in Schuld
ein sechsjähriges Kind.
* Cochem a. d. Mosel, 26. Nor. (Drei Kinder
er st icht.) Während die Frau eines hiesigen Schreiner—
meisters ihren Mann auf der Arbeitsstätte aufsuchte, um
ihm bei der Arbeit zu helfen, waren die drei kleinen Kin—
der zu Haufe geblieben. Als um 11 Uhr ein aus der
Schule zurücktehrendes Mädchen zu Hause anlangte, fand
es die Stube mit Rauch angefüllt, das jüngste, 5 Monate
alte Kind erstickt im Bette liegend und zwei weitere
Beschwister, ein Mädchen von 2 Jahren und einen Kna—
den von 58 Jahren bewußtlos, aber noch schwache
Lebenszeichen von sich gebend, auf dem Boden liegend
dor. Ein in der Nähe des Ofens stehendes Kästchen mit
dolzabfällen, Hobelspäͤnen, Sägemehl ꝛc. hatte Feuer
Jefangen, und durch die starke Rauchentwicklung war das
üngste Kind ersticht. Auch die beiden älteren Kinder star—
hen nach kurzer Zeit.
* Trier, 26. Nov. (Ein pflichtvergessener
Beamter.) Vor etwa vier Wochen stießen bekanntlich
bei der Staton Nennig zwei Güterzüge aufeinander, wo⸗
durch ein Bremser sofort getötet und ein Zugführer sehr
schwer verletzt wurde. Die Schuld an dem schweren Umn—
Ztlück soll ein junger Bahnbeamter in Kalzem, einer Sta—
ion vor Nennig, haben, der ohne Erlaubnis und Ver—
retung seinen Posten verlassen und einen in seiner Ab⸗—
vesenheit durch die Station fahrenden Güterzug von —*
ach Nennig nicht abgemeldet haben soll. Ein von Metz
ommender Güterzug passierte deshalb frei die Station
Nennig und stieß dann außerhalb der Station bei einer
Brücke mit dem Trierer Zug zusammen. Der Beamte ist
sofort en lassen worden und wird sich demnächst vor Go—
icht noch zu verantworten haben.
* Mannheim, 26. Nov. (Selbstmordversuch.,)
Der kurz verheitatete Feldwebel Siegfried vom hie—
igen Grenadierregiment ist mit seiner jungen Frau in
der Küche seiner Privatwohnung bewußtlos aufge—
zunden worden. Das Ehepaar hatte sich mit Leuchtgas
dergiften wollen. Sosort angestellte Wiederbeleb—
ingsversuche waren von Ersolg. Man hofft, das Ehe—
»aar am Leben erhalten zu können. Der Feldwebel
satte das Garnisonlazarett brieflich von seiner Absicht in
Kenntnis gesetzt.
* Karlsruhe, 26. Nov. (Unwetter.) Vom Schwarz-—
wald und der Seegegend werden heftige Schneestürme ge—
meldet. Der Schnee liegt an manchen Plätzen meterhoch.
Auch im Bauland und im Taubertal ist völliger Winter
ingetreten; auch hier liegt der Schnee nahezu einen Me—
er hoch.
— — —— —
Aus aller Weit.
Sternickel verhaftet. In Hannover wurde der lang—
gesucht Raubmörder Sternickel verhaftet
und von zweis Gendarmen nach dem Gerichtsgefängnis in
Verden gebracht.
Pocken. In München ist ein Briefträger an den ech—
ten VPocken erkrantt. Die Wohnung des Kranken wurde
desinfiziert und verschlossen und seine Frau und drei Kim
der zur Beobachtung in die Isol erabteilung verbracht.
Das ratselhafte Perlenhalsband. Ein sehr wert
volles Perlenkollier, das wahrscheinlich gestohlen ist, ist
bei der Münchener Polizeidirektion als gefunden abgege—
hen worden. Es ist bis jehtt nicht gelungen, den Eigen⸗
ümer zu ermiteln. Das Kollier ist zehnreihig und be—
ent aus mehr als 1300 kleeinen orientalischen Perlen
ind fünf Goldspangen mit je achtzehn Diamant'plittern.
das Schloß ist mit einer Nadel, die in der Mitte eine
dernde Bauchung hat, zu verschließen.
Azetylenexplosion. In Oettingen erxplodierte die
im Keller der Wirischaft Goldstern befindliche Azetylenan—
laze Ein Schlossermeister und der Wirt wurden schwer
verstümmelt und blieben tot.
Die Giftpillenaffäre. Aus Wien wird gemeldet:
Der Absender der Zyankalibriese ist festgestellt. Es ist ein
nener österreschischen Provinzstadt garnisonierender Ober—
eutnant. Der Name und die Garnison sind der Be—
jörde bekannt.
Russische Intendanturen. Anläßlich der Millionen
nterschleife bei der Moskauer Intendantur wurden auf
ßeranlassung der Militär⸗ und Gerichtsbehörden bei Ver—
vandten des Hauptangeklagten Haussuchungen vorgenom—
nen und zahlreiche Dokumente beschlagnahmt. Bei einem
Ibersten wurden 170 000 Rubel konfisziert, desgleichen
tine große Geldsumme und wertvolle Brillanten bei ei
ner Tänzerin.
Ein verhindertes Abgeordnetenduell. Aus Pe—
sersburg wird berichtet: Der Minister des Innern hat er—
lärt, daß das mehrsach erörterte politische Duell zwi—
chen dem Oktobristenführer Gutschkow und den Grasen
warow unter keinen Umständen zugelassen werde. Beide
Politiler werden von der Polizei streng bewacht, so daß
»er Austrag des Duells tatfächlich zur Unmöglichkeit ge—
borden sein dürfte. Wie erinnerlich, hat der Führer der
IRtoberfraktion Gutschkow den Grafen Uwarow in Ge—
zjenwart von Zeugen einen unverschämten Lügner ge—
iannt. Die Bezichtigung machte um so stärkeren Eindruck
ils Gutschkow den Grafen Uwarow auf Erklärungen Sto
ypins hin in dieser Weise beleidigt hat.
Wettersturz in Italien. Ein plötzlicher Wetterstur;
st eingetreten und erstreckt sich hauptsächlich auf ganz
dord⸗Italien. In Florenz schneit es ununterbrochen unß
n Rom ist die Temperatur unter Nuill gesunken.
Juwelendiebstahl in Rom. In der „ewigen Stadt
icheint sich eine Gesellschaft von internationalen Juwelen
»ieben niedergelassen zu haven. Im Laufe der letzten
Tage wurden in Rom zwei große Juwelendiebstähle aus
jeführt, die bisher noch nicht aufgeklärt werden konnten
Der letzte Diebstahl wurde an dem Juwelenhändler Moi
aghi aus Mailand verübt, der im Hotel „Senat“ in Rom
ibgest egen war. Den Tieben fielen für 100 000 Frank—⸗
Jusoelen in die Hände.
Vom Vesuv. Aus Teneriffa wird gemeldet: Die
Lava ergießt sich nach Norden in mehreren Strömen, vor
denen einer mit großer Geschwindigkeit vorwärts drinat
eshalb die Einwohner in hellen Scharen flüchten.
Gisenbahnunfall. Das „Journal“ meldet aus New
Vork: Ein Eisendahnunfall hat sich im Staate New-Yor
rreignet. Ein Eisenbahnzug der Nordbahn stieß mit
einem elektrischen Zuge zusammen. Sechs Wagen gerie
en in Brand. Drei Personen wurden auf der Stell—⸗
Jetötet, 50 schwer verletßzt.
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