türzlich von wer. Withalis, dem Vertreter von Tyn
einen türkischen Minister geschriebenen Briefes, 3
heißt: „Wir haben mit den allergrößten Schwierigkeiten
die Zuftimmung der englischen Regierung zu den voͤn Ih—
nen proponierten Modifitanonen erhalten, da dieselbe
überzeugt war, daß alles erledigt sei.“
— ——
Ein jsensationeller Giftmord. —
die Wiener Polizei beschästigt sich mit einem in sei⸗
nen Motiven und feiner Urheberschaft noch ganz unauf⸗
geklärten furchtbaren Verbrechen. Vor einigen Tagen
haben Generalstabsoffiziere der Wiener Garnison durch
bie Poft in Briefform Sendungen erhalten, die je zwei
Pillen enthielten. In einem beigeschlossenen Zirkular war
miigeteilt, daß die Pillen die Eigenschaft besitzen, die
Manneskraft zu erhöhen. Als Abfender des Probepakets
zeichnete ein gewisser Charles Franzis Als seine Adresse
ist ein Postfach augegeben. Mehrere Offiziere, die diese
Pillen zugeschickt erhielten, ließen sie chemisch untersuchen
Ind es wurde hierbei festgestellt, daß die Pillen rei⸗—
nes Cyankali enthielten, das geeignet war, unbe⸗
dingt tödlich zu wirken. In der Tat hat dieses Atten⸗
lat bereils ein Todes opfer gefunden. Vor vier
Tagen ist der Hauptmann des Generalstabes Richard Maa—⸗
der ploͤtzlich gestorben und es stellte sich heraus, daß er
rine jener Pillen genommen hatte, die ihm in einem
Briefe des Franzis zugeschickt worden waren. Die Ob—
duktion seiner Leiche hat ergeben, daß er unbedingt an
der Vergiftung durch Cyankali gestorben ist. Für die Mo—
live und die Täter besitzt man noch gar keine Anhalts—
punkte. — Kaiser Franz Josef,hat sich über alle
Einzelheiten der Angelegenheit Bericht erstatten lassen
und Befehl erteilt, ihn jederzeit vom Stande der Ange—
legenheit zu unterrichten. Die Polizei hat bis zur Stunde
noch nichts entdeckt, was auf die Spur des Giftmordes
führen könnte. Die Militär-Behörden sind von dem Glau—
ben abgekommen, daß der Attentäter eine militärische Per—
8 ist' und fühlen sich außerstande, die Sache zu ver—
olgen.
—F
Luftschiffahrt.
*Militärische Flugmaschine. Der Bau des
Flugapparates, den die deutsche Militärvehörde
durch den Regierungsbaumeister Hoffim an nStuttgart
bauen läßt, ist in nächster Zeit beendet. Die Probeflüge
sollen Ende dieses Monats erfolgen. Es handelt sich bei
dem Apparat um einen Doppeldecker nach annähernd dem
Muster von Wright. Der verwendete Motor von 50
Pferdekräften stammt nicht, wie vielfach berichtet wurde,
aus den Antoinette⸗-Werten, sondern er ist ein Fabrikat
der Firma Palous und Beuse in Berlin. Ursprünglich
sollten die Daimler-Werke den Motor liefern, wegen der
ausbedungenen langen Lieferzeit haben sich aber die Ver—
handlungen zerschlagen. Die Flugmaschine steht, bereits
fertig montiert, im Schuppen des Kasernenhofes der
Kraftfahrabteilung in Berlin und wartet nur noch auf
die Einsetzung dieses Motors. Die ersten Versuche finden
auf dem Tempelhofer Felde, die späteren bei Bornstedt
statt.
—————
Arbeiterbewegung.
— Zum Gasarbeiterstreik. Der Ausstand der Gas—
arbeiter in Mailand dauert fort. Die Gesellschaft hat
in der Schweiz 370 Ersatzleute angeworben, welche die
Arbeit aufnehmen werden. Man beiürchtet Zwischenfälle
In Genua kam es bereits zu Gewalttätigkeiten. Vier Aus
ständige wurden verhaftet.
