Full text : Dudweiler Zeitung

erwegs, als der Zusaminenstoß erfolgte. Nun wurde im
uswärtigen Amte der Tert der beruͤhmten Depesche auf
zefetzt und Frhr. von Marschall hielt darüber ams. Ja.
auar vormittags gemeinsaui mit dem Fürsten Hohenlohe
dem Kaiser Vortrag. Der Kanzler war schon tazs zuvor
in Potsdam beim Kaiser gewesen. In der Nacht war das
Telegramm von Jamesons Ende im Neuen Palais ein—
gangen, und nun machte sich der Kaiser selber auf den
Weg, um seinen Beratern die Reise zu ersparen. Um 8
Uhr 18 Minuten früh kam er nach Berlin und begab
ich sofort vom Bahnhof zum Fürsten Hohenlohe, wo ihn
der Vortrag erwartete, ein Glückwunsch dazu, daß die
Buren „in eigener Tatkraft“, ohne fremde Hilfe den Af—
zrifs abgeschlagen hätien, sei die beste Form der verzut—
erten Abfare on sie. Der Monarch machte einige Ein—
vände. ließ sich aber schließlich von der amtlichen Auts—
ität dazu bewegen, die Depesche zu unterschreiben.
Die Tangerfahrt des Kaiters wird auch berührt und
estgestellt, wos ja übrigens auch kein Geheimnis mehr
it, daß die Idee dieses Vesuches und die Ansprache, die
der Kaiser dabei hielt, nicht seiner Impulsivität ent prun—
gen sind, sondern daß der Versuch auf den Rat des ver—
uitnertlichen Leisers der auswärtigen Politik erfolgt
st. Uebrigens hat Fürst Bülow im Re'chstage selbst bei
iner Debatte über auswärtige Politik mitgeteilt. daß er
ur diesen Besuch in Tanger verantworttich —

Der türkisch-bulgarische Konflikt
äahrt fort, die brennendste Tagesfrage in der internatto—
ialen Politik zu bilden, ohne daß eine besondere Gefahr
zorläge, daß er nicht zu einem gütlichen Ende geführt
verde. Denn trotz der Versicherungen der beiden Staa—
en, daß sie keinen Schritt mehr von ihren aufgestellten
Furderungen zurückweichen werden, darf man doch an—
nehmen, daß auch diese Erklärung lediglich ein Kampf
nittel ist, möglichst viel zu erreichen oder möglichft we—
nig zu gewähren. Wie nun der Vertreter der ‚„Fr. 3.*
in Konstantinopel erfährt, ist die Pforte entschloffen, un—
er keinen Umständen die Grenzberichtigung fallen zu las—
en; sie erscheine ihr wichtiger als die Zahlung eineer
kẽutschädigungssumme, weil von ihr die Sicherheit der
uropäischen Türkei abhänge. In diesen Erwägungen wird
»as Kabinelnt Kiamil Pascha auch vom Berliner Vertrag
zestinent, der Ostrumelien als türkische Provinz bezeich—
iet. Die Grenzen dieses Gebiets sind somit nicht Landes—
zrenzen, denen nicht strategische, sondern nur administra—
ive Momente zu Grunde gelegen hätten. Aus diesem
Frunde müsse jetzt, wenn Ostrumelien definitiv Bulgarien
aingegliedert wird, eine Landesgrenze geschaffen werden,
dte für die Verteidigung der Türkei die unerläßlichen stra—
—D
hei dieser Forderung beharren sollte, so würde sich dar
ius leicht eine starke Zuspitzung des Konflikts ergeben,
enn von Bulgarien weiß man, daß es eine Grenzverän
derung nicht zulassen will, und — was wichtiger ist — in
demselben Sinne, wie Bulgarien, hat sich vor wenigen
dagen auch die rufßsische Regierung in der an die euro—
oðischen Groͤßmächte versandten Zirkulardepesche geäußert.
Zobasd iedoch das Mächtekonzerf sich einstimmig für den
ufsijchen Vorschlag ausspricht und in diesem Sinne in
donftantinopel vorstellig wird, woran man im allgemei—
nen nicht zu zweiseln braucht, wird auch die Türkei sich
n ihren Forderungen bescheiden müssen. Zugleich scheins
man auch in Konstantinopel einen Ausweg aus dem dro
henden Konslikt gesunden zu haben, inden von neuem
an die internationale KRonferen; erinnert wird, der de
Zrenzberichtigung zur Enischeidung vorgelegt werden sol!
egen eine derarlige Beilegung aller schwebenden Fea—
gen ließe sich nichts einwenden sobald die nötigen Kan
sesen vorhanden sind, daß die Nondserenz selbst nicht ——
nen neuen Konfliktsstoff nit brinagt
*
Einzeln hierüfer vorlicaende Meldungen besggen nomh
olgendes.
Aus Haskowo wird der ersite Grenzzwischen—
all gemeldet, der sedoch ohne ernste Folgen geblieben
st. In Rirdschali überraschten bulgarische Posten zwe—
ürkische Soldaten beim Holzsammeln auf bulgarischem
Bebiet Die Bulgaren gaben Feuer und verwundeten die
ciden fürkischen Soldaten itzwer. die das Feuer nicht
rwiderten.
Während der Valt von Adrianspel den Abzug der
ulgarischen Truppen von der türkischen Grenze signali—
tert, berichtet eine gegenteilige Privatmeldung die An—
unfst neuer 25000 Mann bulgarischer Soldaten mit
NHenonen bei Harmanli und die allgemeine Bewafsnung
er bulgarischen Grenzbewohner.
Die in Saloniki liegende ftärkische Fhorm—
e«ist infolge eines dringenden Befehls nach Konstanti—
iepel abgedampft.
Die Taktik der Konstantinopeler Regierung Bulga—
nen gegenüber tritt durch inspirierte Artikel,
rie ein solcher leßthin in Servet erschien, besonders ar
zu Tage. Darnach wäre es den Türken lieb, wenn die
Unlggaren die Grenze überschritten, weil die Türken sie

