Full text : Dudweiler Zeitung (22.1909)

zialen die wWorschiage veraten. Vie Entscheidung wird
bald fallen.
Wien, 18. Nov. Wekerle, der um 41 Uhr hier
eingetroffen ist und um 2 Uhr in Audienz entpsangen
wurde, versichert, daß an allen Meldungen über schon
vollzogene Abmachungen zwischen Krone und dem kruns—
iigen ungarischen Kabinett kein wahres Wort sei. die
Situation ist im Gegenteil umnverändert, die Differenzen in
bezug auf die militärischen Forderungen nicht behoben.
Budabest, 18. Nov. Für Montag ist in Wien un—
ter dem Vorsitz des Monarchen ein neuerlicher Kronrat
zur Klärung der ungarischen Krise anberaumt worden.

Heer und Flotte.
— * Ein neuer Helm in der deuischen Armee. Zu
der neuen feldgrauen Kriegsuniform unserer Infanterie
tritt auch ein neuer Kriegshelm. Er ist aus einem grü—
nem Stoff ähnlich dem bei der Maschinengewehrabteilung
gebräuchlichen gefertigt. Auch bei diesem Helm ist die
vielangegriffene Spitze beibehalten, wird aber im Gefech
abgeschraubt. Sie und der übrige Beschlag sind matt
bronziert, können also nicht mehr durch Blinken zum Ver—
räter werden. Das Praktischste aber an dem neuen Helm
ist, daß die beiden Schirme vorn und hinten aufgeklappt
werden können. Bei der neuen Kampfesweise wird fast
nur noch im Liegen gefeuert und dabei führten die
Schirme des alten Helmes viel zu Unträglichkeiten, in—
dem sie teils gegen das Gepäck schlugen, teils den freien
Ausblick des Schützen hemmten. Bei dem nunmehri—
gen Kriegshelm ist das vermieden. Dieser neue Helm
wird gegenwärtig den Regimentskammern einer Anzahl
Infanterieregimenter zum Ausprobieren überwiesen.
Arbeiterbewegung.
— Zum Mansfelder Streik. Der größte Teil der
Bergarbeiter hat sich bereits zur Aufnahme der Arbeit bei
der Gewerkschaft gemeldet. Die Bergwerksdirektion hat
auch die meisten wieder angenommen. Nicht eingestellt
wurden bisher mehrere hundert Mann, die von der
Streikleitung zum Austcagen der Verbandszeitungen, von
Flugblättern und als Sicherheitsmannschaften verwendet
worden sind. Bei der Meldung zur Arbeit werden den
Arbeitern die Verbandskarten abgenommen und sie dann
verpflichtet, nicht wieder in den Verband einzutreten. Wie
groß nun die Zahl derer sein wird, die endgültig von
der Wiedereinstellung ausgeschlossen bleiben, läßt sich noch
nicht feststellen.
— Zum Straßenbahnerstreik in Bordeaur Die aus—
tändigen Straßenbahnangestellten beschäftigten sich in ver—
schiedenen Konferenzen mit ihrer Lage. Das dozialistische
Gemeinderatsmitglied Connello sandte in ihrem Namen
an Millerand ein Telegramm, worin u. a. gesagt
wird: „Die Lage ist infolge des Streikes sehr exnst. Die
Arbeiter würden gerne den Schiedsspruch des Ministers
Innehmen. Ich bitte Sie daher dringend, dieses Amt ar
„unehmen.“ Millerand hat in einem Telegramm an Con—
nello das Amt des Schiedsrichters angenommen unter der
Bedingung, daß die Arbeitge er und Arbeiter sich damit
einverstanden erklären. Der Straßenbahnbetrieb ist unter—
brochen. Die Zahl der Truppen. Gendarmen und Poli—
zeiagenten, welche nach Bordeaurx entjandt worden sind
beläuft sich auf 2000. —
⸗ 2 * J
Die Verfassungsreform in Mecklendurg
Die beiden Großherzogtümer Mecklenburg-Schwerin
und Mecklenburg-Strelitz sind bekanntlich die einzigen deut—
schen Bundesstaaten, die noch kein Parlament, sondern nur
eine ständische Vertretung besitzen, in der die Ritterschaft
gegenüber der Landschast und den Städten, ja, sogar
gegenüber den Großherzögen, völlig das Hest in der Hand
hat. Was Wunder also, daß noch heutigentags in Meck—
lenburg Verhältnesse herrschen, die zum Teil an mittel—
alterliche Zustände oder doch wenigstens an solche des 17.
und 18. Jahrhunderts erinnern, und die nicht nur in
Mecklenburg selbst, sondern auch im ganzen übrigen
Deutschland als erniedrigend empfunden werden. Der
Reichstag hat denn auch schon wiederholt Gelegenheit ge—
nommen, diese Frage vor sein Forum zu ziehen, und
ebenso haben sich endlich auch die Großherzöge bemü—
ßigt gefühlt, die mecklenburgische Verfassungsfrage durch
Vorlage eines Verfassungsänderungsgesetes im Mai und
Oktober vorigen Jahres in Fluß zu bringen.
Aber wie im Mai, so mußten auch im Oktober 1908
die „geteuen Stände“ der beiden Mecklenburg unverrich—
teter Sache nach Hause geschickt werden, da die Ritter—
schaft eben für eine Verfassungsänderung, durch die auch
nur im geringsten ihre Macht geschmälert würde, nicht zu
haben war. Aber die Großherzöge hielten erfreulicher—
weise troddem an der Verfassungsaktion sest und forder—
ten am 20. Novemher vorigen Jahres die Landtagskom
missarien auf, 18 Deputierte zu einer neuen Vorbesprech
ung über die Verfassungsänderung auszuwählen. In
Mecklenburg geht aber alles recht langsam. Erst Endé
August d. J. yatten die Verhandlungen, nachdem inzwi—
ichen sawohl die Ritter. als auch ihre Gegner den Gry*

