Full text : Dudweiler Zeitung (22.1909)

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Freitag 22. Okt. 09

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rufgabe hat, Die porr lebenden spanischen Fluchtlinge zu Italien feren ausgezeichnet, getragen von der
ewachen. An der Spttze stehe ein ehemaliger französi- JFrößten Herzlichteit unde der gegenseitigen Hochachtung.
cher Geheimagent, der sein Bureau in der spanischen
hotschast habe. Zurückstellung der Schiffahrtsabgaben?
Wie nach dem „Hamb. Korr.“ von unterrichteter
Seite verlauiet, soll die sächsische Regierung im Bundes—
rat den offiziellen Antrag gestellt haben, die Beratung
des Geseßes über die Cinführung der Schiffahrts-Abga—
ben bis auf weiteres zu verschieben.
Die sächsische Rtegierung stand von Anfang an der
Einführung der Schiffahrtsabgaben ablehnend gegenüber
und wird in diesecr Opposttion von der badischen und
hessischen Regierung unterstüßt. Sachsen fürchtet von der
Finführung der Schiffahrtsabgaben eine starke Beeinträch—
ngung des Verkehrs auf der Elbe, die im wesentlchen
zurch eine Ablenkung des böhmischen Erports hervorgeru—
sen werden wurde, der bisher die Elbe entlang über
Zamburg ging und sicher nach den österreichischen Häfen
Triest und Fiume abgelentt würde. Die'e Gefahr liegt
imso näher, als die österreichische Regierung schon seit
langer Zeit durch Gewührung außerordent ich niederer
Söre den Verkehr über Triest zu lenken bestrebt ist und
dieses Ziel nach Einfuhrung der Schiffahrtsabgaben vor—
zussichtlich auch erreichen würde. Auch die bayherische Re—
gierung hat gegenüiber dem Entwurf in seiner jetzigen
Fassung nicht unwesentliche Bedenken, trotzdem sie im
Prinzip mit der Einfünrung der Schiffahrtsabgaben ein—
vorstanden ist, da Preuken von der Einführung der Schiff
fahrtsabgaben den Vou des RKanals Aschaffenburg-Ossen—
bach abhängig gemacht hat, dessen Zustandekommen ein
Lieblingswansch des vayerischen Thronfolgers, des Prin—
zen Vndwig, ist.
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Fernsprech⸗Anschluß Saarbrucken Nr. 69, 259 269 u. 1261.

BVolitische Rundsichan.
Deutsches Reich.
⸗*Zu den vielen Privatklagen, die der Verleger Bruhn
on der „Wahrheit“ wegen Beseidigung gegen verantwort—
iche Redatteure verschiedener Zeitungen angestrengt hat,
rfährt das „Becl. Tagebl.“, daß sämiliche Pr.vatbe—
lagten Schriftsätze an die Gerichte gelangen ließen, in
enen um Beschleunigung des Prozesses gebeten wird
die Betlagten wollen den Wahrheitsbeweis antreten. Es
teht zu erwarten, daß ein Teil der Privatklagen noch vor
ßeginn der Reichstaussitzungen verhandelt wird.
* Die Nachricht, daß die sächsische Regierung
m Bundesrat den Antrag gestellt hat, die Beratung des
zesetzcs über die Schiffahrtsabgaben zu vertagen,
ntspricht, wie eine Berliner Korrespondenz erfährt, nicht
»en Tatsachen.
»Die internationale Postschek-Konferenz is
u Berlin eröffnet worden. Den Vorsitz führt Unterstgaats—
ekretär Frank. Die baherische Postverwaltüung ist durch
en Ministerialrat Hausliaden und Osßerpostassessor Kauf—
nann, die württembergische durch Finanzrat Dr. Sigcei
ind Postrat Schloßberger vertreten Außerdem nehmen
loch daran teil die Postverwaltungen von Oesterreich-Un—
arn und der Schweiz. Der Zweck der Konerenz ist die
xinrichtung eines internationalen Postgiroverkehrs zwi—
hen Deutjichland, Oesterreich- Ungarn und der Schweiz.

Spanien.
* Unter Vorbehalt wird mitgeteilt, daß der Mini-—
ter des Inzmeren in der Absicht, die Schwieigkeiten
 zwischen dem Kabinett Maura und der
»onservativen Partei zu beseitigen, dem Ministerpräsiden—
n seine Demission überreicht habe. Maura soll
ieselbe jedoch nicht angenommen haben, da er zur Zeit
ber die Lage noch zu keinem Entschluß gekommen iei
Der Besuch des Reichskanzlers in Rom.
M Die „Triduna“ tritt scharf in einem Artikel der Auf—⸗
issung der dreibundfeindlichen Blätter entgegen, als ob
ader Verschiebung des Besuches des Reichskanzlers v.
zethmannHollweg in Rom Mangel an Rück—
cht gegen Italien liege. Das Blatt erinnert daran, daß
zethmann-Hollweg gleich nach seiner Ernennung zum
teichsskanzler, dem Minister des Aeußern, Tittoni, in
mem sehr herzlichen Briefe den Wunsch ausgesprochen
abe, sobald als möglich nach Rom zu kommen, um dem
»önige seine Aufwartung zu machen und den Minister—
räsidenten Giolitti persönlich lennen zu lernen. Die—
er habe darauf geantwortet, der König sei von Rom ab—
ocsend und würde erst gegen Mitte November dorthin
urlickkehren. Er teile den gemeinsamen Wunsch des Kanz
ers und Tittonis, daß der Besuch in Rom stattsinde
Nit Rücksicht auf die beginnenden parlamentarischen Ar—
eiten auf der einen Seite und dem gemeinsam gehegten
vBunsche, daß der Besuch in Rom stattfinde, auf der an—
»eren Seite, habe sich jedoch eine Verschiebung notwen
zig gemacht. Die Beziehungen zwischen Deutschland und
— ε !ν

Fraukreich.
»Die „Humanite“ bringt die Enthüllung, daß die
panissche Regierundg, ebenso wie früher die rus—
sche in Paris eine Geheimpolizei unterhält, die die
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