Full text : Dudweiler Zeitung

—TWendaͤrmerie. Die Sendarmerie in Saarbracen wird
zufgelöst. Die einzelnen Gendarnien werden auf die Laud
zite des Kreises Saarbrücken versetzt. Auch Hecrensohr wird
zendarmerie⸗Station. Auf diese Stelle kommt Herr Gen⸗
zarm Flick, ein schon aͤlterer sehr beliebter Beamter.
Oelsestrichene Feuster und Taren zu reinigen.
Man mische einen Eßlöffel vol Salmiakgeist mit 1 Liter
jaltem Wasser, wäscht damit Feustertahmen und Türen ab
spult mit reinem Wasser nach und trocknet mit weichen Tüchern
zut ab. Die Arbeit muß etwas schuell geschehen, da die
gegen stände, um den DOelanstrich zu schonen, nicht allzu
lauge fencht bleiben dürfen, ebenso ist Seife und warmes
Wasser zu vermeiden, da die Farbe und der Glaunz dadurch
leiden.
Zalsche Ein⸗ und Zweimarkftücke sind in jüngster
geit in Trier, Saarbrücken, Kreuznach und anderen Otten
usgegeben worden. An einen Saarbr. Bahnschalter wurde
neulich ein falsches 80 Pfg.Stück angehalten, das offenbar
don derselben. vieleicht weitverzweigten Falschmünzerdande
erruͤhrt.
⸗ Knappfchastliches. Seilens des Saarbrücker Kunapp⸗
schaftsvereins sind im Monat September an Krankengeld ge⸗
jahlt worden an die Knappschaftsmitglioder des Steinkohlen⸗
zeigwerkes
eronprinz 3 058.94 Mk.,
Gerhard 8 962,61 Mk,
Von der Heydt 3038,66 Mk.,
Dudweiler 6773,28 Mk.,
Sulzbach 8191,199 Mt.
Reden 12 996,74 Mk.
Heinitz 9616,93 Mk.
König 6039,87 Mk.
Friedrichsthal 11 101,17 Mk.,
Göottelborn 1939,72 Mt.,
Camphausen 5 249,32 Mk.,
Furstenhausen 1166,63 Mt.
Faktorei und Hafenamt 86,95 Mk.,
usammen 78 48,269 Mt.
Was soll nan im dienstlichen Verkehr mit Be
amten beachten? Unter diesem Titel bringt der „Prak—
sische Wegweifer eine interessante Zujammenftellung von Ver⸗
Jandlungsmaßregeln für das Publikum. 1. Halte dir zwar
gegenwartig, daß der Beante für das Publikum da ist und
richt umgekehrt; bilde dir aber nicht ein, daß er nur für
dich allein vorhauden set; er hat der Algemeinheit zu dienen
und soll vielen gerecht werden. Wenn ein Beamt er dir nicht
sfofori Gehör schenken kann, so halte das nicht gleich für
Zummelei oder Gleichgültigkeit; er arbeitet vielleicht an ciner
unaufschiebbaren Sache, deren sofortige Erledigung dem Au⸗
ragfieller, der vor dir war, ebenso wichtig oder noch wichtiger
st als die Erledigung deiner Angelegenheit. 3. Briingze
ein Anltegen kurz, klar und bestimmt vor und beginne deinen
Bortiag nicht mit Erschaffung der Welt; die Zeit, die du
zen Beamten raubst, stiehlst du dem Staate. 4. Halte den
Beamten nicht für einenSchikaner, wenn er amtliche Be—
timmungen, die der Erfüllung deines Wunsches entgegen⸗
stehen, befolgt Er wird auch kontrolliert und muß das
Vorschriftsmaͤßige seiner Haudlungen dann verantworten. 5
Wenn du bei einem Beamten Beschwerden über Unr egel⸗
mäßigkeiten nachgeordneter Stellen zu führen hast, so daß
diefen Beamten die Irrtümmer der andern nicht entgelten.
