Evrangelischer
Arbeiter-Veroin
Dudweiler.
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Sonntag den 31. Januar abendz 8 Ukr im Vereins
otale Riedich.
Festversammlung
um 50jährĩgen Geburtstag Kaiser Wilhelm LI.
nit Ansprachen, allgem. Gisänge, Aufflührungen u lebenden
tilder unter Mitwirkung des Kirchenchors, der Gesangs—
ibteilung u. der Bergkapelle Dudweiler.
Die Mitalieder mit ihren erwachsenen Angehörigen sind
ingeladen
Kinder unter 14 Jahren werden nicht zugelossern.
NB. Sonntag rachm. 3 Uhr Probe der Gesangsabteil
m Lokale Riedschyo
Der Vorstand
Generalversammlung
—
oes
Hucweiler-Hulzbacker⸗-Sterbekassen-Perein
n Dudweiler am Sonntag den 31. Jannar 1909 nach—
nittags 3 Uhr bei Wwe. Steeg in Dudweiler.
Tagesordnung:
1. Jahresbericht,
2. Bericht des Kassenführers,
. Bericht der Revisoren und Entlastung des Vor—
tandes, 2
3. Wahl eines zweiten Kassenführers,
5. Verschiedenes.
dudweiler. den 25. Januar 1908
Der Vorstand.
7 8* 24 2.
auͤritger-⸗Uertin
Dudweiler.
Sonntag nachm. 3 Uhr
Theater⸗Probe
bei Baldes.
Der Vorstand.
Klub Fidelia 2— Heyv.
Am nächsten Sonntag den 31. Januar abends 8 Uh»
m Hotel „Nassauer Hof“
Kaisers⸗ Geburtstags⸗Feier
»estehend in festlichen Veranstaltungen ete., mit anschließenden
2*
Fest-Ball.
Richtmitglieder haben nur mit Einladungskarten ver—
eheu Zutritt
Hucweiser⸗Karneval⸗
Gesellsciaft.
Am Samstag den 36: Jan.
aAbends 8 Uhr findet im Vereins—
(okale unsere diesjährige
Geburtstagsfeier Sr. Majestät
unseres Kaisers und Königs
tatt.
Die Mitglieder werden gebeter:
echt zahlreich zu erscheinen.
Vorstand.
kurneval-Uereim
zur närrischen Quelle.
Am Sonntag 31. Januar abends 8 Uh—
indet im Vereinslokale Wwe. Pit unser
iesjährige
Geburtstags-Feier
Majestät unseres Raiser—
u. RéeRnias
Samstag abend pun 8 Uhr
Hhauptversammlung.
Um zahlreiches Erscheinen wir drtngend gebeten.
Der Vorstand.
Gasthaus Schade⸗Jost.
Ddudweiler Carnevals-Gesellschaft
„Mir kenne uns besterrscie“
Sonntag 31. Januar von 4 bis 7 Uh—
— närrischer Tanz —
Abends 8 Uhr 11 Minuten 9 Sekunder
Aufzug des großen Rats.
Zrr Aufführung gelangt die Posse
Die
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finnländischen Brüder
»om Münchener Hoffmann und Welino
Wer schöne Vorträge hören will;
Der laufe geschwind wie der Wind,
Zum närrischen Wirt Fritz,
Da hört man den besten Witz.
Rärrinnen und Narren all,
Um 11 Uhr nachts gibts närrischen Ball.
Mittags 2 Uhr Vorstands-Sitzung bei Jost, wozu die Mit
steder aebeten werden nünktlich zu erscheinen.
Der närrische Vorstand.
228
ommt noss emol“,
Am Sonntag den 31. ds. Mts. feiert
der Verein den
5Ojährigen Geburtstag
Ir. Majestät.
Programm:
Von 4 bis 7 Uhr patriotischer Tanz
Von 8 Uhr ab Unterhaltung mit Tanz
Der Vorstand—
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Sudstrasss 6
Zur bevorstehenden
Vinten aison
änd sämtliche Veuheiten in deuts chen und
englisehen Mustern eingetroffen uud bitte ich
meine werte Kundschaft und Gönnern um qeneigqten
Zuspruch.
