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höchster Rabautt.
end, immer aber vom höchsten Verantwortlichkeitsgefühl
erfüllt, hat er zum Nutzen eines „modernen Japan“ zu
wirken gesucht. Serme staatlichen Vorbilder hatte er in
Furopa gefunden, und deren Verwirklichung in Japan
ein ganzes Leben gewidmet. Als junger Mensch kam er
1863 zusammen mit vier anderen junzen Japanern in
England zum ersten Male mit der europäischen Kultur in
Berührung. Sie muß ihn mächtig gepackt haben, ihre ge—
waltige Macht muß den jungen Asiaten mit heißer Sehn—
ucht vxfüllt haben, seinem Vaterlande so schnell als nur
nöglich diesen Segen der Machtfülle zugänglich zu ma—
hen. Der ersten Reise nach England solgten weitere ein—
zehende Studienreisen nach Amerika zum Besuche der
zereinigten Staaten und nach Europa, wo er sich in
deutschland längere Zeit aufhielt. Und hier vor allem
sjat er die preußische Verfassung eingehend studiert, die
hm als Muster bei der Einsührung einer Verfassung in
zapan dienen sollte. Zwischen den einzelnen Relsen, die
edesmal, 1871 und 1881 über ein Jahr dauerten, weilte
Ito, damals noch ein einfacher Adliger, in Japan als
zaatsbeamter, andauernd ür die Verwirklichuma jseiner
deen tätiag
Fernsprech⸗Anschlußg Saarbrücken Nr. 60, 259 269 u. 1261.
stedaktion, Druck und Verlag von J. Unterkeller, Dudweiler.
5242 3* *
VPolitische Nundschau.
Deutsches Reich.
* Die Strafkammer des Landgerichts Hamburg ha
mnmehr das Verfahren gegen Schack wegen Beleidiging
eingestellt, nachdem alle drei durch die „Triole“-Briese
»eleidigten Damen die Strafanzeige zurückgezogen haben.
Schack, der sich in einer Nervenheilanstalt befindet, wo er
iach ärztlicher Verordnung noch längere Zeit verbleiben
nuß, soll, wie aus Kreisen seiner Parteifreunde verlau—
et, noch durchaus den Wunsch haben, sein Reichstags—
nandat niederzulegen. (Das ‚Berliner Tageblatt“ hate
jemeldet, Schack lehne die Niederlegung des Reichstags—
nandats nunmehr ab. D. Red.)
*Bei den Vorberatungen des Reichshaushaltseteits
ür 19168, bei dem es nach der Steuerreform mehr als
e gilt, die Ausgaben und Einnahmen einigermaßen in
kintlang zu bringen, sind bisher an den Forderungen der
inzelnen Ressorts 120 Millionen vom Reichsschatzamt ab—
nesterischen worden, und diese Abstriche beziehen sich,
vie verlautet, auf alle Ressorts.
Wie von parlamentarischer Seite verlautet, ist es ent
zegen anderen Meldungen ausgeschlossen, daß die Berat—
ingen in den Ausschüssen des Bundesrats über die
Reichsversicherungsoördnung vor Ansfang März
rledigt sein können. Die zweite Lesung des Entwurses
jat bereits begonnen, und mit ihr die genaue Prujung
»er Aeußerungen, die aus Sachverständigenkreisen zu dem
entwurf gemacht worden sind. Die Wunsche der Han
elstammern, sowie die Vorschläge der Theoreaker, die
in das Reichsamt des Innern getangt siud, werden an
»er Hand der angefuührten Tatsachen auf ihre Berechng
ing yin untersucht. Besonders der Einwurs der Unudber—
ichtlichteit des Entwurfses und die Vereinyheitlichung der
sonderen Borschraten jür die einzelnen Abteilungen oi
ioch einmal geprust werden, sowie die Unklarheit in den
Gestimmungen über die Unsallbversicherung. Auch die Ein—
ichtung der Versicherungsannter wurde von vielen faäch—
nännischen Seiten als inopporun bezeichnet. Alle diese
Arbetten erfordern einen großeren Zeitcaum. Es ist dem—
iach zu erwarten, daß die zweite Lesung und die kuür—
zere dritte Lesung kaum vor Ende Februar erledigt sein
ürsten.
