Lokales
Hohtzer Besuch. Herr Handelsminister Sydow unterzog
zestern die ÄAnlagen der Grude Dudweiler einer Besichtigung.
Lon auswärts befanden sich in seiner Begleitung Herr Bergzauptmann
v. Velsen aus Bonun, sowie die Herren Fuchs
ind Uensküb, Minifterialräte der Abteiluxg sür Berg⸗, Huütten⸗
ind Salinenwesen.
Von der Saar, 18. Okt. Zur Versorgung der sämt⸗
schen Staatsgruben im Saarrevier mit eleltrischer Energie
ind in Luisenthal und Heinitz zwei Haupistationen errichtet,
m de jetzt nahezu alle Gruben angeschlossen find. Außei—
jem sind die verschiedenen Gruben untereinander verbunden,
damit im Falle von Störungen der Strom umgeleiter wer⸗
jen kann.
Gartenbauverein. Auf die Gartenbauvereinsver⸗
ammlung am heutiten abend machen wir hiec noch be⸗
onders aufmerksam, namenthich darum, weii jedem einzelnen
Mitgliede Gelegenhei: gegeben wird, mitbestimmend auf das
Brogramm für die Winterveinsabende mitzuwirken.
Etraßenbau. Die Provinzialstraße ist jtzt vom sog.
ẽcbrunnen (Brückenstraße) bis Marktplat fertiggenellt. Da⸗
urch hat die Straße ein schmuckes Aussehen erha ten. Die
stinnenanlage ist vollständig durchgeführt, sowie aus beiden
Zeiten der Burgersteig. Da auf dieser Strecke fast aus⸗
chließlich Geschäftöhäuser an der Straße liegen, hat das
zanze Bild ein meihr siädtisches Aussehen angenommen. Mo⸗
nentan werden Arbeiten am Markiplat ausgeführt, denen
vann die Arbeiten von der Brückenstraße nach der Hülte zu
olgen werden.
Gingesandti. Wie wir schon vor kurzem berichteten,
eranftaltet am kommerden Sonutag den 24. d. M. der
ẽEInb Fidelia im Nassauer Hof die Aufführung der roman⸗
ischen Tragödie von Friedr. von Schiller „Die Jungfrau
zon Orleans“. Wer je Gelegenheit gehabt, in dieser Tra—⸗
zödie den Worten unseres großen Dichters zu lauschen, der
vird, von Begeisterung hingerissen, ausgerusen haben welch
jerrliche, edle Sprache, welch köstliches Eche, so ganz einem
er großten Männer unseres Volkes auf diesem Gebiet
pürdig. Doch nicht nur schöne Worte, auch Handlungen in
zülle und Fuͤlle bringt uns die Jungfrau von Oileans.
ßon der einsamen Schäfertrifft werden wir im Geiste von
sjem mußigen Hof Karl 7, von dem wilden Kriegsgetümmel
u dem prunkvollen Krönungsfeste versetzt. So trennen uns
senn von diesem für Dudweiler selten gebobotenen Genuß nur
noch wenige Tage. Für kommenden Sonntag muß daher
hei einem theaterliebenden Publikam die Parole lauten:
Auf zur Jungsrau von Otleans, zumal die niederen Ein⸗
rittspreise in keinem Verhältniß zu dem Dargebotenen stehen
und der Club Fidelia weder Kosten noch Mühe schrut, die
Beranstaltung zu einer würdigen zu gestalter. Die gesamte
lusstatiung wie Kostüme, Rustungen, Waffen, Fahnen eic.
ztegt in Händen einer ersten Fiima dieser Branche. Der
Keinertrag wird zu Wohltätigleitszwecken verwandt. (Näheres
iiehe Anzeige.)
