Full text : Dudweiler Zeitung (22.1909)

Jokales
Der kleine Gernegroß und große Maulheld hat sich in
iner Versammlung am Sourtag den erschienenen Bergltuten
egenüber solche Hanswursteleien gestattet, daß wir nicht um⸗
jin koͤnnen, uns nochmals mit ihm zu befafsen. Zuerst
suasselte der kleine Gernegroß davon, man wüßte ja auch
nicht, wo der Verleger der Dudweiler Zeitung hergekommen
ei — der habe ja en einer Scheune in Dudweiler angefan⸗
zen. Er (der kleine Gernegroß) habe wenigstens einen gan⸗
sen Anzug angehabt.
Der Verleger der Dudweiler Zeitung kaufte die in Dud⸗
veiler bestehende Druckerei mit damals 3 mal wöchentlich
ascheinender Zeitung im Oktober 1880 zum Preise von
3000 Mark. Sonutags fand der Kauf statt und Montags
vurde den Lesern mitgeteilt, daß der jetzige Verleger die
Zeitung übernommen und von da ab täglich herausgeben
werde. Das SGeschäft befand sich damals in einem Hause
auf der Sudstraße, nebenan befand sich allerdiugs auch ein
Pferdestall. Die Wohnung des Verlegers mit Fam lie war im
Zaufe des Hercn Fritz Heinz. Im Laufe des ersten Jahres
nußte der Verleger noch jur etwa 5000 Mark Neuanschaffungen
ür Schriften und Maschinen machen, um die Zeitung vervoll⸗
zändigen zu können. Tausende von Leuten hatten am ersten
cage der Uebernahme gelesen, wer der Verleger war, sowohl was
Namen anbetriffl wie auch Herkunft. Und nun quasselt die⸗
er Maulheld den Lenten vor, man habe nicht gewußt, wo
der Verleger hergekommen sei, ferner der Verleger habe in
iner Scheune angefangen. Vor etwa 30 Jahreun brachte die
„Gartenlaube“ eine Jalustration, einen kleinen herzigen Kraus⸗
opf darftellend, mit der Erklärung: „ganz anders spiegelt
ich in diesem köpfchen die Welt!“ So ergeht es auch dem
leinen Gernegroß.
Sehr interessant für die Zuhörerschaft des großen Maul ⸗
jelden muß ja gewesen sein, daß er einen ganzen Anzug auge⸗
Jabt habe — ob er bejahlt war, wissen wir richt, hegen sogar
zerechtigte Zweifel daran, wenn der Ehren ann es früher
cicht anders gemacht hat, wie jetzt. Was dies nun mit
zem Verleger zu tun hat, ist uns ein Buch mit sieben Sie⸗
jeln — der Bürgeischaft wohl auch.
Dann fiel der große Raulheld üUber die Dudweil er Zei⸗
ung her: Die Dudweiler Zeitung sei kein Blatt für Arbeiter,
veil sie immer nach „oden“ liebängele — sie wollten eine
Zeitung haben, die für die Arbeiter schreibe usw.
O Herr, wie groß ist dein Tiergarten! Quatscht da so
in Großmanl von einer Zeitung wie von einem Pappenstiel.
Solch' kleinem Gernegroß ist doch alles eine Kleinigkeit!
kine Zeitung ist ja nichts — die Anschaffungskosten zur
derausgabe einer Zeitung betragen mindestens 12 000 Mark,
zie jährlichen Kosten für Arbeitslöhne, Papier (dieses
»ostet fuür die Dudweiler Zeitung allein 3000 Mark jaährlich),
Anterhaltungsblaͤtter, Depeschen, Gas usw. jährlich mindestens
10 000 Mark. Dies ist ja alles nichts, besonders wenn
nan es mit solchen Leuten, wie der kleine Sernegroß, zu
un hat: Das Maul gründlich voll nehmen, aber nichts be⸗
ahlen!
Ehreumann erklärte nämlich Sffentlich in der Ver⸗
ammlung: Die Dudweiler Zeitung habe ihn angegriffen,
etzt bekommt sie auch nichts für ihre Anzeigen bezahlt! No—
cabene sür die von der Druckerei der Dudweiler Zeitung
zergestellten Plakate ist auch nichts bezahlt worden. Der
khrenmann hätte sich viel richtiger so ausgedrückt: Die Dud⸗
veiler Zeitung hätte sür ihre Arbeiten nichts erhalien. aber weil
ie es gewagt hat, mir zu widersprechen, bekommt sie gar nichts!