Ferner:
Berq- . tten-UVniformen.
owie sämtliche
Ausrüstungsstücke
werden unter Garantie für tadellosen Sitz und gute
Verarbeitung geliefert
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Hausbestikber-NVerein
In der Geschäftsstelle Sudstraße 5 werden siets
Vohnungs- und Quartier⸗-Angebote von den Mitgliedern
imentgeltlich angenommen. Auch können dasebbst Beitritss
rkkärungen abgegeben werden
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die meisten Medizinal-Tokayer hergestellt werden, ist de
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3 Lalgers und konigs Nudein ls.
En RGDam helerriein
NI 1846.
Bitter lichri
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nderberg Boonekam
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Die beiden Müller.
xxrzählunag von Hedda Lengauer.
160 Nachdruck verboten.
Der kleine Hansl war schon seit Wochen tot. Franz Mül⸗
ew hätte es nie zuvor glauben können, welche Leere so ein
leines Kind hinterlaͤßt.
Eine große Bangigkeit befiel ihn jedesmal, wenn er die
kreppe hinaufging, denn es war still überall. Alles im
dause, die Zimmer, die Stiege, der Vorplatz, der Garten
rschien ihm fremd und leer.
Es war etwas Lahmendes in dieser großen Stille.
NSnitmau rauerde das Aunerl am Tisch, kraute in einer Su⸗
18 herum, da und dort ein Spielzeug, ein Schuhchen, ein
IStrünwschen oder irgend einen Gegenstand des toten Kindes
hervorholend. Es schnitt Franz ins Herz, wie sie alles lieb⸗
koste, lüßte, wie sie ganz aufging in ihrem Mutterschmerze.
des Ach, wie war es doch ehedem so schön gewesen!
Wenn er heimkam, das zappelnde Büblein aus d
men der Mutier nahm, jauchzend mit ihm herumtoll — p
sich des herzigen Geplauders freule, mii dem der Knece
unartikul ierten Lauien den Vater begrüßte, dann ging der
Hauch der Jugend, die frischfröhliche Kinderlust durch Haus
und belebte alles.
Eine unendliche Sehaqsucht nach dom verlorenen Kinde
hrannte in seiner verdüsterten Seele, er tadelte nicht mehr
ie lauten Schmergensausbrüche Annerls. Er setzte sich frill
u seinem Weibe, streichelte ihre tränennassen Wangen und
zersuchte sie auf alle Art zu trösten.
Annerl aber schüttelte den Kopf.
„Der Herrgoit hat es uns gegeben und wleder genom⸗
nen. Frauz — wir müssen es tragen, vielleicht als eine
Strafe füwd unsere Sünden. Wir waren es nicht wert, ein
nglein in unterer Mitte zu haben.“ ....
Wie ein spitzes Messer drangen solche Worte in das
herz des schuldbewußten Mannes.
Weunn es doch so etwas gab, wie eine Vergeltung? ..
Zum erstenmale erschien es ihm so, und er suchte sich
on GAait narzunitessen. der ihnen das Kind wicber emitrissen
zatte, das er ihnen erst vor kurzem so gütig in die Arme
elegt hatte, als lebendigen Segen ihres Ehestandes.
Und während er so darüber nachdachte, sank er wie ge—
nickt in sich zusammen: all seine stolze Zuversicht wav da
in.
„Grausfam ist dieser Gott,“ schrie es in ihm auf, und
eine leise Stimme in seiner Bruft antwortete darauf:
„Nein, gerecht — — gerecht“ .....
Und diese Stimme erschreckte Franz und er versuchte sie
unn Schweigen zu bringen und als es ihm nicht gelingen
wvollte, da tat er, was se viele in seiner Lage tun, er suchte
die Mahnung seines Gewissens, sein besseres Ich zu unter
drücken, indem er sich betäubte.
Franz Müller ergab sich dem Trunke.
Annerls Bitten halfen nichts mehr, täglich besuchte er
das Wirtshaus, betrank sich bis zur Sinnlosigleit und lernte
ipielen und sluchen.
