at. 264 22. —— 7N W 7 F samstag 13. Nov. 69.
—AXV — * * 0 9 5 F 9 * Anzeügen
—— —— — V — —— —4 Plutzeie.
— ———— — F —⏑ B8 —— —8æ
Abonnementspreis Pit zwoel Veilagen:
wenatlich 70 4 frei ins Sonntagsblatt mud Fumoristische Blätter.
— 2R
he der Post bestellt A 2.26
vierteljaͤhrl.
Reklamen
in 4 pro g3spaltige
Peiltgeile
BVei Jahres⸗Abonnement
Unterkeller, Dudweiler. hochster Rabatt.
Fernsprech⸗ Anschlung Saarbrücten Nr. 00, 259 260 u. 1261
— —
Erstes Blatt.
tafrage und der Unnerton Bossnstens und
der Herzegowina sind interessante Einzelheiten übe
zie Vorgeschichte ans Tageslicht gekommen. Es hat sich
»eutlich gezeigt, daß die Spannung zwischen Peitersbur—
ind Wien keineswegs nachgelassen hat. Die führender
Ztaatsmänner der beiden Mächte, Aehrenthal und Is
volsti, sind sich feindlich gesinnt und Iswolsty sucht sein
sachsucht durch eine Entfremdung Italiens mit den bei
»en anderen Dreibundmächten zu befriedigen. Der Ve
uch des Zaren in Italien hatte keinen anderen Zweck
Aber die Russen sind erfreulicherweise nicht die einzigen
»ie in der europäischen Politik etwas zu sagen haben
ind so dars man denn aunehmen, daß es mit dem Endi
»es Dreibundes noch seine gute Weile haben wird. Al
erdings ist von deutscher Seite ja niemals überseher
vorden, daß Italien einen seit 100 Jahren wohlgenähr
en Groll gegen Deutschland, besonders aber gegen Hefter
eich hegt und dieser Groll tritt bei jeder passenden und
uinpassenden Gelegenheit immer von neuem ans Tageslicht.
ber die maßgebenden italienischen Ktreise wissen doch auä
ehr wohl, wo der festeste Halt und der beste Verlaß in
rxãÿuropa zu finden sind.
über seine Haltung in der retischen Frage als
vol!ständig unrichtig. Er habe niemals die auswärtige
Politil Griechenlands beeinflußt, und auf keinen Fall dem
dönig von Griechenland in irgend einer Weise Vorschläge
zugehen lassen. — Letztere Punkte treffen keineswegs die
dauptsache. Es handelt sich vielmehr um Versprechungen
wegen einer Einverleibung Kretas durch Griechenland.
England.
* Wie „Daily Telegraph“ erfährt, dürfte die Auflös⸗—
ung des Parlaments voraussichtlich am 10. Ja—⸗
uuar verfügt werden.
Tuüͤrkei.
* Der russische Botichafter Tscharykow in Konstan—
inopel hatte Unterredungen mii dem Großwesir und
»em Minister des Aeußeren bezüglich der Kreta—
note der Pforte. Das Petersburger Kabinett betrachtet
infolge der inneren Lage Griechenlands den Augen«
blick als wenig glücklich gewählt, die kritische
Frage aufzuroflen. Die gleiche, wenig befriedigende Ant—
vort wird nun auch Frankreich und Italien er—
eilen, Es verlautet, daß die Pforte sich mit diesem Be—
ccheid begnügt und bis auf weiteres auf Kreta nicht zu—
ückzukommen gedenkt.
Wochen-Rundschau.