Die beiden Müller.
Erzäbluna von Hed da Lengauer,
15 Nachdruck verboten.
Da lächelte Annerl unter Tränen.
„Siehst du ... das hättest du nimmermehr geglaubt,
gjelt ja? Wenn aber Menschen schon so gut sein koͤnnen, wie
jerne wird dir erst der Herrgott verzeihen. wenn du wieder
u ihm kommen magst.“
Franz nickte.
„Ja, ja, Annerl du hast recht; hole mir nur recht bald
ven Herrn Pfarrer, ich habe ihn nötig. So moderne Philo—
sophen die mögen schon gut sein für ein lustiges Leben. Ich
hab's aber eingesehen; der Mensch braucht einen Gott, den
er in seiner Not anrufen und auf dessen Gnade und Hilfe
er bauen kann. Glücklich ist derjenige, dem noch Zeit gege—
hen wurde, seinen Irrtum wieder gut zu machen und seine
Fehler zu bereuen.“ — —
Einige Tage nach dem frommen Empfang der heiligen
Sakramente ist Franz sanft hinübergegangen in eine bessere
Welt.
An seinem Sterbebette standen tief ergriffen Max und
Annerl, auf die der Scheidende mit letzter Krast Gottes Se—
zen herabjflehte als Belohnung für den Edelmut, mit dem
hm diese beiden edlen Menschen sein schweres Vergehen
erziehen, ihn mit Gottes Hilfe zurückgeführt haben vom
)rohenden Abgrund auf den Weg zum Seelenfrieden — zum
bimmel.
Nach Jahresfrist sind Max und Annerl vorm Altare des
— ein Ehepaar geworden. Fürwahr, das echte, stille, von
oftt gewollte Glück stirbt nicht aus und, wenn es auch eine
Zeitlang wie überwuchert erscheint von Schuld und Sünde,
bon Verbrechen und Unglück, es richtet sich doch wieder auf
und sproßt und blüht aufs neue im Sonnenschein. — — —
— Ende. —
Die Gäste. „Ich hab doch nur Sie allein zum
xkssen geladen, Schmul, und nun bringen Sie noch einen
nit!“
Verzeihen Se Herr Baruch, der is bei mir in der!
ostl