*
Das Diadem des Verderbens.
Original-Roman von H. Hir schfeld.
64 „Sire!“ Zu des Königs Füßen warf sich die Favo—
ritin, „es ist zu viel! Ich erflehe, nein, ich verlange
Genugltuung für die Beleidigung die man mir in meinem
eigenen Hause zu bielen wagt. Dieser Herr ist mir
nichls als ein frecher Eindringling in meine Wohnung
— und diese Dame,.“ — ihre Hand wies auf Blanche
die, — upker der Maske der Sittsamkeit, Kavalieren
die Fenster öffnet — allein mit Ihnen bei verschlossenen
Türen im kete⸗a⸗tete verweilt. —“
„Frau Gräfin!“
Der Gouverneur hielk mühsam an sich. Blanche halte
sich von ihrem Sitz erhoben. Mit bitkender Geberde be—
rũhrte sie leicht seinen Arm, ihm das verlehende Wori
auf den Lippen zurückbannend. das denselben zu enb—
fliehen drohte.
„Rränken Sie mich nicht, Frau Gräfin,“— sagke sie,
mit gefaltekten Hän den sich gegen die Dubarry gewendetk,
„und Sie Sire, seien Sie gnädig mit einem Nädchen,
das, obwohl die Enkelin der Marquise von Pompadour
 stolz ist auf das einzige Guf, das sie ihr Cigen nen—
nen durfke, ihres Namens Ehre! In kreuester Hand, im
encun war ich in diesen Räumen im Schutze einer
rau —
Höhnisch lachte die Favoritin auf.
„Ja, im Schutze einer Frau, die Deines Namens Rein-—
heit, mit der Du Dich rühmst, für noch weniger Silberlinge
preisgibt, als die, für die Judas unseren Herrn verkaufte.
Armes Kind,“ fügke sie spöttisch hinzu, „wir werden Dich
unker unsere eigene Kuratel bringen müssen, um Dich der
Schwäche Deines Vaters, dem Ehrgeiz Deiner Grofßmuktker
and der verdächtigen Teiljvahme dieses Herrn Wchziechen