Sagen Sie mal, Sie kleiner Getnegroß, wissen Sie auch,
wie die Dubweiler solche Leute bejeichnen, die UArbeiten
machen lassen und diese nicht bezahlen? Wenn' Sie es nicht
vissen sollten, wollen wir es Ihnen verraten: es fängt vorn
nit L an und endigt miten! Mitunter hört man sogar die
Bezeichnung, die der Kriegsminister Einem im Reichstage
jebraucht hat!
Als ganz dreister Lügner spieli sich der Ehrenmann
auch voch auf. Er behauptet, vier Herren der Dudweiler
Zeitung seien bei ihnen gewisen und datten sie darauf auf⸗
meiksam gemacht, den Bierftreit zu iuscenieren. Auch habe
pie Dudweiler Zeitung selbst dies getan. Der große Maul—
eld hat sich hier das Prädikat „niederträchtiger Lügner“ er⸗
vorben.
Sine ebenso dreiste Luge ist die Behaupturg, auf dem
Buchel hätten 80 Leute die Dudweiler Zeitung abbestelt.
Die Bucheler sind fast alle Leute, die mi solchen Ehrn⸗
naͤnnern nichts zu tun haben wollen und außerdem selbst
vissen, was fie zu tun und zu lassen haben.
Eine dritte dreifte LuUge hat der große Maulheld gebraucht,
als er eillärte, die Dudweiler Zelfung habe ihn angegriffen
Die Dudweiler Zeitung hat sich, nachdem ihr nichts bezahlt.
ind voch dazu in der Versammlung in der Wirtschaft Pitz
iber sie geschimpft wurde, ihrer Haut gewehri. Dies würde
vohl jeder Arbeiler auch tun, wenn er nichts für seine Ar—
neit bezahlt erhielt.
Unsere Leser mögen uns die schroffe Sprache verzeihen
7 es ist jedoch nicht möglich, sich auf andere Art solcher
klemente zu erwehren.
Und nun zum Schluß, um unsere Leser nicht laͤnger zu
angweilen: undegreiflich ist uns, daß es Leute gibt, die
inem Menschen Gehör schenken, der zuerst auf dem Marki⸗
latze bei Leuten Geld einsammelt, um angeblich Anzeigen
ind Plabate zu bezahien, hernach jedoch erklart, nichts be⸗
ahlen zu wollen. Wennschon Leute in einer solchen Ver⸗
ammlung find, mag dies aus Interesse oder Neugierde sein,
zat es denn keiner gewagt, einmal diesen Ehreumann zu
ragen, was mit dem gesammelten Gelde angefangen wurde?
Verlag der Dudweiler Zeitung.
Der Vaterlaändische Frauenverein, Zweigverein
Saarbrücken fuür Stadt und Land, teilt hierdurch den Ein—
vohnern der verschiedenen Ortsaruppen mit, als ein nenes
Bebtet seiner Bestrebungen die Praͤmiierung weiblicher Dienst⸗
»oten in der Sizung vom 28. September d. J. beschlossen
vorden ist. Dieser Beschluß, der zur Hebung eines gulen
derhältnisses zwischen der Dienftherischaft und ihren weib—
ichen Dienstboten beitragen soll wird mit dem 1. Januar
910 in Kraft treten. Nach einer treu geleisteten ununter—⸗
drochenen Dienstzeit von 3 Jahren bei einer Herrschaft wird
ine Belohnung, bestehend in einem bubbsch aus gestatteten
Diplom, gespendet. Rach bjähriger Dienstzeit wird unler
den gleichen Bedingungen eine Belohnung, bestehend in einer
u diesem Zwecke besonders angefertigten Brosche, und nach
Ojähriger Dienstzeit ein Anhänger an diefer Srosche vom
Bateil. Frauenverein gestifiet. Es ist gewiß kein Trugschluß,
aß noch so viel Idealigmus in unferem Volke vorhanden
st, daß man hoffen darf, durch diete Pcämiierung den Dienst⸗
oten und den Dienstherrschaften eine Freude zu bereiten.