—V
xalls aber Bulgartn üch weigert, eine Grenzregulierung
orzunehmen, wird ach dem genannten Blatt die türki
he Regierung mir ihrer Geldfsorderung auf 115 Millio
ien heraufgehen und der Konserenz die Enischeidung über—
assen
Die „Times“ berichtet ausBeter Sburg: Die rus—
ische Regierung hat sich erboten: Die Differenzen zwi—
chen dem bulgarischen Angebot und der türtischen For—
erung zu bezahlen. Der rußische Vorschlag ist, nachdem
r die Zustimmung der Großmächte erhalten hat. der bul
jJarischen Regierung unterbreitet, und von dieser ang⸗
ienmen worden. Man glaubt auf die Zustimmung der
ühh rechnen zu köonnen. SDes Abkommen erifolat
n folgender Weise: Ven den 70 jährlichen Zahlungen
ür die Kriegssfchuld, welche die türkische Regier
in⸗ noch schuldet, und welche sich au' 559 Milllonen Frks
eläuft, wird Rußland eine genügende Anzahl annutlie.
en, um der Türkei auf diese Weise zu gesiatten, die ge
mte Entschädigung, welche sie von Buͤlgarien fordert.
ämlich 125 Millionen zu verlangen. Bulgarien verpflich
et sim seinerseits, Rußland 82 Millionen von einer jan
ich Entschähigung von 5 Millionen für Zinsen und
iizung des Kapitals zu zahlen. An Stelle der 8M—
ienen, welche Rußland jährlich von der Ottoman-Bant
rhielt wird es nunmehr für 16 Jahre cine Sunime von
»Willionen seilens Bulgariens erhalten. Auf diese Weise
rird jede fremde Ueberwachung der bulrarischen Fingan—
en vermieden.
Wie in Wien verlautcekt, haben bereits alle Mächte
dem russischen Vermittelungs-Vorschlage zugestimmt, und
8 ist sehr wahrscheinlich, daß der gemeinsame Schritt der
Nächte in Konstantinopel und Sofia sehr bald erfolgen
vird. Es wird übrigens jetzt erklärt, daß sich der rus—
ische Vorschlag nur gegen die bulgarische Mobilisierung
und die türkische Grenzberichtigungs-Forderung wendet
and die Geldentschädigungsfrage nicht berührt.
Aus Sofia wird berichtet: Die hiesigen Vertreter
kuglands und Frankreichs haben mit dem' Ministerpräst⸗
entet Malinow eine längere Besprechung in Ange⸗
egenheit der von der russischen Regierung übermittelten
Zerständigungsnote. Malinow erklärte den Genannten, die
ulgarische Regierung lehne nicht im Prinzip den rufsi⸗
chent Vorschlag ab und begrüße ihn mit Sympathie. In
naßgebenden Kreisen wird diese Ertlärung als eine qum
tiage Wendung bezeichnef

2
Während die Meldungen über den bulgarisch-türki—
hein Konflikt etwas beunruhigend lauten, liegen wenig⸗
ens über die Lage der österreichisch-ungarisch-türkischen
srmäherung einerseits, wie über dem ösierreichisch-ungr
isch-serbischen Konfliklt andererseits weniger aufregenn
Reldungen vor:
In Wiener Negierungskreisen ist man der Ansicht
»ahß die Unterzeichnung des Verstänvtun, cigtolleg
och im Laufe der Woche in Konstantinopel erfslgen ird
Aus Wien wird berichtet: Die österreichisch ungarishe
Reßgitrung hat in der Frage des Charailters der türkischen
domänen in Bosnien auf die ursprünglich angeregte En
chieidung verz'chtet und im Einvernehmen mit der Pfocrte
zas Gutachten des Herrn Tesia, des deutschen Verkretert
et der Dette publique akzeptiert, wonach die Domänen.
ils türkischer Staatsbesitz anzusehen sind. Wie die „Neue
Freie Presse“ erfährt, wird die österreichische Entschädig—
ing an die Türkei 14 Tage nach der Ratifikation des
wischen den beiden Regierungen vereinbarten Abkommen?
neiner Summe und nmiht wie jfünast verlautete. in Ra
en, gezahlt.
Der letzte serbishe Mänisterrat hat den Tert
es Memorandums, das an die Großmächte ge
ichtet werden soll, definitiv festgestellt. An der Sitzung
ie über zwei Stunden dauerte, nahm der König teil
das Memorandum verlangt unter Berusung auf der
Borschlag der Skuptschina die vollitändiage Autonomi—
zosniens.
Der Großwesir verfsländizte den österreichisch-ungari—
chen Botschafter, daß nunmeer alle Schwierigkeiten bhe—
üglich des Boykotts behoben seien, und daß die Lloyd
hiffe nunmehr anstandslos Waren bringen könnten. Die
Rforte hat eine diesbezügliche Erklärung veröffentlicht und
e Chefs der Lastträger beschlossen daraufhin die Wie
rauinahme der Arbhoilitf

