Full text : Dudweiler Zeitung

Tokales.
D Zur Beschleunigung des Fernsprechverkehrs
/at das deichspostamt eine bemerlenswerte Anordnung in
zie Dienstanweisung aufgenommen. Wo eine Beschleu—
uigung des Verkehrs und eine bessere Ausnutzung der
Fernleitungen daraus zu erwarten ist, sollen die Teilneh⸗
ner einige Zeit vor der Ausführung der Verbindung ei—
ucht werden, sich in der Nähe des Fernsprechers verei
m halten. Diese vorläufige Benachrichtigung hat nament
ich bei Sprechstellen stattzufinden, von denen aus An
ufe erfahrungsgemäß mit Verzögerung beantwortet wer
den. Neu ist ferner die Bestimmung, daß die Vertehrs—
instalten auch den Sprechverker nach öffentlichen Ferm
prechautomatenstellen zulassen können, wenn für die Post
derwaltung Kosten durch die Bedienung der Automaten
nicht entstehen. Für die Einbeziehung von Sprechstellen
in den bei einer Verkehrsanstalt bestehenden Feuermelde—
dienst sind jetzt die Verkehrsanstalten zuständig. LRur wenn
mus diesem Anlaß eine Erweiterung oder Abänderung
der technischen Einrichtungen nowendig ist, ist dze Zu
timmung der Oberpostdirektion notwendig.
e Für Hundeliebhaber. Es dürfte ersprießlich sein,
inmal des Unrechts zu gedenten, das so vielfach am
hunde, dem anhänglichsten und edelften Tier, begangen
vird; ich meine, daß die Eigentümer desselben viel zu
jäufig mit seinem Besitz wechseln. Es sind besonders junge
Leute, die sich unüberlegterweise einen Hund anschaffen,
der ihnen häufig genug bald nicht mehr zusagt oder für
ihre Verhältnisse nicht mehr paßt; sie selbst finden fich
allerdings leicht darin, den armen Burschen aufzugeben,
während der Hund, wenun er seinen Herrn und dessen Fa—
milie liebgewonnen hat, sich abhärmt. Gibt es doch iehr
piel Hunde, welche nicht zu bewegen waren, das Grab
ihres Herrn zu verlassen, die sich auf demfelben nieder—
jegten und starben. Es sollte sich niemand einen Hund
anschaffen, der ihn nicht auch behalten will; denn der
dund ist immer bestrebt, sich innig an seinen Herrn zu
chließen. Tritt ein häufiger Wechsel ein, so entartet der
hund, er wird stumpf und gleichgiltig oder wild und
bösartig. Je besser geartet er ist, desto mehr wird er un—
ser dem Wankelmut seines Herrn leiden. Man lasse dock
ieber den Hund vergiften oder erschießen, wenn es einem
oerwehrt ist, ihn zu behalten, als daß man ihn fremden
ind vielleicht rohen Händen überliefert.
8-Uhr⸗Ladenschluß. Dieser ist jezt für die Gemeinde
Dudweiler genehmizt. Es schließen fortau alle Geschäfte
ibends acht Uhr mit Ausnahme der Lebensmittelbranche
Bäckereien, Condit oreien, Metzger tien, sowie Milchhandlungen),
ind der Gemischtwarengeschaäfte. Es eutspricht diet dem
Wonsche der im Haudelsgewerbe beschäftigten Augestellsen, aber
unuch dem Wunsche der Geschäftsinhaber, denn die Geschäfte,
ie heutigen Tages zu machen sind, lassen sich in der Zeit
zis 8 Uhr abenda gut erledigen. Das kausende Publikum
vird sich in kurzer Zeit daran gewöhnen, seine Einkäufe in
»er gesetzmäßigen Verkaufszeit zu machen.
Gewinnlifte. Die offizielle Gewinunliste der Lotterie
der internationaken Luftschiffahrtausstellung zu Frankfurt a.
M. liegt bei der Geschäftestelle der Dudweiler Zeitung offen.
Regiments-Jubilaum. Das Rheinische Infanterie⸗
Regiment Nr. 70 begeht vorauesichtlich Sonnabend den 7.
Mat 1910 die Feler seines 1530jährigen Bestehens. Sämt⸗
iche ehemalige altive Offiziere, Offiziere des Beurlaubten⸗
tandes, Sanltäts⸗DOffiziere, Beamte, Unteroffiziere uud Mann⸗
chaften, die im Regiment gedient oder in seinen Neihen
