Jokales
Gemeindegaswert. Betreffs des Gaspreises ist eine
Neuerung getroffen worden, die wohl von unserer gesamten
Linwohnerschaft mit Freuden begrüßt wird: fuͤr Leuchtgas,
owie Koch⸗ und Heizgas wird von jetzt ab unur noch ein
kinheitspreis erhoben. Bis jetzt haben viele Bewohner, um
die Aufftellung zweier Gasmesser und die Miete hierfar zu
exsparen, nur eine Flamme neben ihrem Kochgas gebrannt.
Jert löanen bei dem Kochzas sovꝛel Flammen gebrannt
verden, wie im Hause nötig sind: Der Preis fur dieses Gas
»leibt ein und derselbe. Das Gas wird pro Kubikmeter
nit 18einhalb Pfennig berechaet. Die Miete für den Gas—
nesser fällt ganz fort. Billiger in nur noch der Preis für
Craftgas (Motorgas), das mit 10 Pfse. pro Cubikmeter be⸗
ꝛechnet wird. Die Neuerung tritt bereits für den Monat
Oktober in Kraft. — Der Preis von 13einhalb Pfg. wird
mch in der Großstadt Saarbrücken als Eiaheitspreis für
doch⸗ und Leuch‘gas erhoben.
Der soziale Aufstieg des Bergarbeiters. Man
ann ohne Bedenken bebaupten, daß es früher, vor dew Auf⸗
bllihen unserer Industrie, sür den Arbeilet in so ziemlich
Men Berufen ungleich schwieriger war, in eine gehobene Stel⸗
ung zu gelangen, als heute. In dem niedert helnischewesi⸗
aͤlischen Industriebezirke, dem maͤchtigsten wohl in ganj
kuropa, ist tatsächlich die Zahl derjenigen, die vom Arbeiter
sum Unternehmer aufgestiegen fsind, eine sehr große. Man
saun aber noch eine audere Ärt hervorheben, wie der indufktielle
Arbeiter zu einer gehobenen Stellung gelangt, und dabei auf
den Bergbau hinwecsen. Im Rahrbezirk haben die Zechen
zanz auf eigene Kosten und ohne Beihilfe des Staates und
er Gemeinden die Schulen eriichtet, ia deuen die Arbeiter
uu Beamten ausgebildet werden. Da sind zunächst 24 Berg⸗
oIrschulen errichtet und zweckmaͤßig auf den ganzen Bezirk
ꝛexte lt. Zurzeit werden darin 828 Schuler unterrichtetin
weijaͤhrigein Kursus. Die Schulstunden sind so gelegt, daß
ale jungen Bergleute an dem Verfahren ihrer Schichten in
teiner Weise behindert werden. Sie erlangen in diesen
Echulen die Kenutnisse, die fie befähigen, die Prüfung für
die Aufnahme in die zweite Klasse der Bergschalen zu be⸗
lehen. Bergschulen wit zwei Klassen fur Bergleute mit
nindesters vierjähriger prakzischer Grubenarbeit haben wir
mn Bochum und Essen, vorzuglich ausgefattet mit allen Lehr⸗
xitteln. Der Unterticht in ein zweijaͤhriger mit täglich vier
Stunden, die entweder ganz auf den Vormittag oder ganz
inf den Nachmittag gelegt find, so daß die Schüler taͤglich
hre Schichten verfahren und sich vollstaͤndig durch ihre Ar⸗
deit unte rhalten koͤnnen. Schulgelg wird weder in den Berg⸗
vorschulen noch in den Bergfschulen erhoben. Zurzeit haben
diese Bergschulen in der zweiten Klasse 620 Schüler. Die⸗
enigen, welche bei der Abgangsprüfung das Prädikat „Gut“
uhalten, haben den Anspruch, ohne weitere Prufung in die
exfte Klasse der Begleute aufgene mmen zu werden. Man
zeht dabei von dem Grundfatz aus, daß eine Klasse nicht
dber 40 Schüler umfaßt, und daß im ganzen unur so viele
-„chüler aufgenommen werden, als erforder lich sind, um die
ZSteigerste len zu besetzen, damit fie dacaus ein Proletariat
aicht bilden kann. Tatsaͤchlich ind denn auch bereis monate
ang vor der Eatlassung fas sämtliche Schuller der zweiten
Aasse von den Zechen als Beamte engagiert. In der ersten
Aasse der Bergschulen werden die Betriebsführer ausgebildet.
