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Samßag 27. Nov. 09.
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für dlie Ayrgerm iteret Budweller
Nit zwei Veitlagen:
zontagshlatt ved Huwioritsche Blätter.
Reklamenmn
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Metitzerte.
Ferntete) ιααν ι. E, 208 9 u. 12
Zet Jabres-Abonnemen
ron J. Unterteher, Dunciten hschtter HRadaut.
eß in Deutschland augestrengt hätten, während der Schuld—
ier in der Türker wöhne. Eine Beanwortung dieser et—
vas naiven Frage kann nicht schwer fallen
NMicaragugn.
Unter den mittel- und sivamerikan'schen Räuberrepu—
liken spielt jetzt Nicaragua erne hervorragende Rolle.
der Raubstaat hat wieder einmal Sin Revoluönchen.
MNan ist es gewohnt und würde sich wenig dasfür interes—
ieren, wenn nicht der Präsident der Republik, „General“
Zantos Zeloya, durch rigoroses Vergehen gegen zwei
amerikanische Staatsbürger, die er widerrechtlich nieder—
nalten ließ, hervorgetan huͤtte. Die nordamerikanische Re—
jierung hat, um Genugtuüung zu erlangen Kriegsschiff
—
LAA ο Vαν
SEistos 22
Eistes Vlatt
Volitisrhe Denuteen.
J Deutithes Recca.
Genenisber einer aci.t, daß Deutschland
und üroßorrtanumiensein Urecreinconmen be üg⸗
iien der Zerwaltaug des ng e ares argeschloesen hat
n Aid eine Ronzeren; in dir Trage i4 d WXege 31*
len Senabichaten, wird der Denucten Dagesztg.“ zu—
n versüchert, das die entiche nnde die englische
iernag tein Roeommen über die Behandlung der
utrage getrosfen baben. Es hat ich zwar ergeben,
2343 ie Liden egierungen einen sehr äalinlichen sachtichen
ni eintebnen uund sie Halten sich deshalb auch
iDer den ktand threr Verhendlungen gegensetig auf dem
laufenden: uer sie verhandein mit der deigischen Regie—
Unna bdezw. mit dem Songetnete gotrennt.
J Bründung einer deu sen Laudesknulturgesell—
chaft ist beabchiigt. Wie die „Voss. Otg.“ berichtet, hat
a. Berlin vor rzem unter veu Vorsitz des rüreren Mi—
sters von Vodbielski eine Bersamm ung Un Landwir—
In und Vertretern lanowirt vasttieher Vehorden und In
ereseitverbände stattgefnuden, in der GBitzouesner Sudeck—
piegelberg als Aufgaden der gerlenich WMesellschast be—
eichnete, das land⸗ und foritwirtschaitirchhe BResiorations—
vesen uner Zuziehung des landwertschasftlichen Bauwesens
u zentralisieren und mir den Meliorgtionen selbst syste—
nathiech vorzugehen. Es fauden sofort Zeichnungen statt,
ie ein Drittel des Gesellchattstabitasa von 2 —nM
ereichlen.
* Vor einigen Tagen sand iu Berlin erne Sitzung des
RBeutschen Tabakvereins statt. Man beschäf
igte sich der Fauptsache nach mit der Arbeitereni
chüdigung, mit der Lage des Tabakgewerbes und der
raße der durch die sieuerliche Mehrbelastung gebotenen
reisbemessung, sowie mit der Ausführung des neuer
abaksteuergese'es und einer größeren Anzahl von Schwie
gkeiten, die sich dabei ergeben haben. Besonderes In.
