Full text : Dudweiler Zeitung (22.1909)

Rokales
Arbeiten auf dem WMarkiplatze. Diese sind im
esten Gauge, sodaß die balditge Fertigstellung zu erwarten
st. Außer Anlage der Bürgersteige werden auch die Baum⸗
Fflanzungen in Angrtff genommen. Ferner wird durch Er⸗
auung einer Bedürinisansteit einem längst gehegten Bedürf—⸗
iis abgeholfen. Wir wollen nicht unterlassen, die Anlagen
unter den Schutz des Publekums zu stellen,
Kirchhof. Auf dem Kirchhose find Reuanlaßen, Baum⸗
flanzungea usw, ausgeföhrt worden. Dadurch wird das
is jetzt noch so kahle Aussehen des Kirchzofes verschwiaden
ind die ganze Anlage ein mehr seinen Zwecken enisprechendes
—X
Vaterländischer Frauenverein, Zweigverein Saar⸗
»rücken. Der Vaterländische Fcauenverein, Zweigverein
Saarbrücken für Stadt und Land teilt mit, daß er am 18,
ind 14. November d. J. in den Raumen des „Saalbaues“
u Saarbrucken ein Wohltätigkeitssest veranstalten wird. Es
oll zum Besten der bekannten Ziele des Vertius nad zwar
ür ale Ortszruppen desselben statifinden. In freundlicher
Weise baben Erwachsene und Kinder sich bereit erklärt, ihre
dräfte zur Versüögung zu stellen und sind schon in eifriger
Borbereitung. Es lkonnte ein vielseitiges, hübsches Programm
zufgestellt werden, um den Besuchern des Festes für Auge,
Ohr und Herz eine rechte Frende zu bereiten. Doch darf
etzt noch nichts verraten werden! Anch der so augenehm
aateriellen Seite uxseres Daseins, der Notwendigkeit durch
genuß von Speise und Trauk uns aufnahmefähiher fur alle
dealen Genüsse zu machen, wird Rechnang getragen. Fur
ines jeden Geschmack wird vortrefflich gesorgt werden und
war nicht nur in geradezu köstlichea, appetulichen Speisen
ind Schuittchen, in feinen Gebäcken, Eis, Gelees und Früch⸗
en, sondern auch in den herrlichen Getränken. Später wird
ogar noch, nachdem den geistigen und leiblichen Genüssen
sechnung getragen, die vielbewaͤhrte Kapelle der 70er zum
lotten Taͤnzchen aufspielen. Darum herbet, herbei Ihr guten
MNenschen! Ihr lieben Alten und Ihr lustigen Jungen bringt
kuer Scherflein zum „Saalbau“, um unseren Armen, die
yft ganz freudeleer sind, auch Freude zu bereiten, indem Ihr
Freude genießt.
Viehzaͤhlung. Am 1J. Dezember d. J. findet wieder
ine außerordentliche Viezzählung im preußtschen Staate statt.
Man darf wohl aunehmen, daß es wie bei früheren Zähl—
ingen, auch diesmal geliugen wird, Personen zu vewinnen,
zie sich dem Zählgeschäfte ohne Auspruch anf eine Vergütung
anterziehen: Zu diesem Zwecke sollen die Staal⸗ und Ge—
neindebeamien, insbesondere die Lehrer zur Betetligung au
ser Zählung angetegt werden. Die Gemeinden und Guts⸗
zezirke, denen die örtliche Ausführung der Zählung obliegt,
zdaben daher die Annahme von Zählungen gegen Bezahlung
zu vermeiden, sofern sie die Kosten der Bezahlung nicht selbst
u übernehmen bereit find.
Maßnahmen zur Verhütung von Grubennun⸗
jällen. Man schreibt uns: Kuiißglich teilte ein Beiliner
Zlatt aus Billssel mit, daß eine Reihe deutscher Bergingeni⸗