Warum wir so schnell altern. Ueber dieses Thema
prach vor einer zahlreichen Versammlung, die der Verein
ür Volkshygiene in Berlin veranftaltet hatte, dee bekannte
ürit Professor Dr. Grawitz. Er trat energisch der An⸗
chauung entgegen, daß mit dem Greisenalter Siechtum und
lerlet Krankheiten verknüpft sein müßten. Die abgeklärte
Beisheit des Alters ist auch siets als besonders wertvoll ge⸗
chätßt worden. Wenn es viele Leute gibt, die einem vor⸗
seitigen Siechtum verfallen, so kann man leicht die Gründe
afür in den einzelnen Fällen fiaden. Bei Himndarbeiten ist
s meistens übertrieben starke Arbeit, verbunden mit unge—⸗
MUgender Ernährung. Bei geistigen Arbeitern die starke geiftige
Arbeit, der eine meift geringe körperliche Taätigkeit gegenüber⸗
teht, hastiges oder zu gutes Essen Ichwer verdauliche Speisen)
Dabei kann es allerdings vorkommen — wie es uneulich erft
geschah —, daß bei einem Prozeß die Zeugen in Ohnmacht
iuken und dergl. Alkohol und Nikstin find nicht zu vergessen.
Bei den Frauen, die geistige Berufssarbeit haben, bringt häufig
ine ungenügende körperliche Ausbildung frühes Siechtum
justande, bei verheitrateten Frauen dagegen vorzeitige Ruhe
und Biquemlichkeit. Ganz besonders weist Prof. Grawitz bei
den Ursachen zum schnellen Alter auf eine sehr verbreitete
Sitte hin, daß nämlich die Menschen in verhältnismäßig
uhigem Alier schon ihre Tätigkeit aufgeben, sich zur Ruhe
etzen. Ganz plötzlich fehlt dann dem Körper der Anreij,
zurch den beschäftigten Geist, und die Folge zeigt sich über⸗
aschend schnell: Siechtum oder Tod. Ein Fall far viele.
Dder Leiter eines großen Londoner Hospitals gibt sein Amt
iuf. Folge: Siechtum. Er wird gezwungen, seine Tätkgkeit
noch einmal aufzunehmen, und siehe da — seine Keäfte
ehren wieder zurück! Prof. Grawitz warnt eindringlich vor
jem „frühen Großvaterstuhl“. Seine übrigen Raischlägze
ur Erreichung eines gesunden Greisenalters sind klar und
insach: Fur den Großstädter. der viel geistig arbeitet, liegt
as Heil draußen vor den Toren der Stadz. Bewegaung
ind wieder Bewegung, durch welche die Muäskeln gestärkt, der
Blaikteislauf und die Herziätigkeit wohltuend angeregt wer—⸗
en. Aber dabei soll nicht nur der Körper, sondern auch
er Geist etwas zu tun haben. Freilich muß die Betätigung
juf andeter Linie liegen als die Berufsarbeit. So ist u. a
ie Jagd für geistige Arbeiter ein guter Sport. Piof.
Krawitz warnt weiter vor übertriebener Serge wegen Arierten⸗
zerkaltung im Alter. Wenn rechtzeitig der Arzt hier eintritt,
aͤßt fich schon Hilfe schaffen. Man braucht nicht gleich Angst
uu haben, wenn auch ein paar Blutgefäße der Hand hart
verden; deshalb können auch die Gehirnarterien, auf die es
vos ankommt, noch lange gut bleiben. In der Rüuückkehr zur
datur kann der Mensch am besten den Gefahren der Groß—
dadt entgehen.
Aus Nah und ZFern.
Bölklingen, 19. Okt. In seiner letzten Sitzang vom
3. d. Mis. hai der hiesige Gemeinderat für die Lehter nach—
ilgende Ortszulagen beschlossen:
Vom 5. bis 10. Dienstjahr 100 Mark,
II, 18. 150
16., 189.
20.03 22.
23., 28.
28. ab 400,
Gleichzeitig erhalten diese Ortszulaaen rückwirkende Kraft
um 1. April 1909.
Trier, 19. Okt. Bei Deutschoih in der Nähe der deutsch⸗
anzösisch-luxremburgischen Grenze brach ein Streit zwischen
alienischen Arbeitern Aus. Französische Grenzaufseher gaben
zchusse ab, wodurch der auf deutschem Gebiet befindliche nicht
eteiligte sranzösische Deserteur Lenoit am linken Arm und
zergmann Girardi durch einen Schuß in die Hüfte verletzl
nurden. Die Untersuchung ist einatleitet.