Es wird immer ledendiger in der Politik, besonders
m Auslande stehen wieder einige heille Fragen zur De—
atte, die eine heitige Pressesehde im Gefolge haben. In
deutschland stehen wir kurz vor der Eröffnung des
eichstages, womit die politische Saison ihren Anfang
iuimmt. Man weiß schon ziemlich alles, was kommen
vird, nur noch nicht, wie sich der neue Kanzler einfüh—
en wird. Ob er die Richtlinie der zu befolgenden Po—
irik gleich festlegt, ist wohl ausgeschlossen, das wäre auch
ei der bestehenden Spannung zwischen den bürgerlichen
ßarteien diplomatisch unklug. Die dunklen Gerüchte, daß
herr von Bechmann-Hollweg bereits amtsmüde sei, wol—
en nicht verschwinden und das seltsame dabei ist, daß
sas entschiedene offiziöse Dementi noch immer auf sich
oarten läßt. Es heißt, daß der Reichskanzler durch ver—
chiedene Abstriche an den einzelnen Budgets sich in den
etroffenen Kreisen unbeliebt gemacht habe, und diese Un—
ufriedene den Kaiser auf ihrer Seite wissen. Was
Vahres daran ist, läßt sich natürlich vorderhand schwer
xüfen und man tut gut, vorläufig einmal die Verhand—
ungen des Reichsstages abzuwarten. — Herr Dernburg
var in London Gegenstand begeisterter Huldigungen und
cheint durch seine Rede in der Guildhall, die in Albion
ilgemeinen Beifall gefunden hat, den deutsch-englischen
Annäherungsverfuchen einen guten Dienst erwiesen zu ha—
hzen. Es wäre wirklich zu wünschen, daß die beiden Ri—
oalen zur See endlich einmal anstelle der nutzlosen Plän—
kereien, ernfilich daran denken würden, in friedlichem Wett
bewerb nebeneinander zu arbeiten, denn es ist doch nicht
recht einzusehen, warum Deutschland nicht neben England
bestehen kann. Wenn man es aber in England ehrlich
meint, so müssen vor allen Dingen die blödsinnigen Eifer⸗
üchteleien einer ruhigen, fachlichen Beurteilung der Ge
chehnisse Platz machen. Solange das nicht geschieht, is
an eine freundschaftliche Annäherung nicht zu denlen,
sondern es besteht vielmehr die Gesfahr, daß durch die in
den Spalten führender Londoner Blätter immer wieder
lehrenden Schreckgespenster, die beiden Völker weiter ent
fremdet werden und schließlich aus dem Spaßte
einmal bitterer Ernst wird, der England sowohl wie
Deutschland zum Totengräber werden könnte. Gegenseiti—
ges Vertrauen muß vorhanden sein, sonst nützen alle die
dreundschaftsbesirebungen nichts.
Oesterreich-Ungarn steckt noch immer in der Klemme
Die Spaltung der Unabhängigkeitspartei, die im ungarlü
ijchen Parlament seither eine Majorität bildete, wird nus
wodl in der Ungarischen Krife nach irgend einen
Seite eine Entscheidung bringen. Wenn Kossuth, de:
Fuhrer der gemäßigten, Stand hält und im letzten Au—
genblick nicht wieder wankt, ist Aussicht auf Erhaltung de—
nm Wekerle vorhanden. Kossuth würde sich da—
durch um den inneren Frieden große Verdienste erwerben.
Verkennen darf man freilich auch nicht, daß Justh ein
hue Gegner ist, der den größten Teil der aufgelösten
artei hinter sich hat, doch läßt sich durch Hinzuziehung
pudeper Fraktionen eine Majorität gegen die Bantigruppi
ilden. Die Schwierigkeiten im Reichsrat dauern fort und
s sind keinerlei Aussichten für eine baldige Lösung vor—
handen.
Die vergangene Woche hat die verschiedenen Balkan
raaen wieder einmal neu aufleben lassen. n der Kre
Volitische Rundschau. J
Deutsches Reich.
*Die Berliner Schuldeputation wird mit einem Merk
hlatt gegen die Schundliteratur gleichzeitig ein Verzeich
uis empfehlenswerter Bücher an die Kinder der oberen
klassen verteilen lassen. In dem Mertblatt heißt es
Eltern, achtet auf das, was eure Kinder lesen! Hab
hr euch die Hefte mit den grellbunten Bildern auf denm
deckel, die eure Kinder in der Jackentasche und in der
Ichulmappe herumtragen, und die sie von Hand zu Hand
veitergeben, schon einmal gründlich angesehen? Und
venn du, lieber Vater, einmal ein paar der modernen
Zchmöker aus deines Jungen tiessier Rocktasche einer
ründlichen Durchsicht unterziehst, dann wirst du mit Ver
vunderung wahrnehmen, daß auch der blutrünstigste In
dianerschmöler deiner eigenen Knabentage eine harmlos
tleinlindergeschichte war im Vergleich zu der Lieblings⸗
ektüre unserer Jugend von heute. Was sich hier vor den
Blicken des Lesers auftut, das ist die Hochfchuͤle moder.
nen Verbrechertums; das ist die mehr oder weniger deu—
liche Verherrlichung ungeheuerlicher Gewaltmmenschen, die
Raub an Raub und Mord an WMord reihen. Lies ein
paar dieser Heste und frage dich, ob ein Kindersinn, der
monatelang mit solcher Kost genährt wird, rein, unver⸗
dorben und gesund bleiben kann.“
* Der Gouverneur von Südwestafrika hat der Deut
schen Kolonial-Gesellschaft fur Südwee st—
afrika vor einiger Zeit die Grundsteuerveranlagung
zugehen lassen. Darnach soll, wie das „Berl. Tageblatt“
erichtet, die fiskalische Grundsteuer im füdlichen Teil des
Z„chutzgebietes und in der Namib einen balben Piennis
Argentinien.