Spiel und Sport
(y) Die Flugversuche Zipfels. Nach den bisheriger
rißlungenen Flugversuchen auf dem Tempelhofer Felde
Vat Armand Zipfel am Montag mit seinem Flugap
Frate die ersten Erfolge bei einem Probefluge verzeich
ten Nach größeren Sprüngen und einem Freifluge vor
00 Metern in ein Meter Höhe gelang ein zweiter Ver—
uch gegen bödigen, sehr frischen Wind. Der Apparat kan
ald nach dem Siart frei und flog dann 1500 Meter weit
»avon 300 Meter in über 15 Meter Höhe

Berliner Gerichtssaal.
Der Hülfhose und sein Helfer. Die An—
zeklagten Schubert und Steiner haben sich wegen ruhestören—
den Lärms und groben Unsugs vor dem Schöffengericht zu
verantworten.
Vorsitzender: „Nun Angeklagter Schubert, Sie wissen ja,
was Ihnen zur Last gelegt wird. Vor der Polizei haben
Sie angegeben, Sie waͤren stark angetrunken gewesen. Wie—
viel hatten Sie denn getrunken?“
Schubert: „Zwei jroße Weißen mit Strippe, drei kleene
Landwehrtöppe und vier Jilka — wenigstens habe ick so
»ille an andern Tache bei Aujust, wat mein Stammwirt is,
bezahlen müssen.
Vors.: „Und Sie, Augeklagter Steiner. waren auch nicht
mehr nüchtern?“
Steiner: „Nee.“
Vors.: „Wieviel haben Sie denn vertilgt?“
Steiner: „Det weeß ick nich. Aber jedensalls is et mehr
gewesen wie bei Schuberten, denn davon wäre ick nich besoffen
ewor'n.“
Vors.: „Angeklagter Schubert, was hat sich nun in der
hetreffenden Nacht zugetragen?“
Schubert: „Ick hatte bei Aujusten Schafkopf jespielt und
nir dabei ziemlich anjeätert, denn wie ick uff der Straße
auskam, fuhr ick Karussell. Det Loofen fiel mir sehr schwer,
iber mit Hülfe von die Laternenpfähle kam ick doch in
Schwung und jondelte uff meiner Wohnung los. In eene
tillere Nebenstraße sehe ick plötzlich eene Jeftalt drüben uffs
indere Trottoir, die sich paralehl mit mir und jenau so wie
cke mit Hülfe von dis Laternenpfähle vorwärts bewejte.
zuerst jloobte ick, et wäre mein Schatten, aber uff eenmal
ing er an zu singen:
„Und so ziehn wir unser Leben lang —“
odet ick jleich mit instimmte:
„Von den eenen Restohrang,
in dem andern Restohrang — —“.
Bei die zweete Stroofe bejejnete meinen Jejenüber een
Ndachtwächter, den er zärtlich umarmte und küßte. Denn
jschen wir wieder in jleicher Höhe weiter. Ploͤtzlich bejej
nete ihn eene Dame. Er wollte so wahrscheinlich ooch um