Das unberechtigte ‚Aufmucken“ führt zu Reibereien, fördert
nicht die Sache und kennzeichnet dich o bendrein als einen
ungebildeten Menschen. 6. Verlange von einem Beamten
nicht Sachen, von denen er dir sagt, daß fsie über seine Zu—⸗
zändigkeit hinaus gehen. Du gefährdist damit den Beamten,
der seine Handlusgsweise unter Umständen nicht vertreten
zann, schadest aber auch dir selbst, da du deiner Sache die
rechtliche Grundlage entziehst. 7. Verallgemeine den Mißzriff
 eines einzelnen Beamten nicht; schließe daraus nicht
auf die Beamten überhaupt oder auf die Behörden. 8. Wende
die Umgangsformen, die du im sonkigen Verkehr mit den
Jebildeten Mitmenschen beachtest, auch auf die Beamten an.
Dder Beamte ist zwar ein Diener des Staates, aber nicht
dein Dienstbote. . Glaube nicht, daß schriftliche Auf—-zeichnungen
 über deine Angelegenheit nur der Schreibwut des
Beamten entspriugen. Bei unseren großen Behötrden mit
ihrem vielseitigen Geschäftsverkehr sind solche schristlichen Grund⸗
lagen hänfig unerläßlich. 10. Vor allem gehe ohne Vor—
urteil und mit Vertrauen zu einem Beamten, mit dem du
verhandeln mußt. Halte ihn nicht suͤr eine Drohne, die du
— als Steuerzahler — ernährst. Er zahlt auch Steuern,
nbeitei ebensoviei oder mehr, meist aber um einen kärg—
icheren Lohn als du; er ist an seiner Stelle ebenso nützlich
und notwendig, wie du an der deiniges.
Aus Nah und Fern.
Holgz, 12, Nov. Der schulpflichtige Sohn eines hiesigen
Zäck rmeisters fuhr gestern abend bei einbrechender Dunkel—
zeit nach dem benachbarten Fischbach, um seine dortige Kund—
schaft mit Brot zu bedienen. Unterwegs,“ nicht weit von
Fischbach, wurde er von zwei Unbekannten, von wescher einer
Seegras trug, angehalten. Die biennende Wagenlaterne
cblugen sie dem Jungen an den Kopf, sodaß bas Glas
brach und die Laterne erlöschte. Die Geldtasche wurde dem
dnaben entrisser. Glücklicherweise kamen driei erwachsene
Leute und zwei Holzer Jungen mit einen Hundegefährt des
Weges, welche die räuberischen Sesellen in die Flucht trieben.
Die Geldtasche ließen sie im Siche und warfen sie in den
Wald. Unler Begleitung seiner Hotzer Kameraden mit ibren
beiden Zughunden erledigte der Junge dann seine Geschäfte
ind kam dann wohlbehalten hier an. (Sbr. Volksz.)
Eisleben, 13. Nov. Das heute Mittag in Hettstedt
ꝛerteilte Flugoblaut der Streikleitung wurde im Laufe des
Tages auch in den übrigen Orten des Ausstandszebietes
berteilt. Im Auschluß daraß wurden überau Versammluu—
zen abgehalten, in denen den Aueständischen empfohlen
vurde, morgen fich wieder nur Arbeit zu meiden. Als Haupizinnd
 des Beendigung des Ausstaudes wird bekaunt gege—
den. daß die Absicht, den größeren Teil der Aus staͤndigen
iuswarts untet günstigen Lohnbedingungen unterzubringen, ge⸗
cheitert sei — Infolse Aufhebung des Sireikes wauden
heute nachmittag auf den Schächten in der Hettstedier Gegend
über 2000 Mann wieder aufgenommen. Die Wiederein—
stellung des Restes in den anderen Bezirken erfolzt Sams—
tag und Montaa. Die Gewerkichaft hält an dem Stand
punkt fest, daß Organisiette nicht beschäftigt werden.
„Barmen, 11. Nov. Umfangreiche Verhaftungen wegen
Herbrechen gegen das keimende Leben wurden gistern abend
in Elberfeld vorgerommen. In den weisten Faͤllen handelt
z sich um Frnuen und Mädchen aus den sogenannten
»ren Stäuden Unter den TFeftrenommenen hefinden vich

wan zwer Hebammen aus Serlin aud Vewrit. Aur *
fteren hierher karten, un ihre Kraxis“ ancztriben. Die
uufare ceregi großes Aufsehen aud sol noch weiltere Kreise
iehen.
Dri⸗sburg, 18. Ner. (unfall. —8erzfchlag)
kin Rotrenarbeiter, der bei der Eisenbahn in Oberhau
en⸗Weit beschäftigt war, geriet unter herabfallende Erd⸗
wassen ind konnte nur noch als Leiche hervorgezogen
verden. — Der Schlachthofkasffierer Vandernüll wurde
om Herzschlag getrofsen und war sofort tot. Der Ver—
torbene war der schwerste Minn von Duisburg; sein
Zörpergewicht betrug beinahe fünf Zentner.