inen Feldzug mitgemacht haben, werden hiermit zur Teil⸗
ahme anfgesordert und gebeten, ihre genaue Adresse, unter
Angabe von Jahrgang, Kompagnie, Dienstgrad und jetzige
Stellung dem Regimeat entweder selbst oder durch Vermitte⸗
ung der Krieger⸗ pp. Vereinen einzusenden. Nach kingang
der Bdressen wird die genaue Festordnung bekannt gegeben.
xjs wird noch darauf hingewiesen, daß die Anmeldungen zu—⸗
aächst in keiner Weise biadend find, daß vielmehr endgültige
Eiklärungen erst nach Bekauntgabe der vorerwähnten Festord⸗
sung ab zu geben sind
Erhöhung der Aergte⸗Honorare. Der Kerzie⸗Verein
Saarbrücken bringt unter Bezuznahme anf die staatlich fest⸗
zesetzte preußische Gebühren Didnung für Aerzte vom 16.
Mai 1896 folgendes zur Keuntnis:
Eine Echöhung der Gedüuhren tritt ein:
1. Fur Besuche, die sofort oder zu einer bestimmten Zeit
verlangt und ausgesührt werden, ebenso für Desnche und
Beratungen in der Zeit von 9 Uhr abends bis 7 Uhr mor⸗
zens. (Nachtbesuche im Wohnort des Arzjtes mindestens
—
2. Fur Besuche, die in der Zeit von 6 bis 9 Uhr nach⸗
nittags bestellt werden und in dieser Zeit noch ausgeführt
verden sollen.
3. Fur Besuche nnd Beratungen, die Eonn⸗ und Feierags
 nachmittags verlaugt und ausgeftihrt werden.
b. Fur Beratungen außerhalb der Sprechstunden.
Wirkung der neuen Steuern. Ueber die Wirkung
er von der neuen Mehrheit beschlossenen Steuern schreibt
er bekannte Publizist G. A. Erdmann in seiner soeben er⸗
chienenen Shrift„Moderne Hansepolitik“ unter anderem:
datz diese Seeuern verkehrsafeindlich sind, darüber braucht
nan wohl kaum noch ein Wort zu verlieren, ebensawenig
)aruber, daß sie für das konsumierende Publikum eine schwere
virtschaftliche Last bedeuten.“ Eidmann wein dann auf die
»elannten Preisaufrundungen din, die, leils wegen Steuern,
eils wegen der allgemeinen Preissteigernng, unter dir auch
er Geschäftsmann zu leiden hat, teils wegen des voraus—
ichtich zurückgehenden Konsums and auch noch tausenderlei
anderen Gründen“ ersolgen. Ferner wird ausgefühtt, daß
der „Geschäftamann, der Handwerker mit den Pretsfeigerun⸗
gen tauächlich über das Maß der Steuern hinaus vorgehen
muß, um beflehen zu können; denn ihn krifft die Politik des
rücksichtslosen Agraärierlums überall.“ Weiterhin weist Erd⸗
nann auf eine von der Mannheimer Oitsgruppe des Hensa⸗
vundes angenommene Eklärung hin, worin es heißt: Wenn
ie Drangsalierung des Haxdels, der Industtie und des
Beldverkehrs bedeutende Kapitalmengen in das Ausland
teibt, dann sind die unaussleiblichen Folzen: Kapitalknapp⸗
jeit im Inlande, hoher Zintiuß, Rinderung der Unternehm⸗
ingslust, Stockung des Geschäftslebens. Jeder intelligente
dandwerkemeister weiß aus Eifasrung, daß eine schwere
Schädigung des Handels, der Industrie und des Geldverkehrs
nuch den Handwerkerstaud in Mitletderschaft zieht, denn sein
WVodlergehen ist mit den Gedeihen jener Erwerbezweige eng
oerknüpft. Wie sollte es aber einem Handwerker noch mög⸗
ich sein, auf einen grünen Zweig zu kommen, wenn neben
er Verteurrung von Biot und Fleisch durch hode Zölle,
zeben der fortgesetzten Steigerung der sozialpolitischen und
ver Steuetlafsen anuch noch das Btetriebskapital und die
ypotheken verzinst werden müssen und dabei Handel und
Vandel lahm liegen! Die agrarische Zollpalitit hat jetzt
chon die Kaufkraft weitet Schichten der Bevölkerung in
Uhlbarem Maße beeinträcht'gt. Wie soll das ern werdeu,
venn unser Erwerbeleben auch noch die verhängnisvollen
Stenein der keuen Reichstaasmebrheit trägen muß. Nicht