Die Aumeldung zur Prämtierung hat von Seiten der Dienst⸗
errschaft an die Vorstehetinnen den DOreisgruppen zu geschehen

Diese werden vor der Weiterbeförderung an den Vorstaud
ie Prüfung der Berechtigung vornehmen. Die Aumeldun⸗
en sollen möglichst bis zum 1. Dezember eingereicht sein.
Zaargrtuben. Wie belkaunt, hatten die Steiger der
dönigl. Saargraben tin ihrer letzien Versammlung den
Bunsch ausgesprochen, daß der innere Grubendienst von 6
inf 5 Stonden herabgesezt werde. In der Unterredung,
velche eine Abordnung mit dem Handelaminister hatte, lehute
ieser die Forderung mit Rucksicht auf die Sicherheit in den
ßruben ab. Auch dem Wunsche nach einer Stellenzulage
laubte der Minister mit dem Hinweis auf die eben abge⸗
bdlossene Besoldungs vorlaze nicht eutsprechen zu können.

Aus Aah und Jern.
Völkliugen, 29. Ott. Aus der Saar gezogen wurde
jestern am Wehrdener Nadelwehr ein etwa 18 Jahre alter,
»em Arbeiterstande augegötiger Mann. Die Legitimations—
apiere fehlten. Unter dem rechten Ohr hatte der Tote eine
twa 3 Zentimeter lange alte tiefe Vernarbung. Die Haarte
ind der Schnurrbart sind blond.
* öln, 30. Olt. (Die Vergleichsfahrtend)
in der festgeschlossenen Halle hat sich heute wieder eine
zroße Menschenmasse angesammelt. Gegen 114 Uhr gin—
jen die Hallentore auseinander und J. 2* wurde her—
iusgebracht. Um 11 Uhr 40 Min. fuhr er los und nahm
»ie Richtung auf Müngersdorf, wendeie dann nach Osien
um Dom, dessen Turmspitzen er drei Minuten vor 12
Uhr in einer Höhe von etwa 150 Vietern umflog, querte
arauf den Rhein und verschwand im Nebel in der Rich
ung auf Kalt zu. Um 10 Uhr tauchte „Z3. 2* wieder
zon jenseits des Rheines kommend auf. AÄngeblich hat
r eine Fahrt ins Bergische über Bensberg hinaus ge—
nacht, ohne ein bestimmtes Ziel zu verfolgen. Um 145
ühr landete er glatt bei der Halle und wurde sofort
arin untergebracht. An der Fahrt nahmen 11 Personen
eil. Die Führung hatte Major Sperling. Man ist in
Vahrung der sogenannten militärischen Geheimnisse au—
erordentlich streng.
*Bonn, 30. Oklt. Geim sartenspielersto⸗
h.en.) In Insul bei Dümpelfeld gerieten beim Karten
piel einige am Bahnbau beschaͤftigte Arbeiter in Streit.
xin Italiener erstach zwei Elfässer. Der Täter ist ver—
aftet worden.
wWrainz, 30. Olt. Gerunglückter Offi—
iser.) Der Leutnant Dahlmann vom 6. Dragoner⸗Re⸗
iment schoß sich infolge unvorsichtigen Hantierens mit
em Revolver eine Kugel in den Kopf, die ihn lebens
efährlich verletzte.
*Laupheim, 30. Olt. Berhaftete Brand—
tifter.) Die beiden Handwerksvburschen, die verdäch⸗
igt sind. den Brand in Schloß Bußmannshausen geleg
u haben, wurden verhaftet.