Effen, 18. Ott. Mit der beabfichtigten Einführung
es Zentralarbeits⸗Nachweises des Bergbaulichen Vereins be⸗
aßlen sich gestern im Ruhrbezirk verschiedene Bergarbeiter⸗
ersammlungen. Es wurde in den Versammlungen allgemein
ei Auficht Ausdruck gegeben, daß die Bergarbeiterschaft im
duhrbezirk sehr ernsten Zeiten entgegengehe. Man befürchtet
urch den zentralisierten Urbeitsnachweis eine Schmälerung
es Kuündigungsrechts, Unterbindung der Freizügigkeit der
duhrbergleute. Man fieht ferner in ihm ein Kampfmittel zur
Interdrückung der Bergardeiter Organisationen. Die Ver.
ammlungen prolestierten schaff gegen die Einführung des
Nachweises und sorderten zum geschlessenen Eintreten gegen
ie Bergwerksbesizer auf. In den Versammlungen des
Lhrinlichen Gewerksvereins der Bergarbeiter wurde die
Initia'ive der Gewerksleituag zur Einberufung einer ge⸗—
neinsamen Sitzung der Bergarbeiterorganisations⸗Vorständ⸗
ind die Anregung zu einem gemeinsamen Vorgehen aller or⸗
janisierten Ruhrbergleute gezen die Einführung des Zeutral⸗
irbeitnachweises einstimmig gebilligt. Ee wurde die Ein⸗
Uhrung von paritätischen Arbeitsnachweisen der Arbeitgeber
ind Arbeituehmer im Bergban, sowie die Schaffung von
darifverträgen gefordert.
* Düsseldorf, 19. Ott. Gerunglückt. — Das
ilte vVied.) An einem Schulneubau auf der Für—
tenwallstraße stürzte einem Bauarbeiter ein gefüllter Mör—
elkaften auf den Kopf. Dem Verunglückten wurde das
ssenich gebrochen. Er war sofort tot. — In Dellhofen
rlitten zwei Kinder, die von ihren Eltern allein gelassen
varen, beim Spielen mit Zündhölzchen schwere Braud—
vunden. Ein Kind ist bereits gestorben, das zweite Kind
chwebt in Lebensgefahr.
* M.⸗sGladbach, 19. Oktt. (Qualvoller Tod.)
In der Maschinensabrik von Karl Jung geriet der 19jäh
ige Maschinenschlosser Johann Kastenholz in die Trang
nission. Dabei wurde ihm der rechte Arm aus der
Zchu ter gerissen und das rechte Bein zweimal gebro⸗
hen. Im Krankenhause, wohin man ihn brachce, ist der
Lerunglückte gestorben.
*Geilenkirchen, 19. Ott. ( Gom Zuge über—
ahren.) In der Nähe des Bahnhofes wurde ein
aubstummer Mann aus Urbach vom Zuge überfahren und
zetötet.
*Essen, 19. Ott. Ausgebrochener Sträf—
ien g.) Aus der Strafanstalt in Warstein ist der im gan—
en Industriegebiete bekannte Heinrich Stramann dvus
zottrop ausgebrochen. Stratmann wurde zuletzt von der
iesigen Strafklammer zu 13 Jahren Zuchthaus verur—
eilt, spielte den wilden Mann, und wurde schließlich in
»er Irrenanstalt untergebracht.
* Marburg, 19. OAtt. (Bas totbringende
Auton) Von einem ausweärtigen Automobil wurde aul
der Vandstrase bei Fronhausen eine Landwirtsfrau über—
ahren und toͤdlich verretzt, so daß sie alsbald starb.
* Wtdilhansen, 19. Ott Todesurteil.) Das hie—
ige Schwargerscht verurteil'e den Taglöhner Siegwald
lobogast, der vor cinem Monat in St. Ludwig eine
Frau ermordet hatte, zum Tode Er nahm das Urteil
uhig auf.
*Ludwigshafen, 19. Oktt. Gräßlicher TLod.
vestern abend geriet der 42)ährige Maurer Bernhard Hü—
»inger bem Abfsringen von dem Zuge MutterstadezDaum—
tadt unter die säder Ter Förper wurde mitten ent—
wei gerissen. Hübinger yenterleßt eine Frau mit fünj
dindern.