Der Unterricht ist ein einjähriger mit täglich acht Stunden.
Schulgeld wird auch hler nicht erhoben, doch müssen die
Schüler fich selbst untethalten. Sie sind aber in der Lage,
in der Zwischenztit zwischen dem Besache der zweiten uad
zer ersten Klaye als Steiger das Ersorderliche zu ersparen.
So kaan der lchtige und strebfame Bergarbeiter, auch wenn
n von Hause aus völlig unbemittelt ist, eine angesehene und
zut bezehlte Beamtenstellung erreichen. Speziell die Betriebs⸗
uhrer sind in der Lage, ihten Kindern die defie Erziehung
ateil werden zu lassen. Die Zahl der Söhne von Betrlebs⸗
hrern, die Unlversitaten oder Technische Hochschulen besuchen,
ist eine erhebliche. In den übrigen deutschen Bergzwerks be⸗
irken sind ähnliche Schulen vorhanden. Nach der amtlichen
Zeitschrift für Berg⸗, Hütten⸗ und Salinen⸗Wesen“ sind
ein im preußischen Bergban 20480 Beamte beschäftigt.
Diese Beamten siad mit etwa 90 v. H. aus dem Arbtiter⸗
dande hervorgegangen.
Bei rheumatischen Schmerzen ist das Einreil en mi
jichtelnadeltintiur seht ratsam. Diese stellt man folgender⸗
naßen her: Man nimmt von der Nadelholzbäumen den
ogentenuten Maiwuchs, die frischen Triebe von Fichten, Tan—
gen und Klefern, schneidet sie in kleine Siuckchen, füllt damit
bis über die Hälfte eine, einen Liter fassende Flasche und
ließt darauf Frarzdrauntwein oder 96pro. Spuͤitus. Die
ut verschlossene Flasche setzt man ein biß 2 Wochen den
Sonnenßtrahlen aus oder fiellt sie an einen mäßig warmen
Ort und schuͤt elt die Flasche jeden Tag einmal tuchtig um,
aͤßt sie noch einige Wochen ruhig an einem dunklen Orte
lehen und giehßt dann die fiark techende Flässigkeit ab. Soll
zie Tunktur benutzt werden, so nimmt man, ist dieselbe mit
GSproz. Spiritus angefeht, ein Teil Waffer und juvel Teile
Tinktut, erwärmt diefes, indem man die glufsigken in ein
Topschen giehn und letzteres in heißes Wasser dellt; alsdann
ceibt man sanft damit die leidenden Stellen ein. Viele glau⸗
den, Emreibungen müßten recht kräftig ausgeführt werden,
hies ist aber grundfalich, alle zEmreibnngen müssen mähßig
ind ohne Druͤck geschehen. Hat man Tiektur mit Franz—
ranntwein beretet, so kann sie unverdünnt verwendet werden
Aus Aaß und Fern.
Oberstein, 24. Olt. Die Ehefrau des Likörfabrikanten
zustav Vogt, welche seit 2 Tagen vermißt wurde, fand man
eute am Kammerwoog als Leihe; sie war den etwa 30
Neter hohen Felsen an der Nahe herabgestürzt und lag im
Zestiüppe an der Nahe. Kopf und Gesicht waren bis zur
Ankennilichkeit enistellt. Die Frau stand im 24. Jahre und
iinterläͤßt ihtem Gatten 2 Kinder.
x* Föln, 28. Ott. (zu den Vergreichssfahr—⸗
en.) Die Milizärluftschiffmanöper, welche nach früheren
jeststellungen heute beginnen sollten, dürften erst Ende
er Woche ihren Anfang nehmen, da bis dahin die für
ie Teilnahme an den Manövern beftimmten höheren Mi—
itärpersonen vollzählig hier eingetrofsen sein werden.
Erst dann kann auch eine Entscheidung darüber getroffen
verden, inwieweit die Oeffentlichkeit und die Zulassung
ner Presse von den Manövern ausgeschlossen ift. Inzwischen
ind im Hotel du Nord abgestiegen: Generalleutnant Frei⸗
zerr von Lyncker, Inspelteur der Verkehrstruppen, Major
Hroß, Kommandeur des Luftschifferbataillons, Oberft
Zchmiedecke u. a.