Der Bohnenkäse. Pythagoras und seine Anhänger
aren der Ansicht, daß der Bohne dämonische Kräfte in—
ewohnen, und enthielten sich daher mit äußerster Strenge
hres Genusses. Von diesem Aberglauben, der im alten
zriechenland weit verbreitet war, ist auf die Nachwelt
iichts übergegangen. In China speziell ist die Bohne
ins der beliebtesten Nahrungsmittel, das auf Hunderte
on Arten verarbeitet wird. Die interessanteste davon ist
»er sogenannte Bohnenkläse, der in ganz China als Na—
ionalgericht gilt. Er wird aus der Buschbohne (Wong⸗ u)
ubere tet, die fast auf jedem Boden und ohne viel Pflege
jedeiht Als Volksnahrungsmittel kommt der Bobhnen
äse oder Tou-fou in China gleich nach dem Reis; auch
n Japan ist er sehr verbreitet. Im Ostasiatischen Lloyd
vird nun ein Rezept zu diesem Gericht gegeben, das
uch europäische Hausfrauen, vor allem aber unsere Vege—
arier interessieren dürfte. Die Bohnen werden eine Nacht
ang in Wasser aufgeweicht, am Morgen aufgebrochen
ind mitsamt dem Wasser in eine Handmühle geschüriet
hier werden sie zu einem dicken, gallertartigen Saft ver—
rbeitet, der in einen aus dichten Gewebe bestehenden
zack gefüllt und in diesem dann heiß aufgebrüht wird
der daraus ausgepreßte Saft wird in einem Kessel noch
nals zum Sieden gebracht und mit eiwas Salzwasser
ersetzt, das den Erstarrungsprozeß brschleunigt. Es er—
sibt sich nun eine feste Masse, deren Geschmaͤck dem un
eres Käses entspricht.
Die Entstehung des Pfluges. „Wie heißt das Ding,
as wen'ge schätzen, doch ziert's des größten Kaisers
dand“, das Schillersche Rätsel vom Pfluge schildert dvie
zedeutung dieses wertvollsten aller Wertzeuge. „Die größ⸗
en Reiche hat's gegründet, die ätt sten Städte hat's er—
aut.“ Wem verdanken wir aber den Pflug? Ddiese Frage
ann, wie der betannte Forscher F. von Luschan in dem
emnächst erscheinenden neuesten Bande der UÜUllsteinschen
veltgeschichte darlegt, nicht mit Sicherheit beantwortel
erden. Wahrscheinlich hat er sich aus dem mit einem
ztelzentritt versehenen Grabftock entwickelt, den wir noch
eute ab und zu sogar in RNeuseeland und wiederum im
stlichen Sudan finden. Es ist nicht unmöglich, daß ein
iäheres Studium der verschiedenen Formen des Pfluges
m alten Aegypten uns noch die Zwischenformen liesern
wird, vor allem jenes Stadium, in dem auf den primu
iven Grabstock nicht nur eine von oben nach unten wir—
ende Kraft, sondern auch die Zugkraft eines Zweiten —
ei es nun Mensch oder Tier — einzuwirten beginnt. Im
Srigen gibt es noch heute sehr große Ländermassen, in
Saen eine recht ausgedehnte Bodenku tur nur durch ein—
achen Hackbau betrieben wird. So hat im ganzen tropi⸗
chen Afrika der Pflug erft in den leßten Jahren da oder
»ort durch die Europäer Einganz gefunden, während 3.
3. an der Ostküste, wo doch sonst arabischer und indischer
kinfluß seit unvordenklicher Zeit nachweisbar ist, die Ein—
ieborenen immer noch an ihrem primitiven Hackbau feil
alten.
Erich Mühsam verhaftet. Der anarchistische Schrift⸗
seller Etich Mühsam in Berlin wurde auf Ersuchen der
Nünchener Behörde von der Chariottenourger Polizei
erhaftet.
Spinale Kinderlähmung. Auch in Breslau triit
ie spinale Kinderlähmung epidemisch auf. Ueber 20
rinder sind erktrankt und befinden sich in ärztlicher Be—
sandlung. Todesfälle sind noch nicht vorgekommen.
Ein neues Schießpulver. Dem „Eclair“ zufolge
sit es der französischen Artillerieverwaluung gelungen, ein
zchießpulver herzustellen, das eine außerordent iche Be⸗
rändigkeit aufweist und auf das Hitze, Feuchtigkeit, Licht
ind Herzsche Wellen keine Wirkung ausüben. Das bis—
jer benutzte, allzu leicht entzündliche Pulver B. werde ab—
zeschafft werden

Fesegramme.