resse erregte ein Berscht des Herrn F. C. Biermann aus
remen über eine Unterredung der Vorstandsmitglieder
es Tabalverrins mit dem Staatssekretär des Reichs⸗
hatzamts, die Ende Oktober siattfand. Gegenstand der
esprechung war die Frage der Entschädigung der durch
ie Tabalsteuererhöhung geschädigten Arbeiten Staatssek
etär Wermuth erkannte an, daß in der Tabakindustrie
inleugbar ein Notitand vorbanden ist, doch sei die Stell—
engnahme der Regiernng an der Maximierung der zur
Lerfüqung stebenden Entschädigungsmittel vom4 Millis⸗
en gehunden. Rach der Meinung des Staatsiekretärs
nuüßtten Mittel und Wege gesunden werden, um die Not
»endigkeit cintretender Entschädigungen auf das unum
änglichste einzuschrünken und die Verteilung der Entschä
igungen so sachgemäß wie möglich, innerhalb der Grenz,—
»on vier Mitlionen zu regeln. Die Vorstandsmitgliede
viesen an der Hand von Veispielen unsachgemäße Ent—
heidungen von Behörden über Entschädigungsansprüche
on Arbeitern nach, die darauf schlieken lassen, daß die
etressenden Amtsstellen doch wenig Verständnis für die
ynen in diesem Falle gestellten Aufgaben bewiesen haben
zum Schlusse machten die Vertreter der Tabakindustrie der
taatssekretär auf die Notwendigkeit aufmer!‘sam, daj
IUe berechtigten Entschädigungsansprüche geprüft werden
nüssen, selbst wenn es sich dann als notwendig heraus—
tellen sollte, eine Neuforderung an den Reichstag zu
ichten.
*Die Brubnsche „Wahrheit“ ist jetzt infolge des Dah—
el⸗Prozesses von den Buchhändlerständen der preußisch⸗
essischen Bahnhönfe verschwunden und darf nicht mehr
iusgelegt werden.
*Der bayrische Ministerpräsident Freiher von Pode—
wils bat sich in dienstlichen Angelegenheiten nach Berlin
begebden.
*Der römische Korrespondent des „Echo de Paris“ be—⸗
hauptet entgegen den Nachrichten, welche in Rom und in
Polen in Umlauf gesetzt werden, daß die deutiche Regie⸗
tung brim Vatikan keinerlei Vorichlige wegen Wiederbe
etzung des Erzbischofsstuhles Posen gemacht habe. Die
eutche Regierung habe ursprünglich die Absicht gehabt,
»en jetzigen Verweser des Erzbistums, den Weihbüchof
citkowsti, vorznichlagen, sei aber wieder hiervon abge⸗
mmen
Woche n⸗zuda.
ꝛinr noch wenige Tane nentelt nus von der Eröff⸗
nung ces Reichsstages. Wenn uch, c dian Annimmt,
vorlaͤufig große Vorlaten dinnn an errrten siud, so ist
doch die Spannung gerechtticint der mait den Tag
der Erosfnung im befonderen und die Tg niug im allge—
meinen erwartet. Spielt sie sich deun er acnz anderen
Verhältanssen ab. Mit dem Sturz des Blodtanzlers ist
auch die Blockära begraben worden and in neuer Nann,
der bis dahin als „Blodmann“ gatt, bhat Bilows Porte⸗
euille besetzt, der nun ganz audere Rerdittrisse voerfin,
zet. Die Zusammensetna ves Aeuhstages in zwar noch
die elbe, aber nach der Blolspicite id dettonstesatsen eine
andere geworden. Dimit unß Herr Betenann —Technen
und man kann wirklich gespannt dein, was er üben seine
Stellung zu den Parteien sagt. Auf der Dannd iegt paß
ex sich die Mehrheiten dort sucht, wo er sie Indet, aber
zaß es gerade der Nachfolaer Poledosuatn im Reichssam
es Innern, welch letzterer in der Bloctetit se une: war⸗
et seinen Abschied erbiert, st, der Buloiv arnetest hat,
zibt zu allerhand Vermutungen Ansase 8t ich fann
nan mit beweisbaren Behanptangen nicht uchett, denn
derr Bethmann-Hol!weg ist ein ernter, nmeigsamer
Nann, dem die Zunge nicht vesonders lose hängt, und
ner auch keine besondere Vorliebe jür den Jourrasismns
u haben scheint. Er wird ja nun band Gelegenhzeit ha—
en, sich über seine Anfiehten und Pläne 3u aͤuhzern.
Dder Kieler Werftprozeß iördert noch immer
weiteren Schlendrian der Kielet Werstoerwaltung zu Tage,
odaß man sich verwundert fragen muß, daß derartige
orgänge den Augen der Verwaltung etgehen konnten.