Gerichtszestung
SVerurteilter Polizei-Assistent Die Strafkammer i.
Beruthen CGEberschlesien) verurteilte den Polizei-Mssi
tenten Weirß aus Nönigshütte zu 1 Johr und 1 Mo—
iat Gefängnis, sowie 3 Jahren Ehrverlust. Weiß batte
ich an Kindern unter 14 Nahren, die in das Polize
ureau kamen. voragt

————
F
Rechtspflege
*Was heißt „beanzeigte? Diese Frage, so schreib
zer „Frkf, Ztg.“ ein Leser, gibt das Oberlandesgerich
Dresden auf, das in einem Urteil erwähnt, es sei „nich
deanzeigt“, daß der Kläger von dem Mangel des Wegs,
der die Veranlassung des Unsalls gewesen sei, vor diefem
enntnis gehabt habe. Das Reichsgericht (vergl. Juri—
gische Wochenschrist vom 2. dss. Is.), das sich mit die
sem Urteil des Oberlandesgerichts Dresden beschäftigt, ist
in der Lage, aus dem Zusammenhang des Urteils zu
entnehmen, daß mit diesem, wie es sagt, „an sich unkla
cen Ausdruck“ jedenfalls gemeint sein sollte, daß ein An—
zolt für eine solche Kenntnis nicht vorliege. Ohne das
Hilfsmittel des Urteils wäre dieser Ausdruck wohl nick
nerständlich gewesen.
— Bsö— —
Vermischtes
Baumwollschadlinge. Der größte Felnd der ägy—
tischen Baumwoille, deren Ertrag von Jahr zu Jahr“ ge
rinzer wird, ist der Baumwollwurm, fuür dessen Ausron
unn die äghptische Regierung bisher sehr wentg geia
hat. Da der Baumwollwurm auch in deutschen Kols
nien grotßen Schaden anrichten kann, dürsten die Angr
ohn, weiche die Societe Khediviale d Agriculture über di—
Belanpfung des Wurms macht, von Interesse sein. Di
Sesellfehaft schäßzt den Schaden, den der Wurm' alljägr
ehh n Aeghpten anrichtet, auj 20 bis 40 l. vB
die Baumwolle das wichligste Prodnukt Regyptens ist, p.
isr diese Schadigung des aägypfischen Nationalvermogen;
itiche gering an;us gen, Der Wurm ernährt fich haupe
ächlich von der Baumwolltapsel und von Hanj. Er ver—
nichter die kleinen Kapseln vor der Blüte, die mittelgro—
ben Kapfeln werven trocken und wechseln die Farbe, wah—
rend die großen Kapsein sich vor der Reife öffnen, was
das Wachsen der Baumwollstaude verhindert. Der Wurm
tritt zuerst im Monat Mai auf und verschwindet zu An
fang des Winters, wo er sich auf Hanf oder auf Baum—
vollstauden ansiedelt, die stehen geblieben sind; er lebt
aber auch auf aufgespeicherten Baumwollhaufen. Dah⸗e!
ist es praktijch und durchaus notwendig, die Felder all—
jährlich gründlich zu säubern und alle schlechten Pflan—
zen, die dem Wurm als Winteraufenthalt dienen können,
so rasch wie möglich zu entsernen und die ausgedörrten
und angefressenen Baumwollstauden vor Ende Januar bis
zur Wurzel fortzuschafsen. Andere Mittel der Bekämpfung
gibt es heute nicht, da man noch kein chemisches Mittel
gefunden hat, durch das man den Wurm im Innern der
dapsel töten könnte. Die ägyptische Presse fordert jetz—
einmütig ein entschiedenes Vorgehen der Regierung, be
vor es zu spät wird. Es wird vorgeschlagen, Etngebo—
rene in verschiedenen Vezirken auzustellen, die für dia—
Ausrottung des Wurms eine entsprechende Relobhnung e
ycelten solsen
ir runstoegeisterten VDamen. Der „Voss. Big.
wird geschrieben: Es ist eitel Verleumdung, daß die el⸗
zanten Damen nur darnum den Konzertsaal betreten, un
re modernen Hüte, ihre Kleider, ihre prachtvollen Arm
»ünder und Brustspangen und — last not' leaft — den Reit
ihrer Anmut vor den staunenden Blicken ihrer Bewunde.
er und den neidischen Augen ihrer minder glücklicher
denkurrentinnen zu entfalten. Im Gegenteil — die Da—
nen beehren die Orte, an denen man den Musen hul
digt, nicht nur mit ihrer Gegenwart, um sich zu zeigen
auch nicht, weil es „so Mode ist“, auch nicht, um sich die
Zeit zu vertreiben, sondern getrieben bon dem Interesse
das eine innige Kunstbegeisterung erzeugt. Und wenn
wie man es häusig beobachtet, Damen während eines
Konzertes sich mit mehr oder weniger gedaͤmpfter Stim
ne miteinander unterhalten, so ist es gewiß nur der Ge—
zenstand des Stückes, ihre Begeisterung über die schön
Nusit und die Wiedergabe der Komponisten-Gedanken und
lehnliches, worüber sie ihre Meinungen austauschen. So
var es offenbar auch vor einiger Zeit der Fall mit zwe
Damen, die eifrig miteinander tuschelten, während dit
Töne einer Sinfonie immer gewaltiger anschwollen. Dit
eiden wurden allgemach eifrger, was ja mit der wach
enden Wirkung des Musikstückes in Einklang zu bringern
var, und die Stimmen wurden etwas weniger gedänipft
o daß man, als das Forte des Konzerts plötzlich in ein
Piano überging, noch deutlich die Worte zu hören be
Hm: „... und meiner ißl sie gern mit 26ieban“