Frankfurt, 1. Noo. Ein schwercs Automobilunglück
reignete sich zwischen Frankfurt und Griesheim. Em mit 4
Personen besttzies Automobil fuhr in voller Fahet gegen eine
Lokomotive der Straßenbahn. Das Auto warde dölig zer—
rümmert. Ein Insasse, ein Ingenieur der Adler⸗Werke, fiel
nit solcher Wucht gegen die Lokomotive, daß er sofori o
var Seine Frau schlug mit dem Kopfe auf das Pflaßet
juf, erlitt etnen Schädelbtuch und starb, wie der mit in dem
luto befindliche Tourensabrer Grüming auf dem Transport
im Krankenhaus. Der Codauffeur in schwer verletzt

Halle, J. Nov. Gestern haben die Vertrauensmaͤnner
yer streikeunden Beigleute im Mansfelder Revier eine laͤngere,
jeheim geführte Konferenz abgehalten, in der der Beschluß
jefaßt wurde, den Streik mit aller Energie fortzuführen.
Efsen, 1. Ropo. Im ganzen Rahrgebiet fanden am
jestrigen Sonntag stark befuchte Bergarbeiler⸗-Versammlungen
latt, in denen gegen den vom Zechenverband geplanten
entralen Arbeitsnachweis Stelluung genommen wurde. JIn
en von den Versammlungen angenommenen Eutschließungen
verden Tarifverträge im Bergbau verlaugt als bestes Miltel
gegen den starken Belegschafiswechsel.
Vosen, 1. Noo. Bei einem Eisenbahn⸗Uebergange zwi⸗
chen Murowana und Belechowo überfuhr gestern Abend
jsegen 10 Uhr ein Zug ein Uutomobil. Die beiden Ju⸗
afsen, der Geschäfiareisende Alfred Spybalsli aus Weid⸗
nanaslust bei Berlin und der Eigentümer des Automobils,
danfmann Paul Mutz aus Pofen wurden bei dem Anprall
jerausgeschleudert. Szybalskt wurde auf der Stelle getötet
ind Mus lebensgefährlich verletzt.
Neapel, 1. Nov. Das Militär⸗Luftschiff, welches gestern
‚on Neapel abgefahren war, kam in Rom um 10 Uhr
ibends an. Als gegen 11einhalb Uhr das Luftschiff im
Begriff war, vom Petereplatz wieder abzufahren und die
Motore schon in Täligkeit gesetzt waren, kam Leutnant Ro⸗
petti der Schraube zu nahe und es wurde ihm der Kopf
vom Rumpfe getrennt. Der Unfall ruft hier große Auf—⸗
regung bervor. Das Luftschiff landete kurz nachher.
Neapel, 1. Nov. Hier wurde der deutsche Werkmelster
daas von der Eisengietzeri Eda von diel italienischen Ar⸗
zeitern zu einem Glase Wein eingeladen, wobei sie ihn er⸗
chlugen. Haas, der ein sehr gestrengee Vorgesetzter war,
jatte sich den Haß der Leute zugezogen.
Eondon, 2. Rov. Der Alviatiler Paulhaun hat gestern
nit seinem Lleroplan einen Flug unternommen, der drei
Standen dauerte, und fuhr in dieser Zeit eine Strecke von
169 Kilometer hin und zuruck Die Höhe die der Flug⸗
wpparat dabei erreichte, war 60 bis 60 Meter. Kurz da⸗
auf unternahm ec nochmals einen Flug in Segenwari des
Benerals Robeets. Paulhan wollte zeigen, bis zu welcher
höhe er steigen könne, und fuhr 275 Meter hoch, siellte in
ieser Höhe die Motore ab, um dann sanft zur Erde zu
leiten.
Arad (Ungarn), 1- Nov. Da der Kleinbahnzug wieder⸗
jolt Haustiere überfahren hatte, rotteten sich eine Anzahl
Dorfbewohner zusammen, überfielen den Zug und brachten
hn zum Stehen. Der Kondukteur wurde verletzt, ebenso
rging es den Passagieren. Nachdem die Tuͤten und Fenster
ingeschlagen waren, flüchteteu die Bauern in den Wald.
Athen, 2. Noo. Ein reicher Grieche hat der Regietuug
ꝛine Summe von 24 Millionen Mark zur Verfligung gestell
zum Bau eines Kriegsschiffes.