ure in Belgien weilie, mit der Absicht, die in Belztien so
zäufig vorkommenden Gasausbrüche und ihre Bekämpfung zu
tudieren. Dem Vernehmen nach soll die Reise dadurch ver⸗
inlaßt worden srin, daß in der letzten Zeit sowohl im Saar⸗
cevier wie auch in Westfalen einige plötzliche Gasausbrüche
porgelommen sind. Somit steht zu befürchten, daß unserem
Beruban in Zukunft diese nenue, bis jetzt noch unbekannte
Sefahr drohe. Die in dem Brüsseler Telegramm genannten
derren sind, wie mitgetellt wird, Vertreter der Bergbehörde
owie des Vereins für die bergbaulichen Interessen im Ober⸗
ergamtsbezirk Dortmund gewesen, die in zemensamer Ar⸗
zeit die Befäͤmpfung der neuen Sefahr in Angrtiff nehmen
vollen. Das erinnert an die schon früher erfolgte Blit⸗
eilung des Bergbausbereins, daß er umfang.eiche Untersuch⸗
ingen Üüber die Kodlenstaubgefahr und ihre Bekampfung auf⸗
jenommen hat. Hoffentlich wird das Erzeonis dieser Unte
uchungen, die inzwischen beendigt sein sollen, bald betannt
jegeben und werden diese Besrebungen dazu beitragen, die
Zahl der Kohlenstaub- und Szlagwetter⸗-Explosionen un ver⸗
tingern. Ferner verlantet auch noch, daß der Bergbauserein
ich mit der absicht tiägt, filr das rheinisch⸗westfälische In⸗
usttierevier eine große Zeutralstelle für das Grubentettunge⸗
vesen, das bis jetzt den einzelnen Grubenverwaltungen über⸗
assen ist, zu grüuden. Auch mit dieser Baßnahme würde
in der Bekäupfung der dem Bergmann drohenden Gefahren
rin großer Fortschritt erzielt.
Eingesandt. Die Jungftau von Otleans. Die am
dergaugenen Sonntag vom Club Fidelia arraugirte Wohl⸗
ätigkeit-aufführung nahm wie zu erwarten einen ungemein
zcoßartigen Verlauf. Lange schon vor Beginn derselben
Jerrschte ein geradezu unheimliches Gedränge, sodaß
iele Besucher wegen Platzmangel wieder umkehren mußten.
Was nun die Aufführung selbst anbelangt, so kann nur ge⸗
agt werden, daß das Gebotene, die Erwartungen bei weitem
ertraf. Faft alle Rollen und deren gab es eine Unwenge,
on der kleinsten bis zer Titelrolle wurden mit großenn Ver⸗
tändnis uud fast künslerischem Geschick aufgelkührt, sodaß die
Besamtleiftung dem Club Fidelia zur Ehre gereicht. Nicht
oenig zum Glanze des Abends trug denn aber auch die
rachtvalle Ausftatlung der Firma Rhoden St. Johaun
ei. Um nun den Wuünschen weiter Kreise entgegen z4
ommen, veranstaltet der Club Fidelia im Vereinslokale
Naßsauer Hof am Sonntag den 7. November eine jweite
Aufführung. Wer also „die Jungfrau von Dileans“ noch
nicht gesehen hat, versäume es nicht dieser Aufführung beizu⸗
vohnen zumal der Reinertrag auch diesmal zu wohltätigen
Zwecken für den Vaterländischen Frauenveretn bestimmt ift.
Die Pfandungen von Schulden und ruckstäniden
Steuern gegen beschäftigen Grubenarbeiter haben in letzter
zZeit wieder derartig übergand genommen, daß sich die Berg⸗
nspektionen veraulaßt fuhlen, künftig deuISchuldnern im Falle
diederhouer Pfändung die Arbeit zu kündigen.
(Sulzb. Gen.Anz.)