— Drohender Ausstand. Etwa 2200 Pariser Koh
lenverlader beschlossen, in einer in der Arbeitsbörse abge—
haltenen Versammlung, in den Ausstand zu treten, falls
die Kohlenhändler nicht eine Lohnerhöhung bewilligt ha—
ben sollten.
Landwirtschaftliches.
Düngung der Obstbäume. Der RNormaldünger für
Obstanlagen ist und bleibt der gut gepflegte Stallmist.
Gewiß vesitzen die Handelsdüunger einen höheren Gehalt
an einzelnen Nährstoffen, aber eine Verbesserung der phy—
sitalischen Eigenschaften des Bodens, wie sie der Staill—
dünger in so wohltätiger Weise bewirkt, wird durch ihre
Verwendung nicht erzielt. Guter Stalldünger enthaͤlt die
x*forderlichen Nährstosse in leicht löslicher Form; wo .
Assen an dem einen oder anderen Nährstoff vesondere
Bedarf herrscht, kann Kunstdünger zweckmäßige Nachhürfe
leisten. Immerhin sollten künstliche Düngemittel nur als
Ergänzungsdünger in Betracht kommen. Durchschnitt ich
rechnet man pro Helktar Obstanlage 20 bis 25 Pfd. Stick
toff, 70290 Pfund Kali und 40 Pfund Phosphorsaure.
Im übrigen richtet sich das Mengeverhältnis, in welchem
die einzelnen »3noffe zu geben sind, nach der Boden—
beschaffenheit. sowie nach dem Wuchs und der Tragbartei—
der Bäume. Ein sicheres Urteil hierüber läßt nur dur
Dersuche sich gewinnen Außer den genannten Nährsto;
On bedürfen die Obstbäume auch der Kalkzufuhr, nament—
lich das Steinobst. Um sich über den Kalkgehalt des Bo—
dens zu unterrichten, macht man die Salziäurevrobe Gin—
Zodenprobe, die bis etwa 30— 40 Zentimeter Tiese zu
ntnehmen ist, wird mit Salzsäure beträufelt, läßt schon
iach Zusatz einiger Tropfen ein deut iches Brausen sich
ernehmen, so ist Kalkmangel nicht vorhanden und eine
Zalkdüngung nicht notwendig. Erfolgt dagegen kein oder
wmur schwaches Aufbrausen, so muß Kalk zugeführt wer—
den. Auf schweren Böden verwendet man am besten Aetz
tall (25 Zentner pro Morgen), auf leichtem Sandboden
ohlensauren Kalk (20 Zentner pro Morgen). Daß der
Kompost ein trefflicher Dünger für Obstgärten ist, dürfte
Algemein bekannt sein. Seine Nährstoffe sind leicht auf—
iehmbar; zudem verbessert er den Boden in hohem Maße.
samentlich auch bei der Pflanzung von Obstbäumen lei—
tet er wertvolle Dienste. Nicht zu unterschätzen ist fer
ier die Jauche, ganz besonders in Zeiten, wo wegen
Mangel an Feuchtigkeit die Früchte vor der Zeit abzufal
en drohen. Sehr empfehlenswert ist es, der Jauche, die
weckmäßig im Mai gegeben wird, auf 100 Liter zwei
dilogramm Superphosphat zuzusetzen. Zur Zeit der Aus—
»Idung der Blütenknospen wird diese Dünzung wieder—
solt. Eine zu starke Bewässerung ist zu vermeiden, da man
gefahr läuft, den Holztrieb zu stark anzuregen. Eine gute
düngerkolge ist: im ersten Jahre Stallmist, im zweisenr
dunfidünger, im dritten Kompost mit Kalk. Bei sehr er
chöpften Bäumen, die nur kurze und schwache Holztriebe
zwie kleine Früchte hervorbringen, sind Jauchegaben be
onders empfehlenswert. Wer genötigt ist, im Obstgarter
iur mit Kunstdünger sich zu behelfen, gebe im Frühjahr
ruf den Morgen einen Zentner Chilisalpeter, zwei Zent
ier Thomasmehl und zwei bis drei Zentner Kainit, oder
wei Zentner Superphosphat, ein Zentner Chilisalpeter
ind einen Zentner vierzigprozentiges Kal'salz. Letzteres
owie Thomasmehl kann im Herbft gegeben werden. Eine
hesondere Norm sollen diese Angaben nicht enthalten; je—
her sehe, wie er es am besten macht. Die Haupisache ist,
zaß etwas aeschehe.