Sidney, 1. Nov. Nach hier eingegangenen Meldungen
aus Herbertshsh ist der in Neu⸗Guinea wohlbekannte Deutsche
Dammnkohler auf einer Expedition in das Innere der Insel
bei einem Kampf mit Eingeborenen durch einen Speerwurf
zetötet worder.
Rio de Janeiro, J. Nov. Ein von San Paole nach
Rio Graude de Soul abgegangener Personenzug wurde auf
offener Strecke von einer aus 20 Mann bestehenden Räuber—
pande angefallen, zum Stehen gebracht und völlig ausge⸗
olundert. Bei dem Kampf zwischen den Räubern einerseits
und dem Zugpersonal und Passagieren andererseils wurden
drei ahnbeamte getötet, 26 Passagiere mehr oder weniger
erletzt. Den Raubern fiel eine Beute von über einet halben
Million in die Hände, womit sie entkamen. —
Johnstown (Penusylvanien), 31. Olt. Auf der Srube
Jambria Steel Compasy ereignete sich eine heftige Erplosion.
Gon 15 unter Tag befindlichen Grubenarbeiters sind 12
imgekommen.
Madrid, 1. Nov. Der Kranrkendestand bdet
deeres bei Melilla ist infolge der Härle des Klimas
euerdings erheblich gestiegen und bewrägt über 4000
Nann. Unter den Offizieren sind schwerkrank die Gene—
ale Morales und Aguilera, letzterer leidet an Lungen⸗
ntzündung.
Stockholm, 1. Nov. Die Weigerung der ausständi⸗
zen Arbeiter der Eisenindustrie, die Arbeit aufzunehmen
unter den Bedingungen der Arbeitgeber, die Organisatio⸗
nen bis auf weiteres zu verlassen, fernet der Versuch
»er Arbeitgeber, durch Entlassung der Arbeiter diese zur
Innahme der Bedingungen zu zwingen, hat die meisten
ürgerlichen Zeitungen veranlaßt, sich gegen die Arbeit.
seber zu wenden, die sie als Vertragsbrüchige bezeichnen.
Sondon, 1. Nov. Das Wochenblatt Die Nation“
druckt einen längeren Aufruf des Schatzkanzlers LLOo V d
Beorge san das arbeitende Volk zu Gunsten des
Budgets ab, das den unvermeidlich gewordenen Kampf
wischen dem Oberhause und dem Unterhause herbeifüh—
en werde, wie ihn Großbritannien seit 250 Jahren nich
durchgemacht habe

— ———
au-bebrekärt
—
Die bei dem hiesigen Gemeinde-Bauamt neu aeschaffen—
Stelle eines

Bau⸗Sekretars

ist baldigst zu besetzen.
Das Gehalt der Stelle beträgt 2000 Mark, steigend
alle drei Jahre um 175 Mark bis zum Höchstbetrage von
3050 Mark, an Mietsentfchädigung wird gezgahlt 420 Me.
für Verheiratete, für Unverhetratete eindrittel weniger.
Die Anstellung erfolgt auf Grund des Ortsstatuts über
die Anstellung der Gemeinde-Beamten.
Die im Staatsdienfte und anderen Kommunal-Verwal—⸗
ungen zurückgelegte Dienstzeit kann bei der Pensionierung
nit in Anrechnung gebraͤcht werden.
Beroerber mit voller Baugewerkschulbildung und prak⸗
ischer Erfahrung im gesamten Bauwesen, auch Baupolizei,
wollen ihre Gesache mit Lebenslauf und beglaubigten Zeug—
nisabschriften bis zam 20. November ds. Irs. unter Añ—
Jjabe des Eintrittstermines bei mir einreichen.
Dudweiner, den 28. Ottober 1909.
Der Bürgermeister J o st.
Bekanntmachung.
Die Eirquartierungsgelder können gegen Abaabe des
Auartterbillents in der Zeit vem 2. bis 10. November dsa.
Je. auf der Gemeindekafse — Zmmer Nr. 4 — vormittags
n Empfang genommen werb.n.
Ich mache darauf ausmerksam, daß diejenigen Quartier⸗
ntschäbipungs Gelder. die bis zuz 10. Rovember er, bei der
kasse nicht abzehoben worden sind, der Gemeinde zufaren
Dudweiier, den 28. Ott. 1808.
Der Bürgermeister J o st
            
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