NAus Nab und Jern.
Wehrden, 26. Ott. Am Montag, den 25. Okꝛober,
ormittags gegen 11 Uhr verunglückten auf dem Hostenbachet
Nactwwerl drei Arbeiter. Diefelben waren am Diact nofen
eschäftigt. Plötzlich schlag aus dem Ofea eine Feuerflamme
eraus, die die Arbeiter ersaßte. An den Händen und im
Besicht erletten sie schwere Brandwunden. Man brochte sie
Mfort nac dem Kraukendause zu Wadgassen.
(Sbr. Volkeztg.)
Merchweiler, 26. Olt. Gisteen nachmittag gegen 2
hbrachte der Bergmann Seb. B. in der Wuischaft Weis
uch kurzem Wortwechsel seinem Schwager F. einen Stich
is Herz bei, wodnrch dieser alsbald verstarb. B. wurde
rtein Hast genommen. Sbr. Nollszta.)

*Aus der Pyalz, 24.t Gortohinterzrted
ung.) Ein pfaälzischer Apotheter hatte, um die Bestell
ing der Rechnungen an auswärtige Schuldner möglichß
infach und billig zu erreichen, für jeden Ort an eip
estinimte Person die Jahresrechnungen geschickt, von w.
us sie dann ausgetragen wurden. Die Postbehörde kam
ahinter und verhaͤnate nun über den Apotheker und seine
helser wegen Portobinterziehung Sirafen von
nusgefamt über 1000 Marf

*Koln, 275. Ott (Zu den Bergleichsfahr—
en.) „P. 3“ ist . 11 uhr von Frantfurt fommend,
ier angetommen u. d um 11 Uhr 140 Mim. an der Lust
chiffhalle glatt geaudet. Er hat also die 225 Kilomeler
ange Fahrt von Frankfurt nach Koln trotz des regneri
chen Wetters in drei Stunden gemacht. — Heute wird
ie gestern begonnene Füllung des „3. 2* beendet und
uch „M. 30 gefülli. Die Gasflaschen werden vom Bahn
of Köln⸗Ehrenseld durch zwei Armeelastzüge vefördert.
heute Vormittag stieg der Fesselballon zur Messung der
Lindstärte auf.
* Köln, 27. Olt. Mie Kinderlähmung.) Hier
ind bis jetzt im ganzen 26 Fälle von Kinderlähmung zur
Anzeige gelangt; sechs der Erkrankten sind gestorben.
* göln, 27. Oklt. Selbst morde) Gesiern vormu
ag wurde im Rhein an der Marienburg die Leiche ei—
ies laufmännischen Angestellten einer Firma aus WMuül—
eim am Rhein gelandet. Wie aus einem bei dem Toten
orgefundenen Schreiben hervorging, hat der Mann den
dod freiwillig gesucht.
Duüsseldorf, 27. Ott. Mas Spielen mit dem
rzeuer.) Das bjährige Töchterchen einer in der Hoffeld
traße wohnenden Familie erlitt beim Spielen mit Zünd
sölzern so schwere Brandwunden, daß es im Marienho⸗
vital starb.
*Duisburg, 27. Olt. GBestrafter Dieb.) Ein
jolländischer Arbeiter verschaffte sich mittelst Nachschlüssels
viederholt Zutritt zu den Zimmern des hiesigen Arvbei—
erheims in der Seitenstraße und entwendete daraus den
Sogisgäfsen verschiedene Gegenstände. Die Strafklammer
erurteilte ihn heute zu 5 Monaten Gefängnis.
* Hamborn, 27 Olt. Ein Dementi.) Wie die
sSewerkschaft „Deutscher Kaiser“ mitteilt, ist die Meldung
inzutresfsend, daß auf der Zeche „Deutscher Kaiser“ 400
Bergleute gekündigt hätten, die durch ausländische Arbei—
ler ersetzt würden.
*Borbeck, 27. Oktt. (Worsicht beim Fener—
rnzünden.) Die Kleider eines Dienstmädchens in
»er Marstraße fingen beim Anzünden eines Gasofens
Feuer. Das Mädchen erlitt erheblich Braudwun—
ein und wurde ins evangelische Kraukenhaus bierselbft
eschafft.
* Friedrichshafen, 27. Ott. (Reppelins Um—
u g.) Es ist geplant, in den nächsten Tagen die Ueber—
ührung des „Z. 3“ im die Zelthalle zu bewerfstelligen.
der gesamte Umzug von Manzell nach den Hallen und
Werkstätten am Riedle⸗Park beginnt hiermit und wird
tückweise betrieben. Mit dem Abbruch der schwimmen⸗
den Halle soll dann so bald als möglich begounen
werden.
* Stuttgart;, 27. Oklt. Schnee fall.) Auf der
ʒchwäbischen Alp fiel bei 2 Grad Kälte Schnee.