*Nüruberg, 19. Ott. Ausschreitungen.) Ob—
vohl der Magisirat gestern, veranlaßt durch die Aus.
hreitungen der streilenden Arbeiter, die Aufruhrakte hat
inschlagen lassen, haben sich gestern abend und im ersten
dei der Nacht die Ausschreitungen der Arbeiter der Cel⸗
uloidwarenfabrik Gebr. Wolf wiederholt und zu schwe—
en Zusammenstößen mit der Polizei geführt. Die Schutz
eute mußten mehrmals mit der blanken Waffe einschre—
en, wobei zahlreiche Personen verletzt wurden. Die
hdenge dewarf die Schutzleute mit Bierflaschen und am
deren Wurfgeschossen. Mehrere Schutleute sind verletzt.
luch sRepbelerschüsse wurden aus der Menge abgegeben.
Erst gegen Mitternacht irat Ruhe ein. Eine große An—
ahl Ruhestörer wurde verhaftet.
Htißhandlungen von Zöglingen. Der Staatsan—
valt in Gnesen hat festgestellt, daß die der Fürsorgean—
talt Mieltschin gemachten Vorwürfe zum Teil auf Wahr—
jeit beruhen. Es ist erwiesen, daß Zöglinge an Händen
ind Füßen gesesselt und im Keller ein Jzesperrt wurden.
MRehreren sind über 50 Schläge auf einmal verabreich;
vorden, wobei der Geprügelte die Schläge laut zählen
nußte. Der Inpektor der Anstalt, Stengels, ist endgül—
ig entlassen worden. Die Sache wird demnächsi vor di⸗
ztrafkammer in Gnesen kommen.
Cholera. In Amsterdam sind Meldungen eingetros⸗
n, nach denen die Cholera dort in erschredkender Weise
vütet. In den Monaten Juni bis Sepiember sind 2200
ßersonen gestorben. Die niederländische Regierung hat
mfassende Vorsichtsmaßregeln getroffen, um das Ein—
hleppen der Cholera in andere Kolonien zu verhindern.
Leopolds Ausverkauf. Aus Brüssel wird berich⸗
et: Der König setzt seinen Ausverkauf sort. Nunmehr
vird das königliche Sommerschloß in Ostende geleert.
lugenblicklich sind Arbeiter damit beschäfügt, sämtliche
söbel wegzuschafsen. Tie Residenz Laeken bei Brüssel
st volllommen ausgeräumt; der König bewohnt das
zchloß selbst nicht mehr, sondern eine Art Pavillon.
Ein Wirbelsturm hat Goalanda und andere Ort—
chaften Ost-Bengaliens heimgesucht. Eine große Anzahl
mon Flußdampfern und Fahrzeugen Eingeboͤrener ist ge—
unken. Man befürchtet, daß Europäer umgekommen sind,
»och ist es unmöglich, Einzelheiten zu erfahren. Alle Tele—
zraphenverbindungen sind gestört. Bei Kalkutta entglei—
ten infolge Sturms zwei Güterzüge. wobei ein engli⸗
cher Zugführer umkam
Telegramme.
Neustadt, 18. Olt. Heute besuchten eine Anzahl ehem.
ranzösischer Soldaten von Weißenburg kommend, unsere
Stadt, um dann von hier über Saarbrücken-Metz nach der
deimat zurückzukehren.
Dresden, 20. Olt. Vom Bastei⸗-Felsen in der Sächsi⸗
chen Schweiz fürzte sich geftern die 24 Jahre alte Kunst-—
nalerin Geiber aus Berlin. Die Ungzlückliche war sofort
tot. Fräulein Gerber war magenkrank.