herzögen ihre Wunsche hinsichtlich des Gesetzentwurfs un
erbreitet hatten, ihr Ende errxeicht. Die Regierung von
Necklenburg⸗Schwerin gab damals bekannt, daß, wenn
uch über einzelne wichtige prinzipielle Fragen noch Mei—
rungsverschiedenheiten beständen, deren Austrag dem Landtag
 vorbehalten bleiben müsse, doch die Verhandlungen
m großen und ganzen einen befriedigenden Verlauf ge—
nommen hätten. Anfang November veröffentlichte die Re⸗
gierung einen neuen Verfassungsgesetzentwurf, mit dem
ich der am 19. d. M. in Sternberg zusammentretende
Landtag nunmehr zu beschäftigen haben wird.
Die Grundzüge dieses Entwurfes sind bekannt. Da
nach soll sich der mecklenburgische Landtag aus 106 Ab—
geordneten zusammensetzen, von denen 84 auf Mecklen—
burg⸗Schwerin und 82 auf Mecklenburg-Strelitz entfallen.
In Mecklenburg-Schwerin sollen 20 von der Ritterschaft,
20 von der Landschaft gewählt und 4 vom Großherzog
auf Lebenszeit ernannt werden. Von den übrigen 40 sol⸗
len 17 von den Städten und 23 vom flachen Land
gewählt werden. Aehnlich ist es in Mecklenburg-Strelitz
vo die Ritterschaft und Landschaft je 5 Abgeordnete, das
Fürsentum Ratzeburg einen Abgeordneten wählt, und de—
Broßherzog einen ernennen soll, während von den üb—
rigen 10 Abgeordneten 4 von den Städten und 6 vom
lachen Lande zu wählen sind. Das attive Wahlrecht hat
nur, wer einen eigenen Haushalt besitzt, 25 Jahre alt
und 3 Jahre mecklenburgischer Staatsangehöriger ist und
ein Jahr Steuern gezahlt hat. Das passive Wahlrecht
ist an den Bezirk, in dem der Kandidat wohnt, gebun—
den. Die Wahlen sollen öffentlich und indirekt sein, wie
»eim preußischen Dreiklassenwahlsystem.
Im Vergleich zu dem früheren Entwurf hat sich bei
»iesen Besstimmungen das Verhältnis zwischen den vom
Volke und den von Korporationen zu wählenden Abge—
)rdneten zu Gunsten der ersteren verschoben. Es beträg
etzt immerhin 50: 51. Auch schneiden innerhalb der vom
Volke gewählten Abgeordneten die Städte jetzt etwas bes⸗
er ab, weil man ihnen 17 Vertreter gegenüber den 29
ländlichen zugebilligt hat. Aber von einer einheitlichen
Bertretung des Landes kann schon deshalb nicht die Redeé
ein, weil über die Hälfte der Abgeordneten entweder aus
dorporationswahlen hervorgehen oder von den Großher—
ögen ernannt werden. Und von einer Ausgestaltung des
Vahlrechts in modernem Sinne erst recht nicht.
Für Mecklenburg bedeutet natürlich der jetzige Ver
assungsentwurf gegenüber den bisherigen Verhältnissen
inen entschiedenen Fortschritt. Ob die Ritterschaft sich
nit ihm aussöhnen wird —*
VBermischtes. —
Das ist unser Feuer! Aus Plauen i V. wird de—
Frkf. Ztg.“ folgende niedliche Begebenheit berichtet: Die
er Tage brannten im sogenannten Winn ber Falkensteir
zwei Wirtschaftsgebäude ab. Als nun die Falkemnsteinen
Freiwillige Feuerwehr in Tätigkeit treten worte, wurd.
s ihr von der Pflichtfeuerwehr des Dorfes Neustadt und
dem dortigen Gemeindevorstande energisch verboten: „Da⸗
ist unser Feuer! Schert euch wieder nach Hause! Wir dür
en zu euch nicht hinein, wir brauchen euch auch nicht!
Und statt ins Feuer richtete die Neustadter Feuerweh
ihren Wasserstrahl auf den Falkensteiner Rohrführer. Mar
wäre hierüber handgreiflich geworden, wenn nicht inzwi
schen auch die Grünbacher Feuerwehr hinzugekommen wä
re, deren Vorstand nun feststellte, daß das brennende Ge
häft überhaupt nicht zu Neustadt, sondern zu Grünbach
zehörte. Nun mußten die Neustadter abrücken, währent
die Falkensteiner die Genugtuung erlebten, mit den Grün
hachern zu löschen.
45 000 Frank Prozeßkosten. Der Steinheil-Pro
zeß hat dem Fiskus, wie versichert wird, das Sümmchen
don 45 000 Frank gekostet, wobei man allerdings mit den
Groschen der Steuerzahler wieder sehr freigebig umge
sprungen ist. So haben nicht nur die zwölf Geschwore
nen, die das Verdikt gesprochen haben, sondern sämtlich
34 Geschworenen der betreffenden Tagung Entschädigun
gen erhalten, die zwischen 8 und 10 Frank pro Tag va—
riieren, je nachdem der betreffende Geschworene innerhalb
der Parifer Ringmauern oder in der Bannmeile wohnt
Da das Verdikt 45 Minuten nach Mitternacht gefällt wor—
den ist, so sind diese 45 Minnuten als ein voller Tag
in Anschlag gebracht und dementsprechend bezahlt worden
—EEEAA
Kunst und Wissenschaft.
FWann kommt der Halleysehe Komet? In den
letzten Wochen beschäftigte sich die Tages- und die wissen—
schaftliche Presse mehrfach mit dem bevorstehenden Wie—
dererscheinen des Halleyschen Kometen.“ Der bekannte
Astronom Geh. Rat Prof. Max Wolf in Heidelberg, der
Begründer der Himmelsphotographie, hat vor wenigen Wo—
chen bereits mit Hilfe der Photographie und seines neuen
riesigen Spiegeltesstops den Irrstern auch auf der Platte
erfaßt. Allerdings erschien er selbst bei bedeutender Ver—
größerung noch als riesiger Nebelfleck. Der Komet ist aber
uf der Anreise zur Sonne, die er in 76 Jahren um—
reist, ihr bereits so nahe, daß man ihn im naächste⸗