alos die Nahrungsmittelgewerbe und das Bauhandwerk haben
ie schlimmen Folger zu verspuüren, allen Zweigen des Hand⸗
verks wird die Erwerbstätigkeit erschwert und deren Ertrag
eschmaͤlert werden.
Rheinisch ˖Westfälisches Kohlensyndikat. In der
etzten Beiratositzung der Rzein'sch⸗Westfälischen Kohlen⸗
yndikats wurde die Umlage für das vierte Vierteljahr 1900
u der bisherigen Höne für Kohlen auf 9 pCꝛ, für Koks auf
pCt und für Brikette auf 5 pCt festgesezt. Wie weiter
nitgeteilt wurde, hat der seinerzeit eingesetzte Ausschuß zur
Zrüfung des Verhältnisses des Kohlensyndikats zu den Koh⸗
enhaudelsgesellschaften nach verschiedenen Sitzungen seine
lufgaben beendet. Der Ausschuß erftattete über seine Tätig—
eit einen Bericht der damit schließt, daß die Kohleuhandels⸗
zesellschaften sich zum Vorteil des Syndikats wie der ab⸗
iehmer bewaährt haben und daß es sich empfiehlt, diese Form
»es Weiterverkaufes auch fuüͤr die Zukunft beizubehalten und
veiter auszugestalter. Der Bericht bes Ausschusses erklärt
s fur selbstoerständlich, daß der Vorstand des Syndikats die
Zeschäftshandhabung der Kohlenhandelsgesellschaften nach wie
yor einer strengen Kontrolle unterstellt, damit etwaige Ausvüchse
 sofort beseitigt wrrden könner. Die sich daran an⸗
chließen de Zechenbefitzerversammlung erteilte die
rachträgliche Genehmigung für die vom
Borstand für Oktober in Aasptuch genommenen Beteiligungs
inteile in Kohlen. Kols und Briketts und setzte die Beteili⸗
ungsanteile für November und Dezember in Kohlen auf
30 pCt. wie bisher, in Koks auf 66 pC.o. (bisher 60 pCi.)
ind in Briketts auf 80 pCe. wie bisher fest. Die Beteili⸗
sungsziffer für Koks wurde also um b pCt. erhöht.
Frauenfrage. Wie die Kaiserin zur Frauenfrage steht
jat niemand treffender und zugleich drastischer ausgesprochen,
als der Kaiser selbst. Es wird erzählt, daß Kalser Wilhelm
nuf der Nordlandreise sich mit einer Amerikanerin unter⸗
alten habe, die das Gespräch schließlich auch auf die Be⸗
irebungen der modernen Franenwelt brachte. Beredt wußte
ie den Gegenftand von der einen und der anderen Seile zu
leuchten. Der Kalser hötte ruhig zu, und als sie geendet
jatte, nickte er mit dem Kopf und sazte: „Ich fühle mich
m wohlften bei der Lösung, die meine Frau in der Frauen⸗
rage getroffen hat. Die haͤlt es nämlich mit den drel Ke:
düche, Kinder, Kirche“