*M.eGladbach, 285. Ott. (Einweihnug der
FürsorgeErziehungsauftalt) In Gegen
vart des Oberpräsidenten und des Landeshauptmanns hat
im Sonntag die Einweihung der von der Rheinprovinz
mit 1600 000 Mark RKosten errichteten großen Fürsorge-Erziehungsanstalt
bei Rheindahlen stattgefunden.
* Elberfeld, 28. Oft. (Die Beerdigung Bes
Abg. Schmidt.) Die heute Vormittag erfolgte Be—
rdi zung des früheren Vizepräsidenten des Kieichstages,
randtagsabg. Reinhart Schmidt gestaltete sich zu einer
indrucksvollen Trauerlundgebung. In dem unabsehbaren
—BD
degierung zu Düsseldorf, der stellvertretende Regiecungs
räsident Oberregierungsrat Miesitschek, die Reichstagsab
eordneten Cuno, Eickhoff, Fischbeck, Müller-Sagan, Dr
Viemer und der Landtagsabg. Gantert-Barmen, Wertre—
er des Wahlkreises Hagen-Schwelm und die gesamte
ztadtvertretang. Im Trauerhause hielten Ansprachen Dr.
iemer namens der Reichstagsfraltion und der liberalern
jraktionsgemeinschaft, Buschhaus⸗-Hagen namens der frei
innigen Wählerschaft Hagen-Schwelm und der Stadtver
ardnete Herbst namens der freifinnigen Volkspartei Elber
eld
*Essen, 25. Ott. Gwangsarbeitsnachweis
»er Bergarbeiter.) Im ganzen Ruhrgebiet wur—
»en gemeinsame Protestversammlungen des christlichen und
es alten Bergarbeiterverbandes gegen den geplanten
zwangsarbeitsnachweis abgehalten. (Die Unternehmer
aben es nicht zu bestreiten gewagt, obgleich sie ein sehr
arles Preßbureau mit großen Mitteln unterhalten, daß
ie die Gründung eines gemeinsamen Arbeitsnachweises
ür alle Zechen planen, den alle Bergarbeiter, die im
tuhrrevier Arbeit haben wollen, pafssieren müssen. Damu
hafft man sich unbedingte Gewalt über alle Ärbeiter, die
n Ruhrrevier Arbeit suchen. Ein Arbeiter, der sich miß
ebig gemacht hat, braucht jetzt bloß diesem Rachweis
Is „verdächtig“ oder als sonst versehmt gemeldet zu wer⸗
en, dann ift es um ihn geschehen. Der Arbeitsnachweis
ellt ihm einfach keine oder nur gekennzeichnete Papiere
us, und dann bekommt er keine Arbeit mehr, er mag
ille Zechen des Ruhrreviers abtraben. D. Red.) — Ein
nütig und entschieden wurde gegen die geplante Einfüh—
ung protestiert, die sür die ganze Bergarbeiterschaft sehr
chwere Nachteile im Gefolge haben werde. Der Streit
on 1905 sei nicht aufgehoden, sondern aufgeschoben.
* Frankfurt, 25. Oltober. GallonAnfall.) Der
zallon „Moenus“ vom Frankfurter Verein für Luftschiffa
hert unternahm am Sonntag Vormittag vom Gags—
verk Griesheim aus einen Auffstieg, der schon nach kur—
er Zeit ein unangenehmes Ende fand. In der Morgen—
unden herrschten außergewöhnlich starke Winde. Als der
zallon kaum hochgegangen war, wurde er von einem
Bindstoß erfaßt und in der Nähe des Rebstöcker Hofs
vieder auf die Erde niedergedrückt. Der Führer, Fabri—
ant Wurmbach, der den Ernst der Situation gleich
ichtig erkannte, zog die Rei ßleine und brachte so
den von der Bö hin⸗ und hergeschleuderten Ballon zum
Zinken. Infolge des starken Bodenwindes gab es noch
ine unsanfte Schleiffahrt, dann blieb der „Moenus“ auf
inem Acker dicht vor dem Hof Rebstock entleert liegen.
Wurmbach erlitt bei der Landung einen Armbruch, die
»eiden anderen Insassen der Gondel blieben unverletzt.
*Heidelberg, 25. Oltt. GFeuersbrunst Im
Ztädtchen Königshosen au der Tauber sind einem Groß—
euer neun Wohnhäuser, vierzehn Scheunen und Stallum
jen, sowie zahlreiches Vieh und Geflügel zum Opjfer
gefallen. Die Entstehungsursache des Feuers ist noch un—
elannt.