* Lank, 13. Nop. (Ueberfahren.) Hier wurde
ein 60jähriger Maurer von einem Radjahrer übersahren
Ohne die Besinnung wieder zu erlangen starb er.
*Essen, 13. Nov (Bestrafte Roheit.) Der
gerichtshof für Jugendliche verurteilte die 14jähr. Lam
»enputzer Rosseck und Bengel, die am 12. August den
zleichalterigen Czeeh mit dem Schlauch einer Druckleitung
»en Bauch aufgepumpt hauten, bis er erstarrt war, zu
ñrr je einem Monat Gefängnis.
* Siegen, 13. Nop. GZugentgleisung.) Heute
rüh entgleisten auf der Freiengrunder Bahn bei Neun—
irchen aus noch nicht aufgeklärter Ursache die Maschine
ind sechs Wagen eines Güterzuges. Der Güterverkehr ist
gesperrt.
* Frankfurt, 13. Nop. (Keiche Bermächtnis—
e.) Die kürzlich verstorbene Frau Franziska Speyer hat
der Alademie für soziale Handelswissenschaft 1 Mill. M.
für eine Anstalt zur Herstellung neuer Heilmittel 1 Mill.
Mark vermacht, 500 000 Mark für das Armenamt in
Frank urt, 500 000 M. für die Idiotenanstalt in Idstein;
wuußerdem erhält eine große Zahl von Korporationen Le—
jate; andere Vermächtnisse sind für Lupus- und Krebs—
orschung ausgefetzt, für Kinderheilftätten, für Ferienkolo—
nien, für das Rote Kreuz 2ꝛc.
*Worms, 13. Nov. Des Mordes verdäch—
dig.) Begen die Wimwe Scheid wurde wegen dringen
»en Mordverdachts ein Haftbefehl erlassen und Frau
Scheid muittels Droschlke vom städtischen Krankenhaus in
das Amtsgerichtsgefängnis eingeliefert. (Es handelt sich
hier um den von uims kürzlich berichteten Fall, wo Frar
Scheid und ihr Kind in der Wohnung bewuftlos auf
zgefunden wurden und der Lehrer Kruger mit durchschnit
tener Kehle im Bette lag.)
* Stuttgart, 13. Nov. (Schn,e est ür me.) In Wird
bad haben starle Schneestürme vielfach die Telegraphen
und Fernsprechleitungen unterbrochen. Die Personenposter
erleiden erhebliche Verspätungen.
* Nürnberg, 13. Nov. (Selbstmord.) Der frühere
Landgerichtspräsident Oberstaatssanwalt Witscheel jagte sich
wegen eines körperlchen Leidens eine Kugel in die Schläfe
und war sofort tot.
Im Brunnrn erstickt. Beil dem Bau eines bis 2
Meter Tiese ausgeschachteten Brunnens in Magdeburg
stürzte das Memerwerk aus einer Höhe von 15 Metern
herab und begrub den anf der Sohle arbeitenden Mau
rer Therich. An ver Hilfeleistung ahm auch eine Abteil
ung Pioniere tell. Der Vernnglüche lonnie aber noch
nicht gebargen werden und dürtte den Erstickungstod er
litten haben.
Orkan in Wien. In Wien herrscht ein orkanart
ger Sturm, der mannigfachen Schaden anrichtete. Meh
tere Personen wurden zu Boden geworfen und erlitter
stnochenbrüche; andere wurden durch herabstürzende Zie
zel verletzt. Die Retunmgsgesellschaft leistete in über 100
jAlen Hilse.
Straßenbahn⸗Entgleisung. Infolge Entgleisung der
elestrischen Straßenbahn in Drez bei Innsbruck wurden
wei Versonen getötet und mehrere verwundet.
Hinugerichtet. In Nevrolop wurde der in einem Ge
chäft festgenommene bulgarische Bandenführer Onigas hin
gerichtet.
Lebt der „Roghi“ noch? Das Madrider Blatt „Li
berol“ veröfsentlicht Mittelungen eines Angestellien Ha
genbecks, der eine Erzählung französischer und englische—
Blätter von der Verspeisung des Roghis durch Löwen
für eine reine Fabel ertlirt. Der Roghi befinde sich
»hne Mangel zu leiden, als Gesangener im Sultanspalast.