* Bei den vier Ersatzwahlen zum preußischen Land—
ag in Berin ergab der Ausfall der Waylmannerwahlen
n der ersten und zweiteln Aobieilung einen sicheren Si'e g
der sozialdemotkratischen Kandidateü
n drei Wahlkreisen. Im zwörften Wahllkreis (isher
doffmann, soz.)) wurden in den beiden ersten Abteilungen
ewählt 118 Freisinnege, 121 Sozialdemokraten, 46 Na—
ionattliberale und 5 konservative Wahlmanner. Es sind
30 Stichwahlen erforderlich. Die Lage ist für die Frei—
innigen nicht ungünstig
* Das amttiche „Dresdener Journal“ bringt fo!gende
imtliche Erdaruug: Tie von emem verliner Blatte ge⸗
rachee Veeloung, Biinister Graf Bitzt hum von Esck—
tedt habe sich dahin geäußert, daß die RNegierung über
as Eindringen der Sozialdemokraten in den Landiag
eineswegs vesorgt sei, es vieimeyr der Wunsch der Re
sierung Jset, daß sich die sozialdemorratischen Abgeordne—
en auch tatsachrich an den Beratungen zum Wohle des
Lolkes beteicigen möchten, ist von Anfang bis zu Eude
rfunden.
*Gegen eine erhebliche Anzahl von Wahlen zum
ächsischen Landtag soll wegen falscher Aufstellung der Wäh—
ertlisten und aus anderen Gründen Protest erhoben wer—
oen. So sollen z. B. im 18. ländlichen Wahltreise, wo
er Mittelständier Schreiber mit dem Sozialdemokralen
Scherfsig in Stichwahl steht, poltnische Arveiter das Wahl—
echt ausgeubt haben.
England.
* Der parlamentarische Berichterstatter des „Daily Tele—
graph“ berichtet, daß an den ersten Lord der Admiraliat
ine wichtige Frage gerichtet werden wird. Es verlame
nämlich, daß einer der Pläne der auf einer fremden
Werft gebauten Dreadnonghts verschwunden ist, und daß
in Pariamentsmitglied Herrn Mac Kenna hierüber be—
ragen wird.
Turkei.
*Exsultan Abdul Hamid hat sich wieder an Hilmi
Passcha gewandt und diesem seine schlechte Lage darge—
egtz seine Gesundheit leide und seine Söhne blieben ohne
rziehung. Die Regierung möge wenigstens gestatten,
aß sie in Konstantinopel erzogen werden. Er berufe sich
arauf, daß er selbst seinen Gefangenen Purad 5. vesset
ehandelt habe. Er ersucht schließlich die Regierung, dar⸗
uf einzugehen, daß man ihm einen Kiosk am Bospo⸗
us anweisie.
Staatssetretär Dr. Liseco.
Der zum Nachfolger des aus dem Reichsdienst ge
chiedenen Staatssetkretar des Reichsfustizamtes, Tr. Nie
erding, ernannte frühere Präsident des Kammergerichts
Virkl. Geh. Oberjuftizrat, Dr. Lisco ist Berliner. E
st 1852 geboren und steht demnach im 59. Lebensjahre
Er hat den Krieg von 1870—71 als Freiwitliger milge
macht und erst nach demselben seine Studien vollendet
Bereits Ende 1872 ist er in den Inedienst getreten um
ʒtaatssekretar a Neichove
De.ferm. Usco.
jat dann die ibliche Richterkarriere durchgemacht. Anfanc
»er neunziger Jahre wurde er als vorträgender Rat ir
»as preußuche Juscizministerium berusen und 1907 Prä—
dent des Kammergerichts. Man war bereits früher ge—
eigt, in ihm den kommenden Mann zu sehen, allerdinge
icht im Reichsdienst, sondern im preußischen Justizmini—
erium. Man wird abzuwarten haben, wie er sich mi!
einem neuen Amt absinden wird, das an ihn nicht al—
»in juristische Anforderungen stellt, sondern vor allem
nes geschitten und schlagfertgen Debatters bedari
Marqu.
Zur Ermordung des Fürsten Ito.
Inhaltsschwer meldet die Nachricht von der Ermord—
ing des Fürsten Ito die Tat eines Fanaiikers, der of—
enbar vor aller Welt dem Hasse seines Volkes gegen
as siegreiche Japan in blutiger Form Ausdruck gegeben
ind den Mann ermordet hat, der das „Land der auf—
sehenden Somne“ zu seiner Mittagshöhe geführt hat. So
moersöhnsich war der Gegensatz zwischen dem Koreaner,
er seine Freihett verloren, und dem Japaner, der sie
hm genommen, so feindselig die Gefühle, die den Un—
erworfenen gegen den siegreichen Eroberer erfüllten, daf
iie Tat des Koreaners, der sich zum Rächer seines Vol—
es selbst berusen hat — so verdammenswert sie auch ist
— doch fast versiänd ich erscheint, weil sie die politischen
Lirrungen im fernen Osten, die trotz det äußeren Ruhe
ort ständig die Erregung im einzelnen wachhalten in
hrer tatsächlichen Form grell beleuchten. Gewiß, auch
es Fürsten Ito Ermordung, der den Tod gefunden, der
»dem Japaner der schönste dünkt, im Dienste fürs Vater—
and, auf einer Reise in die Mandschurei, mit dem ge—
imen Auftrag seiner Regierung die jüngst geschlossenen
zeriräge mit China noch fester und enger zu knuüpfen, den
tlen gleichverhaäßzten Europäern zum Schaden, und nur
en wahren Herren Asiens zum dauernden Nutzen, auch
eine gewaltsame Entsernung vom politischen Schauplatz
bird Japans weiteres Vorgehen auf dem Festlande, zu
essen Erreichung es noch vor wenigen Jahren einen
dampf um Leben und Tod geführt, nicht hindern oder
uch nur aufhalten. Ueber ein Menschenalter hat Fürst
Ito die unsichtbaren Fäden der japanischen Politik im
znnern und nach außen zu führen gewußt, nur selten
S verantwortlicher Miniiter vor die Oeffentlichkeit tre—
Worin bestanden diesee Bie Antwort fällt wich;
chwer, wer einen Japaner kennt, der kennt guch Japan,
ner das Staatsiderl eines Japaners weiß, der wenß das
söchste, staatliche Ideal des gesamten japanischen Volkes.