* Biberach, 25. Olt. AbgebranntesSchloß.)
das Warmsieinsche Schloß in Bußmannshaufen oberhalb
Laupheim ist heute fruh abgebrannt. Das Schloß, ein
ehr schöner Sitz im Rottal, war zur Zeit unbewohnt.
Besonders die Kapelle und die Bibliothek mu wertvollen
tacern bedeuten einen aroßen Verluft
Feltgramme.
Hamborn, 26. Olt. 400 Bergleute der Zeche „Deut⸗
cher Katser“ haben für den 1. Nov. gekündigt. Die Zechen—
eitung hat ais Ecsatz ausländisch⸗ Abbeller anwerben lassen.
Berlin, 25. O't. Im Bareau des Bankgeschäfts Max
jaffe in der Jägerstraße 8 erschien vor einigen Tagen eine
ehyr ficher auftretende Dame, dic einen Wechsel in Höhe von
30 000 M. präsentierte. Sie gzab an, Frau Direktor Martha
rdapp aus Aschersleben zu sein und bez ichnete ihren Gatten,
en Direktor einer Kohlenzrude, Lapp, in Ascheisleben, als
en Aussteller des Wechsels. Die Dame wurde von den
Be schaͤftsinhabetn gebeter, am nächsten Tage wieder zu
ommen, da sie erst Ekundigungen einziehen wolllen. Die
angestellten Richerchen ergaben aber, daß Frau Direktor Lone
pon ihrem SGatten getreunt lebt und daß dessen Unterschrift
uuf dem Wochel gefälicht watr. Als die Dame heute Vor⸗
nittag das Geschäftelokal wieder betrat, wurde sie von der
nzwischen benachrichligten Krimtnalpolizei verhaftet.
Landau, 25. Olt. Der Kafer Jaußry aus Weißenburg
. E. verlor gestern nachmittag im Zuge 608 auf der Strecke
dandau⸗Weißenbucg eine VBrieftasche mit 4850 Mark Inhalt,
ie dem Vernehmen nach aus elgenen und genossenschaftlichen
Zeldern bestaunden und zu Einlaufs zwecken hatten verwendet
verden sollen. Der Verlierer hat eine Beloonung auf die
Biedererlanzung des Geldes ausgesetzt.
Berlin, 26. Olt. BZun Racholger des Staatsjserre⸗
ärs Nieberdkng im Reichsjustizamt it der Kammer⸗
zerichtspräsident Li Sco ernannt worden.
Zürich, 26. Olt. Wegen der Demonstration vor dem
panischen Konsulat in Zürich beantragt der Bundesan-⸗
valt Kronauer beim Bundesrat die Usweisung der
ta ienischen Anarchisten Quas, Sensoli und Locatelli.
London, 26. Olt. Die Morgenblätter veröffentlichen
nehrere zwischen dem Premier Asquith und vVord
Lharles Bere 3for d gewechselte Briefe, worin Admi—⸗
al Beresford dem Premter vorwirft, daß trotz dem ge—
jebenen Versprechen drei Seeoffiziere, welche vor dem
Fünferausschuß zugunsten Beresfords Zeugnis ablegten,
»om Marineminister auf Halbsold gestellt wurden. As—
jurth stellt auf Grund eines vom Marineminister einge⸗
andten Schreibens eine Maßregelung in Abrede. Dieses
vird allerdings von Admiral Beresford als unbefriedi⸗
jend bezeichnet. Er behauptet im Gegenteil, daß die
dmiralität systematisch Seeoffiziere maßregele, die unter
hm gedient haͤtten.
Stockholm, 26. Olt. Um die durch die große Ar—
beitseinftellung bewirkie Auswanderung einzuschränken,
vird vom Nationalverein gegen die Auswanderung kräf—
ig agitiert. Man will den Arbeitern eigene Ackerbau—
arzellen zuteilen Hiersür hat eine allgemeine Substrip⸗
ion begonnen, aun deren Spitze Prinz Eugen und die
dönigain-Witwe von Schweven stehen.
Wien, 26. Olt Auf der Donau in der Nahde von
Kemi ranute gestern in voller Fahrt ein rumänischer Dampfet
mit einem ru sischen zusamuen. 21 Versonen au Bord des
litzteren haben den Tod in den Wellen getunden.
Geestemünde, 25. Otli. Das Eegelchiff „Marie
Thuu“ ist in der Außenweser im Sturm gesanken. 6 Mann
»et Besatßzung wurden vom Lotsenschoner „Peter“ gerettet
und hier gelandet.