Rom, 20. Olt. Der Matin läßt sich aus Barzelona
aelden: Gegen den Staatsanwalt, der Ferrers Urteil bean—
ragte, wurde gestern ein Attentat verübt. Bei einem
5paziergange auf Vompella Cajaleja rähert sich ihm eine
vruppe janger Leute, aus deren Mitte 2 Revolverschüsse ab⸗
zefeuert wurden, die beide trafen. Bis jetzt konnten die
Attentäter nicht ermittelt worden. Um 3 Uqr morgens ist
der Staats inwalt seinen Wunden erlegen. Die Wohnungen
der Meitglieder des Gerichtes, die Ferrer verurteilten, wurden
ioch in der Nacht von Militär besetzt und werden bewaächt.
Magdeburg, 20. ODkt. In dem Prozesse gegen den
kinjahrigen Baumgarten vom 16. Husaren⸗Regiment in
Stendal, der in der Nacht vom 15. zum 16. Juli dem
Fahrenjunker von Zeuner ecschossen hatte, wurde gestern
durch das Kriegegericht der 17. Division das Urteil gefaällt.
Zaumgarten wurde aufgrund F 51 des Strafgesetzbuches
reigesprochen, nachdem die medizinischen Sachverständigen
sas Gutachten abgegeben hatten, daß der Angeklagte Epileptiker
ei und unter Dämmerungszuständen zu leiden habe. Der
Staa sauwalt hatte secha Jaehre Zuchthaus beantragt und
lusftoßung aus dem Heere.
Berlin, 20. Okt. Wie der „Düsseld. Gen.Anz.“ zu
melden weiß, wird der Reichskanzler v. Bethmann—
ollweg einden ersten Tagen des November die
Führer aller Parteien mit Ausnahme der So—
zialdemokraten, die bisher derartiges abgelehnt haben,
u Befprechungen über die politische Lage
und über das Pensum des Reichsstages auffordern. Der
Termin der ersten Reichstagssitzung soll in diesen Kon—
erenzen erst bestimmt werden.
Berlin, 20. Okt. Bezüglich der hohen Mehrfor—
derungen, die angeblich im MilitärEtat ge—⸗
tellt werden, wird versichert, daß außer der Vermehrung
»er Luftschiffer-Abteilung nennenswerte Anforderungen an
den Reichstagen ischt gestellt werden. Interessant ist aber
B., daß eine Summe zur Förderung des neusprach—
ichen Unterrichts der Offiziere verlangt wird, um eine
zrößere Anzahl Offiziere in der japanischen und chinesi⸗
chen Sprache auszubilden.
Berlin, 20. Okt. Der Entwurf des neuen
Strafgesetzbuches wird Donnerstag den einzel—
taatlichen Regierungen zugehen und noch Ende dieser
Woche veröffenteicht werden.
Berlin, 20. Olt. Die Haussuchungen in der Sache
BßBrunen haben, wie schon eine oberflächliche Sichtung er—
zab. eine Menge belastenden Materials zutage gefördert,
»as den Behörden genügend Anlaß zum Einschreiten gibt.
Breslau, 20. Okt. Der Kaisser wird am 23. No—
emver als Jagdgast des Fürsten Donnersmarck aul
3chroß Reudeck in Oberschlesien erwartet.
Brüssel, 20. Olt. Wie verlautet, stehen einige wich—
ige VBeranderungen im belgischen diplomallschen Korps
»edot. Der Gesandte in Paris, Leghait, wird demnächst
urucktreten. Als sein Rach olger wird der Gesandte im
Haag, Baron Guillaume genannt, der als einer der besten
helgischen Diplomaten gilt und durch verschiedene wissen—
chaftliche Arobeiten zuleßt bei der Friedenskonferenz sich
einen Namen gemacht hat. Auch Baron Greindl in Ber—
in durte trotz seiner starken Beliebtheit demnachst wegen
eines Augenleidens an seinen Rücktritt denken. Für ihn
vird Baron Beyens, der bisherige Gesandie in Rumä—
uen genannt, der gleichfalls als einer der tüchtigsten
Diplomaten Belgiens gilt und gegenwärtig im Auswär—
igen Amte in Brüssel arbeitet.