Zum Unwetter auf Jamaika. Es ist endlich ge—
ungen, die Verbindung mit Jamaika auf drabtlosem Wec
vieder herzustellen. Der deutsche Dampser „August Wil
helm“ hat auf drahtlosen Anruf geantwortet und mitge
teilt, daß die Insel von einem Zyklon verheert worden
ei. Sintflutartige Regengüsse seien niedergegangen. Die
Fisenbahnlinien sind zerstört. Ein Erdbeben hat entgegen
inderweitiden Nachrichten nicht stattgefunden. Unter den
in die Pears getriebenen Schiffen befindet sich auch der
ranzösische Dampfer „Amande“. Es gesang iedoch, die
dampfer wieder flott zu machen, ebenso das englische
danonenboot „Eagle“
diplomatische Spiegelfechterei oder das
Aehrenthal æ—,JIswolski

Duell

Jesegramme.
Gladbed West!. U. Nosb. Ueber den Stand der
Autersuchung über den Diebstahl der 270 500 Mark? bei der
hziefigen kgl. Berzwerksinspektion sind in den letten? Tagen
aehrfach unrichtige Meldungen verbreitet worden. Es sind
weder Schichtmeister noch Ronteure einer Dortmunder Mainenfabrit
 verhaftet worden. Die Sachverständigen find
der Ansiaat, daß das Sewölbe sowohl wie die Geldschränke
nur durchOciginalschlüssel oder aber durch vonFachleuten nachte⸗
machten Schlüsseln gesffnet worden sind. In einem der
Schlösser wurde der abgebrochene Bart eines Schlüssels ge⸗
funden, der ziemlich genau zu dem Schloß gepaßt hat. Die
Abrigen Schosser waren vöunig unversehrt- sodaß mit Sicher⸗
Zeit feststeht, daß die Diebe nicht mit Sperrwerkzeugen ge⸗
nbeitet haben. Die Geldschränke waren erst vor etwa ach
Wocher angeliefert worden.
Dresden, 15. Nov. Der sächstsche Finanzmintster
will nur eine Anleihe von 60 Millionen 8*— nan Pro⸗
zent aufnehmen. tDavon sollen im nächsten Jahre gzu—
——————
ann, wenn der Geldmarkt günstig ist n
ran —*— ise günstig ist und der Be—
zeters burg, 15. Rov. Nach einer von der Duma—
kanzlei veroffentlichen Zusammenfstellung o Partei⸗
gruppierungen in der neuen Session zählen die Fraktionen
der Rechten 51, die Nationalpartei (entstanden aus der
Verschmelzung der gemäßigten Rechten mit den Nationa—
leften), 98, die die Oltobriftenpartei 130, die Progressisten
40, die Ktadetten 53, die polnischlitauische Gruppe 18, die
Mohammedaner 9, die Arbeitergruppen 14, die Sozialdemskraten
 16 Mitglieder. Keiner Vartei gehören 17
Dumaabgeordnete an.
Rom, 15. Nov. Die Blätter beschäftigen sich mit der
Rede, die General Asinari in Brescia dea und
in der er auf die Lage an der Ostgrenze und auf die
Befreiung von dem fremden Joche hingewiesen haben soll.
In den Artikeln wird ausgeführt, wenn die Worte des
Generals richtig wiedergegeben seien, so seien sie in ho—
hem Maße bedauerlich, weil die Soidaten die Pflicht hät⸗
ten, sich streng von dem politischem Gebiet fernzuhalten.
Auch der sozialistische „Avanti“ und die radikale „Vita“
äußern sich in demselben Sinne. Die „Vita“ meldet, daß
in den Wandelgängen der Deputiertensammer die Abge—
ordneten der verschiedenen Parteien einstimmig ihrer Mĩ z⸗
billigung für die dem General zugeschriebenen Worte Aus—
druck gegeben haben.
Paris, 16. Nov. In dem Steinheil⸗Prozeß verneinten
die Geschworeren sämtliche Schuldfragen, worauf der Gerichts—
hof die Vugeklazte freigesprochen hat. Das Urteil wie auch
der Spruch der Geschworenen wurde von dem Publikum mit
Beifall aufgenommen.