Paris, 26. Olt. Der Zar sandte an den Köaig von
Italien nach dem Verlassen der iteliensschen Grenze folgen⸗
des Telegramum: „Ich verlasse Jialien, das Herz voller
Dankbatkeit für Dich und Helena. Ich danke Euch fur alle
kure Mülhe“. Der Zar sol im Laufe ciner Uaterredang
persprochtn haben, mit der Zarin baldigst wieder zurückzu—
lehren, weiche wünsche die srühere kleine Prinzessin, als Kö—
algin eines mächtigen Volkes kexnen zu lernen
Tsingtau, 25. Olt. Heute sand die feierliche Erdffnung
der chmesischen Hochschule in Gegenwart der deutschen Mli—
är⸗ und Zvilbegörden sowie hoher chinesischer Provinzial⸗
eamter statt, Die Schullerzahl ist voll. Der Uaterricht
heginnt sofoct.
Brieftasten.
Herrn —r hier. Ihre Zustimmung freut uns und ge—
en wir Ihrer Ansicht, daß man glauben sollte, man be—
ände sich in Fastnachtszeiten, vollkommene Zustimmung.
dommt da irgend einer, von dem in Dudweiler kaum ein
»aar Leute zu sagen wissen: „Woher des Wegs? Weß'
sNam', weß' Art?“ reißt seinen Sprechanismus auf und
vill allen Leuten Vorschriften machen. Dieser kleine Gerne—
zreß erdreistet sich sogar, einer Zeitung, die schon seit
mnehr wie 20 Jahren am Orte erscheint, vorschreiben zu
vollen, was sie für ihre Anzeigen zu nehmen hat — trotß⸗—
dem in jeder Nummer am Kopfe der Zeitung gedruckt steht:
Anzeigen werden die einspaltige Zeile mit 10 Pfg. berech—
net. Dies ficht solch' kleinen Gernegroß nicht im geringsten
in. Zuerst erklärt er: Die Zeitung ist unverschämt! (Das
Anverschämte liegt für jeden anständigen Menschen auf ganz
inderer Seite) Es wurde dann erklärt, die Rechnung
vürde bezahlt — auf die Aussage möchte man doch nicht
achten. Diese Erledigung läßt dem kleinen Gernegroß je⸗
doch keine Ruhe: er hascht nach Popularität bei seinen
Zuhörern, läßt seine Kauwerkzeuge klappern, hält eine donn⸗
ernde Rede gegen die Zeitung (auf die Wahrheit bei seinen
Aussagen kommt es ihm gar nicht an), quasselt von Lokalem,
Singesandt usw. und — o Graus! führt den Beschluß
der Versammlung herbei: Die Dudweiler Zeitung, die es
zewagt hat, den Lohn für ihre geleistete Arbeit zu fordern,
wird abbestellt! Jetzt hat er seinen Rachedurst befriedigt,
ist nicht mehr der kleine Gernegroß, sondern wirklich ein
roßer Mann, vor dem alles bebt, was da kreucht und
leucht, der da in Dudweiler kommandiert nicht blos
Wirte und Väcker, nein sogar die Zeitung auf sein Machtwort
hin erscheinen oder nicht erscheinen läͤßt. Wir trösten
uns jedoch in dem Gedanken, daß es wohl bei uns nicht
oleiben wird, denn solchen Geistern gelüstet es immer mehr
nach Opfern — Apotheke, Post, Gemeinde und Staat, und
aoch so viele andere werden an die Reihe kommen, um dem
zroßen Manne Befriedigung und Popularität zu ver—⸗
schaffen. Doch — bis jett sind die Bäume noch nicht in
den Himmel gewachsen — und noch nicht der Monde drei
werden in's Land gezogen sein, dann wird es heißen:
„es war einmal!“
Verlag der Dudweiler Zeitung
( 9— O *9— D
* — 6 9 S D —
—— ⏑ 6
wird in Sporsskreisen als geeignerste Seife bevorzuqt, da sie das nolwendiqe
näufiqe aschen von flanellrund osistoffen etc. ohne Schaden für diese ge-3laltelt.
Nan beachle die ꝙezielen Anweisungen für das aschen dieser heö
keln Kleidunqstücke. Sie blesben dann sters reie neu in Farbe und Gewebe!
— — — — — — — —⏑ — ——⏑ ——