Im Vollke bherrseht große Erbitterung UÜber die Mißwirt
chaft in Kiel, umsomehr, als bei den schlechten Zerten
die neuen Steuern sich mehr oder weniger unangenehm
emerkbar machen. Wenn allerdings in den Reichsver—
waktungen das Geld mit Händen und Füßen zum Fem
ter hinausgeschmissen wird, was Wunder, daß im Reichs
äckel immer Ebbe herrscht. Die Vorgänge in Kiel dür—
fen mit dem Prozeß allein nicht abgetan sein, sondern
müssen im Acghatag ein Nachspiel erleben, wo man bof—
entlich den Duͤigen einmal nach allen Regeln der Kunst
auf den Grund gehen wird. Vom Reichsmarineamt wird
man verlangen müssen, daß nachsichtslos ohne Rücksiehy
mf Versonen, mit eisernem Besen aller Schlendrian aus
gefegt wird.
die Lage in Oesterreich ist insoweit etwas besser
zeworden, als das Abgeordnetenhaus seine Beratungen
wieder aufgenommen hat und auch schon einige Vorlager
janktionꝛiert wurden. die Verhandlungen nahmen wide
Erwarten einen ruhigen Verlauf. Ob das jedoch so blei
hen wird, ist eine andere Frage. Der Kernpuntt ist das
Budgetprovisorium, und wenn das zur Beratung steher
vird, werden die Tschechen voraussichtlich ihre Obstruk
tonsgelüste befriedigen. Die Lage in Ungarn ist noch
mmer nicht gebessert. Der Kronrat hat eine Förderung
der Entwirrungsaltion nicht ze tigen können, weil die
Krone sich zu Konzessionen nicht verstehen will. Unter
diesen Umständen ist die Lage der gemäßigten Kossuth—
zruppe eine recht ungünstige und es steht fest, daß die
ossuthpartei bei Neuwahlen eine gefährliche Schlappe er
leiden würde, weil die Wähler Zugeständnisse auf irgend
einer Seite verlangen. Die Verhandlungen mit der Krone
siind jedoch noch nicht beendet und so ist es immer noch
nicht ausgeschlossen, daß zuguterletzt noch eine Einiaung
zustande kommt.
In England tobt der Kampf zwischen Unterhaus
and Oberhaus. Die Peers beschäftigen sich seit Montag
mit dem Budget. Eine ganze Reihe Reden sind schor
gehalten worden, in denen das Für und Wider der Av
lehnung erörtert wurde. Ob die Lords den rigtanca
Zchritt der Verwerfung des Budgets wagen werdens vi
Folge waͤre Neuwahlen. Das Volt solt darüber cusschei
den, wie es uͤber die neuen EStenern dentt die
hegen allen Ernstes die Ansicht, daß die Neuwahlen den
honservativen im Unterhaus eine Mehrheit bringen wer
nen und somit dem liberalen Ministerinm Asquithe der
Todesstoß verfetzen würden Die Lageist jedoch nich
lar genug, um im voraus zu sagen,ob die Liberalen
hre Position verleidigen können, oder vb die Ansicht der
beers zutrifft. Das eine slebt sedoch feft, daß en be
es Ringen werden würde, ein Wahlkampf. wie ihu
Ahion lange nicht gehabt hat.
In Rußland befleißigt man sich wieder einmal des
ut chenhasses. Der rufsische Bür ist schon dabei, das
eutsche Reich zu zerlegen, die einzelnen Gebietsteile sind
en verschiedenen Nachbarn überwiesen, und es ist rüh
end, wenn man lieft, wie ehrlich der rufsische Eroberer
ie deutschen Lande verteilt. Das eine dumme ist mir
aß der deutkche Michel auch böse Zühne hat und jeder
lugenblick vereit ifi, fie dem russischen Baren zus zetge
ind fühlen zu lassen. Ja, wenn die nicht so scharf wä
en und die Russen dadeim nicht soviel zu inn hätten
ann würde Väterchen Zar seine Leute höchstwahrschein
ch einmal auf Tour schicken. Aber unter den gegebenen
ftanden muß er wobl schweren Herzens daraui ver
1
bera — —— X
nach der Küste Nicaraguas entsendet und energische dip
omarische Schritte getan. Zelaya scheint Massenhinricht
ingen als das beste Mittel zu halten, um die Revolu.
tion niederzudrücken. 500 Personen, die er verdächtig
hielt, mit den Revolutionären in Verbindung zu stehen
ieß er kurzerhand erschleßen. Die Erschießung der bei—
den Amerikaner können ihm nun sehr übel bekommen
ind wer weiß, ob nicht Oncle Sam seine langen Finger
anft über die Republik schließt wie einst über Kuba und
ßortorifko
Der Reichshaushaltetat.