ehe er seine ernstliche Werbung bei mir angebrachkt und
Sr. Majestät sie geprüft und gebilligk hat.
„Madame!“ laäut schrie Blanche auf, „Madame!“
Sei ruhig, Blanche, meine Braut! Die Verloble des
Verktreters der Königlichen Majestät Spaniens steht unter
dem Schutze dieser Majestät. Wehe der Hand, die sich gewaltsam
 nach Dir ausstrecken würde. Deinen eigenen
Willen hindernd!“
„Und wenn diese Hand die meine wäre, bis auf Wei—
teres ?“ fragte Ludwig. „Alle Welt weiß, daß Madame
von Pompadour mir so nahe gestanden, daß es fast mei—
ne Pflicht ist, ihrer Enkelin Zukunft zu prüfen und zu
pestimmen. NRur Eine gäbe es, der ich diese Pflicht, diees
 Recht abtreten müßte, der Mutker der Mademoiselle
Blanche de la Haye! Allein die Tochter der seligen
Marquise weilt nicht mehr unter den Lebenden und in
ihrem ARamen, in ihrem Sinne bestimme ich —“*
„Nein. Sire,“ könte es plötzlich durch das Gemach.
„Alexandrine d'Etoiles, Madame de la Haye, wird sel—
ver uͤber ihrer Tochter Zukunft, ihrer Tochter Glück enl—
scheiden! Sie selber, Sire, verliehen ihr soeben Recht
Ein König kann sein Wort nicht widerrufen!“
Als sehe er ein Gespenst vor sich, so wich Ludwig
XV., zurück; angstvoll klammerte sich die Dubatry an
seinen Arm.
„Die Marquise,“ stammelke der Monarch und das
furchtbarste Entsetzen, sprach seinen Zügen. „Bei Gott,
es ist ihr Geist — der Geist der Margaite von Vompadour.“