Rom, 20. Oktt. Lombroso, der Schöpfer der
drim nalanthroporogse, ist in Turin gestor ben. (Ce—
are Lombroso war im November 1836 in Verona ge—
joren, suudierze Medizin, war 1862 Professor in Pavia,
»ann Direkltor der Irrenanstalt in Pesaro und Professor
nn Turin. Seine außerordentlich verbreiteten und Auf—
ehen erregenden Abhandlungen, von denen wir hier nur
Der Verbrecher“ und „Genie und Irrsinn“ nennen, hat—
en den Zweck, die Ursachen aller Verbrechen in der kör—
erlichen Beschaffenheit der Verbrecher, erworben durch
Vererbung und Alavismus zu ergaründen und zu erklären.
Die Red.)
Petersburg, 20. Olt. Die russische Regierung be—
chloß, wie von glaubwürdiger Seite versichert wird, als
brotest gegen den Entschluß des ba yrischen Land—
ags, die Regierung um Kündigung des russischen Aus—
ieferungsvertrages zu erfuchen, den russischen Gesandten
n Muünchen mit unbeschränktem Urlaub abzuberufen.
Athen, 20. Ott Das Parlament fährt fort, täglich
nehrere wichtige Gesetzesvorlagen debattelos zu
zenehmigen. Die Versuche der Regierung, bei den
Parteisuhrern und hervorragenden Abgeordneten der Op—
position eine Aenderung dieser Takit durchzusetzen, blie—
»en erfolglos. Auch der Offiziersbund wünscht
iach Durchsetzung der Prinzengesetze eine altive Teilnahme
iller Parteien an den Parlamentsarbeiten.
Paris, 20. Olt. Matin meldet aus Tanger: Die
daltung Multy Hafids gegen die französischen Schutz⸗
efohlenen gibt zu den ernstesten Befürchtungen Anlaß. Die
Scheils scheuen sich nicht, bie Franzosen öffentlich zu beleidigen
ind zu beschimpfen. Zahlreiche französische Kaufleute sind
nfolge dieses Benehmens bertits ruinirt. Die französische
Aniernuna nerlanat in den Nerbaudlungen Genugluung.
.3 3 Spul⸗,, Madenwurmleidende werden
Fingeweidewurm. ohne ihr wahres Leiden 3. erkennen
ils magenkrank, blutarm, bleich- u. schwindsüchtig behand.; meist
st die Wurzel d. Leidens Wurmkrankheit. Die sich. Symptome 3.
fsrkennung d. Wurmleidens sind: Abgang v. nudel⸗- oder kürbis—
ihnl. Gliedern u. sonst. Würmern, Blässe des Gesichts, matt. Blick,
laue Ringe um d. Aug, Abmagerung, Verschleimung, belegt. Zunge,
derdauungsschwäche, Appetitlosigkeit, abwechs. m. Heißhunger,
lebelkeit, Aufsteig. e. Knäuels b. z. Halse, stärk. Zusammenfließen
. Speichels, Magensäure, Sodbrennen, Aufstoß, Schwindel, Kopf—
chmerz, unregelm. Stuhlgang, Jucken i. After, Koliken, Kollern u.
vellenförm. Bewegung, stech. Schmerzen i. d. Gedärmen, Herzkl.,
Nenstruationsstörungen. Z8ahlr. Atteste Geheilter beweisen die
dorzüglichkeit m. Methode. Dauer,d. Kur 30 bis 60 Min, ohne
zeruͤfsstörung, garantiert der Gesundheit unschädl, a. wenn keine
VBürmer vorhand. Die Präparate, welche in meiner Methode zur
Inwendung kommen, sind unter Garantie der Gesundheit absolut
inschädlich. Bestellungen ist das Alter und Geschlecht anzugeben
Adresse: Prioat-Anstalt Villa Christina, Post Säckingen.
Todes⸗Anzeige.
Dem lieben Gott hat es gefallen unser inniast
jeliebtes Töchterchen
Zalhild
Malhilde
m Alter von 21 Monaten zu sich In die Schar seiner
Engel aufzunehmen.
Um stilles Beileid bitten
die tiefbetrübten Eltern
Ph. Minke und Frau—,
Luise. geb. Arnold
Dudweiler, den 19. Oktober qo
Die Beerdigung findet am Donnerstag nachmittaa
4 Uhr vom Neuhauserwedq 27 aus statt