Newyork, 13. Nov. Ja Haiti wületen Ecdbeben und
Drkaue. welche eige Woche lang andauerten. In Port de
Pax wurden aus den Trümmem 19 Tote geborgen. In
Fonaives und Cap Haitien richteten Hochfluten ein furcht⸗
rares Zerstörunzgswerk au. Viele Meuschen sind umgekommen
Ie San Domingo sind 28 Zoll Regen gefallen. Das Ecd⸗
deben demolierte die Wasserleitung. In Puerto Plata siad
aberall gewaltige Erdrisse eutstauden. Auf Jamaica find
zahlreiche Menschen getötet; vier Millionen beträgt der
Moaterialschaden allein in Kingeion; die Plautagen sind ver⸗
wüstet. die Eisenbahney zerstött. Auch in Reufundland
herrschten schwere Stärme, viele Schiffe werden vermißte
Port de Pairx, Benaires, Kap Holtien und audere Städte
dllen fast ganz zerstörl sein. Ju Port de Pair sind bisher
neunzehn Leichen geborgen. Man befürchtet, daß noch viele
Tote unter den eingekützten Häusern sich befinden.
Newyort, 16. Nos. Aus Kingnon wird gemeldet, daß
die Verheerungen des Cyklous und die ihm folgenden Ueber⸗
schwemmungen furchtbar selen. Die gesammte Ernle ist ver⸗
nichtet. Die meisten Damme sind hiaweggeschwemmt. Der
Gouvernenr hat die Kammer einberufen, um Notstands⸗Kre⸗
dete zu bewilligen. Wie viele Opfer das Unwetter gefordert
hat, isf bis jetzt noch nicht bekannt. In Kingston sollen 1⸗
DMenschen umgekommen sein.
Großes Grubenunglück.
z Rewyork, 14. Nov. Ein furchtbares Bergunglück hat
sich gestern in der Spering Valley-Srube bei Czery im
Sigate Illinois ereign⸗et. Es erfolgte eine Erolosion schla—
gender Wetter von solcher Gewalt und Ausdehnung, daß
dieses Uaglück als eines der größlen gelten kaun, die jem als
den Bergbetrieb heimgesucht haben. Die Versaltung teilt
mit, baß sie wenig Hoffaung habe, von den 478 Bergleuter
in der von den schlagenden Wetter heimgesuchten Zeche auch
nur noch einige zu retten. Fekzeftellt ist, daß 485 Knappen
in dem Außenlllick des Unglücks in dem Schachte atbeiteten,
von denen sich 12 retten koanten. Nach einer anderer
Meldung sollen 24 unverletzt geföcdert worden sein. —X
Bergleute, die bereits in Sicherheit waren, kehrten wieder
in den Spacht zurück, um ihren Kameraden Rettung zu
bringen. Als man den Förderkorb wieder ewporzog, fand
man die freiwilligen Retter als Leichen. Die Situation in
der Grube wird als hoffaungslos bezeichnet, worauf sis vor
dem Grubeneingang Lentsetliche Scenen abspielten. Enig:
Frauen waren bei der Schrickensbotschaft wahasinnig ge⸗
worden, wollten za ihren Autehöcigen ix die Scube und
ließen sich nur mit Gewalt zurüchzalten. Die Vezz veiflung
wuchs, als die Direktion bekannt gab, daß sie die Zache
sperren und schließen müsse, um ein Uebergreifen des Feuers
aui benachbarte Zechen zu verhindern.

— —
Bekanntmachung
Die Konigliche Bergwerksdirektion Saarbrücken ba
innerhalb des Kreises zwei große Elektrijitäts oerke errichtet
und in der Kreis Saarbrücken bereit, den zur Versorgung
der Gemeinden erforderlichen Lichte vnd Kraftstroni zr
zünstigen Bedingungen zu erwerben und abzugeben.
Bei hinreichender Beteiligung würde die hiesige Gemeinde,
vorbehaltlich der Zustimmung des Gemeinderates, zu Be
leuchtungs⸗ pp. Zwecken Strom beziehen können
Ich werde zur Fesistellung der etwaigen Teilnehmer—
zahl Fragebogen ausstellen lassen und bitte diese, gemäöß
dem Vordruck auszufüllen. Die Fragebogen werden
zum 20. ds. Mis. wieder eingesammelt werde
Dudweiler. den 13. Nov. 1908.
MV —t——— 7
            
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