Ans Aah und ZFern.
*Köln. 23. Olt. Oie BVergleichsfahrtend
Auf eine Anfrage an das Königliche Gouvernement, wi⸗
»ie Flugversuche in der militärischen Flugwoche gedach
eien, ob kleinere oder größere Aufstiege geplänt seien,
vird geantwortet, daß die ganze Veranstaltung in den
händen des Kriegsministeriums liege, dessen Vertreter hier
och erwartet werden. Erst nach ihrer Anlkunft foll ein⸗
donferenz stattfinden, worin das Programm für die Luft
chtffmanover aufgestellt und gleichzeitig daruüber beraten
verden wird, ob die Presse zu dem Aufstiegplatz zuge⸗
assen, oder ob Tagesberichte an die Presse abgegeber
verden sollen.
*öln, 28. Olt. (Defraudant.) Ein Kommp
onär des Hotels „Belgischer Hof“, der mit 10 000 Marl
ur Bank geschickt worden war, ist mit diesem Betrage
urchgebrannt.)
*Jũulich, 23. Olt uUebersacren.) Auf dem
zahngeleise zwischen Kirchberg und Aldenhoven wurde
ie Leiche eines Bahnangestellten gefunden, der zweifelio⸗
on der Eisenbahn überfahren worden isi
* Honnef, 28. Okt. Tödlicher Unglücksfali.)
luf der Bahnhofstrahe brach ein mit Kartoffeln schwer
eladener Wagen zusammen. Der Fuhrwerksbesitzer, ein
zemüsehändler, wurde unter den herabstürzenden Säcken
egraben und so schwer verletzt, daß er alsbald ftarb.
*Gelsenkirchen, 23. Okt. Scharlach.) Hier herrscht
er Scharlach. Im katho ischen Krankenhause befinden sich
2 und im evangelischen 20 Kranke, hauptsächlich Kinder
Nehrere Schulen wurden desinfiziert.
Graf Zeppelir in Riva. Graf Zeppelln ist in
Miva eingetrofsen und im Grandhotel Sole abgestiegen.
Opfer ihres Beruses. Aus Königsberg wird be—
ichtet: Unweit Schedeisken wurden zwei Bahnwärter von
inem Perfonenzuge überfahren und sofort getötet. Die
Zzerunglückten hatten die Strecke revidiert und infolge dich
en Nebels einen herankommenden Zug nicht bemerkt.
Verbrechen. In Juhlschau bei Flensburg wurde die
Frau des Landmanns Lorenzen in ihret Wohnung
rschlagen augefunden, waährend der Ehemann und
»er Sohn bewußtlos in ihren Boetten lagen. Die Flens—
»urger Krimisalpolizei ist mit Volizeihunden nach dem
Tatort abgegangen.
Deutsches Schiff gesunken. Infolge eines großen
zrandes ist auf der Höhe von Pernambuco das deutsche
zollschisf „Posen“ gesunken. Das Schiff hatte
»amburg am 5. September mit der Bestimmung nach
zalpargiso verlassen Die 91 Mann zählende Besatzung
ourde von dem englischen Dampser „Earl of Carrick aus
senommen und in dRio de Janeiro an Land gesetzt.
Postdiebstahl. Auf einem Postamte in Budapesi
vurde ein Postbeutel mit 36 000 Kronen in Gold ge—
tohlen.
Eine ergötzliche Theatergeschichte spiette sich nach
em „Gil Blas“ eines Abends in der Comedie ab, als
nan Mussets Stück „Un Caprice“ gab. In einer Loge
aß ein Herr, der obhne sich um Autor, Schauspieler und
Lublisum zu kümmern, ganz laut schnarchte. so daß das
SZpiel auf der Bühne unterbrochen werden mufßte. Das
Bublikum war furchtbar entrüftet und man schrie: „Werft
»och den Kerl hinaus!“ Der Logenschließer ging in die
Loge, in der der Schnarcher saß, weckte den Mann auf
und ersuchte ihn, das Theater zu verlassen. Und wer war
der Schnarcher, — Alfred de Musset in eigener Person
Telephon⸗Weh. Wir lesen in der „Disch. Wochen
zeitung“ fur die Rederlande: Im neuen Amslerdamer Te—
ephon Adreßbuch wurde irriümiicherweise unter der Ad
cesse einer Mebgervereinigung die Bemerkung gedruekt:
„Nach 5 Uhr kann die Tirettion an idrer Privatadresse
ver. 10 erreicht werden.“ Diese BVemeriung sollte jedoch
unter der Aoresse einer Lebensversicherungs⸗Geseltschaft ste—
hen. Als nun der Direktor letzterer Gefeischasi kürzlich zu
Tische saß, wurde er telephonisch angerusen. In der
reudigen Annahme, am Ende gar ernen Vertrag per
elephon abschleeßen zu konnen, legte er sein Ohr an den
richier und vernahym eine wütende Stimme: „Es ist eine
zchande!“ — „Was ist eine Schande?“ — „Um 35 Uhr
abe ich das Fleisch besiellt und jetzt ist's noch nicht da.
Freßt's selost!“ — „Nein, aber so etwas .. Rrri!
Abgelaufen! Kopfschüttelnd setzt sich der Herr Direlte—
vieder zu Tische. Da klingit's nochmals: „Halloh!“ —
Haben Sie zwei Hinterpfoten?“ — „Sie sind wohl ver⸗
ückt!“ — „Aber nen Ochsenschwanz haben Sie doch?
zch muß ihn sofort haben.“ — „Der Teufel soll Ihnen
einen Schwanz geben. . .“ — Um 5 Uhr morgens sollte
»er Herr Direktor auch noch seine Gedaͤrme abgeben. Er
vill nun die Telephongescellschaft wegen Hausfriedens⸗
·ruch verklagen.