Choblera. Aus Konigsverg . Pr. wind derxhret:
In Heydekrug ist der siellenlose Arbeiter Gaulin an
Lholera gestorben. Ein neuer Fall von Erkrankung
in Cholera wird aus Köpen, Kreis Niederung, gemeldet.
Verunglückte Touristen. Der Wiener Buchhand⸗
ungsgehilse Larisch und der Privatbeamte Grigar, di
ine Partie auf das Hochtor im Gesaäuse unternahmen
vurden dort tot aufgefunden. Mehrere Rettungsepedi
ionen mußten wegen meterhohen Neuschnees umtehren.
Große Veruntreung. Wie aus Algier gemeldet
vird, vergiftete sich der Reeder Marcks Loreux, der von
seinem Sozius der Fälschung und Veruntreuung von ei
ner Million Frants beschuldigt wurde, im Zimmer des
Anterfuchungsrichters, weil dieser erklärt hatte, ihn in
daft nehmen zu müssen.
Sturm. Aus New-NYork wird telegraphiert: Im Bee⸗
ingsmeer raste der furchtbarste Sturm, der dort seit 70
dahren gewütet hat. Zwölf Schiffe sind verloren, der
derlust an Menschenleben ist groß.

Arbeiterbewegung.
— Der Bergarbeiterftreik im Mansfelder Nevier
Im Streikgebiet ist alies ruhig. Es hat den Anschein,
us ob der Ausstand langsam abflaut. Auf dem
Z„chacht „Freies Leben“ ist eine ganze Anzahl Mannschafp—
en mehr eingefahren. Die Grubenbeamten werden von
er Direktion mit der Weisung versehen, daß Leute, die
nehr als drei Tage geieiert haben, nicht wieder ange—
iommen werden

Gerichtszeitung.
J Die Katastrophe von Echterdingen. Vor der 2.
zivilklammer des Landgerichts Stuttgarts kam die Ka⸗—
astrophe des Luiftschiffes „z. 12 bei Echterdin
gzen am 6. August v. J. anläßlich der Klage des dabei
»erunglückten Mechanikers Böhler gegen den Gra⸗—
en Zeppelin zu gründlicher Erörterung. Der Ver—
reter des Klägers, Rechtbanwalts Payer 2, erblickte
»ie Fahrlässigkeit des Grafen Zeppelin darin, daß dieser
die Ansammlung einer ungeheuren Menschenmenge habe
noraussehen können, trotzdem sich aber nur mit ungenü—
zender militärischer Hile begnügt, ja das Anerbieten wei—⸗
erer Hilse abgelehnt habe, serner darin, daß die Veram
erung des Schisses ungenügend gewesen sei, und endlich
»arin, daß jede, Wetterbeobachtung unterlassen worden sei.
Zum Beweis legte er dem Gericht zahlreiche Photogra—
»hien und Zeitungsartikel vor und beantragte die Lad—
ing einer Reihe Journalisten und anderer Zuschauer als
lugenzeugen, sowie mehrerer Sachverständigen. Der Klä—
jer Böhler ist heute noch völlig arbeitsunfähig. Er mußte
reimal operiert werden, der linke Fuß mußte ihm auch
imputiert werden. Er vertangt ein Schmerzensgeld vor
D. 10 000 und den Ersatz der Kosten für die Kranken
sausbehandlung und sonstiger Auslagen. Graf Zeppelin
jabe ihm 3900 WMi. geboten unter der Voraussetzung, daß
Zöhler anerkenne, daß dies aus Liberalität geschehe. Der
eläger hat das Angebot aber abgelehnt. Der Vertreter
des Grafen Zeppelin, Rechtsanwart Dieterle-Ravens,
urg bestreitet die Fahrlässigkeit, da Graf Zeppelin nach
dem Stande der damaligen Erfahrungen alles getan habe,
vas zur Sicherung des Schiffes nötig gewesen sei. Un—
ichtig sei, daß Graf Zeppelin das Angebot militärischer
dille abgelehnt habe. Die mechanische Verankerung habe
licht bloß in dem Anker, sondern auch in einem mit Erde
efüllten und eingegrabenen Sack bestanden. Ebenso sei
das Wetter ständig beobachtet worden; der Sturm sei aber
o plötzlich auigereten, daß er das Schiff völlig über—
aschend angegriffen have. Der nächste Termin wurde auf
4 Tage verschoben, um Zeit zu Vergleichsverhandlungen
gewinnen, zu denen sich grundsätzlich beide Varteien
reit erklärt haben.