Die weiteren Veröfsentlichungen aus dem neuer
deichsetat bestätigen, daß im allgemeinen das Be—
treben einer sparsfameren Wirtschaft vorgeherrscht hat
Ddiese Sparsamiett wird sich aber in mancher Hinfich
ioch erweitern lassen. Beim Weilitäreiat haͤngt die Ver
nehrung der fortdauernden Ausgaben mit der allgemei
ien Teuerung zusaumen, an den einmaligen Ausgaben
ind rund 47 Millven gespart worden. ůu a. sind Ren—
erungen an den Ractcons- und Pferdegeldergebühren ein—
zjeführt worden, aber noch nicht so durchgreisend, daß
diese Gebühren den wirklichen Aufwendungen entsprechen
dier wie überhaupt in der Frage der ichädigungen
nuß darauf gesehen werden, daß nur die wertlichen Aus—
agen ersetzt werden. Der Marineeltat ist leider immer
ioch in der Steigerung begriffen, diesmal wieder um 2814
Millionen. Nicht weniger als sieben erste Raten für Li—
tienschiffe und kleine Kreuzer, allerdings bis auf einen
zroßen Kreuzer Ersatzschiffe, werden gefordert. Zweifellos
— manche Ersparnismögichteiten
vor, der Kieler Wersftprozeß hat in dieser Hin⸗
icht wichtige Anhaltspunkte gezeben. Die Schutzgebiete
rfordern diesmal rund 3 Mulionen Marf weniger Zu—
chuß, sind aber mit einem Gesamtzuschuß von 29,6 VNil
ionen immer noch eine starke Betastung für das Reich.
deutsch-⸗Südwestafrika braucht trotz der Diamantenfunde
ioch 1414 Millionen Zuschüuß, 2,7 Milionen weniger als
»isher, Aus dem Ausfuhrzoll für Diamamen wird eine
Finnahme von 4,8 Millionen erwartet, dazu aus der
Bergverwaltung 1,7 Millionen. Die Ein Xverbesser⸗
ingen werden aber zu einem guten Teil d. Forderun⸗
jen für Eisenbahnen aufgezehri. Die Ko verwaltung
vill jetzt auch mit der Forderung der Ver autlichung der
Ravi⸗Bahn kommen und dafür 5 Wilinnen Mark als
rste Rate einstellen. Der Reichstag wird aber gerade
iese Frage sehr gründlich zu prüfen haben, da sehr
erhebliche Zweifel bestehen, ob die für die Erwerbung ge
tellten Bediugungen für das Reich Zünstig genug sind
ind überhaupt ausreichende Gründe dafur vorliegen.
— 7)— —
Nach der Marokko-Debatte.
Paris, 26. Novbr.
— In der Zzraumerdebatie iber Marokko hat de
NMinister des Aeußern, Herr Pischon, mit lebhafier Be—
riedigung betont, daß die Spaunung, die in früheren
Jahren zwischen Paris und Berlin bestand, seit dem
Abkommen vom Mongat Feoruar gewichen ist, und daß
sich daraus nicht nur für Frankreich, sondern für ganz Eu—
ropa eine glüctliche Besserung der politischen Lage erge⸗
ven hat. Die ganze Linke begleitete diese Worte mit ian
zgem Händellatschen und in der Presse, selbst der natio
ialistischen Opposition, wird keinenni Proteft laut. Wer
aus der Nähe beobachtet hat, wie stark die deutsch franzo⸗
sische Differenz wegen Marofkos die offentliche Meinung
in Frantreich bedruückte, versteht das Gefühl der Erleich⸗
erung, das jetzt hervortritt. Man haue in Frantreich
Jahre lang das Gefühl, daß die Nollage, in die Frank
zeich durch den Zwist um Marokko versetzt wurde, und
die es selbst gegen seinen Willen zu einem Krieg für die
Erhaltung seiner Machtstelluna in Nordafrika hätte zwin—
gen können, in Berlin von Anfang an nicht gend
erkannt und deshalb nicht genügend eingesche vurde;:
nan sah sich so immer der Gefahr ausgesetzt, daß klein
von untergeordneten Beamten und selbst von privaten
Interessenten ausgegangene Zwischenfälle zu schweren Kon
sikten und selbst zum Krieg ausarten konnten. Dieser
Alpdruck ist gewichen, seitdem der Zwischenfall der Frem
denlegionäre seine schiedsgerichtliche Lösung gefunden b
nd nun ist sogar, durch das Abkommen über kie gege..
eitige Verteidigung der wirtschaftlichen Interessen in Ma—
rokko eine Atniosphäre des Vertrauens geschaffen worden.