Lelegramme.
Essen a. d. Ruhr, 285. Olt. Im ganzen Rubrbezirk
aben gestern stark besuchte Versammlungen von Bergarbei tern
lattgefunden. Ueberall waren die Mitglileder des christlichen
and des alten Verbandes mit den nicht korporirten Knappen
uf ammengelreten, um gemeinsam gegen den vom dem Zechen⸗
jerbaud geplanten Arbeitsnachweis zu protestieren, der als
in Ersatz für die schwarzen Listen gelten koͤnne, nur daß der
Kachteil für die Bergarbeiter ñoch größer sei. In allen
zersanmlungen mahte sich wegen des letzten Planes des
hechenverbaudes eine greße Erbitterung geltend. Die Be—
chlüsse der Knappen gingen sämtlich dahin, den Zechenver⸗
and aufzufordern, von der Er ichtung des fsilr Westdeutsch⸗
aud geplanten Arbeitsnachweifes Abstand zu nehmen. Tue
er dies nicht, so würde damit auch der Verband die volle
VBerantwortung tragen für die schweren Konflikte, die sich
zann im Ruhrrevier entwickeln müßten. Weiter forderten die
Bersammlungen die Unterstützung der Regierung zur Ein⸗
hrung von Tarifverträgen, die allein den Frieden mit den
zechenbesitzern erhalten würden.
Berlin, 25. Oklt. Wie die Deutschen Nachrichten
rfahren, wurde dem Staatssetretaͤr des Reichsjustizamts,
dr. Nieberding, der er betene Abschied be
villigt. (Dr. Rudolf Nieberding ist am 4. Mai 1838
geboren, wurde 1866 Hilfsarbeiter im Handelsminsterium,
872 ins Reichskanzleramt berusen und 1875 zum vor
ragenden Rat ernannt. Seit 1889 war er Direttor der
rsten Abteilung im Reichsamt des Innern. 1893 wurde
5 Nieberding Staatssekretär des Reichsfustizamts. Die
ted.)
Wien, 25. Okt. Der hiesige spanische Botschafter be—
eichnet alle Meldungen von außerordentlichen Maßnah⸗
nen, die in Madrid angeblich zum Schutz des Königs
jetroffen seien, und die Meldung, daß der König in sei⸗
iem Palaft das Leben eines Gefangenen führe, als bös
villige Erfindungen.
Belgrad, 25. Olt. Wegen dexr Ministerkris«a
vurden die Anleihe⸗Verhandlungen in Paris abgebrochen.
Belgrad, 25. Olt. Nachdem die Kompromißverhand⸗
ungen zwischen den beiden radikalen Parteien geschei—
ert find, legte Pasitsch das Mandat der Kabineuisbild⸗
ing nieder. Der Prasident der Sltupfichtina, Nito«
ist ĩich, wurde ins Palais berufen.
Laufaunue, 23. Olt. Das Gericht in Vevey hat den
Keserve-Offizier R.aus Dortmusd, der dem Oberleutnaut
dochner aus Bern am 20. Auguß in Moutreurx auf offener
Straßze eine Ohrfelge versetzte, zu 5 Monaten Gefängnis
ind 1000 M. Entschädignug verurteilt.
London, 23. Okt. Der gewühnlich recht gut informirte
korresponbent der Morning Post in Tanger telegraphirt,
daß es in Marolko ein offenes Geheimunis fek, daß der Ab⸗
oruch aller diplomatischen Verhandlungen zwischen Madrid
and Fez stündlich erwartet werde. Von Tanger und der
NRachbarschaft sowie von Distrikten, die hunderte von Meilen
udlich liegen, ziehen Scharen von gut bewaffn ien Kriegern
aach dem Norden, um die Riffleute zu verstaken. Auch Ge—
irgsgeschütze, die zum Teil von Enropäern bedient werden,
nehmen ihren Weg dorthin. Die Maroklkaner sind Über—⸗
eugt, daß sie in dem Kriege mit Spanien Sieger bleiben
verden und ihre Begeisterung gewinnt namentlich in Tanger
'ast fanatischen Charakter.
Warschau, 23. Okt. In Czenstochau drangen in der
etzten Nacht unbekauute Diebe in das in ganz Polen be—
ühmie Paulinen⸗Kloster ein. Aus der Kapelle raubten die
kinbrecher einen mit Perlen besezten Rock, eine diamantbe—
etzte Krone und alle Juwelenopfer im Werte von mehreren
Millionen Rubel.