Telearamme.
Mansfeld, 28. Olt. Die Bergwerksdireklion erklärt,
ie wolle den streikenden Beigleuten gegenüber Entgegen—
ommen zeigen und die Frist die sie den Ausstäudig en zur
Wiederaufnahme der Arbeiisstelle bis zum 7. November ver⸗
längern.
Stuttgart, 27. Okt. Auf der schwäbischen Alb ist
Jestern bei 2 Grad Kälte eine zum Teil kräftige Schneedecke
mntstanden.
Dresden, 27. Olt. Im Zeißig⸗Walde bei Chemuitz
entdeckte die Polizei ein unterirdisches, wohnlich eingerichtetes
Räubernest und verbaftete der darin schlafenden, steckbrieflich
derfolaten Artillerie-Wachtme:ster Gräfe.
Daugzig, 27. Okt. Das Kaisermauöver im Jahre 1910
sindet, wie amtlich bekannt gegeben wird, zwischen den 1. und
17. Armet-Korps statt. Für die Kaiser⸗-Parade des 17. Korps
ist als Termin der 24. Juli und als Ort der große Exer⸗
ierplatz bei Danzta in Aussicht genommen.
Nienburg, 18. Olt Hier erschoß ber 13jährige Schuler
deld beim Soldatenspiel seinen 12 Jahre alten Schulkame⸗
raden Hille mit einem Taschenrevolvei.
Stendal, 28. Olt. Das altmärkische Schwurgericht ver⸗
irteilte gestere den Gutsbesitzet Platz aus Beuster, der im
Juli d. J. zwei Angefstelte der Eisenbahnwerkstätte Witten⸗
derge, die in der Elbe fischten, erschossen hatte, zweimal zum
Tede.
Berlin, 28. Olt. Lie Berliner Polizei hat die so⸗
ialdemotratische sreie Jugendorganisation auf Grund der
beobachtungen, die über die Berätigung des Vereins ge—
nacht worden sind, für einen poliuschen Verein erklärt,
der nach 8 3 des Vereinsgesetzes zu behandeln sei. Der
Vorstand hat dagegen Beschwerde erhoben.
* Paris, 28. Olt. Die bisherigen Ermittlungen über
die Ermordung Itos ergaben, daß man es mu einem
Akt jener Verschwörer zu tun hat, die im März dieses
Jahres dort den japanischen diplomatischen Agenten Ste—
dens ermorden ließen. In Tolio besitzt man hinreichen⸗
»es Material, um die Fäden dieser Verschwörung bloß
zu legen, doch ist es sehr fraglich, ob man den Augen⸗
blick fur gelommen erachtet, von den Dokumenten und den
sehr wichtigen mündlichen Aussagen Gebrauch zu machen.
London, 29. Okt. „Dailh News“ berichten, die
Mehrheit des Oberhauses habe beschlossen, den Staats
yoranschag abzulehnen.
London, 28. Oit Der ‚„Times? zufolge wird die
stönigun von Spanien mit ihten Kindern dem—
nächst in Do ver erwariet, von wo sie sich nach der In
sel Wight begeben dürste.
Athen, 28. Ott. Die Gesuche der griechischen Prin—⸗
zen Nikola, Georg, Andreas und Christof um Entlassung
aus der Armee sind genehmigt worden.
Paris, 27. Olt. Petit Pariesien meldet aus Rom:
JItatin und Rußland sollen in Racconigi ein Abkommen ge—
croffen daben ähnlich dem zwischen Rußland uxd Oesterreich
nn Würzburg vereinbarten. Beide Mächte verpflichten sich, die
Jutonomie Serblens und Montenegros zu vertreten und jede
Zinmischung zum Nachteil dieser beiden Staaten mit aller
knergie zu bekämpfen, mit anderen Worten, den Status quo
zufrecht zu erhalten. Italien soll auch bezuglich Kretas ein
olles Einvernehmen mit Rusland, Frankreich und Eagland
exrzielt haben.
Paris, 27. Otn. Der Ministerrat hat beschlossen, einen
Lersuch mit der Rekrutierung eingeborener Truppen sür den
tolonialdienn nach der Idee des Obersten Margin zu machen.
kin Bataillon Sehegal ˖ Jäger wird rektutirt und ausgerüstet
aund in Rlgier stationirt werdes.
London, 27. Ott. Die Times meldet aus Athen: Der
driegsminister machte in der Kammer den sensationellen Vor—
chlag, eine Armee⸗Allianz mit der Tuͤnket einzugehen. Diese
Anregung wurde von der Mehrheit schweigeud Übercangen.
Die Oppositionssührer Theotolis und Nallie verließen die
ammer. Die Mehrzahl der Zeitungen schweigt gleichfalls
iber den Piau des Ministers.
London, 27. Okttober. Inslolge furchtbarer Regengüsse
durzte in vergaugenet Nacht die Eisenbahnbrücke über den
Rother auf der Soutg Eastern-Vahn zwischen Gtchingham
ind Ticehurst in dem Augenblick ein, als ein Guüterzug
lüber sie hinwegfuht. Der Zug stürzte in den Fluß. Daͤbei
wurde der Lokomotivführer getötet. Der Verlehr auf der
Strecke ist unterbrochen.
Madrid, 28. Okt. Der Finanzminister verlangte im
jentigen Ministerrat einen Kredit oon 72 Millionen Pesetats
ur Fortführung des Riffkrieges.
Bekanntmachung.
Die Ausézablung der Pensionen, Unterstützungen pp. fiadet
ttatt: Samstag den 30. Oktober 1909.
Gemeindekasse Kniebes.

Besctbhenhrbe
gesunds
und F
magen;
garmkranke

Nahcungꝗ fur:
sOuie
behwãchliche
in der knwicklung
—A
kinder.

—XX

d
aͤrieger-Lerein
Droweiler
Die nachbestellten
Kriegervereinskalender
ind eingetroffen und können beim
Kameraden Joh. Kasper abqgenommen
werden.
Auch Diesenigen die beim Kameraden Aug. Karcher bestellt
vorden sind
Der Vorstand.
* ** —
Thalia-Theater Saarbrücken,
Direktion: W. Viebeg.
Woechen⸗Spielptan.
Donnerstag, den 28. Oktober O9, abends 8.10 Uhr
Manzelle Nitouche
Operette in 3 Akten von Herve.
Freitag, den 29. Oktober 09, abends 8.10 Uhr
Die Liebe wacht
(L' Amour veille)
Lustspiel in 4 Akten von Caillavet
amstazß, den 30. Oktober 09, abends 8.10
Frühlingsluist
Oyereffte in 2 NMRten Straus
            
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