ztos Ziel wie das seines Voltes, ging dahin möglichst
chleunig, blißartg schnell, die techn sche Kustur des Eu—
opäers für sich zu erringen, um ebenso biitzartig dann
zapan von jedem deuropätschen Einsluß zu befreien, sei es
uch mit Wasengewalt, und Japan zur führenden Nation
n Asien zu machen. Der erste Schritt zur Verwirklich⸗
ing dieses Zieles war die Ein ührung einer europaischen
Zerfassung in Japan im Jahre 1890, die von dem mili—
erweile in den Grafenstand erhobenen Ito mit Unter—
tüßung des jerigen Prosessors in Königsberg Mosse aus—
zearbeitet worden war. Aber auch diese moderne Gestal⸗
ung des japanischen Staates war vom Grafen Ito und
einen Anhängern nur deswegen vollzogen worden, weil
ie eine sichere Gewähr zu bieten schien, um schnellstens
den Europäern und ihrem Vordringen in Ostasien erfolg⸗
reich entgegentreten zu können. Gleichzeitig und das ijst
ür Japans Zulkunst noch entscheidender gewefen, ist un⸗
er seiner Ministerpräsidentschaft die japanische Heeresre—
orm begonnen und durchgeführt worden, die nachher die
Ziege gegen China und später gegen Rußland ermsa
ichte.
Während Graf Ito in seiner inneren Politik Japans
mablässig darauf bedacht war, die Staatsgewalt zu stär⸗
en, strebte er in seiner auswärtigen Politik danach, vor
Ulem den Japanern in Korea und China die führende
Ztellung zu verschaffen, die seinem Volk, wie es selbst
eine historische Berufung erfaßte, gebühre. In diesen
Fragen hat er auch außerhalb der Zeit, die er Minister⸗
räsident gewesen, immer wieder taikräftig mitgearbeitet,
enn es mag der jeweiligen japanischen Regierung die
XXR
———
Das Piadem des Verderbens.
Original-Roman von H. Hiüerschefld.
29 Er klingelte; der Lakai erschien auf der Schwelle.
„Der Kammerdiener soll mich zur Toilette erwar—
en,“ befabseer, „und die Karossel bereit sein sobald sie
ecneck, mite zum Sennor Alberqu, dem Gouverneur
nk CLouifanc, u fahren.“
icke Tepiche gedämpftem, aber festem Schritt. Den ccht erwarlen, Lony?“ Warum diese Formalität? Wein
Atem hielt das Kind des Südens an; die Hand auf ich denn nicht, daß Dein ganzes Sein, Dein Sinnen
as Herz gepreßt, stand sie in der Mitte des Salons uichts ist, als ein Bemühen, mir das Dasein zu erhel⸗
inter dem kostbaren Kronleuchter aus Bergkrystall, der en, mir die Liebe eines Kindes, einer Tochter zu er⸗
m Strahl der mitkäglichen Sonne, die sich durch die röl- etzen, die das Geschick mir versagte?“
ichen Seidenvorhänge der hohen Fenfter brach, in In seltsamen Ausdruck leuchteie der Blick der Mes⸗
ausend Farben schimmerke und seine Reflexe auf das ize. J
unge Mäden warf. deren Auge auf der Schwelle haf— Du redest von Formalikät, Sennor Charlos, wo
ele. ich —,“ sie unkerbrach sich, fast beschämt, unker dem kla—
Die schweren Falken der Porkiere keilend, beirat en, ruhigen Blick des Gouverneurs den ihren senkende;
as Gemach der Herr des Hauses, Sennor Charlos Al- hann, den Ton ihrer Stimme verändernd, fuhr sie fort:
erque, der Gouverneur der spanischen Besitzung Loui- „Sehörk denn nicht Dir mein Leben? Retkest Du nicht
iang, der blühenden Kolonie Südamerikas, die die zer- Tie entflohene Sklavin, der Argeres als der Tod von
ütteten Verhältnisse Frankreichs schon seit langer Zeit einem grausamen Gebieker drohte, gus der Gewalt ih—
einem Rivalen jenseils der Pyrenäen zu überlasen rer Verfolger, die sich bereits aufs Neue ihrer bemäch⸗