Kunst und Wissenschaft.
J Woraus besteht der Mensch? Der alte Bibe
pruͤch, daß der Mensch aus Erde besteht, hat einen eng—
ischen Gelehrten zu genauen Untersuchungen und mannig—
achen Betrachtungen über die Zusammersetzung dieer
Erde“ unsern Lesern in graphischer Darstellung vor Au—
gen führen, hat der Gelehrte vor kurzem im „Royal Ma—
jazine“ veröffentlicht. Es dürfte allgemein überraschen, in
velcher Weise der Chemiker den menschlichen Körper in
eine Elemente zerlegt. Für ihn besteht der menschliche
dörper aus genau denselben Substanzen wie ein Hüh—
ierei, und zwar würden etwa 1000 Hühnereier einen
tormalen mittelgroßen Menschen entsprechen. Sauerstoff,
Wasserstoff und Kohlensäure besitzt jeder Mensch soviel,
zaß der Vorrat eines Einzelnen ausreichen würde, um
damit einen Ballon zu füllen, der einen Menschen in die
2nit *u tragen imstande ist. Könnte man die im Körper
—
Aæj
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α— —— — -
thaltenen Elemente als Leuchttraft ausnutzen, so würde
in Mensch genügen, um eine 500 Meter lange Straße
einen ganzen Abend zu beleuchten, denn für nicht weni—
ger als 15 M. Leuchtgas führt Jeder stets in sich. Ge—
ange es, die im Körper enthaltenen Kohlenbestandteile
in Graphit umzuwandeln sg wmürde dasielbe sür 780
BSutzend Bleististe ausceunen. Ver Etsengehalt un eres
Zlutes würde in konzentrierter Form genügen, um 7 Huf
ifen daraus zu schmieden; der Salzgehalt des mensch
ichen Körpers ist fso groß. daß er etwa 20 Kaffeelsffelnßen
boil Satz gleichtommt. Sie Wachs⸗ und Fettetle desßall
Menschen wurden eine ansehnliche Anzahl Kerzen ergeben.
des weiteren besitzt jseder Mensch in seinem Körper an
300 Gramm Phosphor; dieses Quantum würde genügen,
uim 820 000 Streichhölzer damtit zu versehen oder 500
MNenschen zu vergiften. So trägt ein jeder unbewußt seine
Schätze in sich, ohne daß man imstande wäre, sie der Alr
gemeinheit mutzbar zu machen.
ZBu den Wirren in Biearaqua.
In den ewig von Bürgerkriegen durchtobten Raub—
taaten Mittel- und Südamerikas nimmt auch —„E
eiine hervorragende Rolle ein. Obgleich man fonst ge—
vohnt ist, davon wenig Notiz zu nehmen, gewinnt der
etzige Aufstand durch das rigorose Vorgehen des Präsi—
denten Zelaya den Ausländern gegenuübver an Bedeutung.
Bekanntlich hat die amerikanische Regierung, um Genuguung
für die widerrechtliche Erschießung zweier nord⸗
merikanischer Bürger zu verlangen, Kriegsschiffe nach der
düste Nicaraguas enssendet und dleichzeitig eine dipsoma—
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Taon eingeleitet Auch durfte die Gewaltherrscho
Ilayas noch weitere Verwickelungen mit anderen St
en im Gesolge haben. Unsere heutige Ktartenskizze zeigt
Ricaragua, die größte der fün miettelamerilanischen Re⸗
zublifen. Das Lanud hat bei einer Größe von 123 950
Zugdratkilometer eine Bevölkerung von 430 000 Köpfen,
neist Mischlinge. Nicaragua ist bekanntlich das vulkan—
eichste Land der Erde, seine vielen Heimsuchungen durch
Zultangusbrüche. sowie Erd- und Seebeben, letztere nur
in der Westküfte, dürtten unseren Lesern aus den lesßtten
ZJahren noch bedannt sein.
RBBäöe2cæ2O- —
Humoristische Ecrke.