Hat der Mensch einmal einen Schritt nach abwärts ge
an, dann geht es unaufhaltsam weiter bergab.
Das Schlimmste an der Sache aber war, daß Franz in
chlechte Gesellschaft geriet und sich sehr wohl dabei be—
and.
„Das sind gescheite, aufgeklärte Menschen,“ erzählte er
daheim dem entfetzt dareinschauenden Annerl.
„Denen fällt es nicht ein, an Gott zu glauben; dus
väre alles Unsinn, sagten sie, es gäbe gar keinen Schöpfer;
senn die Welt sei aus sich selbst entstanden. Der Mensch
iber sei für sich selbst da und habe keine Rücksicht auf andere
u nehmen. Mitleid sei Torheit; draußen im Walde wachse
nich die Eiche mächtig heran und es kümmere keinen Teufel,
daß sie durch ihren Wachstum den andern kleinen Pflanzen
zu ihren Füßen Luft und Sonne und Nahrung weanehme.
So müsse es auch der Mensch machen.
Um nichts sich kümmern als unmn sein eigenes Behagen.
Denn, wenn es keinen Gott gäbe, wäre es jfa auch nichts
nit der Ewigkeit und der ewigen Gerechtigkeit.“
Das Annerl weinte dann bittere Tränen.
Aber es halb alles nichts; Franz nannte sich jetzt im—
mer einen „Modernen“ und „Aufgeklärten“. Er schaffte sich
Bücher an, in denen schwarz auf weiß zu lesen stand, was
eine gotilosen Kameraden behaupteten.
Das beruhigte ihn; er konnte ja garnicht ost genug hö
ren und lesen, daß alles auf der Welt Zufall sei, daß der
Böse eigentlich gar nicht böse sei, sondern nur ein notwen
diges Zusammentreffen von Umständen, für die dey Einzeln
nicht verantwortlich gemacht werden könne und dergleichen
Irrtümer mehr, die in den Werken gottloser Philosophen zr
inden sind und in den Herzen der unreifen, unselbstäͤndigen
ind törichten Menschen unsägliches Unheil anrichten können
Franz Müller verstand die Bücher des Philofophen Nietzsch.
nicht, aber er glaubte sie zu verstehen, und in den Ausfprü⸗
chen dieses Gottesleugners die lautere Wahrheit zu finden
Uuch in seinem Aeußern und in seiner Wohnung wolli
Franz Müller nun modern erscheinen. Er kleidete lich jetz!
sein umd stietzerhaft, ersetzte die gediegenen Möbel, die Am
serls Mutter für sie angeschaift hatte, durc; bunten, wie en
sagte „stilvollen“ Firlesanz; Tischen und Stühle mit dünner
Beinen, ein seidenes, zerbtechliches Kanapee, geschuitzte Bett
sden uͤnd an den Wänden die Bilder modernev Meister.
Annerl sah alles mit Staunen, aber sie enaühte sich,
sich nicht allzusehr darüber aufzuregen, ihres eitszu
ftandes halber, denn nach Gottes willen soll wie
der froh und glücklich werden.
Mit stiller, heiliger Freude haͤrrte sie des Augenb lickes
in welchem sie einen Ersatz für das frützverlorene Kindleir
in den Armen halten würde.
Franz Müller erfüllte diese Aussicht mit wilder Freude
Er ließ eine lostbare Wiege anferrigen und begann schon vor
her alle Nachbarn und Freunde zu dem, wie er sagte „groß
aͤrtigen“ Taufschmaus einzuladen.
Als aber siatt des erwarteten Kindes gleich zwei kräf
tige Stammhalter in der neuen Wiege lagen, da kannt
leine Freude keine Grenze mehr. Heimlich dachte er dabel
zs muß doch richtig sein, daß es keine Vergeltung gibt
Ddaß der kleine Hansl sierben mußte, das war Zufall, kein
Strase Goltes, denn sonst hätte er ja jetzt nicht doppelte
Ersatz dafür erhglien.
Fortseßung sosa