sezwungen war. — ägt hatten. um sie einem furchtbaren Geschick zu übet—
Auch heute war er völlig in schwarzem Sammek lefern, hatte ihr guter Engel Dich nicht zu ihrem Schutz
gekleidet, den er mit Vorliebe irug und dessen Wert serbeigefandt? F
ie kostbaren Spitzen des Halskragens, wie der Knie— Dein Leben wagkest Du für sie — noch krägst Du der
ind Urmelaufschläge erhöhte. Bunden Narben, die jene Elenden Dir schlugen —
Dem Gebrauch entgegen, krug Alberque keinen drei gegen Einen — absr Goktt war mit Deinem star—
schmuck, keinen Orden. Nur an seiner von der Sonne eun Arm, der Gotk zu dem ich schwur, Dich mmmer
tief dunkel gebräunken linken Hand funkelte und blitzte u lassen — Dir zu dienen — Deine Magd zu sein mit
ꝛin Diamant von unermeßlichem Wert. eib und Seele? — Und Du, Großmaͤtiger — Du
Mehr mit välerlicher Freundschaft, als mit irgend leltest mich wie eine Tochter!
rinem Ausdruck der Leidenschaft, die bei seinem Einkritt Meinen Geist ließest Du bilden, mein Dasein gestal⸗
)as Anklitz der jungen Mestize durchzuckte, reichte er ihr kest Du licht und hell. — Und als der Reichtum
ie Hand. Dich überflukele, mit dem Dein sterbender Freund Dich
„Ich glaubke kaum, Dich zu Hause zu kreffen, Tony.“ bedacht, da war, entgegen meiner Furcht, an mich Dein
agte er in seiner ruhigen Weise. „Der Tag ist herr- erster Gedanke. Mit dem Glanz einer Fürstin umgabst
ich, Du hättest ausfahren sollen.“ du mich. Wie eine Fürstin sehe ich, einer Sklavin Kind
„Ohne Dich begrüßt zu haben?“ Fast wie im Ton elber einst Sklavin, mich au Deiner Seile in der großen
ses Vorwurfs klang ihre Stimme. Du hättest mich“ »aigsstadl, wohin ich Dich begleiten durfte, und oft
jreilich nicht vermißt, Sennor Charlos.⸗ age ich mich, ob ich nicht iräume, um elend und schwer
„Ich habe mich in meinen Zimmern verpätet,““ altäuscht zu erwachen, elend und enttäuscht wie an
erwiderle der Gouverneur. „Durfle ich so viel der Rüc- ienem Tage qu den ich nicht denken mag?“
4.
Au“ rieder in einem der prachtvoll ausgestatke—
en Salsa ves großen, mit fürstlicher Pracht geschmück—
en Hatels. das Seunor Alberqure, die vielgenannkeste
Derisputeit des Augenblicks, bewohnke, seit er vor we⸗
nücen Wochen in Paris angelangt war, um auf unbe—
unmte Zeit seinen Aufenihalt in der Königsstadt zu
nehmen, schritt eine junge Dame, von dunkler Hautfarbe.
Die Außereuropäerin verrakend, aber trefflich zu den
unklen Augen des scharf und energisch geschniltenen
sntlitzes, zu dem blauschwarzen Haar passend, dessen
———
zändern und Perlschnüren durchflochten war. Der Mode
õllig er kecgen, tirug jie ein lose anliegendes Gewand von
eirent, drutelrotem Wollstoff, das ihre miltelgroßze, ge—
chmeidi⸗e Gestalt in zahllosen Falten umwallie und
ang hintier ihr auf dem dunkelsammetnen, mit kostba—
er Sticdderei bedeckten Teppich nachschleppke.
sle schien voll Erwartung auf Elwas zu harren.
Beie richtele sie den Blick auf die schwere, damastne
Dortiee, die den Salon von den Vorgemächern tkrennte,
dald borete sie, als lauschke sie auf den Triff eines Kom—
menden. Nun jagle es wie eine Blutwelle durch das
Lelbliche Antlitz der Mestize.
Eine klare, wohlklingende Mannesstimme ward ver—⸗
nehmbar, die in spanischer Sprache einen Befehl erließ.
hann kam der Sprecher näher, mit leisem— durch die