* Wie aus Buenos-Aires gemeldet wird, entdeckte dort
ie Polizei eine weitverzweigte NnarchistenOrganisation,
sie sich die Vorbereitung von Attentaten gegen Staats—
berhäupter zum Ziel setzte und Mitglieder in allen euro—
äischen Hauptstädten besitzt. Die argentinische Regier—
ing übermittelte den europäischen Polizeibehörden Ko—
sien aller beschlagnahmten Schriftstücke, um die nötigen
horsichtsmaßregeln zu ermöglichen.
der Zerfall der ungarischen Unabhängigkeitspartei
3 Aus Budapest wird geschrieben: Der angekün—
»igte Zerfall der Unabhängigkeitspartei ist eingetreten.
Ddie Majorität der Partei hat sich gegen die gemäßigten
Lorschläge Kossuths erklärt und den radikalen Stand⸗
»unkt Justhes akzeptiert, womit der Bruch in der Par—
ei besiegelt erscheint und der ungarische Standpunkt eine
edeutsame Schwächung erfährt, da nun keine einzige Par—
tei des Reichsstags über die Majorität verfügt. Der Zer—
fall der Partei vollzog sich in der Donnerstag Nachmit
ag abgehaltenen Parteikonferenz, welche unter
dem Vorsitz Kossluths stattfand. Der Abg. Hollo.
iͤberreichte namens der Justhgruppe einen Beschlußan⸗
trag, wonach die Partei nur eine solche Regierung un—⸗
serstützt, welche die Errichtung einer selbständigen
Bankam 1. Januar 1911 in ihr Programm aufnimmt.
Die Partei erklärt, an keiner Koalition oder Kooperation
eilzunehmen, und unterstützt nur eine aus der Partei
als Maäjorität entnommene Regierung. Sie fordert die
Durchführung der Wahlreform auf Grund des all⸗
gemeinen Stimmrechtes und Absendung einer Adresse an
den Monarchen.“ Handelsminister Kossuth erklärte sich
gegen den Antrag, indem er in heftiger Weise betonte,
daß der größte Teil der Abgeordneten ihr Mandat ihm
zu verdanken hätten. Er überreichte einen Gegenan—
irag, der gleichfalls die wirtschaft iche Selbständigleit
und kine selbständige Bank, aber ohne siren Termin jfor—
dert, und siellte gleichzeitig die Vertrauensfrage. Die Kon—
serenz erklaͤrte sich mit 122 gegen 74 Stimmen für den
Antraäg Hollo, worauf Kossuth auf seine Präsidentenstelle
erzichtete und mit seinen Anhängern, darunter auch Mi⸗
uister Apponyi, unter Absingung des Kossuthliedes und
ronischen Rufen der Anhänger Jusths die Konferenz ver—
ieß. Die Anhänger Kossuths konstituierten sich sodann in
o Hettar vetragen und in den übrigen Teilen einen
Pfennig pro Hektar. In den städtischen Bezirken werden
zwei Pfennig pro Quadratmeier exrhoben und zwar ohne
Rücksicht darauf, ob die Grundstücke bebaut sind oder nicht.
Gegen diese Veranlagung hat die Koloniagl-Gesellschaft
Verwahrung beim Reichskolonialamt eingelegt und um
eine Festsetzung des Steuertarifes gebeten, der mehr den
tatsächlichen Wert der Grundstücke derücksichtigt, als es
nach dem jetzt gültigen Schema der Fall in.
Frankreich.
* Der ehemalige Ministerpräͤsident Clemencean erklärt
im Temps“ die Meldung der Wiener „Neuen Fr. Pri
—
Puppenlappen
Flickstücke
9*
5
*
W
9*
8 ã I Handarbeiten
Burkins
Filze für Taschen
u. s. w.
wit jedtz Jahr in groößeer Luswähl tingelrossen.
Josef Leoy Uwe. . ⸗ Ducweiler⸗Markt.