Wer die längst geschledene, mächtige Favoritin der
Dubarry Vorgängerin, gekannt — mußtle den Wahn des
sRönigs keilen. Die Ahniichkeit der Frau, die piötzlich
aus dem Nebenzimmer tkrekend, im Gemache erschien,
mit der AMarquise, besonders in der letzten Zeit des
Lebens derseiben war eine käuichende. Das höhere Al
er, das leicht e,ztzaraufe Haar enkod täusichend das Lich

Frühsahr als glönzenden Stern am Himmel wird bewun
dern können. Ter Berechnung nach müßte er im Me—
rächsten Jahres am besten zu sehen sein. Geh. Rat
eilt nun auf Anfrage mit, daß er weitere sichere s.
unft über die Bewegung des Stecnes seit der Wieder
ruffindung jetzt noch nicht geben könne, daß aber sein
gerechnurcz nach das Perihel (Sonnennähe) sehr nahe
en 20. April 1910, also früher als angenommen, ein
reten wird. Das Kommen des Kometen wird ann
die Astronomen aller Länder in Bewegung setzen, gis
hoch das Erscheinen derartiger periodisch auftauchenden
Zterne als Prilfstein aller Himmelsberechnung.
V Biörnstjerne Björnson. Der greise norwegisch
Dichter Biörnfon, der schon seit einiger Zeit an astmathi,
schen Beschwerden leidet, hat zur Vornahme einer Ku
sich nach Paris begeben. Hier ist nun plötzlich in seine
Befinden eine derartige Verschlimmerung eingetnen, daß

u

ornson
das Schlimmiste zu befürchten steht. Die Atmungsoe
chwerden haben sehr zugenommen und einen solchen Grad
zrreicht, daß er wiederholt Ohnmachtsanfälle erlitten hat
Seine Frau und seine beiden Töchter weilen am Kranken
lager. Der greise Dichter steht im 77. Lebensiahre.
J— *
*Paris, 18. Nov. Björnsons Zustand ist hof7
nungslos. Die Herztätigkeit ist bedenklich verringer