Es wäre von diesem Augenblick an aber auch wünschens.
vert, daß die in Marokko interesfierten Deutschen und
Franzosen und die ihnen behilflichen Zeitungen sich ir
iese neue Swaeion hineinleben. Es geht cht mehr
wvwv haeun Aösischen rennin Mar—e*
Vom Balkan.
*König Ferdinand von Bulgarien traf Donnerstag
Nachmittag 2.40 Uhr in Belzrad ein und wurde om
Bahnhof von König Peter und dem zranprinzen be—
rüßt. Von der Regierung wohnte dem Empfange nur
der Minister des Aeußern bei. Die beiden Könige fuh
en hierauf auf Wunsch König Ferdinands durch meh⸗
ere Straßen der Stadt und begaben sich sodann in das
königspalais. König Ferdinand empfing sodann den Mi—
risterpräsideuten Pasitich in Privataudienz. Abends 7 Uhr
eiste König Ferdinand nach Sofia ab. In politischen
kreisen mißzt man dem Besuche keine besondere Bedeut⸗
uing bei.
*Trotz offizielier Ableugnung wird in Belarader po—
itischen Kreisen dem Besuche König Ferdinands große
olitische Bedeutung aemessen. Es wird versichert, daß
erselbe während des Diners mit dem König, dem Mi—
isterpräfidenten Paschitsch, dem er des Auswärti—
sen, Milowanowitsch und dem inzen über die
zrage der Errichtung einer Zoll-innnnu oder eines Bal
an-Bundes konferiert habe.
Türkei.
*In den Prozejen, welche von mehreren Seiten
segen den früherrn Sultan Abdul Hamiv angestrengi
vorden waren, hat nunmehr die vierte Zivilkan er in
zerlin ein Urteil gefällt. Es wurde durch das Aus.
»ärtige Amt der Deutschen Botschaft übermitlelt, welche
hrerseits das Nötige veranlaßt hat, damit das Urkeu
»em Gefangenen von Salonik in rechtmäßiger Form zur
denntnis gebracht werde. Abdul Hamid wurde zur Zahl⸗
ing von 61042 Mark an den Maler Milmer und seine
ünf Gehilsen, welche kontraktlich engagiert waren, verur⸗
eilt. Desgleichen erhält Profsessor Backhausen, der im
luftrage der Zivilliste eine Studienreise nach dem Toten
Neer unternommen hatte, 1817 Mark zugesprochen. Ein
derr Hermann Bunge, der eine Pension von 15 Pfund
»om Sultan bezog, die man aber nach dessen Entihron
ing unterdrückt hatte, erhält als Entschädigung ein Ka—
ital von 409 000 Martk und der Leibarzt Abdul Hamids,
)r. Bier, dessen Kontrakt noch einige Jahre lief, eine sol⸗
de von 158 472 Mark. Bekanntlich war infolge der Pr⸗
sse eine Summe von 200 000 Mark von den tibei de
utschen Bank hinterlegten Depots des Sultans mit Be
nlag belegt worden Die Nonfantinopeler Deĩtungen fra
duf dem Balkau ist es wieder etwas ruhiger ge—
sorden. König Ferdinand von Bulgarien hat seinem
ollegen Peter von Serbien den Gefanen getan, ihn in
ner Residenz Belgrad als erster Souverän nach dem
onigsmord im Konak zu besuchen. Daß die Balkanvöl—
üch vertragen, ist ja sehr schön, aber in politischen
eisen mißt man der Belgrader Entrewvue nicht allzu—
el Bedeutung bei. In Griecheniand fristet ver
hattenksnig Georg von Zorbas Gnaden weiler fein
ein. Abdanken will er Jeßt anscheinend nicht mehr,
idem er Zorbas slarke Hand im Rucken hat Dadurch
ird an der Gejamtlage, die nach wie vor ernst if, nich
aͤndert. Das Heer der Unzufriedenen ist so groß, daß
fraglich erscheint, ob dbersi Forbas, defsen“ militärt
und diplomatisches heschickenan anerktennen muß,
die Dauer Herr der dimation bleiben kann Wenn
z Neuterer einmal die Dberhand gewinnen, dann is
8 Geschid der jebigen Dhnafie ensschieden.
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