*Das Buch. FJungst war ich be. errn von Mol!
now zu Besuch. Ein derrlicher Beseß oieses wo now
seit Urzeiten im Besitz der Familie. Als es Abdend war,
tranlen wir noch zwei, drei Pullen, dann hieß es schla—
fen gehen. Ich bin geiwvohnt, m Bett zu lesen. „Können
Sie mir was Geschertes geben?“ fragte ich. Herr v. Moll—
now, der Gastfreundliche, stand aus und rief, daß es
weithin durchs Haus scholl: »Det Buch! Tet Buch! He
Mine, Trine, Line — wo is det Buch?“ Man suchte
tundenlang. Aber man sand kein Buch, trotzdem sich Herr
von Mollnow bestimmt erinnerte, eines gehabt zu haben.
*zDer tote Beckmann. An einem Schauspieler—
slammtisch, an dem auch Helmerding und Bechnann ver—
kehrten, erschien eines Tages Helmerding in größter Auf—
rekzung. Mit verstörter Miene und schmerzbewegter Stim—
me sagte er matt: „Denkt euch nur: Beckmann ist tot —
ganz unerwartet — Herzschlag!“ — Alles ist betäubt vop
der Nachricht. Man spricht leise von dem Entschlafenen
Da geht die Tür auf und herein tritt, gesund und mun
ter wie immer, der Totgesagte. Wie Helmerding ihn er—
blickte, fluüstert er den andern mit der ernstesten Miene der
Welt zu: „Um Gottes willen, Kinder, laßt ihn nicht⸗
mertlen; er weiß noch nichts davon!“
(Aus der Anekdotensammlung: „300 000 Teusel“, er
scheint im Verlag von Robert Lutz, Stuttgart.)
— — — — —
Die CEhristblume.
Erzählung von C. Burge.
Nachdruck verboten.
Danke schon, mein Lieber! Meine Vtittel würden
naicht hinreichen, Dir eine Dienerschaft zu halten, wie Du
s gewöhnt bist,“ entgegnete Horst heiter. Wer weiß, ob
cch nicht Herr, Verwalter, Knecht vielleicht auch noch mein
igener Koch sein muß.“
Die alte Freundschaft, die sie als Knaben auf der
Schulbant geschlossen, wurde jetzt durch das enge Zusam—
menleden aufj dem Schiffe noch mehr besestigt. Kurts im—
mer heiteres Gemüt verscheuchte jeden Schatien von der
Stirn des Freundes, der oft mit bangen Sorgen der Zu—
unft und seiner Eltern gedachte. Es — fajst,
daß die Tage so schnell vergingen und die deise bald be—
endet war und er die Gesellschaft zeines Freundes dald
intbehren würde.
Meorgen werden wir in Vancouver landen,“ sagte er
deshalb jeuszend und vlicdte sinnend in das unendliche Veeer,
welches der prachtige Dampfer pseilschnell durchjnttt. „Es
ist fur mich eine angenehme Reise gewesen; Du hast es so
qzut dersranden, meine Sorgen zu rerscheuchen, daß ich Dich
n Zukunft recht bermissen werde“
Kurt lachelte verlegen.
„Du wirsn uliqh so vald noch nicht los,“ behartte et;
,ich vur fest entichlossen mu Dir nach Saratonta zu gehen,
wo Du den Grund zu Teinem rünjtigen Glucklegen willst;
Du wirst doch vostentlich so gastjrei sein und mir für eine
Nacht ein Aocach gewayren? Bedente, Horst, wurden Deine
Eltern nicht eine grobe Freude haben, wenn ich Ihnen bei
meiner UNucdtehr nach Europa eine ganz genaue Schilderung
der Gegend und Deiner neuen Tätigteu geben köonnte?“
Doch Saarseld wollle so leicht nicht einwilligen; er
zielt es für seine Pflicht, seinen verwohnten Frleund mit
lor SZaAtteniterr der dorttaen WVerhästnifse nertraut 30
men Wagen ihrer harrte.