Sprachecke.
Das wollen wir schon deichseln. ... deichseln
Ja, was heißt das denn, „deichseln?“ — Mittels eine
Deichsel fertig bringen, die man an Wagen und Karren
anbringt, um die Zugtiere dranzuspannen, und die dam
allerdings in gewisser Beziehung zum Lenken des Fuhr
verks dient, weil sie drehbar ist? Allerdings hieß
rüher bildlich: die Deichsel irgendwohin wenden, kehre:
»der führen im Sinne von: einen bestimmten Weg eir
chlagen. Und so könnte also „das wollen wir scho—
deichseln“ heißen: wir wollen bildlich die Deichsel diese,
Wagens so lange drehen und wenden, bis sie in der rich
tigen Richtung steht, um etwa — „die Karre aus der
Dreck zu ziehen“. Ebenso ansprechend ist aber die E
klärung, die Wülfling in seiner Neuausgabe des Sander
schen Handwörterbuchs (Leipziag, O. Wigand) gibt;
setzt zu einem anderen Worte Deichsel, das auch in de
Formen Deißel, Dechsel, Texel, Dächsel vorkommt mm
ein Breitbeil bezeichnet, dessen Schneide senkrecht gege—
den Stil steht. Dazu gibt es ein Zeitwort deichseln (aud
deideln, dechseln), während es zur (Wagen)-deichsel kein—
gibt, und das bedeutet „mit der Deichsel, dem Beil ha
arbeiten“. Sagt man also „das wollen wir deichseln
so heißt das „das wollen wir schon wie mit einem Be
zurechthauen, zurechtstutzen u. äü.“ — Mögen nun au
oft fast überirdische Kräfte dazu gehören, etwas recht
„deichseln“, so sollte man es trotzdem nicht „deirxel
schreiben, denn die verhüllende Sprachform „Deirel“ fü
Teufel — hol dich der Deixel (oder Deiker)! — hat m
jenem anderen Worite sicherlich nichts zu tun.
konieren! In der Zeitschrist des Allgemeinen Den
schen Sprachvereins las man kürzlich folgendes: „S
müssen dem Hunde den Schwanz kopieren!“ Diese woh
gemeinte Belehrung vernahm ich kürzlich aus der Mit
einer leinen Gruppe biederer Mitbürger vor dem T—
unseres Städtchens. Statt den guten Leuten grob
werden, half sich der Angeredete mit einem Scherz:
aber Hundchen ist sehr furchtsam, und kann doch dann o—
Schwanz nicht mehr einziehen! — Offenbar hilft hier d
Fremdwort, dieser unsinnigen Grausamkeit einen vorn
men Anstrich zu geben. Setzt man für kupieren unve
hüllt abschneiden, abschlagen oder auch kürzen, so we
vielleicht auch mancher „gebildete“ Hundebesitzer diese Tie
quälerei vermeiden. Das wäre ein Beispiel, wie
Sprachreinigung sogar die Ziele des Tierschutzvereins
fördern imstande ist

der Kerzen den Blicken, die Toilette der Einkrekend
der Beobachtung der Anwesenden.
SKein Gebrechen verunstaltete mehr die schlanken, kav
merkbar vornübergeneigte Gestalt, die eine weitfaltic
goldgestickte Robe von weißer Seide umrauichke; die
einer Schleppe Purpursammet endete.
Das Haar war ungepudert, zu reichen Flechten a
getürmt und die Stirn umgab, in dunklem Glanze leu
lete das Diadem der Pompadour. Der Schmuck, den
Dubarry für die Enkelin der Marquise bestimmt ha
trönte das Haupt der Tochter ihrer Vorgängerin.
Ein kleiner, roter Strelfen war auf dieser Stirn sie
har; wie vorhin die Hand, halkte, indem sie das D
dem aufsehzte, die abseits gebogene Zacke das Haupten
etzt.
„Meine Mutter!“ halb furchtsam, halb zweife
klang es zum ersten Male aus dem Munde Blanch
Jubelnd im Ausdruck der Liebe, der Verehrung, die
Herz stets für die Freundin empfunden, in der
die kotgeglaubte Mukter wiederfand, klang es zum zu
ten Male über ihre Lippen:
Neine Muftter!“
„Ja, Deine Mutter!“ wiederdolke die To hker
Pompadour, einen Kuß auf die Stirn des jun
Mädchens drückend. „Hestorben war ich für die W
ür die Neinen im Bewußtsein der unverschulde
Schmach, die Tohker der Pompadour zu heißen —
rölend bei dem Gedauken, meine bheranwahsenden Ki
nach der Großmutter sor hen zu hören. Die Tochker
Pompadꝰur konnte zudringlicher Reugierde, der J
gue Gegenstand sein! Für wen haftken die Enkel
Pompadour Interesse? Als Mutter Annette trakt
xandrine de la Haye wieder in die Welt, beschirmt
einem würdigen Freunde. Unker des Präidenten7
zas Dach ward ihr ein Aiyl. Von hier aus durtte
als Freundin igrer inaer S2399ttf ahnrrien
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.