Briefkasten.
An den — held in der gestrigen Versammlung betr. Brot⸗
ind Bierfrage. Außer über Bäcker und Wirlte hat auch die
Dudweiler Zeitung herhalien müssen, weil diese ihre An⸗
eigen bezahlt haben will. Also das allerratürlichste ist bei
olchen Leuten nicht mehr angangig! Eine Zeitung, die An⸗
eigen aufnimmt, will solche auch bezahl haben — wovon
oll der Herausgeber denn seine Leute uad die enormen Un⸗
osten, die eine Zeitung verlangt, bezahlen? Jeder Arbeiter
st seines Lohnes wert — dies füühren Sie doch immit im
Munde! Bis jetzt ist es noch keinem anständigen
Menschen eingefallen, seine Schulden nicht zu bezahlen —
und Sie wollen sich dies leiften und noch dazu schimpfen!
So weit gehen selbst Sozialdemoktaten nicht! Sie haben die
Anzeigen an die Dudweiler Zeitung als Anzeigen aufgegeben
and nicht als Eingesaudt. Diese Behauptung war eine
dreiste Lüuge! Sie scheinen eine recht metkwürdige Auffassung
u haben, sonst würden Sie nicht davon reden, daß Einbe—
rufungen von Versammlungen unter Lokalem oder als Einge⸗
sandt aufgenommen werden müßten. Diese Ansicht ist so
ilbern, daß es sich nicht der Rühe lohnt, mit Ihner darüber
uu rechten. Den Betraz für Plakate und Anzeiçen sind Sie
ehrlich schuldig. Bie jetzt hat noch kein Mensch feine Schul⸗
den mit Schimpfen bezahlen köanen.
Verlag der Dudweiler Zatung.
Bekanntmachung
Die Provinzialstraße hierselbst von der Brückensttaß bis
zur St. Jagbererstraße wird von Mittwoch den 27. do.
Mis. bis auf Weiteres für den Durchgangsverkehr gesperrt.
Letzteret wird für die Dauer der Absperrung über die
Zrücken⸗ und Sudstraße geleitet.
Die Sperrung ist durch ent'prechende Schilder keuntlich
gemacht.
Uebertretungen werden auf Grund des 8 2 der Polizei-Verordnung
 vom 10 August ds. Is. bestraft.
Dudweiler, den 22. Oltober 1909.
Die Polizei⸗Verwaltung.
Der Bürgermeister Jost

—F

Igame auen.
tricket nur Sternwolle

9
rangesterr teinste Sternwollen
laustern
J
oatstern hochfeine Sternwollen
oletstern
rümnstern beste
reounstern xkonsum giernwollen
trümpse und Socken aus Sternwolle
ind dis bütlgn, weil an
2Itharkeit imTragen unübertroffen!

— —
— üRß—“8

7 3 * 4
ιMα PAαια u Vunsch gratis!
Kkammgarnspiegsrel, Altona-Gahrenfet-——
 ⏑ ⏑ ⏑ — —— — —
            
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