ben geboten werden,“ wandte er deshalb ein „und an Lu—
us ist erst gar nicht zu denken. Der jetzige Besitzer, ein
Engländer, Lester mit Namen, hatte dort vier Wochen sei—
nen Bruder bei sich, der uns selbst erzählte, daß das Haus
—D—
Wort das im Nebenzimmer gesprochen, deutlich verstehen
önne, sondern daß man auch bei heftigem Regen unter
zinem Regenschirm sitzen muß. Jedoch das Land soll sehr
fruchtbar, die Luft erfrischend und gesund sein, deshall
entschlossen wir uns, die Besitzung anzukaufen.“
„Warum vertaust Hetr Lester sein Gut?“
„Sein ältester Sohn ist gestorben, da ist den Eltern die
Hegend leid geworden, so erzählte man uns. Jedoch hat er
icch einen andeten triftigeren Grund. Er beabsichtigt, sien
in Kalifornien anzutaufen, wo er für die Erzieyung und
Ausbildung seiner Kinder besser sorgen kann, als dort in
der Einöde. Er hat versprochen, mit seiner Familie noch
acht bis zehn Tage nach meiner Ankunft zu bleiben, um
mir dadurch die Uebernahme zu erleichtern.“
Ma, dann mußt Du schon einwilligen, mich ein paar
Tage zu veherbergen und wenn Du wirklich so eigensinnig
bist, und meine Dienste nicht annehnen will, so ziehe ich
mit Lefters nach Kalifornien.
„Wirst Du denn wirtlich ein einsames Leben und viel—
leicht höchst einfache Mahlzeiten ertragen könnenk“
„Beides werde ich mit der größten philosophischen
Ruhe hinnehnmen! Ja, noch mehr, Tu wirst erst einsehen
léernen, wie unschatzbar meine Ttenste sind. Weißt Du denn
nicht meht, daß ich aus dem Gymnasium, wenn wir des
Abends zusammen tin memer Wohnung waren, ich immer
der beste Koch war? Jetzt kann ich vielleicht meine Kunst
»ei Dir verrollkommnen; es ist mir das eine viel ange—
rehmere Abwechselung, als Bälle, Theater und Konzerte
zu besuchen, wozu ich in der Feimat gezwungen wurde.“
Saarfeld lachelte, dann stredte er seinem Freunde die
d aentgege
Aber ach! Was wird Deine Mutter zu Deinem ¶rhaben
sagen?“ σιασσν v
Nichts — gar nichts,“ versicherte Kurt mit komischem
Ernst. „Das Entsetzen über die Schilderung meines neuer
Lebens wird sie vollständig sprachlos machen. Ja, ji
wird so starr sein, daß nicht einmal der Gedanke an diie
ange Reihe der Ahnen ihr im Augenblidck die Sprache wie
dergeben wird.“
„Wie gut, daß der Gedanke an meine Ahnen mich nich
in meiñer Arbeit beeinträchtigte,“ scherzte Horst.
„Und ich werde mich bemühen, den menen imn der
reuen Welt Ehre zu machen Um aber unserem stolzen
Namen in den Augen meiner Eltern und der vorurteils⸗
hollen Welt keine Schande zu machen, will ich denselber
hon dieser Stunde an ablegen und als einfacher Kurt Wal—⸗
dau meinen Fuß auf den neuen Erdteil setzen. Vergiß es
also nicht, alter Freund, ich beißke einfach: Kuri
Waldau.“
Endlich war das Ziel der Reise erreicht. Reges Leben
herrschte im Hafen und auf der Rhede von Vancouver, als
der stattliche Dampfer nach langer Fahrt landete. Noch
leuchte und ächzte die Maschine, noch ktnarrten die Räder,
welche die schweren Anler in die Tiese bohrten — doch
jetzt erscholl ein kturzes Befehlswort des Kapitäns von der
Kommandobrüce herab, und schnell lag das Schiff festge⸗
ankert an der ameritanischen Küste.
Arm in Arm betraten die beiden Freunde das Fest—
land, und erst jetzt mertten sie, welche Hindernisse noch zu
iberwinden waren, bis sie Saratonka erreichten. Es war
oom Hafen bis dorthin mindestens eine Entfernung von
drei Tagereisen in das Innere des öden, wüsten Landes,
und an geebnete Wege oder an eine regelmäßige Verbin—
zung von einer Ortschaft bis zur anderen war nicht zu
denken. Doch Kurt verlor den Mut nicht so leicht. Durch
seiteres Geplauder und Scherz suchte er die mühsamster
zußtouren oder das unerträgliche Fahren uf vohen awei—
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