ärmeln, wie dem Nachtwächte?; sie wich ihm aber jeschickt
aus und: pardautz! lach er uffs Pflaster. Er machte eene
verjebliche Anstrengung nach den nächsten, drei Schritte ent—
fernten Laternenpfahl, und wie et ihn nich jelang, drehte
er ihm uff den Rücken und fing an zu schnarchen. Ick fühlte
mir verpflichtet, den Unglücklichen zu helsen, faßte mir een
Herze und steuerte über deni Damm mit der Richtung uff
dem erwähnten Laternenpfahl, bei den ick ooch jlücklich vor
Anker jing. Nachdem ick ihm uffjeweckt hatte, bejann eent
Anstrengung zwischen uns beede, die ausjesehen haben mag
wie een verzweifelter Ringkampf. Det Enderjebnis war eent
hoffnungslose Situation: der Mann stand — aber er stand
uff meinen linken Fuß und hatte dem Latternenpfahl derart
njenommen, det ick mir an seinem Rücken festhalten mußte!
Plötzlich sagte er: Lassen Sie mir los, oder Sie kriegen eene
efeuert. — Mann, sage icke, jehn se doch erst von mein Been
runter und dann teelen se den Laternenpfahl mit mir! —
Lassen Sie los, schreit er, oder — — — dabei drehte er
hm um und — im nächsten Oogenblick lachen wir alle beede
in Rinnsteen und baljten uns, bis wir nach die Wache je—
»racht wurden.“ —
Vors.: „Angeklagter Steiner, stimmt das, was Schuber
erzählt?“ —
Steiner: „Wort for Wort!“ —
Der Gerichtshof erachtete je 10 Mark Geldstrafe fü
»ine genügende Sühne

Ein gutes Kund. Hausfrau (zum Besuch): „Ja
ja, unser kleiner Paul ist uns eine rechte Hilfe. Er ist *
b Jahre alt und paßt auf seine kleine Schwester genau so
auf, wie ein Kindermädchen. Er ist im Nebenzimmer und
spielt mit der kleinen Ella — — Paul!
Paul: „Ja, Mamal!“
Hausfrau: „Passest Du auf Dein Schwesterchen ordent
lich auf?“
Paul: „Ja, Mama!“
Hausfrau: „Was macht Ihr denn?“
Paul: „Wir spielen Barbier, und ich rasiere Ellachen
gerade mit Papas Rasiermesfer“
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.